Am selben Nachmittag, letzte Stunde VgdDK.
„Nein, ihr müsst an etwas wirklich Schönes denken, es muss eine starke, überaus mächtige Erinnerung oder Vorstellung sein, und nein, der Verzehr Deines ersten Blaubeerpfannkuchens ist nicht ausreichend, Diego", schimpfe ich mit einem dicklichen Sechstklässler, der verzweifelt versucht einen Patronus zu beschwören.
„Wieso zeigen Sie uns nicht einfach, wie man es macht, PROFESSOR?!", mault er, hätte bestimmt hervorragend in den Slytherinkerker gepasst...
„Ich nun..."
Nicht gerade die passende Stimmung zur Zeit...
„Ist es wahr, dass Direktor Snape einen formvollendeten Patronus erschaffen kann?", fragt Lydia und ich atme auf.
„Ja, das kann er."
„Einen formvollendeten? Was soll das denn sein, Du Schleimerin!", meldet sich Diego wieder.
„Zehn Punkte Abzug... vergiss es."
Wieso nochmal hat Sev die Häuser abgeschafft?
Ach so, damit es keine Spannungen mehr gibt...
Hmpf. Hat auch seine Nachteile...
Mist. Dann ohne Punkteabzug.
„Du wirst bis morgen auf drei Rollen Pergament erklären, was das ist, wie man das macht und welchen Spruch man dazu verwendet."
„Aber Ma´am?! Wo bitteschön soll ich das Nachlesen? Das gibt es nicht! Könnte ich auch gleich einen Aufsatz über schrumpfköpfige Schnarchkacker schreiben."
„SchrumpfHÖRNIGE SchnarchKACKLER! Wo würdest Du Informationen suchen, wenn es über einen bestimmten Zauber noch keine schriftliche Dokumentation gibt, Lydia?"
„Ähm, beim Erfinder direkt, Ma´am?"
Strahle sie an und bewundere die kränkliche Blässe, die sich nun auf Diegos Gesicht ausgebreitet hat.
„Aber, dann müsste ich... ich werde auf keinen Fall zu Snape geh-"
„Professor Snape, oder einfach nur Direktor, wenn ich bitten darf", unterbreche ich ihn mit strafendem Blick.
„Kein Problem, ich hol ihn für Dich her", antworte ich, Diegos panischen Gesichtsausdruck ignorierend.
Wie war das, denk einfach an mich.
Severus, Severus, Severus.
(A/N: jaaa ich liebe Beetlejuice... Lydia Deetz klingeling gg)
Alle sehen mich an, als hätte ich den Verstand verloren, wie ich da mit zusammengekniffenen Augen auf meinem Pult sitze und angestrengt an unseren Direktor denke.
Schon wird die Verbindungstür zu seinem Büro aufgerissen und er steht mit hochgezogener Augenbraue im Rahmen.
„Professor Tonks?", fragt er und tritt neben mich ans Pult, den Blick strafend auf meinen Hintern gerichtet, da ich es mir im Schneidersitz auf dem Tisch bequem gemacht hat.
Diego wird sofort noch bleicher und versucht sich hinter Lydia zu verstecken.
„Sie wollten ihn doch etwas fragen, Mister Alvarez?", frage ich und Diego schüttelt heftig seinen schwarz gelockten Kopf.
„Sir, könnten Sie uns einen formvollendeten Patronus demonstrieren, bitte?", traut sich nun Lydia an seiner statt.
„Sicher, Miss Deetz."
Sev acciot ungesagt seinen Zauberstab, den er nur noch selten mit sich herum trägt, aus unserem Schlafzimmer und fängt ihn hinter seinem Rücken auf.
Allein diese Aktion lässt die Augen von einigen schon unnatürlich groß werden.
„Der Fluch, den Sie verwenden müssen, ist ein ungesagter, außerdem überschreitet er bei weitem Ihre magischen Fähigkeiten, also versuchen Sie es gar nicht, es könnte überaus schmerzhaft für Sie sein."
Das mit den Fähigkeiten stimmt nicht so ganz... Diego könnte noch so lange üben...er könnte erst einen beschwören, wenn er von Severus gezeichnet wurde, was mit Verlaub...eher NICHT geschehen wird...
