Legende:

»Gerede«

/Gedanken/

::Parsel::

((AdA: Meine Kommentare))

°°Gedankenübertragung°°

$Tiersprache$

Orions Liebesproblem

Nachdem sich Angelus und Tom im Badezimmer bettfertig gemacht hatten, kuschelten sie sich unter die warme Bettdecke des Riddles. Für Talia hatte der Todesengel ein kleines - für sie großes - Bett hergezaubert, in dem sie nun lag. Nagini hatte es sich auf dem Kopfkissen neben Toms Gesicht bequem gemacht.

»Angel?«, fragte der Schwarzhaarige leise.

»Hm?«, brummte Angesprochener.

»Du wolltest mir doch noch erklären, was es mit diesem Feuer, dass du einfach so in deiner Hand halten kannst, auf sich hat. Und außerdem dachte ich, dass deine Animagusform ein Einhorn ist, stattdessen hab ich dich als einen Feuerphönix gesehen. Erklärst du es mir jetzt?«

»Moment!«, unterbrach Talia den Todesengel, bevor dieser überhaupt seinen Mund aufgemacht hatte. »Ein Eihnorn? Wie viele Tierformen hast du denn? Zuerst ein Tiger, dann so ein Phönix und jetzt höre ich, dass du auch noch eine Einhornform hast!« Erstaunt wurde sie von Tom und Nagini angestarrt.

::Tiger?::, wiederholte die Schlange verdutzt. Gleichzeitig sahen die drei nun zu Angelus, der sie keck angrinste. Mit einem Blick verlangten sie nach einer Erklärung, die Angel ihnen auch offenbarte.

::Meine vierte Animagusform ist ein schwarzer Drache, nur falls ihr es wirklich wissen wollt. Da ich-:: Angelus wurde von Tom unterbrochen.

::WAS?! Das auch noch?::, fragte er fassungslos. Angelus kicherte und nickte.

::Ja. Da ich ein Todesengel bin und alle Fähigkeiten meiner Eltern geerbt habe, beherrsche ich auch das Feuer, die Erde, das Wasser und die Luft. Vielleicht wisst ihr es ja, aber die einzigste Magie, die ein Einhorn kann, ist Wassermagie. Ein Drache beherrscht nur die Luftmagie, dass er Feuer spucken kann, hat nichts mit Zauberei zu tun. Ein Tiger steht für die Erde und der Feuerphönix logischerweise für das Feuer. Also kann ich mich irgendwie in alle vier Tierarten verwandeln. Der Nachteil ist, dass ich als diese Tiere nicht meine normale Magie benutzen kann, wie man es sonst macht. Also Tom, wenn du ein Animagus bist, kannst du als diesen auch deine stablose und stille Magie einsetzen. Frag mich nicht, warum ich das nicht kann. Die Elemente kann ich aber auch so anwenden, ohne mich zu verwandeln.::

»Erzähl mal etwas über Todesengel. Ich weiß über sie rein gar nichts. Ich wusste ja nicht einmal, dass es sie überhaupt gibt«, gab Talia zu.

::Nun, die Eltern von Todesengel sind reinrassige Dämonen und Engel. Die Eltern müssen sich wirklich lieben, aber das ist selten. Dämonen und Engel hassen sich von Natur aus, nur mein Vater war da etwas anders. Wie heißt es? Ausnahmen bestätigen die Regel. Er hat meine Mutter dauernd umgarnt und so weiter. Sie hat ihn - soviel ich weiß - wirklich gehasst. Irgendwann ist sie dann vermutlich doch mit ihm ausgegangen und hat gelernt, ihn zu lieben. Ich weiß es nicht genau, aber so hat man es mir erzählt. Egal, ähm, Todesengel erben nur die Fähigkeiten eines Elternteiles. Also, entweder beherrscht er Feuer-, Luft-, Runen- und Ritualmagie oder Erd-, Wasser-, Seelen- und Heilmagie. Es kommt auf den Charakter an. Wenn man mehr von einem Dämon hat, beherrscht man Feuermagie und so, aber wenn man mehr die Eigenschaften eines Engels hat, Erdmagie und den Rest. Bei mir ist es aber anders. Ich habe alle Fähigkeiten meiner Eltern geerbt. Eigentlich ist so etwas unmöglich, aber ich denke, ich weiß, warum es bei mir anders ist. Dieser Mann... ich habe dir doch gesagt, dass er Fähigkeiten und auch einen Teil seiner Magie auf mich übetragen hat, richtig, Tom?::

::Das mit der Magie ist mir zwar neu, aber sonst ja::, nickte der Halbvampir.

::Naja, ich denke, dass ich alle Fähigkeiten von meinen Eltern habe, weil ich schon vor der Umwandlung, die Todesengel haben, viel Magie in mir hatte, was bisher nur etwas versteckt war. Deshalb nehme ich an, dass eben diese Magie meinem Körper geholfen hat, alle Fähigkeiten meiner Eltern einsetzen zu können. Wenn man nur von einem Elternteil die Magie beherrscht ist der Rest ja noch im Körper, man kann es nur nicht benutzen. Nicht einmal unkontrolliert.:: Eine Zeit lang herrschte Schweigen, doch dann meldete sich wieder Talia zu Wort.

»Angel? Was ist Seelenmagie? Ich hab davon noch nie etwas gehört.« Angesprochener seufzte.

