Mr. Filch: Keine Angst. Ich übernehme nur ein paar kleine Teile aus dem Buch um ein wenig die Hintergrundgeschichte einfließen zu lassen. Die Handlung meiner Geschichte weicht jedoch deutlich vom Original ab. 

LuJo: Deshalb hab ich auch ne Beta-Leserin gefunden. Die wird mir sicher helfen die Fehler zu verhindern.

meine persönliche Beta-Leserin: Danke dir, dass du dir die Mphe machst meine schriftstellerischen Ergüsse zu korrigieren. Echt lieb von dir.

Untergrund

„Wie bitte?" warf Harry verdattert ein.

„Bitte lass mich erklären. Ich habe die Geschehnisse verfolgt. Das heißt, ich hab sie aus den Quellen verfolgt, die mir zugänglich waren. Allerdings gibt der Tagesprophet nicht sehr viel her. Außerdem bin ich erst seit kurzem wieder hier in der Nähe. Es tut mir wirklich leid, dass ich mein Versprechen an Sirius erst jetzt einhalten kann, aber ich wusste am Anfang ja nicht das du noch lebst."

„Aber...ich...ich weiß nicht was ich sagen soll. Das ist alles völlig überraschend. Aber ich spüre, dass Sie nicht lügen. Das Du nicht lügst." sagte Harry und lächelte ein wenig. Daraufhin sah Aurora etwas beruhigter aus und die Situation fing an sich etwas zu lockern. Sie grübelte dann jedoch plötzlich und meinte „Was meinst du damit, dass du spüren könntest das ich nicht lüge?"

„Naja. Ich habe mich ein wenig mit Okklumentik beschäftigt und dabei auch etwas über Legilimentik gelesen. Und wenn man das ein wenig kann, spürt man zumindest ob jemand lügt oder die Wahrheit spricht." entgegnete Harry etwas ausweichend um nicht preiszugeben, dass er beides so weit beherrscht, dass er sogar seinen Schulleiter in den Schatten stellt.

„Aha. Ein sehr schwieriges Feld. Nicht jeder beschäftigt sich damit. Aber auf jeden Fall kann das unheimlich praktisch sein." grinste sein Tischgast. „Wollen wir nich etwas spazieren gehen. Ich würde gerne auch ein wenig über dich und deine Freunde erfahren."

„Gerne." entgegneten die Schüler. Und so stand die Gruppe auf und verließ das Gasthaus. Aurora beschwor sich einen dunkelgrünen Zaubererumhang und veränderte zusätzlich Ihre Kleidung. Sie trug jetzt bequeme Turnschuhe, eine Jeans und ein T-Shirt mit einem stilisierten Motorrad darauf. Danach wanderten die vier in Richtung der heulenden Hütte. Auf dem Weg erzählten die vier Schüler von ihren Abenteuern und Erlebnissen in der bisherigen Schuljahren. Wie Harry, Hermine und Ron im ersten Jahr den Stein der Weisen vor einem besessenen Lehrer gerettet haben, wie sie im zweiten Jahr Rons Schwester Ginny gerettet haben und Harry den Basilisken getötet hatte. Hierbei sah Aurora die vier ungläubig an. Doch nachdem die vier ihr das ganze noch mal bestätigt hatten, erzählten sie ihr, wie Harry, Hermine und Ron im dritten Jahr hinter die Unschuld von Sirius gekommen sind und wie Harry ihn vor den Dementoren gerettet hat. Hier sah ihn Aurora mit feuchten Augen an. Harry wurde unsicher, da er an das fünfte Schuljahr dachte.

In dem Moment kamen die fünf allerdings an einer Bank in der Nähe der heulenden Hütte an und setzten sich. Dann erzählte Harry vom vierten Schuljahr und dem Trimagischen Turnier. Wie die Todesser zuerst die Quidditchweltmeisterschaft angegriffen haben. Wie er ohne sein Wissen in das Turnier geschleust wurde. Auf welche Weise er durch die einzelnen Wettbewerbe gekommen ist und schließlich wie Wurmschwanz Cedric getötet hat und Voldemort seinen Körper zurück bekommen hat. Ginny hielt dabei seine Hand und beruhigte ihn dadurch etwas.

Schließlich erzählte er von dem Angriff der Dementoren auf ihn und seinen Cousin. Von der Verhandlung im Ministerium und von der ganzen Sache mit Umbridge. Schließlich kam er zu den Visionen von Voldemort und wie er ihm vorgespielt hat Sirius würde im Ministerium gefoltert werden. Dann erzählte er ihr von der Rettungsmission für Sirius und, mit zunehmend stockender Stimme, wie Sirius durch den Bogen gefallen ist. Aurora sah ihn erst teilnahmslos, doch dann füllten sich Ihre Augen und dicke Tränen liefen ihr Gesicht herunter. Die vier versuchten Sie zu trösten, doch sie wahr zu aufgelöst. Harry sah seine Freunde an und einer nach dem anderen nickte ihm schließlich zu.

