Teil 9 - Überlasse es der Physiologie, Deinen Tag zu zerstören.
Freitag war nun endlich vorbei, so unmöglich es Hermine am Anfang des Tages auch erschienen sein mag. Sie zog die Tür hinter sich zu, die Hausaufgaben noch fest in der Hand, schloss die Augen und lehnte sich zurück, den Kopf gegen das dunkle Holz ruhend. Was genau hatte sie getan, um diese Situation zu verdienen, fragte sie sich ernsthaft. Denn wenn sie es je herausfinden sollte, versicherte sie jeglichen Gottheiten, die möglicherweise zuhörten, würde sie es ihr Leben lang bereuen. Das versprach sie wirklich. Alles, wenn sie nur ihren Körper und ihr Leben zurückbekommen würde.
Eine Kombination aus Angst, Adrenalin und dem einfachen Bedürfnis, klar zu kommen hatte sie die letzten beiden Tage überstehen lassen. Jetzt musste sie den Ereignissen entkommen und sie verarbeiten. Sie öffnete ihre Augen, murmelte Lumos und hatte kaum den Raum betreten, als sie bemerkte, dass sie wieder einmal allein in Professor Snape's Privatgemächern war.
Nein, verbesserte sie sich selbst, ihre Privatgemächer. Ihr Lebensraum für die nächsten 6 Monate. Am vorherigen Abend und an diesem Morgen hatte sie sie so schnell wie möglich durchquert und versucht so wenig wie möglich mitzubekommen ohne jedoch über irgendetwas zu fallen. Sie hatte lediglich winzige erste Eindrücke registriert und gehofft, dass sie sich nicht noch mehr daran gewöhnen musste.
Soviel dazu.
Sie fühlte dieselbe Art von Snape's Anwesenheit wie bereits am vorherigen Abend, obwohl der Mann selbst, oder zumindest sein Geist, abwesend war. Sie konnte beinahe seine bissige Stimme hören, die ihr befahl nichts anzufassen oder zu zerbrechen. Unbewusst, jedoch mit Bestimmung zog sie ihre Schultern zurück.
Wenn ich hier leben soll, muss ich auch wissen, was sich hier befindet.
Sie begann sich aufmerksamer umzusehen. Ihr erster Eindruck bezüglich der Größe stimmte tatsächlich. An einem Ende rund um den Kamin befanden sich zwei große Ledersessel und ein dazu passendes Sofa, lang genug um sich darauf auszustrecken - sogar für Snape. Statt einem offenen Feuer befand sich in dem Kamin ein geschlossener Ofen - eine geniale Methode um ungewollte Gäste zu entmutigen, dachte sie geistesabwesend. Eine lange Wand war durch zwei deckenhohe Fenster unterbrochen. Sie verdrängte erst mal die Unangemessenheit von Fenstern in einem Kerker. Zwischen den Fenstern stand eine lange, flache Kommode. In einer Ecke war ein riesiger Tisch mit einigen wahllos platzierten Stühlen. Die restlichen Wände waren mit Glasschränken voller Bücher und Schriftrollen zugestellt. Selbst nach einem flüchtigen Blick fühlte Hermine sich schon wie ein Kind, das auf einen Süßigkeitenladen losgelassen wurde.
Texte über Alchemie, Zaubertränke, Heilung und etliche über Philosophie, Psychologie, Physiologie, Physik, Chemie, Kräuterkunde … Die Liste schien endlos zu sein. Dazwischen erkannte sie Muggle Klassiker - Dickens, Shakespeare - zusammen mit Biographien, Geschichtsbüchern und Anthropologiebüchern…
Es schien so als wäre sie nicht die einzige, die alles lesen würde, was irgendwo geschrieben stand.
Zögernd riss sie sich von den Regalen los und fuhr mit ihrer Erkundung fort.
Die Wände, die man noch sehn konnte, waren in einem hellen Ton gestrichen, mit einer überraschenden Spur apricot. Der ganze Raum war unerwartet warm, bemerkte sie; die Kombination aus polierten Kastanienmöbeln, kupfer- und bronzefarbenen Läufern und dunkelbraunem Leder gaben ihm eine unbestreitbar männliche aber auch seltsam anziehende Atmosphäre.