::Seelenmagie beherrschen nur die Engel, soweit ich weiß. Damit kann man verhindern, dass die Seele eines Lebewesens den Körper verlässt, bevor er gestorben ist. Hast du dich schon einmal gefragt, wie Geister entstehen?::, fragte Angelus und sah Talia prüfend an. Sie schüttele ihren kleinen Kopf. Neugierig sah er zu Nagini und Tom. Die Schlange verneinten ebenfalls, während der Schwarzhaarige einen nachdenklichen Gesichtsausdruck trug.

::Ich hab den Blutigen Baron mal gefragt, wie so etwas geht. Warum nicht alle Menschen zu Geister werden und wie sie überhaupt entstehen. Aber er hat es selbst nicht gewusst. Und du weißt weshalb?::, fragte er zum Schluss wissbegierig. Angel lächelte leicht traurig.

::Ja, ich weiß es. Meine Mutter hat es mir in einem Buch hin geschrieben. Das heißt, sie und mein Vater haben alles, was sie über Todesengel wussten, in ein Buch notiert. Am Ende standen auch noch die Erklärungen ihrer Fähigkeiten drin. Da sie nicht wussten, wessen Fähigkeiten ich annehme, haben sie beide die Erklärungen darüber nieder geschrieben. Meine Mutter hat das mit der Seelenmagie und den Geistern dann auch noch erklärt. Sie schrieb, dass sie nicht wüsste, ob es wirklich einen Gott gibt, aber die Engel hatten es sich selbst zur Pflicht gemacht, auf die Menschen zu achten. Nur Menschen können Geister werden. Sie entstehen dadurch, dass die Menschen mit ihrem bisherigen Leben unzufrieden sind und so große Furcht vor dem Tod haben, dass sie ihn nicht akzeptieren. Deshalb verlassen sie unbewusst ihren Körper, bevor das Herz aufhört zu schlagen. Die Engel versuchen sie davon abzuhalten, denn es ist für die Geister am Ende ein frustierendes Dasein, an nichts Teil zu haben und niemand beziehungsweise irgendetwas berühren zu können. Und meistens bessert sich ihr Leben als Geist nicht, es bleibt für sie größtenteils so wie bisher. Und dadurch fristen sie ihr bisheriges Unglücklichsein auf ewig. Das wollen die Engel mit ihrer Seelenmagie verhindern. Mit ihr können sie die Seelen einen gewissen Zeitpunktes an den dazugehörigen Körper binden. Aber sie können es auch einsetzen, wenn sie einen ihnen geliebten Menschen nicht sterben lassen wollen. Sie halten dann die Seelen in den Körpern fest, obwohl der Körper immer weiter stirbt. Das ist, soweit meine Mutter mitbekommen hat, sehr schmerzvoll. Wenn man die Seelenmagie sehr gut beherrscht, kann man auch die Seelen in den Körpern sehen und so die Gefühlslage des anderen bestimmen. Aber das können nur wenige Engel::, endete er.

::Kannst du das auch?::, fragte Nagini neugierig. Angel lachte leise.

::Nein, Gini. Wie gesagt, man muss die Seelenmagie verdammt gut beherrschen und ich bin noch weit davon entfernt. Wenn du zum Beispiel am sterben wärst - wir ignorieren jetzt einfach mal, dass du gar kein Geist werden könntest - könnte ich dich nicht eine Sekunde in deinem Körper halten. Man braucht dazu viel Übung, die ich nicht habe. Ich könnte gerade mal sehen, ob du deinen sterbenden Körper schon vor dem absoluten Herzstillstand verlässt. Seelen ohne Körper kann man sogar als neugeborenen Engel sehen, aber Seelen in einem Körper nicht.::

»Sag mal, Angel, was würde eigentlich passieren, wenn Nagini oder sonst ein magisches Wesen die Körper vor dem Tod verlassen würden?«, fragte Talia neugierig. Angelus runzelte die Stirn.

::Ich muss zugeben, dass ich es nicht weiß. So viel ich erfahren habe, können nur magische Menschen Geister werden. Ich weiß auch nicht, was mit Muggeln passieren würde. Schande über mich::, seufzte Angelus niedergeschlagen. Es wurmte ihn, dass er darüber im Unklaren war. Warum musste Talia das auch erwähnen?

::Egal, ich bin mit meinem bisherigen Leben zufrieden!::, warf Nagini ein, worauf Tom sie strahlend streichelte. Sie drückte sich näher an die Hand und genoss es.

»Ich nicht«, flüsterte Talia niedergeschlagen. Angel sah sie aufmunternd an.

::Hast du nicht etwas vergessen? Du bist jetzt hier bei uns. Wir werden dafür sorgen, dass du zufrieden bist!::, grinste er sie an. Glücklich schniefend wischte sie sich eine Träne weg, die aus ihren großen Augen gekullert war. Sie flog fix zu Angel und landete in seinem blonden Haar.

::Man, bist du sentimental::, sagte Tom trocken. Empört sah sie ihn an, flog anschließend zu ihm und kickte mit ihrem Fuß gegen seine Nase, was ihn kichern ließ.

::Das hat gekitzelt::, grinste er sie frech an. Beleidigt flatterte sie wieder zu Angelus und verkroch sich in seinem Haarschopf. Dieser konnte ein Kichern nicht unterdrücken, in das Nagini einfiel. Talia schaute böse zu dem Halbvampir, der sie noch immer angrinste und streckte ihm ihre winzige Zunge raus.

»Na und, bin ich eben nicht so stark! Aber dafür kann ich wann ich will auf Angels Kopf sitzen!«, schnappte sie.