Leise fing er an „Bitte hör' mir kurz zu. Es klingt vielleicht unglaublich. Aber Sirius hat möglicherweise noch eine kleine Chance."

Sie sah ihn erst verwirrt an und stotterte dann „Was? Wieso sagst du so was? Er ist doch durch den Bogen gefallen. Daraus ist noch nie jemand zurückgekehrt..."

„Ja. Aber nur, weil das britische Ministerium nicht mehr weiß für was die Bögen ursprünglich geschaffen wurden."

Sie sah ihn etwas verwirrt an und fragte dann. „Für was denn dann?"

„Die Bögen sind keine direkte Verbindung ins jenseits, sondern eine Verbindung in eine Art Zwischenebene. Die Bögen wurden als Reiseportale für große Entfernungen erschaffen. Wenn man einen bestimmten Zauberspruch sprachen, nachdem sie ein Portal betreten hatten. Nur dadurch konnten sie aus dem zweiten Portal wieder austreten. Da Sirius diesen Spruch nicht kennen konnte, war es auch nicht möglich das er wieder auftaucht. Außerdem ist der Standort des zweiten Portals zur Zeit unbekannt. Wir haben jedoch die Hoffnung es in Kürze zu finden."

„Aber wieso soll das was bringen? Er ist doch schon seit dem letzten Schuljahr eingesperrt?"

„Ja. Aber unser Glück ist, dass es so scheint, dass in dieser Zwischenebene die Zeit anders verläuft als hier. Eine Woche in unserer Zeit entspricht einer Stunde in der Zwischenwelt. Also haben wir noch gute Chancen ihn dort rauszuholen. Wir müssen allerdings noch den Standort und den Zauberspruch herausfinden. Wir haben jedoch eine starke Vermutung wo der zweite Bogen steht. Morgen werden wir wahrscheinlich mit der Suche beginnen. Allerdings bitte ich dich darüber kein Wort zu verlieren. Wir wissen nicht, ob es klappt."

Sie sah ihm in die Augen und nickte schließlich. Doch sie musste unbedingt noch eine Frage loswerden. „Woher weißt du das alles und wie willst du denn das Tor finden?"

„Das ist etwas heikel. Im Moment will ich das alles noch unentdeckt machen, da ich bestimmte Dinge vorerst nicht offenbaren will. Aber wenn der richtige Zeitpunkt da ist, werde ich es dir sagen." sagte Harry und musterte sein gegenüber. Sie sah ihn erst an und stimmte schließlich doch zu. Sie bestand jedoch darauf, dass er sie sofort kontaktieren soll, sobald er erfolg habe. Da es schon langsam Zeit war zurück zum Schloss zu gehen, verabschiedeten sich die Schüler von Sirius Schulfreundin. Diese gab Harry ein kleines Medaillon und erklärte, was es mit diesem auf sich hat. Wenn Harry ihr etwas wichtiges mitzuteilen hätte, sollte er den Stein in der Mitte des Medaillons drücken und sie könnten miteinander sprechen. Dann trennte sich die Gruppe. Aurora disapparierte in ihr Versteck und die Schüler wanderten wieder zurück nach Hogwarts. Nach einer kleinen Wanderung kamen sie schließlich wieder am Hauptportal an. Dort trafen sie auf ihre Schulfreunde, die ziemlich erfolgreich dabei waren diverse Scherzartikel an Filch vorbei zu schmuggeln. Oben im Gryffindorturm starte dann mit den Scherzartikeln und Unmengen von Butterbier und Süßigkeiten eine kleine Feier. Alle kamen recht spät ins Bett. Nach einem ruhigen Schlaf erwachte einer im Schlafsaal der Gryffindor-Sechstklässler ungewöhnlich früh. Harry ging ins Bad und machte sich schon Frühstücksfertig. Nachdem er das erledigt hatte, nahm er eines der alten Bücher zu sich und studierte den noch nicht übersetzten Teil. Als sein Freund Ron schließlich aus dem Reich der Träume erwachte, hatte Harry weitere fünf Seiten übersetzt.

Nachdem der Rothaarige fertig war, gingen die beiden in die Große Halle. Dort hielten Hermine und Ginny den beiden noch Plätze frei. Ron fing, wie sollte es auch anders sein, sogleich an die Platten und Schüsseln zu leeren. Doch auch Harry war ungewöhnlich hungrig und tat sich insgesamt drei mal auf. Dann trafen unter deutlichem schreien die Posteulen ein. Hedwig landete elegant vor Harry und streckte ihren Fuß aus. Daran waren ein schwarzer Brief und die aktuelle Ausgabe des Tagespropheten festgebunden. Harry löste beides von seiner Eule, gab ihr was zu essen und nahm die Zeitung zur Hand. Er runzelte die Stirn, denn auf der Titelseite war ein Foto von Scrimgour, wie er anordnete verdächtige Todesser abzuführen.

