Hello again *sing*
Hier mal etwas anderes: Ich entschuldige mich NICHT für das späte update…
Bei mir entschuldigt sich ja auch keiner… *lach*
Ich hoffe, dass ihr Spaß habt beim Lesen dieses Kapitels, ich hatte auf jeden Fall spaß beim schreiben.
Ich bin mit dem Schreiben dieser Story noch nicht fertig, und überlege sie in eine ganz andere Richtung zu lenken. Also bevor ihr fragt, wie es ausgeht… Ich habe keine Ahnung
Ich möchte allen für ihre reviews danken, und hoffe ihr seid nicht böse, dass ich hier keine Antworten darauf schreibe, ich habe euch ja per Nachricht geantwortet.
Aber ich werde wieder regelmäßig (1 Mal die Woche) updaten und dann auch jedes review an dieser stelle beantworten, und nicht mehr per email.
Kapitel 9.
Schmerzliche Trennungen und die Suche nach Glück
Endlose Zeit ging sie durch die langen Regalreihen, um etwas zu finden, was ihr weiterhalf. Hier und da blieb sie stehen, wenn sie etwas interessantes entdeckte. Manche Bücher fand sie mehr als lächerlich und sie waren nicht das Papier wert, auf dessen sie gedruckt waren.
Wie sie die Bestie in IHM zähmen las Hermione.
So ein Schund. Dennoch musste sie an Malfoy denken. Was war bloß los mit ihm? Seit sie ihn geweckt hatte, benahm er sich wie ein verzogener Bengel. Was er nach längerem Überlegen ja auch war. Und trotzdem. So hatte er sich die gesamte letzte Woche nicht verhalten.
Sie kam nicht umhin, zu denken, dass jetzt, wo er seinen Willen bekommen hatte, sie für ihn uninteressant wurde. Allerdings weigerte sie sich, Eventualitäten zu bedenken, solange sie ihre Aufgabe nicht erfüllt hatte.
Unbewusst blieb sie bei einem Buch mit der Aufschrift Verborgen in deinem Inneren stehen.
Interessiert nahm sie es aus der Regelreihe und wunderte sich, wie schwer es war. Es wog so viel wie ein dicker Wälzer, war aber ein Buch, ohne festen Einband, im Taschenbuchformat.
Sie suchte auf dem Einband nach einem Autoren. Winzig kleine Lettern prangten am rechten Rand der Vorderseite. N. Korund Secum
Sie hielt inne. Korund. Das kam ihr bekannt vor. Richtig. Ein Korund ist ein brauner Edelstein. An sich nicht wertvoll, doch mit magischen Kräften versehen.
Und über den Nachnamen kam sie noch mehr ins Grübeln. Secum war eindeutig die Heimatstätte ihrer gesuchten Gottheit. Doch war dies nicht zu einfach?
Nessalya Korund Secum? Ehrlich gesagt wäre sie enttäuscht, wenn es ihr wirklich so einfach gemacht wurde.
Sie wusste zwar, dass dies eine Buchhandlung, keine Bibliothek war, dennoch wollte sie dieses Buch nicht kaufen, ohne Ausschließen zu können, dass es nutzlos war.
Sie öffnete es vorsichtig, doch ein kleiner Blitz, den das Öffnen verursachte, ließ sie sich so erschrecken, dass das Buch vor ihr auf dem Boden landete.
Es war geöffnet und eine präzise Zeichnung einer jungen Frau blickte ihr entgegen. Mit einem leichten Lächeln, in dem etwas Seltsames lag.
Aus diesem Buch lächelte sie, Hermione Jane Granger, sich selbst entgegen.
Erst trat sie einen Schritt zurück. Das konnte nicht sein, dieses Buch konnte keine Zeichnungen ihrer selbst enthalten. Sie hatte Nessalya nie getroffen.
Sie stand unschlüssig davor. Was würde passieren, wenn sie es berührt? Sie spürte die ganze Zeit das pulsierende Dröhnen, welches von dem Buch ausging. Viel mehr von der Seite.
