AN: Hallo Leute, ich hatte gestern eine kreative Phase und hab das Kapitel praktisch in einem Aufwasch geschafft.
Ich kann auch schon mal verraten das ich "Der Erbe Gyffindors retrospektiv" mit einem Epilog abschließen werde und es zu dieser Geschichte wahrscheinlich ein Sequel geben wird, in dem Harry sich dann auf die Suche nach den Hocruxen machen wird.
Dann ist da noch die Sache mit der Mönchtechnik Mai-Shun und des von mir eingeführten Zaubers, der den selben Effekt hat. sika hat angemerkt, dass ich mich hier verstricke und deshalb will ich eine Ehrenrettung versuchen. Im Grunde sind beide von Prinzip gleich, nur die Mönchtechnik hat den Vorteil das sie länger dauert, ungefähr eine halbe Stunde, aber auch den Nachteil, das die Ausführung Perfektion verlangt und somit nicht in jeder Situation anwendbar ist. Der Zauber beschleunigt den Anwender auch um das Doppelte seiner voherigen Geschwindigkeit, hält aber nur wenige Minuten an und kann durch einen Zauber beendet werden. Ich hoffe, damit sind die meisten Unklarheiten beseitigt, sollte jedoch noch weiterer Erklärungsbedarf bestehen, werde ich natürlich dazu Stellung nehmen.
So, genug geschwafelt! Viel Spaß beim lesen!
Kapitel 10: Hogwarts
Harry erwachte am 1. September mit dem Gefühl sich nicht rühren zu können. Das lag zum einem daran das ihm jeder Muskel weh tat und zum anderen an Hermine, die seinen Arm unter ihrem Körper begraben hatte, wobei auch ersteres auf letztere zurückzuführen war. Selbst das Training mit den Mönchen hatte Harry nie so geschafft, wie das Geschenk von Hermine, dass sie ihm in der Widmung des Buches versprochen hatte.
Harry sammelte sich, stupste Hermine sanft an und flüsterte in ihr Ohr, „Aufstehen, Süße, wir müssen nach Kings Cross". Hermine murmelte etwas unverständliches und kuschelte sich enger an Harry, als dieser die Decke zurückschlug. Das Licht der Sonnenstrahlen fiel durch die großen Fenster der Mastersuite auf Hermines weiße Haut, dass sie zu strahlen schien und Harry fuhr unbewusst mit seiner Hand über ihre Seite.
Seine Hand war kalt und die Wärme ihrer Haut kitzelte angenehm seine tauben Finger. Warum seine Hände kalt waren? Sagen wir einfach, das Blut wurde woanders dringender gebraucht. Hermine bekam eine Gänsehaut und tastete immer noch im Halbschlaf nach der Decke. Harry stupste sie wieder an und sagte, diesmal was lauter als vorher, „Aufstehen, wir müssen nach Hogwarts." Wieder antwortete ihm nur Gemurmel. Hermine bekam die Decke zu fassen, zog sich wieder über und rollte sich von Harrys Arm.
Harry stand auf und streckte sich. Knochen knackten und Muskeln ächzten und das Blut begann wieder zu zirkulieren. Harrys Blick fiel auf die Tür zum Badezimmer und seine Lippen kräuselten sich. Er ging um das Bett herum und schlug die Decke zurück. Hermine zog die Beine an und weigerte sich weiterhin aufzuwachen. Harry hob sie auf und trug sie zum Bad. Dort ließ er sie in die immer gefüllte und warme Badewanne fallen. Es gab einen großen Platsch und einen spitzen Schrei, der abrupt in einem Gurgeln erstickte.
Harry stieg hinzu und als Hermine wieder prustend hoch kam, erstickte er ihren Protest mit einem langen Kuss. „Bist du jetzt wach?", fragte er nachdem er seine Lippen wieder von ihren gelöst hatte. „Nein, ich muss immer noch träumen", antwortete Hermine und gähnte herzhaft.
Eine Stunde später saßen Harry und Hermine mit den anderen am Tisch und nahmen ihre vorerst letzte Mahlzeit in Gryffindor Castle ein. Die Stimmung war von freudiger Erwartung geprägt, aber wie jedes Mal spürte Harry den Bruch zwischen sich und Ginny und zwischen Hermine und Ron. Irgendwas war anders, aber er konnte nicht genau sagen was, nur dass das Lachen über die Witze des anderen aufgesetzter Klang und das der Blickkontakt gemieden wurde, als könnte der andere etwas lesen, was geheim bleiben sollte.
