Es ist einfach zu interessant, Zorros Gefühle auseinanderzudröseln. Er funktioniert einfach anders als Sanji und wahre Empfindungen machen ihm ziemlich zu schaffen und irritieren ihn. Na ja, ich denk, ich hab es ziemlich gut hingekriegt ;)
Geständnis um Mitternacht
Zorros Part:
Ich wurde unsanft geweckt, weil irgendetwas hartnäckig gegen mein Bett stieß. Es dauerte eine Weile, bis ich die Augen einigermaßen offen halten konnte, dann jedoch erkannte ich den Störenfried.
»Koch...?«
Ungläubig starrte ich ihn an. Was wollte er so spät noch in meinem Zimmer? Und warum hatte er sich nicht die Mühe gemacht, das Licht anzuschalten, nur um mich zu ärgern? Langsam setzte ich mich auf. Dass er so rein gar nichts sagte, machte die Sache noch komischer.
»Sag mal, was tust du hier eigentlich?«, wollte ich voller Argwohn wissen, doch er stand nur da und legte einen Finger an die Lippen.
»Ich soll leise sein?!«, fauchte ich, »Du befiehlst mir hier gar nichts! Ich...!«
Mir verschlug es die Sprache, als er mit einem verschmitzen Lächeln Anstalten machte, zu mir unter die Decke zu kriechen.
»Hey! Hey, was soll das!? Das ist mein Bett! Geh du gefälligst wieder in deines...!«
Mit einem Schlag wurde mir klar, dass das gar nicht stimmte. Sofort schoss mir die Hitze ins Gesicht. Wie war ich denn in das Bett vom Koch geraten? Und warum hatten weder er noch ich etwas an!?
»Was...?! Koch, geh von mir runter!«
Vergeblich versuchte ich, seinem festen Griff zu entkommen. Ehe ich so Recht wusste, wie mir geschah, hatte er mich in seinem eigenen Bett festgenagelt und kniete nun breit grinsend über mir. Ich wusste nur zu gut, was genau er vorhatte, und konnte so rein gar nichts dagegen tun, dass ich von viel zu vielen Eindrücken übermannt zu zittern begann. Genauso wie es mir unerklärlich war, wie ich auf seinen nackten Körper so dicht an meinem auf diese seltsame Weise überreagieren konnte. Immerhin war er der Koch – mein Erzfeind. Und doch... eine Schande war es, dass ich ihm nicht ins Gesicht sehen konnte, welches aus irgendeinem Grund im Schatten verborgen blieb.
»S-sei vorsichtig«, brachte ich keuchend hervor, »Ich... hab doch noch nie... Koch!«
Es war diese eine Berührung, die mich bis tief ins Innerste zusammenzucken ließ. Er wollte mich tatsächlich! Er wollte mich hier und jetzt!
Schweißgebadet riss ich die Augen auf. Ich saß kerzengerade da und starrte die gegenüberliegende Wand an. Das war ja gerade eben höllisch knapp gewesen. Noch eine Sekunde länger und ich hätte geträumt, dass der Koch mich...
Moment, das Ganze war ein Traum?
Rasch musterte ich meine Umgebung. Doch, es war wieder nur ein viel zu realistischer Traum gewesen. Das hier waren nämlich mein Zimmer und mein Bett, und den Koch entdeckte ich auch nirgends. Dafür aber das Resultat meiner unanständigen Fantasien.
Verdammt, wie kann das denn sein?! Ich hab mich doch sonst nicht so schlecht unter Kontrolle! Und jetzt passiert mir das schon zum zweiten Mal in zwei Nächten hintereinander!
Das Problem wie üblich zu lösen, stellte im Moment allerdings keine Option für mich dar. Nicht, wenn ich dabei immer noch an den Koch denken musste, der mir mittlerweile mehr als nur Kopfzerbrechen bereitete. Wieso hatte ich mich nicht mehr dagegen gewehrt, als er im Traum auf mich losgegangen war? Hatte das etwa denselben Grund wie mein bedenklicher Zustand? Bedeutete das...?
»Dusche!«, ächzte ich. Alles, was mir jetzt noch half, war eine kalte Dusche. Egal, ob ich damit das gesamte Schiff aufwecken würde.
Vollkommen durcheinander polterte ich aus dem Bett und auf den Gang hinaus. Wo der Koch sein Zimmer hatte, wusste ich nur zu genau. Auf der anderen Seite musste demzufolge das Bad sein, wenn mich nicht alles täuschte. In Windeseile hatte ich es für mich beansprucht, wobei ich mich noch nicht einmal darüber wunderte, dass es ausnahmsweise nicht so gemein gewesen war, ohne mein Wissen den Standort zu wechseln.
Mein von Wut und Unsicherheit sowie dem unmöglichen Traum überhitzter Körper nahm die Eiseskälte gierig in sich auf. Fast taten die Tropfen weh, wie sie langsam meinen Rücken und die Brust hinunterkrochen. Doch es tat gut; es tat gut, zu spüren, dass ich noch vollkommen ich war und mich allmählich wieder beruhigte. Für einige wenige Augenblicke unter dem kalten Nass schien die Welt normal und unverändert. Kaum aber verließ ich die Dusche, brach über mich herein, was bisher nur eine vage Ungewissheit gewesen war.