::Hmpf::, schnaubte Tom und streckte ihr noch die Zunge raus, bevor er sich schmollend wegdrehte.

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Als Angelus am nächsten Morgen aufwachte, hatte er das Gefühl, dass er am besten im Bett bleiben sollte. Doch er ignorierte die leise Warnung, die sich in sein Verstand geschlichen hatte, und schälte sich aus Toms Bett. Nagini schlief eingerollt auf dem Kopfkissen, Talia hatte sich gestern Abend noch in ihr eigenes Bett verkrümelt und der Halbvampir lag neben Angel. Der Todesengel kramte sich seine Hogwartsuniform aus dem Schrank, schlürfte ins Bad und machte sich frisch. Als er wiederkam, entdeckte er sofort Nagini und Talia, die sich zankten. Die Fee konnte froh sein, dass sie fliegen konnte, sonst wäre sie gerade dabei von Nagini verdaut zu werden. Angel schauderte. Um sich abzulenken schielte er zu seinem Geliebten. Grummelnd musste er feststellen, dass der Schwarzhaarige immer noch wie ein Stein schlief. Aber das war ja nichts neues... Also stiefelte er zu ihm, riss die Decke von diesem Traumkörper und befördete das Kissen, auf dem vor einer Sekunde noch der Kopf Toms lag, an die nächste Wand. Verpeilt, dass er auf so eine unsanfte Art geweckt wurde - schließlich wurde er seit ein paar Wochen jeden Morgen mit sanften Küssen geweckt - sah er sich um. Böse wurde der Blonde angestarrt, was er aber gekonnt ignorierte.

::Steh auf! Ist ja nicht zu fassen, jeden Morgen das gleiche! Du bist ein Vampir, verdammt! Zumindest ein halber! Eigentlich solltest du jedes mal als Erster aufstehen! Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn du ein Mensch wärst!::, maulte Angelus sofort los. Tom zog einen Schmollmund, den der Blonde jedoch nicht zu bemerken schien, denn er meckerte weiter.

::Wenn man nicht weiß, wie man dich wach zu bekommen hat, klappt bei dir ja gar nichts! Ich frag mich, wie Orion das die letzten sechs Jahre ausgehalten hat! Das ist einfach unglaublich! Und das meine ich negativ!::

::Äh, Schatz?::, versuchte Tom auf sich aufmerksam zu machen, scheiterte jedoch kläglich. Sein Schmollmund wuchs.

::Wie hast du es eigentlich immer wieder geschafft, rechtzeitig in den Unterricht zu kommen?! Das würde mich wirklich wahnsinnig interessieren! Es ist mir schleierhaft, wie du immer noch so gute Noten haben kannst! Wirklich, wenn du schläfst könnte man meinen, dass du tot bist. Wäre da nicht das Atmen!:: So ging die Schimpftirade zehn Minuten weiter, bis der Schmollmund des Halbvampirs nicht mehr wachsen konnte und er es aufgab. Stattdessen stand er auf, stellte sich hinter Angelus, der gerade seine Schulsachen regelrecht in die Tasche schmiss, und umarmte ihn sanft. Sofort hielt der Zeitreisende den Mund.

::Ah, es geht doch::, murmelte Tom zufrieden. Talia applaudierte, während Nagini erfreut zischelte und mit ihrem Schwanzende hin und her schlug, hatte es die beiden doch tierisch genervt, wie der Todesengel immer lauter wurde. Verlegen sah der Blonde seine Freunde an.

::Tschuldigung::, nuschelte er schließlich und gab Tom einen kurzen Kuss. Dieser jedoch entschied, dass er als Entschuldigung einen tieferen verdiente und zog Angel mit dieser Entscheidung wieder zu sich. Ein leidenschaftliches Zungenspiel später, drückte der Blonde Tom einen Stapel Kleidung in die Hand. Es war seine Hogwartsuniform. Mit einem Seufzer befolgte der Schwarzhaarige den unausgesprochenen Befehl und verschwand aus dem Zimmer, um ins Bad zu kommen. Angelus drehte sich nun zu Toms Tasche und packte diese ebenfalls. Keine Minute später ertönte ein spitzer Schrei. Erschrocken wirbelte der Blonde zur Tür, rannte auf diese zu, riss sie auf und stürmte dann Richtung Badezimmer, denn genau von da war der Schrei gekommen. Angelus spurtete um die Ecke und blieb stolpernd stehen. Ungläubig starrte er auf die Szene, die er vor sich sah. Tom, an der Tür, seine Kleidung auf dem Boden, mit aufgerissenen, geschockten Augen. Minerva, ebenfalls an der Tür, mit geweiteten Augen, ein Handtuch um den Körper gewickelt. Der blonde Todesengel hörte Wasserrauschen aus dem Bad, dass sich jetzt abstellte. Er schluckte.

/Armer Tommy... Ich sollte mich lieber aus dem Staub machen, solange ich noch die Chance dazu habe/, schoss es Angelus durch den Kopf, worauf er sich Snap-like umdrehte, um die Ecke bog und geradewegs gegen eine Person lief. Reflexartig fing er den zierlichen Körper auf. Er sah hinunter und erkannte Eileen. Ihr Mund stand zu einem überraschten Laut offen. Kurz fragte er sich, ob sie ein Ton von sich gegeben hatte, doch egal ob sie es getan hatte oder nicht, Minerva war auf sie aufmerksam geworden.

