So, hier ist endlich nach gaaaanz langer Wartezeit mein neues Chap. Es tut mir wirklich sehr leid und hoffe doch, dass ich keinen von euch vergrault habe.^^
Einen Dank an all die Reviewer.
Franzi: Ja, ich hasse ihn auch! Wirklich... Wann sie sich von ihm trennt, kann ich dir leider nicht sagen, ich habe ja selbst keine Ahnung.^^
BigMäck: Hey, danke. Ich freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich so etwas höre.
Anna: Danke erst einmal für dein dreifaches Review.^^ Also erst einmal dazu, dass Hermine Draco wegstößt. Da sich meine Story in eine ganz andere Richtung entwickelt hat, wird sie das noch öfters und heftiger tun und Draco wird Pansy in naher Zukunft auch nicht abschießen. (Natürlich sind Änderungen vorenthalten.^^) Hmmm... Ron und Pansy? Mal sehen...
An all die anderen. Ich hoffe ihr seid nicht böse, dass ich euch hier nicht mehr angesprochen habe. Ihr habt ja eure Antworten per Private Message bekommen. Sollte ich einen vergessen haben, tut es mir wirklich sehr leid.
So und jetzt viel Spaß mit meinem Chap.
LG und Frohe Ostern!!!
William Shakespeare
***
„Eine was?", fragte sie leicht verwirrt und sah in die tiefen blauen Augen ihrer Freundin.
„Eine Party!", sagte diese noch mal. „Bei uns in Hogwarts! Für Schüler ab der vierten Klasse."
Sie blinkte einige Male und griff nach ihrem Butterbier. Sie war nicht in der Laune, eine Party zu feiern! Was hatte sich McGonagall nur dabei gedacht? McGonagall! Hallo?
„Komm, Herm, sei nicht so spießig! Das wird lustig! Du, Harry, Ron und ich."
Beim letzten Satz hatte sie wieder fahrig nach ihrem Butterbier gegriffen und es an ihre Lippen gesetzt. Wie toll! Sie und Ron auf einer Party! Verdammt, die ganze Welt schien sie zu verspotten. Warum rammte man ihr immer wieder ein Messer ins Herz! Denn sie war sich sicher, wenn Ron auf der Party wäre, würde er vor ihren Augen nichts anderes tun, als mit all den anderen Frauen zu flirten. Das hieß natürlich, Frauen in seinem Alter.
„Hermine, wann hattest du das letzte Mal Spaß?", wollte ihre Freundin wissen, als sie die Kellnerin zu sich winkte und noch einmal für beide ein Butterbier bestellte.
„Du meinst so richtig?", wollte sie wissen und Ginny nickte. „Ich weiß nicht…", gab sie kleinlaut zu. Aber wann sollte sie denn bitteschön Spaß haben? Sie hatte genau das Gegenteil!
„Siehst du! Das wäre der perfekte Zeitpunkt! Lass uns den Kleinen Mal zeigen, wie richtig gefeiert wird."
Ginny steckte nur so voller Übereifer, während sie sich am liebsten ein Loch gebuddelt hätte und nie wieder rausgekommen wäre.
„Ginny, eine Party ist nichts für mich!"
„Das kannst du mir nicht erzählen, meine Teuerste! Ich muss dich doch nicht daran erinnern, wer bei all den Feiern im Turm mitten in der Menge gestanden und jeden Blick auf sich gezogen hat!?"
„Das ist Jahre her, Gin! Ich hab mich verändert, ich bin nicht mehr dieselbe!", sagte sie fest und stand auf.
„Wo willst du hin?"
„In die Bibliothek.", gab sie nur zurück und war gerade am Ausgang des Pubs, als Ginny ihr noch hinterher rief.
„Du musst so oder so kommen!"
Wütend trat sie raus und sah für einen Moment in den klaren Himmel, dann stapfte sie weiter. Das werden wir ja einmal sehen, meine Liebe.
Sie würde nicht auf diese dumme Party gehen!
Als sie durch die leeren Straßen lief, beachtete sie kein einziges Geschäft, an das sie damals hängen geblieben wäre. Die Zeiten veränderten Menschen. Krieg veränderte die Menschen. Und sie hatte sich verändert. Jeder den sie kannte. Der Krieg und all die Jahre hatten Spuren auf jedem Gesicht hinterlassen. Es ließ sie älter erscheinen, lebensmüde. Das waren sie auch. Jetzt. Sie erkannte es jeden Morgen, wenn sie in den Spiegel sah. Oft erschrak sie vor sich selbst.