„Du musst noch viel lernen", ließ Sera vernehmen. „Willst du andeuten, dass du weißt was los ist?", fragte Harry überrascht. „Es ist so klar, als wäre es ihnen auf die Stirn tätowiert. Ginny ist in dich verliebt und jetzt sauer auf dich weil du Hermine ihr vorgezogen hast. Ron ist auf dich sauer, weil er was von Hermine will und dich als störenden Faktor ausgemacht hat und natürlich ist er auch von Hermine enttäuscht das sie sich mit dir eingelassen hat. Aber die beiden halten ihren Ärger verdeckt, weil sie euch immer noch als Freunde sehen und ungern mit euch beiden brechen würden."
Harry war erschüttert. Für ihn war seine Beziehung zu Hermine so natürlich, dass er nicht angenommen hätte, irgendeine dritte Person könnte eine Rolle spielen. Er fing sich wieder und beobachtete Ginny und Ron aus den Augenwinkeln. Tatsächlich bemerkte er die verstohlenen Blicke Ginnys auf ihn und Rons auf Hermine. Ein leichter Schmerz ergriff sein Herz und seine Beziehung zu Hermine verlor an Perfektion. Er hatte nie beabsichtigt einen anderen Menschen zu verletzten und hatte es unwissentlich getan.
Hatte er keine Ahnung gehabt? Hatte er nicht von Rons und Ginnys Gefühlen gewusst? War es nicht so das er sie einfach umgangen hatte und sich genommen hatte, was er als seins betrachtet hatte, fragte eine kleine Stimme, die sein Gewissen sein musste. Aber er wischte die Bedenken beiseite. Er hatte seine Wahl getroffen und wenn Ron und Ginny damit nicht einverstanden waren, war das deren Problem. Er widmete sich wieder dem Frühstück ohne das seine kurze Phase der geistigen Abwesenheit bemerkt worden war.
Nachdem sie ihr Frühstück zu sich genommen hatten, suchten sie ihre Sachen zusammen und trafen sich in der Vorhalle. Dann öffnete Harry ein Portal nach Kings Cross und Ginny, Ron, Fred, George, Molly, Hermine und er selbst betraten die Londoner Bahnstation. Harry hatte das Portal so geschaffen, dass es aussah als ob sie durch die Barriere gegangen wären, um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen.
Wie immer waren sie spät dran und sie beeilten sich mit dem Einsteigen. Harry hatte gerade noch genug Zeit, die getarnten Ordensmitglieder, die die Tarnanzüge der Todesser trugen, zu finden und identifizieren. Beruhigt das alles in Ordnung war stieg Harry in den Hogwarts-Express ein und trat seine letzte Reise nach Hogwarts an. Im Zug verabschiedete er sich von Hermine, die mit Ron und Ginny zum Vertrauensschüler-Abteil ging und machte sich auf die Suche nach einem Abteil.
Im letzten Wagon fand Harry Luna und Neville in einem Abteil und schob die Tür auf. „Hi Nev, Hi Luna, was dagegen wenn wir euch Gesellschaft leisten?", fragte Harry und Neville schüttelte den Kopf, worauf Harry ganz eintrat und die Tür hinter sich zuschob. Er verstaute seinen und Hermines Koffer und lies sich gegenüber von Neville nieder. „Na, Luna, wie waren die Ferien?", fragte Harry im Plauderton, als sich eine peinliche Pause anbahnte.
Luna faltete ihren Quibbler, bevor sie antwortete, „Es ging so. Ich war drei Wochen in Schweden mit meinem Vater. Wir haben nach den schrumpfhörnigen Schnorkacks gesucht, aber leider keine gefunden. Mal sehen, vielleicht versuchen wir es in den Winterferien noch mal. Ansonsten hab ich mich mit den Illuminaten beschäftigt, die haben nämlich, als Asiaten getarnt, Voldemorts Festung angegriffen". Harry konnte nur Lächeln als er das hörte, und auch wenn diese Idee absurd gefiel sie ihm besser als die Wahrheit, solange man ihn nicht zum Illuminaten machte.
