Hallöchen! Und wieder gibt es ein neues Kap! War dieses Wochenende fleißig am schreiben ( Ergebnis: 4 weitere Kapitel). Nazgul-online erhält ab September ein neues Layout und ich hab schon vorab einen Blick drauf werfen dürfen. *hämischgrins*. Kann nur sagen: echt super! Also dann, Viel Spaß beim Lesen!!!!!!!
9. Kapitel Erste NachforschungenDer Morgen erwachte. Gimli schlug zögernd die Augen auf. Sonnenstrahlen erhellten bereits das Zimmer und draußen hörte er auch schon die Vögel zwitschern. Gerade wollte er sich noch einmal genüsslich zur Seite drehen und noch ein vielleicht auch zwei Minuten Schlaf nachholen, als er erschrak. Legolas! Er, Gimli hatte sich doch geschworen, die Nacht über wachsam zu sein und was hatte er getan? Geschlafen als wenn Gandalf einen Schlafzauber über ihn verhängt hatte.
Im nächsten Augenblick war der Zwerg aus dem Bett gesprungen und hatte die Tür aufgerissen. Blitzschnell rannte er zum nächsten Zimmer, öffnete ohne anzuklopfen die Tür und blieb wie erstarrt stehen. Der Raum war leer. Keine Spur von einem Elben. Oh nein, nicht schon wieder, dachte Gimli und rannte Richtung Speisesaal. Dort fand er Aragorn und Arwen in ein Gespräch vertieft. Schreiend stürzte er in den Raum.
„Aragorn, Aragorn, schnell! Du musst ihn suchen!"
Erstaunt blickten Aragorn und Arwen auf. Gerade wollte Aragorn fragen, wen er denn zu suchen hätte, als Gimli eine bekannte Stimme hinter sich hörte.
„Ah, Freund Gimli. Hast du etwas verloren? Kann ich dir vielleicht behilflich sein?"
Gimli drehte sich um und sah Legolas. Er stand vor einem Fenster und musste dort in den Anblick der nahen Bäume vertieft gewesen sein. Man konnte die Wand von der Tür aus nicht sehen, da die breiten Türflügel die Sicht verbargen. Nun hatte sich der Elb in Richtung seines aufgeregten Freundes gedreht und blickte diesen erwartungsvoll und wissend an.
Gimli war peinlich berührt. Wie sollte er sich nun aus dieser beschämenden Situation befreien? Heute war wohl auch nicht sein Tag.
„Nun, äh...also...nun ja. Ich habe gerade vergeblich nach meinem Mantel gesucht und da wollte ich Aragorn bitten – er hat ja bei der gestrigen Suche einen geradezu detektivischen Spürsinn gezeigt – mir bei der Suche zu helfen. Ja, so ist das! Aber es hat natürlich Zeit, fürwahr es eilt nicht!"
Gimli wusste, dass man kein Zauberer sein musste, um zu wissen, dass es sich hierbei um eine Ausrede handelte, und eine schlechte noch dazu. Mit gesenktem Blick schlich er zur fürstlich gedeckten Tafel und setzte sich. Dadurch entging ihm auch das Lächeln, das Legolas dem Königspaar zuwarf. Aragorn räusperte sich, ehe er zu sprechen begann.
„Nun, Freunde! Habt ihr für heute schon viel geplant? Ich muss heute wohl endlich meinem Gastgeber den ihm gebührenden Respekt erweisen und ihn mit meiner Anwesenheit beehren. Da fällt mir ein, Arwen Liebes, " fügte er dann an seine Frau gewandt hinzu „ich habe erfahren, dass auch Lady Kalia anwesend sein wird und dich bitten lässt ihr Gesellschaft zu leisten."
„Es wird mir natürlich eine Freude sein", antwortet Arwen mit etwas verzerrtem Gesichtsausdruck. Zu gut hatte sie noch das letzte Gespräch mit der Burgherrin in Erinnerung. Die Dame war ja ganz charmant, aber langweilig wie eine Reihe versteinerter Trolle.
