Hogwarts! Ich komme!

Ja es ist soweit, darauf habt ihr alle gewartet! Meine Zeit in Hogwarts. Hier nun endlich könnt ihr die Wahrheit erfahren über Waschlappen (Wurmschwanz), Schnösel (Potter), potenziell gefährliche Schüler (Lupin), Gehirnlose (Black) und über meine erste große Liebe (Evans).

Während mein Freund, der stets bekiffte Kiffer in seinem neu in Besitz genommen Clubhaus erste Pläne für seine Weltherrschaft schmiedete, war ich unterwegs in der Winkelgasse, um mich auszurüsten für mein erstes turbulentes Jahr unter der Fuchtel meines Vaters in Hogwarts. Ich war allein, meine Mutter hatte damit zu tun, ihre Sachen zu packen. Die ganzen letzten Tage hatte sie all ihre Habe zusammengeräumt und ein Möbelwagen hatte unser Haus fast komplett leer geräumt. Seltsam.

Nun Schwamm drüber, jetzt hieß es erst mal Shopping in der Winkelgasse. Ollivanders flohverseuchten Zauberstabladen ließ ich links liegen, ich besaß ja bereits einen Zauberstab. (Den hatte ich doch von einem der Bekloppten aus der Kiffertruppe geklaut.)

Der erste Laden, der das Unglück hatte, von mir besucht zu werden war „Eeylops Eulenkaufhaus". Und dort meine erste schicksalhafte Begegnung mit : Remus Lupin.

Nichts ahnend betrat ich den muffigen Laden, ich träumte von einem Piranha oder einem schizophrenen Löwen, vielleicht auch eine völlig durchgeknallte riesige Fledermaus. Egal Hauptsache gefährlich in dem Maße, dass man um Körperteile bangen musste, wenn man in seine Nähe kam. Und was sah ich???????? Kröten, Eulen und Katzen. Jeder Hamsterkäfig ist spannender. Ich wollte sofort wieder Kehrt machen, als ich einen schmalen, müde aussehenden Bengel bemerkte, der sabbernd vor einem Uhu stand.

„Hey Freundchen! Du solltest mal in die Sonne gehen, siehst aus wie von einem Werwolf gebissen."

Eigentlich empfand ich das als eine ziemlich lasche Beleidigung meines überragenden Intellekts, doch der gute Junge zuckte zusammen sah aus, als ob er gleich anfangen würde zu heulen und stürmte hinaus. Als Hobbypsychologen hätte mir das zu denken geben können aber ich schob es auf meine Respekt und Angst einflößende Stimme.

Mit sichtlich mehr Selbstvertrauen verließ ich das Geschäft und ging zu „Flourish und Blotts", wo mich gleich die nächste schicksalhafte Begegnung erwartete.

Sirius Black, zu unrecht verurteilter Mörder, geflohener Häftling und aufopfernder Pate der in einer Familie aufwuchs die er hasste. (So eine dramatische Lebensgeschichte wäre nicht mal Rosamunde Pilcher eingefallen. Schwachsinn. Da kann auch kein gewisser Schauspieler mehr Eindruck schinden. Aber egal, das kommt später)

Ich ging als erstes zum Ladenbesitzer und klimperte süß mit meinen dunklen, tunnelartigen Augen. (Schwachsinn! Autor? Bitte zusammenreißen!!!!)

„Ähm, also ich bräuchte „Schrecklichste Flüche des 16. Jahrhunderts", „Die Pest und wie man sie auslösen kann", und ähmm ist mir etwas peinlich „Der Weg zur Berühmtheit", von diesem unbekannten Schriftsteller Gilderoy Lockhart."

„Aber mein Kleiner, die ersten beiden Bücher kann ich dir auf keinen Fall geben, die sind verboten! Aber das dritte kannst du umsonst haben, das ist seit einem Jahr der Ladenhüter hier. Nun, es hat ja auch ein Kleinkind verfasst. Der wird wohl nie was werden. Du bekommst es aber nur, wenn du versprichst, nicht mehr an so böse Dinge zu denken!"

Ich versprach es ohne Gewissensbisse, ich hatte ja auch mal meiner Mutter versprochen, keine selbst gebastelten Feuerwerkskörper aus meinem Fenster auf vorbeigehende Passanten zu werfen. Aber die Explosionen waren einfach umwerfend schön gewesen. Ich wollte den Laden so schnell wie möglich verlassen aber ich stieß dabei ausgerechnet mit einem kräftigen dunkelhaarigen Jungen zusammen, der gerade versuchte, riesengroße Druckbuchstaben auf einen Plakat zu entziffern. Offenbar erfolglos.

