Vielen, vielen Dank an meine Reviewer, hab mich wieder total über die neun Reviews gefreut!
laser-jet, Taze15, Lord Adolf V. H: Vielen Dank für euren Beitrag, schön, dass es euch gefällt ... Sassy: Das mit dem Zettel wollte ich eigentlich nicht verraten ;D ... Trovia: Musste auch mal sein! Naja, Tonks wird wenig Zaubertränke zum Gestaltwechseln brauchen :gg: ... Adsartha: Das mit dem 'bald' hat leider nicht ganz geklappt ... CRAZY Dragon: Da war ich auch wütend! ... Ela3:gg: Hast du was gegen Snape?
Für das nächste Kapitel werd ich wohl etwas länger brauchen, tut mir leid! Fahr in den Urlaub. Hoffe aber, ich kann hinterher bald hochladen. Viele Reviews motivieren natürlich immer ;)
Nachdem in Kapitel 08 das Wiedersehen Sirius und Remus etwas kurz gekommen ist, ... naja, lest einfach Kapitel 09 und schreibt bitte, was ihr davon haltet - würd mich interessieren, hab da nämlich ein bisschen Bammel ...
Vorher aber noch eine Art "Krieg der Sterne" :gg: (Hat nichts mit Star Wars zu tun, hab nicht bei George Lucas abgekupfert ...)
Muss ja früher oder später dazu kommen :D
Nachsitzen bei Sirius
Ein fernes Grollen riss Harry aus seinen Träumen. Widerwillig öffnete er die Augen und sah sich benommen um – statt fliegender Eulen verfolgt von Zaubertranklehrer mampfenden Zelten bemerkte er nun zurückgezogene Bettvorhänge in den Farben des Hauses Gryffindor und Truhen, Bücher, Schulsachen, ... – er befand sich im Schlafsaal!
Auch Ron und Dean lagen halbwach in ihren Betten, draußen war es noch beinahe finster. Es war zwar Montag, aber noch viel zu früh zum Aufstehen!
Das polternde Geräusch wiederholte sich, diesmal lauter.
„Was ist da los?" brachte Seamus schlaftrunken hervor und rieb sich die müden Augen.
– „Wenn ich das wüsste!" entgegnete Harry, nun doch neugierig geworden, und schlüpfte schnell in seine Hausschuhe, Ron tat es ihm ohne zu zögern gleich: „Sehen wir nach!"
Einige Zimmer weiter hatte der Lärm Sirius aus dem Schlaf geschreckt, aus einem Reflex heraus tastete er nach seinem Zauberstab unter dem dunkelgrünen Kopfkissen.
Kaum hatte er ihn hervorgeholt und instinktiv und schnell wie der Blitz auf die dunkle Holztür gerichtet, krachte diese auch schon ins Zimmer und Bellatrix Lestrange stand breitbeinig im demolierten Rahmen – fies grinsend wie immer, sie freute sich offensichtlich diebisch, wieder einen Verteidigungslehrer zur Schnecke machen zu können.
Zum Glück für Harrys Paten war sie so überrascht, ihn zu sehen – immerhin hatte sie ihn höchstpersönlich durch den Torbogen geworfen –, dass sie sich einen Moment lang nicht rühren, ja nicht einmal blinzeln, konnte. Sirius nutzte diesen Augenblick, um aus dem Bett zu springen und sich einen silber-grauen Umhang überzuwerfen.
„Was willst du denn so früh hier?" beschwerte er sich dann genervt – zu Schulzeiten hatte es keiner seiner Kameraden gewagt, ihn vor dem Weckerklingeln aus dem Bett zu holen, und wenn es doch einmal nötig gewesen war, hatten sie gelost und den Verlierer anschließend bedauert (hierbei dachte Sirius schmunzelnd an James im türkisen Spitzentanga oder Remus' Zwei-Meter-Nase zurück). Er war eben ein unverbesserlicher Morgenmuffel.
Mit einem lockeren Schlenkern aus dem Handgelenk brachte Sirius mit dem Zauberstab sein verfilztes Haar in Ordnung, das wie jeden Morgen einfach grauenvoll aussah, sich jedoch sofort elegant und ordentlich hinlegte, „Hast du mal auf die Uhr geschaut?"
– „Wie zum Henker kommst du hierher?" wollte seine Cousine überrumpelt wissen, als sie ihre Sprache – halbwegs – wiedergefunden hatte, „Du bist doch tot!"
– „Nun, offensichtlich bin ich das nicht", entgegnete Sirius salopp und gestattete sich ein Grinsen, „Ich bin sogar lebendig genug, um dich vor die Tür zu setzen! ...
Ähm ...", ergänzte er dann mit einem schiefen Blick auf seine Zimmertür, die dank Bellatrix auf dem Fußboden lag, „Nicht unbedingt diese Tür ..."
Mit einem unschuldigen Schulterzucken hob er seinen Zauberstab: „Expelliarmus!"
Bellatrix hatte sich mittlerweile von ihrer Überraschung erholt und konterte wütend – wie konnte dieser blutsverratende Hund es wagen, zurückzukehren! –: „Protego! ... Petrificus Totalus!"
Auch ihr Fluch verfehlte sein Ziel, denn Sirius hatte sich hinter einen Tisch geduckt, sprang jedoch sofort wieder dahinter hervor und jagte seine Cousine mit einem Funkenschauer aus dem Zimmer.
Harry, Ron, Hermine und einige andere Gryffindors öffneten gerade das Porträtloch – der Einschluss war seit einer halben Stunde vorbei – und wollten hinaustreten, als sie erschrocken wieder zurückfuhren – Bellatrix hätte sie beinahe über den Haufen gerannt.
„Hier unten, du Blindgänger!" schrie sie in den höchsten Tönen, das Echo hallte im Treppenhaus wider, „Komm doch und hole mich!"
– „Geht das auch leiser?" erwiderte Sirius säuerlich und beugte sich etwas weiter oben übers Treppengeländer, „Schlimm genug, dass du mich so früh aus dem Bett holst, da musst du nicht auch noch die Schüler aufwecken!"
– „Zu spät", grinste die Hexe boshaft und winkte mit dem Zauberstab in Richtung eben jener Schüler.
– „Morgen, Harry!" grüßte Sirius sein Patenkind knapp, als er mit wehendem Umhang hinter Bellatrix herlief und Harry dadurch – als er das Bild der fetten Dame passierte – erneut zwang, seinen Kopf in Sicherheit zu bringen.
„Guten morgen, Sirius!" rief Harry seinem Paten hinterher, der dicht auf Bellatrix' Fersen die Treppen hinunterstürmte, die Gryffindors folgten ihm (an)gespannt und gingen in der Eingangshalle hinter dem Geländer in Deckung.
„Relaschio!"
Ein Funkenstrahl traf Bellatrix und schnitt in ihre Wange, wofür sie sich auf der Stelle mit einem einfachen doch wirkungsvollen „Stupor!" revanchierte.
Sirius wurde an die Wand geschleudert, zwang sich jedoch sofort wieder auf die Beine und beschwor über seiner Cousine aus dem Nichts eine schwere Porzellan-Teekanne, die er fallen und auf ihrem Kopf zersplittern ließ.
