Kapitel 9 – Lysop in Gefahr
Es ist sinnlos zu sagen „Wir tun unser Bestes." Es muss dir gelingen das zu tun, was erforderlich ist.
-Sir Winston Churchill
„Das war wohl nichts", sagte Nami, als sie den Wald wieder verließen.
„Schade… Ich hätte die alte Lady gerne in die Finger bekommen." Ruffy sah tatsächlich enttäuscht aus. Anissa wusste nicht ob sie enttäuscht sein sollte oder nicht. Einerseits war sie es schon, weil sie die Hexe nicht gefunden hatten und diese Hexe war die einzige Möglichkeit die sie sah ihre Mutter wieder gesund zu machen. Aber andererseits war sie auch ganz froh gewesen dass sie sie nicht gefunden hatten. Sie war den Piraten in einem sicheren Abstand in das Schloss gefolgt. Keiner hatte bemerkt dass sie mit rein gekommen war, denn sie war auch schon wieder vor den anderen draußen gewesen und hatte so getan als hätte sie bereits die ganze Zeit gewartet. Sie war sich nicht sicher ob sie dieser Hexe wirklich begegnen wollte. Immerhin erinnerte sie sich noch zu gut an ihre letzte Begegnung mit ihr und sie wusste genau welche Angst ihr nur der Schatten gemacht hatte. Und die Vorstellung dass sie dieser Hexe Auge in Auge gegenüber stehen würde… Sie entschied sich dafür dass sie vielleicht doch eher froh war dass sie die Hexe nicht gefunden hatten.
Schon seit dem ganzen Rückweg hielt sie sich an Robins Hand fest. Die Archäologin hatte ihr den Hang hinauf geholfen und da hatte sie die Hand einfach nicht mehr losgelassen, aber das schien Robin auch nichts auszumachen. Von daher sprach doch nichts dagegen. Außerdem mochte sie Robin irgendwie. Bei ihr fühlte sie sich fast so wohl wie bei Assia und sogar noch ein bisschen mehr als bei Nika.
„Meint ihr wir finden sie noch?", fragte Anissa.
„Wenn es sie überhaupt gibt."
„Natürlich gibt es sie, Nami!", rief Anissa. „Assia hat es mir doch erzählt! Sie lügt nie."
„Das glaube ich dir ja", lenkte Nami ein. „Aber Assia hat die Nordwindhexe doch nicht gesehen bevor sie krank geworden ist und da sieht man manchmal die merkwürdigsten Dinge, weißt du? Und sie kann doch nicht genau wissen wieso der König damals gestorben ist. Sie war doch nicht dabei. Vielleicht hat sie sie erzählt bekommen und derjenige der sie ihr erzählt hat, hat geschworen dass sie wahr ist?"
„Hm." Mehr erwiderte Anissa nicht mehr darauf. Sie hatte die Hexe doch auch gesehen und den Gesang gehört. So etwas bildete sie sich doch nicht ein!
„Hey Leute, kommt euch an dem Schiff nicht auch irgendwas komisch vor?", fragte plötzlich Ruffy und da spürte sie schon wieder seinen Arm im Rücken. Erschrocken klammerte sie sich an Robin fest damit sie nicht hinunter fiel, als sie zum zweiten Mal an diesem Abend den Boden unter den Füßen verlor. Sie sah wie sich Ruffys anderer Arm bis zum Schiff dehnte, während sie fast schon über das Wasser flogen.
Unsanft landeten sie auf dem Deck. Anissa war die erste die sich aufrappelte.
„Chopper!", rief sie erschrocken. „Was ist mit dir passiert?"
Das kleine Rentier lag regungslos auf dem Deck. Anissa kniete sich neben ihn und schüttelte ihn. „Chopper, du kannst doch jetzt nicht schlafen! Die anderen haben doch gesagt dass du auf Lysop aufpasst! Hey, Chopper! Wach auf!"
Langsam kam Leben in das Rentier. Erst zuckte er nur ein bisschen, dann gingen langsam seine Augen auf. Einen Moment sah er Anissa und die Piraten an, dann sprang er auf.