Dieses Lächeln. Nie hatte sie selbst sich auf diese Weise lächeln sehen. Es war, oberflächlich gesehen, ein freundliches Minenspiel. Doch lag keine Wärme darin. Die Augen erschienen kalt und sorglos. Etwas anderes lag in dem Blick. Hinterhältigkeit. Ganz klar und nach dem Entdecken war es schon zu offensichtlich. Dies war nicht Hermine Granger. Es war eine Person, welche sich ihr Äußeres angeeignet hat, doch ihr Inneres nicht verbergen konnte.
Nach ihrem Zögern beschloss sie, Draco das Buch zu zeigen. Vielleicht würde es ihn dazu bringen, wieder vernünftig mit ihr zu reden.
Sie beugte sich über ihr abgebildetes Selbst und nahm das Buch in ihre Hände, darauf bedacht, nicht die Seite mit ihrer Doppelgängerin zu berühren.
Ein kurzes Glücksgefühl durchströmte sie. Verwundert sah sie auf aufgeschlagene Seite hinab. Das Lächeln ihres Abbildes wurde breiter und herzlich.
Darüber erschienen in den gleichen Lettern wie auf dem Einband folgende Worte:
WILLKOMMEN ZUHAUSE
Sie öffnete leicht den Mund, legte den Kopf schief. Irgendwie fühlte sie sich benebelt.
Sie versuchte den Blick abzuwenden und nach Draco zu rufen. Doch so sehr sie ihren Kopf auf drehte, ihre Augen blieben an dem Lächeln hängen. So sehr, dass sie das Gefühl hatte, ihre Augen würden sich von den Augenwinkeln in ihre Höhlen drehen.
Ihr blieb keine Zeit einen klaren Kopf zu bekommen, denn das Buch kam ihr auf merkwürdige Weise immer näher und verschlang sie.
*-*-*-*-*-*-*-*-*-*
Mittlerweile saß Draco seit 2 Stunden in dem gleichen Sessel.
Immer wieder scharwenzelten junge Studentinnen um ihn herum, fragten ihn, ob er etwas suchte und fraßen ihn regelrecht mit ihren schmachtenden Blicken auf.
Die meisten ignorierte er, wenige knurrte er böse an.
Natürlich war er sich seines umwerfenden Aussehens bewusst. Doch jede einzelne der Studentinnen erinnerte ihn daran, dass Granger genau so gut aussah und ebenso anziehend auf die Männerwelt wirkte.
Und würde sie erst mal noch berühmter als sie es jetzt schon war, würde ihr niemand mehr widerstehen können.
Also war es nur eine Frage der Zeit, bis sie ihn gegen einen gefühlsduseligen Schwachmaten eintauschte.
Er wusste nicht, seit wann er zuließ, dass sie so seine Gedanken beherrschte, doch es musste aufhören. Entweder würde er seine Kommunikation zu ihr nur noch auf ein Knurren beschränken, oder auf ekelerregend romantisches Geschwafel ausweiten. Eines von beiden würde ihn definitiv erwarten, würde er sich länger auf sie einlassen. So viel stand fest.
Er hatte nicht vor ihr weh zu tun. Das war wirklich das letzte was er wollte. Doch ebenso wollte er nicht von ihr, der einzigen Person, der er nun sein wahres Ich gezeigt hatte, verletzt werden.
Doch schon jetzt wagte sie es, ihn regelmäßig auf die Palme zu bringen. Keine seiner unzähligen Affären in den letzten Jahren hätte es jemals gewagt ihm zu widersprechen. Das taten sie nicht mal, wenn er sie abservierte. Niemand widersetzte sich Draco Malfoy. Sowas kannte er einfach nicht. Weder im Job, noch privat.
Und dass sie ihn so lang warten ließ, war bestimmt auch eine ihrer Taktiken, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Wahrscheinlich wollte sie ihn so klein kriegen, dass er am Ende nur noch wie ein Schoßhündchen neben ihr saß, und immer zustimmend nickte, wenn die Miss-Ach-So-Gescheit etwas von sich gab.
Doch da hatte sie die Rechnung ohne ihn gemacht.
Während er systematisch die Regalreihen ablief, und hier und da aufreizende Blicke und Luftküsse erntete, malte er sich verschiedene Wege aus, sie sich gefügig zu machen.
Grade, als er in Gedanken zu einer interessanten Nacktszene kam, in der sie vor ihm, ihrem Gebieter, kniete, sah er ein abgenutztes Buch mitten in einem der Gänge liegen.