Das kann nicht wahr sein! Warum?! Warum der Koch?! Warum überhaupt?!
Ich war in einer Situation, die ich für mich niemals möglich gehalten hatte. Was lag da näher, als sich mit zitternden Händen wieder anzuziehen und danach Choppers Tür fast einzuschlagen? Denn wenn es jemanden gab, der mir irgendwie weiterhelfen konnte, dann war es ein Arzt. Bestimmt war ich nur krank, ganz bestimmt.
Es dauerte eine Weile, bis meinem steten Klopfen endlich Gehör geschenkt wurde. Die Tür ging einen Spalt breit auf und ein schlaftrunkenes Rentier erschien auf der Schwelle.
»Was, was ist denn? Hä, Zorro...?«
Er starrte mich an wie ein Gespenst.
»Chopper«, sagte ich im Befehlston, »Ich muss mit dir reden.«
»Du musst mit mir...?«
»Dringend!«
Ich gab es zwar nicht gerne zu, aber das war wirklich etwas, womit ich nicht alleine fertig wurde. Schon alleine deshalb, weil ich gar keine Ahnung hatte, wo das eigentliche Problem lag.
»Okay, okay«, sagte Chopper nach kurzer Bedenkzeit und seufzte leise auf, »Dann lass uns mal die Praxis einweihen.«
Nur im Nachthemd tappte er mir voraus in das benachbarte Zimmer hinein. Mich verwies er auf die Liege und setzte sich selbst auf den Bürostuhl. Dann, nachdem er einige Zettel und Stifte zurechtgeschoben und ein Klemmbrett präpariert hatte, schenkte er mir endlich Beachtung.
»Also«, sagte er, schon nicht mehr ganz so müde, »Worum geht es denn?«
»Deine Tabletten bringen so rein gar nichts«, brummte ich, »Da kann ich noch so viele nehmen wie ich will.«
»Sag bloß, du hast schon wieder von Sanji geträumt?!«
»Sei leise! Ja!«
Zerknirscht starrte ich auf meine Hände hinab. Noch fühlte sich mein Inneres verknotet und unsortiert an. Doch wollte ich überhaupt wissen, was dabei herauskam, wenn Chopper mir dabei half, meine Gefühle richtig einzuordnen?
»Er hat... Also, er hat einfach... Ich war in seinem Bett und... Ich weiß auch nicht genau, wie das so plötzlich ging, aber bevor er es tatsächlich getan hat, bin ich aufgewacht!«
»Bevor er was getan hat?«, hakte Chopper zögerlich nach. Es klang fast so, als ob er lieber gar nichts Genaueres erfahren wolle.
»Na ja!«, sagte ich ungeduldig, »Was wohl, wenn wir hier vom Koch reden?! Er hat...! Ach, auch egal! Sagen wir besser so: Als ich aufgewacht bin, musste ich mich dringend kalt duschen!«
»Du meinst...?«
Ich nickte nur und sah ihn mürrisch an. Wenn er zu dumm war, meine Worte zu deuten, konnte ich ihm auch nicht helfen. Aber er schien schon verstanden zu haben, denn nach einem kurzen Schockmoment begann er, wild auf seinem Klemmbrett herumzukritzeln. Schließlich blickte er wieder in meine Richtung und fragte: »Das heißt jetzt also, dass du von mir verlangst, andere Medizin für dich herauszusuchen?«
»Ja! Nein! Ich weiß nicht! Ich... Das war doch noch gar nicht das Schlimmste...«
»Nein?«
Chopper machte ein verwundertes Gesicht, ich hingegen ballte nur beide Hände zu Fäusten. Es war schwer, mir das einzugestehen, und nicht nur das; eigentlich hätte ich wütend darüber sein müssen, dass ich es so weit hatte kommen lassen. War ich aber nicht. Nicht wirklich.
»Nein«, bestätigte ich deshalb mit bebender Stimme, »Das Schlimmste ist doch, dass mir der Traum jetzt so im Nachhinein ganz Recht war!«
»Tatsächlich? Du fandest ihn gut?«
»Ja, Mann! Ich hab doch auch keine Ahnung, was das alles auf einmal soll! Es, es ist nur...! Ich kann gar nicht mehr wirklich böse auf den Koch sein! Und wenn ich an ihn denke, dann... dann...«
Ich wusste nicht mehr weiter. Wie sollte man dieses Gefühl aber auch beschreiben, das ich eben hatte? Wenn ich Chopper gesagt hätte, ich würde dem Koch gerne eine reinhauen, aber nicht, weil ich ihn hasste, dann hätte der damit auch nicht sonderlich viel anfangen können.
»Versuchst du mir etwa gerade zu sagen, dass du Sanji irgendwie magst?«, piepste er, bevor ich weiterstammeln konnte.