Neville der mit Sicherheit von irgendwem auf Verschwiegenheit eingeschworen wurden war, überging einfach das Thema und lenkte das Gespräch auf die ZAGs und das war dann auch der Inhalt der Unterhaltung bis der Rest zu ihnen stieß. Nach den üblichen Begrüßungen ließ sich Hermine auf Harrys Schoß fallen, was von Ginny und Ron mit bösen Blicken quittiert wurde, die aber wieder verschwunden waren, als Hermine und Harry sich aus ihrem Hallo-ich-bin-wieder-da-Kuss trennten.
Früher als sonst hatte Draco, wie immer begleitet von Crabbe und Goyle, seinen Auftritt. „Was muss ich denn hier sehen? Ich hätte gedacht, selbst du könntest nicht so weit fallen und dich mit einem Schlammblut einlassen, Potter", begrüßte sie der blonde Junge verächtlich, als er Hermine auf dem Schoß von Harry vorfand. Wie ein Blitz war Ron auf den Beinen und hatte Draco eins aufs die Fresse gehauen. Blut fiel in einer feinen Wolke zu Boden und Draco prallte gegen die Tür des gegenüber liegenden Abteils.
Als Crabbe und Goyle Ron eine Lektion erteilen wollten, erschienen zwei in Gelb gewandte Mönche aus dem Nichts und hielten sie zurück. Selbst die beiden Holzköpfe besaßen genug gesunden Menschenverstand, um keine Schlägerei mit den Männern anzufangen, die deutlich danach aussahen, erfahrener im Kampf zu sein als sie. Murrend schnappten sie sich ihren wimmernden Anführer und verzogen sich.
Die weitere Fahrt verlief ruhig und friedlich. Verschiedene Mitglieder der DA kamen nach und nach vorbei und erkundigten sich nach Harrys Ferien und dessen Pläne die DA betreffend. Harrys Antworten waren meistens kryptisch und keiner war damit zufrieden, aber Harry ließ sich zu keiner konkreten Aussage hinreißen. Natürlich hatte er in Gedanken schon längst beschlossen die DA weiterzuführen und schon den ein oder anderen Entschluss gefasst.
Dank Levander und Parvati verbreitete sich die Nachricht das Harry und Hermine zusammen waren, wie ein Lauffeuer im Zug und, durch anonyme Quellen, auch die Geschichte das Ron Malfoy niedergeschlagen hatte. Wie durch Magie blieb dabei die Beteilung der Mönche unerwähnt, doch sie sollten trotzdem noch Gesprächthema werden.
Die Sonne senkte sich und die Beleuchtung sprang an, während der Zug durch die wachsende Dunkelheit fuhr, immer seinem Ziel entgegen. Das Gespräch im Abteil von Harry war ausgeklungen und eine schläfrige Atmosphäre entstand. Hermine hatte ihren Kopf an Harrys Schulter gelegt und die Augen geschlossen. Ginny hatte sich an Rons Seite gelehnt und döste ebenfalls. Neville und Ron starrte in das Schwarz hinaus, während Luna den Quibbler las. Harry lauschte den gleichmäßigen Schlägen von seinem Herz und dem Hermines, als etwas ihn aufrüttelte.
„Spürst du es auch", fragte Harry seinen Mentor, der sofort antwortete, „Ja, wir bekommen Besuch." Wie eine Spinne die in ihrem Netz hockte, fühlte Harry wie die Fäden der Magie von etwas berührt wurden, sanft, aber die Bedrohung verheißend. Harry sah raus in den Mondschein und seine Sicht änderte sich. Seine Umwelt wurde zu dünnen Fäden der Magie und hell leuchtend ruhte Hermine auf seinem Schoß, doch von draußen nährten sich rote Punkte dem fahrenden Zug.
Harry, dessen Sicht wieder normal wurde, hob Hermine hoch, stand auf und legte seine Freundin sanft auf den Sitz. Hermine beschwerte sich murmelnd, aber Harry hatte keine Zeit sich von ihr zu verabschieden oder die fragenden Blicke der anderen zu beantworten. Er öffnete die Tür und rief nach den Mönchen, die sofort aus dem Nichts erschienen. „Schließt alle Fenster und seht zu das die Schüler sicher in Hogwarts ankommen. Los!", weis Harry sie an und apparierte dann auf das Dach des Zuges.