Wutentbrannt schrie Bellatrix auf und überschüttete Sirius mit Funken, die dieser gerade noch ablenken konnte.
Von neuem begann der Tanz der beiden, rasend schnell um die verschiedensten Flüche und Verwünschungen herum, wie der Blitz wechselten sie die Richtungen und schossen um sich, dass es nur so krachte und leuchtete.
„Respiratio Totalus!" kreischte Bellatrix auf einmal und richtete ihren Zauberstab auf Sirius.
Harry schluckte, er kannte diesen Spruch aus Praktische defensive Magie und ihr Einsatz gegen die dunklen Künste, und so musste er seinen Paten nicht ansehen, musste ihn nicht keuchen hören um zu wissen, dass der schwarze Zauber ihm augenblicklich die Luft aus den Lungen sog und ihm das Atmen unmöglich machte!
Keine Sekunde später hielt er auch schon seinen Zauberstab in der Hand und zielte damit sorgfältig auf Bellatrix. Er musste sie dazu bringen, ihren Stab von Sirius zu nehmen, erst dann würde er wieder einatmen können!
Der Spruch lag Harry schon auf den Lippen, doch Hermine packte ihn entschlossen am Handgelenk und hielt ihn davon ab. Ihr besorgter Blick erinnerte den Jungen daran, dass er sich nur selbst verhexen würde, und er fluchte innerlich.
Verdammt, sie mussten doch etwas unternehmen können! ‚Ich kann ihn doch nicht ersticken lassen!'
Sirius war unterdessen auf die Knie gesunken und zwang sich, seinen eigenen Zauberstab weiterhin auf Bellatrix zu richten. Sein Blick zeigte – zu Harrys Überraschung – weniger Verzweiflung als vor allem eiserne Konzentration, und endlich schoss eine lange, kochende Peitsche pfeilschnell auf seine Cousine zu, schlug mehrmals schwungvoll auf ihre Zauberstabhand ein, bis diese den Stab losließ.
Obwohl er nun nicht mehr unter dem dunklen Fluch stand, riss Harrys Pate, noch bevor ihr Zauberstab den Boden erreichte, seinen eigenen herum und warf eine Steinstatue von ihrem Sockel, direkt auf die vor Schmerz schreiende Todesserin zu, erst dann erlaubte er sich einen tiefen, längst überfälligen Atemzug.
„Mir reicht's!" brüllte Bellatrix wutentbrannt, die unter der stürzenden Verzierung mit einer Rolle hindurchgetaucht und hinter dem zugehörigen Marmorsockel in Deckung gegangen war – nicht ohne ihren Zauberstab mitgehen zu lassen, „Das wird ein neuer Rekord!"
Harry, der sich nur zu gut an die Episode mit Remus erinnerte, überkam eine böse Vorahnung, er öffnete den Mund um seinen Paten zu warnen, doch zu spät, Lestrange sprang hinter dem Sockel hervor: „Cruc ..."
– „Animo Relictus!"
Sirius' Cousine sank ohnmächtig zu Boden, bevor sie den Folterfluch beenden konnte. Sirius hatte sie von hinten nieder gestreckt – sein Patenkind hatte nicht einmal mitbekommen, wie er auf einmal hinter Bellatrix gelangt war – und atmete tief durch.
Auch Harry schnappte erleichtert nach Luft, das Herz klopfte ihm bis zum Hals.
„Das war genug für heute", stellte Sirius dann fest und schleuderte die bewusstlose Bellatrix mit einem Wedeln seines Zauberstabs, als würde er den Boden aufwischen, aus dem Schutzschild, bevor er sich einige Strähnen seines Haares aus der Stirn strich, die der Schweiß dort festgeklebt hatte.
„Geht noch ein bisschen schlafen", wies er die Schüler danach an und steckte seinen Zauberstab in den Gürtel.
Sein Herzschlag hatte sich noch immer nicht beruhigt, als Harry auf einer Treppe vor der Jungentoilette stand und auf Ron wartete.
Die anderen hatten bereits sicher wieder den Gryffindorturm erreicht und sich in die warmen, gemütlichen Betten gelegt, aber sein bester Freund hatte dringend für, wie er selbst sagte, kleine Weasleys gemusst, und deshalb fror Harry sich hier in der Kälte vor der Toilette – wirklich, er sollte langsam seinen Winterschlafanzug aus dem Schrank kramen! – den Hintern ab.
Genervt rieb er die Hände aneinander; Ron könnte sich aber auch mal beeilen!
„Flagellum!"
Irgendwo rechts tauchte pfeilschnell eine Peitsche auf, und hätte Harry auch beinahe hart getroffen, nur die schnellen Reflexe des Jungen hatten ihn rechtzeitig in Sicherheit gebracht, sodass sie nun wirkungslos über ihm zusammenknallte.
Rasch überflogen seine Augen die Umgebung, wo kam der Zauberspruch her? Überrascht und entsetzt schnappte er nach Luft, als hinter ihm Nellie Volgonttomb den Schatten verließ, selbstbewusst und den Zauberstab direkt auf seine Füße gerichtet. Allerdings war dies nicht mehr die Nellie, die er bisher gekannt hatte ...
„Hallo, Harry!" fauchte sie, ihr sonst warmes und gutmütiges Gesicht so starr und eiskalt, dass es dem Jungen schaudernd den Rücken hinunterfuhr, „Wehr dich! Reductio!"
Unter dem Gryffindor barst knirschend die Treppe und ein beachtliches Loch entstand. Beinahe wäre er in die Tiefe gestürzt! Das Mädchen war eindeutig sehr viel besser mit Angriffszaubern geworden, dieses kläffende Loch war so breit, dass es mehrere Stufen umfasste.
„Schnelle Reaktion", lobte Nellie ungerührt, mit zusammengekniffenem Mund und funkelnden Augen, „Im letzten Moment zur Seite gesprungen. Accio Splitter!"
Kleine Felsbrocken – Trümmer der geborstenen Stufen – flogen auf Volgonttomb zu und schnitten auf ihrem Weg scharf in Harrys Haut, sodass der Junge schnaufend nach Luft schnappte. Von unten hörte er ein dumpfes Krachen, als die größeren Teile der Treppe das unterste Stockwerk erreichten. Ihr Echo hallte im Treppenhaus wider.
„Was soll der Unsinn?" fauchte Harry Volgonttomb entgeistert an und betrachtete seine Arme, auf die nun Blut trat, „Spinnst du?"
– „Nein", entgegnete Nellie monoton, und ihre muskulösen Schultern strafften sich ebenso wie der durch hartes Training gestählte, einst so schmächtige dazugehörige Körper, als sie den Zauberstab hob, „Furunculus!"
– „Protego!" schrie Harry und sprang zur Seite, er hatte beschlossen, dem Kampf nicht mehr auszuweichen.
Nellie lächelte hinterlistig, und immer noch so kalt, sie hatte ihr Ziel erreicht!
Erneut hielt sie den Zauberstab auf Harry, diesmal direkt auf die Brust des Jungen, und öffnete schon den Mund, doch ihr Gegner ließ sich nicht beirren und kam ihr zuvor: „Petrificus Totalus!"
