Disclaimer: Charaktere und Handlungsorte der Harry Potter Reihe sind alleiniges geistiges Eigentum von Joanne K. Rowling.
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Chapter 3/1: Scherzkekse & Ammenmärchen
(Severus POV)

1994 - Montag - Hogwarts - Kerker - Klassenzimmer Zaubertränke Gryffindor/Slytherin

Unfähig! Alle miteinander vollkommen unfähig!

„Longbottom!
Das Rezept besagt, dass zuerst drei getrocknete und gemahlene Schlangenwurzblüten hinzugegeben werden und nach sechsmaligem Umrühren im Uhrzeigersinn fünf Gramm geriebener Bitterwurzsamen!

Sie werden doch wohl fähig sein, klar definierte Anweisungen auszuführen oder erwarte ich wieder einmal zu viel von Ihnen?!"


Ist Longbottom wirklich so dumm oder will er mich nur verarschen?

„Potter, gibt es ein Problem oder warum starren Sie mich an, anstatt der Aufgabe nachzukommen?"

„Nein."

„Nein, WAS?!"

„Nein, SIR, kein Problem."

„Zehn Punkte Abzug wegen Verschwendung von Zutaten, zehn Punkte Abzug wegen respektlosem Verhalten gegenüber einer Autoritätsperson und noch mal zehn Punkte Abzug - GRANGER, hören Sie auf an Weasleys Trank herumzupfuschen und gehen Sie zurück auf Ihren Platz - SOFORT!"

Verdammte Gryffindor, versuchten mir wohl als Rache für Lupin den letzten Nerv zu rauben. Es ist fast eine Beleidigung, dass sie glaubten ihre 'bösen Blicke' könnten mir etwas anhaben.

Sogar Niffler haben einen bösartigeren Blick als diese 'Pro-Werwolf'-Sippschaft.

Ich frage mich, wie diese Gryffindorbälger vorhaben ihre Prüfungen zu bestehen. Sicher, Granger wird mit Bravour abschneiden, aber das wird nicht viel helfen, sollte letzten Endes nur ein Drittel des 'Goldenen Trios' einen Job finden.

Obwohl - irgendwann geht auch Filch in den Ruhestand, dann kann sich Weasley um den Job bewerben, während Potter die Marktlücke von Lockhart übernimmt und schlechte, selbstverherrlichende Abenteuerbücher schreibt.

Das wäre doch was für Gryffindors Goldjungen, Aufmerksamkeit ohne Ende.

Dieses penetrante Geschnippse kann nur von Granger kommen.

„Was wollen Sie?", fragte ich kalt.

„Hier steht nur Niesswurz, Professor, ist damit die grüne oder die schwarze Niesswurz gemeint?"

„Denken Sie selbst nach, Granger."

„Aber ich bin mir nicht sicher..."

Ich konnte nicht anders als laut zu schnauben.
„Sie sind eine Gryffindor, Granger, zeigen Sie ihren viel gepriesenen Mut und treffen Sie eine Entscheidung!
Der Entwickler dieses Trankes muss einen Grund gehabt haben, sich für eine der beiden zu entscheiden."

„Ja, Sir."

Tränkebrauen ist eine Wissenschaft, Granger hat gute Noten, weil sie präzise ist, trotzdem wird sie es nie zu einem Tränkemeister bringen. Dafür fehlt ihr das Feingefühl, die natürliche Intuition, der Ehrgeiz und der ständige Wille, sich selbst und andere zu übertreffen.

Flashback - 1991

3. Prüfungstag - Hogwarts - Kerker - Große Halle - Mittwoch

Gemütlich saß ich, zusammen mit meinen nicht weniger neugierigen Kollegen, am gedeckten Frühstückstisch und wartete auf Albus, Serena und ihren ominösen Mentor, da sich dieser überraschend für heute angekündigt hatte.
Wahrscheinlich um seinem Schützling noch einmal gut zuzureden.

Gerade trank ich einen Schluck schwarzen Kaffee, als sich die großen Flügeltüren öffneten.

Ich verschluckte mich heftig und fing an, unkontrolliert zu husten, geistesgegenwärtig -leider- klopfe mir Hagrid auf den Rücken, was mich noch mehr außer Kontrolle brachte.

Ich sprang ziemlich unelegant, mit hochrotem Kopf und immer noch hustend auf und röchelte:

„Flamel?!"