Plötzlich riss der Wind stark an ihm und nur mit äußerster Mühe konnte er das Gleichgewicht halten. Sobald er sicheren Stand hatte, zog er das Schwert und wartete. Kaum eine Minute später flog eine Wolke Fledermäuse über den Zug und wieder zurück, wobei sie Harry sorgfältig mieden. Beim dritten Mal lösten sich drei der kleinen Tiere und verwandelten sich in Vampire. Elegant schwebte sie mit wehenden Gewändern auf Harry zu und kamen keine drei Meter vor ihm mit dem Zugdach in Kontakt. Der Wind schien sie nicht im geringsten zu stören und ihre überlangen Eckzähne blitzten im silbrigen Mondlicht.
Harry sah auf den ersten Blick das die Vampire uralt sein mussten und dem entsprechend stark. Er spannte seine Muskeln an und legte sich die Zauber zurecht, als der Vampire in der Mitte einen Schritt nach vorn glitt und abwehrend die Hand hob. „Haltet ein, junger Potter", bat der Untote und Harry hielt überrascht inne. „Mein Name ist Baron Vlad Draculea der Vierte, Abgesandter der Vampire. Wir sind nicht hier um zu kämpfen", erklärte der Vampir der in so einem tiefen Blau gekleidet war, dass es fast schwarz wirkte, mit einer gekonnten Verbeugung.
Die kurzen schwarzen Haare, die blauen Augen zusammen mit den aristokratischen, zeitlosen Zügen und der marmor-weißen Haut machten ihn zu einem sympathisch aussehenden Mann und diesen Eindruck konnten nicht einmal die überlangen Eckzähne trüben. Harry erkannte in ihm einen gefährlichen Gegner, aber jedenfalls einen angenehmen, der zur einer vernünftigen Unterhaltung in der Lage war, auch wenn er quasi schon tot war.
„Ich bin Alissa Draculea", sagte die Vampiren links von Vlad begleitet von einem eleganten Knicks und Harry hielt sie sofort für Geschwister. Ihr langes, schwarzes Haar und das weit geschnittene, dunkel-violette Kleid, das zu ihren hell-violetten Augen passte, wehten im Fahrtwind um sie herum und im Mondlicht schien ihre schnee-weiße Haut zu leuchten. Auch ihre langen Zähne und die Tatsache das sie tot war, schmälerten ihre Schönheit nicht und nicht einmal Fleur Delacour konnte sich in Harrys Augen mit der Ebenmäßigkeit der Züge messen.
Der dritte Vampir war ein stattlicher Mann mit langen blonden Haaren, der seine Begleiter um mindestens einen Kopf überragte. Er stellte sich als Valerius Corvinus vor und wurde von Harry als Bodyguard der Draculea-Geschwister abgestempelt. „Hier ist es so ungemütlich, sollen wir unser Gespräch nicht lieber auf ruhigem Boden fortführen fragte Vlad, nachdem Harry der Form halber seinen Namen genannt hatte. Harry sah an den Vampiren vorbei in die Nacht. Die Umrisse von Hogwarts waren schon zu sehen und der Zug würde in keinen 10 Minuten in Hogsmeade einfahren.
Kurz wägte Harry die Risiken ab und sprang dann in die Luft. Der Zug fuhr unter ihm davon und war nach einer Sekunde ohne ihn weitergefahren. Er ließ sich zu Boden schweben, das Schwert immer noch in der Hand und die Kreaturen folgten ihm. Die Fledermäuse kamen zurück und ließen sich auf den Bäumen in der Umgebung nieder. Das Flattern der Umhänge hörte auf als der Luftzug des Hogwarts-Expresses vorbei war und für einen Moment war alles ruhig.
Harrys Nackenhaare sträubten sich, als Vlad die Zähne bleckte und sagte, „Du bist sehr vertrauenswürdig, mein junger Freund." Harry streckte sich und packte das Schwert fester und wartete. „Hat man dir denn nicht beigebracht, was wir mit unvorsichtigen Zauberern machen?", fragte Vlad und als Harry in seine Augen sah fühlte er zum ersten Mal, wie der Vampire versuchte sich seines Geistes zu bemächtigen, aber Harry glaubte nicht, das der Versuch ernsthaft war. Trotzdem fühlte er sich zu einer Erwiderung aufgefordert.
