Zögernd klopfte er an die Tür. Er hatte fast eine halbe Stunde im Wagen gesessen, unschlüssig ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Aus der Wohnung vor ihm dröhnte laute Musik in dem sein leises Klopfen total unterging. Schließlich nahm er seinen Mut zusammen und Klopfte erneut. Die Musik wurde leiser gedreht und Schritte näherten sich der Tür. Einen kurzen Moment war er versucht umzudrehen und aus dem Gebäude zu laufen. Dann öffnete sich die Tür mit einem Quietschen, das ihm eine Gänsehaut über den Rücken laufen lief. Auch der Bewohner verzog schmerzerfüllt das Gesicht bevor er sich seinem Besucher zuwandte.
"Hey, ehrlich gesagt habe ich nicht mit dir gerechnet." Sagte Justin leise und lehnte sich an den Türrahmen. Brian zuckte - wie er hoffte - lässig mit den Schultern und deutet auf die Tür. "Kann ich reinkommen?" Justin nickte und hielt einladend die Tür auf.
Die Wohnung war klein: eine Kochnische grenzte ans Wohnzimmer und zwei weitere Türen führten vermutlich ins Bad und ins Schlafzimmer. Die Aussicht war allerdings fantastisch und die großen Fenster ließen viel Licht und Wärme in die Wohnung. Brian zog seinen Mantel aus und ließ ihn auf das Sofa fallen. Justin stand immer noch wie erstarrt neben der Tür und sah seinen... sah Brian an. Der dunkelhaarige sah erholt aus, entspannt und.., nervös? Justin schüttelte den Kopf. Warum sollte Brian nervös sein?
"Ziemlich klein," bemerkte Brian und ließ sich auf dem einzigen Sessel nieder. Justin löste sich aus seiner Erstarrung und schloss die Tür. "Kaffee?" fragte er und ging Richtung Küche. Brian schüttelte den Kopf. Seine dunklen Augen verfolgten die schlanke Form seines ehemaligen Liebhabers wie ein Habicht seine Beute. Justin zuckte mit den Schultern und gesellte sich zu Brian. "Die Wohnung ist groß genug," beantwortet Justin schließlich Brians Frage um die unangenehme Stille zu beenden. "Ich brauch nicht viel Platz und ich kann das Studio im Hinterhof mit benutzen." Brian nickte. "Wie geht's deiner Mutter? Und Molly?" Justin sah sein Gegenüber sprachlos an. Brian fragte nach seiner Mutter? "Gut, es geht beiden gut." Brian nickte wieder. Seine Augen schweiften ein weiteres mal durch die Wohnung.
"Was willst du hier, Brian? Du bist doch bestimmt nicht für ein bisschen Smalltalk hier?" Justin wurde immer nervöser unter Brians bohrenden Blicken. Er fühlte sich wie bei einem Verhör. Nur wusste er nicht welches Verbrechen man ihm vorwarf. Brian sah ihn schweigend an, registrierte die nervösen Blicken und Gesten. "Nein, bin ich nicht. Ich habe nachgedacht, über unser Gespräch." Justin nickte und wartete. "Vielleicht hast du recht, und ich habe... überreagiert. Ich wollte uns die Trennung erleichtern." "Pff!" Brian lächelte leicht über Justin Grimasse. "Du kennst mich, besser als die meisten - vermutlich sogar besser als Mikey." Justin nickte, schwieg aber weiter. Er sah, das es Brian große Mühe kostete so offen zu reden und er hatte Angst ihn zu unterbrechen. "Ich hab es noch", sagte Brian plötzlich. Justin, überrascht über den plötzlichen Themenwechsel, fragte: "Was?" "Das Haus", antwortete Brian leise. "Ich wollte es verkaufen, aber irgendwie... Ich hatte es vermietet, bis vor 2 Monaten." Justin holte tief Luft. Damit hatte er nicht gerechnet. Er hatte damit gerechnet, das Brian es sofort verkauft hatte, als sie die Hochzeit abgesagt hatten. Sie hatten nie wieder über das Haus gesprochen, genauso wenig wie über die Hochzeit. "Wow", brachte Justin schließlich über die Lippen. Brian fuhr sich mit einer fahrigen Bewegung durchs Haar. "Hör zu, ich bin nicht gut in diesen Dingen, Justin. Das weißt du. Ich habe das verdammte Haus behalten, weil ich gehofft habe, das du zurückkommst. Ich habe... dich vermisst." Justin stand vom Sofa auf und trat auf Brian zu. Er kniete sicht vor den Sessel und nahm Brians Hand in seine.