»RIDDLE! NEXIMA! IHR SPANNER!«, kreischte sie und rannte wieder ins Bad. Angelus sah zu Tom, der nun ebenfalls aus seiner Starre erwacht war. Der Halbvampir wollte sich gerade umdrehen, um einen gepflegten Abgang zu vollziehen, als er etwas aus den Augenwinkeln erkannte. Etwas, dass sehr schnell auf ihn zugeflogen kam! Schnell duckte er sich, was auch von Vorteil war. Hinter ihm schepperte ein Becher, der vermutlich für die Zahnbürsten gedacht war, an die Wand. Erstaunt blickte er wieder in das Badezimmer. Die drei Gryffindors standen wie Racheengel vor ihm. Jeder ein Handtuch um seinen Leib geschlungen. So schnell er konnte rappelte er sich auf, rannte zu Angelus und zerrte ihn am Kragen eilig mit. Die drei Mädels mit den Handtüchern stürmten hinter ihnen her. An ihrem Zimmer angekommen, riss Tom die Tür fast aus den Angeln, schlüpfte mit dem Blonden hinein und schloss die Tür. Fix wurden Schutzauber darauf gelegt, die nebenbei bemerkt auch noch schwarzmagisch waren. Schweratmend ließen sie sich zu Boden sinken.

»Was ist denn passiert?«, fragte Talia neugierig. Angelus sah zu seinem Geliebten.

»Das würde ich auch gerne wissen«, gestand er.

»Naja, ich wollte ja ins Bad, wie ihr wisst. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich das Wasserrauschen nicht bemerkt habe. Ich wollte gerade die Tür aufmachen, als McGonagall mir von innen voraus kam. Ihr wisst ja, dass die Duschen genau gegenüber von der Tür sind. Also konnte ich auch Patil und Martins in den Duschen sehen.« Tom unterbrach sich selbst, da er sich schütteln musste.

»Das war etwas, was ich nie sehen wollte! Ich bin nicht umsonst schwul! Naja, McGonagall und ich haben uns ne Zeit lang einfach nur angestarrt. Dann bist du gekommen.« Der Halbvampir nickte Angelus zu. Dieser seufzte.

»Ja, leider. Ich hab einen Schrei gehört. Wer war das überhaupt?«, wollte er grinsend wissen.

»McGonagall«, sagte Tom ebenfalls grinsend. Der Blonde konnte sich ein Kichern nicht verkneifen.

»MACHT ENDLICH DIESE VERDAMMTE TÜR AUF!!!«, hörten sie plötzlich eine ihnen bekannte Stimme.

»BIST DU VERRÜCKT?! WIR SIND DOCH NICHT LEBENSMÜDE!!«, kreischte Angel.

»NEXIMA, WIR KRIEGEN EUCH JA DOCH! ALSO TUT DER WELT EINEN GEFALLEN UND ÖFFNET DIESES VERDAMMTE STÜCK HOLZ!«, schrie Minerva wütend. Die beiden Slytherins sahen sich an.

»Recht hat sie ja, wir müssen nachher in den Unterricht. Vielleicht sollten wir es jetzt schon hinter uns bringen«, sagte Tom. Angelus runzelte die Stirn und betete jede höhere Person an, dass Minerva nicht so war, wie er sie aus seiner Zeit kannte. Was aber dank ihres bisherigen Verhaltens undenklich war. Vielleicht war sie ja ein bisschen unbeherrschter, aber genau das war das schlimme.

»Man, mein Image ist jetzt vollkommen hinüber«, meckerte Tom niedergeschlagen.

::Nagini, versteck dich im Schrank::, wies Angelus die Schlange an und stand dann auf, um vorsichtig die Tür zu öffnen. Zur Sicherheit sah er nicht hinaus, was auch gut war. Ein Fluch wurde durch den Türspalt geschickt, worauf er die Tür hastig wieder zuschlug.

»Ich mach nur auf, wenn du deinen Zauberstab wegsteckst!«, rief der Blonde. Kurz war es still.

»Na schön«, sagte Minerva schließlich.

»Schwör auf deine Gryffindorehre«, erwiederte der Todesengel. Hinter der Tür hörte er ein genervtes Stöhnen und irgendjemand kicherte. Schließlich öffnete er die Tür wieder ein bisschen und luckte hinaus. Die drei Gryffindors standen immer noch in Handtüchern bepackt vor ihm. Sie sahen - milde ausgedrückt - wütend aus. Hinter ihnen sah er Eileen, die wohl gekichert hatte. Minerva hatte ihren Zauberstab immer noch in der Hand. Misstrauisch sah er auf das Holzstückchen.

»Gib ihn mir, sonst vertraue ich dir nicht!«, verlangte er und streckte die Hand aus. Äußerst genervt reichte sie ihm ihren Zauberstab. Angelus nickte zufrieden und öffnete die Tür nun ganz. Die Gryffindormädels traten nach einigem Zögern ein. Tom saß mittlerweile auf seinem Bett, zu dem sich auch Angel gesellte. Mit einem Wink seiner Hand deutete er auf das andere Bett, auf dem sich nun die Mädchen nieder ließen.

»Also, was sollte das? Warum habt ihr uns bespannt? Das werde ich Professor Dumbledore melden!«, sagte Minerva mit erschreckend ruhiger Stimme. Spottend sah Tom sie an.