„Oh neiiiin!"
„Was ist denn Chopper?" Ruffy war an den Schiffsarzt heran getreten, der begann auf dem Deck auf und ab zu laufen als würde er irgendetwas suchen. „Hat er was verloren?"
„Wo ist er nur, wo ist er nur, wo ist er nur?"
„Wo ist wer?", wollte Nami wissen.
Chopper blieb stehen. „Lysop!"
„Lysop?"
„Ja…" Chopper ließ sich auf das Deck fallen. „Sie müssen ihn mitgenommen haben!"
„Wer?"
„Die Marine."
„WAS?"
„Oh nein…", flüsterte Anissa. „Mr. T. hat euch gefunden…"
„Mr. T.?", fragte Ruffy. „So hat dieses Mädchen bei dir zu Hause doch deinen Besitzer genannt, oder? Hast du nicht gesagt der ist bei der Marine?"
Anissa nickte. „Ja… Es ist Konteradmiral Treant von der Marine."
„Na warte, den knöpfe ich mir vor!" Anissa rutschte ein Stückchen von ihm weg. Ruffy war plötzlich so anders… So hatte sie ihn nicht kennen gelernt. Er war doch die ganze Zeit so nett und lustig gewesen… Sie hatte sich schon überlegt ob er sich überhaupt erwachsen benehmen konnte, denn auch als er gesagt hatte dass sie zur Nordwindhexe gehen würden, hatte er eher ausgesehen als würde er es als Spiel, als Abenteuer sehen, genauso wie die anderen Kinder im Dorf. Aber ganz offensichtlich konnte er auch anders. Er schäumte vor Wut, das sah man und er schien plötzlich so ernst. Und wenn Anissa ehrlich war, dann machte er ihr so ein wenig Angst…
„Halt Ruffy!" Namis Kommandostimme ließ den Kapitän in der Bewegung erstarren. „Du kannst doch nicht einfach zu diesem Mr. T. spazieren. Du weißt doch nicht mal ob Lysop bei ihm ist und wenn du da auftauchst, dann bringst du ihn und Anissa in Gefahr!"
„Anissa?" Er schien verwundert.
„Ganz genau du Schlaukopf. Er weiß doch bestimmt dass Anissa gerne an den Strand geht. Wer soll uns sonst verraten haben wo Lysop sein könnte? Manchmal bist du echt so blöd… Ich weiß nicht was ihr mit Anissas „Besitzer" meint aber ich glaube nicht dass es für sie besonders lustig sein wird wenn er erfährt dass sie zu Piraten geht."
Da hatte sie allerdings Recht. Während Nami gesprochen hatte war Anissa aufgestanden und hatte, mit der Zielsicherheit eines Kindes das nach der Hand der Mutter griff, wieder Robins Hand genommen. Mr. T. würde fuchsteufelswild werden wenn er das erfahren würde und sie wollte nicht wissen was dann auf sie zukommen würde. Es war eins der allerersten Dinge die sie von ihm gehört hatte. „Wenn irgendwann einmal ein Pirat auftaucht muss er sofort gemeldet werden. Verbrüderung und auch der bloße Kontakt mit Piraten ist Hochverrat an der Weltregierung." Einen Moment war es als würde eine Schlinge um den Hals ihr die Luft abschnüren.
Bitte Nami… Lass ihn nicht gehen…
„Ich lass Lysop nicht im Stich!" Ruffy wollte gerade losgehen aber da lag er, von Namis Faust getroffen, schneller auf dem Deck als irgendjemand sehen konnte.
„Sag mal spinnst du?", brüllte sie. „Wir müssen erst einmal einen Plan machen. Lysop geht es zwar nicht gut, aber auf ihn ist kein Berry Kopfgeld ausgesetzt. Die sind hinter dir, Robin und Zorro her. Wenn sie auf dem Schiff waren, dann haben sie unsere Flagge gesehen. Ich wette sie tun ihm nichts wenn sie die Möglichkeit haben dich damit zu erwischen. Aber wie haben sie ihn nur erwischt?"
