Das englische Original ist im FFNet ebenfalls unter dem Titel „Black Rose" zu finden.
Original von Severus' vampiress
Übersetzung von Miss Lina
Disclaimer: Mir gehört hiervon natürlich gar nichts bis auf das Vergnügen, die Geschichte übersetzen zu dürfen.
Kapitel 9 – Eine Hochzeitsnacht der Marke „Hölle"
Hermine schluckte und stolperte rückwärts, als Snape um sie umrundete.
„W..wa..was meinen Sie", fragte sie mit zitternder Stimme. Hermine war jetzt außer sich, sie wusste ja, dass er bösartig sein konnte, aber das hatte sie nicht erwartet. Sein Gesicht war ungewöhnlich ausdruckslos, als er sie nötigte, rückwärts in sein Schlafzimmer zu gehen.
„Genau das, was ich sagte, Miss Granger", erwiderte er und ging absichtlich der Antwort auf ihre Frage aus dem Weg. Hermine wich noch weiter zurück, bis sie an die Bettkante stieß und auf das Bett fiel. Sie keuchte erschrocken, als sie bemerkte, welche Dummheit sie begangen hatte. Snape grinste schadenfroh.
„Oh, meine Liebe, du machst mir das ja sehr einfach", sagte er mit seidenweicher Stimme. Er näherte sich ihr und Hermine war viel zu erschrocken, um an Flucht zu denken. ‚Er wird es nicht wagen!'
Er beugte sich über sie und legte seine Hände auf das Bett rechts und links von ihrem Kopf. Dann kam er noch näher an ihren Mund heran und die Erinnerung an die letzte Nacht tauchte sehr lebhaft vor ihren Augen wieder auf. Bevor sie reagieren konnte, legte er seine Lippen an ihr Ohr.
„Es ist gut, dass du nicht noch einmal den Fehler begehst, mich zu ohrfeigen. Ich nehme an, dass du gründlich über dein Benehmen nachgedacht hast", flüsterte er in ihr Ohr. Dann stand er abrupt auf - mit einem hämischen Grinsen im Gesicht. „Ich bin überrascht, Miss Granger, haben Sie tatsächlich angenommen, ich wäre so verzweifelt, dass ich es nötig hätte, mit einer Schülerin zu schlafen und dazu noch mit einer lästigen, kleinen Besserwisserin?"
Bei diesen Worten erhob sich Hermine ebenfalls. Sie hatte ihren Schock überwunden, und hob den Kopf, so dass ihre Augen auf der gleichen Höhe wie seine waren. Ihre Augen funkelten vor Zorn.
„Was erlauben Sie sich? Muss ich Sie daran erinnern, dass ich nicht mehr länger Miss Granger bin, sondern vielmehr Mrs. Snape? Und ich traue Ihnen sehr wohl zu, dass Sie so etwas tun, seitdem ich weiß, dass Sie ein Todesser sind!" Hermine bemerkte weder die dunkle Wut in Snapes Augen noch den zuckenden Muskel in seinem Kiefer und sie fuhr fort: „Und der bestimmt noch schlimmere Dinge in seinem Leben getan hat. Sie erbärmlicher….."
Hermine zornige Tiraden wurden jäh unterbrochen durch eine Hand, die mit solcher Wucht auf ihre Wange klatsche, dass sie zu Boden fiel. Hermine sah Snape zu Tode erschrocken an. Blut tropfte ihr aus ihrem Mundwinkel. Er ging neben ihr auf die Knie, vergrub seine Finger in ihrem Haar und zog ihr Gesicht nahe zu sich heran.
„Untersteh dich, dieses Thema nochmals anzusprechen oder über irgendetwas zu reden, von dem du überhaupt nichts verstehst", zischte er sie an. Dann ließ er von ihr ab und verließ das Zimmer.
Hermine war erschrocken und völlig verängstigt. Was immer sie befürchtet hatte, es war noch schlimmer gekommen! Tränen liefen ihre Wangen herunter und sie weinte sich die Augen aus über das, was hätte sein können und über das, was tatsächlich war.
Eine Hochzeitsnacht!
Snape ging aus dem Schlafzimmer direkt in sein Zaubertränkelabor und warf die Tür hinter sich zu. Er presste die Augen zusammen und schlug voller Zorn mit der Faust auf sein Pult. ‚Wie konnte sie so etwas sagen?', sagte eine Stimme in seinem Kopf, während eine andere flüsterte: ‚Weil es wahr ist.' Nein, er war nicht gefühllos, wie viele glaubten. Er hatte Gefühle, aber er hatte sie unter Kontrolle. Dies war dringend erforderlich bei der Rolle, die er spielte – die eines Spions. Er gehörte nirgendwo hin, er war auf keiner Seite. Er hatte seine Gefühle so perfekt unter Kontrolle, dass er meistens gar nichts fühlte – bis jetzt. Das erste Mal seit langer Zeit empfand er ein starkes Gefühl – Bedauern. ‚Verdammte Göre!'
Vor lauter Frust begrub er sein Gesicht in den Händen. Es war ihre erste Nacht als Ehepaar uns sie war fürchterlich verlaufen. Als er die lauten, herzzerreißenden Schluchzer aus seinem Schlafzimmer hörte, schloss er die Augen, wohl wissend, was es war. Hermine. Er seufzte und überlegte sich, ob er hinübergehen und mit ihr sprechen sollte Aber stattdessen stand er auf und begab sich zu seinem Vorrat an Feuerwhisky, um sich ein paar Flaschen davon zu holen. Dann ging er hinüber zu seinem Zaubertränkelabor, um dort seinen Frust loszuwerden.
Hermine blieb sich selbst überlassen und sich in den Schlaf zu weinen.