Nellie – schon zu sehr in Siegerlaune, um sich rechtzeitig wehren zu können – wurde von der Ganzkörperklammer erfasst, sie kippte vornüber und – ausgerechnet – durch das Loch in der Treppe, das sie kurz zuvor selbst hinein gesprengt hatte!
Entsetzt begriff Harry, sprang herbei, erwischte jedoch nicht einmal mehr ihren Kragen. Panisch riss er die Augen auf, die blonden Haare des Mädchens flatterten wild um ihr hübsches Gesicht während sie fiel, tiefer und tiefer, es ging so weit hinunter, dass sie sich beim Aufprall das Genick brechen musste!
„NELLIE!"
Aus den Augenwinkeln erblickte Harry eine Bewegung, und schon schossen Seile dem fallenden Mädchen entgegen, fingen sie auf und bewahrten sie somit vor dem tödlichen Sturz. Weniger als eine Minute später stand sie wieder sicher auf der Treppe, und Harry holte zitternd Luft.
‚Beim Barte Merlins! Das hätte gewaltig ins Auge gehen können!'
Sirius rauschte die Stufen herab, nickte Harry knapp zu und strich sich elegant eine Strähne zurück, die bei dieser Geste in die Stirn gefallen war. Dann wandte er sich an Volgonttomb.
„Alles in Ordnung?" fragte er das kalkweiße Mädchen besorgt.
Nach ihrem fahrigen Kopfnicken, begleitet von einem trotzigen Schnauben, während sie die Hände zu Fäusten ballte, verstaute er seinen Zauberstab im Gürtel und runzelte die Stirn: „Du kannst nicht einfach grundlos Leute angreifen. Dafür muss ich deinem Haus ..."
Ein Seitenblick auf Harry, der die stumme Frage sogleich mit einem missmutigen „Gryffindor" beantwortete, „... leider fünf Punkte abziehen. Außerdem wirst du heute bei mir nachsitzen, um sechs Uhr in meinem Büro!"
Sein Blick wanderte zu Harry, der ziemlich verblüfft schien, dass sein Pate – der selbst kein Musterschüler gewesen war, um es einmal so auszudrücken – gleich am ersten Tag eine Strafarbeit austeilte, und Sirius' Stimme nahm einen belustigten Unterton an.
„Es geht natürlich auch nicht, dass du Mitschüler versehentlich von der Treppe wirfst", fuhr er fort, Harry überkam eine unangenehme Vorahnung, was gleich folgen würde, „Du hättest besser aufpassen müssen, damit so etwas nicht passiert, Harry, deshalb wirst auch du nachsitzen, von vier bis sechs Uhr heute Abend!"
Jetzt war der Junge so verdutzt, dass er gar nicht protestieren konnte.
Nachsitzen bei Sirius?
Aus so einem Grund?
Na schön, wenn Harry halb Hogwarts weggesprengt – und Snape dabei verfehlt – hätte, würde er es ja einsehen, aber dies hier war ein Unfall! Er hatte sich verteidigt! Bestimmt hatte er sich nur verhört, das konnte doch gar nicht sein!
Bevor der Junge jedoch den Mund aufmachen konnte, um nachzufragen und gegebenenfalls zu widersprechen, war sein Pate verschwunden.
Harry starrte ihm noch einige Zeit nach, er verstand die Welt nicht mehr.
„Hogwarts an Harry", riss ihn irgendwann Rons Stimme aus seinen Gedanken, „Kommst du langsam mal mit in den Gemeinschaftsraum?"
Harry kroch zurück unter seine Decke und schloss die Augen, war jedoch viel zu aufgewühlt um einzuschlafen.
Gestern Abend waren er und seine Freunde aus dem Hauptquartier in die Schule zurückgekehrt, wo Dumbledore sie bereits erwartete. Der Direktor hatte sich schon mittags auf den Rückweg gemacht, um die Lehrer vor Sirius' Ankunft zu überzeugen, dass er zu Unrecht verurteilt worden war und niemanden gefährden würde.
Anschließend hatte er dies bei den Schülern versucht. Viele fanden sich mit Dumbledores Erklärung ab, nicht wenige blieben jedoch misstrauisch, sie mussten Sirius wohl erst besser kennen lernen, bevor sie ihn akzeptierten. Von den Lehrern waren ebenfalls einige skeptisch. Ok, Snape war direkt feindselig, aber das war ja nichts neues!
Harry hatte sowohl gute als auch schlechte Äußerungen über seinen Paten gehört.
Deans Kommentar allerdings war der Beste von allen gewesen: „Cool! Die Story, die der Direktor erzählt hat, das ist krass! Bin schon mal gespannt auf die erste Stunde Verteidigung gegen die dunklen Künste!" Schade, dass nicht alle so dachten!
Mit der Zeit schweiften Harrys Gedanken ab. Nachsitzen bei seinem Paten!
Wenn es etwas gab, mit dem er nicht hatte rechnen können, dann das!
Erstens war Sirius sein Pate, und wenn sie sich gemäß Dumbledore auch wie Schüler und Lehrer benehmen sollten – das hieß im Unterricht ‚Sie' und ‚Professor Black', und Harry könnte sich dafür in den Hintern beißen, er wollte nicht so tun, als wäre Sirius ein Fremder, nachdem er ihn so lange vermisst hatte –, dann würde Sirius sicher nicht so weit gehen, Harry eine Strafarbeit aufzuhalsen. Er kannte doch Sirius!
Zweitens waren Sirius Black und James Potter bekannt dafür, mit der Anzahl ihrer eigenen Strafen selbst den Weasley-Zwillingen keine Chance gegeben zu haben, dies jemals zu überbieten, und deswegen hatte der Junge angenommen, dass sein neuer Lehrer das etwas lockerer angehen würde.
Drittens – und das war fast das kräftigste Argument – würde aus einem solchen Grund höchstens Snape zum Nachsitzen einladen! Harry hatte sich verteidigt, sollte er sich verfluchen lassen?
Für seine Strafarbeit musste es also eine (andere) Begründung geben, schoss es Harry in den Sinn, also schnappte er sich seinen Tarnumhang – er wollte nicht unbedingt Filch oder Snape über den Weg laufen, das würde ihm nur noch eine Strafe einbringen – und machte sich auf zu den Zimmern seines Paten.
Zwei Peeves-Begegnungen später – ein Glück, dass er an seinen Umhang gedacht hatte – stand Harry im Schlafzimmer des Verteidigungslehrers – wenn die Tür immer noch auf dem Boden lag, wieso sollte er dann nicht einfach einbrechen? –, als ein zögerliches Klopfen hinter sich ihn herumfahren ließ.
Neben Harry – dem fast das Herz stehen blieb vor Schreck – flog eine Tür auf (die Sirius' kleines Schlafzimmer mit seinem Büro verband) und sein Pate steckte den Kopf durch den Rahmen, erblickte den Besucher und winkte ihn freudig herein.
„Hi, Remus", begrüßte er den Duellier-Lehrer und bedeutete ihm, sich auf das Bett zu setzen, dem einzigen Ort wo Platz war – Sirius packte gerade aus, „Schön, dass du mal vorbeischaust!"
