Hmm, wir gehen irgendwie bald aufs Ende zu... na ja und es wird wie der Titel schon sagt etwas depressiv, wie ich finde...

Viel Sprass

Sora


Teil 9/12

Depressionen

Am nächsten Morgen musste sich Harry aus dem Bett zwingen. Trotz der Tatsache, dass er lange und viel geschlafen hatte, fühlte er sich wie erschlagen. Zu allem übel, brachte ihn sein Rücken fast um. Scheinbar war die unübliche Belastung langsam zu viel für ihn. Da er genug Zeit hatte, beschloss er ein heißes Bad zu nehmen und sich etwas zu entspannen. Es brachte nicht wirklich etwas. Seine Gedanken wanderten immer wieder zu Draco.

Als er gerade mit anziehen fertig war, hörte er Hermine vor der Tür. Sie war völlig aufgelöst und sah ihn mit Tränen in den Augen an. Sofort schloss er sie in seine Arme und führte sie zu seinem Bett.

"Mia, was ist passiert?"

"Ich habe etwas dummes getan. Du wirst mich hassen", schniefte sie. Sofort lief ein ungutes Gefühl durch Harry's Körper.

"Was hast du gemacht?" Fragte er vorsichtig.

"Ich habe nach unserem Gespräch gestern mit Draco gesprochen. Ich wollte einfach wissen, wieso er mit dir zusammen ist."

"Du hast was? Hermine, wieso mischt du dich da ein?" Fragte er.

"Ich habe mir halt Sorgen gemacht um dich und wollte letztendlich nur bestätigt haben, dass er wirklich was für dich empfindet. Aber scheinbar habe ich totalen Mist gebaut. Ich habe ihm gesagt, dass er dir sagen sollte, was er für dich fühlt. Als er dann meinte, dass mich das nichts angeht, habe ich ihn noch mehr bedrängt. Schließlich ist er weg gegangen und ich habe ihm hinterher gerufen, dass er dich so verlieren wird. Aber das ist noch nicht das schlimmste. Ich war heute morgen schon früher in der Halle mit Ron und den anderen. Ich wollte dir heute morgen einfach Zeit geben. Malfoy hat die Halle betreten und Ron hat ihn sofort auf das Schachspiel von gestern angesprochen und wann sie es beenden. Und daraufhin ist er ausfallend geworden. Hat ihn mit Wiesel und mich mit Schlammblut betitelt. Meinte, wir hätten nicht das recht ihn anzusprechen und das solle ich dir auch ausrichten. Dann hat er uns einfach links liegen gelassen. In einer ruhigen Minute habe ich mit Blaise gesprochen. Er meinte nur, dass Malfoy wieder wie früher wäre. Er sei eiskalt und hätte bereits ganz Slytherin wieder gegen die Gryffindors aufgehetzt. Es tut mir so leid. Es ist alles meine Schuld", immer mehr Tränen wanderten ihre Wangen herunter. Harry war ihr nicht böse. Lediglich etwas enttäuscht von ihrem Verhalten, aber sie hatte es nur gut gemeint. Alles was er nun fühlte, war Leere. Tiefe Leere in seinem Herzen. Also hatte er doch recht gehabt, Draco liebte ihn nicht und würde es nie tun.

"Schon gut, Hermine. Beruhige dich. Ich bin dir nicht böse. Letztendlich habe ich es kommen sehen.", sagte er leise. "Trockne deine Tränen und lass uns zum Unterricht gehen. Für Frühstück ist es wohl zu spät." Sie sah ihn nur erstaunt an und nickte nach einiger Zeit.

In den ersten beiden Stunden hatten sie heute Heilen und Kräuterkunde. Beide Fächer hatten sie nicht mit den Slytherin's, worüber Harry sehr erleichtert war. Zum Mittag gingen sie dann in die Halle. Ron und Hermine ließen Harry in der Mitte sitzen und zwar so, dass er dem Tisch der Slytherin's den Rücken zukehrte. Mit seiner Ankunft wurde das Tuscheln lauter. Fast allen war die Veränderung des Slytherinprinzen aufgefallen. Unter anderem auch die Lehrer. Sirius warf einen Blick zu Malfoy, ging dann zu seinem Patensohn und setzte sich zu ihm.

