Wiedersehen mit Rebecca und Alessa

Nach dem Schaumbad ging es mir schon um so einiges besser, also beschloss ich nach dem Anziehen noch ein wenig in den Garten zu gehen um in meinem Buch weiter zu lesen. Immerhin hatte ich seit der Abreise keine Gelegenheit mehr dazu.

Der Garten des Anwesens von Thranduil war einfach riesig und wunderschön. Ich kam kaum aus dem Staunen heraus. In Bruchtal ist er zwar auch sehr schön, aber das hier übertrifft fast alles. Nur Lothlóriens Wälder sollen schöner sein ... Das Gras war saftig grün, die Bäume und Blumen blühten und es verlief ein kleiner Fluss direkt durch den Garten - ich fühlte mich wie in einem Märchen, dazu schien die Sonne warm auf meine Haut. Ich schaute mich nach einem guten Platz um und fand einen unter einem großen Mallornbaum, welcher mich sehr an meinen Lieblingsbaum in Bruchtal erinnerte. Wunderschön. Hier lässt es sich bestimmt gut leben! Ich saß mich hin und vertiefte mich gleich in mein Buch, dass ich einmal wieder nichts von meiner Umwelt mitbekam. Das Vogelgezwitscher und das leise Rauschen des Flusses waren für mich wie selbstverständlich. Es war bis jetzt ein Ort der Ruhe und des Friedens. Anscheinend musste ich schon stundenlang lesend unter dem Baum gesitzt haben, denn plötzlich stand ein aufgeregter Diener vor meiner Nase der meine Ruhe stöhrte.

"Herrin, ich möchte sie ja nicht stören. Aber sie werden schon fast von dem ganzen Hof gesucht.", verdeutlichte er mir aufgeregt.

"Wie bitte? Wieso und von wem werde ich denn gesucht?", fragte ich verwirrt.

"Herrin, König Thranduil ließ nach ihnen suchen, da ihre Freunde aus Bruchtal vor einer Stunde eingetroffen sind. Nur konnte man sie nicht auf ihrem Zimmer ausfindig machen.", gab er mir zu verstehen. Anscheinend musste schon später Nachmittag sein ... "Würden sie mir nun bitte folgen?"

"Ähm, ja natürlich. Ich hatte mich wohl zu sehr in mein Buch vertieft ...", sagte ich aber eher zu mir selbst. Dafür bin ich aber immerhin fast fertig!

Ich folgte dem Diener und er führte mich vor ein Zimmer. Das wird wohl bestimmt so eine Art Empfangsraum sein, dachte ich mir. Er öffnete mir die Tür und ich ging hinein, während er hinter mir die Tür schloß und ich alleine da stand. Vor mir standen sie nun alle: Rebecca, Alessa, Elladan, Elrohir, Thranduil und letztendlich auch Legolas.

"Es tut mir Leid ... äh, ich wollte keine Umstände machen ...", versuchte ich irgendwie eine Ausrede für mein nicht-auffinden zu stammeln.

"Schon gut, Elinwen. Ich hoffe du hattest immerhin deine Ruhe im Garten beim lesen?", fragte mich Thranduil nett.

Mir wurde früher als kleines Kind immer wieder erzählt, was für eine rauhe und laute Stimme Thranduil haben sollte. Doch ich war positiv überrascht! Zwar war sie nicht gerade der Legolas ähnlich, doch ich konnte mit Sicherheit behaupten schon Schlimmeres ertragen haben zu müssen. Jedenfalls schockte es mich ein wenig, wie er mich ansprach - so vertraut und überhaupt nicht wütend. Immerhin habe ich seinen Sohn angeschrieen, oder weiss er davon überhaupt nichts! Ich verwarf den Gedanken an letzte Nacht lieber schnell wieder und antwortete ihm dafür:

"Ja, der Garten ist wirklich wunderschön und sehr ruhig."

An seinem Lächeln konnte ich erkennen, dass es ihn sehr erfreute so etwas zu hören. Schließlich ließ er uns mit den anderen alleine und so konnte ich die anderen erst einmal in die Arme schließen, Legolas natürlich ausgeschlossen. Ich erzählte ihnen wie es mir ergang, nachdem Elladan und ich los geritten waren - doch von der peinlichen Nacht ließ ich erst einmal ab. Nach dem "Willkommens-Treffen" liefen dann Rebecca, Alessa und ich zu unseren Zimmern. Glücklicherweise hatte Thranduil uns drei so ziemlich in dem gleichen Gang einquartiert.

Ich machte mich gerade fertig für das Abendessen, als Rebecca und Alessa an meine Zimmertür klopften und herein kamen.

"Endlich sind wir drei wieder vereint!", kicherte Rebecca und schloß uns in die Arme.

"Ja, endlich! Wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht, Elinwen. Ist auch wirklich alles wieder in Ordnung?", fragte Alessa besorgt.

"Mir geht es bestens, ihr braucht euch keine Sorgen machen. Los jetzt, auf zum Essen! Ich habe vielleicht einen Kohldampf, ihr denn nicht?", rief ich.

"Oh, doch wir haben einen riesen Hunger!", stöhnten beide gleichzeitig auf und wir bewegten uns in Richtung des Speisesaals.