„Als Analphabet sollte man nicht in eine Buchhandlung gehen." meinte ich treffsicher. Der Gute drehte sich um und schien eine Weile zu überlegen, was denn dieses Wort zu bedeuten hatte. Ob er eine Antwort fand, weiß ich nicht, jedenfalls fackelte er nicht mehr lange sondern holte mit der Faust aus und schlug mir auf die Nase! So fest, dass ich gegen ein Bücherregal prallte und mir „Zaubern Sie sich ihren eigenen unkrautfreien Garten" und die „Enzyklopädie der Knittrigen Rennmäuse" auf den Kopf knallte. Meine Nase schien gebrochen und mein Kopf brummte, aber tapfer wie ich war, stand ich sofort auf um zurückgeschlagen, aber das Objekt war schon mit einem dümmlichen Grinsen auf dem Gesicht verschwunden. Ich wischte mir tapfer die blutende Nase, die nun noch etwas krümmer war und schwor bittere Rache.

Hiermit war der Tag eigentlich erledigt, ich wollte nur noch bei „Florean Fortescues Icecream Parlour" ein Eis essen, aber das brachte mich genau am „Qualität für Quidditch" Laden vorbei wo ich meine nächste Schicksalhafte Begegnung hatte mit:

James Potter, die einzige Person die ich schon kannte aus dem Kindergarten, wo er Fan vom Doktorspielen gewesen war. Und natürlich vom Kindergeburtstag, wo ich ihm fast das Gesicht weggesprengt hatte.

Besagter Potter stand vorm Schaufenster und betrachtete interessiert sein Spiegelbild. Dabei wuschelte er sich durch die von Pomade triefenden Haare. Er schien auch offenbar schon einen Fan bekommen zu haben, ein gedrungener Junge (Peter Pettigrew) der um ihn herumwinselte, um ab und zu den Staub von seinen Stiefeln zu wischen. Da ich nicht Zaubern durfte, musste ich mir was anderes einfallen lassen um mich gebührend vorzustellen. Ich tippte ihm auf die Schulter und als er sich mit erhobener Nase umdrehte sagte ich nur:

„Potter, ich glaube du bekommst da hinten schon Haarausfall."

Besagter Potter verrenkte sich gleich darauf den Hals, um auf seinen Hinterkopf zu schauen was natürlich nicht gelang. Mit nackter Panik im Gesicht rannte er zum „Kahlköpfs Toupetladen" im hintersten Teil der Winkelgasse. Der kleine gedrungene Junge hinter ihm her.

Wieder zufrieden mit mir selbst sah ich den nächsten Tagen in Hogwarts mit großer Freude entgegen. Denen hatte ich es allen gezeigt. Na ja fast allen. Denn wenn einer der Gewinner sein wird, dann ich!

Meine Gedanken wurden unterbrochen von einem Tumult am Eingang zur Nokturngasse. Da war doch tatsächlich mein alter Freund, der Kiffer mit dem roten Augen, der auf einem Podest eine Rede hielt. Von Muggeln, Macht und Tod den Freunden der weichlichen Fan Fiction war die Rede. Nun liebes Tagebuch, da machte er sich nicht beliebt. Die Leute bewarfen ihn mit Obst und faulen Eiern. Sein Fanclub - inzwischen auf die Stolze Zahl von 10 angewachsen -versuchte mit Regenschirmen, die Geschosse abzuwehren.

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

Was für ein aufregender Tag, liebes Tagebuch, und das war noch nicht alles! Mit einer riesengroßen Portion Eis ging ich in Richtung Ausgang, als mich ein hübsches Mädel ansprach.

„Hallo ich bin Lily Evans, ich hab dich die ganze Zeit beobachtet und find dich süß. Wollen wir miteinander gehen?"

Wie kommt es das ich solch einen Eindruck auf die Weiber mache, liebes Tagebuch??????????

Ich glotzte sie an, zermatschte mein Eis auf ihrem Hemd und sagte ganz cool mit meiner Stimme, die schon vor dem Stimmbruch dunkel und cool ist:

„Verschwinde."

Dummerweise folgte mir immer noch ein verliebter Gesichtsausdruck und ich hatte das dumpfe Gefühl, die nie wieder los zu werden. Damit endete der Tag nun endgültig. Ein Tag mit kränklichen, dummen Schlägern und eitlen Schnöseln, verziert mit einem Mädel, das ganz heiß auf mich war. Das kann ich schon nachvollziehen, aber nicht tolerieren! Punkt, Ende aus.

Bis demnächst, Euer Sevie!