Ein verstohlenes Grinsen huschte über sein Gesicht, „Du kannst mir helfen, diese Tür wieder in den Rahmen zu setzen! Bellatrix hat ganze Arbeit geleistet."
– „Ich hab bereits gehört, dass ihr euer ... Wiedersehen schon feiern konntet", entgegnete der Werwolf trocken und schmunzelte unsicher, während Sirius einige silbern-graue Umhänge in einem Schrank unterbrachte, „Es geht das Gerücht um, dass sie dich fast mit ihrer Peitsche erwürgt hätte ..."
– „Pff!" schnaubte der Eulen-Animagus und verdrehte die Augen, „Weit übertrieben!"
Trainingskleidung sowie ein Stirnband und Turnschuhe folgten den Roben in den Schrank, und Sirius knallte ihn zu und drehte sich um.
„Erstens hat sie mich nicht mit einer Peitsche fast ersticken lassen, sondern mit einem Zauberspruch ...", erklärte er seinem Freund und kramte ein paar Kerzen aus seiner Tasche, die er achtlos auf einem Beistelltisch anordnete, „... und zweitens würde ich auf den Kampf heut eh nicht viel geben. War mehr so eine Art gegenseitiges Abtasten."
– „Etwas derartiges hatte ich bereits angenommen", gab Remus nachdenklich zu und kramte in seinen Roben, „Dumbledore hat mich gebeten, dir ein Standardpäckchen – das alle Ordensmitglieder bekommen haben – vorbeizubringen."
Neugierig stellte Sirius eine Kiste beiseite und ließ sich neben Remus auf das Bett fallen.
„Es enthält zwei oder drei Schokoriegel – potenzielle Portschlüssel, also nicht aufessen! – sowie diverse Wundcremes und Verbände."
– „Schokoriegel als Portschlüssel?" wiederholte Sirius und hob beeindruckt die Brauen, „Also, das ist ja genial! Von wem ist die Idee? Bitte sag, dass nicht Snape darauf gekommen ist!"
– „Nein nein, keine Sorge. Die ist von mir", antwortete der Werwolf stolz und legte das Päckchen zu der Sportkleidung in den Schrank. Unterdessen machte sich Sirius mit einem belustigten „Wer sonst als ein Rumtreiber sollte sich das auch ausdenken!" wieder ans Auspacken.
„Wozu brauchst du denn diese ganzen Duftstoffe?" platzte Remus verwundert heraus, als er die Kiste in Augenschein genommen hatte, die der Eulen-Animagus vorhin beiseite und nun in ein Regal gestellt hatte.
– „Frag doch mal in ein paar Wochen Harry", gab dieser zurück und schmunzelte, während er gleichzeitig einige dunkle Kissen in einen Sessel legte, bevor er erneut etwas in der Tasche suchte und zwei strahlend weiße Kästchen zutage förderte, die er vorsichtig in einer Schublade unterbrachte.
„Sirius, du wirst mir langsam unheimlich!" erklärte Remus staunend, der es sich nicht verkneifen konnte, auch die Inhalte dieser beiden Schachteln zu untersuchen (neugierig wie immer), und schüttelte den Kopf, „Diese ganzen Duftpulver, Kerzen, Meditationskissen – du und meditieren! – ... und was in aller Welt ist das?"
Hilflos hielt er Sirius die geöffneten Schatullen entgegen.
– „Siehst du doch", entgegnete dieser munter, wandte sich aber ausnahmsweise nicht wieder seinem Koffer zu, sondern nahm die beiden Steine aus den Kästchen und setzte sich auf den Boden, Remus folgte seinem Beispiel und wartete gespannt.
Neugierig schob sich Harry näher – wobei er beinahe über den Koffer gestolpert wäre – und spitzte über Remus' Schulter.
In Sirius' Handflächen erblickte er zwei Steine, beide geradezu unglaublich glatt und symmetrisch, ohne die kleinste Unebenheit. Nur schwer hätte er den Blick von ihnen wenden können, selbst wenn er es gewollt hätte, sie schienen ihn beinahe einzufangen. Er konnte die Wärme spüren, die von ihnen ausging, die direkt sein Herz traf und es ebenso glühen ließ wie die Steine, die leuchteten als hätten sie eine innere Lichtquelle.
Der eine war ein Rubin, aber der schönste den Harry je gesehen hatte, glasklar und glitzernd lag er in Sirius' Hand und schien dorthin zu gehören.
Der andere bestand aus Marmor, der perlmuttfarben schimmerte und von dunklen, ebenmäßigen Linien durchzogen war, und Harry musste sich sehr beherrschen, nicht den Arm auszustrecken und ihn in die Finger zu nehmen und sich darin zu verlieren.
„Beeindruckend!" hauchte Remus und strich sanft über den blutroten Edelstein, der daraufhin summte und einen tiefen, harmonischen Ton aussandte. Erschrocken zog der Werwolf seine Hand zurück, berührte allerdings kurz darauf den anderen Stein, der jedoch keinen Laut von sich gab.
„Sie sind wunderschön!" stellte er ergriffen fest und nahm seine Hand sofort weg, als er versehentlich Sirius' Finger berührte: „Haben die eine Funktion?"
– „Also, das könnte ein längeres Gespräch werden!" wich Harrys Pate der Frage aus und legte sie behutsam zurück in die mit Kissen ausgeschlagenen Schatullen, welche er kurzerhand wieder in die Schublade stellte.
Dann sprang er auf und zückte seinen Zauberstab.
„Was hälst du davon, wenn wir uns jetzt über die Tür hermachen?" wechselte er das Thema und schnitt eine Grimasse, „Ich würde es vorziehen, wenn nachher nicht dauernd Schüler reinschauen könnten!"
Remus schmunzelte verhalten, trat jedoch mit seinem Zauberstab in der Hand neben den Eulen-Animagus. Harry runzelte die Stirn, ihm kam es fast so vor, als würde er sich darum bemühen, einen gewissen Abstand zum Verteidigungslehrer zu halten.
Dann schüttelte er den Kopf, das ergäbe keinen Sinn!
Innerhalb von fünf Minuten erschien die Tür wie neu, und Harry konnte sich darüber keine Gedanken mehr machen, denn immerhin stand er nun vor einem anderen Problem.
‚Wundervoll', ärgerte er sich und verdrehte die Augen, ‚Wie soll ich jetzt bitte unbemerkt wieder rauskommen?' Er würde warten müssen, bis Remus das Zimmer verließ. So ein Mist auch, hoffentlich hatte der Lehrer in der ersten Stunde nicht frei, flehte Harry in Gedanken, bis ihm einfiel, dass er da selbst Unterricht bei Lupin hatte. Gut!
Das Glück schien ihn an diesem Tag wirklich sehr zu mögen – mal abgesehen von der Tatsache, dass er sich bereits eine Strafarbeit bei seinem Paten eingehandelt hatte, weswegen er eigentlich hergekommen war –, denn er musste gar nicht lange warten, bis Remus sich auch bereits der Tür näherte – er erweckte schon die ganze Zeit den Eindruck, sich im Zimmer unwohl zu fühlen, und Harry stutzte, fragte sich, wie das sein konnte.