"Was ist passiert? Habt ihr euch gestritten?" Fragte er leise.

"Ich möchte jetzt nicht darüber reden, Sirius. Ich komme vielleicht heute Abend bei dir und Remus vorbei, okay?" sagte Harry und schob seinen Teller von sich. Er hatte keinen Hunger.

"Gut, aber wenn er dir was..."

"Sirius, lass es." rief Harry und verließ die Halle mit schnellen Schritten. Draußen lehnte er sich an die Wand und schloss die Augen. Seine Hand lag auf seinem Bauch. Und als wenn sie ihn trösten wollten, spürte er plötzlich eine Bewegung. Es war nur ein kleiner Fußtritt, aber er lockte ihm ein Lächeln in sein Gesicht.

"Na Potter, so allein heute? Haben dich Schlammblut und Wiesel allein gelassen? Scheint dich ja sehr zu freuen." Sagte plötzlich eine kalte Stimme. Sofort verschwand das Lächeln von Harry und er öffnete seine Augen. Vor ihm stand Draco. Nicht der Draco von gestern, sondern wie der von vor einem Jahr. Seine Augen waren gefühllos und sein Gesicht hämisch verzogen.

"Wieso tust du das, Draco?" Fragte Harry müde.

"Das heißt noch immer Malfoy für dich. Und meine Gründe gehen dich einen Scheißdreck an, Narbengesicht", schnarrte er.

"Heißt das, dir sind unsere Kinder egal?"

"Was meinst du mit unsere? Deine Bastarde sind es doch. Sprich mich nie wieder darauf an."

"Keine Sorge, Malfoy. Das wird das letzte Mal sein, dass ich mit dir rede. Nichts aus meinem Leben wird dich je wieder etwas angehen", sagte Harry und ließ den kühlen Blonden einfach stehen. Seine Beine trugen ihn direkt in sein Bett und nichts in der Welt brachte ihn dazu so schnell wieder aufzustehen. Vorher nahm er noch die Chance wahr und änderte sein Passwort an der Tür. Er wollte nicht gestört werden.

Er wurde von einem riesigen Krach geweckt. Irgend jemand schlug immer wieder gegen die Wand und schrie seinen Namen. Schließlich hörte er die Stimme von Professor McGonagall, die einen merkwürdigen Zauberspruch sprach und der Durchgang öffnete sich. In das Zimmer stürmte sofort Ron, Hermine, Sirius, Madame Pomfrey und die Schuldirektorin. Sofort stürmten alle mit Fragen über seine Gesundheit auf ihn ein und die Krankenschwester kam zu ihm und begann seinen Puls und Fieber zu messen. Er schaute sie nur stumm an und schwieg. Er wollte nicht reden. Er wollte nur seine Ruhe und schlafen. Hermine hielt ein großes Essentablett in der Hand, was sie auf sein Bett stellte, aber er ignorierte es.

Nach einer Stunde Gewirbel waren nur noch Sirius und Hermine da. Ron hatten sie, da er nur noch über Malfoy fluchte nach nebenan geschickt. Beide versuchten mehrmals mit ihnen zu reden und ließen ihn erst in Ruhe, als er etwas aß. Schließlich war er wieder allein, er ließ sich in seinem Bett zurück fallen und schlief ein. Zu seiner Freude, verfolgten ihn keine Albträume.

Die nächsten Tage verbrachte er fast vollständig in seinem Bett und weigerte mit jemanden über das geschehene zu reden. Hermine und Ron brachten ihm die Hausaufgaben und auch das Essen, welches er nur wegen dem Gedanken an seine Kinder zu sich nahm. Nach einer Woche stand ein neuer Gast vor seiner Tür. Niemand anderes als Narcissa Malfoy war gekommen und saß nun schon zwei Stunden an seinem Bett. Sie sagte nicht wirklich ein Wort und hatte ihn einfach in den Arm genommen.

"Ich bleibe für ein paar Tage noch hier und würde mich freuen, wenn du mit mir essen gehen würdest." sagte sie nach der dritten Stunde. Harry schüttelte nur den Kopf. "Bitte. Du brauchst etwas frische Luft und Bewegung tut dir auch gut. Wir können auch einfach etwas draußen spazieren gehen. Soweit ich weiß, dürft ihr heute nach Hogsmaede und wir können ein paar Weihnachtsgeschenke kaufen. Vielleicht hilfst du mir etwas für mein Enkelkind auszusuchen."