Aber enthüllend war nicht die Gemütlichkeit sondern die Desorganisation. Alles über Snape's professionelle Haltung, von der Ordnung seiner Lager bis zu der Exaktheit seiner Methoden deuteten einen beinahe krankhaften Ordnungsfimmel an. Lediglich seine äußerliche Erscheinung könnte von diesem Eindruck ablenken und Hermine begann bereits die Anstrengung, mit der er jegliche Spekulationen diesbezüglich vermied, zu schätzen. Nein, sein Lebensraum war nicht wirklich unordentlich aber definitiv bewohnt, positiv gewertet.
Auf den meisten, wenn nicht sogar allen Oberflächen lagen Bücher, Papiere oder Ähnliches. Das schließt alles ein, bis auf einen Stuhl. Ein Stapel Bücher lag beim Kamin - ein weiterer guter Grund für einen Ofen an Stelle eines offenen Feuers, dachte sie - wahrscheinlich Bücher, die er durchgeblättert hat. Einige der Schränke waren nicht richtig geschlossen, was andeutete, dass die darin stehenden Bücher genutzt wurden und nicht nur zur Dekoration dienten. An den seltenen Stellen, die nicht an eine Bibliothek erinnerten, standen seltsame … Ornamente wäre wohl das passende Wort, schätzte sie, auch wenn das an furchtbare Bilder von China Porzellan und dekorativen Tellern erinnerte.
Genau wie bei den Büchern, waren diese Dinge eine beeindruckende Mischung; Glassphiolen verschiedener Größen, seltsame bronzene Instrumente, Messing Vorrichtungen, die sehr stark an wissenschaftliche Muggle Apparate erinnerten…
Mit Erstaunen stellte sie fest, dass seine Räume auf eine seltsame Art an Dumbledore's Büro erinnerten.
Wie außergewöhnlich.
Um sich selbst von diesem Gedanken abzulenken, ging sie zu einem der Fenster. Sie waren mit dicken Vorhängen eingerahmt, die noch geöffnet waren; ohne Zweifel so, wie er sie vor zwei Tagen verlassen hatte. Träge blickte sie nach draußen. Die Sonne war vor einiger Zeit untergegangen und die fernen Hügel waren nur eine blasse Silhouette im silbernen Licht des Mondes. Sie sah hinunter auf die Neigung des Bodens und bemerkte, dass es diese Steigung des Landes war, die es den Kerkern auf dieser Seite des Schlosses ermöglichte, noch über der Erde zu sein. Die Kombination der Helligkeit innen und der Dunkelheit außen verwandelte das Fenster in einen Spiegel. Die große, bittere Figur von Professor Snape stand vor ihr. Mit einer plötzlichen Bewegung löste sie die Vorhänge und das Glas war bedeckt. Die Reflektion war kurzzeitig verbannt.
Hermine suchte irgendetwas, das sie davon abhalten würde in Selbstbetrachtung zu verfallen und fand eine seltene leere Stelle, wo sie ihre nicht entzifferbaren Schriftstücke, die anscheinend ihre Transfigurations Notizen darstellten, ablegen konnte. Sie dachte, dass sie vielleicht irgendwo Platz schaffen sollte um ihre Dinge nicht mit Snape's Arbeiten durcheinander zu bringen, aber nach kurzer Überlegung entschied sie, ihn beim nächsten Treffen deshalb zu fragen. Sie wollte nicht wissen, wie er reagieren würde, wenn sie irgendetwas Wichtiges verlegen würde.
Also noch etwas worum ich mich kümmern muss. Das Leben von jemand anderem zu übernehmen war um einiges komplizierter als es auf den ersten Blick schien.
Letztendlich konnte sie der Verlockung nicht mehr widerstehen, ging zum nächsten Bücherregal und begann den Inhalt zu inspizieren.
Wenn man jemanden nach dem Inhalt seiner Bücherregale beurteilen könnte, würde ein Muggle Psychologe wahrscheinlich daran verzweifeln, Snape zu analysieren, dachte sie. Es schien nichts zu geben, was der Mann nicht liest. Tatsächlich, korrigierte sie sich selbst, schien es nicht so, als würde er romantische Romane lesen, was wahrscheinlich positiv war. Ihre Nerven waren nicht wirklich bereit für einen Snape, der es sich mit Vom Winde verweht oder einem netten Barbara Cartland Roman gemütlich macht.
Sie sah, dass er einige professionell aussehende Bücher über Quidditch Regeln besaß, bemerkte aber zufrieden, dass er die fanbezogenen Lobeshymnen auf die Chudley Cannons oder von irgendeinem anderen Team nicht zu sammeln schien.