Sofort rutschte ihm das Herz in die Hose. Hätte ihn jemand in diesem Moment gefragt, hätte er wohl gesagt, es war eine böse Vorahnung.
Und diese sollte ihm bestätigt werden.
Er kam vor dem Buch zu stehen und sah wie gebannt auf das offene Buch hinab.
Sie strahlte ihm entgegen. Hermione. Doch sie war nichts weiter als eine Zeichnung.
Er versuchte sich zu zwingen, klar zu denken. Seine Augen wanderten das Regal hoch, und er entdeckte eine kleine Lücke zwischen den Büchern, aus der Hermione das Buch genommen haben muss.
Immer wieder schaute er auf die offenen Seiten zu seinen Füßen herab, aus Angst sie könnte nicht mehr da sein.
Er kniete sich davor und versuchte sich zusammenzureimen, wie sich alles ereignet haben könnte.
Vorsichtig klappte er das Buch mit der Zauberstabspitze zu. Es sah unscheinbar aus. Wäre sie wirklich darauf aufmerksam geworden, zwischen all den dicken, prunkvollen Wälzern?
Vorsichtig nahm er das Buch in seine Hände. N. Korund Secum las er.
Secum? Es war die Pyramide, welche die Nessalya bewohnte, und somit hatte er auch das N. geklärt.
Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, öffnete sich das Buch und alle Seiten waren leer. Verzweifelt blätterte er es durch. Sie konnte nicht weg sein. Irgendwo musste ihr Abbild sein. Er wusste nicht, weshalb er sich daran klammerte, doch für ihn war es der einzige Weg sie zu erreichen. Auf der letzten Seite fand er sie. Immer noch lächelte sie ihm aufmunternd zu. Über ihrem Kopf schwebten die Worte:
SIE IST ZUHAUSE
Sie ist zuhause? Was sollte dieser Mist? Bei ihm war sie zu Hause, nirgendwo anders. Eine kühle Leere durchströmte ihn. Es war das erste Mal seit 5 Jahren, dass er diese in solchem Ausmaß spürte. Würde er sie nicht bald finden, wäre alles verloren. Das wusste er. Nicht er allein, nein. Die gesamte Zaubererschaft würde zu Grunde gehen. Wäre er nicht genau die abgebrühte Person, die er nun ein Mal war, hätte es ihn erschreckt, dass es ihm egal war, was mit der Zaubererwelt geschehen würde. So lange sie bei ihm wäre.
Alles was er tat, geschah aus einem selbstsüchtigen Grund. Er brauchte sie, nicht für die Rettung ihrer Welt, sondern für sich.
Plötzlich fiel ihm der eigentliche Grund ihres Besuches in der Buchhandlung ein.
Vielleicht war dies der Weg.
Er musste ein Buch finden, welches die unzähligen Hieroglyphen entziffern konnte.
Und das gefälligst schnell, sonst würde er vielleicht nie die Antwort finden, wie er sie zurück bekam. Oder er würde zu spät sein.
Diese Variante schnürte ihm die Kehle zu. Er durfte seine Gedanken nicht an Eventualitäten verschwenden, sondern musste sie zu ihrer Rettung sammeln.
Schnell fand er die passenden Bücher, vier an der Zahl. Das Taschenbuch kostete ein kleines Vermögen, worüber selbst die Kassenkraft beschämt seinen Blicken auswich. Doch im Moment war es das wertvollste was er besaß.
Er machte sich nicht die Mühe zu Fuß zurück zu seinem Haus zu gelangen, sondern apparierte aufgrund seiner Zeitnot.
Hektisch kramte er ihre Aufzeichnungen vom Vortag heraus und war immens dankbar, dass Hermione sie nicht mitgenommen hatte. Er hätte es wohl kaum allein geschafft, die Zeichen vom Boden Abzumalen, und sich diese Wesen vom Leib zu schaffen.
Augenblicklich machte er sich an die Arbeit.
Zeichen für Zeichen blätterte er in den Büchern nach. Eine mühselige Arbeit.
Nach zwei Stunden schlug er mit der Faust auf den Tisch. Wenn das so weiter ging, war er in 2 Jahren noch nicht fertig. Grade mal 12 Zeichen hatte er entschlüsselt.