‚Heute Nacht wurden mehrere Personen, welche verdächtigt werden Todesser zu sein, im schottischen Hochland verhaftet, nachdem sie sich zu einer alten Ritualstätte begeben hatten. Was diese dort wollten blieb jedoch vorerst unentdeckt, da die verdächtigen bemerkt hatten, dass sie von Auroren beobachtet wurden. Diese wurden sofort von den Verdächtigen angegriffen. Nach einem kurzen aber heftigen Kampf wurden die Angreifer überwältigt. Nur dank mehrerer schneller Reaktionen blieben die Auroren unverletzt. Die Verdächtigen wurden danach auf Befehl des Ministers in die Kerker des Ministeriums verbracht um dort verhört zu werden. Was jedoch das Ziel der Aktion der Verdächtigen war, ist bisher unbekannt...'

Harry runzelte etwas die Stirn und reichte dann den Artikel an seine Freunde weiter. Schließlich erinnerte er sich an den schwarzen Brief und nahm sich vor diesen zu lesen, sobald sie in der Kammer waren. Nachdem seine Freunde auch mit dem lesen fertig waren machten sich die vier auf den Weg in die Mädchentoilette. Nachdem sie auf dem Weg dorthin mehrmals Filch ausgewichen waren und einmal Peeves abhängen mussten erreichten sie den Eingang zur Kammer und rutschten auf kleinen Schlitten hinunter. Harry hatte sich einen Spaß daraus gemacht, die Röhre soweit zu verändern, dass nun kleine Schienen am Boden angebracht waren und man mit kleinen Schlitten hinunterfuhr. Also seine Freunde fragten was das soll, antwortete er nur, dass er die Idee bei Gringotts abgeschaut habe.

Unten angekommen hatte Hermine ein leicht grünes Gesicht und sie schlug Harry vor nachträglich Bremsen in die Schlitten einzubauen. Danach machten sich die Schüler auf den Weg in Harrys Büro. Harrys Freunde nahmen sich ein paar der alten Bücher zur Hand und machten bei den Übersetzungen weiter.

Harry öffnete unterdessen den schwarzen Brief und las den kurzen Bericht.

‚Irminsul-Einsatz.

Am gestrigen Tage wurde von der Überwachungsmannschaft am alten Ritualplatz der Sachsen die Ankunft einiger verdächtiger Personen beobachtet. Diese führten einige Untersuchungszauber aus und verteilten sic um den Standort des verlorenen Heiligtums. Nachdem unsere Einheiten aus ihrem Vrsteck heraus beobachteten, wie die Eindringlinge ein unbekanntes Ritual vollziehen wollten, gingen sie gegen diese Eindringlinge vor. Nach einem kurzen aber heftigen Kampf wurden die Verdächtigen überwältigt und in die Zentrale der Sektion 31 verbracht. Dort werden sie gegenwärtig vernommen. Wir werden Sie über die weiteren Erkenntnisse informieren.'

Plötzlich leuchtete eine Kugel auf seinem Schreibtisch auf. Diese hatte er installiert um mitzubekommen wann sich der Besuch durch ein Portal ankündigte. Er informierte kurz seine Freunde über den angekündigten Besuch und nach ungefähr fünf Minuten begann sich ein Wirbel in der Kammer zu öffnen. Nachdem sich das Portal etabliert hat trat Rainald heraus und grüßte die Schüler freundlich. Dann trat auch schon Harry an ihn heran.

„Hallo. Freut mich dich zu sehen, Rainald. Ich muss dich gleich mit einer Frage überfallen. Was hat es mit einem Ort auf sich, der Irminsul genannt wird?"

„Hallo junger Freund. Also. Dazu sollten wir uns setzen, denn es könnte etwas länger dauern." nachdem alle saßen fuhr Rainald mit der Erklärung fort.