Von den Romantik und Sport Lücken abgesehen, war seine Bibliothek beeindruckend umfassend. Sie öffnete die Glastür und zog ihre Finger sanft über die Buchrücken von einigen Texten. Für Hermine waren Bücher beinahe sinnlich. Sie schätzte sie als Objekte, nicht nur für die Informationen, die sie enthielten. Muggle Archäologie stand neben Zaubergeschichte; chinesische Alchemie neben Immunbiologie und Virologie; Stendhal neben Camus; Sartre lag auf Schroedinger und Kierkegaard.
Der Ofen war warm, die Sessel gemütlich - zusammenfassend dachte sie, dass es Schlimmeres gäbe, als die nächsten sechs Monate hier zu verbringen.
Etwas später bemerkte sie, dass die Auswirkungen der Anstrengung und Erschöpfung bedeuteten, dass sie ihre Augen nicht länger offen halten konnte. Zögernd löste sie sich von seinem Schatz an Büchern und ging ins Bett. Das Schlafzimmer wirkte genauso freundlich, wie der andere Raum. Warme Läufer auf dem Boden, ein weiterer Ofen im Kamin, ein großes, gemütliches Bett und einfache Holzmöbel. Auf Nützlichkeit beschränk, aber dennoch nicht übertrieben - eher unkompliziert.
Eine unerwartete Eigenschaft bei diesem unnahbaren, sarkastischen Mann. Nur das Badezimmer schien die Strenge, die man ihm zuordnet, wiederzuspiegeln.
Sie war zu müde, um diese Tatsache zu analysieren, zog sich bis auf die Unterwäsche aus ohne darüber nachzudenken und fiel ins Bett. Diesmal schlief sie tief und gnädigerweise traumlos.
Am nächsten Morgen erwachte sie langsam in einem seltsamen Schleier der die Gewissheit begleitet, dass es Samstagmorgen ist und nichts Wichtiges zu erledigen ist. Träge drehte sie sich im Bett um und berührt etwas ungemütlich Hartes unter ihren Oberschenkel.
Mist, dachte sie schläfrig, ich muss schon wieder über einem Buch eingeschlafen sein. Geistesabwesend bewegte sie ihre Hand um den nervigen Text hervorzuziehen. Ihre Hand schloss sich um etwas Warmes und ein scharfes und sehr angenehmes Gefühl breitete sich in ihrer Magengegend aus.
Sofort war Hermine wacher, als sie es je in ihrem Leben gewesen ist; sie saß aufrecht und starrte angeekelt ihre Hand an, wie etwas, das nicht zu ihrem Körper gehörte.
Gott. Oh Gott. Oh mein Gott.
Die Hand war nicht ihre. Dieses... das... es... war mit Sicherheit nicht von ihr....
Sie versuchte verzweifelt ruhiger zu atmen, als die Welt sich wieder zusammenfügte und ihr Verstand wieder zu denken begann. Sie begann sich wieder zu erinnern und sie schloss ihre Augen und stöhnte laut. Das war nicht am vorherigen Morgen passiert. Aber sie hatte die Nacht zuvor auch nicht wirklich geschlafen.
Das war wirklich nicht fair.
Der Druck in ihrem Unterleib machte sich wieder bemerkbar, was bedeutete, dass sie irgendeinen Weg finden musste um dieses Problem zu lösen. Sie zwang sich selbst dieser Situation entgegenzutreten und dachte nach. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Eine kalte Dusche oder … direktes Handeln. Ihre Gedanken wurden von Lösung Nr. 2 abgestoßen wie ein Magnet, der auf seinen identischen Zwilling trifft.
Eine kalte Dusche also. Na prima.
Sie stieg schwungvoll aus dem Bett und ging Richtung Badezimmer. Die Steifheit am oberen Ende ihrer Beine machte das Laufen etwas ungemütlich. Nicht zu vergessen das ... nicht ganz eindeutige ... Gefühl von Kleidung auf sehr empfindlicher Haut. Die Zähne zusammen beißend stellte sie die Dusche an bis das Wasser so kalt war, wie sie es gerade noch vertragen konnte. Also gut, sagte sie zu sich selbst. Zeit zum Duschen. Du musst Dich waschen. Sogar Snape stinkt nicht wirklich. Was bedeutete...
