Sorry für die Verzögerung – irgendwie spinnt mein Internet ein wenig - dafür ist der Teil ein wenig länger ;-) 1000Dank für eure lieben Kommentare, bevor meine Verbindung wieder abschmiert lass ich sie diesmal unkommentiert. Viel Spaß!
Teil 8 – Monsterhouse
Es war schon spät. Snape zappte seit geraumer Zeit zwischen den Programmen hin und her und Hermine hatte es endlich geschafft, die Zahl der potentiellen Voldiklons auf ein akzeptables Minimum zu bringen. Immerhin hatten sie nur noch zweihundertundneun junge Männer im engeren Kreis.
„Sollen wir alphabetisch vorgehen?", fragte sie in Snapes Richtung, aber der antwortete nur mit einem energischen 'schschsch'.
„Was schaust du dir denn da an?"
„Ich weiß nicht, wie dieser Film heißt, aber es geht um die Jungfernfahrt eines großen Schiffes, was den Atlantik in Rekordzeit überqueren will."
„Ich habe aber Hunger", maulte sie.
„Und ich werde diesen Film zu Ende sehen." Er hörte sich nicht so an, als er er einen weiteren Einspruch duldete.
„Soll ich dir sagen wie es ausgeht?", lächelte Hermine gemein und Snapes Kopf ruckte zu ihr herüber.
„Es geht doch nicht unter, oder?"
„Die Titanic ist doch unsinkbar." Doch Snape schien die Ironie in ihren Worten nicht zu verstehen.
„Gut, dass hat der Mann mit dem Bart auch gerade gesagt. Und ich hasse es, wenn man mir das Ende voraussagt."
Brummelnd schaltete sie das Notebook aus und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
„Ich würde aber gerne etwas Essen gehen."
Snape ignorierte sie einfach und Hermine zog ihre Augenbrauen zusammen.
„Jack und Rose werden ein Paar. Die Titanic rammt einen Eisberg, dabei wird die komplette Seite aufgeschlitzt und sie geht unter. Es gibt nicht genug Rettungsboote für alle. Die Beiden können sich retten, aber Jack erfriert im Eismeer und Rose überlebt. Und die Kapelle spielt bis zum bitteren Ende."
Trotz des drohenden Ausdrucks in seinem Gesicht, konnte sich Hermine ein Lächeln nicht verkneifen. Mit einer Geschmeidigkeit, die sie einem Mann seines Alters gar nicht zugetraut hätte, war er aufgesprungen und gefährlich nah an sie herangetreten.
„Noch ein paar letzte Worte?", zischte er wütend und Hermine nickte.
„Schule für lernbehinderte Hexen und Zauberer."
Gut, er hatte am Abend nicht die beste Laune gehabt, aber Hermine war es dafür umso besser gegangen. Ihre Konversation war auf ihre Bestellung beim Essen im Restaurant des Hotels zusammen geschrumpft und Hermine schöpfte wieder so etwas wie Zuversicht.
Auch der Rest des Tages verlief in einer eher schweigsamen Atmosphäre und Hermine war früh schlafen gegangen. Zu ihrem Glück hatten sie ein Zimmer mit weit auseinander stehenden Einzelbetten, so dass es ihr auch nicht peinlich war mit ihrem Professor in einem Raum zu schlafen. Sie stellte sich das Ganzen einfach wie einen Campingausflug vor und die Ereignisse hatten ihr Übriges getan, dass sie hundemüde gewesen war.
Der Morgen begann so Wortkarg wie der Abend geendet hatte und Hermine ließ die Sachen zu der angegeben Adresse bringen, die sie von Wilbur bekommen hatten. Eigentlich hätte sie sich zu gerne in die Arbeit gestürzt, denn je eher sie anfangen würden, desto eher hatte sie vermutlich den Voldiklon gefunden. Was dann mit diesem Geschehen würde, wusste sie allerdings noch nicht.
Nach dem reichhaltigen Frühstück machten sie sich auf ihre neue Wohnung zu begutachten. Es war wirklich nicht sehr weit entfernt und da Snape ja nun tatsächlich menschlich aussah, machte es Hermine auch nichts aus, die Strecke zu Fuß hinter sich zu bringen.
