8. Das Erwachen beginnt.

Die einst so heimisch wirkende große Halle von Hogwarts in der Schüler jedes Jahrgang und jedes Hauses gespeist hatten. In der sie geredet, gelacht, manchmal gestritten und oft gefeiert hatten war nicht mehr. Jetzt war der Raum der Thronsaal des dunklen Lords. Die Haustische waren verschwunden zusammen mit den Bannern der Häuser. Nur das Slytherin Banner konnte man noch sehen. An der Position des Lehrertisches war ein gewaltiger Thron aufgebaut worden. Zur Rechten des Thrones gab es ein Nest, für Nagini die Riesenschlange und ständige Begleiterin des Lords. In der Mitte der Halle war ein Riesiger Runder Tisch aufgestellt worden. An diesem Tisch gab es 12 Stühle. Hier saßen die Dämonen des Lords. Seine Untergebenen die ihm von Michael gesandt worden. Doch im Augenblick war auch dieser Tisch nicht besetzt.

Der Lord betrachtete versonnen die leeren Plätze. Seine Diener waren auf dem weg durch das Schloss oder suchten nach den letzten Widersachern in der Zaubererwelt. Ein Lächeln stahl sich auf das Gesicht des dunklen Lords. /Widerstand? Welcher Wiederstand?/ Dachte er spöttisch. Er hatte bereits allen Widerstand gebrochen. Nur wenige waren entkommen doch die waren kein Problem. Nicht wirklich. Was sollten die paar Auroren und Phönixagenten schon ausrichten? Sie konnten seiner Macht nichts mehr entgegen stellen. Die Magische Welt gehörte ihm und bald auch die Welt der Muggel. Alles zu ehren seiner Herren.

Den Voldemort hatte nicht vergessen das es noch immer Mächte gab die ihm überlegen waren, aber für die Erfüllung seiner Träume war er bereit das Knie vor diesen zu beugen. Er herrschte. Die Welt zitterte vor ihm und niemand würde es wagen ihm noch einmal die Stirn zu bieten.

Kein Zauberer konnte es mit seinen Kräften aufnehmen. Kein Magisches Wesen konnte sich seiner Macht wiedersetzen. Die wenigen die das noch nicht erkannt hatte würden es bald einsehen oder sterben. Er begann zu Lachen. Ein Lachen so Glockenhell das man glaubte dem Gesang eine Phönixes zu lauschen. Und doch erstarrten alle Bewohner des Schlosses als sie dieses Lachen hörten. Sie spürten wie sich Angst und Verzweiflung in ihren Herzen breit machte. Dieses Lachen war schön so unglaublich schön, niemand konnte sich diesem Ton entziehen und jedes atmende Wesen welches ihn hörte versank in tiefster Verzweiflung. Es war das Lachen eines Dämons. Schön und Schrecklich zugleich. Eine Qual für die Seele. Voldemort lachte und lachte. Er hatte sein Ziel bald erreicht wenn die gesegneten der Finsternis erwachten würde diese Welt endgültig in Dunkelheit Versinken. Das Lachen verstumme abrupt und für alle die es gehört hatten war es als würden sie aus einem Alptraum erwachen. Doch ein Nachhall der Hoffnungslosigkeit, ein Stück der Dunkelheit blieb in ihren Herzen zurück.

Voldemort blickte auf einen Punkt rechts neben der Tür. Eine Gestalt war dort erschienen. Sie war zierlich wie ein kleines Mädchen. Ihre Dunkelblauen Roben betonten ihre atemberaubende Figur ungemein. Das Lächeln in dem Perfekten Gesicht schien jeden Einzuladen mit ihr die Nacht zu verbringen. Sie war die Versuchung für einen jeden Mann.

Voldemort ließ sich nicht von dem Engelsgleichen äußeren Täuschen. Er wusste wer sie war. Er wusste was sie war. Jean die dritte Fürstin der Hölle. Jeder Mann der es wagte sie zu berühren starb Tausend Tode. Sie war die grausamste der Fürsten der Hölle. Langsam durchschritt sie die Halle und kam auf den Thron Voldemorts zu. Nagini blickte ihr Aufmerksam entgegen rührte sich ansonsten aber nicht. Das war an sich schon ein seltsames und beunruhigendes Detail. Die Schlange umkreiste sonst jeden, näherte sich jedem bedrohte jeden. Doch bei Jean wagte sie nicht einmal sich zu rühren. Voldemort erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung die nur so vor Kraft strotze. Seine dunkle Aura breitete sich im Raum aus, doch brach sie an der näherkommenden Jean wie die Flut an den Klippen. Kalte Augen musterten Voldemort abfällig.