Ihre Finger bewegten sich sehr vorsichtig in Richtung des Hosengummis und zogen die Shorts langsam nach unten. Sie konzentrierte sich auf die Duschwand wie jemand, der auf einem Bein steht und das Gleichgewicht nicht verlieren will. Sie ließ los, die Kleidung fiel auf den Boden und nachdem sie tief eingeatmet hatte stieg sie unter die Dusche. Sie keuchte als der Strahl ihren Körper berührte. Dann drehte sie sich um, so dass das Wasser über ihre Vorderseite lief und konzentrierte sich darauf an alles mögliche zu denken, was absolut nicht sexy war - Wahrsagen, Trevor die Kröte, Argus Filch… Nach einiger Zeit ließ das ungewöhnliche Gefühl in ihrem Unterleib nach und sie konnte wieder normal atmen. Nachdem das erste Problem gelöst war drehten sich ihre Gedanken um die Sauberkeit. Eine kurze Erkundung der Duschkabine brachte überhaupt nichts zum Vorschein. Es war ja nicht so als wenn sie Gilderoy Lockhart's signiertes, sanftes Duschbad für Zauberer mit Extrakten von römischer Kamille erwartet hätte, aber er musste sich doch sicher mit irgendetwas waschen.
Sie wusste, von dem Rasier Vorfall, dass es nichts weiter im Badezimmer gab. Sie blickte sich erneut etwas verzweifelt um. Es war streng und einfach und ansonsten gar nichts.
In der Ecke der Dusche entdeckte sie endlich etwas. Es war ein Stück, ca. 10 cm lang, 5 cm breit und 1 cm dick. Und es war grün. Sie nahm es in die Hand und roch skeptisch daran. Es sah irgendwie so aus wie die Haushaltsseife, die ihre Mutter benutzte um allen möglichen Schmutz von allen möglichen Materialien zu entfernen.
Er wäscht sich damit? Auch seine Haare? Kein Wunder, dass er so aussieht ... Es wäre besser für ihn, wenn er das Shampoo in meinem Badezimmer entdecken würde.
Der Teil in ihr, der immer ein 18 Jahre altes Mädchen bleiben würde, war extrem angeekelt. Dennoch sah es nicht so aus, als würde es in dem Moment eine andere Lösung geben. Zögernd begann sie ihre Brust einzuseifen, immer noch verärgert über diese Art von Selbstmisshandlung. Sie hatte ihre Hände mehrmals über sich selbst gleiten lassen bevor ihr klar wurde, dass sie Snape wusch. Unannehmlichkeit mischte sich mit Neugierde. Sie hatte vorher nicht unbedingt über Snape's Körper spekuliert, aber nun schien es ja so, als müsste sie eine Zeit lang damit leben. Und da dies ihre erste Chance war einen männlichen Körper näher und intimer zu erkunden …Und natürlich war sie ja ein Gryffindor und würde keiner Herausforderung ausweichen. Sie drehte die Dusche wärmer und begann mehr darauf zu achten, was sie tat.
Der Körper unter ihren Händen fühlte sich nicht wirklich unangenehm an, entschied sie. Die Brust war muskulös mit ein paar wenigen Haaren. Der Bauch war flach und betont, trotz der Menge an Nahrung, die sie zu brauchen schien. Anscheinend erlaubte es sein Stoffwechsel viel zu essen ohne zuzunehmen. Sie konnte wetten, dass er nicht wusste wie glücklich er sich schätzen konnte. Weiter unten traf ihre Hand auf mehr gelocktes Haar und sie stoppte abrupt, noch nicht bereit weiter zu gehen. Sie übersprang diese Stelle fürs erste und begann ihre Beine zu waschen. Sie waren lang und die Oberschenkelmuskeln gut ausgeprägt. Seine Waden waren genauso gut geformt und auf seinen Schienbeinen waren einige schwarze Haare bis hinunter zu seinen Knöcheln. Seine Füße waren schmal und überraschend elegant.
Sie ließ das Wasser an ihrem Körper herab laufen und wusch ihre Haare, mit ernsthaften Zweifeln über die Wirkung der Seife als Shampoo.
Danach stellte sie das Wasser aus und verließ die Dusche. Sie fühlte sich etwas besser, trocknete sich mit dem großen Handtuch ab und schaute sich nach einem Bademantel um.