"Enkelkinder", flüsterte Harry schließlich und bedeutete ihr mit den Fingern, dass es zwei wären. Er fand es so angenehm, dass sie ihn nicht dazu bringen wollte ihr alles zu erzählen. Sondern einfach für ihn da war.

"Siehst du, dann habe ich um so mehr zu tun. Bitte, tu mir den Gefallen. Ich verspreche dir auch keine protzigen Malfoy-Geschenke. Keine silbernen oder goldenen Schnuller, keine Diamantenrassel", sagte sie lächelnd.

"Dir ist schon klar, dass die Kinder erst im März zur Welt kommen, oder?" erinnerte er sie mit rauer Stimme.

"Na und. Also, kommst du?" Ergeben nickte er. Warm angezogen folgte er ihr durch die Gänge der Schule und ignorierte die Blicke der anderen. Viele erkannten die Mutter von Draco Malfoy und fragten sich, was sie mit Harry zu tun hatte. Er wünschte schon wieder, dass er zurück in seinem Bett war, aber sie hackte sich einfach bei ihm ein und zog ihn mit sich. Als sie in der Eingangshalle auf Draco trafen, ging Narcissa einfach an ihm vorbei. Nicht einen Blick hatte sie für ihren Sohn derzeit übrig.

"Weißt du, was ich wirklich bereue", fragte sie, während sie den Weg zu dem Zaubererdorf gingen. "Ich bereue, meinem Sohn nie gezeigt zu haben, was es heißt zu Lieben. Nimm es nicht als Entschuldigung für sein Verhalten. Das ist Unverzeihlich, besonders, da er dir schon so viel angetan hat. Ich und Lucius haben nicht aus Liebe geheiratet. Im Gegenteil. Wir beide wurden gezwungen. Erst nach zwei Jahren Ehe war Draco auf dem Weg. Wie du weißt, war es die falsche Zeit ein Kind zu bekommen. Ich und Lucius waren Todesser und mein Sohn war ebenso dazu erkoren. Von Anfang an lehrten wir ihn kalt zu sein und keine Gefühle an sich heran zu lassen. Wir haben ihm nie wirklich gezeigt, dass wir ihn liebten. Wir konnten es ja selbst nicht. Sirius hat dir sicher über die Blacks erzählt und die Malfoy's waren noch viel schlimmer. Ich glaube, die einzige Möglichkeit ihm zu zeigen, dass er zu uns gehörte, waren ein Haufen teurer Geschenke. Er musste nie lange um etwas bitten. Als Gegenzug verlangten ich und Lucius Perfektion. In allem musste er der Beste sein und sich von niemanden unterdrücken lassen. Es war vielleicht der unbewußte Wunsch, daß er sich nie jemanden wie Voldemort anschliessen würde.

Anfang dieses Jahres dann änderte sich alles. Für mich und meinem Mann wurde es immer gefährlicher. Der Dunkle Lord spürte, dass bald etwas passieren würde und bestrafte uns für jeden Fehler schlimmer als zuvor. Ich erkannte in dem Mann, mit dem ich seit gut zwanzig Jahre verheiratet war, erst den Mann den ich auch liebte als er schwer verletzt vom Crucatius-Fluch vor mir lag. Ich gestand es ihm noch in dieser Nacht. Er brauchte lange, um einzusehen, das er das gleiche für mich empfand, aber schließlich tat er es. Wir fassten daraufhin einen Plan und wendeten uns an dich, wie du weißt. Wir wechselten die Seite, weil wir erkannten, dass es noch etwas mehr gab zu leben. Als für einen Irren und selbst ernannten Lord sein Leben zu lassen.

