Kapitel 8:

Ich stand vor Sarahs Hotel Zimmer und klopfte an die Tür, doch niemand öffnete. Vielleicht wollte sie niemanden sehen. Ich versuchte sie auf dem Handy zu erreichen, als es einige male geklingelt hatte sah ich wie Sara mir entgegen kam. Auf ihrer Stirn war ein dickes Pflaster, natürlich, sie war bestimmt ins Krankenhaus gegangen um die Wunde behandeln zu lassen.

Wie konnte ich nur so rücksichtslos sein, gäbe es einen Preis für den schlechtesten Ehemann, ich hätte ihn heute gewonnen.

Besorgt ging ich auf sie zu: „Hey, ist alles in Ordnung?"

Mach dir keine Sorgen, es ist nur ein Kratzer.", noch sah sie nicht wütend aus, es war vielleicht sicher über den Vorfall im Labor zu sprechen. „Sara, es tut mir leid, mein Verhalten war absolut unangemessen. Ich wollte auf keinen Fall deine Authorität anzweifeln. Aber wir sind so gesehen jetzt wieder zusammen und irgendwie hatte ich Angst das….", Sara unterbrach mich.

Gil, es ist in Ordnung. Ich bin zu 70% hungrig, zu 20% müde und nur zu 10% sauer. Also schlage ich vor du trägst meinen Koffer zum Auto, bringst mir dann Essen ans Bett und dann kannst du versuchen dich bei mir zu Entschuldigen."

Sie öffnete ihre Handtasche und holte einen Schlüssel hervor. Ihr Koffer war schon gepackt, ich trug ihn nach draußen und holte ein Taxi, während sie an die Rezeption ging um auszuchecken. Sie hob fragend die Augenbraue, warum wir mit dem Taxi zu mir fahren würden, ich bemerkte nur kleinlaut: „Ich habe was getrunken."

Der Taxifahrer wurde nervös, ich dachte jetzt war so zu 15% sauer.

Wir bestellte uns eine Pizza, keiner hatte heute viel Lust etwas zu Kochen und Sara liebte Fastfood, zu meiner Verwunderung sah man ihr dies nicht an, während ich in den letzten Jahren einen Bauch bekommen hatte.

Sie lag bequem nur in meinen Boxershorts und einem T-Shirt auf dem Bett. Sie streckte sich leicht und sah entspannt aus. Ich sah einige blaue Flecken auf ihrer Haut. Ich beschloss es ein bisschen bei ihr gut zu machen, indem ich mich an das Bettende setzte, nach ihrem Fuß griff und diesen massierte.

Wäre sie eine Katze gewesen hätte sie angefangen zu schnurren. Ein leichtes lächeln umspielte ihre Lippen, ihre Augen waren geschlossen und sie summte leise vor sich hin. „Das ist schon mal ein guter Anfang Gilbert, ich werde darüber nachdenken ob ich dir verzeihe."

Oh ich glaube da habe ich noch etwas." Ich stand auf und ging in die Küche. Zwar hatte ich nicht wie Jim es empfohlen hatte, Blumen gekauft, aber ich dachte eine Massage und ein leckeres Schokoladen Eis würden ihr besser gefallen.

Als sie den Becher und dem Löffel in meiner Hand sah, leuchteten ihre Augen auf. Ich legte mich neben sie auf das Bett. Sara legte ihren Kopf auf meine Schulter und aß genüsslich ihr Eis. „Dieser Carlos hat eindeutig etwas zu verbergen, aber mein Bauchgefühl sagt mir das er nichts mit den beiden Morden zu tun hat. ". Ich strich ihr abwesend durch ihr Haar.

Was sagen denn die Beweise?", ich sah wie sie leicht mit den Augen rollte.

Er besitzt einen recht großen Schrottplatz, dort nach Beweisen zu suchen wird sicherlich einige Tage in Anspruch nehmen, ganz zu schweigen von den ganzen Analysen. Ich sage ja nicht dass er niemanden Umgebracht hat. Es ist einfach so ein Gefühl, in meinem Beruf braucht man eben nicht nur die Beweise."

Ich ließ meine Hand zu ihrem Hals gleiten und streichelte sie dort sanft.