Sie seufzte auf Grund der unvermeidlichen Abwesenheit. Sie schätzte, dass sie sich an das Fehlen bestimmter Dinge, die sie als wichtig betrachtete, gewöhnen würde. Offensichtlich störte Snape seine eigene Nacktheit überhaupt nicht. Nicht, dass es irgendwen gäbe, den das kümmern würde, dachte sie böswillig. Irgendwie musste sie damit auskommen, wickelte ein Handtuch um ihren Oberkörper und ging zur Toilette. Der Druck in ihrem Unterkörper hatte sich nun zu etwas entwickelt, das sie kannte und wobei sie wusste was zu tun ist. Sie starrte auf das Becken und überlegte, ob sie es im Stehen versuchen sollte.
Hmmm. Ein Schritt nach dem anderen, denke ich.
Sie setzte sich und hielt diskret das Handtuch aus dem Weg. Danach ging sie zum Waschbecken. Als sie ihr Gesicht wusch, bemerkte sie, dass es wieder Zeit zum Rasieren war.
Diesmal brauchte sie nicht so lang dafür und die Verletzungen waren geringer. Ohne Zweifel würde sie es nach einer Weile hinkriegen. Sie war gerade dabei ins Schlafzimmer zu gehen um sich mit Snape's Zauberstab zu heilen, als sie einen kurzen Blick auf sich selbst im Wandspiegel zu sehen bekam. Sie zögerte. Sie musste sich wirklich an diesen Körper gewöhnen. Und in der Dusche hatte sie nicht sonderlich viel gesehen.
Sie hielt an und trat sich selbst gegenüber.
Das Gesicht und die Haare waren bekannt, wenn auch ein wenig feucht und bezüglich des Gesichtes an ein paar Stellen blutend. Er war blass. Sehr blass. Aber der Körper war genauso mager und gut gebaut, wie sie es mit ihren Händen gefühlt hatte. Langsam führte sie eine Hand nach oben und fuhr mit ihren Fingern über den Rand der Brustmuskulatur, sie bemerkte die Breite ihrer Schultern noch mehr als in der Dusche. Sie streckte ihre Arme, zog sie wieder zusammen und beobachtete die Kontraktion des Bizeps'. Die Arme waren kräftig und mit wenigen Haaren bedeckt. Langsam drehte sie sie um, was die empfindliche Haut des inneren Unterarms zum Vorschein brachte. Deutlich und hässlich befand sich auf ihrem linken Arm der Umriss des Dunklen Zeichens, die Schlange und der Totenschädel klar erkennbar, sogar ohne Bewegung.
Gelähmt von dem Anblick, bewegte sich ihre rechte Hand automatisch dorthin. Vorsichtig berührte sie es. Zu ihrer Überraschung fühlte sich die Haut genauso sanft und warm an, wie der Rest seinen Körpers. Sie hatte erwartet, dass es sich ... vielleicht kalt ... oder hart anfühlt, oder wie eine Narbe. Aber es war nahtlos ein Teil von ihm. Sie umrandete die Zeichnung. Es hatte nicht viele mehr Effekt auf sie, als ein geschmackloses Tatoo. Fühlte es sich für ihn genauso an? Oder war es tiefer in seinen Geist geprägt als in seinen Körper?
Irgendwie konnte sie nicht sehen, dass sie ihm diese Frage einmal stellen würde.
Sie zog ihre Hand wieder zu ihrer Brust und ließ sie darüber hinweg und über ihren Bauch gleiten, bis zum Rand des Handtuches. Sie drehte sich halb, so dass sie ihren Rücken sehen konnte. Er war eine sanfte, helle Hautfläche, die sich leicht hebte und senkte als sie die Muskeln der Schulterblätter bewegte, die wiederum nicht herausragend aber ohne Zweifel vorhanden waren. Das Handtuch bewahrte sie davor, seinen Hintern zu sehen.
Nicht schlecht, musste sie erstaunt zugeben. Überhaupt nicht schlecht.
"Professor, sie sind eine ziemliche Überraschung", murmelte sie geistesabwesend. Einen Augenblick später registrierte sie, dass keine Antwort gekommen war. Mit plötzlicher Erleichterung bemerkte sie, dass er einen Muggle Spiegel haben musste; sie war in dem Moment ohnehin nicht dazu in der Lage mit einem Spiegel zu reden. Ihre Hand schwebte über dem Rand des Handtuchs. Sie konnte nicht weiterhin jedes Mal ihre Augen schließen, wenn sie zur Toilette oder duschen musste. Außerdem hatte sie eine vage Erinnerung an die alten Bücher ihrer Eltern über menschliche Physiologie und an bestimmte Hygienemaßnahmen bezüglich der Vorhaut. Sie hatte nicht unbedingt vor irgendwann Madam Pomfrey und Snape zu erklären, dass sie es zugelassen hatte, dass sich eine bestimmte empfindliche Stelle entzündet hatte. Außer natürlich er wäre beschnitten, was sie nicht herausfinden würde solange sie nicht guckte.
