„Und du und der Herr Kowalski, ihr seid jetzt ein Paar?", fragte Helga ihre Tochter neugierig. Zeitgleich stellte sie ihr eine Tasse Kaffee und einen Teller mit Kuchen hin. „Naja, so richtig noch nicht, aber wir sind auf dem Weg dahin. Er ist wirklich nett, ein richtig toller Mann eben." – „Ach Mäuschen, das freut mich aber für dich, wirklich. Hier, iss ein bisschen Kuchen. Den habe ich extra heute früh gebacken." Angeekelt betrachtete Lisa das Gebäck. „Nein, Danke", erwiderte sie geistesabwesend. Ihr Blick wanderte durch das Foyer von Kerima Moda. „Rokko", flüsterte sie, als sie ihn erspähte. Schüchtern hob sie die Hand und winkte ihm zu. „Hey", strahlte Rokko Lisa an. Es hatte ihn nur wenige Schritte gekostet, um zum Catering herüber zu gehen. Lisa gluckste glücklich, als er ihr einen Kuss auf die Wange drückte. „Hm, Kuchen zum Frühstück – lecker!", grinste Rokko. „Hier, nimm", schob Lisa ihm den Teller zu. „Willst du keinen?", fragte Rokko sich bereits das erste Stück in den Mund schiebend. „Nein, besser nicht." – „Frau Plenske?" Hugo war aus seinem Atelier getreten und auf der Suche nach einem Vertreter der Geschäftsführung. „Wenn Sie von diesen Kalorienbomben futtern, dann werden Sie nie in meine Kreationen passen", kommentierte er wenig diplomatisch. „Deshalb sind Sie aber sicher nicht extra aus dem Atelier gekommen", ignorierte Lisa den Kommentar, der ihr mehr wehtat, als sie zugeben wollte.
„Ah, der Herr Kowalski", begrüßte Helga Plenske den Werbefachmann Stunden später. „Ist Lisa gar nicht hier?" – „Nein, ist sie nicht. Was in der Geschäftsführung immer los ist", erklärte Helga Rokko. „Irgendwas mit dem Aktienkurs. Ich hab's nicht richtig verstanden. Bin ja nur die Cateringkraft. Ich habe also Dinge gemacht, die ich kann: Den Lieferanten reinlassen, Schnittchen schmieren, so was eben." – „Aha", zeigte Rokko, dass er noch zuhörte. „Kann ich Ihnen denn ein Mittagessen anbieten?" – „Ohne Lisa? Nee, eher nicht." – „Lisa isst nur ganz selten zu Mittag. Ich find's ja nicht gut, aber sie meint, sie würde sonst ein Magengeschwür kriegen… mit dem ganzen Stress und so." Helga drehte sich um und machte einen Teller für Rokko zurecht. „Hm", brummte sie, als sie den Kühlschrank öffnete. „Der war doch vorhin noch voll", wunderte sie sich. „Als hätte jemand wahllos irgendetwas genommen und gemampft", schüttelte sie den Kopf. „Lisa!", ließ Rokkos Stimme Helga plötzlich herumfahren. „Glauben Sie, sie hat… Ach, Mäuschen, du bist's. Schleichst dich einfach so an", schimpfte sie im Spaß mit ihrer Tochter. „Du bist ja so blass. Lisa, ist alles in Ordnung mit dir?", fragte Rokko besorgt. „Ja… mir war nur irgendwie übel." – „Übel?", wurde Helga hellhörig. „Ist das mit euch vielleicht doch ernster?", strahlte sie das junge Paar an.