Dennoch arbeitete er weiter.
Als er das nächste mal auf die Uhr schaute waren weitere acht Stunden vergangen.
Er fühlte kein Hunger, keine Müdigkeit, kein Schmerz. Nur diese Leere, die das Verschwinden Hermiones in ihm hinterließ.
Irgendwann erwachte er mit dem Kopf auf der Tischplatte. Fast hätte er nach Hermione gerufen, doch die Realität holte ihn leider schnell wieder ein.
Ohne Frühstück und Dusche blätterte er weiter. Er war ein gutes Stück weitergekommen, doch über die Hälfte der Hieroglyphen galt es noch zu übersetzen.
Nach geschlagenen 34 Stunden war er endlich so weit. Jedes einzelne Zeichen war übersetzt und nun lagen 15 Rollen Pergament vor ihm, mit wirren Wörterreihen und einzelnen Worten.
Diese galt es nun zu sortieren. Sie waren nicht systematisch vorgegangen als sie die Zeichen vom Boden der Pyramiden abzeichneten. Nun ärgerte es ihn. Lieber hätte er sich beide Beine von diesen ekelerregenden Würmern abnehmen lassen, als Hermione zu verlieren.
Er versuchte klare Gedanken zu fassen und die Worte in sinnbringende Reihen zu bringen, doch nichts half.
Schreiend, fluchend und immer wieder Gegenstände durch die Luft feuernd, ging Draco die Stufen ins Badezimmer hinauf. Er brauchte eine heiße Dusche, denn selbst in der brütenden Hitze zitterte er vor Müdigkeit und Kälte.
Danach fiel er nur noch ins Bett. Nicht mal abgetrocknet hatte er sich. Viel zu erschöpft war er.
Er gönnte sich allerdings nicht lange Ruhe. Nach weniger als zwei Stunden machte er sich erneut an die Arbeit und reihte die Worte immer wieder in neue Konstellationen, nachdem er sie auswendig gelernt hatte.
Und nach zwei Tagen war er so weit.
Vor ihm lag ein ellenlanger Brief. An ihn gerichtet.
Ein letztes Mal las er ihn gründlich durch und prägte sich die Worte ein.
Du. Der Nachfolger Amenti
Warst einst Bewacher des Eingangs zur Unterwelt, nun Besitzer ihres Herzens. Wirst du sie
nicht finden, bist du verloren. Wirst du sie nicht wollen, ist sie tot.
Hast mir eh das Herz genommen, und nun stelle dich deiner Vergangenheit Amenti.
Zwei Gottheiten, die eine Verehrt, die andre Gefürchtet, fanden zueinander.
Doch hast du an dir gezweifelt. Standest nie auf der richtigen Seite.
Wolltest Ruhm, Ansehen und Macht. Ist es nicht so Amenti?
Was die falschen Gründe zur falschen Zeit zerstören können, durften wir erfahren.
Gefangen war ich in deinen Augen. Erstickt in deinem Gesang.
Hattest mich zu Deinem gemacht, welch friedvoller Klang.
Doch der Schein hielt nicht an. Zerronnenes Glück.
Teil deiner Pläne, bin ich´s gewesen, die dir zu deiner Macht verhalf.
Aus Liebe, welch törichtes Gefühl.
Und nun sieh mich an. Welch Fluch mich überkam.
Seit Tagen sitze ich gefangen. Erlebe die Hölle, die du mir gegönnt.
Nie, wirklich nie hätte ich erahnt, solch Zorn gegen dich zu hegen.
Doch du wirst ihn nie Erleben. Hast du doch deinen Ruhm mit den todbringenden Seuchen.
Ich denke dein Herr Vater ist mächtig stolz?
Sei dir versichert, am Tor des Lichts wird dich nichts erwarten.
Vergebung, Liebe. Worte die du nie erlerntest auszusprechen.
Hast dich nicht erhoben gegen den Willen unser Widersacher.
Deinen eigenen, verloren, wirst du nur in der Dunkelheit finden.
Wozu du bestimmt bist, oh Licht meines Herzens, ist die ewige Nacht welche sich seit Tagen in meinem Inneren befindet.
Das Opfer. Das wirst du sein. Erst nach Jahrtausenden werde ich dir verzeihen
Wiedergeboren in einem Schalk. Absehbar, kenne ich doch deinen Anspruch an
Leben, dein bemühen um dessen Erhalt.