Ob ich...?!
Es traf mich hart, als die Erkenntnis, ausgelöst von Choppers Worten, in mir aufzusteigen begann. Zornig biss ich die Zähne aufeinander, zitternd vor Anspannung. Es war, als würde ich ein Verbot brechen, welches ich mir selbst auferlegt hatte, und das noch nicht einmal mit dem gebührenden Maß an Reue. Wir sprachen hier immerhin vom Koch, den ich eigentlich verachten und als meinen unebenbürdigen Gegner betrachten sollte. Er, der selber keine Gelegenheit ausließ, mich vor allen fertig zu machen. Fast trieb es mich in den Wahnsinn, dass ich anstatt wütend auf ihn zu werden, bereits jetzt schon wieder auf unseren nächsten Streit hoffte. Ein schmaler Grat zwischen Abscheu und Sympathie war es, den ich in dieser Beziehung entlangwanderte, und nun schien sich allmählich zu zeigen, wohin der Weg letzten Endes führte.
»Verflucht, Chopper!«, platzte es endlich aus mir hervor, »Ich glaub, ich mag ihn tatsächlich!«
Mein Gesicht brannte wie Feuer und aus irgendeinem Grund hatten sich meine Augen mit Wasser gefüllt. Wie dumm war ich eigentlich? Ich konnte mir unmöglich erhoffen, dass der Koch eines Tages erwidern würde, was ich gerade eben für ihn empfand.
»Du, du...? WAS?!«
Zwei große Kulleraugen glotzten mich an. Chopper hatte wohl nicht erwartet, dass ich ihm in dieser Angelegenheit zustimmen würde.
»Zorro, bitte lass dir von mir keine Flöhe ins Ohr setzen! Hätte ich das nicht in Erwägung gezogen, dann...«
»Wenn es aber doch so ist!«, beharrte ich und sah ihn trotzig an, »Ich mag ihn sogar sehr!«
»Wie?! Jetzt auf einmal?! Ich dachte, ihr könnt euch nicht leiden!«
»Er kann mich ja auch nicht leiden! Aber ich...! Ich weiß auch nicht...«
Ich wurde wieder leiser, ja fast beschämt. Denn ich begriff nun, was das war, was da in mir nagte und mich an den Rand der Verzweiflung brachte. Weshalb ich letztendlich meine Augen abwandte und murmelte: »Ich glaub, ich steh auf ihn.«
Stumm saß ich da und wartete auf den Weltuntergang. Als dieser ausblieb, hob ich meinen Kopf und entdeckte, dass Chopper überrascht dreinblickte. Nicht schockiert, nur überrascht; mit einem leichten Anflug von Unverständnis.
»Aber...«, brachte er schließlich hervor, »Du streitest dich doch ständig mit ihm. So ein Gefühl taucht doch nicht von Heute auf Morgen mal eben so auf, oder?«
»Tut es ja auch gar nicht«, grummelte ich, da es zum Leugnen sowieso zu spät war, »Ich hab nur jetzt erst kapiert, dass ich mich gar nicht mit ihm streite, weil ich ihn nicht mag, sondern weil das die einzige Möglichkeit ist, ihm aufzufallen.«
Ja, Chopper, so erbärmlich bin ich! Und jetzt lach ruhig!
Tat er aber nicht. Im Gegenteil: Er nickte sogar verständnisvoll und machte sich Notizen auf seinem Blatt.
»Das ist alles in der Tat sehr einleuchtend. Da stellt sich einem glatt die Frage, ob es Sanji selber nicht genauso geht, was dich anbelangt...«
»Schön wär's!«, schnaubte ich, »Du weißt ganz genau, dass er mich hasst! Da kannst du die ganze Mannschaft inklusive Ace fragen; alle werden dir das bestätigen.«
Kaum hatte ich das gesagt, wurde mir mit blankem Entsetzen klar, was das bedeutete.
»Oh nein, Chopper! Er hasst mich!«, ohne zu wissen, was ich tat, packte ich Chopper an den Schultern und schüttelte ihn, »Er hasst mich und ich hab ihn aber so gern! Das darf nicht sein! Tu doch irgendwas!«
Entkräftet ließ ich ihn wieder los, dann begrub ich mein Gesicht in den Händen. Noch nie zuvor in meinem Leben war ich mir so hilflos vorgekommen. Dies war eine Schlacht, in der mir weder meine Kraft noch meine Erfahrung im Kampf von Nutzen sein würden. Ohne jegliche Vorkehrungen getroffen zu haben, hatte ich die gefahrvolle Welt der Gefühle betreten. Eine Welt, von der ich gehofft hatte, dass ich sie niemals genauer kennen lernen würde. Nur leider war auch Chopper nicht gerade von großer Hilfe.