„Er hat kaum Luft bekommen", sagte Chopper. „Unten war es zu stickig. Deswegen habe ich ihn kurz mit hierher nach oben genommen, damit er ein paar Minuten an die frische Luft kommt. Aber da war hier überall Marine…" Chopper stockte, bevor er weiter redete. „Sie haben gesagt „Das Haustier brauchen wir nicht" und dann kann ich mich an nichts mehr erinnern… Ich bin kein Haustier!"
„Das wissen wir doch, Chopper", sagte Nami zu dem Rentier. „Aber jetzt können wir es auch nicht ändern. Wir müssen erst mal schauen ob wir etwas heraus finden."
„Ich kann euch helfen", sagte Anissa. Die Piraten schauten sie an. „Das ist gar kein Problem", sagte sie. „Ich wohne doch genau da, wo die von der Marine sind. Lysop muss doch auch was essen. Und wenn er da ist, dann reden bestimmt alle davon dass sie hoffen dass sie ihm nichts zu essen bringen müssen. Und ansonsten… Vielleicht erwähnt ihn heute Abend ja jemand. Dann kann ich bestimmt fragen ob der Pirat noch da ist. Ich kann sagen dass ich Angst habe wenn so jemand in der Nähe ist…"
„Keine schlechte Idee", sagte Nami. Nur Ruffy schien noch immer nicht begeistert darüber. Er wäre wohl lieber jetzt sofort losgezogen und hätte ihn eigenhändig da raus geholt. „Es wäre wirklich toll wenn du da etwas herausfinden kannst."
„Ist doch klar dass ich euch helfe", sagte Anissa. „Ihr habt doch auch so viel für mich gemacht. Irgendwie muss ich doch Danke sagen."
„Damit wären wir wohl quitt", sagte Nami. Anissa nickte. Sie mochte es nicht gerne jemandem etwas schuldig zu sein. Sie wusste dass sie auf sich alleine gestellt war. Zwar hatte sie Assia und Nika, die ihr ein wenig halfen, aber trotz den beiden war sie alleine. Und deswegen wollte sie alles alleine schaffen – aber die Piraten hatten ihr geholfen. Natürlich half sie ihnen jetzt auch. Es war ja nicht einmal besonders viel Arbeit.
„Dann geh ich gleich zurück", sagte Anissa. „Ich sag euch sofort Bescheid wenn ich was weiß. Ich bin oft drüben in der Basis, da sind haufenweise Marineleute, auch welche, die nicht so einen hohen Rang haben. Die reden gerne."
Und außerdem war die Küche, in der sich Anissa ja am häufigsten aufhielt, der Hauptumschlagsplatz für Neuigkeiten. Sobald irgendetwas passierte, die Bediensteten wussten es als allererstes. Man konnte ja nichts anderes tun als zu tratschen, wenn man sein halbes Leben in der Küche verbrachte.
~·~·~·~·~·~·~·~·~·~·~
Als sie nach Hause kam wurde Anissa schon erwartet.
„Da bist du ja", flüsterte Nika, als sie Anissa umarmte. „Ich hatte schon Angst sie finden dich am Strand."
„Wieso denn das?", fragte Anissa. „Sie wissen doch dass ich gerne…"
„Psst." Nika schaute sich um, als wollte sie wissen ob die Luft rein war. „Kein Wort vom Strand. Vor allem nicht wenn jemand da ist. Und wenn dich jemand fragt, dann sagst du, dass du die letzten Tage nicht am Strand warst. Du hast im Wald gespielt, okay?"
Anissa verstand nicht was Nika damit sagen wollte, aber ihre Schwester schien es ihr auch nicht sagen zu wollen. Sie war wieder zum Herd gegangen und schien vollauf damit beschäftigt Essen zu machen. Anissa, die wieder auf ihrem Stammplatz saß, beobachtete sie, wie sie eine Schüssel mit Resten füllte. Nicht mit Müll, wie sie es sonst immer tat, sondern mit Happen, die beim Kochen abgefallen waren, die man aber wunderbar essen konnte.