Sie fragte sich immer wieder, was mit der Hermine Granger passiert war, die sie einst gewesen war. Es war, als hätte dieser Teil angefangen zu sterben, als sie im Krieg so verletzt worden war, und wäre nun vollends verschwunden. Ron hatte diesem Teil von ihr wohl vollkommen den Rest gegeben, ohne es selbst einmal zu bemerken.
Manchmal fragte sie sich, ob Ron ihre Veränderung nicht bemerkte. Selbst Draco hatte es getan. Sie selbst tat es. Sah Ron denn gar nichts? War sie ihm so egal?
Sie seufzte, als sie die Tür zur Bibliothek öffnete und die kleine Klingel ertönte. Es war ein schönes Geräusch, zumindest in ihren Ohren. Es gab ihr ein Teil von damals. Sie hatte oft hier gestanden und jedes Buch begutachtet, während Ron und Harry sich im Quidditchladen ausgetobt hatten.
„Guten Tag, Miss.", sagte der nette Herr am Tresen und sie nickte ihm freundlich zu, bevor sie hinter vollgestellten Regalen verschwand.
Bücher über Bücher. Die Oberen trugen eine Zentimeter hohe Staubschicht, während die Unteren extrem abgenutzt aussahen und dennoch fühlte sie sich wohl.
Wahllos griff sie in eines der Regale und angelte sich ein Buch. Hexenverfolgung des 16. Jahrhunderts.
Nicht gerade das, was sie gerne hätte. Aber suchte sie überhaupt etwas? Sie Schritt weiter an den Regalen vorbei und fragte sich, ob sie dies immer tat. Vor Problemen einfach davon laufen und sich in einer großen Bibliothek hinter Büchern verstecken? Sie hatte das Gefühl, als würde sie nichts anderes tun.
Sie blieb abrupt stehen und starrte auf ein einzelnes Exemplar. Ihre Tochter hatte es sich so sehr gewünscht, seit sie ihr davon erzählt hatte.
Sie griff nach dem großen Wälzer und pustete die Staubschicht hinunter. Romeo und Julia. Sie selbst hatte es ein paar Mal verschlungen. Es war Wahnsinn, dass es so etwas hier in der Zaubererwelt gab.
Ohne es bemerkt zu haben, hatte sie ihren Weg zur Kasse fortgesetzt, den Blick immer noch auf dem Titel des Buches, und rannte gleich in einen hinein. Sie keuchte erschrocken auf und mit einem dumpfen Aufschlag fiel ihr Buch zu Boden, während sie gerade noch am Handgelenk festgehalten wurde.
„Lesen kann gefährlich sein.", lachte einer nur wenige Zentimeter vor ihr und sie sah verwirrt auf.
Als sie ihren Retter erkannte, lächelte sie. „Ach wirklich? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es mir jemals geschadet hätte, ganz zu schweigen davon, dass du dir je Gedanken darüber gemacht hast."
Er spitzte die Lippen und wiegte den Kopf hin und her. „Du hast Recht. Aber dennoch sollte man nicht im gehen lesen."
„Da gebe ich dir recht.", sagte sie, als sie sich nach ihrem Buch bücken wollte, doch Draco kam ihr zuvor.
Mit gerunzelter Stirn begutachtete er ihr Fundstück und sah dann zu Hermine. „Romeo und Julia? Was willst du denn damit?"
Sie sah ihn überrascht an. „Du kennst Romeo und Julia?"
Er nickte. „Sicher. Ich würde sagen, es gibt niemanden, der die beiden nicht kennt.", sagte er und besah sie skeptisch. „Aber sag mir jetzt nicht, dass du auf so einen Kitsch stehst!"
Empört riss sie ihm das Buch aus der Hand und presste es an ihre Brust. „Erstens ist das absolut kein Kitsch, sondern einfach nur romantisch, wovon du nichts verstehst und zweitens ist es nicht für mich!", sagte sie gespielt beleidigt, reckte das Kinn und ging weiter zur Kasse.
Draco folgte ihr lachend. „Aber du stehst drauf?!"
Hermine funkelte ihn böse an, während sie das Buch auf den Tresen legte. „Ja, ein Problem damit?!", zischte sie und suchte nach ihrem Geldbeutel.
„Nun, ich hätte nicht gedacht, dass du auf so einen untalentierten Hornochsen stehst.", sagte er nur grinsend und beobachtete, wie sie sich versteifte.
„Ich stehe nicht auf ihn! Und zweitens, woher kennst du die Story? Woher kennst du William-"
„William Shakespeare?", fragte er und wartete, bis sie zu Ende bezahlt und das Buch eingepackt hatte. „William Shakespeare mochte zwar ein ausgezeichneter Autor sein, aber im Zaubern und Sonstiges war er eine absolute Niete. Glaub mir, nicht einmal Longbottom war so blöd."