„Die Irminsul ist sowohl in der magischen, wie auch in der nichtmagischen Welt bekannt. Die Irminsul war eine Art Holzsäule. Sie war das Heiligtum der alten heidnischen Sachsen in der Muggelwelt. Die Sachsen waren einer der alten germanischen Stämme, aus denen sich später das deutsche Volk herausbildete. um das Jahr 800 herum versuchte die damalige Großmacht in Europa, das Frankenreich, den Stamm der Sachsen zu unterwerfen. Unsere Vorfahren wehrten sich jedoch erbittert und der Feldzug der Franken zog sich über beinahe 30 Jahre hin. Schließlich gewannen die Franken am Ende den Krieg und auch das Heiligtum der Sachsen wurde daraufhin im Namen der christlichen Missionierung der Sachsen vernichtet. Die Irminsul war jedoch mehr als nur ein altes heidnisches Heiligtum. Sie war auch ein uraltes magisches Artefakt, dass wohl schon mehrere tausend Jahre dort stand. Wer es errichtet hat ist heute unbekannt. Wir wissen nur, dass der Standort dort ein magischer Fokus war. Einer von mehreren in Europa. Am Standort der Irminsul konnten starke magische Rituale vollzogen werden. Der Ort birgt auch heute noch einen Großteil der damaligen Macht, da diese Nicht in der Irminsulsäule gebunden war, sondern in dem Boden auf dem die Säule stand. Wenn man so will, kann man das auch mit den heutigen Zauberstäben vergleichen. Die magische Kraft steckt nicht im Stab, sondern im jeweiligen Zauberer. Ich halte es allerding beunruhigend, dass sich Voldemort plötzlich mit diesem alten Relikt beschäftigt."

Harry nickte und erwiderte: „Er hat das wohl nicht nur in Deutschland versucht. Heute stand in der Zeitung, dass die britischen Auroren im schottischen Hochland einige seiner Anhänger festgenommen hat, die an einem alten Heiligtum zu Gange waren. Dem britischen Ministerium ist bisher auch unbekannt, warum sie das getan haben. Aber ich bin beunruhigt. Vielleicht sollten wir mit weitern Ländern unauffällig Kontakt aufnehmen und versuchen herauszufinden, warum er diese Einsätze befohlen hat."

Rainald stimmte wortlos zu und sandte eine Nachricht durch das Portal.

„So. Das wäre erledigt, Harry. Aber ich denke, wir sollten nun zum Thema der Bögen zurückkommen. Wegen der Passage durch die Bögen habe ich leider noch keine bessere Nachricht. Ich habe auch einige der Bücher durchforstet, doch ich konnte bisher keinen entsprechenden Textteil finden. Nicht, was auf einen Spruch hindeutet. Doch wir suchen weiter. Irgendwo muss so eine Information archiviert sein. Und noch etwas. Ich war so frei und habe einige Wachsoldaten in die Gewölbe unter dem Palast geschickt. Die Soldaten haben dort tagelang gesucht. Es war zu erst nichts ungewöhnliches dort unten. Als der Anführer der Einheit schon den Rückzug befehlen wollte, kam einer der jungen Soldaten auf ihn zu und erzählte ihm, dass sich in einem weiter entfernten Gang ein Stück der Decke gelöst hatte und ihm am Kopf erwischt habe. Ihm sei jedoch aufgefallen, dass ein paar der Trümmer verschwunden wären. Der Anführer der Einheit war wohl zuerst nicht überzeugt, doch nachdem er auf bitten seiner Soldaten einige Analysezauber gesprochen hatte, hat er festgestellt, dass dort irgendetwas verborgen sein muss. Er vermutet einen kombinierten Tarn- und Ablenkzauber, der im Laufe von Jahrhunderten etwas an Stabilität verloren hat. Er nimmt an, dass es daher kommt, weil gegenwärtig mehr als ein Zauberer dort unten ist und seine Einheit dutzende Analyse- und Suchzauber gesprochen hat. dies scheint die Kraft des Spruches ausgelaugt zu haben. Er ist jedoch immer noch stark genug um zu verhindern, dass irgendjemand das sieht, was dort versteckt ist."

Harry bekam ein gewisses glitzern in seinen Augen und meinte dann lässig „Und warum um Merlins Namen sind wir dann noch hier?"

Die anderen grinsten und nickten Rainald zu, der wohl gerade fragen wollte, wer alles mitgehen will. Ein paar Minuten später standen alle fünf im Innenhof von Harrys Amtssitz. Harry führte Rainald und seine Freunde erst einer Kammer in der Nähe seiner Wohnung. Dort, so erklärte er seinen Freunden, könnten sich alle mit sicheren Kampfanzügen ausstatten und einige Geräte einpacken. Hermine bestand noch auf einen verzauberten Rucksack, denn sie wollte die alten Bücher mitnehmen. Harry schmunzelte, aber reichte ihr gleich einen solchen Rucksack. Nachdem die Gruppe sich richtig ausgestattet hatte, führte Rainald alle in Richtung des Abstieges in die Kerker. Es dauerte mehr als eine Stunde, bis die Schüler im untersten Stockwerk angekommen waren. Dort ließen sich die fünf von einem der Wachsoldaten zu der Stelle, an der die Decke nachgegeben hatte. Harry sah sich die Stelle sehr genau an und begann schließlich die Struktur des Zaubers zu erkunden. Er war so sehr vertieft, dass er nicht bemerkte, dass er das nur mit seinen Augen machte. Nach einer viertel Stunde normalisierte sich sein Blick würder und er drehte sich zu seinen verwirrten Freunden um.