Schnell trat Voldemort von seinem Podest herunter und viel auf die Knie. Jean war ihm überlegen, das wusste der Lord. Sie war einer derjenigen die ihm seine Macht verliehen hatten. Sie konnte sie ihm auch wieder nehmen. Einen Schritt vor dem Lord blieb sie stehen und betrachtete den Knieenden Dämon.

„Erhebe dich." Sagte sie mit einer Stimme so sanft, so freundlich das man glaubte im Himmel zu sein. Doch wer es schaffte diesen Bann zu brechen hörte den Spott, den Hohn und die Verachtung für alles was lebte oder gelebt hatte. Hörte die gläserne Schärfe und diesen Hauch von Grausamkeit.

Voldemort folgte der Aufforderung. Seine roten Augen die jeden seiner Anhänger in Angst und schrecken versetzten vermieden es nun in die Blauen Augen zu sehen. Voldemort hatte Angst. Er hatte Angst davor in diese Augen zu sehen. Er wusste er würde dort seine schlimmsten Ängste sehen, würde in ein Meer der Verzweiflung eintauchen aus dem selbst er sich nicht mehr Befreien konnte. Plötzlich kam es ihm noch Lächerlicher vor das er sich als der Herrscher gesehen hatte. Auch er war nur ein Diener. Ein Diener von Wesen die eine Macht besaßen die er nie würde erreichen können, die er nicht einmal zu verstehen vermochte.

„Du lernst." Drang die spöttische Stimme in seine Gedanke. Voldemort wagte einen Kurzen Blick in ihr Gesicht. Es schien ein amüsierter Ausdruck darauf zu sein. Schnelle wandte er den Blick wieder ab. Er wollte nicht riskieren in diese Augen zu sehen.

„Ich habe eine Nachricht für dich. Die gesegneten der Finsternis erwachen. Es dauert nur noch 4 Monate eurer Zeitrechnung bis sie endgültig erwacht sein werden. Wir Wissen nicht in wem sie erwachen. Suche sie!" Der dunkle Lord nickte. Es dauerte einen Augenblick bis er bemerkte das Jean verschwunden war. Erleichterung machte sich in ihm breit. Doch er konnte noch immer die letzten Worte nachhallen hören. Spürte noch immer die dunkle Präsenz der Fürstin.

Und doch er war wieder allein. Das Grauen war gegangen. Voldemort ging zu seinem Thron zurück und ließ sich darauf nieder. Er wusste was er zu tun hatte. Er hatte den Befehl gehört. Wieder stahl sich ein leichtes Lächeln in sein Gesicht. Er war vielleicht nur ein Diener doch er war ein auch ein Herrscher, wenn auch nur als Stadthalter für die Fürsten. Beiläufig ließ er seine Hand über Naginis Kopf streichen. Er musste die Gesegneten finden. Am besten bevor sie erwachten. „Wurmschwanz" Rief er. Voldemort hörte die hastigen Schritte seine Dieners. Das Lächeln verschwand während er wartete.

Zitternde betrat Wurmschwanz den Thronsaal seines Meisters. Während Wurmschwanz vor dem Thron des dunklen Lord auf die Knie fiel, rannen Verzweifelte Tränen über das einst wunderschöne doch nun geschundenen beinahe komplett verwüstete Gesicht eines Mädchens.

Man konnte in dem dunklen Gang das leise Schluchzen hören welches aus der Zelle kam. Es war leise kaum Wahrnehmbar und doch war es da. Man konnte die Verzweiflung spüren und die Angst des schluchzenden Mädchens in der Zelle. Immer wieder sah sie die Bilder, immer wieder durchlebte sie den Alptraum konnte es nicht vergessen. Konnte es nicht verdrängen. Musste es immer wieder erleben. Egal ob sie wach war oder schlief. Es gab kein Entrinnen. Sie sah ihren Harry wie er sie höhnisch anlächelte und einen weiteren Fluch sprach. Hörte seine Stimme die sie verhöhnte sie beleidigte. Sie wusste nicht warum Harry ihr das antat, doch Harry tat nichts ohne Grund also musste sie etwas getan haben um das zu verdienen.

Nur was? Was hatte sie Harry angetan? Ginnys Gedanken kreisten immer wieder um diese Frage. Was hatte sie getan um das zu verdienen?