»Da kann ich gar nichts tun!«, sagte er mit weit aufgerissenen Augen, »Ich kann dir nur den Rat geben, einfach netter zu ihm zu sein. Mich wundert es nämlich kein bisschen, dass er dich nicht mag, wenn du selber immer so fies zu ihm bist.«
»Ich soll nett zum Koch sein?! Ist das ein Witz?«
»Na, wenn man jemanden mag, dann will man ihm doch im Normalfall auch nichts Böses, oder?«
»Ja, aber...!«, versuchte ich mich zu rechtfertigen, »Das ist der Koch! Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, dann, dann... packt es mich einfach! Ich streit mich eben gern mit ihm!«
Daraufhin war das Einzige, was von Chopper kam, ein deutlich zu vernehmendes Seufzen. Konnte schon sein, dass ihm meine Gefühle zu kompliziert wurden; immerhin verstand ich sie selber gar nicht wirklich. Sicher war ich mir nur in dem einen Punkt: Was ich all die Jahre über als Hass und Abneigung missverstanden hatte, war in Wahrheit das Verlangen danach, ihm möglichst nahe zu sein. Diesem einen Mann, der mir so gar nicht mehr aus dem Kopf ging.
»Er sieht so gut aus...«
Jetzt, da ich mich damit abgefunden hatte, überkam mich die Sehnsucht nach Nähe wie ein Sturm. Niemals zuvor war es so eindeutig gewesen, dass mir mein ganzes Leben lang etwas gefehlt hatte. Etwas, das mehr war als nur Freundschaft und das großes Vertrauen ineinander voraussetzte. Dieses eine, dumme Ding, nach dem die Frauen stets so verrückt waren, über das ich bisher nur verächtlich den Kopf geschüttelt hatte.
Die Liebe. Gib es ruhig zu. Du willst, dass der Koch dich liebt.
»Bitte, was?«
Choppers Gesicht glich mittlerweile einem Fragezeichen. Verdenken konnte ich es ihm nicht, schließlich benahm ich mich im Moment kein Stück wie der verschwiegene, distanzierte Schwertkämpfer, der ich war.
»Na, er hat so tolle, blonde Haare«, seufzte ich, »Und die blauen Augen...«
Sein Bildnis tauchte vor mir auf, wie er am Herd stand und kochte; tief in seine Arbeit versunken und doch lässig, ja fast gelangweilt wirkend. Schon oft hatte ich einfach nur in der Küche gesessen und so getan, als würde ich tief und fest schlafen. Heimlich jedoch hatte ich seine schlanke Silhouette angestarrt. Nun wusste ich auch, warum.
»...so niedlich. Mit der Kringel-Augenbraue... Und kämpfen kann er auch... die langen Beine... der geile Arsch... Da fällt mir ein: Er muss wahnsinnig gelenkig sein! Das könnte man doch... Und ganz schön was in der Hose hat er auch!«
»Ehhh...!?«
Ich schreckte auf. Tatsächlich saß ich immer noch bei Chopper in der Praxis und nicht irgendwo in meinem Traumland.
»Oh nein! Hab ich das jetzt alles tatsächlich gesagt?! Das, das...!«
Ich verstummte kurzzeitig, dann fiel mir mein eigentliches Problem wieder ein.
»Er hasst mich! Chopper! Ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich...! Hilf mir doch, irgendwie...!«
Die ob meiner Machtlosigkeit unruhigen Hände im Schoß gefaltet starrte ich auf den Boden hinab. Ich verdiente es wohl nicht anders. Die jüngsten Ereignisse hatten mir meine Grenzen und Schwächen aufgezeigt. Sogar Hilfe von Außenstehenden musste ich annehmen, um mit dem fertig zu werden, was mir ein besonders schalkhaftes Schicksal auferlegt zu haben schien. Mein Gesicht brannte vor Scham und Wut und irgendwie fühlte es sich so ganz und gar nass um meine Augen an.
»Ach, Zorro...«, raunte Chopper mit sanfter Stimme und berührte mich mit einem Huf, »Deshalb brauchst du aber doch nicht gleich zu weinen...«
»Tu ich nicht!«
Mit einem krampfhaft unterdrückten Schluchzen schüttelte ich ihn ab. Ich wollte nicht noch tiefer sinken und hier ernsthaft zu flennen anfangen. Doch er ging gar nicht näher darauf ein. Stattdessen kletterte er von seinem Stuhl und machte sich am Schreibtisch zu schaffen.
»Mir ist da nur gerade etwas eingefallen«, meinte er, »Warte, warte... wo hab ich's denn...?«
Er zog etwas aus der Schublade hervor.
»Aha, siehst du?«
Triumphierend kam er zu mir zurück getrippelt. Zwischen den Klauen hielt er etwas in Silberfolie Eingewickeltes.
»Schokolade?«
Trotzig sah ich ihn an. Hielt er mich etwa für eine Frau?
»Ja, Schokolade«, bestätigte er auf meinen geringschätzigen Blick hin, »Aber eine ganz besondere. Wenn du die isst und dabei an Sanji denkst, geht's dir bestimmt gleich besser. Hier, du wirst schon sehen.«
Er drückte sie mir in die Hand.
Das ist doch nicht sein Ernst, oder? Wie soll denn Schokolade...?