„Man braucht, genau wie bei einem gewöhnlichen Patronus ein mächtiges Glücksgefühl und noch dazu genau Kenntnisse der Anatomie seines Tieres. Es genügt, wenn man die Details einmal in seinem Gedächtnis speichert, der Patronus wird es finden. Hat man eine Information nicht parat, beschwört man beispielsweise eine Kobra ohne Giftzähne. Der Zauber ist ein ungesagter, die Worte lauten wie folgt:
Oppugno -um ein real handelndes Wesen aus dem Nichts herauf zu beschwören,
Patronum- das muss ich wohl nicht näher erklären und die muggelwissentschaftliche Bezeichnung des Tieres."
Einige schnauben angeekelt auf, senken aber sofort ihren überheblichen Blick wegen Sevs ... mörderischem...
„In meinem Fall Oppugno Patronum Naja."
Er wiederholt den Spruch ungesagt und eine silberne Flüssigkeit tropft aus der Spitze seines Zauberstabs zu Boden, die langsam die Gestalt der Kobra annimmt, sich sofort aufrichtet und ihr imposantes Nackenschild aufstellt.
Sämtliche Schüler sehen staunend auf die silberne, leuchtende Schlange, die Sev nun an Diego hoch kriechen lässt.
Sie legt sich geschmeidig um dessen Hals, ihren Kopf direkt vor seinem Gesicht schwebend.
Er zuckt leicht zurück, als sie an seiner Nase züngelt.
„Wie Sie sehen können, Mister Alvarez, handelt es sich um ein echtes Tier, sogar in der Lage, ihr Gift in Sie hinein zu pumpen."
Diego schüttelt dankend ablehnend seinen Kopf.
„Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass sich mit einem solchen Patronus sogar Dementoren verletzen lassen."
Oh ja, ich erinnere mich noch genau an die herab fallenden Brocken, nachdem Sevs Panther welche zerfleischt hatte...
Sevs Kopf ruckt plötzlich herum, ein Silberlurch durchbricht die Wand.
„Sehr geehrter Direktor Snape", näselt Percy Weasley.
„Aufgrund fragwürdiger Ereignisse ist Ihre Anwesenheit in Askaban, Haftanstalt für auffällig gewordene Individuen, von dringlichster Notwendigkeit. Der Minister erwartet Sie dort bereits. Mit Ihrem sofortigen Erscheinen wird unverzüglich gerechnet, Hochachtungsvoll, Percy Weasley, persönlicher Assistent des Ministers für Zauberei und Hexerei und Träger des Merlinordens Erster Klasse Kingsley Shacklebolt."
Der Lurch verblasst und ich höre Sevs Zähne leise knirschen. Er hasst es, ausgerechnet von Percy herum kommandiert zu werden.
Er lässt die Kobra verschwinden und schiebt seinen Stab in seinen linken Ärmel, dauert etwas zu lange, wie ich finde.
„Die Demonstration ist für heute beendet."
Er rauscht zurück in sein Büro und knallt wütend die Tür zu.
„Ihr könnt gehen, aber verhaltet euch leise!"
Sie zögern noch, den Klassenraum zu verlassen, eine halbe Stunde früher Schluss machen ist selbst für die coolste Professorin ungewöhnlich.
Ich treibe sie händeklatschend vor mir her.
„Na los, hopp hopp, genießt euren Feierabend."
Endlich packen sie zusammen und verlassen den Klassenraum, ich husche schnell zu Sev, der gerade zur Vordertür raus will.
„Warte, ich muss mich nur schnell umziehen", rufe ich diverse Kleider aus dem Schrank aufs Bett werfend.
Er kommt zurück und lehnt sich seitlich an den Türrahmen.
„Was genau bringt Dich zu der Annahme, Du würdest mich begleiten?"
„Deine Bitte auf Dich auf zu passen."
Er runzelt die Stirn und verkneift sich ein zweifelndes Grinsen.
„Ich treffe den Minister, der wahrscheinlich von mindestens drei Auroren begleitet wird, in einem Gefängnis, in dem die bösen Jungs hinter Gittern sind. Die größte Gefahr für mich dort ist, dass ich mich verirre und den Weg hinaus nicht mehr finden kann."
Klar.
Ich werfe mir mein geliebtes ziemlich zerschlissenes Sweatshirt über und stecke meinen Zauberstab in meine Hose.
Dann stelle ich mich auf die Zehenspitzen und drücke ihm einen feuchten Kuss auf die gekräuselten Lippen.