„Ich würde mir ganz gern noch einmal diesen Geheimgang ansehen, durch den ich entkommen bin, Natürlich dieses Mal mit mehr Licht. Vielleicht finde ich eine Spur von Lady Sarina!"
Bei diesen Worten regte sich auch Gimli wieder und sein schmählicher Auftritt war vergessen.
„Ich werde dich begleiten! Nein, keine Widerworte. Stell dir nur vor die Entführer lauern dir auf und du bist ganz alleine? Also, Junge, ich komme mit."
„Deine Sorge ehrt mich. Doch wollte ich dir nicht widersprechen, sondern deine angebotene Hilfe mit Freude annehmen."
Nachdem man sich so geeinigt hatte, verlief das restliche Frühstück in lustiger Stimmung und man trennte sich nur ungern.
In einem anderen Teil des Schlosses saßen zwei Männer beim Frühstück.
„Der Boss war ganz schön sauer, dass uns dieser Elb entkommen ist. Ich mir sicher, der Schrei war im ganzen Schloss zu hören!"
„Ja, stimmt. Mir singen immer noch die Ohren. Was hast du Trottel ihn auch allein gelassen? Wir wussten doch, dass er unberechenbar ist."
„Du hättest nur pünktlich deinen Dienst antreten sollen. Aber eigentlich ist es mir ganz recht, dass er vorerst nicht mehr greifbar ist. Er wäre eine denkbar ungeeignete Wahl. Ich glaube nämlich nicht, dass der König ihn so einfach vergessen hätte. Es gibt unbekanntere Opfer."
„Ja, ja, da hast du schon recht. Allerdings sind diese Elben kaum in unseren Wäldern anzutreffen. Also, woher nehmen?"
„Oh, Sarina wird uns schon einen anlocken, keine Sorge. Ich denke, da können wir uns ganz auf sie verlassen!"
Beide Männer brachen in schallendes Gelächter aus und prosteten sich mit ihrem morgendlichen Bier zu.
Arwen versuchte ihr Gähnen zu unterdrücken. Seit knapp zwei Stunden unterhielt sie sich nun mit der Burgherrin, während ihr Gemahl sich mit Lord Warden austauschte. Ihr erschienen diese zwei Stunden wie zwanzig Jahre. Das Gespräch schleppte sich dahin. Das Lieblingsthema Kalias waren immer noch die Personalprobleme. Arwen begann sich schon zu wundern, wie Lord Warden nur so eine langweilige Frau hatte heiraten können. War es ihre Schönheit gewesen, die ihn diesen Schritt hatte wagen lassen? Oder wurden länger verheiratete Frauen einfach so? Sie warf aus den Augenwinkeln einen kleinen Blick zu Aragorn. Was würde er sagen, wenn sie sich in einigen Jahren zu einer zweiten Lady Kalia verwandelt hatte? Wollte er sie vielleicht gar so haben? Sie musste unbedingt einmal ein Gespräch mit ihm über dieses Thema führen. Über was die Zwei sich wohl so ausführlich und angeregt unterhalten mochten? Es war sicher weitaus interessanter als Lady Kalias Anekdoten über die Pagen und Kammermädchen.
Aragorn versuchte inzwischen mit mäßigem Erfolg mehr über den ungeklärten Tod des Elben Askalon herauszufinden. Doch bei diesem Thema gab sich Warden ungewöhnlich karg. Es schien fast, als wüsste er mehr, als er sagte.
„Ja, ich hatte diesen Vorfall schon beinahe vergessen. Es stimmt, der Tod ist bis zum heutigen Tag ungeklärt. Allerdings erschien auch nie jemand aus seiner Familie, um nach ihm zu forschen. Aus diesem Grund haben wir die Sache auch ruhen lassen, als die Forschungen ins Nichts führten."
„Und was haben eure Forschungen bis zu diesem Punkt ergeben?"