Hermine ging ein paar Schritte, bevor sie stehen blieb und ihn mit offenem Mund anstarrte. „Du willst mir also weiß machen, dass William Shakespeare – der William Shakespeare! – ein Zauberer war?!", fragte sie perplex und musterte ihn einen Moment, als würde sie sich fragen, ob Ron ihm irgendwelche psychischen Schäden zugefügt hatte.
„Ja. William war ein Zauberer. Seine Eltern waren Genies, wenn es ums Zaubern ging. Da hatte der kleine Willi wohl nichts von geerbt und um seinen Eltern und Verwandten, die immer mehr glaubten, er wäre zu nichts Nütze, es zu zeigen, begann er zu schreiben. Und er schrieb von seiner Liebe. Er hatte sich in ein normales Muggelmädchen verliebt. So entstanden Romeo und Julia. Nach seinem großen Erfolg, was keiner für möglich gehalten hatte, schrieb er noch weitere Dinge und damit das Mädchen – die Liebe seines Lebens – von seinen Gefühlen lesen dürfte, schaffte er es, das Buch auch in eure Welt zu bringen und fand da noch eine ganze Menge mehr Leser als hier.
Ursprünglich kam Romeo und Julia also von hier.", endete Draco seinen Vortrag und Hermine starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
„Ich glaube dir kein Wort.", sagte sie schließlich und schüttelte den Kopf, um diesen bloßen Gedanken, William könnte ein Zauberer gewesen sein, abzuschütteln.
„Tut mir leid, Miss. Der nette Herr hat recht.", sprach nun der junge Mann hinter dem Tresen. „Shakespeare gehörte eigentlich zu uns."
„Ich…", sagte Hermine, brach dann aber ab, machte auf dem Absatz kehrt und rannte raus.
***
Er starrte ihr einen Moment verwirrt hinterher, bevor er dem Mann zu nickte und ihr folgte. Sie hatte einiges an Vorsprung, doch nach wenigen Minuten holte er sie ein und hielt sie am Handgelenk fest.
„Hermine!"
„Ich kann das nicht glauben!", sagte sie und sah ihn fest an. „Ich…"
„Komm, lass uns eine Tasse Kaffee trinken.", sagte er nur und zog sie in ein kleines Cafe, das sie noch nie betreten hatte.
Sie setzten sich an einen kleinen, runden Tisch in der Mitte des Raumes und Draco bestellte zwei Tassen Kaffee, während sie einfach nur in die Luft starrte.
„Hermine…", sagte er wieder und sie sah erschrocken in sein Gesicht. „Hab ich dich jetzt so erschrocken?"
„Ich… William war mein Vorbild. In einer ganz bestimmten Weise und nun… Ich kann das nicht glauben."
Draco lächelte. Es war süß, wie sie sich versuchte, an ihre Perspektiven zu klammern, aber er sagte ihr nur die Wahrheit. „Weißt du, in Wirklichkeit kommen viele von euren tollen Wissenschaftlern eigentlich von uns.", sagte er leise, während die Bedienung die zwei Tassen brachte und sie vor ihnen hinstellte.
„Auch Newton?", fragte Hermine mit einer zitternden Stimme.
Draco nickte. „Newton, aber auch Einstein."
Hermine verschluckte sich fast an ihrem Kaffe und sah erschrocken zu dem Blonden hoch. „Einstein?", fragte sie heiser, während sie versuchte, das Kratzen im Hals los zu werden.
Er nickte ernst. „Hast du dich nie gefragt, warum die Menschen sagen, er sei Wahnsinnig gewesen? Damals konnte Außenstehende noch nicht so viel mit Magie anfangen. Für sie waren es nur Wahnsinnige."
Hermine senkte den Kopf und betrachtete die dampfende Brühe in ihrer Tasse. Eine lange Zeit war es still zwischen den Beiden, bis er schließlich aufseufzte. „Es tut mir leid. Ich hätte dein wunderschönes Bild nicht zerstören sollen."
„Nein. Ich danke dir, dass du es getan hast. Es ist mir nur nicht klar, wie ich es nicht bemerken konnte. Weißt du, vor allem bei Einstein war es so klar und ich habe es nicht gesehen…", sagte sie leise und hob lächelnd den Kopf. „Es war nur ein kleiner Schock. Ich meine,… Shakespeare… Ich liebe seine Arbeiten seit dem ich lesen kann…"
Draco nickte. „Verrätst du mir denn jetzt, für wen das Buch war? Ich schätze ja mal nicht, deinem gefühlvollen Mann…" Noch während er es aussprach wusste er, dass er einen Fehler gemacht hatte. Hermines Augen blitzten zornig und eiskalt auf.
