Hi, dieses hat es nicht so lange gedauert. Ich bin richtig stolz auf mich. Ich habe zwar immer noch viel zu tun, aber ich manage es mittlerweile richtig. Momentan passe ich zum Beispiel auf das Meerschweinchen meiner Schwester auf. :Kopf schüttel: Komisches, kleines Tier...
Kapitel 8
Severus ging wutschnaubend in die Große Halle. Diese verdammten Gryffindors hatten es doch tatsächlich geschafft ihm das Wochenende zu verderben. Konnten sie noch nicht einmal die Heiligkeit des Sonntages anerkennen und wenigstens an diesem Tag einmal brav sein? Nein, sie mussten ja unbedingt wieder einen auf unbeugsam machen und sich einem fuchsteufelswilden Zaubertränkemeister in den Weg kommen.
Am Lehrertisch angekommen ließ er sich auf seinen Stuhl fallen und starrte missmutig seine Kollegen an, die sich schon auf verbale Attacken seinerseits wappneten. Er schnaubte. Es wurde so langsam aber sicher Zeit, dass er ein ernstes Wörtchen mit Minerva sprach. Er wurde ja schließlich immer wegen dem regelwidrigen Verhalten seines Hauses angesprochen und er sah es nicht ein, dass die Gryffindors nicht das gleiche Maß an Intoleranz zu spüren bekamen als sein Haus.
Aber heute würde er sich nicht in die Höhle des Löwen begeben. Das wäre eine Zumutung für seinen eh schon geschundenen Geist, der sich schon mit den unbegabten Schülern herumplagen musste.
Er wollte sich gerade seiner Kaffeetasse widmen, als er von Dumbledore angesprochen wurde: „Severus, wie geht es eigentlich Diana?"
Innerlich verdrehte Severus die Augen. Das war in den letzten Wochen der typische Gesprächsanfang geworden. Er wunderte sich, wie schnell die anderen Lehrer mitbekommen hatten, dass das einzige Thema, bei dem er nicht sofort ausrastete, wenn man ihn darauf ansprach, Diana war. Sie war so ziemlich die einzige, bei der er das Gefühl hatte, dass sie ihn verstand.
...verstand... Genau daran zweifelte er in diesem Moment, als er diesen Gedanken fasste. An seinem Verstand. Wieso sollte ihn ein Ozelot besser verstehen als seine Kollegen? So langsam aber sicher wurde er wirklich reif für das St. Mungos.
„Wie soll es ihr gehen? Gut natürlich!", murmelte er nur in seine Tasse hinein und nahm einen großen Schluck des schwarzen Gebräus, auch Kaffee genannt.
„Ich hatte eigentlich gemeint, ob sie sich noch so komisch verhält", sagte daraufhin der Direktor, was Severus beinahe zum verzweifeln brachte. Konnte sich dieser zitronenbrausebonbonsüchtige nicht einmal, ... einmal mit einer Antwort zufrieden geben? Offensichtlich nicht.
Er seufzte leise und setzte die Tasse ab. „Ja, sie verhält sich immer noch so merkwürdig. Man könnte fast meinen, sie wäre ein Mensch, der in einen Ozelot verwandelt worden ist!", sagte er in normaler Lautstärke, was zur Folge hatte, dass Minerva darauf aufmerksam wurde.
„Du meinst, sie verhält sich menschlich?", hakte sie nach und erntete ein genervtes Nicken von Severus. Sie zog einen Moment nachdenklich die Stirn kraus und stand dann abrupt auf. „Ich glaube, ich weiß jetzt, wo Hermine ist!", eröffnete sie den beiden Zauberern, die sie überrascht ansahen.
„Und wo, wenn ich fragen darf, ist sie?", wollte Dumbledore wissen.
Doch bevor sie ihm antworten konnte, ergriff Severus das Wort. „Ich glaube, ich weiß, was sie meint", sagte er und stand ebenfalls auf. Mit Dumbledore und Minerva im Schlepptau eilte er hinunter in den Kerker zu seinen Quartieren. Innerlich betete er, dass Minerva sich irrte. Die Vorstellung, dass er über drei Wochen eine gewisse Schülerin in seinen Privaträumen beherbergt hatte, gruselte ihn.