Irgendwann im Juni stand dann unser Sohn plötzlich vor uns und erklärte, dass er kein Todesser werden würde und sich einen Teufel um unsere Familie scheren würde. Schließlich sagte er, dass er jemand gefunden hätte, den er mochte, und dass du es warst. Als ich ihn dann fragte, ob er dich liebte, schaute er mich nur verwirrt und dann wütend an. Ich merkte unseren Fehler sofort. Als Erklärung erzählte ich ihm von mir und seinem Vater, aber alles was wir als Antwort bekamen war seine Wut. Er kannte keine Liebe und noch weniger glaubte er daran. Alles was er kannte bisher, war Vertrauen und das wurde in dieser Nacht zerstört. Nicht einmal dir hatte er noch vertraut.

Als ihr euch dann vor ein paar Monaten vertragen hatte, hoffte ich auf das beste. Er war regelrecht aufgeblüht und seine Augen strahlten. Ich dachte daran, dass es nicht mehr lange dauern würde und er erkannte, dass er dich liebt. Und dann erhielt ich von Sirius einen bitterbösen Brief. Er schrieb mir von Draco's Verhalten und deinem Rückzug von allem einschließlich deiner Freunde. Ich will dich nicht zwingen mir zu erzählen, was passiert ist, aber ich wäre wirklich froh, wenn ich es wüsste." schloss sie nach langer Zeit. Sie waren nun schon durch das Dorf hindurch gelaufen und standen nicht weit entfernt von der heulenden Hütte.

"Hermine hat ihm gesagt, dass er mir seine Empfindungen gestehen solle oder er würde mich verlieren. Sie hat es nicht böse gemeint. Sie sorgte sich nur um mich und ich mache ihr keine Vorwürfe", sagte Harry. Narcissa nickte verstehend.

"Also, verdrängt er jetzt seine Gefühle und macht lieber selbst mit dir Schluss, als das du es tust", sagte sie langsam.

"Meinst du? Aber das ist so dumm. Ich habe nie ein Liebesgeständnis von ihm verlangt. Gewünscht, ja, aber nicht verlangt. Mir hätte schon gereicht, wenn er mir sagt, dass er mich gern hat oder mit mir gern zusammen ist." sagte Harry wütend. "Tut mir leid, aber ich muss zurück. Ich muss es ihm sagen." Er stürmte davon. Narcissa schaute ihm überrascht nach, ehe sie ihm folgte.

Er hatte leichtes Seitenstechen, als er im Schloss ankam. Erleichtert stelle er fest, dass er die Karte der Rumtreiber eingesteckt hatte und öffnete sie. Schnell fand er Draco in der Bibliothek. Bis auf der Madame Pince war dort keiner anwesend. Er fand ihn über seinen Büchern an einen der hinteren Tische sitzen und setzte sich ihm gegenüber. Dieser blickte nicht einmal auf.

"Potter, zieh Leine. Ich habe keine Lust auf deine Visage", sagte er nur kalt.

"Was gibt dir eigentlich das Recht meine Entscheidung zu treffen? Habe ich jemals etwas von dir verlangt, was du nicht geben wolltest? Habe ich dich je darum gebeten mir deine Liebe oder sonstiges zu gestehen? Nicht ein einziges Mal habe ich es getan. Weißt du eigentlich, dass ich dir nur aus einem einzigen Grund eine neue Chance geben wollte? Ich wollte nicht, dass die Babys nur mit einem Elternteil aufwachsen. Dass ich mich noch mehr in dich verliebt habe, war in dem Moment nicht so wichtig. Es wurde mir erst wieder gewahr, als du vor ein paar Wochen das erste Mal richtig meinen Bauch gesehen hast. Ja, ich war eifersüchtig, dass dir die Kinder offensichtlich mehr bedeuteten als ich es tue. Aber ich glaube, nach einiger Zeit wäre ich darüber hinweg gekommen. Auch, wenn es in diesem Moment nicht so schien.

Ich bereue nicht, was Hermine getan hat. Sie hat es für mich getan, weil sie meine beste Freundin ist. Alles was sie wollte, war dich wach rütteln, aber du Idiot hast es nicht verstanden. Und jetzt sage ich dir was, wenn du dich nicht endlich zusammen reißt, hast du nicht nur mich verloren, sondern auch jegliche..." Harry hörte plötzlich auf zu reden. Unglaubliche Schmerzen durchzogen seinen Körper. Ausgegangen von seinem Bauch. Beide Händen legte er darauf und krümmte sich, ehe er bewusstlos zu Boden glitt.

tbc.