»Glaubst du wirklich, dass ich mir DAS ansehen wollte? Ich kann froh sein, dass ich bei deinem Anblick nicht erblindet bin! Wer will so ein Mannsweib denn schon nackt, beziehungsweise nur mit einem Handtuch bekleidet sehen?«, spottete der Halbvampir fies. Angelus musste sich davon abhalten, ihm eine saftige Kopfnuss zu verpassen. Der machte Minerva noch wütender, als sie es ohnehin schon war!

»Ach? Und warum hast du mich dann die ganze Zeit angestarrt, Riddle? Du bist ein Spanner, da kannst du nichts dran abstreiten!«, fauchte das schwarzhaarige Mädchen.

»Quatsch! Ich war einfach zur falschen Zeit dort! Wie du siehst, hab ich immer noch meinen Schlafanzug an, was bedeutet, dass ich mich gerade fertig machen wollte. Ich hab nur nicht das Wasserrauschen gehört und schon bist du aus dem Bad gekommen! Übrigens hab ich dich angestarrt, weil ich im Schockzustand war! Kann ich jetzt vielleicht ins Bad und mich fertig machen?«, fragte Tom genervt. Keira schüttelte heftig mit dem Kopf.

»Nein, Riddle! Eileen ist da rein«, erklärte sie schnell. Frustriert lehnte sich der Halbvampir zurück. Minerva wandte sich an Angel.

»Warum warst du überhaupt da?!«, fragte sie schroff.

»Weil ich einen Schrei gehört habe. Das warst du gewesen, stimmts? Ein richtig hübscher Schrei, mein Kompliment«, grinste er fies. Minervas Wangen wurden etwas rot, doch sonst ließ sie sich nichts anmerken. Sharron stand nun auf.

»Da wir das geklärt haben, kann ich mich ja umziehen gehen.« Minerva und Keira folgten ihr. Nachdem die Tür wieder im Schloss war, stand Angelus seufzend auf und angelte sich seine slytheringrüne Krawatte, die er vorhin vergessen hatte, mit ins Bad zu nehmen, und band sie sich locker um den Hals. Er sah kurz in den Spiegel und entschied sich, seine Haare zu einem lockeren Zopf zu binden. Dann sah er wieder zu seinem Geliebten, der abwesend an die Decke starrte.

»Tom? Was ist?«

»Ich spitze meine Ohren um zu hören, ob Prince im Bad schon fertig ist. Da bin ich mal so früh aufgestanden und dann sowas! Hoffentlich wird der Tag besser, als er angefangen hat!«

»Wird er nicht«, murmelte Angel betroffen.

»Woher willst du das wissen?«, fragte der Halbvampir neugierig.

»Ich hatte schon das Gefühl, dass ich im Bett bleiben sollte, als ich aufgewacht bin. Wenn bei mir ein Morgen scheiße anfängt, wird es den ganzen Tag nicht besser. Meistens zumindest«, seufzte der Blonde. Tom sah ihn etwas belustigt an, ehe sich sein Gesicht aufhellte und er mit einem gemurmelten »Prince ist ENDLICH fertig!« aus dem Raum verschwand.

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Die zwei Slytherinsiebtklässler, Minerva und Sharron kamen gerade noch rechtzeitig in das Zaubertränkeklassenzimmer. Keuchend ließen sie sich auf ihre Plätze fallen und der Unterricht konnte beginnen.

»Guten Morgen. Heute werden wir den Amortentia und vornehmen. Wer kann mir etwas darüber sagen?«, fragte der Hauslehrer Slytherins. Nur wenige streckten ihre Hand, darunter Angelus und - wie sollte es auch anders sein - Tom.

»Mr. Nexima? Was können Sie mir darüber berichten?«

»Der Zaubertrank Amortentia, gilt als der mächtigste aller Liebestränke. Charakteristischerweise entweicht der Dampf des perlenden Gebräus in spiralförmigen Schwaden und hat für jeden einen besonderen Wohlgeruch, der sich aus Duftkomponenten von deren Lieblingsdingen zusammensetzt.

Schon den Duft dieses Liebestranks einzuatmen ist verführerisch. Spontan wird das Einatmen langsam und tief und ein selbstvergessenes Wohlgefühl breitet sich im ganzen Körper aus. Eingenommen bewirkt der Trank selbstverständlich nicht wirkliche Liebe, sondern eine unabweisbare Attraktion zu einer bestimmten Person, die alle anderen Absichten und Interessen verdrängt. Wer Amortentia intus hat, ist nur noch besessen von seiner magisch erzeugten Begierde und will nichts mehr als nur jene Person. Diese Sinnesverwirrung kann sehr gefährliche Folgen haben. Nach dem Absetzen des Liebestranks lässt die Wirkung nach und verflüchtigt sich allmählich vollständig. Ein ebenso mächtiges Gegengift ist notwendig, um die Wirkung schon vorher abzubrechen. In Hogwarts ist Amortentia wie alle anderen Liebestränke verboten, Sir.« Professor Slughorn nickte Angelus anerkennend zu.

»Mr. Nexima hat das wirklich hervorragend erklärt. Zehn Punkte für Slytherin. Nun, wir werden diese zwei Stunden nutzen und den Amortentia brauen. Doch seid vorsichtig! Er ist sehr kompliziert!«, warnte der Professor sie. Brav standen die Schüler auf und holten die Zutaten, die bereits an der Tafel standen. Eine ganze Zeit lang war es ziemlich still. Angelus war froh, dass Severus ihm sein altes Buch zum lernen gegeben hatte, als er noch in seiner Zeit gewesen war. Er wusste noch, wie ein paar Tricks zu diesem Trank funktionierten.