Ginny wusste nicht mehr das es nicht Harry war der sie folterte. Es waren Todesser. Aber sie hatten nicht lange gebraucht um ihr einzureden das es ihr Harry war der sie folterte. Nach Stundenlanger Folter war ihr Verstand nicht mehr in der Lage zu erkennen das es nicht Harry war der ihr das antat. Die Bilder in ihrem Kopf hatten sich verwirrt, ihre Gedanken liefen nicht mehr in geordneten Bahnen. Alles drehte sich nur noch um den Schmerz. Und immer wieder tauchte Harrys Gesicht auf, immer wieder blickten die Grünen Augen ihr kalt entgegen. Es gab kein entrinnen. Ginny hoffte das es vorbei gehen würde, das man sie endlich erlösen würde. Doch jedes mal ließ man sie am Leben. Jedes mal warf man sie zurück in die Zelle. Die Tränen versiegten und auch das Schluchzen wurde weniger. Still wippte Ginny hin und her. Die Bewegung bereitete ihr Schmerzen, doch Schmerz war das einzige was sie noch empfinden konnte.

Der Körperliche Schmerz war auch einfacher zu ertragen als die Wunden in ihrer Seele. Ginny kannte nur noch Schmerz. Zwei Wochen, nur zwei Wochen hatte die Todesser gebraucht um aus dem einst Lebensfrohen Mädchen eine beinah Gefühllose Puppe zu machen. Sie in einen Schatten ihrer selbst zu verwandeln. Nicht mehr in der Lage etwas anderes als Schmerz zu empfinden. Ginny wusste nicht einmal mehr das es noch andere Gefühle gab. Sie hatte vergessen was Liebe ist, was Freundschaft ist. Sie wusste nicht mehr was Wärme war oder was Licht ist. An die Worte erinnerte sie sich doch ergaben sie keinen Sinn mehr. Waren nur Worte ohne Bedeutung. Nur die Dunkelheit, der Schmerz und die Kälte das alles kannte sie weil es alles zusammen gehörte.

Wieder begann der Film vor ihren Augen abzulaufen. Sie sah wie Harry seinen Zauberstab hob. Mit einen Lächeln was sie von ihm früher nicht gekannt hatte sprach er den ersten Fluch. Sie spürte wie etwas in ihrem Bein Zerbracht. Ihr Knochen. Sie wollte Schreien doch konnte sie nicht. Ihre Stimmbänder funktionierten nicht. Sie waren durchtrennt viel es ihr wieder ein. Stumm musste sie den Schmerz ertragen. Sie wusste das es noch lange nicht vorbei war. Aber plötzlich veränderte sich die Vision. Das war vorher noch nie passiert.

Die Kälte, die Hoffnungslosigkeit, die Angst und der Schmerz der Ginny in den letzten zwei Wochen verfolgte wurde zurück gedrängt. Wurde ersetzte von Wärme, Liebe, Zuneigung. Nein nicht ersetzt, nur nach hinten verschoben. Der Falsche Harry wurde zurück gedrängt. Ihre Verworrenen Gedanken begannen sich zu klären. Es war als würde eine Unsichtbare Macht ihre Gedankengänge Ordnen, die Erinnerungen wieder in den Richtigen Kontext stellen. Sie wusste wieder was Liebe war. Erinnerte sich an das Licht an die Sonne an die Wärme. Plötzlich spürte sie ein Prickeln auf ihrer Haut. Sie zuckte zusammen, erinnerte sie sich doch trotz allem noch an die Schmerzen. Eine sanfte Stimme sagte in ihren Gedanken „Eine schöne Frau und intelligente Frau zu Verletzen ist nicht richtig. Lass mich deine Schönheit wieder bringen."

Ginny entspannte sich unwillkürlich beim Klang dieser Stimme. Sie war so Warm und so unglaublich sanft. Sie gab ihr Sicherheit. Das Prickeln endete wenige Augenblicke später. Als Ginny ihre Hände in dem Spärliche Licht der Zelle betrachtete stellte sie fest das nichts mehr von den Wunden zu sehen war. Auch die Wunden am Rücken und im Gesicht schienen verschwunden zu sein.