Wenn das wahr war, dann...
...hatte er ein Problem. Sie kannte die Seiten von ihm, die er eigentlich niemandem hatte zeigen wollen. Verdammt! Das war eine Katastrophe! Der Weltuntergang!
Er keifte der Tür das Passwort entgegen und stürmte in seine Privaträume. Diana hob überrascht den Kopf und betrachtete ihn und die anderen beiden mit großen Augen.
„Severus, wo ist der Trank?", fragte Minerva.
Er deutete auf die Tür zu seinem Vorratsraum. „Die giftgrüne Flasche rechts auf dem oberen Regal ganz links hinten in der Ecke. Die Flasche ist nicht beschriftet." Minerva nickte und verschwand hinter der Tür, um kurz darauf mit dem besagten Fläschchen in der Hand wieder aufzutauchen.
„Minerva, wie kommst du eigentlich darauf, dass Miss Granger dieser Ozelot sein soll?", fragte Dumbledore, dessen Gehirn nach über einhundert Jahren anscheinend doch etwas abgebaut hatte. Wenn auch nur minimal. Natürlich.
Hermine hatte bei den Worten des Direktors aufmerksam die Ohren gespitzt und war aufgestanden. Waren sie darauf gekommen? Sie wagte es kaum zu hoffen, doch die nächste Bemerkung von ihrer Verwandlungslehrerin bestätigte ihre Vermutung.
„Deshalb!" Sie ging zu ihr und flößte ihr den Inhalt ein.
Ein paar Augenblicke lang geschah nichts. Nur das Ticken der Uhr erfüllte den Raum, bis Hermine auf einmal anfing zu wimmern. Die drei Professoren sahen sich unangenehm berührt an. Diese Schmerzen waren ein Teil der Verwandlung so wie ihrer Umkehrung.
Hermine fühlte sich indessen, als würde sie von innen heraus verbrennen. Es waren die selben Schmerzen, die sie auch schon bei ihrer Verwandlung hatte ertragen müssen. Sie spürte, wie sich ihre Knochen verformten.
Wenige Momente später kniete sie in ihrem menschlichen Körper auf dem Teppich und hatte die Arme um sich geschlungen. Sie trug genau wie vor vier Wochen eine helle Jeans und ein weißes Top, die wie durch ein Wunder weder schmutzig noch zerfetzt waren.
Unsicher, fast schüchtern sah sie zu ihren Lehrern hinauf, die trotz allem überrascht schienen, dass sie tatsächlich Diana gewesen war.
Vor allem Severus hatte seine gleichgültige Maske nicht wie sonst vollkommen unter Kontrolle. Sein Gesicht war um einige Nuancen blasser geworden und er starrte sie mit leicht geweiteten Augen an.
„Ich...", stotterte Hermine, doch Dumbledore unterbrach sie.
„Meine Liebe! Ich denke, dass Sie sich erst einmal ausruhen sollten. So eine Verwandlung, wie Sie sie gerade durchgemachte haben ist äußerst schmerzhaft. Wir reden später über die Umstände, wie sie verwandelt wurden. Doch nun denke ich, dass sie in den Krankenflügel gehen sollten. Professor Snape wird sie dorthin bringen!", sagte er und es hätte keinen der Anwesenden gewundert, wenn er als nächstes eine Papiertüte aus seinem Umhang gezogen hätte um jeden von ihnen ein Zitronenbrausebonbon anzubieten.
Etwas unverständliches vor sich hinmurmelnd ging Severus zu der immer noch am Boden knienden Hermine und zog sie forsch auf die Beine. „Kommen Sie!", knurrte er und zog sie hinter sich her.
Minerva und Dumbledore blieben mitten im Raum stehen und sahen ihnen verwundert hinterher.
„Kann es sein, dass er nicht sonderlich darüber erfreut ist, dass wir Miss Granger gefunden haben?", fragte Minerva und sah den Direktor fragend an.
„Das glaube ich ehrlichgesagt weniger", erwiderte dieser nachdenklich. „Ich glaube, er ist einfach enttäuscht, dass das Wesen, das ihn am ehesten verstanden hat, eine Gryffindor ist."
Ende Kapitel 8
To be fortgesetzt...