"Wie sieht es jetzt mit einem Kaffee aus," fragte Brian schließlich. Justin nickte und erhob sich wortlos. Brian brauchte ein paar Minuten um seine Fassung wieder zu gewinnen. Dann stand er auf und trat hinter Justin, der am Fenster stand, und wartet das der Kaffee kochte. Justin spürte wie sich zwei Arme um seine Hüfte schlangen und lehnte sich in der Umarmung zurück. "Die wievielte Trennung war das?" fragte Justin und drehte sich so, das er Brian ansehen konnte. Der zuckte mit den Achseln. Justin zog seine Augenbrauen zusammen. "Also, einmal nach der ersten Nacht; dann war da die Sache mit dem Einbruch, dann nach dem Abschlussball und dann natürlich Ethan..." Brian verdrehte die Augen und lehnte sich nach unten. Die effektivste Methode um Justin zum Schweigen zu bringen, war ihn abzulenken.
Justin schloss die Augen als er Brians Lippen spürte. Er hatte sich versucht vorzustellen, wie sie sich versöhnen würden. In seinen Gedanken hatte Brian ihm seine unendliche Liebe gestanden und ihm gesagt, das er ohne ihn nicht leben könnte. Er unterdrückte ein Lachen und drängte sich näher an den warmen Körper vor ihm. In gewissem Sinne, hatte Brian das auch getan - wenn auch nicht mit so vielen Worten und ohne rote Rosen und Kerzen. Justin vergrub eine Hand in Brians Haar und vertiefte den Kuss.
Brian fühlte sich... gut. Justin zu spüren, ihn zu berühren, zu küssen. Er spürte Justins Erregung in der Art wie er sich an ihn drängte, wie sein Hand durch sein Haar fuhr, wie seine andere Hand ungeduldig an seinem Hemd zerrte. Brian stöhnte, als Justins Hand endlich nackte Haut fand, über seinen Rücken strich. "Bett", murmelt Justin zwischen zwei Küssen. Brian nickte und nahm seine Hand. Justin führte ihn in den angrenzenden Raum. Brian bemerkte am Rand, das Chaos aus Leinwänden, Farbe und Kleidung als er sich sein Hemd über den Kopf zog und achtlos auf den Boden fallen ließ. Justin schaute ihn mit hungrigen Blicken an. Er strich sanft über Brians Brust, beobachtete Brians heftige Atmung, die roten leicht geöffneten Lippen. Hände knöpften wie von Geisterhand sein Hemd auf und streiften es von seinen Schultern. Er zitterte als Brians Hände über seine nackte Haut glitten. Küsse folgten den Händen, federleicht hinterließen sie eine brennende Spur auf seinem Körper. Wie durch einen Schleier bemerkte er die Hände, die seine Jeans auszogen, seine Unterwäsche - wie sie ihn sanft zum Bett drängten. Er fühlte die kühlen Laken an seinem Rücken.
Brian trat ein Stück zurück und betrachtet Justin. Die dunklen Laken unterstrichen seine blasse Haut, das blonde Haar und die blauen Augen, die dunkel vor Verlangen zu ihm hochsahen. Mit einigen wenigen Handgriffen entledigt sich auch Brian seiner letzten Kleidungsstücke.
Es schien, als wäre keine Zeit vergangen, seit dem letzten Mal. Der Körper des anderen immer noch so vertraut wie der eigene. Hände glitten über nackte Haut, Lippen folgten allzu vertrauten Wegen. Der Höhepunkt war schnell, zu schnell erreicht. Erschöpft lagen die beiden auf den dunklen Laken. Justin legte seinen Kopf auf Brians Schulter. Brians Arm lag eng um seine Hüfte geschlungen. Justin beobachtet wie Brians Atmung ruhiger wurde, die dunklen Augen schlossen sich und ein leichtes Lächeln lag auf seinen Lippen, als Brian in den Schlaf überglitt. Justin kuschelte sich enger an den warmen Körper von Brian und schloss die Augen.
Es würde nicht einfach werden. Sie würden wieder streiten, Brian würde sich wieder daneben benehmen und Justin würde ihn wieder zur Weißglut treiben. Justin lächelte. Er wusste auch, das sie sich wieder vertragen würden und vielleicht würden sie irgendwann sogar in das Ungetüm von Landhaus ziehen und vielleicht würden sie auch irgendwann heiraten...
So, das letzte Kapital. Danke für die lieben Reviews. Ich hoffe, ich konnte für die Geschichte ein würdiges Ende finden:-) Und, da ich immer noch nicht vom QAF-Fieber geheilt bin, werde ich bestimmt noch das ein oder andere schreiben.