Ein wenig neugierig war sie schon auf das neue Domizil, welches zumindest für eine Weile ihr neues Zuhause sein würde. Aber vielleicht hatten sie ja auch Glück und erwischen den Klon gleich beim ersten Versuch, immerhin standen die Chancen 209:1.
Sie erreichten die Straße nach einer halben Stunde Fußmarsch und Hermine konnte sich gar nicht satt sehen an den herrlichen alten Häusern. Es grenzte an ein Wunder wie man es geschafft hatte ihnen eine Wohnung in so einer begehrten Gegend zu besorgen, aber darüber wollte sie gar nicht nachdenken.
Das Haus mit der Nummer 19 unterschied sich nicht von den anderen. Seufzend betrachtete Hermine die klassische Fassade, während Snape anscheinend nichts dafür übrig hatte. Er kontrollierte die Adresse und klingelte energisch an der Haustür.
Zunächst hörte man nichts, dann ein ohrenbetäubendes Kläffen und schließlich die Stimme einer älteren Frau, die ihren Hund beruhigte.
„Edwina, sei still, das sind unsere neuen Mieter."
Snape trat vorsichtshalber noch einen Schritt zurück, als sich schon die Tür öffnete und ein kleines, schwarzes Etwas aus der Gattung Canis lupus familiaris ihnen geifernd entgegen schoss.
„Ohhhh, da seid ihr ja endlich!"
Hermine, die inzwischen näher gekommen war, während sie die vietnamesische Kampfraupe? -ihr fiel auch bei genauer Überlegung nicht die Rasse ein- im Auge behielt, hatte für einen Augenblick nicht aufgepasst, als sie auch schon an einen gigantischen Busen gedrückt und um ein Haar erstickt wurde.
„Herzchen, ich freue mich ja so euch kennen zu lernen. Der gute Wilbur hat euch ja schon angekündigt."
„Hat er das?", meine der neue Mr. Smith skeptisch und wich zurück, bevor die alte Dame mit dem Umfang eines japanischen Sumoringers noch auf die Idee kam ihn auch zu zerquetschen, wobei er die tibetansiche Schrumpfdogge? Edwina übersah, die bellend und quietschend protestierte, als er ihr auf beinahe auf den Schwanz trat. Zumindest nahm er das an, denn so richtig erkennen konnte man das nicht und da das eine Ende des fusseligen Caniden Geräusche von sich gab, war dies die einzig logische Schlussfolgerung.
Hermine hatte immer noch etwas unter dem Sauerstoffmangel zu leiden und erkannte erst auf dem zweiten Blick eine Frau, die die sechzig sicher schon überschritten hatte, was ihre Körperkräfte aber nicht zu beeinträchtigen schien.
„Miss Winters?"
„Ach wie dumm von mir, Liebchen. Natürlich – ich bin Walburga Winters, eure Vermieterin, aber nennt mich Walli, das tun alle meine Schäfchen."
„Hier gibt es auch Schafe?" Snape sah sich fragend um. Das erklärte vielleicht den Hund.
„Ein Mann mit Humor, wie wunderbar." Walli gab dem immer noch ein wenig fragend aussehenden Professor einen derben Klaps auf die Schulter.
Edwina war inzwischen dazu übergegangen an Snapes Bein hochzuspringen und Walli schickte ihre Mundwinkel von einem Ohr zum anderen, was dem breiten Gesicht einen angsterregenden Ausdruck gab.
„Sie mag dich schon, ist das nicht herrlich?"
Hermine fragte sich ernsthaft, ob die ältere Dame vielleicht irgendwelche verbotenen Substanzen genommen hatte und errechnete in ihrem schlauen Kopf die Überlebenschancen des Hundes aus, wenn dieser weiter an dem Hosenbein ihres Lehrers zerrte.
„Netter Hund", versuchte sie die angespannte Stimmung zu lockern, wovon Walli allerdings nichts zu bemerken schien, denn sie grinste ihre neuen Opfer – äh Mieter – an, so dass Hermine sich unweigerlich fragte, wen von ihnen sie als erstes Fressen wollte.
Sie beugte sich ein wenig zu dem undefinierbaren Fellknäuel herunter, welches ihre Aktion mit einem dumpfen Knurren quittierte, worauf sie zurück zuckte und ihre Kontaktaufnahme einstellte.