»Außerdem wäre es mir jetzt ganz Recht, wenn du wieder in dein Zimmer gehen würdest«, fügte er hinzu, »Ich bin müde. Aber wenn mir eine passende Lösung für dein Problem einfallen sollte, dann lasse ich dich das wissen. In Ordnung?«
»Und du überlegst auch ganz sicher?«
»Ja, natürlich. Ganz sicher.«
»Na gut.«
Ein wenig wackelig erhob ich mich. Vielleicht war das mit der Schokolade doch gar keine so dumme Idee. Zumindest war es nicht gerade so, als ob ich Süßes verabscheuen würde.
»Danke«, murmelte ich und zog die Praxistür auf, »Gute Nacht, Chopper.«
Ohne seine Antwort abzuwarten, trat ich auf den Gang hinaus. Die Tür fiel hinter mir zu und damit auch die Fassade von mir ab, die ich bis gerade eben noch aufrecht erhalten hatte. Es mochte zwar stimmen, dass der Koch mich absolut nicht ausstehen konnte, doch das überwältigende Gefühl, das mich durchströmte, wenn ich an ihn dachte, war eine angemessene Entschädung dafür. Ich war verliebt. Das allererste Mal in meinem Leben war ich verliebt. Verliebt in den Mann, der...
...mit einemmal vor mir stand, nichts weiter als eine Hose trug und ziemlich zerknirscht aussah.
»Pass doch auf, wo du hinrennst!«, keifte er, nachdem er mich erfolgreich angerempelt hatte.
»Pass du doch auf!«, keifte ich ganz aus dem Affekt zurück, »Was tust du überhaupt hier, mitten in der Nacht?!«
»Dasselbe könnte ich dich fragen! Und wo hast du die Schokolade her?!«
Ein leicht verächtlicher Blick streifte die Süßigkeit.
»Das geht dich gar nichts an!«, brummte ich und bahnte mir grob einen Weg an ihm vorbei. Ich wollte nur noch in mein Bett zurück und sonst gar nichts.
»Na, dann halt nicht!«, rief mir der Koch beleidigt hinterher, »Gute Nacht, Zorro!«
»Gute Nacht, Sanji!«
Ich knallte die Tür hinter mir zu und schritt geladen durch den Raum. Dann erst, als ich mich auf meinem Bett niedergelassen hatte, bemerkte ich, was soeben geschehen war.
Hat er tatsächlich...? Hab ich wirklich...?
Ich schüttelte den Kopf. Klar war doch nur, dass ich Choppers Rat völlig in den Wind geschlagen und mich mal wieder unbeliebt beim Koch gemacht hatte.
Mit einem Seufzen riss ich die Schokoladenverpackung auf, dann steckte ich mir eines der verlockend glänzenden Quadrate in den Mund. Erst süß, schließlich bitter zerging es auf meiner Zunge und spiegelte somit genauestens wider, was ich empfand, sobald ich an den Koch dachte. Er war unerreichbar fern und doch hätte ich ihn so gerne hier neben mir gehabt, nur damit er mich festhielt.
»Du blöder Koch, du«, murmelte ich und nahm mir noch ein Stück Schokolade, »Ein wenig lieb haben könntest du mich schon.«
Doch das würde wohl für immer ein Traum bleiben. Zumindest, was den echten Koch anging. Ein nicht ganz so lebendiger, etwas kleinerer hingegen...
Von Vernunft und Ehrgefühl komplett im Stich gelassen, stand ich auf. Wofür hatte man denn ein geheimes Talent, wenn nicht, um sich das Leben zu verschönern? Also durchwühlte ich mit Feuereifer das Kästchen, das gegenüber von meinem Bett stand. Endlich wusste ich wieder, was zu tun war.
Choppers Part:
Als Zorro verschwunden war, stieß ich einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus. Das hatte ja besser geklappt, als erwartet. Besonders, da er überhaupt nicht bemerkt hatte, inwieweit seine Träume mit meinen Tabletten zusammenhingen. Und jetzt, ja, jetzt hatte er endlich zugegeben, was für ein geschultes Auge längst offensichtlich war.
Schon hatte ich mir triumphierend ins Fäustchen lachen wollen, da flog die Tür auf.
»CHOPPER!«
Mit zwei Schritten stand Sanji vor mir und ich zuckte erschrocken zusammen, als die Tür mit lautem Krachen wieder zufiel.
»Ahh... ehh... Sanji...«
Ich versuchte mich so klein wie möglich zu machen. Doch vor einem zornig mit den Augen funkelnden Sanji gab es kein Entrinnen.
»Weißt du, was deine SCHEISS-TABLETTEN getan haben!?«, donnerte er und für einen kurzen Moment dachte ich, er würde gleich Amok laufen, »Erst träum ich, dass ich den MARIMO in meinem EIGENEN BETT flachlege! Und dann wach ich auf und hab nen STÄNDER! Findest du das witzig, oder was!?«
Er sah mich an wie ein Wahnsinniger, den Unterkiefer bedrohlich vorgeschoben.