„Ihr würdet nicht mit mir verhandeln wollen, wenn ihr mich nicht fürchten würdet, also sagt was ihr zu sagen habt, bevor ich meine Geduld mit euch verliere", seine Stimme blieb ruhig, denn seine Drohung kam auch so an. Er ballte die freie Hand zur hohlen Faust aus der helles Licht brach. Als einige Strahlen die Vampire trafen, zuckten sie zurück und Rauch stieg von den Stellen auf, dann schloss Harry die Faust und das Licht verschwand.
Harry sah im Augenwinkel wie die Fledermäuse von den Bäumen fielen und sich im Fallen in Menschen verwandelten, die lautlos zu Boden sanken. Ein Lächeln erschien auf dem Gesicht des Vampirs und Vlads Ton war betont höflich als er sagte, „Natürlich verstehen wir uns. Wie du sicherlich weißt, versucht der dunkle Lord uns für seine Zwecke zu gewinnen und wir waren auch durchaus geneigt ihm ein faires Angebot zu machen, bis es zu diesem hässlichen Zwischenfall mit den Werwölfen und Dementoren kam."
Selbstverständlich hatte Snape den Orden darüber unterrichtet, das Voldemort mit den Vampiren verhandelte und Harry sah sofort worauf das Gespräch hinauslaufen würde. „Nun würden wir es vorziehen neutral zu bleiben, aber die Aussichten die der dunkle Lord in Aussicht stellt sind sehr, sehr überzeugend…", eröffnete der Vampir Harry mit gespieltem Bedauern. „Was verlangt ihr?", fragte Harry ohne Umschweife. „Vorsicht", warnte Sera, aber er meinte nicht Harrys Offenheit, sondern die anderen Vampire die einen engeren Kreis um Harry zogen.
„Wie direkt!", freute sich Draculea, „Nun, wie wäre es wenn die Zauberer ein Auge zudrücken würden, wenn ab und zu ein Muggel verschwinden würde?" „Vergesst es", sagte Harry sofort und ohne auch nur eine Sekunde ein Bündnis auf dieser Basis in Erwägung zu ziehen. Die Vampire mochten ein großer Machtfaktor in diesem Spiel sein, aber er würde lieber riskieren das sie sich mit Voldemort verbündeten als dem Tod Unschuldiger zuzustimmen. „Wie bitte?", fragte Vlad freundlich, anscheinend von der schnellen Antwort überrascht.
„Ich werde nicht euer Stillhalten mit dem Leben unschuldiger Menschen erkaufen", ließ Harry verlauten und der Kreis um ihn wurde enger. Die langen Eckzähne der Vampire glänzten im Mondlicht, doch Vlad hob den Arm und die Vampire erstarrten. „Sicher, das du deine Entscheidung nicht noch mal überdenken willst? Wir sind genügsam! Willst du wirklich riskieren, das wir uns dem Feind anschließen?", fragte Vlad mit salbungsvoller Stimme, doch Harry blieb hart.
„Nein, meine Entscheidung steht", lehne Harry ab und er sah wie sich die Klauen der Vampire wieder verkrampften. Doch Vlad hob wieder denn Arm, um ihren Angriff zu stoppen. „Ich hatte dich für einen besseren Diplomaten gehalten. Bist du dir in deiner Entscheidung sicher? Unsere Stärke ist nicht zu verachten und es gibt noch mehr von uns", informierte Vlad Harry immer noch freundlich.
„Bruder, siehst du nicht, dass das nichts bringt! Lass es uns zu Ende bringen und uns dem dunklen Lord anschließen", mischte sich Alissa ein. „Schweig, Schwester. Vater hat mich mit den Verhandlungen vertraut und nicht dich", fuhr Vlad seine Begleiterin an, ganz und gar nicht mehr freundlich. „Ich glaube ihr überschätzt euch, Vlad", warnte Harry und hatte sofort wieder die Aufmerksamkeit seines Gegenübers, „ihr solltet diesen Ort in Frieden verlassen und euch aus dem gesamten Konflikt raushalten."
