Stumme Tränen

Stumme Tränen laufen mein Gesicht hinab,

ausgelöst von Bitterkeit und Wut.

Sie durchnässen meinen Umhang immer mehr,

doch ich spüre es nicht mehr.

Seit Jahren habe ich nicht mehr geweint,

schon so lange keine Gefühle mehr gezeigt.

Nun übermannen sie mich völlig unerwartet,

ich kann nichts dagegen tun.

Ich liege am Boden und weine.

Weine über meine Taten, mein Handeln, mein Sein.

Alles in meinem Leben ist falsch,

alles ist kalt und trostlos.

Wie lange ich weinte?

Ich weiss es nicht mehr.

Niemand war da um mich zu trösten,

zu sagen, wie sehr er mich braucht.

Eine letzte Träne gleitet meine Wange hinab

Und tropft auf den kalten Boden.

Sie leuchtet im fahlen Mondlicht,

doch auch das sehe ich nicht.

Ich erhebe mich schaudernd,

eile schnell fort.

Versuche zu vergessen,

was diese Nacht geschah.

Nichts erinnert mehr an mich,

wenn die Sonne aufgeht

und ihr hellen Strahlen auf den

Boden wirft.

Nichts, außer einer glitzernden Träne.

Eine, meiner stummen Tränen.

By Josephine 2003