Ist sie diejenige, welche du erwähltest, wird sie diejenige sein, die dich zum Fallen bringt.
Dein Stolz, Trotz, Herrlichkeit. All dies ist nun Vergangenheit.
Liest du diese Worte, oh Amenti, zeig ihm den Weg.
Lass ihn nicht durch deinen Stolz sterben, nicht innerlich.
Die Zeit ist vorbei, sie rinnt dahin.
Wirst du es nicht schaffen zu springen, bist du dahin.
Verdient hast du es allemal.
Hass, Wut und Leidenschaft wird meine Qual.
Ich wünscht da wär nichts anderes.
Und doch weiß ich.
Am Ende des Tages bin ich da.
Werd ich dir zeigen, was es heißt?
Wirst du es sehen?
Besuche mich zu unser Zeit.
Gold wird auf Silber treffen.
Zu Eins werden wir verschmelzen.
Am Ende des Tages wird sie sein.
In seiner gesamten Lebzeit hat Draco nie etwas so Sinnfreies gelesen. Doch in jeder anderen Konstellation machte es noch weniger Sinn.
Frustrierend war, dass es nicht Sinnlos sein durfte. Ohne Hinweise würde er Hermione nie finden.
Silber und Gold. Ihre Augen. Im Colloseum in Rom schimmerten sie golden im Licht des Vollmondes.
Das war es also. Er musste sie Nachts finden.
Doch in diesem Brief stand nicht wo er sie suchen musste.
Zuhause. Der Verfasser des Taschenbuches war zweifelsohne diese riesige Katze.
Also war Hermione in ihrem Zuhause. Der Behausung Nessalyas.
Draco sprang von seinem Stuhl auf, der durch die schnelle Bewegung umkippte.
Natürlich. Er musste bei Vollmond die Pyramide aufsuchen.
Schnell lief er die Stufen zu seinem Schlafgemach hinauf und kam auf den Knien schlitternd vor einer Kommode zum halten.
Er riss eine Schublade nach der anderen auf und verteilte den Inhalt auf den Boden, bis er fand was er suchte.
Einen Kalender der Sterne. Seine Finger fuhren zitternd über die Konstellationen und im Kopf drehten sich die Zahlen, bis sie abrupt zum Stehen kamen und ein klares Datum offenbarten.
In zwei Nächten. 48 qualvolle Stunden musste er warten um sein Glück zu versuchen.
Doch bis dahin wollte er so viel wie möglich über den Bewacher des Eingangs zur Unterwelt herausfinden.
Eine Vorahnung in ihm verriet, dass er auf eine Begegnung mit ihm nicht herumkam.
Merlin, er hoffte diese Gestalt würde der auf den Bildern von Nessalya nicht zu ähnlich sein.
Seine Gedanken wurden urplötzlich unterbrochen, als eine Eruption das Haus erzittern ließ.
Ihm blieb auch nichts erspart. Umso mehr er sich der Küche näherte, umso pulsierender wurde das Ziehen in seiner Magengegend.
Es schien vom Tisch zu kommen, und halb erleichtert, halb benommen stellte er fest, dass das Taschenbuch geöffnet auf dem Tisch lag.
Vorsichtig näherte Draco sich dem Tisch und blickte auf die aufgeschlagene Seite des Buches.
Das Portrait von Hermione war einer neuen Zeichnung gewichen.
Eindeutig bildete diese auch die ehemalige Gryffindor ab.
Doch nun war ihr ganzer Körper zu sehen und sie befand sich zusammengekauert mit geschlossenen Augen auf der Mitte der Seite.
Ein seliger Gesichtsausdruck zierte ihr hübsches Gesicht und auf ihrem nackten Körper befanden sich Streifen, wie die Ranken einer seltenen Blume, die ihren Körper schützten.
Leicht berührte er die Oberfläche der Seite. Seine Berührung troff vor Sehnsucht und Bedauern.
Das Opfer. Mehr als alles andere auf der Welt hoffte er, dass dieses Opfer nicht Hermione sein würde.
Und endlich verstand er die Prophezeiung Dumbledores. Er war der Bewohner ihres Herzens, ebenso wie sie sein Herz bewohnte und es in Euphorie, sowie in Trauer versetzte.