„Ja, wirklich, ein netter Hund", lächelte Snape dafür jetzt mit einem leicht süffisanten Unterton in der Stimme, der Walli ebenfalls entging, denn der bellende Wischmops schmiegte sich nun förmlich an sein Bein und bettelte um seine Aufmerksamkeit.
Hermine war klar, dass es um die Intelligenz der Tiere nicht so gut bestellt war und beschloss großzügig das Verhalten des Tieres damit zu entschuldigen, während sich Walli nun ungefragt bei ihr einhakte und ihre Hand tätschelte.
„Kommt doch rein und seht euch erst einmal euer neues Domizil an. Wir nennen uns hier alle beim Vornamen, das ist persönlicher. Leider hat mir Wilbur gar nicht verraten wie eure Vornamen sind."
Während sie Hermine ins Haus zerrte folgte Snape in sicherem Abstand zu der Vermieterin.
„Wie heißt du denn, meine Süße?"
„Her...Jane", stotterte Hermine und sah sich unsicher nach dem Professor um, der aber schwer mit dem Mikrowerwolf beschäftigt war, der immer noch an seinem Bein klebte und etwas Schwierigkeiten beim Gehen verursachte.
„Und du, mein Schöner?"
Snape schien sich nicht angesprochen zu fühlen und richtete seinen Blick erst nach einem auffordernden Räuspern auf die Vermieterin.
„Alexander", knurrte er griesgrämig zurück und schüttelte den Flohteppich von seinem Bein ab.
„Was für ein starker Name für einen stattlichen Mann", säuselte Walli und Hermine musste sich beherrschen nicht loszuprusten.
Im Haus zeigte ihnen Walli erst einmal den Gemeinschaftsraum, bot ihnen einen Tee an, den sie höflich ablehnten und dann ihre eigene Wohnung, die Hermine gefährlich an Umbriges Büro erinnerte. Überall stand Nippes herum. Unzählige Bilder von hässlichen, kleinen Hunden hangen an den Wänden. Die Gardinen schienen selbst gehäkelt zu sein, genau wie die Überwürfe auf dem Sofa, die Kissenbezüge, die Decke in Edwinas Körbchen, die Topflappen in der Küche, sogar die Untersetzer der Topfpflanzen und die Tagesdecke in Wallis Schlafzimmer.
„Sehr – ähm - interessant", murmelte Snape mit einem angeekelten Gesichtsausdruck und Hermine bewunderte ihn für soviel Selbstbeherrschung.
„Und jetzt zeige ich euch euer kleines Liebesnest", kicherte Walli fröhlich und Hermine zuckte zusammen. „Gleich die Treppe herauf, die erste Tür links ist das Apartment. Genau das Richtige für ein jung verheiratetes Ehepaar."
Hermine immer noch fest in ihrem Arm eingeklemmt, stampfte Walburga die Holztreppe hinauf, die unter ihrem Gewicht gefährlich knarzte.
„Ganz schön alt, das Haus", meinte der Professor nicht sehr galant, doch Walli schien das nicht zum stören, denn sie drehte sich auf dem Absatz der Treppe um und lächelte ihn verschwörerisch an.
„Keine Angst, mein Jungchen. Das Haus mag alt sein, aber die Apartments sind erst letztes Jahr renoviert und gut isoliert worden."
Sie tätschelte seinen Arm, ohne Hermine loszulassen und blinzelte verschwörerisch.
„Die alte Walli war ja auch mal jung."
Vielleicht war gerade jetzt doch ein guter Moment zu sterben, dachte Hermine mit geschlossenen Augen. Wie peinlich konnte es denn bitte noch werden?
„Sie sind doch nicht alt, Miss Winters."
Nein, im Vergleich zu Dumbledore war Walli vermutlich im besten Alter. Bei Merlins verkrüppeltem Fußnagel, seit wann war Snape überhaupt so höflich? So sehr es sich Hermine auch wünschte, ohne Zauberstab in der Hand, glückte der 'ich-löse-mich-in-Luft-auf'' Zauber einfach nicht.
„Du kleiner Charmeur", zwitscherte die grauhaarige Dame, „und nur Walli bitte. Niemand nennt mich Miss Winters."
Hermine war auf das Schlimmste gefasst, als sich die Tür zu der kleinen Wohnung öffnete, aber sie wurde angenehm überrascht. Keine altmodischen Stofftapeten, kein Plüsch, keine Troddeln an den Vorhängen und Quasten an den Teppichen. Und vor allem: keine Handarbeiten der gehäkelten Sorte.