Die etwa 1,60 m kleine Legende lächelte freudig und kam auf mich zu, ich versuchte krampfhaft den Hustenreiz zu unterdrücken, was meinen Kopf in einem noch prächtigerem rot erstrahlen ließ.

„Severus! Wie schön dich zu sehen! Warst du joggen? Du bist heute gar nicht so blass wie sonst!"

Ich ignorierte seinen Kommentar, wohl wissentlich, dass Nicolas Flamel, seines Zeichens legendärer Alchemist und Tränkebrauer, genauso ein Spaßvogel wie Albus war.

Flamel - Albus - Serena
Flamel - Meister der Alchemie und der Tränke
Albus - Freund von Flamel - Serenas Pate/Großvater


Flamel - Meister
Serena - Schüler

Schlagartig wurde ich leichenblass.

„Nicolas!", brachte ich halb keuchend, halb röchelnd hervor, „Was, in Salazars Namen, machst du hier?"

Ich will's nicht wissen... Ich will's nicht wissen... Ich will's nicht wissen... Ich will's...

Er schaute mich etwas perplex an und fing an zu schmunzeln: „Sie haben es dir nicht gesagt?", fragte er leichthin mit freudigem Lächeln und funkelnden Augen.

Albus, du hinterlistiger alter Sack, wenn ich dich und das verdammte Gör erwische!

Gedanklich warf ich den beiden sämtliche Schimpfwörter an den Kopf, die mir bekannt waren, nicht wenige, wenn man bedenkt, dass ich pubertierende Hormonschleudern unterrichtete.

Ich knurrte Flamel an, nicht dass ich etwas gegen ihn hatte, war ich doch gedanklich dabei, Albus in seine Einzelteile zu zerlegen.

Nicolas störte sich nicht weiter daran, sah sich um und winkte heiter meinen Kollegen zu, woraufhin ich ihm bedeutete, mittlerweile wieder halbwegs beruhigt, er möge Platz nehmen.

Er begrüßte meine anwesenden Kollegen, setzte sich auf den freien Platz neben mir und fragte beiläufig in die Runde:

„Ich hoffe Serena hat ihnen keinen Ärger gemacht?"

Ich wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als mir so ziemlich alle anderen dazwischen redeten.

„Nein, wunderbar..."

„...ein ganz liebes Mädchen."

„...sehr talentiert..."

„...fabelhafte Kenntnisse."

„magisch hoch begabt..."

Ich war etwas überrascht, die Prüfungen schienen gut gelaufen zu sein, doch dass meine Kollegen derart aus dem Häuschen waren, hatte ich noch nie erlebt.

Dementsprechend perplex sah ich Flamel an.
Dieser schien schon mit einer entsprechenden Reaktion gerechnet zu haben, da er emsig nickte, höflich antwortete und sich freudig bedankte um schlussendlich mich anzusehen

„Severus? Was denkst du?"

Die Welt verarscht mich.

Wie unbeteiligt zuckte ich mit den Schultern: „Ich habe noch keinen Anhaltspunkt, Nicolas. Meine Prüfung ist erst für Freitag angesetzt, wie du weißt."

Er nickte und nahm sich einen Schokomuffin: „Wie laufen deine Forschungen?"

„Hätte ich Zeit, hätte ich Forschungen."

„Deshalb legte ich vierhundert Jahre Unterrichtspause ein", schmunzelte er.

„Im Gegensatz zu mir, hast du auch die Zeit, doch warum hast du wieder einen Schüler? Ich dachte du wolltest generell nicht mehr unterrichten?"

Er seufzte und lehnte sich zurück: „Sera ist ein Sonderfall."

Meine Neugier war nach wie vor ungestillt: „Inwiefern?"

„Ein Naturtalent, was soll ich sagen?"

Ich nickte als Zeichen, dass er fortfahren sollte.

„Devon adoptierte sie, doch er war selbst noch mitten im Studium zum Fluchbrecher, dementsprechend oft musste er jemanden suchen, der auf seine Kleine aufpasste.

Es gab nur drei, denen er seinen Engel anvertraut hat: Albus, Anthony Prius und mir.

Zum ersten Mal sah ich sie da war sie etwa drei Jahre alt.
Albus hatte sich zu Besuch angekündigt, brachte sie mit und Perenelle, meine Frau, war hin und weg von dem drolligen kleinen Wesen, das sie quietschvergnügt anlachte, sie hat sie geherzt, geknuddelt und wollte sie gar nicht mehr loslassen.