„Was ist denn los? Was starrt ihr denn so?"

Hermine fing sich als erstes und meinte „Ähm...Harry. Du hast diese Stelle jetzt eine viertel Stunde nur angesehen. Ich meine, konntest du denn irgendwas damit erreichen?"

Erst dann wurde Harry seine neue Fähigkeit bewusst. „Äh..ja. Ich konnte irgendwie alles sehen. Das leuchten des Zaubers. Dessen Kraft. Die Struktur der Magie. Ich glaube, ich kann es schaffen ihn zu brechen." Bevor seine Freunde darauf reagieren konnten, hatte er sich umgedreht und begann einige alte Sprüche zu murmeln. Dazu bewegte er seinen Zauberstab in komplizierten Mustern. Zuerst schien es, als würde sich gar nichts verändern. Aber nach einigen Minuten begann die verzauberte Stelle leicht zu schimmern. Harry traten einige Schweißperlen auf die Stirn, da er sich doch stark anstrengen musste. Der Kampf zwischen Harry und den Zauber dauerte über 20 Minuten. Schließlich brach der alte Spruch in sich zusammen und gab einen verstaubten und verwitterten Gang frei, der noch weiter in die Tiefe zu führen schien.

Harry indes musste sich erst mal setzen, da es scheinbar viel Kraft gekostet hatte den Zauber endgültig zu brechen. Rainald gab ihm einen Stärkungstrank und nachdem er diesen zu sich genommen hatte, kam seine Kraft wieder zurück. Der Erfolg beim brechen des Zaubers bestärkte ihn dabei, dass er auf dem richtigen Weg war. Daher begab er sich als erstes in den unbekannten Gang. Nach ca. 20 Minuten erreichten die fünf eine Art Kammer. Dort bewegte sich plötzlich etwas im Schatten. Sie konnten nicht erkennen was es ist. Das Objekt schien jegliches Licht zu verschlucken. Als es näher kam lichtete sich der Schatten etwas. Das Wesen sah absolut erschreckend aus; es ähnelte einem Greifen. Doch wo dieser ein stolzes und anmutiges Bild darbot, erzeugte dieses Wesen blanken Horror. Harrys Freunde schrieen auf, Rainald wich mehrere Schritte zurück, doch Harry blieb seltsamerweise stehen. Das Wesen war etwas größer als ein Greif. Es hatte eine ähnliche Proportion, doch wo der Greif sonst seine Augen hat, brannten hier blaue Flammen. Das Wesen hatte tiefschwarzes Fell, das sogar leicht bläulich schimmerte. Die Mähne des Wesens schien ebenfalls in tiefblauen Flammen zu brennen und in einem unheimlichen Licht zu flackern. Aus den Nasenlöchern und dem Maul kam eiskalter Nebel, dessen Kälte einem bis ans Herz ging. Das Wesen schritt auf Harry zu und blickte ihm direkt in die Augen. Dieser wandte die Augen jedoch nicht ab. Er schien auch keine Furcht zu empfinden. Er wirkte eher unbeugsam und stolz und blickte seinem Gegenüber starr in die Augen. Man konnte den Kampf des Willens der beiden fast greifen. Nach endlosen Minuten beugte das Wesen langsam den Kopf. Harry trat an es heran und streichelte es. Dabei flüsterte er ihm etwas ins Ohr. Das Wesen schien schon fast vergnügt zu knurren und trat langsam an Harrys Freunde heran. Dieser rief ihnen vorsichtshalber zu, dass diese sich nicht zu fürchten brauchen. Als erstes Stand das Wesen vor Ginny. Diese sah das Tief ängstlich an. Doch auf einmal stupste es Ginnys Hand an und diese traute sich das Fell zu berühren und zu streicheln. Nach und nach überwanden die anderen ebenfalls ihre Starre. Nachdem Rainald den Greifen begrüßt hatte, trat er an Harry heran und musterte ihn.

Harry erkannte den fragenden Blick Rainalds und erwiderte „Ich habe mich mit dem Tier gebunden. Er ist nun mein Vertrauter. Ich weiß nicht woher er kommt und wie er entstanden ist, doch es ist lange her. Das konnte er mir sagen. Außerdem wurde er wohl immer schon als Todesgreif bezeichnet. Der Name scheint mir recht passend zu sein. Er ist, vom Aussehen und seiner Ausstrahlung her auch sehr verschieden zu den anderen Greifen. Aber wir sollten weiter gehen."