„Ich glaub du bist es, der sich überschätzt, Harry. Sieh dich um! Du bist nur ein Mensch", sagte Vlad und zum ersten Mal klang er mehr arrogant als freundlich, „Was willst du gegen uns ausrichten?" Harry spürte eine subtile Veränderung im Netz der Magie, ein Gefühl das er wieder erkannte. Er war nicht mehr alleine. Ein Lächeln stahl sich in seine Züge und er erwiderte trotzig, „Komm her und finde es heraus!" Unruhe breitete sich unter den Kreaturen aus und Harry sah das der Kampf jetzt unausweichlich war, auch wenn Vlad seine Gefolgsleute immer noch zurückhielt.
„Du magst die Dementoren besiegt haben, aber das sind Kreaturen ohne Stärke und Substanz, Wesen der Schattenwelt. Und die Werwölfe? Sie sind degenerierte Mutanten, wild, primitiv, ohne Magie. Willst du dich wirklich mit uns messen ohne eine Armee im Rücken? Es wäre weiser mein Angebot anzunehmen", riet Vlad als letzten Versuch Harry zu überzeugen, während sich seinesgleichen zum Angriff fertig machten.
„Mein Antwort bleibt nein", sagte Harry und als er dem Vampir in die Augen sah, verlor er fast die Kontrolle über seinen Körper. Seine Schutzschilde wurden mit Macht durchbrochen, doch Sera hielt stand und zwang den Geist des Vampirs zurück. Harry schüttelte die kurze Konfusion ab und reckte die freie Hand zum Himmel hinauf. Eine kleine Kugel erschien, die eine Fläche im Radius von mehreren hundert Metern für eine Sekunde taghell erleuchtete. Die Vampire kreischten und bedeckten ihre Augen. Von ihrer Haut stieg Rauch auf als sie verbrannte, wie von Feuer getroffen.
Dann drehte Harry sich um und umpackte Sera mit beiden Händen. Mit einem waagerechten Hieb verwandelte er drei Vampire in Staub bevor diese ihre Augen wieder öffnen konnten. Hinter den drei Anführern der Vampire erschien Wallace und deckte sie mit einem Flammenstoß ein. Dann hatten die Vampire den blendenden Effekt von Harrys Minisonne abgeschüttelt und begannen ihn in ernsthafte Kämpfe zu verwandeln. Vlad hatte nicht gelogen, als er behauptet hatte, die Vampire seien bessere Kämpfer als die Dementoren und die Werwölfe.
Die Vampire griffen Harry mit ihren geistbeeinflussenden Fähigkeiten an, so dass Sera vollkommen damit beschäftigt war seinen Geist zu schützen und ihm deshalb nicht weiter helfen konnten. Auch waren die Bewegungen der Vampire so schnell, das Harry, selbst nachdem er sich mit einem Zauber beschleunigt hatte, mehr damit zu tun hatte ihren Klauen auszuweichen, als selbst angreifen zu können. Zwar verlor mal hier und dar ein Vampir ein Hand oder einen Arm an Seras scharfe Schneide, aber es waren mehr als genug Klauen dar, um nach Harry zu langen, als das der Verlust von ein paar zu bemerken war.
Natürlich stand Harry zu jedem Moment die Möglichkeit zur Flucht offen, aber er war noch nicht bereit dieses Schlachtfeld zu verlassen. Er apparierte aus dem Pulk heraus und feuerte eine Minisonne in die Gruppe. Dabei blendete er sich selbst, aber auch die Vampire bekamen ihr Fett weg. Ein paar hatten es aber geschafft ihre Augen zu schützen und es war mehr Glück und Kämpfer-Intuition, die verhinderten, das er zerfleischt wurde, als Können. Bis er wieder sehen konnte, fing er sich ein paar Fleischwunden an Armen und Beinen, danach verwandelte er ein Vampire mit schnellen Schwertstößen zu Staub.
Dann waren wieder die anderen Vampire über ihm und er wurde in die Defensive gedrängt. Seine Muskeln wurden langsam müde und taub und er spürte wie das Blut seinen Umhang tränkte. Als auch noch der Schnelligkeitszauber seine Wirkung verlor, sah er keine Sinn mehr darin weiterzukämpfen. Er apparierte wieder aus dem Getümmel heraus in die Nähe von Wallace, der mit seinen Klauen einen Vampir nach dem anderen zerriss, aber Harry sah das auch seine Kräfte schwanden.