War dies nicht der Beweis, dass sie ihn nicht einfach beiseite stellen würde, sobald sie der unvorstellbare Ruhm ergriff?
Es musste so sein. Denn auch mit ihrem jetzigen Ruhm, war sie doch immer noch die alte Hermione Granger, deren Werte tiefer gingen als Ansehen und Macht.
In seiner Kehle bildete sich ein dicker Klumpen der Schuld. Hätte er sich nicht wie ein Junge, der um sein Spielzeug fürchtete, benommen und wäre er nicht so launisch gewesen, dann wäre sie vielleicht noch hier.
Sie würden zusammen nach Nessalya und ihrer Macht suchen und dieses erstickende Gefühl der Leere würde ihn endlich verlassen.
Unmöglich den Klumpen zu schlucken, setzte er sich an den Tisch und blätterte in dem Taschenbuch.
Manche Seiten hatten einen verzierten Rahmen, andere waren komplett undberührt.
Beim dritten Durchblättern bemerkte Draco, dass wenige Seiten zusammenklebten.
Vorsichtig löste er sie von einander und blickte auf die Buchstabenreihen, welche sich auf den Seiten ergossen.
Feuer spuckend und Tod bringend.
Nutze wozu du geboren bist.
Wandle es in deinem Sinne.
Tiefe Schluchten und enge Räume wirst du durchschreiten.
Dennoch bist du es, der den Schrecken wird verbreiten.
Welch Schicksalsfügung euch bringt zusammen, wird euch nie trennen.
Was einst begann durch Selbstschutz, wird euch in eine Schleife der Nächstenliebe bringen
Und euch halten ohne Chance zu entrinnen.
Hast du nie damit gerechnet, so wird dein Herz dir die Frage stellen, gehen oder bleiben?
Die Antwort auf alle deine Fragen wird sie sein.
Nur sie.
Das ganze wurde immer rätselhafter für den jungen Malfoy. Und Merlin sei Zeuge, er war verdammt gut im Lösen von Rätseln.
Doch seine Angst, dass dieses Rätsel ihn in die Knie zwingen würde, ließ nicht von ihm los.
Den feigen Jungen ließ Draco mit 17 Jahren hinter sich. Ausgetrieben wurde er ihm von einer jungen braunhaarigen Hexe, welche ihn durch die Gänge Hogwarts fluchte.
Er hatte sich geschworen diesen Wesenszug nie wieder ans Tageslicht kommen zu lassen, und hoffte, dass diese Aufgabe ihn nicht hervorbringen würde.
Hätte ihn jemand in diesem Augenblick gefragt, ob er sein Leben für das ihre opfern würde, hätte er ohne zu zögern mit ja geantwortet.
Ohne sie war er nichts wert. Niemand vorher hatte nie sein wahres Gesicht gesehen, und nie würde er es jemand anderem zeigen.
Seine Vorbereitungen beinhalteten viel unruhigen Schlaf, einige Versuche sich zum Essen zu zwingen und erfolglose Recherchen in den verbleibenden Büchern, um etwas über Amenti herauszufinden.
Als der Tag des ersehnten Vollmondes kam, machte Draco sich früh auf den Weg, um die Umgebung der Grabstätte der Nessalya zu erkunden.
Unter der glühenden Mittagssonne machte er sich auf den Weg.
Immer wieder kam er an Pilgerern vorbei, die um Gaben fragten.
Nicht unweit der Wüste fand er wenige Souvenirstände, mit Schmuck und glänzenden Gefäßen.
Am letzten blieb er stehen. Er hatte keine Zeit. Er musste weiter. Er musste feststellen, dass seine Beine wie angewurzelt stehen blieben, ohne auf seinen Befehl zu hören.
Das musste ein Zauber sein. Er schoss Blicke in alle Richtungen und blieb schließlich an der vermummten Gestalt hängen, welche auf dem Boden ihres Zeltes saß und ihn über den Schmuck hinweg ansah.
„Sie dich an" bat sie mit rauer Frauenstimme. Die Wüste und ihre Vegetation mussten ihr Jahrelang zu schaffen gemacht haben.
„Bitte?" fragte er mit schnarrender Stimme.
„Sieh." Wiederholte sie.