„Die größte Gefahr für Dich, bist Du selber. Ich persönlich halte es nicht für besonders klug, vor so vielen einflussreichen Zeugen Percy zu foltern und wenn ich Dein Gesicht so betrachte, ist Dir nach noch viel mehr zumute."
Er nimmt mich am Ellenbogen und führt mich hinaus, als plötzlich Draco die Treppen hinunter gerannt kommt.
„Was ist passiert?", fragt er, auf sein Mal deutend. Die Kobra schnappt lautlos fauchend in alle Richtungen. Sevs Ruf.
„Ich dachte, Sie würden mich... uns gerne nach Askaban begleiten."
Draco nickt und geht auf Sevs rechte Seite.
„Wisst ihr, ihr könntet euch langsam echt duzen, nach allem was ihr zusammen erlebt habt."
Nun sieht Draco mich an, als hätte ich den Verstand verloren.
„Ich kann doch meinen-"
„Das ist eine ausgezeichnete Idee, Nymphadora. Und DU hör auf mich wie einen neuen Lord zu behandeln, Draco. Wir stehen auf der gleichen Stufe. Wir alle."
Draco nickt erleichtert und sieht unglaublich stolz aus.
„Das ehrt mich sehr. Severus." Er lächelt scheu.
Wenige Minuten später appariert Sev uns drei auf die kleine Insel in der Nordsee.
***
Ich lege den Kopf in den Nacken und beobachte einige Dementoren, die um die oberen Geschosse des Gefängnis schweben.
„Wie kommt man herein, Si...Severus?", fragt Draco, ein wenig zitternd, denn der Wind bläst uns andauernd salzige Gischt ins Gesicht.
Sev wedelt mit der Hand und schirmt uns mit einem Wärmezauber ab, schon fliegt die kleine Holztür auf und der Assistent des Ministers persönlich kommt mit gesenktem Kopf, gegen den Sturm ankämpfend zu uns.
„Sir, verzeihen Sie, aber nur Sie sind angemeldet", brüllt er in den Sturm, nur zu genau registrierend, dass Sev ihn nicht in die Abschirmung mit aufnimmt.
„Aus gegebenem Anlass, ziehe ich es vor, meine Frau in meiner Nähe zu haben und Mister Malfoy interessiert sich in seiner Funktion als Hausmeister für die komplexen Schutzzauber, an denen Sie bestimmt auch mitgewirkt haben, Mister Weasley."
Percy wird ein bisschen rot, angesichts dieses indirektem Lobes von seinem ehemaligen Lehrer und deutet uns, ihm zu folgen.
Sowohl Sev als auch Draco rollen mit den Augen, wie kann man auch nur so unbegabt sein, und sich so leicht manipulieren lassen... Von einem SLYTHERIN auch noch...
Drinnen angekommen hallt das Dröhnen des Sturms noch in meinen Ohren nach, auch Draco fummelt mit einem Finger an seinen Ohren herum, als versuche er den Innendruck auszugleichen.
„Wie funktioniert das jetzt hier?", frage ich neugierig, denn seit meinem letztes Dienstbesuch sind doch schon ein paar Monate vergangen.
„Wenn ich um ihre Zauberstäbe bitten dürfte, keine Sorge, sie werden diebstahlsicher verwahrt."
Sev zieht seinen Stab aus dem linken Ärmel und reicht ihn Percy, Dracos Weißdornstab und mein weinroter folgen. Percy legt alle drei mit einem zufriedenen Grinsen in eine Art Tresor und schließt ihn mit verschiedenen Bannsprüchen, was Sev genau beobachtet. Immerhin liegt nun der mächtigste Stab der Welt da drin...
„Besucher können nur durch eine ausgewiesene Person hineingebracht werden, apparieren ist selbstverständlich niemandem möglich", doziert Percy nun, das kurze schelmische Blitzen in Sevs Augen lässt mich das Gegenteil annehmen. Zumindest was ihn persönlich betrifft...
„Da es manchen Personen offenbar möglich ist, die Armreifen und Amulette zu umgehen", er versucht einen strafenden Blick zu Severus, fast hätte ich laut gelacht, „wurden die Schutzzauber genau wie die in Hogwarts mit Tränken kombiniert, in denen ein wenig Blut der Angestellten enthalten ist. Zusammen mit einem Zeitanzeigezauber, der den jeweiligen Dienstplänen angepasst ist, können immer nur die, die gerade Dienst haben, das Gebäude betreten. In solchen Ausnahmebesuchen wie jetzt, muss einer der Führungskräfte her kommen, und die Logistik überwachen. In Schichten à acht Stunden übernimmt ein Auror die Überwachung der Dementoren, um in einer Notsituation, sofort Alarm schlagen zu können."