»Also... das nicht gerade, aber...«, ich schluckte, »...deshalb brüllt man das auch nicht einfach so nachts durch das ganze Schiff.«
»Mir egal! Das war sowieso noch gar nicht das Schlimme!«
»N-nein?«
Auf seine Schimpfkanonade hin hatte ich zwar den Eindruck, dass es kaum schlimmer kommen konnte, aber da irrte ich wohl.
»Nein! War es nicht!«, fuhr er mich an, »Das Schlimme ist doch, dass...! Dass...!«
Er suchte nach geeigneten Worten, wobei er jedoch nicht allzu erfolgreich schien.
»Ja...?«
Fragend sah ich ihn von unten her an. Wenn er mir zu sagen hatte, was ich bereits vorausahnte, dann wurde es Zeit für einen kleinen Champagner.
»Ach, Mann!«, brüllte er letztendlich, »Ich bin in den Marimo verknallt! Zufrieden?!«
Wenn Zorro das jetzt hören könnte... Dann bräuchte ich mich kein Stück mehr um die beiden zu kümmern.
So jedoch stand ich vor der größten Kuriosität, die mir je untergekommen war: Beide gaben zu, dass sie den anderen mehr als nur mochten, aber dass sie im Umgang miteinander dementsprechend handelten, fiel ihnen nicht im Traum ein. Sturheit (oder Blödheit) kannte wohl keine Grenzen.
»Ach, ich bin doch hoffnungslos...«
Schlagartig von seinem Zorn verlassen, der daraufhin Depression Platz machte, ließ sich Sanji auf die Praxisliege fallen. Das Gesicht in den Händen begraben sackte er dort als kleines Häuflein Elend zusammen.
»Sanji... du bist doch nicht hoffnungslos«, versuchte ich ihn zu beruhigen, doch er schnitt mir das Wort ab.
»Natürlich bin ich! Jeder, der noch alle beisammen hat, verguckt sich doch nicht in den einzigen Kerl, der einen nicht ausstehen kann! Nur, weil der rein zufällig auch schwul ist und obendrein auch noch verdammt gut aussieht!«
Das heißt dann, Zorro hat sie nicht mehr alle...
»Und das sind deine einzigen Gründe?«, hakte ich nach, um mein Protokoll wahrheitsgemäß fortzuführen.
»Nein, natürlich nicht!«, fauchte Sanji zurück, als hätte ich eine Anschuldigung gemacht, »Es ist nur...! Er...! Mann, natürlich streiten wir uns ständig, aber doch auch nur, weil mir das mit ihm so Spaß macht!«
Aha, das versteht Sanji also unter Spaß. Interessant. Wusste ich auch noch nicht.
»...und ich meine, na ja...«, seine Stimme wurde wieder leiser, »Ihm beim Trainieren zuzusehen, das ist einfach... Wow! Die Muskeln... und der geile Arsch. Und wenn er kämpft... Der bringt es fertig, mit Schwert im Mund noch zu reden. Ich frag mich, ob das nicht auch mit was Anderem ginge... Ach, und ist dir überhaupt schon mal aufgefallen, wie viel der in der Hose hat?«
»NEIN..!«
Ja, ist denn das so wichtig?! Man möchte meinen, die gucken ständig nur auf sowas!
Aber Sanji ließ meine ich-bin-hier-irgendwie-Fehl-am-Platz Miene gänzlich kalt. Stattdessen fuhr er fort, mich mit verträumter Stimme darüber aufzuklären, wie toll Zorro doch war.
»...und die grünen Haare...«
Wie kommt er denn jetzt so plötzlich da drauf?!
»...da möchte man am liebsten einfach so durchwuscheln...«
»Ähh... das ist ja alles schön und gut«, unterbrach ich ihn endlich, »Aber...«
»Ja, ich weiß, Chopper. Du brauchst gar nicht weiterzureden. Er kann mich nicht ausstehen. Das ist es doch, was du sagen wolltest, nicht wahr?«
Mit einem seltsam melancholischen Lächeln sah er mich an. Nun, ich musste schon zugeben, dass er das Ganze gelassener als Zorro nahm, aber verwirrt war er ebenso wie dieser.
»Der Meinung bin ich noch nicht einmal«, versuchte ich mein Glück als Amor, »Bestimmt geht es ihm nur ähnlich wie dir und ihm machen eure Streitereien auch Spaß.«
»Das glaubst du?«
Er bedachte mich mit einem herablassenden Blick, dann fing er freudlos zu lachen an.
»Nein, Chopper, niemals! Er hasst mich und Schluss! Der Typ ist so weltfremd und naiv, der würde meine Gefühle für ihn noch nicht einmal dann kapieren, wenn ich ihm nen Heiratsantrag machen würde.«
Es war ein fließender Übergang, als aus seinem Lachen allmählich ein halb ersticktes Schluchzen wurde.