„Nein, nicht für meinen gefühlvollen Mann, aber das geht dich ja eigentlich auch nichts an!", schnappte sie, griff nach ihrer Tasche, sprang auf und war im Begriff zu gehen, als Draco sie an der Hand festhielt.
„Geh nicht, bitte! Das… Das war unfair von mir, ich habe nicht nachgedacht und gerade ich sollte so etwas nicht sagen. Es tut mir leid. Bitte.", sagte er leise und stellte erschrocken fest, wie rau seine Stimme klang, aber er sprach die Wahrheit. Es war schön, endlich mal wieder mit einem reden zu können, normal reden zu können.
Hermine stand einen Moment unschlüssig da und sah Richtung Tür, bevor sie sich wieder mit einem Seufzen auf ihren Stuhl fallen ließ.
„Danke.", hauchte er und sie sah ihn giftig an.
„Du hast recht, es war unfair, aber du hast auch recht in dem, was du gesagt hast.", flüsterte sie und schaute ihn unter ihren Wimpern hindurch an. Dann nahm sie wieder einen Schluck ihres Kaffees. Danach leckte sie sich über die Lippen und sah ihn ehrlich an. „Das Buch war für Rose. Sie wollte es unbedingt mal lesen und ich habe es da stehen sehen und…"
„Und du konntest nicht daran vorbeigehen, ohne es ihr zu kaufen.", führte er ihren Satz zu Ende. „Ich denke, es wird ihr gefallen."
Sie sah überrascht auf.
„Na, jedem Mädchen gefällt es, oder?", fragte er und zog eine Augenbraue hoch.
Hermine nickte langsam, strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr und sah ihn wieder an. „Weißt du was von der Party?", fragte sie nun.
„Eine Party?"
„Ja. Ab der vierten Klasse. Lehrer sind auch anwesend.", sagte sie und verdrehte die Augen. „Ginny hat mir gerade eben davon erzählt."
„Deswegen bist du so wütend aus dem Eberkopf raus.", sagte er verstehend und erntete einen Blick von Hermine, der ihm eine Gänsehaut verursachte. Er hatte das Gefühl geröntgt zu werden, es schüttelte ihn.
„Spionierst du mir nach?", fragte sie kalt und legte sich über den Tisch, die Augen nur noch Schlitze.
„Nein!", wehrte er sofort ab und hob die Hände. „Ich war nur zufällig auch da."
Sie beugte sich noch mehr vor. „Ach, und du warst auch zufällig zur selben Zeit in der Bibliothek, nach dem du mich beim Eberkopf gesehen hast?"
„Nun ja…", brachte er heraus und strich sich fahrig durch den blonden Schopf. Gott, diese Frau hatte Sinne so scharf wie Messer. Man wollte sie nicht als Feind haben, dass hatte er bereits gelernt. „Nein, ich bin dir gefolgt. Ich wollte wissen, warum du so aufgebracht warst.", gestand er schließlich und ließ seine Schultern hängen.
„Aha!", rief sie aus und saß plötzlich kerzengerade. „Ich hab's doch gewusst. Hab ich wirklich so schlimm ausgesehen?"
„Nun, dein Blick hatte Bände gesprochen.", flüsterte er und Hermine seufzte ergeben auf.
„Wie hast du das gemacht?"
„Wie hab ich was gemacht?", fragte er verwirrt. Themenwechsel. Urplötzlich. Frauen!
„All deine Gefühle hinter ein und derselben Maske zu verstecken.", sagte sie leise. „Manchmal würde ich das auch gerne können. Du warst damals so… so distanziert. Als könnte dich auch nichts schocken, als würde alles an dir abprallen."
Er lächelte. „Das war Übung. Aber ich war nie so kalt. Es ist nie was an mir abgeprallt, ich habe es euch nur nicht sehen lassen und habe alles in mich rein fressen lassen. Ich rate dir nicht dazu. Ich hasse diese Maske.", erklärte er leise. „Pansy trägt auch so eine."
Hermine brauchte nicht mehr nachfragen. „Tut mir leid.", murmelte sie, doch er winkte ab.
„Nur, Hermine, wenn du so eine Maske trägst, bist du kein Mensch mehr.", sagte er und hob seine Tasse an. „Glaub mir."
„Würdest du zur Party kommen?", fragte sie schließlich und Draco hob die Schultern.