Dann deute Harry den anderen an ihnen zu folgen. Doch überraschenderweise wich auch der Greif nicht zurück, sondern schloss sich der Gruppe an. Harry lächelte ihm kurz zu und ging dann weiter. Sie gingen weiter in die Tiefe und kamen schließlich zu einer weiteren Kammer. Wobei es eher eine natürliche Höhle war. Der Weg führte sie an einer Art unterirdischem See vorbei. Harry erinnerte das alles an seinen Kampf in der Kammer des Schreckens. Aber scheinbar war hier kein Monster versteckt, denn es blieb hier ruhig. Am Ende der Höhle befand sich ein weiterer Tunneleingang. Auch dieser führte noch weiter hinab. Da die Neugier die Überhand hatte, stiegen sie auch hier hinab. Nach einer Weile kamen sie in eine Art Vorhalle. Sie sahen sich gerade um, als der Boden plötzlich aufriss und eine unförmige Gestallt aus dem Boden stieg und auf die Gruppe zuwankte. Rainald keuchte „Verdammt. Ein Golem. Jetzt wird es wirklich gefährlich!"

Ginny, Ron und Hermine hielten sich in der Nähe des Ausgangs. Rainald und Harry gingen seitlich davon in Angriffsstellung und feuerten dutzende von Flüchen auf das Lehmwesen. Diese schlugen auf dessen Körper ein, aber hinterließen nur kleinere Schrammen. Harry versuchte es mit dem Fluch, mit welchem er das Bild aus dem Grimmauldplatz entfernt hat. Doch auch dieser Fluch hinterließ nur Schrammen.

Doch dann rief Hermine etwas „Auf die Stirn. Harry, ziel auf die kleine Tafel an der Stirn!"

Harry sah zum Kopf hinauf und erkannte die Stelle. Er wich einem gewaltigen Schlag aus und zielte dann auf die Stirn der Gestalt und rief laut ‚DESTRUCTIO'.

Der Strahl traf hart auf die Stirn der Gestalt und zertrümmerte sie in Tausende Splitter. Danach war stille in der Kammer. Rainald und Harry ließen ihre Blicke umherkreisen, doch sie konnten keine Bedrohung mehr erkennen und setzten daher den Weg fort. Endlich kamen sie in eine Art Arena. Diese sah jener im Ministerium in England ähnlich. Unten stand ein Torbogen dessen Schleier ebenfalls in einem unheimlichen Wind raschelte. Die Gruppe und der Todesgreif stiegen hinab und umrundeten den Bogen. Zum ersten Mal fielen Harry die alten Schriftzeichen auf. Doch lesen konnte er sie nicht. Die Gruppe nahm in der Arena Platz und sehen sich einige der Aufzeichnungen in den Büchern an um etwas über die Schriftzeichen zu entdecken.

Hermine schreckte plötzlich hoch und meinte „Harry! es ist schon nach dem Abendessen in Hogwarts! Wir sollten schauen, dass wir zurückgehen."

Harry sah sie an und überlegte etwas. Endlich nickte er. Rainald warf noch ein „Wir haben ja jetzt immerhin gefunden nach was wir gesucht haben. Ich denke, es wird nichts ausmachen, wenn wir noch eine Woche warten. Eine weitere Stunde im Schleier wird nicht viel ausmachen hoffe ich."

So stimmte die Gruppe schließlich zu zurück in die Schule zu reisen. Seine Freunde wollten gerade den Aufstieg beginnen, als Harry stehen blieb und kurz überlegte. Bevor sie fragen konnten, was er habe, hatte Harry schon begonnen ein Portal zu erzeugen. Alle, auch Rainald sahen ihn grinsend an und meinten schließlich „Gute Idee. So ist es in Zukunft einfacher."

„Ja." erwiderte Harry „ich habe erst mal eines erzeugt, dass Rainald zurück in den Palasthof bringt." Rainald nickte Harry zu und meinte „Danke. Das ist sehr nett von dir. In meinem Alter wird es manchmal schwer lange Strecken zu klettern." Dabei grinste Rainald wie einer der Zwillinge. Als sich alle von dem alten Zauberer verabschiedet hatten erzeugte Harry ein Portal nach Hogwarts.

Als er das erledigt hatte blickte er erstaunt zu dem Greifen als dieser auf das Portal zuging. Er blickte ihn erst an und fragte dann „Du willst also mitgehen?"

Der Greif blinzelte ihn an. Als das geklärt war ging die ganze Gruppe hindurch und tauchten in der Kammer auf. Sie sahen auf die Uhr und bemerkten, dass das Abendessen seit ein paar Minuten beendet sein musste.