„Ich ... geh dann mal besser", verabschiedete Lupin sich unsicher von Sirius und wollte regelrecht durch die eben in die Angeln gesetzte Tür in den Flur fliehen – ‚fliehen?'–, doch dieser hielt ihn auf: „Remus!"
Da lag etwas drängendes in der Stimme seines Paten, ließ Harry zusammenzucken und ihn überrascht innehalten, als er schon auf dem Weg zur Tür war.
Er hatte bereits die ganze Zeit das Gefühl, etwas verpasst zu haben, woher kam plötzlich diese bedrückende Anspannung in der Luft?
Sie schien fast greifbar zwischen den beiden Freunden zu liegen, füllte das ganze Zimmer und verdrängte alle weiteren Gefühle daraus, fing selbst Harry ein, der nicht einmal ihre Ursache kannte.
Der Werwolf rührte sich nicht, die Hand fest um die Klinke geschlossen, klammerte sich daran fest wie an einem Rettungsanker. Er schien sich irgendwo verstecken zu wollen, sich an irgendeinen anderen Ort zu wünschen, nur fort von hier, drehte Sirius weiterhin den Rücken zu als ahnte er bereits, was gleich folgen würde.
Seine Schultern versteiften sich deutlich unter dem zusammengeflickten Umhang, als der Eulen-Animagus zu ihm trat, sich neben der Tür an die Wand lehnte und ihn eingehend musterte.
„Was ist los, Moony?" brach Sirius schließlich die unangenehme Stille, die die beiden voneinander zu trennen schien, Remus zuckte zusammen als er seinen geflüsterten Kosenamen hörte.
Harry war verwirrt, er verstand nicht, was das bedeuten sollte, sah nur hilflos vom einen zum anderen.
So gründlich sein Pate seinen Blick auf den Werwolf richtete, so stur weigerte dieser sich, etwas anderes als den Punkt in der Tür anzustarren, den er schon die ganze Zeit fixierte, versuchte nicht einmal Blickkontakt herzustellen. Auf einmal hätte Harry wetten können, wenn er den Türgriff nicht so fest umklammert hätte, würden seine Hände zittern.
„Nichts", kam es lahm von Remus, als wüsste er bereits, dass er endlich antworten musste, sich damit aber nicht aus der Affäre winden konnte. Obwohl er es kaum für möglich gehalten hätte, spürte Harry wie die Spannung noch weiter zunahm, als Sirius die Augen von Remus wandte und ebenso starr wie dieser ins Zimmer blickte.
„Ach nein?" hakte er bitter nach, mit einem beinahe spöttischen Unterton, „Falls es dir nicht aufgefallen ist, du gehst mir aus dem Weg, siehst mich kaum an, flüchtest –"
– „Ich distanziere mich nicht!" fiel Remus dem Eulen-Animagus scharf ins Wort, Harry zuckte erschrocken zusammen angesichts dieses lauten Ausbruchs und starrte überrascht seinen Duellierlehrer an, dessen Temperament – von dem der Junge bisher nicht einmal wusste, dass es existierte – wohl gerade mit ihm durchgegangen war.
Schwer atmend wandte er sich endlich von der Tür ab und fing Sirius' Blick ein, forderte eine Antwort heraus, die er jedoch nicht erhielt.
Sirius wartete.
Schweigen erfüllte den Raum, noch unangenehmer als offener Streit zerrte es an Harrys Nerven, der endlich wissen wollte, was vor sich ging und was verdammt noch mal mit den beiden los war.
Jedoch schien keiner der Lehrer entschlossen, es zu brechen, und Harry verdrehte genervt die Augen und unterdrückte ein ungeduldiges Zappeln. In dieser Situation sollte er besser nicht auf sich aufmerksam machen, weder Remus noch Sirius wären besonders erfreut zu erfahren, dass sie belauscht wurden.
Wie war er bloß in diese peinliche Lage geraten?
Die Sekunden zogen sich in die Länge, und immer noch fiel kein Wort.
Sirius starrte Remus nur nieder, und der Werwolf fühlte sich offensichtlich zunehmend unwohl, nicht einmal der eiserne Griff um die Klinke konnte das Zittern seiner Finger mehr verbergen. Mühsam zwang sich Harry nicht zu seufzen, so viel Geduld hätte er seinem Paten nicht zugetraut.
Obwohl, ursprünglich stammte diese Taktik vom Duellierlehrer selbst, das wusste Harry aus Erfahrung, oft genug hatte Lupin ihn damit konfrontiert. Durch Schweigen zur richtigen Zeit finden die Leute oft von ganz allein die Worte, um sich selbst zu überzeugen, hatte er gesagt (das Zitat stammte eigentlich von Dumbledore) und stets recht behalten.
Sirius hatte es wohl für sinnvoll gehalten, dies zu übernehmen, und Harry musste nur in ihre Gesichter sehen um zu erkennen: Beiden war klar, dass er mit dieser Taktik letztendlich Erfolg haben würde.
Schließlich kapitulierte Remus und wandte den Blick ab.
„Na schön", ergab er sich widerwillig in sein Schicksal und seufzte schwer, „Du hast gewonnen! Bringen wir es hinter uns ..."
Langsam ließ er sich in den Sessel sinken, Sirius holte sich nur stumm ein Kissen und nahm auf dem Boden Platz.
„Die letzten Monate waren furchtbar!" begann der Werwolf nach einigen weiteren Minuten der Stille und schüttelte gedankenversunken den Kopf, „Dauernd dieses Bild vor Augen, wie der Schleier flattert, als er dich verschluckt hat, Bellatrix schreit ..."
Remus starrte ins Leere, schien auf einmal mit seinen Überlegungen Lichtjahre entfernt zu sein.
„Ich seh heut noch vor mir, wie du aufgesprungen bist, als jemand im Kamin erschien, zuerst wohl froh, die Zaubererschachpartie zu unterbrechen, die ich gewonnen hätte – bis du Snape erkannt hast, und der von Harry erzählt hat."
Traurig lehnte sich Lupin zurück und verschränkte die Arme, wie um sich vor den Erinnerungen zu schützen.
„Ich hätte dich davon abhalten müssen, mit ins Ministerium zu kommen, hätte energischer darauf bestehen müssen, dass du im Hauptquartier bleibst – ich hatte schon den ganzen Abend so ein mulmiges Gefühl, aber ich hab es dem Vollmond zugeschoben. Du erinnerst dich an die Nacht davor? Moony und Tatze das letzte Mal zusammen ..."
Der Werwolf erwartete darauf wohl keine Antwort, doch Sirius nickte und verschränkte die Arme unter den Knien, blickte mittlerweile genau wie Remus ins Nirgendwo und lächelte traurig und steckte den Duellierlehrer damit an.
Auch Harry ließ sich von der nostalgischen Stimmung einfangen, sah – obwohl er nicht dabei gewesen war – deutlich vor Augen, wie ein Wolf und ein großer, schwarzer Hund verspielt um die Wette tobten und gemeinsam den Mond anheulten, ohne zu ahnen, was der nächste Tag ihnen bringen, dass er sie für lange Zeit voneinander trennen würde ...
Remus standen Tränen in den Augen, als er fortfuhr, doch er weigerte sich strikt, diese fallen zu lassen, zwang sich unerbittlich durchzuhalten.