„Wozu machst du das denn? Für wen ist das? Das werfen wir doch nicht weg. Ist das für irgendjemanden von der Marine? Wenn die hier essen sind sie doch hier unten und holen sich selbst was. Und die, denen wir es bringen die essen doch nicht sowas…" Wieder schaute Nika sich um, dass sie auch ja keiner belauschte.
„Sag mal, diese Piraten, die du getroffen hast", sagte sie.
„Die Strohhüte?"
„Ja, genau die. Du weißt doch dass auf diesen Kapitän ein Kopfgeld ausgesetzt ist und auf einen von den anderen neuerdings auch."
Anissa nickte. „Ja, aber ich weiß nicht warum. Ich finde sie nett und ich glaube wir sind sogar sowas wie..."
„Es geht nicht darum ob du sie nett findest oder nicht", fuhr Nika fort. „Sie haben das Schiff gefunden. Es ankert in einer Bucht. Mr. T. und ein paar von der Marine waren heute da gewesen, aber da waren die Piraten nicht auffindbar gewesen. Sie haben nur einen gefunden… er war offenbar krank und wurde deswegen auf dem Schiff zurückgelassen. Aber sie wissen dass Piraten hier sind und wenn sie erfahren dass du mit ihnen zu schaffen hast, dann bist du dran, also halt dich von ihnen fern."
„Warte!", rief Anissa. „Das war doch Lysop, den sie auf dem Schiff gelassen haben. Aber er ist nicht mehr da! Wir haben ihn gesucht, aber Chopper hat gesagt dass die Marine…"
„Still jetzt!"
Anissa schloss den Mund. Sie war es nicht gewöhnt dass Nika sie so anfauchte und da ließ sie es lieber nicht darauf ankommen. Still saß sie auf ihrem Tisch, bis Nika ihr die Schüssel mit dem Essen in die Hand drückte.
„Bring das in die Basis. In die Zellen, im Keller. Ich hab ein bisschen von der Medizin hinein getan, die wir vom Rentier bekommen haben."
Noch bevor Anissa etwas sagen konnte hatte Nika sie zur Tür hinaus geschoben. Einen Moment lang stand sie verwirrt da, dann zuckte sie allerdings die Schultern und ging nach oben. Es kam nicht oft vor, dass sie etwas zu essen zu den Gefängniszellen bringen konnte. Die meisten Gefangenen bekamen kein Essen – und wenn sie doch welches bekamen, dann bekamen sie nicht Assias Medikamente!
Der Weg zu der Marinebasis war nicht weit. Sie war nur wenige Meter hinter dem Haus in dem die Familie Treant lebte, nicht nur damit Mirania ihren Vater so oft besuchen konnte wie sie wollte sondern auch weil die Bediensteten hier auch genauso in der Marinebasis arbeiteten. Aber egal wie oft Anissa dort hin ging und egal wie oft dort Gefangene waren – es widerstrebte ihr die Schüssel dorthin zu bringen. Einen Moment lang hatte sie überlegt ob sie nicht das Gefängnis Gefängnis sein lassen und das Essen zu Assia bringen sollte, aber dann entschied sie sich doch dagegen. Sie vertraute Nika in dieser Hinsicht. Wenn sie den Tee dort hinein gemischt hatte, dann hatte das ganz bestimmt auch irgendeinen näheren Sinn.
Als sie sich den Zellen näherte stellte sie fest, dass dort ein Gefreiter stand, ein junger Mann, vielleicht gerade mal zwanzig. Anissa kannte ihn. Sie traf ihn ständig wenn sie hier war.
„Gefreiter Lou", sagte sie, als sie sich dem Mann näherte. „Was machen Sie denn hier?"
„Sie an, Anissa", sagte Gefreiter Lou und lächelte das Mädchen an. „Haben sie dich abkommandiert den Gefangenen zu versorgen?"
„Den Gefangenen? Welchen Gefangenen?"
Der Gefreite schien überrascht.