Erst einen Augeblick später viel ihr auf das auch ihr Umhang wieder komplett und sogar gereinigt. Verblüfft sah Ginny sich um. /Wie konnte das ein? Und wer war diese Stimme?/

Sie hörte ein leises trauriges Lachen in ihrem Kopf. „Du kennst mich Ginny. Oh ja du kennst mich. Aber später. Hermine wird in einigen Minuten hier sein. Du musste dann fertig sein um zu gehen. Dein Zauberstab ist in deiner rechten Tasche. Ich hoffe du brauchst ihn nicht aber man kann nie Wissen." Erklärte die Stimme ruhig. Ginny griff direkt in die Tasche und fand Tatsächlich ihren Zauberstab. Sie fühlte sich gleich noch ein Stück besser als sich ihre Hand um das Vertraute Stück Holz schloss.

Sie lächelte Milde, sie fühlte noch immer die Kälte in sich doch jetzt war da auch wieder Wärme und Hoffnung. Vorher hatte sie keine Hoffnung gehabt, doch jetzt besaß sie ihren Zauberstab, jetzt konnte sie sich wehren. Jetzt gab es wieder Hoffnung.

Entschlossen wandte sie sich der Tür zu. Sie wollte gerade ein Alohomora sprechen um die Tür zu öffnen, als sich die sanfte Stimme erneut meldete „Nicht Ginny. Noch nicht. Warte auf Hermine, es dauert nicht mehr lange. Warte."

Ginny hatte das Gefühl das die Stimme verschwand, sie wurde immer schwächer. Kurz hatte sie Panik das auch dieses Wohlige Gefühl der Wärme verschwinden würde. Doch zu ihrer Erleichterung blieb es. Sie setzte sich wieder auf den Boden, doch diesmal behielt sie die Tür genau im Blick. Sie wollte keine Zeit verlieren wenn Hermine käme. Wo war Hermine eigentlich gewesen? Was hatten sie mit ihr getan? Plötzlich war die Angst wieder da, nur anders es war nicht die Angst um sich selbst. Es waren keine Erinnerungen nein es war die Angst um eine Freundin. „Es geht ihr gut!" Hörte sie die Stimme aus weiter ferne rufen. Und wie schon vorhin fühlte sie sich ruhiger, geborgen. Sie wusste nun wer diese Stimme war. Es gab nur einen Menschen der ihr immer dieses Gefühl von Sicherheit geben konnte. Sie Lächelte, als sie es erkannte. /Die Hoffnung lebt/ Dachte sie.

Etwas entspannter aber immer noch aufmerksam lehnte sie sich gegen die Wand. Sie ließ die Tür keine Sekunde aus den Augen. Hermine würde bald kommen. Während Ginny in ihrer Zelle wartete war Hermine vor Erschöpfung in dem Geheimgang eingeschlafen.

Es war einfach alles zu viel geworden. Die Wochen der Gefangenschaft, die Angst die Ungewissheit während dieser Zeit. Die unzähligen Fragen die ihr im Kopf herum geisterten. Das alles war zuviel geworden. Das Adrenalin welches während ihrer Flucht aus dem Gryffindorturm in ihren Adern pulsiert hatte war abgeebbt. Sie hatte versucht sich wach zu halten, aber hatte diesen Kampf verloren. Langsam waren ihr die Augen zu gefallen und sie war in das Reich der Träume eingetaucht. Nur diesmal Träumte sie nicht von Harry auch nicht von Voldemort oder den Todessern. Nein dieser Traum war anders. Ein Teil ihres Verstandes erkannte das dies kein normaler Traum war. Es war fast so wie Harry die Visionen die er von Voldemort erhalten hatte immer beschrieb.

Sie ging durch eine Stadt. Sie wusste den Namen der Stadt nicht. Sie kannte hier niemanden, sie spürte nur den unbändigen Wunsch zu zerstören. Leid zu bringen. Ein Teil von ihr wehrte sich dagegen doch war diese Stimme zu leise um sich wirklich gehör zu verschaffen. Sie Schritt durch die Straßen. Die Menschen die ihr Begegneten waren Krank, sie alle waren krank. Hermine erkannte die Krankheit es war die Beulenpest. Eine der schlimmsten Krankheiten, die Opfer litten unsagbar bevor sie der Tod in seine Arme schloss. Vor Hermine schleppte sich eine Frau mit ihrem Kind über die Straße. Ein kaltes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Sie hob ihre Hand in Richtung der Mutter, die Beulen die sich überall auf ihrem Körper zeigten wurden größer immer heftiger. Die Frau brach zusammen. Doch sie starb nicht Hermine Schritt auf sie zu und kniete sich neben ihr nieder. „Willst du Leben?" Fragte sie ruhig an die Frau gewandt.