„Wallace! Zurück nach Gryffindor Castle!", rief Harry im blinden Vertrauen darauf, dass ihn der Drache verstehen würde. Tatsächlich spie die überdimensionierte Echse noch mal Feuer und verschwand dann. Harrys Blick suchte Vlad und fand ihn. Sera fing den mentalen Aufprall ab und Harry rief dem Vampir zu, „Wir werden uns wieder sehen, Vlad Draculea, und dann wird für euch die Sonne aufgehen!" Bevor der Vampir die Möglichkeit hatte zu antworten, apparierte Harry zu seinem Schloss.
Müde und ein wenig benommen vom Blutverlust erschien er im Drachenstahl von Gryffindor Castle, dem Geburtsort von Wallace. Der Drache lag zusammengerollt in einer Box und betrachtete Harry aus seinen gelben Schlangenaugen. Harry flickte notdürftig seine Wunden, als James auftauchte. „Oh, Harry ist verletzt! James wird Hilfe holen", rief der Hauself und war wieder verschwunden bevor Harry das Wort an ihn richten konnte. Eine halbe Minute später war James mit einem anderen Elfen im Schlepptau zurück, Edward war sein Name, glaubte Harry.
Edward zog ihn zu Boden und flößte ihm zwei Tränke aus kleinen Flaschen ein und Harry erkannte am Geschmack, das es ein Blutauffrischungstrank und ein Stärkungselixier war. Währenddessen heilte James Harrys Wunden mit seiner Elfenmagie und nach der Behandlung fühlte Harry sich schon viel besser, auch wenn er immer noch müde war. Er dankte den Hauselfen, doch die wiesen mit aller Entschiedenheit jegliche Belohnung ab, also gab Harry es auf.
Nachdem er den beiden Dienern versichert hatte, dass es ihm gut ging und die beiden ihn wieder allein gelassen hatten, stand Harry wieder auf und ging zu Wallace. Er streichelte über den Körper, auf der Suche nach Wunden, aber wie erwartet fand er keine. Wenn Sera die Haut des Drachen nicht durchdringen konnte, würde es auch keine Klaue eines Vampirs. Dann legte Harry seine Hände auf den Schädel des Tieres und schloss seine Augen. Behutsam suchte er unter der Anleitung von Sera den Kontakt zu dem Geist des Wesens.
Im Gegensatz zu der Begegnung mit Voldemorts Geist in der grauen Einöde, war diesmal die Welt ein idyllisches Tal, das von einem blauen Himmel überspannt wurde. Dort fand er eine Projektion von Wallace die, ganz anders als der physische Körper im schrecklichen Zustand war. Die Vampire hatten nicht die Haut des Drachen kratzen können, aber ihre mentalen Angriffe hatten dem armen heftig zugesetzt. Rotes Blut lief aus mehreren klaffenden Wunden und Harry begann sich Sorgen zu machen.
Während er sich daran machte, den Geist seines Schoßtieres zusammen mit Seras Projektion zu flicken, reflektierte er über die Begegnung mit den Vampiren. Der Minisonnen-Zauber, eine Entwicklung von Rowenna, der als Lichtquelle gedacht gewesen war, aber sich als zu kurzlebig erwies, um brauchbar zu sein, war gegen eine kleine Gruppe von Vampiren effektiv aber nicht gegen eine ganze Armee, wie Harry jetzt einsehen musste. Außerdem, wenn noch nicht einmal er, der mittlerweile auf dem Gebiet der Okklumentik weit fortgeschritten war, ihren Angriffen auf den Geist nur mit Seras Hilfe abwehren konnte, was war dann mit den anderen Zauberern?
Seine Gedanken drifteten von Wallace zu Gringotts und ihm kam eine Idee, die nicht das Problem mit den Vampiren löste, aber von Sera trotzdem eifrigen Zuspruch erhielt, als er seinem Mentor seine Idee unterbreitete. Die Idee versetzt Sera sogar in solche Hochstimmung, dass er Wallace die Schnauze tätschelte und seine Vorbehalte dem Drachen gegenüber vorerst begrub. Nach einer viertel Stunde, die Harry vorkam, wie eine kleine Ewigkeit, „das kommt von dem veränderten Gefühl von Zeit in der Geisterwelt", erklärte Sera fröhlich, waren sie fertig und Wallaces Geist war wieder fast so heil wie vor dem Kampf.