„Nur noch ein menschlicher Wärter? Ihr müsst euch der Loyalität der Dementoren aber sehr sicher sein", staune ich, Sev schüttelt kaum merklich seinen Kopf.
„Die Dementoren unterstehen dem Minister persönlich, Misses Snape-Tonks, es wurden rechtskräftige Verträge unterzeichnet", erklärt Percy weiter.
Ich gehe einen Schritt auf ihn zu.
„Das wurde das letzte Mal auch für absolut sicher gehalten, Du glaubst-"
„Percy? Wieso bringen Sie die Gäste nicht hoch in unseren Konferenzraum, wir warten bereits", dröhnt Kings volle Stimme durch das steinerne Treppenhaus.
„Sofort, Minister Shacklebolt", antwortet Mister Oberwichtig und geht voran.
Percy hält uns die Tür auf und flüstert mir beim Eintreten noch etwas zu.
„Ich verstehe Ihre Sorge nicht, Nymphadora. Es gibt niemanden mehr, dem sich die Dementoren anschließen könnten."
Nun, ich sag lieber nichts dazu, könnte sein Weltbild erheblich ins Wanken bringen.
In dem magisch hell erleuchteten Konferenzraum sind einige Tische hufeisenförmig aufgestellt, an einem nimmt nun auch Percy Platz.
Kingsley sitzt direkt neben ihm und lässt sich nun von seinem Assistenten auf den neusten Stand bringen, während wir drei vorne herum stehen, wie bestellt und nicht abgeholt.
Severus verschränkt die Arme vor der Brust und wartet geduldig darauf, angesprochen zu werden. Ich sehe mir nicht ganz so geduldig die anderen Teilnehmer der Konferenz an.
Gleich neben Percy sitzt, wie sollte es auch anders sein, Dolores, danach dem blauen Umhang zufolge ein Unsäglicher und neben ihm mein Lieblings - Ex Ben Savage.
Draco räuspert sich und stellt sich einen Schritt vor Sev.
„Minister Shacklebolt, verzeihen Sie, aber der Direktor hat heute noch etwas anderes zu tun", mahnt er und reckt sein Kinn genau wie der zutiefst empörte Percy in die Luft.
Kingsley nickt Percy zu, der zückt seinen Stab und versucht eine Tafel magisch herum zu drehen. Wedelt einmal, zweimal, dreimal... Nichts passiert.
Er hustet gekünstelt in seine Faust und nimmt den Stab in beide Hände... Wieder nichts.
„Weasley, man kann hier drin nicht einfach so zaubern, die Stäbe müssen erst von den Bannen anerkannt werden, das wissen Sie doch", schimpft Dolores , starrt auf die sich nun langsam drehende Tafel und sucht verwirrt den Urheber des Fluchs.
Da sie nicht sehen konnte, dass Sev inzwischen seinen Zeigefinger auf die Tafel gerichtet hatte, nimmt sie Schulter zuckend an, Percys Zauber wäre verspätet eingetroffen.
Ich fange an, übertrieben laut mit dem Fuß auf zu tippen.
„Kihings?!", drängle ich.
Als ich erneut Luft hole, steht Kingsley endlich auf und geht hinüber zur Tafel, auf die komplizierte Diagramme gezeichnet wurden, wohl von Percy, der gerade versonnen an seinem Stück Muggelkreide nuckelt.
„Wie Sie sehen können, Direktor, hat es sich ähnlich einer Muggelepidemie verhalten. Ausschlaggebend hierzu war wohl sowohl der jeweilige Rang, als auch der Zeitpunkt, in dem der Träger das Objekt erhalten hat", erklärt Percy, mit der Kreide vor der Tafel herumfuchtelnd.
Beobachte sowohl Kings, als auch Savage, wie sie genau auf Severus´ Reaktion achten.
„Wovon zum Teufel redet ihr?", frage ich, nachdem niemand mehr weiter redet.
„Komm schon, Panscher, kannst es ruhig zu geben. Dann kommst Du wieder mit ner Bewährung davon", meint nun Savage.
Sev geht gemächlich zur Tafel, studiert die komplizierten Tabellen.