Stattdessen eine helle, kleine Wohnung mit einer Wohnküche im amerikanischen Stil und ein geräumiges Schlafzimmer. Modern, einfach und ohne Schnörkel.
Man sah ihnen die Erleichterung an, allerdings gefiel Hermine nicht, dass sie nur ein Schlafzimmer hatten, dazu noch mit einem nicht allzu breitem französischem Bett. Dort stapelten sich auch ihre Sachen. Hermines kleiner Koffer und die unzähligen Tüten und Schachteln von Nichols.
Na ja, zumindest hatte das Sofa in der Wohnküche einigermaßen bequem aus, irgendwo musste Snape ja schlafen...
„Ich war so frei und habe für euch ein wenig eingekauft. Wenn man jung verheiratet ist, hat man ja nicht soviel Zeit für solche Dinge. Wilbur hat mir gar nicht viel über euch erzählen können, was macht ihr denn beruflich?"
Walli hatte Hermine endlich frei gegeben und während sie ihren malträtierten Arm rieb, klärte Snape die Vermieterin ein wenig auf.
„Ich bin Professor der Chemie und meine Frau ist... für das Ministerium tätig."
„Ach." Walli schien ganz begeistert zu sein. „Das muss ich gleich Trudchen erzählen. Trudchen hat die Wohnung nebenan und ist Witwe. Über euch ist noch eine Wohnung, die von meinen Jungs bewohnt wird. Tom und Jerry. Ihr lernt sie sicher bald alle kennen. Aber jetzt lass ich euch allein, ihr wollt sicher auspacken und euch in Ruhe umsehen. Tüdelü." Ihre dicken Wurstfinger flatterten aufgeregt in die Höhe und endlich ging sie.
Erleichtert sah Hermine, wie Walli die Tür hinter sich schloss und Sekunden später wieder aufriss.
„Edwina, lass den netten Alexander in Ruhe und komm her."
Das schwarze Minifellmonster nieste und rannte noch dreimal um Snape herum, bevor es seiner Besitzerin folgte.
„Jetzt verstehe ich auch, warum die Wohnung so einfach zu bekommen war", meinte Hermine seufzend und schloss vorsichtshalber hinter Walburga ab.
Keine Viertelstunde später, klopfte es laut und energisch an der Eingangstür. Hermine war gerade dabei gewesen Snapes 'Grundausstattung' in den geräumigen Schlafzimmerschrank zu verstauen, während der neue Besitzer besagter Bekleidung es vorzog seiner neuen Leidenschaft, dem Fernsehen zu frönen.
Natürlich hatte es Hermine geärgert, dass er ihr diese Aufgabe übertragen hatte, aber sie musste auch zugeben neugierig gewesen zu sein, was alles in den Schachteln und Tüten verborgen war. Und gab es eine bessere Gelegenheit alles zu erkunden? Sie hatte sich immer noch nicht zu dem interessanten Teilen – der Unterwäsche – durchgearbeitet, als sie rüde durch das Klopfgeräusch gestört wurde.
Eilig stolperte sie zur Tür, in Erwartung dass Walburga noch etwas vergessen hatte, aber als sie öffnete stand vor ihr das genaue Gegenteil der Vermieterin. Diese fremde Frau war fast so groß wie Snape, dünn wie eine Bohnenstange und sicherlich im gleichen Jahrgang wie Walli.
'Trudchen', schlussfolgerte Hermine schnell und lächelte ihre Nachbarin freundlich an.
„Huhu! Ich bins' Gertrude Hemingway, aber alle Welt nennt mich Trudchen. Walli berichtete mir, dass ihr endlich da seid. Und als Willkommensgeschenk habe ich euch ein paar Plätzchen gebacken."
Erst jetzt sah Hermine die Dose in den Händen der dürren Frau und wusste zunächst nicht, was sie sagen sollte.
„Oh, ich hab doch etwa nicht gestört?"
„Äh, bei was?" Hermine biss sich fast auf die Zunge. Die Dame wollte einen höflichen Besuch machen und sie bekam nicht einmal eine freundliche Begrüßung zustande.