„Pansy wird kommen, so wie ich sie kenne. Aber ich bin nicht so ein Fan von solchen Dingen.", erklärte er und trank einige Schlucke. „Du?"
„Nein. Eigentlich wollte ich nicht, aber Ginny besteht drauf. Sie, Harry, Ron und ich.", sagte sie, den letzten Satz nur noch flüsternd.
„Hermine… Da stimmt doch was nicht."
Sie sah ertappt auf. „Wo?"
„Bei dir und Weasley.", sagte er und sah ihr prüfend in die Augen. Als er die Veränderung wahrnahm war für ihn alles klar. Granger war anscheinend mit einem gewalttätigen und gefühlslosen Mann zusammen. Sie war mit einem Mann zusammen, mit dem sie eigentlich nicht mehr zusammen leben konnte.
Aber warum ging sie nicht? Er kannte sie. Zumindest genug, um zu wissen, dass sie es sich eigentlich nicht gefallen lassen würde. Erpresste er sie? Er hätte damals gedacht, dass Weasley lieber persönlich vor Voldemort stand, als Hermine irgendwie weh zu tun. Hatten sie sich wirklich so sehr verändert?
Er bemerkte, wie sie ihren Kopf senkte und die Hände vor das Gesicht schlug. Erschrocken klärte sich seine Sicht und er kam zurück in das Hier und Jetzt.
Ein leises Schluchzen ließ ihn wissen, dass sie weinte. Wieder. Hatte sie all die Zeit wegen des Rothaarigen geweint? Machte er sie so unglücklich?
„Hermine…", sagte er leise und griff rüber zu ihrem Arm. „Nicht.", sagte er sanft und sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Es ist peinlich, aber ich kann nicht anders. Es… Es tut so weh.", flüsterte sie und wandte den Kopf ab.
„Ich weiß.", flüsterte er, obwohl er sich dieser Sache nicht so sicher war.
„Können wir gehen?", fragte sie leise und er nickte.
„Sicher. Komm." Er stand auf und hielt ihr seine Hand hin, die sie ohne zögern ergriff.
Sie traten aus dem Cafe und so, wie sie es verließen, erschien Ron auf der anderen Straßenseite.
„Mist.", fluchte Draco und zog sie in eine Seitengasse. Er wusste nicht genau, warum er sie mit sich zog. Irgendwie wollte er nicht, dass Weasley sie sah. Nicht so. Ihre Augen waren immer noch rot und glänzten von den letzten Tränen.
Er beobachtete, wie der Rothaarige sich immer wieder verstohlen umsah und sich dann ein Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. Einen Moment dachte er, Weasley hätte ihn entdeckt, bis eine blonde Schönheit über die Straße kam und direkt von dem Rothaarigen umarmt wurde.
Eigentlich war ja nichts dabei, aber es war nicht nur eine Umarmung. Nein. Man konnte genau sehen, dass da mehr lief und gleich darauf wurde heftig Speichel ausgetauscht.
Ihm wurde schlecht. Erfolgreich unterdrückte er einen Würgereiz und schaute angewidert zur Seite, was ihn an Granger erinnerte. Erschrocken sah er sich um, doch sie war nicht mehr da. Hatte sie alles mitbekommen? Eigentlich schon. Sie hatte immerhin direkt neben ihm gestanden.
Suchend blickte er sich um und sah noch einmal zu dem Pärchen, dass ganz ineinander versunken in der gegenüberliegenden Seitengasse verschwand. Aber Granger war nirgends zu sehen.
Verdammt! Er rannte los. Wer wusste, was ihr jetzt alles durch den Kopf schoss. Hey, sie war immerhin eine Frau, deren Herz gebrochen war. So viel er wusste, waren diese Frauen zu alles im Stande. Er wollte nur nicht, dass Granger jetzt etwas tat, was sie nachher bereuen würde oder… was mich verletzen könnte…
Dieser Gedanke erreichte ihn nicht. Sein Unterbewusstsein sprach ihn aus. Denn tief, ganz tief, in ihm drin, wusste er bereits, dass Hermine ihm wichtig war.
Vorschau auf das nächste Kapitel:
Hermine sah sie sprachlos an. So dachte das Mädchen also, ja? Nun, dann musste sie ihr einmal die Augen öffnen. "Soll ich dir mal was verraten?!", fragte sie gefährlich und sprang auf. "Ich will nicht, dass ihr so über mich denkt! Warum? Weil ich nichts dergleichen bin! Ich bin nicht stark oder bewundernswert! Ich bin auch nicht selbstbewusst! Ich bin in allen Teilen das Gegenteil!"
So, vergesst bitte die Reviews nicht. Bitte, bitte, bitte...