Draco und ich folgen ihm, etwas Abstand zwischen ihm und uns lassend, als wir Savages arrogantes Lachen vernehmen, flammt für den Bruchteil einer Sekunde Sevs schwarze Aura auf.
„Jetzt bist Du endlich dran, Panscher!", höhnt Savage, steht auf und packt allen Ernstes Sev vorne am Umhang.
Sev dreht in Zeitlupe seinen Kopf in Richtung Savage, richtet seinen angeekelten Blick auf dessen haarige Hand.
Dann fixieren seine schwarzen Augen, die nun zu glühen scheinen, das grobschlächtige Gesicht des Auroren.
Ich stürze nach vorne und lege meine Hand auf Savages Arm, bevor noch Schlimmeres passiert.
„Kann mir das jetzt mal jemand erklären?"frage ich, Savages Arm hinunter drückend.
Kings schnaubt laut auf und befielt Percy, einen der inhaftierten Todesser, Nott, hier her zu bringen.
„Kings, verdammt, was ist los?"
„Ich wollte das eigentlich von euch, bzw. von ihm hören, Tonks. Sämtliche Dunklen Male lösen sich auf."
Ich fasse automatisch an meinen Arm, versuch diese verdächtige Bewegung dadurch zu vertuschen, dass ich schnell meine Hand vor den Mund lege.
„Wie das?!", frage ich, vielleicht ein wenig zu schrill...
Sev wirft mir einen beruhigenden Blick zu.
„Nun, ich habe bereits an Percys Bruder geeult und ihn bezüglich der infrage kommenden Flüche befragt, er konnte mir aber nichts über die Herstellung eines Males berichten, zumindest nichts, was uns weiter geholfen hätte."
Oh Mann, jetzt verhaften sie Sev gleich, weil er ein NEUES dunkles Mal kreiert hat...
„Oh, welch hoher Besuch, Guten Abend Lord Snape, herzlich Willkommen, Lord Snape, womit kann ich dienen Lord Snape?!", brüllt Nott immer lauter werdend durch den gesamten Block.
Dann erkennt er Draco.
Er stürzt sich mit seinen gefesselten Händen auf ihn und packt ihn am Hals, Draco verpasst ihm einen gezielten Aufwärtshaken, der Nott zurück taumeln lässt.
Nott lacht hysterisch auf und spuckt etwas Blut auf Dracos Hose.
„Wieso bist Du auf einmal so mutig, Malfoy? Jetzt, wo Dein Vater sich keinen Schutz mehr erkauft! Ist Deine Mami auch hier? Hält sie ihre schützenden Hände über ihr Dracobabylein?"
„Du solltest Dir lieber schützende Hände-"
„Genug", unterbricht Sev die beiden Kontrahenten.
„Dreckiger Unwürdiger!", zischt Nott zu Draco noch, zieht aber dann doch seinen Kopf ein.
Ob aus alter Gewohnheit oder wegen der ungeheuren Macht, die Sev ausstrahlt, auf jeden Fall verstummen beide und Nott lässt sich auf einen Stuhl drücken.
Er gestattet Percy mit anzüglichem Grinsen den linken Ärmel hoch zu schieben, tut die ganze Zeit so, als wolle er seine Zunge in Percys Ohr stecken.
Als der endlich zur Seite tritt, kann ich nur fassungslos auf Notts Unterarm starren. Sevs Kobra windet sich darauf aufgeregt durch die physische Nähe ihres Herrn wild um den Elderstab.
„Seht ihr? Einfach weg, als hätte er nie ein Mal getragen", erklärt Dolores und schüttelt verwundert ihren grauen Kopf.
„Aber-", Sev nimmt mich an den Schultern und schiebt mich bestimmend etwas zur Seite, so dass nun er direkt vor Nott steht.
„Verstehe. Wann genau hat es sich aufgelöst?", fragt er nun Kingsley.
Ich starre meinen Mann an. Spinnen jetzt alle? Da ist es doch, es ist nur zu Sevs Mal geworden, keine Ahnung wie zwar, aber man kann es doch laut und deutlich sehen!!