Sein Blick schweifte über die verschiedenen Gegenstände auf dem Klapptisch.
Ohrringe, Ketten und kleine Figuren.
Sein Blick blieb an einem kleinen Drachen hängen. Während das restliche Sortiment nach Schund aussah, wirkte dieser sehr wertvoll und ein Licht schien in seinem Inneren zu pulsieren.
„Nimm ihn" befahl die Vermummte.
Draco tat wie ihm geheißen, zögerte jedoch einen kleinen Moment, um sich zu fragen, seit wann er Befehlen Folge leistete.
Bei der ersten Berührung des Schmuckstücks zog er die Hand schnell wieder ein und sah die Frau an. Er hatte einen Stromschlag gespürt.
Der empörte Ausdruck auf seinem Gesicht brachte ihm ein schiefes Lächeln mit gelben, wenigen Zähnen der Frau ein.
Er versuchte es ein zweites mal und nun fühlte der Drache sich warm an. Er schloss seine langen Finger um den Drachen und spürte das Pulsieren.
Er drehte ihn in seiner Hand. Er war leuchtend Silber und hatte grüne Augen, kleine scharfe Zacken und spitze Zähne. Die Zunge und die Zähne schienen aus Smaragden zu sein und alles in allem fand Draco ihn ziemlich ansehnlich.
„Sag mir, wie viel willst du dafür?" fragte Draco, ohne seine Augen von dem Drachen zu nehmen.
„Er gehört dir. Ich nehme kein Geld für etwas, was mir nicht gehört." Sprach die Alte.
Er warf ihr drei Galeonen zu. Wahrscheinlich war der Drache das Zehnfache wert, doch Draco fand es angemessen für die Tatsache, dass sie nichts wollte.
Vorsichtig verstaute er den Drachen in seiner Hosentasche und setzte seinen Weg fort.
Die Sonne stand hoch am Horizont und er würde Vermutlich 3 Stunden bis zur Pyramide der Secum brauchen.
Ohne Hermione ging das einfach schneller, weil er sich keine Pausen erlaubte.
Immer wieder liefen ihm seltsame Gestalten über den Weg, manche waren vermummt, wie die Alte an dem Schmuckstand, andere waren wie typische Touristen gekleidet. Geschmacklos und mit einem deftigen Sonnenbrand geschmückt.
Die Dämmerung brach über ihn hinein und er konnte in der Ferne den Brunnen ausmachen.
Nach ihrem letzten Besuch der Grabstätte hatten sie keine Gelegenheit gehabt den mühsam entfernten Sand wieder über die Unterseite der Pyramide zu verteilen, und so war ein Großteil noch auszumachen.
Der Kadaver des Wesens, welches ihn angegriffen hatte, war noch an derselben Stelle wie Tage zuvor.
Hermione muss ihm mit dem Spinnenbein auch das Leben genommen haben.
Er war für jede Information zur Beseitigung dieser Viecher dankbar.
Er schritt vorsichtig zur Mitte, welche durch den Brunnen geziert wurde.
Er ging langsam und auf den Schuhspitzen, fast als würde er befürchten durch eine falsche Bewegung, oder einem zu lauten Geräusch, wieder die Bewohner der Wüste anzulocken.
Ein komisches Gefühl durchströmte ihn. Hitze. Der Himmel wurde von Sekunde zu Sekunde dunkler. Ihn übermannte die Befürchtung, dass er von innen verbrennen würde.
In dem Versuch Ruhe zu bewahren, erinnerte er sich an Snapes erste Lehrstunden, welche er ihm privat gegeben hatte, zur Selbstverteidigung.
Finde heraus, von wo der Schmerz kommt, so kannst du ihn leichter Bekämpfen. Hilft das nicht, kannst du diese Körperstelle ignorieren.
Er schloss zitternd seine Augenlider und versuchte dem Weg des Schmerzes zu folgen.
Es kam eindeutig von seinem rechten Bein.
Schnell öffnete er die Augen als ihn die Erkenntnis traf.
Der Drache.
Mit schnellen Bewegungen zog er ihn aus der Tasche und sofort hörte das folternde Gefühl auf.
Die Augen, Zunge und Stacheln des Drachen leuchteten. Ob von dem Mondlicht, oder vor eigener Kraft, wusste Draco nicht.
