Suzie starrte Lesley an bevor sie sich abrupt umdrehte und hinter Cameron herstarrte. „Was war das denn jetzt?"
„Ich habe keine Ahnung", entgegnete Lesley, der ebenfalls verwundert blickte.
Suzie ballte die Fäuste. Dann stampfte sie wütend hinter Cameron her.
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Der Arzt hatte kurz Johns Gesicht und seinen Körper abgetastet aber keine Brüche feststellen können.
Als John aufblickte kam Cameron auf ihn zu, ihr Gesicht Blank wie eine Maske.
„Cameron ich...".
John verstummte, als Cameron am Arm ergriffen und umgedreht wurde.
„So nicht Mädchen", sagte eine offensichtlich wütende Schwester Suzie.
Lesley starrte stumm auf eine Menschliche Krankenschwester, die eine tödliche Maschine wie ein bockiges Kind hinter sich her zerrte.
Als die Beiden aus dem Raum waren ging Lesley zu John Connor. „John, was...?"
John hatte hinter den Beiden hergesehen, dann sah er zu Lesley.
„Das war Schwester Suzie. Die Geheimwaffe des Widerstandes. Wehe Skynet wenn sie losgelassen", sagte John Connor.
Dann grinsten sich die Beiden Männer an. Lesley Sheldon offen, John Connor mit schmerzverzerrtem Gesicht.
Übergangslos wurde John ernst. „Schwester Suzie war diejenige, die Cameron ihren Namen gegeben hat. Sie ist auch quasi Camerons einzige Freundin auch wenn Cameron immer abstreitet, dass sie Freunde sind".
Lesley blickte über seine Schulter zum Ausgang durch den die Beiden verschwunden waren. „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass da mehr ist als nur die Maschine" sagte er lächelnd.
John sprang von der Liege. „Gehen wir ein Stück".
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Die Blicke der Leute ignorierend zerrte Suzie Cameron den Gang hinunter und dann in ihr Quartier.
„Was zum Teufel ist mit Dir los?" Fragte Suzie, nachdem sie Cameron in die Raummitte geschoben und die Tür geschlossen hatte.
Cameron hatte den Kopf gesenkt und antwortete nicht.
Suzie trat vor, bis sie direkt vor Cameron stand. Sie hob eine Hand unter deren Kinn. Suzie wusste, sie würde Camerons Kinn niemals hochheben können, wenn diese es nicht zuließ.
Sie wusste, dass Cameron eine Maschine war. Das hatte sie schon am ersten Tag vollständig begriffen aber sie ahnte, nein, sie wusste da war mehr als nur ein kaltblütiger, berechnender Killer unter diesem Netten Äußeren.
Sie hatte die meisten ihrer Freunde verloren aber das war ihr fast egal. Niemand Anderer als Cameron konnte ihr stundenlang zuhören. Klar hatte sie gesehen, dass Cameron manchmal die Augen verdrehte oder aber gelangweilt dreinblickte.
Suzie war sich fast sicher, dass Cameron nichteinmal bemerkte, wenn sie ihr Gesicht verzog.
Als sie nun Camerons Kopf anhob sah sie ihre Annahme bestätigt als eine Träne Camerons Wange hinunterkullerte.
Ohne ein weiteres Wort machte sie einen Schritt und nahm die Maschine in die Arme.
Suzie wusste sie hatte das richtige getan als Cameron die Umarmung erwiderte.
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Sie gingen eine Weile bis sie in einen weniger frequentierten Bereich der Anlage kamen.
„Du hast Ihr geholfen, sie beschützt... . Warum?" Fragte John plötzlich.
Lesley kratzte sich hinter dem rechten Ohr. „Nachdem ich erfahren hatte, dass sie eine Maschine war, war ich verwirrt und enttäuscht. Ich habe sie gefragt, warum sie sich nicht selbst gewehrt hat".
„Und?" Fragte John nach.
„Sie Fragte mich, was wohl passiert wäre, wenn sie auch nur einen der Männer verletzt hätte. Was die anderen wohl ausgesagt hätten".
John nickte. „Die Männer hätten behauptet, sie hätte sie angegriffen und wer glaubt schon einer Maschine".
Lesley nickte. „Deshalb bin ich in die Kantine um klarzustellen, dass es nicht richtig ist, sich an Jemandem zu vergreifen, der sich nicht wehren DARF", sagte er mit Betonung.
John hatte die Arme hinter dem Körper verschränkt. „Jemand?" Fragte er mit erhobenen Augenbrauen.
Lesley schwieg ein paar Sekunden. „Es ist nicht meine Art, Jemanden für das zu verurteilen, was er ist. Ich betrachte die reprogrammierten Maschinen nicht als Werkzeuge. Ich bin auch sicher, dass sie mit ihrer Logik durchaus feststellen können, wer es gut mit ihnen meint. Zumindest die höher entwickelten Modelle sollten das können".
John nickte bejahend. „Richtig, dass habe ich immer wieder versucht den Leuten klarzumachen. Die Infiltratoren, zumindest die Tripple Eight und auch Cameron können dies erkennen. Die Soldaten hingegen sehen nur einen reprogrammierten Computer. Sie haben Angst, dass sich die Maschinen jederzeit gegen sie wenden könnten, was leider auch schon ein paar Mal passiert ist. Ich denke, dass die schlechte Behandlung der Auslöser dafür ist aber man will mir das nicht glauben. Eine reprogrammierte Maschine hat gut zu sein und das ist für die Männer Alles was zählt".
„Und Cameron?" Fragte Lesley neugierig. „Wie passt sie ins Bild? Warum haben die Männer keine Angst vor ihr?"
John schüttelte den Kopf. „Die Männer nehmen Cameron nicht für voll. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn sie einem ihre zierliche Hand an den Hals legt und zudrückt.
„Sie hat...?" Fragte Lesley erstaunt.
John nickte vor sich hin. „Was ich jetzt sage ist Top Secret und muss unbedingt unter Uns bleiben".
„Natürlich", entgegnete Lesley gespannt.
Aufmerksam sah sich John um und fuhr erst fort, als Niemand mehr in Hörweite war.
„Cameron hatte mich", sagte er sinnierend. „Eine kleine Bewegung ihrer Finger und ich wäre tot gewesen. Dann lies sie mich los und kurze Zeit später rettete sie mein Leben OHNE reprogrammiert zu sein", sagte John jetzt mit Betonung.
Lesley zögerte kurz. „Heißt das, sie hat ENTSCHIEDEN sich dem Widerstand anzuschließen".
John nickte eindringlich. „Da ist noch mehr...".
Lesley nickte. „Gefühle, Emotionen besser gesagt".
John war abrupt stehengeblieben. „Wenn das bekannt wird...", sagte er entsetzt.
„Ist Cameron schneller ein Haufen Altmetall, als wir Beide NEIN sagen können", beendete Lesley den Satz. „Das macht mir Sorgen".
John sah Lesley kritisch an. „Du magst sie wirklich, oder?"
Lesley dachte darüber nach. Schließlich nickte er.
„Mir und Kate geht es nicht anders", sagte John leise. „Nur wenn das bekannt würde könnte es den Widerstand zerstören".
Jetzt schüttelte Lesley den Kopf. „Die Menschen folgen Dir, weil sie es müssen, nicht weil sie es wollen. Da müsste schon mehr passieren als dass Eure Gefühle für Cameron bekannt würden. Was Cameron allerdings passiert...".
Jetzt nickte John nachdenklich.