„Es fing gestern an, zuerst hat der diensthabende Auror sich nichts dabei gedacht als einige Insassen anfingen, zu schreien. Als dann fast alle brüllten, als würden sie in Flammen stehen, hat er die Dementoren weg geschickt, weil er dachte, ihre Anwesenheit würde die Insassen derart beeinflussen. Irgendwann riefen dann einige um Hilfe und dass ES von der Schlange gefressen wird. Er hat Verstärkung angefordert und wir haben die die am schlimmsten gebrüllt haben aus ihren Zellen geholt und dann erst gesehen, dass die Male verschwunden waren", erklärt Kingsley.
Aber sie sind doch nicht verschwunden, verdammt, da ist es doch!! Ihr tut ja alle so als ob...ihr...oh. SIE können es nicht sehen! Sie können es wirklich nicht sehen. Gott bin ich doof!
Und mein Sev hat es mal wieder sofort durchschaut. War ja klar. Haue innerlich meinen Schädel gegen die Steinwand.
„Es ... nun... ähm...", beginnt Kingsley zögernd.
Severus richtet sich zu seiner vollen Größe auf und überragt auch den Minister um ein paar Zentimeter.
„Verstehe. Du glaubst, dass ich der Auslöser bin."
Ruhig, Tonks, ganz ruhig atmen... Mein Herz droht aus meinem Hals zu springen...
„Nein, nicht direkt. Es würde uns nur interessieren, was Du denkst. Über-"
„Was Minister Shacklebolt zu sagen versucht, ist, dass es ein gewisses Maß an Wissen und Können erfordert, um ein Mal aufzubrennen", schaltet sich Savage ein und tippt mit seinem Zeigefinger auf Sevs Knopfleiste.
Ich kann Sevs Gesicht nicht sehen, er steht seitlich und neigt nun seinen Kopf, so dass seine Haare eine Deutung seiner Miene für mich unmöglich machen...
Savages Miene kann allerdings jeder deuten. Da drin erkennt man zu viel überschüssige Energie und noch viel mehr Geltungsbedürfnis.
„Hör endlich auf ihn zu betatschen, so oft, wie Du ihn anlangst könnte man glatt meinen, Du stehst auf ihn, Ben", höhne ich und muss unmittelbar danach schmerzhaft auf keuchen.
Er hat sich blitzartig umgedreht und mich an den Haaren nach hinten gerissen.
„Hände weg von meiner Frau."
Seine sanft gesprochenen Worte lassen mich erschauern, ebenso Nott, der Sev ja nun ziemlich gut kennt und bestimmt schon miterlebt hat, wie brenzlig es wird, wenn Sev so leise redet...
„Severus?!", warnt Kingsley, denn mein lieber Gatte steht offensichtlich kurz davor einen Mord zu begehen.
„Nimm augenblicklich Deine Dreckspfoten von ihr!"
Ben richtet seinen Zauberstab auf Sevs Herz.
„Oder was?!", höhnt Ben, sich angesichts Sevs Zauberstablosigkeit in Sicherheit wähnend. Er zieht mich noch etwas weiter nach hinten.
„Comedere manus!"
Sevs mit Absicht leise, aber gut verständlich gesprochener Fluch lässt Nott begeistert auflachen und Kingsley empört aufschreien.
Ich kann nur spüren, dass Bens Hand sich langsam aus meinen Haaren löst und ich dadurch wieder frei werde.
Savages linke Hand schiebt sich wie unter dem Imperius in seinen Mund, er presst mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen seine Kiefer fest zusammen, versucht hektisch ungesagte Gegenflüche, doch schließlich zittert sein Zauberstabarm so stark, das er es aufgeben muss. Sein Stab fällt nutzlos zu Boden, er wehrt sich vergeblich, bis er schließlich tierisch schreiend und dabei Blut versprühend die Kuppe seines Mittelfingers abgebissen hat. Er kaut gründlich und schluckt schließlich brav runter.
„Severus hör auf!!!", schreie ich, doch er hört mich nicht. Ben steht kurz vorm Nervenzusammenbruch, versucht verzweifelt seine Hand mit der anderen aus seinem Mund zu ziehen, bevor er sich auch noch das nächste Stück abbeißt.
Draco packt mich an den Armen und hindert mich daran, zwischen Severus und den brüllenden Auroren zu treten.
„Lass mich, ich will nur nicht, dass Sev sich noch mehr in Schwierigkeiten bringt", brülle ich Draco an, doch seine Hände halten mich schraubstockartig fest.
„Niemand hält ihn auf, Tonks", flüstert Draco, ehrfürchtig auf seinen Meister blickend.