Die Figur war nach wie vor warm, doch es schmerzte nicht, ihn in der Hand zu halten.
Genauso vorsichtig wie zuvor setzte er seinen Weg in Richtung Brunnen fort. Keine 20 Meter trennten ihn mehr von der Mitte, als er erneut ein unwillkommenes Gefühl wahrnahm.
Dieses jedoch kannte er besser als jedes andere.
Er wurde beobachtet.
Seinen Zauberstab griffbereit, wandte er langsam seinen Körper der Richtung zu, von der er vermutete beobachtet zu werden.
Insgeheim betete er dafür, dass es nicht die Wesen waren, welche ihn bei seinem letzten Besuch überrascht hatten.
Mit einem Blick in Richtung Himmel nahm er seine Gebete zurück, und wünschte sich, dass es doch die Wesen seien.
Geschätzte hundert Dementoren schwebten weit über ihm und kreisten ihn ein.
Langsam kroch die Kälte über ihn hinein.
Er konnte Hermione nicht retten.
Sie würde ihn sowieso nicht wollen.
Sie wäre unsagbar wütend weil er sie so lange hatte warten lassen.
Sie würde ihm nie verzeihen.
Vielleicht dachte sie in ihren gemeinsamen Stunden an das Wiesel.
Bei dem letzten Gedanken wusste Draco, dass dies nicht seine Ängste waren, sondern die, die ihm von den Dementoren eingepflanzt wurden.
Er richtete seinen Zauberstab gen Himmel und die Luft um ihn schien zu zittern.
Er war ein mächtiger Zauberer, doch dies verwirrte selbst ihn.
„Expecto Patronum!" donnerte er Richtung Himmel und die Pyramide unter ihm begann zu beben.
Ein gleisend helles Licht schien die ganze Welt zu erleuchten. Draco hatte Mühe, seinen Griff um den Zauberstab zu halten.
Aus der Spitze des schwarzen Holzstabes schoss immer mehr Licht und formte sich hoch über seinem Kopf zu einem riesigen Ungetier zusammen.
Erst als die Dementoren darum zu explodieren schienen, und sein Patronus durch die Lüfte stürzte, erkannte Draco einen riesigen Drachen.
Das war nicht seine übliche Patronusform. Er kannte keinen Fall, in dem der Patronus sich im Laufe der Zeit änderte. Doch Draco bezweifelte auch, dass ein anderer Mensch in seinem Leben so eine tiefe Veränderung durchgemacht hatte, wie er es getan hat.
Verwirrender war, dass der Patronus die Dementoren nicht vertrieb, sondern sie aufzufressen schien. Viel Zeit zum grübeln blieb ihm nicht, denn der riesige Drache kam mit rasanter Geschwindigkeit auf ihn zugestürzt, und das einzige, was Draco in dem Moment einfiel, war, seinen Zauberstab in die Lüfte zu halten, in der Hoffnung, der Drache würde es darauf abgesehen haben, darin zurückzukehren, anstatt ihn zu verspeisen.
Tatsächlich lag er richtig in seiner Vermutung und nachdem seine Augen sich wieder an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah er keinen einzigen Dementoren mehr am Himmel.
„Du nützliches kleines Biest" flüsterte er dem silbernen Drachen in seiner Hand zu.
Am Brunnen angekommen, hielt er seinen Zauberstab in die Öffnung und sorgte für Licht.
Es war der einzige offensichtliche Weg ins Innere der Pyramide und Draco würde einen Teufel tun, und sich unachtsam in die Dunkelheit zu stürzen.
Der Zauber erhellte einen unsagbar langen Schacht, der nicht zu enden schien.
Ich hoffe es hat euch gefallen, doch beim letzten Lesen, fiel mir auf, dass ich etwas an meinem Schreibstil ändern muss.
Verzeiht mir, dass ich mich oftmals etwas ‚schwierig' ausdrücke.. Ich versuche das abzustellen…
Wie immer sind Reviews gern gesehen und dies mal nehmt ihr damit automatisch an einem Gewinnspiel für 100.000 Euro teil *lüg* :D
Also haut in die Tasten, egal ob ‚nette' oder ‚schwierig zu beantwortende' Reviews… ich komm schon damit klar ;)