„Ich glaube, wir sollten Professor Dumbledore unseren neuen Mitbewohner zeigen. Oder was meint ihr? Außerdem denke ich, dass er erfahren sollte, was wir entdeckt haben." wandte sich Harry an seine Freunde. Diese stimmten mit einem nicken zu. Harry ging in Richtung des Kammerausganges. Vorher bat er jedoch seinen Begleiter zu warten bis er ein Portal erzeugen würde. Der Todesgreif stimmte nickend zu. Als er wieder in der Toilette angekommen war, prüfte er ob sich jemand in der Nähe auf den Gängen aufhält. Überraschenderweise zeigte die Karte niemanden in diesem Teil des Schlossen an. So schlüpfte er hinaus und ging zum Eingang des Büros des Schulleiters. Nachdem er dem Gargoyl das Passwort gesagt hatte schwang dieser lautlos zur Seite und gab die Treppe frei. Er stieg hinauf zur Tür des Schulleiterbüros und klopfte an.

„Herein." ertönte die Stimme des Schulleiters von innen. Harry trat in das Büro. Dumbledore saß hinter seinem Schreibtisch und ordnete noch ein paar Dokumente. Schließlich blickte er auf. „Harry, was verschafft mir die Ehre deines Besuches?

„Guten Abend Professor. Ich wollte ihnen eigentlich nur einige Neuigkeiten berichten."

Der Schulleiter blickte Harry über seine Brille hinweg an und Harry konnte ein gewisses funkeln erkennen. „Dann setz dich doch bitte."

Harry nahm Platz und begann zu erzählen." Wie sie vielleicht wissen, habe ich mich ja gestern mit der anonymen Motorradfahrerin getroffen. Sie hat bei diesem Treffen etwas über sich erzählt. Unter anderem, dass sie Sirius gut kannte und mit ihm auch in der Schulzeit befreundet war, aber nach dem sechsten jahr die Schule verlassen hat und Ihren Abschluss anderweitig gemacht hat." er erzählte auch die restlichen Details.

Dann sah ihn der Schulleiter wieder an und meinte „Du kannst ihr sicher vertrauen. Einerseits beherrschst du Legilimentik und Okklumentik mindestens so gut wie ich, wenn nicht besser und zweitens war sie in Ihrer Schulzeit quasi so etwas wie ein weiblicher Marauder." Dabei lächelte Dumbledore.

„Mich überrascht es, dass sowohl Remus, als auch Sirius nie ein Wort über sie verloren haben."

„Das liegt wahrscheinlich daran, dass Sirius nie wirklich darüber hinweggekommen ist, dass sie aus Hogwarts weggegangen ist. Sie hat ihm unheimlich viel bedeutet."

„Naja Professor. Da ist noch etwas." Dumbledore sah daraufhin Harry etwas wachsam an „ es ist so. Nach meiner Amtsübernahme habe ich mich mit Rainald unterhalten und wir haben einiges aus der Vergangenheit des anderen erfahren. Dabei kamen wir irgendwann auf Sirius verschwinden zu sprechen. Und auf den Bogen im Ministerium. Rainald hat mir einiges über die Bögen erzählt. Viele Gerüchte und ein paar Fakten. Außerdem haben wir einige Bücher und Aufzeichnungen auftreiben können. Wir haben wohl die Funktion dieser Objekte herausgefunden. Nach den Aufzeichnungen sind die Bögen keine Tore ins Totenreich, sondern eine Art Reisemittel." Harry erzählte von den Altdeutschen Aufzeichnungen und was sie darüber herausgefunden haben.

„Und vor kurzem haben wir es geschafft. Ich war heute in meinem Amtssitz und habe mit meinen Freunden die Katakomben untersucht. Nach ein paar Schwierigkeiten haben wir tatsächlich das zweite Tor gefunden. Es besteht durchaus noch die Möglichkeit, dass wir Sirius wieder rausholen können. Wir suchen nur noch den Spruch, der es ermöglicht, dass man die Tore wieder verlassen kann."

„Harry. Ich würde mir gerne die Aufzeichnungen anschauen. Wenn das sich wirklich als wahr herausstellen sollte – nicht das ich an deinen Worten zweifeln will – dann wäre das eine der größten Entdeckungen der letzten jahrhundert. Nebenbei hättest du eines der Rätsel der Mysteriumsabteilung geknackt." Dabei funkelten die Augen des Schulleiters vor vergnügen.

„Naja. Professor. Eines wäre da noch. Ich weiß, dass man nur eine Kröte, Eule oder Katze als Tier in der Schule halten darf. Allerdings musste ich mich auf der Suche nach dem Torbogen mit einem Wesen einigen, damit es mir den weiteren Weg gestattet. Ich glaube nicht, dass das durch die Schulordnung gedeckt ist."

„Sag mir doch einfach bitte was das für ein Tier ist." entgegnete der Schulleiter.