Genau genommen wäre es sowieso unmöglich, ihn aufzuhalten, denn Severus schwebt ein paar Zentimeter über dem Boden, getragen von einer dichten, schwarzen Wolke.
Materialisierte Macht. Sogar das grelle Licht wird von seiner dunklen Aura verschluckt, man kann die Umrisse der Möbel nur noch flüchtig erkennen.
Nott wirft sich wimmernd zu Boden, legt seine Stirn zwischen seinen Händen in den Staub, jammert die ganze Zeit was von wegen `ich bin Euer untertänigster Diener, mein Lord´ und was weiß ich was für Schwachsinn.
Percy klammert sich an Dolores oder andersherum und Kingsley schleudert unaufhaltsam Flüche auf Severus, die einfach in seiner vibrierenden Aura versinken.
Kurz bevor Savage seinen Daumen kostet, steht plötzlich Croaker, der Unsägliche zwischen den beiden und will Severus auf Muggelart bezwingen, holt mit der rechten Faust zu einem kräftigen Schlag aus, den Severus lässig mit einer Hand auffängt.
Plötzlich ist es still.
Als hätte jemand das Licht angeschaltet wird es wieder so hell, dass ich blinzeln muss, Croaker verzieht schmerzerfüllt sein Gesicht, wird von Sev zurückgeschleudert, er stürzt auf den wimmernden Savage und reißt ihn mit sich zu Boden.
Der Unsägliche rappelt sich auf und reibt sich seinen linken Arm, funkelt Sev wütend an.
„Das also sind Ihre Berater, Minister. Ich muss wohl nicht erklären, dass IHN", er deutet mit zitterndem Arm auf Sev, „alle für ein wenig größenwahnsinnig halten!"
Sein zitternder Arm zeigt nun auf mich, während sein Miene eine Spur angeekelter wird.
„Und SIE sind eine wahre Schande fürs Ministerium, Miss Tonks!" Er schüttelt ungläubig seinen Kopf.
„Verdammt sehen Sie sich doch mal die Sauerei an!", brüllt er, sich immer noch seinen Arm haltend und schiebt mit einem Fuß Staub auf Bens Blutlache.
„Lassen Sie mich Ihren Arm richten, Croaker", sagt nun Severus und streckt die Hand nach ihm aus.
Mir scheint, Croaker wird ein wenig blasser.
„Ich brauche die Hilfe eines Todessers nicht", spuckt er verächtlich aus.
Er dreht uns seinen Rücken zu und untersucht seinen linken Arm.
Komisch, ich könnte schwören, Sev hat ihn rechts angefasst...
„Nehmen Sie ihn schon fest, Weasley", kommandiert nun Kingsley immer noch keuchend, das erfolglose Duell hat ihn ins Schwitzen gebracht.
Percy sieht ihn entsetzt an, deutet auf seine eigene Brust und sagt kaum hörbar:
„Was ich??!!"
Er duckt sich noch tiefer hinter die am Boden zusammen gekauerte Dolores und tut so, als würde ihn das unsichtbar machen.
Kingsley schnaubt verächtlich auf.
„Du kannst ihn nicht einfach so verhaften, es sei denn, Sie haben die Gesetze verändert, Minister", gebe ich zu bedenken.
„Einfach so, Tonks?" Er kommt gefährlich nahe auf mich zu, Draco lässt mich los und schiebt mich hinter sich.
Hallo? Bin ich hilflos oder was?!
Kingsley sieht kurz zu Ben, der immer noch den Boden voll blutet, leise jammernd seine angefressene Hand haltend.
„Ja, einfach so, Shacklebolt! Er hat mich nur beschützt!"
„Beschützt?! Einer meiner besten Auroren verliert seinen Verstand während er seine Finger ab kaut und das nennst Du beschützen?! Weißt Du Tonks, allmählich glaube ich, Du bist ihm hörig!"
Bilde mir ein, Croakers Augen huschen kurz über meinen Körper, hoch bis zu meinen pinken Haaren. Muss ja DAS Gesprächsthema sein im Ministerium...
Die Ex-Aurorin, die sich nun als Lehrerin auf des Todessers Schoß vergnügt...
"Weißt Du, Kingsley, allmählich glaube ich, der Ministerposten macht jeden zum Riesenarschloch!", äffe ich ihn nach.
„Wenn Du den da zu Deinen besten Männern zählst, kannst Du mir nur Leid tun, Shacklebolt", höhnt Sev, wieder etwas zahmer geworden.