Die ganzen Unterrichtsstunden waren ziemlich schweigend verlaufen, bis es klingelte. Der Tränkelehrer befahl ihnen, eine Probe ihres Gebräus auf seinen Pult zu stellen. Anschließend räumten sie laut schwatzend auf und stiefelten aus dem Raum. Professor Slughorn jedoch hielt den Schulsprecher und seinen Geliebten mit ein paar Wörtern auf. Fragend sahen sie ihn an.

»Mr. Riddle, ich wollte Ihnen nur sagen, dass nächsten Montag ein Treffen des Slug-Clubs ist. Mr. Nexima? Ich würde mich freuen, wenn Sie auch kommen würden.« Fröhlich pfeifend verließ der Mann sein Klassenzimmer. Angelus Kiefer wanderte währendessen zum Boden. Der Slug-Club! Das hatte er vollkommen vergessen! Hätte er sich doch bloß nicht gemeldet! Und vorallem: Er war sich fast sicher, dass sein Trank stimmte! Das bedeutete, dass Slughorn einen größeren Wert auf seine Anwesenheit hatte, als es ihm persönlich lieb war.

/Ich hab doch gewusst, dass ich in meinem Bett hätte bleiben sollen!/, ärgerte er sich.

»Angel? Alles klar?«, fragte Tom vorsichtig. Der Blonde raffte sich zusammen, auch wenn er sich wünschte, sich in dieser Zeit ebenso um den Club mogeln zu können. Dieser Mann, der immer nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht war, kotzte ihn an!

»Sicher, alles bestens«, meinte er mit ungewöhnlich hoher Stimme. Er stiefelte leicht abwesend aus dem Raum, Richtung Verteidigung gegen die dunklen Künste Klassenzimmer. Mit einem skeptischen Blick auf den Todesengel, folgte der Riddle ihm.

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Professor Kaiman war wirklich nachtragend, wie Angelus schon in den ersten fünf Minuten bemerkte. Sie hatte ihm zuerst einen vernichtenden Blick zugeworfen, anschließend verlangt, auf ihre Fragen bezüglich der Veelas zu antworten. Mal ganz davon abgesehen, dass sie immer noch den Patronus behandelten. Und da er nicht wirklich viel über diese anziehende Geschöpfe wusste, zog sie ihm satte zwanzig Punkte ab. Obwohl er im gleichen Haus wie Cygnus war, hatte dieser ihn schadenfroh angesehen. Und genau aus diesen - recht sinnlosen - Gründen, war seine Laune im Kerker. Irgendwo im letzten Eck. Grummelnd betrachtete Angelus sein immer noch leeres Pergament. Da er den Patronus schon konnte und die anderen Schüler ihn im Moment ausführten - sie versuchten es zumindest - durfte er freundlicherweise alles über Veelas aufschreiben, was ihm einfiel. Diese Schreckschraube ignorierte es natürlich, dass er ja nicht mal auf ihre Fragen geantwortet hatte. Tja, als sie ihm seine Aufgabe gesagt hatte, hatte er angenommen, in sein Buch sehen zu können. Denkste. Diese Fussel hatte ihm vorsorglich schon einmal sein selbst gekauftes Schulbuch entwendet. Er hätte sie erwürgen können! Schön langsam und schmerzhaft... Durch Jubel wurde er aus seinen Mordgedanken gerissen, was ihn verwirrt aufblicken ließ. Ein Basilisk, der erschreckende Ähnlichkeit mit Selan hatte, schlängelte sich durch das Klassenzimmer. Angelus hätte es vermutlich für Selan gehalten, wäre der Körper nicht silber und ganz leicht verschwommen. Er vermutete schon, wessen Patronus dies war und schielte zu Tom, der grinsend und mit erhobenem Zauberstab neben ihm stand.

»Toll, Tom! Ich wusste, dass du es schaffst!«, hörte der Todesengel Cygnus' verzückte Stimme und blickte zu ihm. Der Black schmachtete SEINEN Tom mit einem Schlafzimmer-Blick an. Angel knurrte. Diesem arroganten, dummen, fiesen, nervigen, faulen, verwöhnten Bengel würde er es noch zeigen! Oh ja, und er würde es genießen! Doch nun zwang er sich, wieder zu dem Halbvampir zu sehen. Dieser bekam von der Professorin zwanzig Punkte und die gleiche Aufgabe, die auch Angelus hatte. Mit der Ausnahme, dass er sein Buch benutzen durfte. Sauer schaute er zu Kaiman, die sehr zufrieden schien. Scheiße, sie war wirklich nachtragend. Dabei hatte er doch gar nichts schlimmes getan...

»Willst du mit in mein Buch gucken, Schatz?«, ertönte ein Wispern an Angels Ohr. Erschrocken fuhr er zu seinem Geliebten. Dieser grinste ihn unauffällig an. Angel sah wieder zu der Professorin. Wenn sie es bemerken würde, wäre nicht nur er selbst dran, sondern auch Tom. Doch dann hatte er eine Idee. Er zog Toms Buch unter den Tisch zu seinem Schoß, schlug die Seite über Veelas auf, machte eine kreisförmige Bewegung mit seinem Stab und schon hielt er eine Kopie dieser Seite in der Hand. Lächelnd schob er dem Riddle wieder das Buch zu, der es leicht grinsend annahm. Angelus ließ die Kopie auf seinem Schoß ruhen und packte seine Feder, sowie Tinte. Er las das Blatt unauffällig durch, dann notierte er auf dem leeren Pergament all das, was er sich gemerkt hatte. Währendessen schielte er immer wieder zu Professor Kaiman und hoffte, dass er heute wenigstens etwas Glück hatte.