Er verließ die Welt des Geistes und kraulte den richtigen Wallace noch mal bevor er ihm nach Gringotts zurückschickte, wo der Drache sich genauso gut erholen konnte und gleichzeitig die Kobolde vom Gold fernhielt. Dann reiste er durch ein Portal zur Eingangshalle in Hogwarts. Dort erwartete ihn Shimoda. „Yuudai, mein Herz ist voll Freude euch wieder zusehen. Wir haben getan was ihr verlangtet, aber Tomomi ist wie der Tiger im Käfig". Harry legte dem Mönch die Hand auf die Schultern und antwortete, „Dann wollen wir den Tiger mal aus dem Käfig lassen."
Tomomi war der Name, den die Japaner Hermine gegeben hatten und war mit „schöner Freundin" zu übersetzten. Harry konnte sich vorstellen, das sie sich Sorgen gemacht hatte, natürlich vollkommen unbegründet, aber er wollte sie nicht zu lange warten lassen. Harry ging zum Eingangsportal und wollte es gerade aufstoßen, als ihm der Zustand seiner Kleidung einfiel. Zerfetzt und blutig, passte vielleicht zu einem Lehrer für die Verteidigung gegen die dunklen Künste, aber er zog es vor mit einem weniger gewalttätigem Image, seinen Posten anzutreten.
Im Inneren der großen Halle verkündete Dumbledore gerade den Beginn des Festmahles und Harry befreite seinen Umhang von Dreck, Blut und Rissen mit dem Gedanken, genau zur rechten Zeit angekommen. Harry stieß die Türen auf und betrat die Halle. Das Klappern von Gabeln und Messern, das gerade begonnen hatte, verstummte wieder und alle Augen richteten sich auf Harry. Dumbledore erhob sich noch einmal und verkündete in die Stille hinein, „Die Überraschung, die ich vorhin angekündigt hatte: Unser neuer Lehrer für die Verteidigung gegen die dunklen Künste, Professor Harry Potter!"
Harry sah, dass ein Platz am Lehrertisch für ihn frei war, aber er bog zum Gryffindor-Tisch ab, während an allen Tischen verblüfftes Schweigen herrschte. Dann fing Dumbledore an zu klatschen und alle Lehrer, außer Snape und alle Schüler, außer den Slytherins stimmten mit ein. Einige Leute begannen aufzustehen und nach und nach standen alle Schüler der drei Häuser auf. Harry war das egal. Seine Aufmerksamkeit galt Hermine. Als er sie erreichte, legte er die Hände an ihre Seite und zog sie zu einem langen Kuss zu sich.
Da ihre Beziehung mittlerweile bekannt war, blieb die erstaunte Stille aus, dafür füllten Ohs und Ahs den Saal. Hermine war errötet als ihr bewusst wurde, dass ihr zukünftiger Lehrer sie vor der gesamten Schule geküsst hatte, aber Harry schien immun gegen Scham zu sein. „Harry, wo warst du? Ich hab mit Sorgen gemacht", klagte Hermine. „Die Diplomatie kennt nun mal keine Romantik", erwiderte Harry mit einem Lächeln und löste sich von ihr. Er ging zum Lehrertisch und stellte sich vor seinen Stuhl.
„Bitte entschuldigt meine Verspätung, aber die Politik hat mich aufgehalten, deshalb will es kurz machen. Für alle die es beruhigt, ich habe meine UTZs abgeschlossen und meine Einstellung als Lehrer ist vom Ministerium abgesegnet. Ansonsten kann ich nur sagen, das ich mich geehrt fühle vom Schulleiter zu diesem Posten berufen worden zu sein und mich darauf freue", sein Blick überflog die Reihen der Slytherins", euch mein Wissen um den Kampf zu vermitteln. Jetzt will ich euch nicht weiter vom Essen abhalten. Danke für eure Aufmerksamkeit und guten Hunger."
Nachdem der erneute Applaus verklungen war, begann endlich das Festmahl und Harry ließ sich 5 Mal neu auftragen, womit er sogar Ron um eine Portion schlug. Als er endlich im Bett seines Privatraums lag, hatte er noch nicht einmal Zeit zu bedauern, das Hermine im Mädchenschlafsaal war, denn er schlief schon als er noch nicht ganz im Bett lag.
Und? War mein quantitativer Ausbruch auch qualitativ Zufrieden stellend? Bitte um Kommentare, Kritiken und mehr Kommentare! Danke!
Zuletzt editiert am 28.12.2005