„Warum sind wir wirklich hier? Du dachtest ich würde angesichts dieser geballten Ministeriumsmacht, die Du hier auf bietest, auf die Knie fallen und gestehen, dass ich der neue Lord bin und die Male des alten wegen... sagen wir Territorialverhalten ausgelöscht habe?"
So direkt ausgesprochen, scheint Kingsley selber zu kapieren, wie idiotisch das klingt.
„Ich wurde von Riddle nicht in all seine Talente eingeweiht, Kingsley, aber ich weiß, dass die Uralten schwarzen Flüche sterben, wenn ihr Beschwörer stirbt. Vielleicht dauerte Riddles Macht noch an, in den Malen, so dass sie erst so viele Monate nach seiner Vernichtung verschwinden", schwindelt Sev ohne auch nur ansatzweise rot zu werden.
Das klingt sehr viel logischer, wie nun auch Kingsley zerknirscht zugeben muss.
„Ich kann und werde nicht zu lassen, dass dieser Todesser schon wieder ungeschoren davon kommt!", ereifert sich Croaker nun wieder.
Er greift nach Sevs Hand um ihn fest zu nehmen, unterdrückt ein krampfhaftes Zusammenzucken, indem er vorgibt, husten zu müssen.
„Der Comedere lässt sich auch auf andere ... Extremitäten ausweiten, Croaker", informiert ihn Severus, Croaker lässt ihn so plötzlich los, als hätte er sich verbrannt.
Sev verschränkt nun wieder gemütlich die Arme vor der Brust.
„Ich lasse mir nicht von Todessern drohen!", faucht der Unsägliche, Sevs Augen blitzen auf.
Er geht nah an Croaker heran, streckt seine rechte Hand nach ihm aus und fährt mit zwei seiner Finger fast zärtlich an Croakers linkem Arm hinunter, bis er die nackte Haut seines Handgelenks berührt.
Diesmal ist es deutlich zu sehen, dass Sevs schlichte Berührung ihm Schmerzen bereitet, was er natürlich zu überspielen versucht.
„Ich würde es nie wagen, einem Unsäglichen zu drohen, Mister Croaker. Drohen liegt gar nicht in meiner Natur", säuselt er und es ist mehr als überflüssig, ein ´ich handle liebe sofort´ hinzu zu fügen.
Croaker schüttelt Sevs Hand ab und stapft wütend zu Dolores und Percy, in die Ministeriumsecke...
„Nun, wenn das alles war", verabschiedet sich Severus und winkt Draco und mich zu sich. Er streckt einfach die Hand aus, und unsere Zauberstäbe durchbrechen das massive Holz der Konferenzraumtür.
Er fängt seinen schwarzen Zauberstab galant auf, wartet, bis Draco und ich unsere haben und schließt konzentriert seine Augen. Ich nehme seinen linken Arm, Draco seinen rechten.
„Der muss zu viele giftige Dämpfe eingeatmet haben, wenn er glaubt, es wäre so einfach von hier weg zu kommen?!" Percys Stimme überschlägt sich mehrmals.
Das letzte, was ich erkenne, bevor wir in Sevs Wohnzimmer landen, sind die vor Verwunderung weit geöffneten Münder der geballten Ministeriumsmacht.
***
Hallo, Ostern gut überstanden? gg Sorry, Realleben hinderte mich mal wieder am schhreiben...Da ich seit kurzem nicht mehr auf f f . d e poste, erwarte ich Leserzuwachs gg was sich hoffentlich auf die Reviewanzahl auswirkt... obwohl es ja eig nicht an lesern direkt mangelt *grrrr* werde nicht mehr ganz so häufig updaten, weil eine etwas längere wartezeit sich sowohl pos auf die chaplänge und quali auswirkt, wie man hoffentlich hier merkt gg aber wenn ich viele revs krieg, steigt evtl. meine inspiration...gg und keine sorge, im nächsten chap gibts einige aufgedeckte unklarheiten, z.b. die gefühlswelt einer ihres kindes beraubten mutter und was stimmt eig mit diesem unsäglichen nicht *spannendmach* okay, danke für eure aufmerksamkeit, es grüßen morti und ich.
PS: oh wunder, werde bald meinen eig lappi haben, was die tipperei an sich doch viel leichter machen wird *auf DHLhoff*