„Eigentlich nichts. Es war uns ein Rätsel, wie der Elb aus dem Zimmer verschwinden konnte. Du musst wissen, ich habe das Schloss erst kurz vor dem ominösen Todesfall gekauft. Der vorherige Besitzer ist verstorben und hat keine Erben zurückgelassen – auch Baupläne waren nicht zu finden."
„Aber irgendjemand musste scheinbar von dem Geheimgang gewusst haben."
„Ja, wir verdächtigen ein Dienstmädchen, das kurz nach dem Auffinden der Leiche spurlos verschwunden ist. Ich habe das Personal mit dem Schloss übernommen und es ist daher leicht möglich, dass die Leute über die Geheimgänge Bescheid wussten."
„Würde es dich stören, mir den Namen des Mädchens zu verraten?"
Nun ja, ihr Name...warte...Sarina! Ja, sie hieß Sarina! Deshalb kam mir der Name so bekannt vor, als du mir von den seltsamen Geschehnissen im Wald erzähltest! Dann hat sich das Mädchen also in den Wald geflüchtet und sich dort einer Bande von Halunken angeschlossen. Soso."
Aragorn behielt für sich, dass das verschwundene Mädchen immer noch Zugang zum Schloss hatte. Also hatte Legolas rechtbehalten. Das verschwundene Mädchen und Lady Sarina waren ein und dieselbe. Er wurde von Warden in seinen Gedanken unterbrochen.
„Da fällt mir ein, Aragorn mein Freund, wo steckt eigentlich dein zurückgekehrter Begleiter? Ich wollte mich bei ihm für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen."
Unannehmlichkeiten! Dies war nun doch eine glatte Untertreibung. Aragorn dankte allen Mächten, dass Legolas nicht hier war und sich anhören musste, dass seine Entführung nur eine Unannehmlichkeit für den Burgherrn war.
„Er ruht sich aus. Es war sehr anstrengend für ihn, musst du wissen. Schließlich passiert es ihm nicht jeden Tag, dass er aus einem völlig fremden Zimmer entführt wird."
Während Lord Warden nun von anderen Dingen zu reden begann, da er seine Rolle als besorgter Burgherr großartig und seiner Meinung nach überzeugend gespielt hatte, dachte Aragorn noch einmal über das eben Gesprochene nach. Zweifellos verbarg Warden etwas vor ihm. War er mitschuldig an der Entführung oder betraf sein Geheimnis Askalon? Welche Rolle spielte der Lord? Aragorn glaubte nicht, dass er die Entführung befohlen hatte, doch erinnerte er sich im nächsten Moment an seinen letzten Fehler. Er hatte es auch nicht wahrhaben wollen, dass ihnen im Schloss Wardens Gefahr drohte und doch war Legolas entführt worden. Ließ er, Aragorn, sich von der langjährigen Freundschaft täuschen? Sollte doch Warden der Befehlshaber sein? Hätte Aragorn in diesem Moment die Gedanken seines Freundes lesen können, wäre er wohl nicht mehr so von dessen Unschuld überzeugt gewesen.
„Verfluchter Elb! Aber ich werde sie mir nicht wegnehmen lassen. Nicht noch einmal! Warum musste er wieder kommen? Ah, zum Teufel mit ihm und seinem ganzen Volk!"
Die Person, an die die Verwünschungen gerichtet waren, besah sich inzwischen den Raum, in dem sich Lady Sarina am vergangenen Tag mit ihrem Helfer unterhalten haben musste. Eigentlich war es kein Raum sonder nur ein verbreiterter Gang. Dor fanden sich zwei Stühle und ein altersschwacher Tisch. Der Boden war mit modrigem Stroh ausgelegt. Ansonsten war hier nichts zu finden. Keine Spur von Lady Sarina.
„Na, Jungchen. Zufrieden? Ich hab dir doch gleich gesagt, dass es hier nichts gibt."
„Vermutungen allein bewirken nichts, Gimli. Nur Taten zählen. Wir haben nachgesehen und wissen nun mit absoluter Sicherheit, dass dieser Weg hier endet. Lass uns nun nach dem Zimmer meiner Gefangenschaft suchen."