Mit fiebrigen Blick starrte die Frau Hermine an. „Ja" hauchte sie mit schwacher stimme. Hermines Lächeln wurde ein paar grad kälter. „Dann wirst du Leben." Sie erhob sich. Die verzweifelten Schreie der Mutter verfolgten sie als sie erkannte da ihr Kind ihre Krankheit bekommen hatte. Hermine lachte, lachte schrill und Gefühllos. „Ein Segen der Finsternis!" rief sie. Aus dem Nicht erschien eine Gestalt vor ihr. Sie war nur Schemenhaft zu erkennen doch ein Teil von Hermine glaubte etwas Vertrautes zu erkennen. Jener Teil der mit schwacher Stimme versuchte sie wieder zur Vernunft zu bringen, sie davon abzuhalten solches Leid über die Menschen zu bringen.

Die Schemenhafte Gestalt sagte „Es ist Zeit zu erwachen." Mit einem Schrei der gewiss im ganzen Schloss zu hören war. Erwachte Hermine aus diesem Alptraum. Ihr Herz klopfte und ihre Atmung war unregelmäßig. Sie sah noch immer die Bilder aus ihrem Traum. Spürte noch immer den Schmerz den diese Menschen ertragen hatten. Und sie spürte den Genuss den es ihr bereitete hatte die Menschen so Leiden zu sehen.

Hermine zitterte am ganzen Körper. War dies eine Vision gewesen? Würde so ihre Zukunft aussehen? Würde sie solch ein Monster werden, jemand der sich am Leid anderer ergötzte? „Nein! Das wird nicht geschehen!" Meldete sich die Stimme in ihrem Kopf erneut. Hermines Angst ebbte etwas ab. Diese Stimme hatte etwas vertrautes. Etwas bekanntes, erst jetzt bemerkte sie dies. Eine Zuversicht schwang in dieser Stimme mit der sich Hermine einfach nicht entziehen konnte. Sie konnte nicht anders als ihr zu vertrauen.

Du musst jetzt weiter gehen Hermine. Ginny erwartet dich, der Gang ist frei. Ach und erzähle niemandem von diesem Traum." Hermine nickte. Schnell erhob sie sich und erneuerte erst einmal den Tarnzauber. Dann machte sie sich auf den weg, die Gedanken an den Traum versuchte sie vorerst zu verdrängen. Sie würde niemandem davon erzählen, wenn sie konnte würde sie es selbst vergessen.

Vorsichtig eilte sie den Gang entlang immer darauf gefasst gleiche einem Todesser gegenüber zu stehen. Doch sie hatte Glück, oder einfach einen guten Schutzengel. Niemand kam ihr entgegen, dafür war sie sehr dankbar. Den Trotz des Tarnzaubers bestand immerhin die Möglichkeit das jemand die Geräusche ihrer Schritte oder ihren leisen Atem wahrnahm.

Ihre Nerven waren aufs äußerste gespannt als sie die Treppe zu den Kerkern hinunter stieg. Für den Augenblick hatte sie den Traum vergessen. Jetzt zählte nur noch Ginny zu holen und von hier zu verschwinden. Bei dem Gedanken an Ginny kamen wieder die Fragen in ihr hoch wie sie die Junge Hexe davon überzeugen sollte mit zu kommen. „Es geht Ginny besser. Keine Angst. Übrigens du musst gleich nach rechts. Es ist die dritte Tür. Danach folgt dem Gang bis zum Ende. Dort findet ihr eine Geheim Treppe in den vierten Stock. Ihr müsst euch lediglich Wünschen das die Treppe erscheint und sie wird es tun."

Hermine war kurz zusammen gezuckt als die Stimme wieder zu sprechen begann. Sie war so auf ihren weg konzentriert gewesen das sie Ihren Körperlosen Retter beinahe vergessen hatte. Schnell eilte sie zur besagten Tür. Zu ihrer Überraschung schwang die Tür auf als sie sich davor befand. Sie stand einer nicht weniger überraschten Ginny gegenüber. „Hermi..." Hermine Unterbrach die Rothaarige Hexe und sagte nur „Später, Ginny." Ginny nickte.