„Hast du davon nichts mitbekommen? Wir haben ein Piratenschiff entdeckt, das offenbar hier ankert."
„Nein, ich hab nichts mitbekommen", sagte Anissa. „Ich hatte heute Mittag frei… Ich war… im Wald." Fast hätte sie gesagt sie wäre am Strand gewesen, aber da hatte sie sich gerade noch rechtzeitig an Nikas Warnung erinnert. „Was ist das denn für ein Gefangener?"
Eine böse Vorahnung begann in ihr aufzukeimen, denn auch wenn die meisten Marineleute sie für nicht gerade sehr schlau und ziemlich naiv hielten war sie auch nicht dumm. Auch wenn sie hoffte mit ihrer Vermutung falsch zu liegen.
„Die Piraten waren nicht auf ihrem Schiff gewesen. Leider, denn das ist ein Fang, glaub mir! Du kennst doch die Steckbriefe, die immer rauskommen. Und auf ein paar von diesen Piraten ist ein riesiges Kopfgeld ausgesetzt. Das ist nämlich die Strohhutpiratenbande. Ich hab gehört was die in Alabaster gemacht haben. Einer von ihnen hat Jazz Boner erledigt, den gefährlichsten Kopfgeldjäger im ganzen West Blue. Und der Kapitän von denen ist auch übel. Der ist noch nicht lange im Geschäft, aber auf ihn sind hundert Millionen Berry ausgesetzt. Also an deiner Stelle würde ich die nächste Zeit nicht mehr alleine raus spielen gehen. Wir haben die Leute im Dorf schon gewarnt dass sie aufpassen sollen wenn jemand Fremdes kommt. Der Einzige den wir erwischt haben ist ein ziemlich kleiner Fisch. Kein Kopfgeld. Vielleicht ein Neuling in der Mannschaft oder so."
„Ihr habt einen von den Strohhutpiraten? Hier? Wie kommen so gefährliche Piraten hierher?"
Lou nickte.
„Eigentlich sollte er hingerichtet werden. Aber der Konteradmiral will mit ihm die anderen Strohhüte aus ihren Löchern locken. Mehr kann man mit dem Krüppel sowieso nicht anfangen. Der kann sich ja nicht mal bewegen. Er wollte ihn leben lassen, damit er ihn noch befragen kann wenn er aufwacht." Er überlegte kurz. „Falls er aufwacht. Wenn du mich fragst, der macht es nicht mehr lang. Aber einen Versuch ist es wert. Vielleicht bekommen wir ja die eine oder andere Info aus ihm raus bevor er ins Gras beißt."
Jetzt war es ganz klar und Anissa wusste, was sie in dem Raum erwarten würde.
„Aber du sollst ihn ja füttern oder so", sagte Lou dann und trat beiseite. „Ich mach dir auf und komm mit rein. Nicht dass er nur den Schwächling spielt und dich angreift, Kleine."
Er wuschelte mit der Hand durch Anissas Haar als er sich umdrehte um das Gatter aufzuschließen. Es bestand aus stabilen Eisenstäben. Der Raum war dunkel und eng. Es war ein ungemütlicher Ort und Anissa mochte es gar nicht hier zu sein. Da es im ganzen Kellerflur ein wenig düster war dauerte es auch nicht lange bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und sie genauer erkennen konnte was hier war.
Der Krug mit Wasser war nicht immer hier, aber ansonsten sah es aus wie immer. Bis auf ein weiteres, winziges Detail.
„Sieht unschön aus, oder? Dass sie ausgerechnet dich Zwerg diese Drecksarbeit machen lassen…"
Lou deutete auf den Zellenboden, auf dem Anissa etwas liegen sah. Es war schon seit einer ganzen Weile offensichtlich und auch wenn sie ein bisschen gehofft hatte dass es nicht so war, war sie doch froh, als sie die Gestalt erkannte, die dort wie tot auf dem Boden lag. Das Kopftuch und die lange Nase… sie hatte ihn vorher nur zweimal gesehen aber es war trotzdem unverwechselbar.
In der Zelle lag Lysop.