„So viel ist schief gelaufen. Und die eine Sache, die funktioniert hat, hätte nicht klappen dürfen! Ich hab hinterher geflucht, dass du so einfach ins Ministerium gekommen bist – denn hätten sie dich entdeckt, hättest du die Flucht ergreifen müssen und nichts von dem wäre passiert! Es war ... ich wollte meinen Augen nicht trauen, als du durch diesen ... Bogen gefallen bist."
Inzwischen glänzten auch Sirius' Augen verräterisch feucht, wie hätte die Verzweiflung in Remus' Stimme ihn auch kalt lassen können? Gefangen von seinen Schilderungen ließ er kraftlos den Kopf auf die Knie sinken.
Der Werwolf hatte entgültig den Kampf gegen die Tränen verloren, als er das Wort ‚Bogen' regelrecht ausspuckte wie etwas verabscheuungswürdig Böses, doch nun kümmerte es ihn nicht mehr, und noch bevor er fortfuhr, bemerkte Harry die Tränen auf seinen eigenen Wangen, auch er erinnerte sich schmerzhaft an jenen Moment, der sich abscheulich genau in sein Gedächtnis gebrannt hatte, sah ihn erneut wie einen Film in seinem Kopf ablaufen.
„Ich stand unter Schock – du kannst doch nicht eben noch hier sein und dann, schwups – einfach weg! Ich hab nur noch die Hälfte mitbekommen, frag mich nicht, was dann passiert ist.
Irgendwann kam Harry von irgendwoher angelaufen und hat nach dir geschrieen, wollte uns nicht glauben dass es kein Entkommen für dich gäbe, und jedes seiner Worte tat weh wie ein Messerstich direkt ins Herz!
Hätte ich ihn nicht zurückhalten müssen, es zu tun, wär ich dir wohl selbst gefolgt und hätte es endlich beendet."
Harry schauderte verhalten und schüttelte traurig den Kopf. Er konnte sich noch viel zu deutlich an seine eigene Trauer erinnern, in den ersten Wochen, die auch ihn nicht nur einmal auf solche Gedanken gebracht hatte ...
Unruhig stand Remus auf, begann im Zimmer auf und ab zu wandern.
Seine Tränen waren mittlerweile wieder versiegt – im Gegensatz zu Harrys –, doch seine Hände zitterten noch immer und er verschränkte sie schließlich auf dem Rücken, damit er sie still halten konnte. Auch half vermutlich die Vertrautheit dieser Pose – aus dem Unterricht – die Kontrolle wieder zu finden. Es fiel dem Werwolf sichtlich schwer weiterzusprechen.
„Du weißt, Sirius, dass ich mich schon immer vor der Einsamkeit gefürchtet hatte ..."
Seine Stimme war nicht mehr als ein heißeres Flüstern, als er – so spürte Harry – sich dem Kern des Problems näherte.
Augenblicklich nahm auch die Spannung im Raum wieder zu, wuchs die Distanz zwischen den beiden, die die Minuten der geteilten Gefühle überbrückt hatten. Wie unsichtbare Mauern, die – eben erst eingerissen – sich bereits wieder errichtet hatten.
„Und sie war in den Monaten danach genauso schlimm wie nach dem ... nach Halloween, als James und Lily starben, als ich in einer Nacht alle Freunde verlor.
Es war furchtbar – schrecklich.
Der Selbsthass, die vielen Selbstvorwürfe. Ich hab mich oft gefragt, wäre alles anders ausgegangen, wenn nicht am Vortag Vollmond gewesen wäre, wenn ich dadurch nicht so schwach gewesen wäre?"
Lupin schüttelte schnell den Kopf, ließ Sirius erst gar keine Gelegenheit für Widersprüche und fuhr verstört fort: „Es war schon das erste Mal schwierig, und nachdem das jetzt zweimal ..."
Der Werwolf stockte mitten im Satz und sah Sirius an, mit der stummen Bitte auch so zu verstehen.
Und Sirius verstand ihn, musste nicht einmal in die verzweifelten, bernsteinfarbenen Augen blicken, um den Satz wie selbstverständlich fortzuführen: „... hast du Angst, dass sie dich wieder verletzt, wenn wir unsere Freundschaft wieder aufbauen."
Remus nickte nur zaghaft, dankbar dass Sirius so schnell begriffen hatte, auf was er hinauswollte.
Wieder breitete sich betretenes Schweigen aus, wieder mieden die Lehrer den Blick des jeweils anderen und Harry schnappte entsetzt nach Luft, als ihn die Tragweite von Sirius' Worten einholte. Glücklicherweise waren beide so in ihre eigenen, trübseligen Gedanken vertieft, dass sie nichts bemerkten.
Oh nein, Moony würde doch nicht ernsthaft mit dem Gedanken spielen, Tatze die Freundschaft zu kündigen, das konnte doch gar nicht passieren! Das durfte nicht geschehen, die beiden letzten Rumtreiber konnten doch nicht einfach so getrennte Wege gehen, oder? Oder?
Auch wenn es sich so anhören mochte, Harry weigerte sich einfach, das auch nur in Betracht zu ziehen. Nein, auf keinen Fall!
Die beiden würden, mussten sich wieder zusammenreißen!
Doch die unangenehme Atmosphäre im Raum schien genau das Gegenteil zu bedeuten, und Harry schluckte schwer.
Was er eben noch lächerlich absurd gefunden hatte, drohte nun mit jeder verstreichenden Sekunde wahrscheinlicher zu werden. Remus ging wieder unbehaglich auf und ab, schüttelte nur von Zeit zu Zeit müde den Kopf, während Sirius fassungslos aus dem Fenster blickte, in die so überhaupt nicht zur niedergeschlagenen Stimmung passende Morgensonne, und keine Notiz von den Vögeln nahm, die fröhlich zwitschernd vor dem Fenster flatterten.
Harry hätte sie am liebsten mit einem Klatscher erschossen, er war drauf und dran, sich den Tarnumhang herunterzureißen und die beiden anzuschreien, endlich wieder Vernunft anzunehmen!
Remus jedoch ließ ihm dazu keine Gelegenheit, steif wandte er sich dem Eulen-Animagus zu, mit unendlich traurigem Gesichtsausdruck und Tränen in den Augen.
„Nimm das bitte nicht persönlich, Sirius", brachte er heißer heraus, „aber ich weiß nicht, ob ich das nochmal verkraften kann ..."
Entsetzt schloss Harry die Augen, dass konnte es doch nicht gewesen sein!
Deutlich erinnerte er sich an die Weihnachtsferien vor zwei Jahren, mit Sirius und Remus im Grimmauldplatz, als die beiden so gut miteinander auskamen. Er hatte es manchmal regelrecht spüren können, dieses Band zwischen den beiden, ein Band bedingungsloser Freundschaft, das die beiden Rumtreiber nach der langen Trennung und einigen Anlaufschwierigkeiten erneut zwischen sich geknüpft hatten. Umso mehr schmerzte es nun, eben diese Freundschaft in Gefahr zu sehen.
Tu doch was, Sirius!