Gemeinsam gingen, viel mehr rannten, sie nachdem sie die Tür wieder geschlossen hatte den Gang entlang. Beide wollte so schnell wie möglich von hier weg. Sie erreichten das Ende des Ganges und stand vor der massive Steinwand. Beide schlossen die Augen und wünschten sich die Treppe herbei. Hermine hatte Ginny kurz erklärt was sie tun musste. Nach wenigen Sekunden öffneten die beiden ihre Augen. Tatsächlich war da wo vorher eine massive Steinwand den weg versperrte nun eine Treppe. Ohne zu zögern rannten sie die Treppe empor. Sie brauchten nur wenige Augenblick um das Ende der Treppe zu erreichen. Bevor sie auch sich auch nur wundern konnten bekamen sie die Erklärung „Meine Damen ihr seid in Hogwarts. Auch wenn es im Augenblick nicht wirklich so aussieht. Die Treppe ist natürlich magisch. So und jetzt schnell raus. Geht auf den großen Spiegel zur rechten..." Plötzlich brach die Stimme ab. Hermine und Ginny warfen sich verwunderte und leicht entsetzte Blicke zu. Was sollte das wieso sprach er nicht weiter. Im nächsten Augenblick wich alle Farbe aus den Gesichtern der beiden.

Sie waren bereist aus dem Gang heraus getreten und waren demnach nur noch von ihren Tarnzaubern verdeckt. Und das würde die Kreatur die gerade den Gang entlang kam nicht Stoppen. Synchron hoben die beiden ihre Zauberstäbe. Aber man konnte schon wieder die Verzweiflung in ihrem Blicken sehen. So kurz vorm Ziel wurden sie doch wieder geschnappt keine der beiden kannte Bannsprüche gegen Dämonen. Der Dämon erstarrte kurz als er den beiden sah, dann verzog sich das zerstörte Gesicht zu einer teuflischen Variante eines Lächelns. Mit abgehackt wirkenden und doch irgendwie geschmeidigen Bewegungen stürmte er auf die beiden Hexen zu.

Er war schnell, schneller als ein Vampir zu schnell. Ginny und Hermine konnten nicht einmal daran denken irgendeinen Spruch zu benutzen. Da war er auch schon vor ihnen. Er sagte mit einer Krächzenden Stimme „Was haben wir den hier? Frisch fleisch." Bevor er noch irgendetwas tun konnte wurde er von einem blauen Licht erfasst und ging zu Boden.

Der Körper den er bewohnte stand in blauen Flammen er Schrie wie am Spieß doch auch das nur kurz dann wand er sich Stumm am Boden. Entsetzt sahen Hermine und Ginny dabei zu wie sich die Haut der Menschlichen Hülle des Dämonen langsam von seinem Körper gebrannt wurde und das Fleisch begann regelrecht zu schmoren. Erst die als die Mentale Stimme sagte „Beeilt euch. Das solltet ihr erstens lieber nicht sehen und zweitens wird Voldemort merken das einer seiner Diener getötet wurde. Beeilt euch." Trotz des drängenden und wiederum keine Wiederspruch duldenden Tonfalls hörten sowohl Hermine und Ginny Erschöpfung in der Stimme mitschwingen. Sie rissen sich von dem Unappetitlichen Anblick los und eilten zu dem großen Spiegel.

Hermine erkannte diesen Spiegel. Harry hatte mal erwähnt das sich dahinter in Geheimgang verbarg. Doch der war verschüttet erinnerte sie sich plötzlich. Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte öffnete sich die Geheimtür. Zu ihrer Überraschung war der weg frei, nichts deutete auf irgendwelche Schäden hin. „Ich muss jetzt gehen. Meine Kraft ist aufgebraucht. Hermine du weißt wo der Gang hin führt. Ihr werdet in der Hütte von einigen bekannten erwartet. Beeilt euch der Gang wird hinter euch wieder zusammen stürzen. Wir werden uns Widersehen."

Ohne weiter Zeit zu verschwenden machten sich die Beiden Frauen auf den weg in die Freiheit. Sie bemerkten das hinter ihnen der Gang wieder einstürzte jedes mal ein bisschen wenn sie einen Schritt getan hatten. Beide hingen ihren Gedanken nach und sprachen nicht. Hermine versuchte die Ereignisse des letzten Stunden zu verarbeiten und Gedanklich zu sortieren, auch die Erinnerung an den Traum war wieder da. Jetzt wo sie Zeit hatte darüber nachzudenken wurde ihr schlecht, sehr schlecht sie wollte niemals solch ein Monster werden. Eher würde sie sterben.

Ginny hingegen kämpfte mit der Widerzurückgekehrten Kälte und Hoffnungslosigkeit. Mit dem verschwinden der Stimme, sie lächelte Leicht und korrigierte sich mit dem verschwinden Harrys war auch ein Großteil der Wärme wieder aus ihrem Körper gewichen, doch nicht alles. Ein kleines aber doch starkes Feuer war noch in ihr. Ein Teil der liebe Harrys.