„Ich glaube, dass sie sich das besser selbst anschauen sollten." Mit diesen Worten erzeugte Harry ein Portal im Büro des Schulleiters und bat diesen ihm zu folgen.

Die beiden traten schließlich hindurch und standen kurz darauf in der Kammer des Schreckens.

„So. Ich hoffe sie sind nicht schreckhaft, Professor." meinte Harry. Dumbledore gluckste fröhlich und deute an, dass sich Harry deshalb nicht sorgen soll. Die anderen hatten den Schulleiter inzwischen auch gegrüßt. Harry pfiff kurz und man hörte unheimliches getrappel, als der Todesgreif aus dem Schatten trat und den Neuankömmling musterte. Der Schulleiter war zwar nicht erschrocken aber doch sehr überrascht. „Harry. Auch wenn sich dadurch mein Bild bei dir zerstört. Aber was genau ist dein neuer Freund?"

„Er bezeichnet sich selbst als Todesgreif. Wir haben uns tief unter dem Palast in Deutschland getroffen. Wie er entstanden ist und warum er da unten war konnte er mir nicht sagen. Allerdings weiß ich nicht, was ich da machen soll. Er hat darauf bestanden, dass er mitkommen darf."

„Nun. Ich glaube, es dürfte weniger ein Problem der Schulregeln sein. Denn eine uralte Klausel besagt, dass Wesen, die sich an einen gebunden haben, nicht unter das besagte Verbot fallen. D.h. ich erteile dir hiermit die Erlaubnis deinen neuen Freund in die Schule zu bringen. Ich bin gespannt wie die anderen Schüler darauf reagieren." dabei schmunzelte der Schulleiter wieder und meinte schließlich „Auf jeden Fall wird Hagrid hin und weg von ihm sein."

Auf diesen Kommentar mussten die anderen Schüler auch grinsen. Plötzlich vernahm Harry eine Stimme in seinem Kopf.

Warum lachen deine Freunde?

Harry sah den Todesgreifen an und stellte gedanklich seine Frage

Bist du das?

Ja.

Wie ist denn dein Name?

Ich habe keinen. Weißt du einen passenden?

Ich werde mir einen überlegen. Aber wir sollten klären, wie wir es einrichten. Also deinen Aufenthalt im Schloss.

In Ordnung.

Daraufhin wandte sich Harry wieder an den Schulleiter. „Darf er denn im Gryffindorturm leben?"

„Ja. Ich denke das ist kein Problem. Wir werden einfach eine Art Kammer an euren Schlafsaal anfügen und das dortige Fenster etwas weiten, dann dürfte er sich dort ganz wohl fühlen, wenn er immer fliegen kann."

Daraufhin verbeugte sich der Greif vor dem Schulleiter, denn dies schien er verstanden zu haben. Professor Dumbledore verabschiedete sich dann von den Schülern und Harry öffnete ihm dann ein Portal in sein Büro. Danach verabredeten sie es so, dass die Schüler erst mal zurück in den Turm gehen würden und dann, wenn die Kammer bereits da wäre, dem Greifen ein Portal dorthin öffnen würden. Harrys neuer Freund blinzelte vergnügt.

Nachdem sie sich versichert hatten, dass Filch in seinem Büro ist, gingen die vier zurück zum Gryffindorturm. Da es schon später war, fanden sie den Gemeinschaftsraum fast leer vor. sie verabschiedeten sich voneinander und die beiden Jungs gingen in Ihren Schlafsaal. Ihre Mitschüler schliefen jedoch nicht, sondern standen im Schlafsaal und sahen zu, wie sich eine Tür an einer Wand bildete.

„Harry! Weißt du was da passiert?" fragte Neville nevös.

Dieser sah seinen Mitschüler an und meinte leise „Ja. Ich glaube, dafür bin ich verantwortlich. Es liegt an einem neuen Freund von mir. Eine Art Haustier, dass sich geistig mit mir gebunden hat."

„Cool." Warf Neville ein „so was ist extrem selten! Aber warum brauchst du dann ein neues Zimmer für deinen Begleiter? Er kann doch auch im Schlafsaal schlafen"

harry hatte inzwischen ein Portal in dem Raum geschaffen und meinte dann. „Glaubt mir. Es ist besser so. Wollt ihr ihn eigentlich mal sehen?"

Alle nickten daraufhin.

Hallo. Willst du dich denen zeigen, die mit mir in diesem Schlafsaal sind

Der Todesgreif stimmte gedanklich zu und schon konnte man ein dumpfes schlagen an der Tür hören. Es brauchte mehrere kräftige Schläge. Doch dann barst die Tür, Splitter segelten durch den Raum und der Todesgreif schritt in das Zimmer.