Dieser schien gar nicht zu realisieren, worüber sie sich im Moment unterhielten, schien es nicht wahrhaben zu wollen und schüttelte nur gedankenverloren den Kopf.
Dann sprang er abrupt hoch und schmiss mit einem wütenden Aufschrei sein Kissen an die Wand, packte Remus an den Schultern und schüttelte ihn kräftig durch, mit einem Funkeln in den Augen, offenbar wild entschlossen, ihre Freundschaft nicht kampflos aufzugeben.
„Was ist denn die Alternative, Moony?" warf er dem von der heftigen Reaktion überrumpelten Werwolf laut an den Kopf und blickte ihm starr in die Augen, stieß ihn grob gegen die Wand.
Dieser zuckte zusammen bei der Erwähnung seines Spitznamens, wagte es aber nicht auch nur einen Ton von sich zu geben. Sein Blick flackerte während er den Eulen-Animagus musterte, der die Finger schmerzhaft fest um Remus' Oberarme geschlossen hatte.
Ein falsches Wort, und der Kessel würde überlaufen!
„Dich abkapseln, dich von jedem zurückziehen? Wenn du verdammt noch mal niemand an dich ran lässt, dann wird dein Leben so verflucht einsam wie du es doch eigentlich verhindern willst, zum Henker!" fauchte Sirius und holte tief Luft, um sich wieder zu fangen, dann zog er den verblüfften Remus in eine innige Umarmung.
„Ich will dein Freund bleiben, Moony!" flehte er nun wieder leise und beinahe sanft, Harry musste die Ohren spitzen, um es überhaupt zu hören.
Remus versteifte sich sichtlich und rührte sich keinen Zoll von der Stelle.
Nur zu gut konnte Harry seinen inneren Kampf in seinem Gesicht ablesen, ein mehr als deutlicher Hinweis auf Lupins aufgewühlte Emotionen, die er sonst immer so vorbildhaft unter Kontrolle hatte. Zum einen waren da die Weigerung, dem eigenen Wunsch nachzugeben und sich zu öffnen, aus Angst, wieder alleingelassen und damit verletzt zu werden.
Doch es zeigte sich auch die Erkenntnis, dass Sirius verflixt recht hatte und er nicht widersprechen konnte!
Nach langem hin und her erwiderte Remus schließlich zögernd die Umarmung und atmete tief durch, und langsam stahl sich ein unsicheres Lächeln auf seine Lippen.
„Du kannst mir nicht versprechen, dass das nicht wieder vorkommt, oder?" brach er irgendwann das Schweigen, in das sie beide gefallen waren, und sah mit immer noch zwiespältigen Gefühlen auf.
– „Nein", entgegnete Sirius wahrheitsgemäß und fasste Remus an den Schultern, schob ihn aus der Umarmung ohne ihn diesmal unsanft an die Wand zu stoßen und holte tief Luft, „Aber andererseits kann es ja genauso gut sein, dass du zuerst umgelegt wirst und ich dann allein den Mond anheulen muss ..."
Lupin lächelte schwach, und auch Harrys Pate erlaubte sich ein flüchtiges Grinsen, bevor er fortfuhr:
„Dieses Risiko müssen wir wohl eingehen ... und nein!" fiel Sirius Remus entschieden ins Wort, der gerade den Mund öffnen wollte um zu widersprechen, „Die Ausrede, ich hätte in diesem Fall ja noch Harry gilt nicht, immerhin wärst du auch nicht so allein, wenn du nicht immer jeden abblocken würdest!"
– „Wen zum Beispiel ‚blocke ich denn ab'? Wer würde denn schon freiwillig etwas mit einem Werwolf zu tun haben wollen?" gab Remus bitter zurück und blickte niedergeschlagen zu Boden, das war doch genau sein Problem!
– „Da gibt's schon ein paar Ordensmitglieder", behauptete der Eulen-Animagus überzeugt und sein Grinsen wurde etwas anzüglicher, „Allen voran Tonks!"
– „Ich muss dann langsam wirklich gehen", wechselte Remus verlegen das Thema mit einem Blick auf die Uhr, und Harry tat es ihm erschrocken gleich, verschluckte sich beinahe als er sah, wie spät es bereits war, „Der Unterricht fängt bald an!"
Doch der Werwolf machte keine Anstalten das Zimmer zu verlassen, er vergrub die Arme tief in den Robentaschen und blickte Sirius an.
Harry atmete erleichtert auf – die Anspannung und die Distanz, die er noch vor kurzem zwischen den beiden gefühlt hatte, war zwar noch nicht komplett verschwunden, aber doch spürbar zurückgegangen, wurde überlagert von einer gewissen Vertrautheit, die den Raum ausfüllte.
Sowohl Sirius als auch Remus schienen genau zu wissen, was der andere gerade dachte, und Harry atmete erleichtert auf, als er die zwei Freunde – die er nun wieder mit Recht so nennen konnte – musterte.
„Moony?"
Sirius musste seinen Satz nicht aussprechen, Worte waren unnötig, damit Remus wusste, was er fragen wollte.
Für einen Augenblick sah Harry wieder deutlich das Freundschaftsband aus dem Grimmauldplatz zwischen dem Wolf und der Eule, und versuchte nicht einmal sich sein breites Grinsen zu verkneifen – er wäre auch hoffnungslos gescheitert.
„Natürlich, Tatze", kam es lächelnd von Remus, und er zog Sirius in eine flüchtige Umarmung, bevor er bat: „Doch gib mir ein bisschen Zeit ..."
Mit diesen Worten verließ er das Zimmer.
Harry rannte die Treppen hinauf, er war schon reichlich spät dran.
Sirius erwartete ihn vor dem Raum der Wünsche zum Nachsitzen – Harry hatte sich, seit er die Eule bekommen hatte, gefragt, wieso ausgerechnet dort! – und zwar vor vier Minuten, und er hatte noch ein gutes Stück Weg vor sich.
Wieso hatte Verwandlung auch ausgerechnet heute länger gedauert?
Na schön, so blieb ihm wenigstens mehr Zeit, sich im Unterricht mit Ron und Hermine zu unterhalten. Sie hatten versucht, das Rätsel um den Grund seines Nachsitzens zu lösen.
Doch erst einmal hatte Ron lauthals losgelacht, als Harry ihm davon erzählte und sich kaum mehr eingekriegt, bis Hermine ihm einfach den Mund zugehalten hatte – weil McGonagall ihnen bereits einen überaus strengen und mahnenden Blick zuwarf.
Dann hatte er Harry immer noch kichernd geraten, sich da nur nichts daraus zu machen, Sirius würde ihn einfach unter vier Augen sehen wollen – was Hermine natürlich sofort widerlegte, denn dann hätte er das auch sagen können, und müsste sein Patenkind nicht nachsitzen lassen.
Harry schließlich hatte die – zugegeben weit hergeholte – Vermutung geäußert, dass Sirius wütend wäre, weil Harry Nellie beinahe – versehentlich – umgebracht hätte, und meinte, ihm beibringen zu müssen, nicht dauernd Leute in Gefahr zu bringen. Da hatte Hermine dann noch energischer widersprochen, denn immerhin hatte Sirius selbst betont, Harry nicht böse zu sein.