Das war es. Gesundheitliche Bedenken rechtfertigten ihr Nachschauen. Es hatte nichts mit ihrer leicht erregten Neugier zu tun. Definitiv, defintiv nicht.
Sie hakte ihre Finger unter den Rand des Handtuchs und zog es von ihrem Körper weg.
Seine Hintern war genauso blass wie der Rest seines Körpers, fest und rund über seinen Beckenknochen.
Sie wechselte nervös ihre Position und beobachte wie sich die Haut über dem knochigen Körper bewegte. Ihr Mund wurde etwas trocken und sie wurde sich der erneuten unangenehmen Spannung in ihrem Unterleib bewusst.
Erregte es sie Professor Snape anzusehen oder sich selbst? Beides war jedenfalls nicht ganz normal.
Langsam drehte sie sich, so dass sie sich nun von vorn sah. Die Behaarung am oberen Ende der Beine war nicht sehr ausgeprägt, gerade genug um einen Kontrast zu dem blassen Körperteil zu bilden. Hermine war nicht gerade ein Experte, was männliche Ausstattung anging, aber es sah nicht unangenehm aus, wie es vor dem dunkleren Sack hing. Sie bewegte eine Hand in Richtung ihres Penis' und berührte ihn zögernd, als wenn er sie verbrennen könnte. Die Haut unter ihren Fingern war samtig weich und die federleichte Berührung sandte einen Funken der Befriedigung in ihren Unterleib. Sie berührte sich selbst erneut mit mehr Selbstbewusstsein und ein weiterer Schub der Erregung erreichte den unteren Bereich ihres Körpers. Das Fleisch unter ihrer Hand begann, sich zu rühren. Sie fühlte, dass sich der Druck verstärkte, unbequem, unbekannt aber nicht unerwünscht.
Sie wusste, dass sie damit aufhören sollte. Aber es fühlte sich gut an und sie hatte sich immer gefragt, wie es sich für einen Mann anfühlt. Und… und…
Ihre Hand strich vorsichtig über das sanfte Fleisch, erkundend, sich dessen bewusst, dass es dadurch härter wurde. Sie schaute hinab und sie konnte sehen, dass sich diese durch den verstärkten Blutfluss verdunkelt hatte. Sie legte ihre Hand um sich selbst und begann nach oben und nach unten zu reiben, zuerst unbeholfen und dann mit verstärktem Selbstbewusstsein, als die inneren Gefühle ihr sagten, was gut war und was besser. Die Haut ihrer Hand rieb an der Haut ihres Penis' und auf Grund des Fehlens jeglicher Feuchtigkeit, spuckte sie in ihre Hand, ihren eigenen Speichel nutzend um die Reibung zu verringern.
Sie schloss ihre Augen und ließ die Erregung leiten. Dies führte zu einem heißen, starken Bedürfnis nach vorn zu stoßen. Instinktiv ließ sie ihren Daumen über die Spitze gleiten, durch die heiße Erregung, die daraufhin durch sie pulsierte war sie nicht in der Lage ein Stöhnen zu unterdrücken. Währenddessen wurden ihre Beine schwächer und sie landete auf ihren Knien, weiterhin stoßend bewegte sich ihre andere Hand in Richtung ihrer Eier. Während sie sich selbst massierte, lief eine Flüssigkeit aus ihrer Spitze heraus. Sie verschmierte es, woraufhin ihre Hand noch leichter über das harte Glied glitt. Sie erhöhte die Geschwindigkeit und bewegte sich nun bestimmt und hart.
Das fühlt sich gut an. Das fühlt sich sehr gut an. Wirklich, wirklich unglaublich gut. Oh ja. Ja. Jajajajaja.
GOTT!
Einen Moment später realisierte Hermine, dass sie auf dem Boden von Snape's Badezimmer kniete, nackt, errötet, keuchend und sich von der schnellen, intensiven Erlösung erholend. Vor ihr befanden sich Spritzer einer cremigen Substanz. Sie berührte es mit einem zitternden Finger. Es war warm und etwas klebrig.
Das war anders, dachte sie. Und wenigstens wusste sie jetzt, dass Snape nicht beschnitten war.
Sie fragte sich, ob das als Verführung eines Lehrers galt.