„Hä? Du willst tatsächlich noch einmal dahin zurück? Und wenn dich dort jemand erwartet? Du hast doch keine Ahnung, wie viele die sind, oder? Warten wir lieber auf Aragorn. Vielleicht erfährt er Neues vom Lord."
„Ich traue diesem Lord nicht. Er verbirgt etwas, auch wenn ich nicht sagen kann, was es ist. Und doch spüre ich, dass sein Geist mir nichts Gutes will."
„Ja, ja...Geist hin, Geist her! Lass uns nun zurückkehren und das besagte Zimmer ein anderes Mal aufsuchen."
Legolas folgte Gimli schweigend. Er konnte seinem Freund nicht verraten, warum er unbedingt in diesen Raum zurück wollte. Niemand außer ihm wusste, dass er es sich zu seinem persönlichen Ziel gemacht hatte, die Lady zu finden und die mysteriösen Umstände, die zu Askalons Tod führten ein für alle mal zu lüften. Sollte die Lady inzwischen gefasst worden sein, würde man sie bestimmt in dasselbe Zimmer bringen, das man auch für ihn ausgewählt hatte. Doch er würde sich davon nicht abschrecken lassen. Er würde ihr auch dahin folgen. Das war er seinem toten Freund schuldig.
Zurück in dem Balkonzimmer trat Legolas auf den Balkon und blickte auf den nahe gelegenen Waldrand. Wie sehr sehnte er sich nach einem ruhigen Waldspaziergang. Von dieser Idee angespornt, entschloss er sich, sein Pferd zu holen und in dem Wald, in dem alles seinen Anfang genommen hatte, Ruhe in seinen Geist einkehren zu lassen.
Doch wie sollte er es anstellen, allein dorthin zu gelangen? Gimlis Aufgabe schien ja nun darin zu liegen, ihm immer und überall hin zu folgen. Er würde seinen Freund wohl täuschen müssen, auch wenn er dies nur ungern tat, da er wusste wieso sich der Zwerg so verhielt.
„Gimli, mein Freund. Ich muss sagen, ich fühle mich immer noch etwas müde vom gestrigen Tag."
Im Geiste entschuldigte er sich bei allen ihm bekannten Göttern für diese dreiste Lüge.
„Ich glaube, ich werde mich noch etwas zurückziehen, um mich euch beim Abendessen wieder anschließen zu können."
„Ja gut, mach das. Vergiss aber nicht, dass wir heute mit dem Lord und der Lady speisen werden. Aragorn will morgen gegen Abend das Schloss wieder verlassen und endlich nach Minas Tirith zurückkehren."
„Ich werde es nicht vergessen. Bis später."
Gemeinsam verließen sie das Zimmer und da Legolas Gimlis forschenden Blick im Rücken spürte, betrat er noch sein eigens Zimmer, um den Zwerg in Sicherheit zu wiegen. Dort entschloss er sich, noch schnell ein paar Zeilen über seinen Verbleib zu hinterlassen, nicht das Gimli wieder nach ihm suchen lassen musste.
„Bei seiner Kurzatmigkeit reicht ein Lauf am Tag", dachte der Elb lächelnd. Dann verließ er das Zimmer unbemerkt, erreichte die Stallungen und schwang sich auf Arods Rücken. Sein treues Pferd brachte ihn sodann sicher zum nahe gelegenen Waldrand. Doch so unbemerkt wie er glaubte, war sein Verschwinden nicht geblieben.
Niemand bemerkte, dass kurz darauf jemand Fremder Legolas' Schlafzimmer betrat.
Ich hoffe doch, auch dieses Kap ist wieder zu eurer Zufriedenheit ausgefallen? Schließlich kommen noch viele weitere Kapitel und ihr sollt ja immer brav weiterlesen!!!
Also bis bäldchen, Eure Eskaria (mit wunden Tippfingern)