Sie waren also noch genauso weit wie vorher, und Harry würde sich gleich überraschen lassen müssen.
„Tut mir leid, McGonagall ... ich meine, Professor McGonagall hat überzogen", rief er seinem Paten schon vom Ende des Flurs aus zu und japste nach Luft, als er schlitternd vor ihm zum Stehen kam.
Sirius wartete bereits (Harry war ja auch spät genug) und lehnte an der Wand, lächelte zur Begrüßung und winkte dem Jungen, ihm in den Raum der Wünsche zu folgen.
– „Wieso hast du mich ausgerechnet hierher bestellt?" wollte Harry neugierig wissen, kaum dass er die – doppelte – Tür hinter sich geschlossen hatte, und sah sich um.
Augenblicklich verschlug es ihm die Sprache, der dunkle, nur von Kerzen erhellte Raum verströmte eine gemütliche, geheimnisvolle Atmosphäre, die ihn einfing und automatisch an Schlosstürme in alten Märchen denken ließ.
„Du hast dich sicher gefragt, weshalb ich dir eine Strafarbeit aufgehalst habe", begann Sirius und hob die Brauen, während er Harry ansah. Dieser fühlte sich glatt durchschaut, sein Pate kannte ihn eben viel zu gut!
– „Schuldig im Sinne der Anklage", gab er also zu und unterdrückte ein Grinsen – was für ein Glück, dass sein Gegenüber keine Ahnung hatte, wie weit, oder besser wohin, ihn dieses Rätsel getrieben hatte!
Hoffentlich fand er nie heraus, dass der Junge dafür sogar ein ... sehr privates Gespräch zwischen Sirius und Remus belauscht hatte, denn das würde ihn sicher nicht begeistern!
Harry musste jedoch zugeben, dass Lupins Sichtweise ihn nachdenklich gestimmt hatte. Er selbst war noch nicht einmal auf den Gedanken gekommen, dass Sirius wieder verschwinden könnte – Merlin, er war viel zu froh, dass er endlich wieder da war!
Und selbst jetzt, als er darüber gebrütet hatte, kam es dem Jungen nicht in den Sinn, sich aus diesem Grund von seinem Paten zu isolieren, dazu hatte er ihn zu sehr vermisst – allerdings hatte er ihn (anders als Lupin) nicht zweimal ‚verloren'.
Zum Glück jedoch hatte auch Remus letztendlich von dieser Option abgesehen!
– „Dachte ich mir", schmunzelte Sirius und hielt kurz inne, er runzelte die Stirn und warf sich geistesabwesend die langen Haare zurück. Harry beobachtete fasziniert die Veränderungen der Muster, die das Kerzenlicht in der Dunkelheit auf seine Züge warf.
„Ich soll dir einen Zauber beibringen, der manchmal recht nützlich sein kann", begann er nach kurzem Zögern, „Deshalb sind wir hier, der Raum der Wünsche bietet alles, was wir zum Üben brauchen."
– „Was ist das für ein Zauber?" unterbrach Harry seinen Paten neugierig, „Was bewirkt er?"
– „Darauf komme ich später zurück, zuerst einmal eine grobe Beschreibung dessen, was vor dir liegt, wenn du einverstanden bist", winkte Sirius ab,
„Bevor wir zum eigentlichen Zauber-Training kommen können, musst du zuerst deinen Geist, deine Sinne und deinen Körper stärken."
‚Die Duftstoffe!' schoss es Harry in den Sinn, und er hätte in einem Anflug geistiger Umnachtung beinahe danach gefragt, konnte sich gerade noch im letzten Augenblick zurückhalten – dadurch hättest du deinen Lauscherposten vom Morgen verraten, du Irrwicht!
Glücklicherweise schien Sirius nichts bemerkt zu haben, denn er erzählte unbeirrt weiter, ging dabei im Zimmer auf und ab, „Das Training, welches du durchführen musst, wird sehr anstrengend, enorm schwierig ...
Anschließend – wenn die erste Phase abgeschlossen ist – musst du eine Art Ritual durchführen, was noch mehr Konzentration und Ausdauer erfordert, und danach kommt eine weitere Phase, die vom Schwierigkeitsgrad noch eine Steigerung der ersten beiden darstellt ...
Wozu dieser Zauber gut ist, darf ich dir leider nicht sagen –", mit einer raschen Handbewegung brachte er Harry zum Schweigen und sah ihm direkt in seine enttäuscht und perplex drein blickenden smaragd-grünen Augen,
„– Du darfst erst erfahren, worum es im großen und ganzen geht, wenn wir mit Phase drei beginnen, das ist wichtig, sonst wirst du den Zauber nicht ausführen können!"
– „Wieso das denn?" platzte Harry überrumpelt heraus, das ergab doch keinen Sinn?
„Weshalb im Namen Merlins ...", fragte er leicht verärgert, „ ...soll ich so einen schwierigen Zauber lernen, wenn ich nicht einmal weiß, worum's geht?"
– „Harry, stell mir bitte keine Fragen mehr!" bat ihn Sirius inständig, der Junge sah ihn schwer seufzen und ein Teil von ihm fand das sogar ziemlich amüsant – er konnte sich sehr gut vorstellen, dass sein Pate nach diesem Morgen für die nächste Woche genug von tiefgehenden Gesprächen hatte, und Sirius schien zu befürchten, dass sie auch jetzt dort enden würden.
„Was ich dir sagen darf, hab ich dir bereits mitgeteilt", erklärte er, mit einem flehenden Unterton in der Stimme – wobei Harry nicht sagen konnte, ob er nicht genauer in das Thema einsteigen oder – vermutlich – ihn einfach überzeugen wollte,
„Ich verstehe auch, dass du nicht all die Schwierigkeiten auf dich nehmen willst, ohne dir im Klaren zu sein, was das bringen soll! ... Es wird sicher Zeiten geben, da wirst du fluchen und das Training hinschmeißen wollen, aber ..."
Angespannt ging Sirius vor Harry in die Hocke und griff nach seinen Händen.
„Vertrau mir bitte, Harry! Es ist wichtig, dass du den Zauber lernst, du wirst ihn noch nützlich finden, das versprech ich dir! ...
Machst du mit?"
Nachdenklich sah Harry seinen Paten an, für ihn ergab das keinen Sinn.
Ihm widerstrebte es, einen Zauber zu lernen – der zudem noch sehr schwierig sein sollte, sicher höhere Magie – ohne seinen Zweck zu kennen.
Aber dann blickte er in Sirius' Augen, und irgendetwas in diesem bittenden Blick – der nur zu deutlich zeigte, wie sehr seinem Gegenüber diese Geheimnistuerei missfiel – überzeugte ihn schließlich.
Außerdem – auch wenn er es Harry nicht sagen wollte oder konnte – wusste sein Pate sicher, wozu der Zauber diente, und er hatte Harry sein Wort gegeben, dass er wichtig sein und ihm auf irgendeine Weise nützen würde.
Und Harry vertraute Sirius.
Langsam nickte der Junge.
„Sehr schön!" lächelte Sirius ihn warm an und entspannte sich deutlich sichtbar, „Beginnen wir mit Meditieren. Das wird für heute genügen."