»Chopper!«, wimmerte er, »Bitte hilf mir doch! Bei jedem anderen wüsste ich, was zu tun ist, aber der Kerl macht mich ratlos!«
Diese Aufforderung heute schon zum zweiten Mal zu hören, war für mich ein unweigerlicher Beweis dafür, wie endlos mächtig die Liebe war. Sie zwang sogar die stärksten und tapfersten Männer in die Knie, so dass sie heulend bei mir saßen und weder ein noch aus wussten. Vielleicht hätte ich das auch gar nicht so schlimm gefunden, wenn ich selber genau gewusst hätte, was in solch einer Situation zu tun war. Da ich aber kein Beziehungsberater war, musste ich mit weniger herkömmlichen Methoden aufwarten.
»Also, Sanji... jetzt komm mal wieder ein bisschen runter. Das kriegen wir schon irgendwie hin.«
Ich machte einen letzten, schwungvollen Schriftzug auf meinem Klemmbrett, dann stand ich auf. Wohl oder übel musste ich auch noch meine Kekse opfern.
Während Sanji mir von der Liege aus hoffnungsvoll zusah, holte ich die Packung aus der Schreibtischschublade. Als ich damit zu ihm zurückkehrte und sie ihm in die Hand drückte, machte er ein ähnlich dummes Gesicht wie schon zuvor Zorro.
»Das sind... Kekse?«
»Natürlich«, erklärte ich, »Aber keine gewöhnlichen. Wenn du die isst und dabei an Zorro denkst, dann geht es dir gleich besser. Ganz bestimmt.«
Er schielte ungläubig in meine Richtung. Natürlich war das vollkommener Quatsch und das auch Kekse, wie man sie überall kaufen konnte. Aber wer hatte nicht schon vom Placebo-Effekt gehört?
»Bist du dir sicher?«
»Vollkommen sicher«, bestätigte ich, »Wobei das alleine natürlich nicht reicht. Bis mir etwas Besseres einfällt, kannst du zumindest daran arbeiten, ein wenig netter zu Zorro zu sein.«
»Nett zum Marimo? Pah! Wie du meinst. Ich kann dir aber gleich sagen, dass das nichts bringt.«
Er erhob sich mit seinem üblichen gelangweilten Gehabe. Fast schien es so, als hätte ich ihn weitestgehend beruhigt.
»Du könntest es wenigstens versuchen...«
»Ja, ja, und Steine können fliegen«, er schritt zur Tür hinüber, »Danke für alles, Chopper, aber mit Nettigkeiten beißt man bei dem Sturschädel auf Granit. Gute Nacht.«
Und mit diesen Worten verschwand er.
Mit einem nachdenklichen Kopfschütteln nahm ich meine Aufzeichnungen und setzte mich damit an den Schreibtisch. Gehofft hatte ich ja, dass ich mit meinen Tabletten etwas erreichen würde, aber war es jetzt nicht fast schwieriger als vorher, die beiden zu irgendetwas zu bewegen? Beide behaupteten steif und fest, der andere würde sie abgrundtief hassen, und ein jegliches Liebesgeständnis – egal, von welcher Seite – hätten sie als schlechten Scherz aufgefasst. Das war nun nicht wirklich der Anlass zum Feiern, für den ich ihn gerne gehalten hätte.
Ich seufzte und zog die oberste Schublade auf. Doch als ich hineingriff, griff ich ins Leere. Wie auch anders, wenn man vorhin noch die Spendierhosen getragen hatte?
»Jetzt hab ich den Schwuchteln meine ganzen Süßigkeiten gegeben.«
Nicht gerade angetan von dieser ernüchternden Tatsache schloss ich die Schublade wieder.
»Hättest ja nur nicht so freundlich sein müssen«, erklang es und mit einem Blick auf den Tisch wurde mir klar, wem die Stimme gehörte. Es war das Teufelchen, welches in einem mit winzigkleinen Fledermäusen bedruckten Schlafanzug auf meinem Klemmbrett fläzte.
»Halt den Rand!«
Das Engelchen tauchte ebenfalls vor mir auf, hoheitsvoll in ein Nachthemd gewandet.
»Doch, Chopper, das war wirklich freundlich von dir«, lobte es mich, »So selbstlos, so umsorgend, so mitfühlend...«
»Ich krieg gleich die Krätze, wenn du noch eines dieser scheußlichen Wörter sagst!«
»Was macht ihr hier eigentlich?«, unterbrach ich sie, »Ihr habt so schön drüben in meinem Hut geschlafen. Wollt ihr nicht lieber wieder...?«
»Doch nicht mit dem Federvieh!«, brummte das Teufelchen, »Der rückt einem so nah auf die Pelle, dass einem das kalte Grausen kommt!«
»Weil du doch einsehen musst, dass es zu zweit vieeel schöner ist als alleine.«
»Nö.«
»Aber ja doch. Du willst es nur nicht zugeben.«
Das Engelchen setzte sich mit einem charmanten Lächeln neben das Klemmbrett und streckte eine Hand nach den grünen Haaren des Miniatur-Zorros aus.
»Ähh! Lass das!«
Er sprang auf, sichtlich angewidert.