Als der blonde Zeitreisende seine Aufgabe fertig hatte, klingelte es und er erhob sich. Er schlenderte zu der schon etwas älteren Frau und überreichte ihr frech grinsend sein Pergament. Sie überflog es und stierte ihn dann giftig an.

»Mr. Nexima, wer hat Ihnen geholfen? Als ich Sie über Veelas ausfragte, wussten Sie zu keiner Frage eine Antwort! Zu absolut keiner! Also, wie haben Sie es geschafft, ein ganzes Blatt voll zu schreiben? Ich habe Ihnen doch verboten, in Ihr Buch zu gucken!«, keifte sie und stand bedrohlich von ihrem Stuhl auf. Gelassen schnappte sich Angelus sein Verteidigungsbuch, stiefelte zu seinem Platz zurück, packte seine Sachen in aller Ruhe zusammen und marschierte danach zu der Tür, bevor er sie öffnete. Als er sich zu der Lehrerin umdrehte, bemerkte er, wie ihn alle gespannt beobachteten.

»Tja, Madam, Sie hätten sich etwas genauer ausdrücken sollen. Ich habe nicht in mein Buch geschaut, das können Sie mir glauben, schließlich lag es die ganze Zeit auf Ihrem Pult. Aber diese Kopie hier«, er hob das Pergament hoch, »ist nicht mein Buch, richtig? Die Schüler sollten mehr auf ihre Sachen achten, finden Sie nicht?« Und bevor sie etwas anderes außer zu staunen tun konnte, war er schon mit Tom - der seine Aufgabe ebenfalls abgegeben hatte - verschwunden. Von weitem hörten sie noch das amüsierte Lachen ihrer Klassenkameraden und Keimans wütendes Gekeife. Grinsend schlugen sie die Richtung zum Zauberkunstklassenzimmer ein.

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Professor Sawyer war nett, wie der Todesengel feststellte. Die Zauberkunstprofessorin war Hauslehrerin für Ravenclaw, hatte meerblaue Seelenspiegel und brustlange, dunkelbraune Haare. Angelus schätzte sie auf Anfang dreißig. Sie verstand, was sie zu unterrichten hatte. Gerade erklärte sie, wie man einen gewissen Zauber ausprechen musste, um ihn auf die Größe eines Tisches aufzublasen und dabei zu verfärben, wobei man sich stark auf die gewünschte Farbe konzentrieren musste. Kindergartenkram, wie Angel und Tom fanden. Ein Wink ihrer Hand und der Gegenstand, welchen sie auch immer vergrößern sollten, würde die Größe und Farbe annehmen, wie sie es wünschten. Doch sie hatten noch den Anstand und taten wenigstens so, als würden sie noch nicht wissen, wie es ging. Diejenigen, die noch nie mit diesem Zauber zu tun hatten, hingen ihr gebannt an den Lippen.

Verstohlen sah sich Angelus um und erkannte, dass Orion leicht abweisend vor sich hin starrte. Wären seine Augen nicht offen, würde der Zeitreisende meinen, dass er schlafen würde. Wusste der etwa ebenfalls über den Zauber Bescheid? Innerlich zuckte Angelus mit den Schultern. Was ging es ihn an? Orion wusste bestimmt, ob er lieber aufpassen sollte oder nicht. Verwundert stellte Angel mit einem Blick auf den anderen Black fest, dass dieser ebenfalls alles andere tat, als aufzupassen. Dabei war der Slytherin doch immer so bessesen darauf, im Unterricht aufzupassen. Der Blonde hatte das Gefühl, dass Cygnus damit Tom beeindrucken wollte, was aber gänzlich schief ging. Professor Sawyer hatte nun aufgehört zu reden und legte jedem einen großen Karton auf den Tisch.

»Je größer der Gegenstand ist, desto leichter ist der Zauber auszuführen. Wie gesagt, die Formel lautet Infinas und ihr müsst euch gut auf die gewünschte Farbe konzentrieren. Fangt bitte an«, sagte sie freundlich. Seufzend zogen der Halbvampir und sein Geliebter ihre Zauberstäbe. Sie vollführten die komplizierte Handbewegung gekonnt und keine Sekunde später standen vor ihnen zwei Kartons, die so groß wie ein Tisch waren. Angels Karton war silber, während Toms eine slytheringrüne Farbe hatte. Erstaunt stiefelte die junge Lehrerin zu ihnen.

»Das war hervorragend, Jungs! Jeweils fünfzehn Punkte für Slytherin. Lesen Sie bitte das Kapitel über den Zauber, auch wenn ich bezweifle, dass Sie davon noch etwas lernen können«, gab die Frau mit einem Lächeln von sich. Nickend schnappten sich die beiden ihre Bücher und schlugen sie auf, während Professor Sawyer ihre Kartons schrumpfte und ihrem Pult trug.

»Professor, ich bin auch fertig!«, sagte Cygnus plötzlich stolz. Die beiden fertigen Slytherins sahen zu ihm, ebenso ihre Lehrerin. Alle drei runzelten die Stirn.

»Mr. Black, Sie müssen sich mehr konzentrieren. Haben Sie nicht bemerkt, dass Ihr Karton immer noch die gleiche Farbe hat? Nur den Karton vergrößern zu können, reicht nicht. Die Farbe muss auch hinzu«, erklärte die recht junge Frau. Cygnus' Ohren wurden leicht rot und er versuchte es weiter.