Wie ich gestehen muss war ich ebenso von ihr angetan, so kam es, dass ich Devon anbot, Serena zu mir zu nehmen, sollte er zu sehr im Stress versinken und er nahm mein Angebot dankend an."

„Nicolas, entschuldige wenn ich dich unterbreche, aber warum hat … Devon? … sie zu sich genommen wenn er selbst noch - wie es den Anschein hat - ein halbes Kind war?"

Flamel runzelte die Stirn, anscheinend dachte er angestrengt nach, welche Informationen er mir geben konnte und welche er für sich behielt: „Das hatte seine Gründe, Severus, verzeih, aber dazu kann ich dir nicht mehr sagen.

Devon ist ein wunderbarer Vater, das ist alles was zählt.

Auch wenn er anfangs wegen seinem Studium wenig Zeit für sie hatte, so waren doch drei Ersatzgroßväter für den kleinen Wirbelwind da, die sie ständig auf Trab halten konnte."

Er fing an zu lachen: „Wir wurden selbst fast wieder zu Kindern!"

Ich schmunzelte, als ich mir vorstellte, wie sich drei hochgeschätzte Magier um eine Wiege scharten, Grimassen zogen, allerlei Unsinn von sich gaben und sich damit zum Affen machten.

„Dann eifert sie dir nach?"

Flamel nickte leicht und schmunzelte: „Sie liebte mein Labor von Anfang an. Mit großen Augen bestaunte sie als Kind die vielen Kessel und Gerätschaften, die dort glitzerten, Geräusche von sich gaben und vor sich hin blubberten.

Hingerissen staunte sie still vor sich hin und sah mir fasziniert beim Brauen zu, auch ich genoss ihre ruhige, aufmerksame Gesellschaft.

Sie wurde älter und als sie knapp sechs Jahre alt war, fing das Mädchen an Fragen zu stellen."

Flamel lächelte selig vor sich hin, als er in alten Erinnerungen schwelgte: „Sie fragte, nach welchen Kriterien ich die Zutaten auswählte, warum ich sie schräg oder gerade schnitt, pulverisiere, trocknete oder einlegte.

Sie bat mich, Bücher über die Grundlagen der Braukunst mit ihr zu lesen, sie selbst konnte zwar schon nahezu perfekt lesen und schreiben, doch verstand sie die Einzelheiten nicht und so erklärte ich es ihr.

Ihre Auffassungsgabe war erstaunlich, ich brauchte ihr Verhältnisse und Details nur ein Mal erklären und sofort verstand sie es, das Gehörte umzusetzen.

Ich fragte Devon, ob es ihm Recht wäre, wenn ich sie in der Braukunst unterrichten würde, er schien nicht erstaunt, anscheidend war er sich ihrer Fassungsgabe bereits bewusst und willigte sofort ein.

Anfangs ließ ich sie Zutaten vorbereiten, ermahnte sie vorsichtig mit dem Messer zu sein, schärfte ihr Bedacht ein, nach einer Weile ließ ich sie auch selbstständig an den Kessel.

Mit zehn Jahren braute sie ihren ersten Vielsafttrank, mit zwölf Jahren Veritaserum und mit vierzehn fing sie selbst an zu forschen."

Wäre ich in diesem Moment im Wasser gesessen, hätte ich einen glaubhaften Fisch abgegeben.
Mein Mund stand offen, ich schloss ihn, nur damit kurz darauf der Kiefer wieder runterklappte.

Ich war froh, dass Ferienzeit war, hätten mich meine Schüler so gesehen, wäre mein Ruf futsch gewesen.

Just in diesem Augenblick öffneten sich die Flügeltüren und ich starrte - weiterhin mit offenem Mund - Serena und Albus an, welcher auch prompt erfreut auf Nicolas zuschritt, stoppte und mich irritiert ansah:

„Severus? Alles in Ordnung, mein Junge?"

„Gdnd!"

„Wie bitte?"

„Entschuldigen Sie mich!", antwortete ich knapp und floh regelrecht aus der Halle.

Scheiße. Worauf habe ich mich da eingelassen?

Flashback Ende

Ich wischte mir die Überreste des explodierten Kesselinhaltes aus dem Gesicht: „LONGBOTTOM! Heute Abend! Acht Uhr! Wand, Boden, Kessel schrubben!"