Trudchen zwinkerte auf die gleiche Weise wie Walli es tat und ihr schmallippiger, ohnehin schon breiter Mund verbreiterte sich zu einem Ohr-zu-Ohr-Lächeln.
„Ach Gottchen, du bist ja genauso herzallerliebst, wie mir Walli gesagt hat." Demonstrativ sah sie an Hermine vorbei in die Wohnküche, wo Snape gebannt auf den Fernseher starrte.
„Huhu, Mister Smiiiith", winkte Trudchen um Aufmerksamkeit heischend mit ihrer Dose und erntete einen unfreundlichen Blick des Professors.
„Ähm, Alexander, das ist Gertrude Hemingway, unsere Nachbarin", erklärte Hermine schnell, damit Snape gleich im Bilde war. „Sie hat uns Plätzchen gebacken."
Er murmelte etwas Unverständliches und Trudchen verstand es wohl als freundliche Einladung, da sie sich einfach an Hermine vorbei schob und sich prüfend in der Wohnung umsah.
„Nett habt ihr es hier", bemerkte sie zurückhaltend, vermutlich fehlten ihr noch die passenden Handarbeiten. „Was schaut ihr denn da? Lassie? Ach, ich liebe Hunde auch über alles. Das ist doch die Folge, in der Lassie das kleine Mädchen aus dem Brunnen rettet."
Trudchen sah gerade nicht hin, aber Hermine hätte schwören können, dass Snape soeben einen Mordversuch mit den Augen versucht hatte. Aber er fing gerade noch ihren warnenden Blick auf, als sich die ältere Frau wieder zu ihm umdrehte.
„Reizend, wirklich reizend, euch endlich kennen zu lernen. Leider mussten eure Vormieter ausziehen, da sie ein Baby bekommen. Wie steht es denn bei euch mit der Familienplanung?"
Hermine riss entsetzt ihre Brauen nach oben, was Trudchen nicht sehen konnte, dafür aber der Professor, der sich wieder im Griff zu haben schien und nicht einmal mit der Wimper zuckte.
„Wir kümmern uns erst einmal um unsere Arbeit."
Misses Hemingway nickte zustimmend und bot Snape einen ihrer selbstgebackenen Kekse an.
Mit einer Höflichkeit, die sie ihrem Lehrer nicht zugetraut hätte nahm dieser sogar eins der undefinierbaren Gebäckstücke.
„Rosmarin-Ingwer-Stachelbeer-Plätzchen aus biologisch-dynamischen Vollwertmehl", beeilte sie sich zu erklären und verfolgte neugierig jede Mimik ihres neuen Nachbarn.
Dieser biss mutig in das dunkelbraune Etwas und mit einer Gänsehaut auf den Armen hörte Hermine das laute, knirschende Geräusch aus seinem Mund.
„Na?" Aufmunternd strahlte Trudchen ihn an und musste ein Weilchen warten, bis Snape unter größter Selbstdisziplin gelang, den Beton ähnelndem Grundstoff zu zermahlen und herunter zu schlucken.
„Fie find nicht fufällig mit einem gewiffem Rubeus Hagrid verfandt?"
Hermine schüttelte schnell ihren Kopf, als Trudchen ihr die Dose unter die Nase hielt und sie förmlich spüren konnte, wie die Kauleiste ihres Professors um Erbarmen schrie.
„Meine Figur", flüsterte sie entschuldigend und war froh, dass man ihr diese Ausrede abkaufte.
„Nein, nicht dass ich wüsste. Der Onkel meines Stiefbruders väterlicherseits hat einen Sohn, dessen Schwager Rubeus heißt, jedoch nicht Hagrid."
„Wenn Sie uns entschuldigen würden? Meine Frau und ich müssen noch auspacken und haben noch einen wichtigen Termin."
Offensichtlich hatte sich der Kiefer Snapes schneller erholt, als Hermine je zu glauben gewagt hätte und Trudchen verstand den Wink mit dem Lattenzaun sofort.
„Aber natürlich, ich wollte auch nur Hallo sagen. Und nennt mich Trudchen für die Zukunft. Wir sind hier alles sehr familär, das werdet ihr noch sehen."
„Das habe ich befürchtet", flüsterte Snape und nickte Hermine zu, die erleichtert an der Tür lehnte, nachdem die Nachbarin endlich wieder weg war.