»Professor? Stimmt das?«, fragte Orion und deutete auf seinen Karton, der tischgroß war und dunkelblau. Sawyer nickte lächelnd und gab ihm die gleiche Arbeit wie schon zuvor Tom und Angelus.

Nachdem der Todesengel und der Halbvampir den Text gelesen hatten, sagten sie Professor Sawyer Bescheid, die sich dann an Orion wandte.

»Mr. Black? Sind Sie inzwischen fertig?«, fragte sie. Der Reinblüter nickte und legte sein Buch auf die Seite.

»Dann können Sie alle drei den Raum verlassen. Ich habe keine Aufgabe mehr für Sie. Auf Wiedersehen, Hausaufgaben gibt es keine«, sagte sie gelassen, worauf die drei Slytherins ihre Sachen packten und unter einem eifersüchtigen Blick seitens Cygnus aus dem Zimmer stiefelten. Auf dem Gang blieben sie stehen.

»Und was machen wir jetzt?« wollte der Zeitreisende wissen. Tom zuckte mit den Schultern.

»Ich gehe spazieren«, sagte der Black und drehte sich um.

»Du meinst wohl, dass du dieses reizende Geschöpf namens Lydia Venus suchen willst«, grinste der Blonde frech. Orion zuckte zusammen und sah ihn ungläubig an.

»Ich weiß nicht, was du meinst«, erwiderte er mit leicht krazigen Stimme.

»Ah, so ist das also. Du bist in die kleine Ravenclaw verschossen? Seid ihr zusammen? Los, spucks schon aus!«, forderte Tom und rückte ihm auf die Pelle. Sich falsch lachend am Kopf kratzend, wich Orion zurück.

»Unsinn! Ihr versteht das völlig falsch!«, winkte er mit hochrotem Kopf ab. Tom und Angelus warfen ihm einen Blick zu, der ihn wissen ließ, wie sehr sie ihm doch die Ausrede glaubten. Nämlich gar nicht. Seufzend ließ er den Kopf hängen.

»Ihr habt ja recht«, gab er schließlich zu.

»Also, seid ihr bereits zusammen?«, hackte Tom unverblümt nach. Orion schüttelte betrübt den Kopf.

»Bin zu feige«, nuschelte er schließlich. Tom stöhnte frustriert auf.

»Man, bist du doof! Du bist ein Slytherin, Orion! Sei ein Mann und geh zu ihr!«, riet er ihm, dabei schlug er seine Faust in seine Handfläche.

»Du hast es erkannt, Tommy-Boy! Orion ist ein Slytherin, kein Gryffindor. Es steht in ihrer Natur listig und fies zu sein. Nicht mutig«, erklärte Angelus mit einem fast schon amüsierten Blick. Der Halbvampir warf ihm für den Spitznamen einen finsteren Blick zu. Sein Schatz ruinierte noch völlig sein ohnehin schon angeknackstes Image!

»Angel hat recht, Tom. Übrigens, hübscher Spitzname«, grinste Orion keck.

»Halt die Klappe und kümmer dich um dein eigenes Problem, du Memme!«, fauchte Tom und stolzierte den Gang zu ihrer Wohnung entlang. Die Jungs sahen ihm innerlich lachend hinterher.

»Es wäre wirklich am besten, wenn du es ihr sagst, Orion. Viel Glück!«, rief Angelus dem Black noch über die Schulter zu, da er sich bereits umgewandt hatte und nun seinem eingeschnappten Liebling rennend folgte.

In ihrer Wohnung fand er ihn schließlich auf dem Sofa liegend vor. Er hatte ein Buch in der Hand und schien sehr vertieft zu sein. Der Blonde seufzte, stiefelte zu Tom und ließ sich auf seinem Schoß nieder. Der Halbvampir saß in sekundenschnelle in einer aufrechten Position. Als er erkannte, dass es nur Angel war, ließ er sich wieder zurück fallen.

»Was willst du?«, brummte der Schulsprecher. Angelus beugte sich zu ihm herunter.

»Bist du sauer?«, fragte er unschuldig.

»Nein, überhaupt nicht. Es wäre mir nur lieber, wenn du nicht vor versammelter Mannschaft mir solche Spitznamen gibst«, meckerte Slytherins Erbe.

»Vor versammelter Mannschaft? Süßer, es war nur Orion. Ich bezweifle, dass er irgendetwas verraten wird oder dich Tommy-Boy nennt«, gab der Todesengel zurück und küsste Toms Hals.

»Na und? Du brauchst es trotzdem nicht sagen«, nuschelte der Halbvampir.

»Ich verspreche dir, dass ich dich nur noch Tommy-Boy nenne, wenn wir unter uns sind. Okay?«

»Auch keine anderen Spitznamen.«

»Geht klar, Schatz. Was liest du da überhaupt?«, wechselte der Zeitreisende das Thema, ließ jedoch nicht von Toms Hals ab und schnappte sich ohne hinzusehen das Buch aus der Hand des Slytherins, bevor er es vor seine Nase hin hielt.

»Runen für Fortgeschrittene«, las er murmelnd vor. »Bereitest du dich auf den Unterricht vor?«

»Auf den Unterricht?«, schnaubte Tom ungläubig. »Wohl kaum, was diese Frau da erzählt, weiß ich schon seit zwei Jahren. Ich bilde mich weiter! Solltest du-... HEY! Mach mir kein Knutschfleck!«