Ich weiß, die Intuition eines guten Ermittlers. Weißt du, ich sollte dich vielleicht vorwarnen, es könnte sein das ich Brass von uns erzählt habe…", sie runzelte ihre Stirn und drehte ihren Kopf zur Seite um mich besser sehen zu können.

Was meinst du damit es könnte sein?", ich sollte es ihr einfach erzählen, das tat man doch als Ehepaar. „Nun Jim kam wegen unserem Streit hierher und dann haben wir Bier getrunken, uns etwas Unterhalten. Dabei habe ich ihm gesagt dass wir verheiratet sind. Es war keine Absicht er dachte nur du würdest zu Ecklie gehen. Jim ist ein guter Freund, er wollte nur sehen ob alles in Ordnung ist.", sie wendete sich wieder ab von mir und legte den nun leeren Eisbecher mit dem Löffel auf den Nachttisch. Dann drehte sie sich auf die Seite zu mir und schmiegte sich an mich. Ihr Kopf auf meiner Schulter und ihr Arm um auf meinem Bauch.

Ich fuhr mit meiner Hand unter ihr T-Shirt und streichelte ihren Rücken.

Dann fragte sie leise: „Dein Team sind deine Freunde, aber du hast ihnen nie von mir erzählt, wieso eigentlich?", ich nickte und antwortete dann: „Nach dem Streit als du nach Quantico gegangen bist und ich nach Las Vegas gezogen bin. Da war ich eine lange Zeit nicht gut gelaunt. Aber ich wollte nicht mit Fremden darüber reden und später dann, ergab sich so eine Unterhaltung nicht. Ich denke einfach alle haben vermutet das ich nie eine Beziehung zu einer Frau hatte, weil ich nur für das Labor lebte."

Das ist traurig.", sagte sie knapp. „Hast du dich eigentlich mal gefragt was wir tun werden wenn der Fall abgeschlossen ist?"

Ich starrte nach oben an die Decke und sagt etwas schläfrig: „Eigentlich hatte ich gehofft das du irgend einen Plan oder eine Idee hast. Ansonsten würde ich versuchen in Washington einen Job zu bekommen."

Aber du liebst das Labor und du liebst die Menschen dort. Weißt du, ich hatte jetzt 7 Jahre ein aufregendes Leben. John und ich waren im ganzen Staat im Einsatz. Manchmal kamen die Aufträge so schnell hintereinander das wir kaum Zeit in Washington verbracht haben."

Ich brummte nur etwas, ich wollte sicherlich nicht in diesem Augenblick über John reden. Doch Sara bemerkte meinen Stimmungsumschwung. „Ich kann nicht glauben dass du immer noch Eifersüchtig bist. John und ich hatten nie mehr als eine rein berufliche Beziehung. Du kannst uns auch Freunde nennen, aber nie mehr."

Sie hatte Recht, ich sollte ihre Worte nicht anzweifeln, aber da kam mir ein anderer Gedanke. „Ich werde versuchen das zu unterlassen, aber er weiß doch das du verheiratet bist oder?" eine Pause trat ein und ich fragte nochmals nach, nur um sicher zu gehen das sie mich gehört hatte. „Oder, Sara?"

Nun nicht wirklich, also ich meine. Wir haben damals in San Fransisco unsere Ringe nicht oft angezogen, vor allem wegen deinen Komplexen was die anderen Leute sagen würden." Vorwurfsvoll zwickte sie mich in die Seite.

Ich brummte wieder, wer war dieser alte Gil Grissom, der so eine Frau geheim halten wollte. „ Ich weiß, aber wenn John nicht weiß das wir verheiratet sind, wie kannst du dann behaupten das er nie etwas von dir wollte, also mehr als nur eine Freundschaft."

Ich bitte dich das doch verrückt." Sie lächelte leicht, schaute aber auch ungläubig, sie hatte absolut keine Ahnung wie sie auf Männer wirkte.

Ich drehte sie auf ihren Rücken und beugte mich über sie. Sie schaute mich überrascht an. Ich strich ihr über ihren Bauch. Sie kicherte gelassen. Der letzte zusammenhängende Gedanke war, welches Glück ich doch hatte, Sara wieder zu haben, als ich mich auf sie legte und küsste.