Und manchmal glaub ich das immer noch nicht ganz. Die kann es doch nicht wirklich geben!
Nun, immerhin waren sie realistisch genug, um sich quer über meinen Schreibtisch zu jagen, während ich versuchte, meine Aufzeichnungen ins Reine zu schreiben. Dass das Engelchen dabei irgendwann auf die Idee kam, das Teufelchen könne ihm doch einen Kuss geben, überhörte ich beinahe.
Namis Part:
»Robin! Wach auf!«
Ich kniete vor dem Guckloch und glotzte in Zorros Zimmer hinunter. Es konnte doch nicht ganz stimmen, was ich da sah.
»Mann, Robin!«, zischte ich wieder, »Jetzt mach schon!«
Endlich regte sich oben im Bett etwas.
»Hnn... Nami...?«
Es folgte eine kurze Stille, die ich ausnutzte, um mich nach ihr umzusehen. Sie lugte verschlafen über den Bettrand, ein leicht verwundertes Gesicht aufgesetzt.
»Sag mal, was machst du da, mitten in der Nacht?«
»Sanji ist vorhin so laut ins Bad gepoltert, da bin ich wach geworden«, erklärte ich, »Aber das ist gar nicht das Wichtige. Du musst hierher kommen!«
Ich deutete unmissverständlich auf das Loch im Fußboden.
»Zorro ist auch wach?«
»Nicht nur das! Du musst dir das dringend ansehen!«
Erst blickte sie mich noch erstaunt an, dann kam sie heruntergeklettert. Ich hatte sie wohl doch neugierig gemacht.
»Komm schon, komm schon...!«
Indem ich ein wenig zur Seite rutschte, machte ich ihr genügend Platz, damit auch sie freien Zugang zu dem Spektakel hatte.
»Was ist denn da unten?«, fragte sie, »Du tust ja gerade so, als ob... Nein.«
Sie hatte einen Blick riskiert und der reichte aus, um ihr ein klein wenig die Fassung zu nehmen.
»Das ist jetzt aber nicht das, wofür ich es halte, oder?«, sagte sie und sah mich mit in die Höhe gezogenen Brauen an.
»Nein, Robin, natürlich nicht.«
»Gut. Ich dachte nämlich schon...«
Erneut blickte sie durch das Loch hindurch.
»Dann ist das da auch kein Sanji-Püppchen, das Zorro da näht, nein?«
»Nein, Robin, das ist kein Sanji-Püppchen.«
Wir wechselten ungläubige Blicke. Dann, mit einem zweistimmigen Seufzen: »Es ist ein Sanji-Püppchen.«
Stille.
Die in ein hysterisches Giggeln meinerseits überging.
»Oh Gott, Robin! Zorro kann tatsächlich nähen! Er kann nähen!«
»Ja«, stimmte sie mir zu, »Besser als du, würde ich sagen.«
»Egal, egal!«, quietschte ich unter verhaltenem Gelächter, »Er näht sich ein Sanji-Püppchen! Mann, ist das mies!«
»Mir tut er ja eher Leid. Jetzt, wo er so ganz offensichtlich auf Sanji steht...«
»Ja, meinst du vielleicht, Sanji ist auch wach?!«
Rasch war ich bei dem anderen Guckloch. Wurde allerdings mit weniger spektakulären Dingen entlohnt.
»Ach, er liest nur und futtert Kekse.«
Enttäuscht kehrte ich zu Robin zurück, die gar nicht genug von dem nähenden Zorro kriegen konnte.
»Es würde mich arg interessieren«, meinte sie, »Ob er das auch vor jemandem zugeben würde.«
»Was? Dass er nähen kann? Ganz bestimmt nicht. Da geben Kerle nicht so gern mit an...«
»Nein, ich meine, ob er uns was erzählt, wenn wir ihn fragen, wen aus der Mannschaft er am bestaussehendsten findet?«
»Ach soo...«
Meine Augen wurden groß und rund. Von Zorro selbst zu hören, dass er in Sanji verknallt war, stellte ich mir unglaublich niedlich vor.
»Du meinst also, wir sollen ihn uns morgen einfach mal vorknöpfen?«, hakte ich diebisch grinsend nach.
»Genau das.«
Auch Robin lächelte. Das jedoch nicht allzu lange.
»Oh, Nami, warte...«, sie schien die Lage dort unten zu analysieren, »Ich glaube, er ist fertig.«
»Tatsächlich?!«
»Ja, und jetzt rennt er mit dem Püppchen im Zimmer herum, als könne er selber gar nicht fassen, was er da fabriziert hat.«
Wir sahen uns an. Und lachten alle beide gleichzeitig los. Es sah ganz danach aus, als ob sich allmählich etwas zwischen unseren beiden Dickköpfen anbahnen würde.
Geständnis um Mitternacht - Ende
Es - tut - mir - so - Leid! Aber wer einen nähenden Zorro nicht verkraften kann, sollte lieber nicht weiterlesen... es wird noch viel komischer ;)
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