TITEL: Lichter Tokios

ORIGINAL-FANFIC: http/ ffnet / story 3014730 - "Tokyo Lights" by embyr81788 (ffnet-user369250)

KATEGORIE: Humor, Romance
RATING: K+
ZUSAMMENFASSUNG: Apartment zu Vermieten: 2DK HARAMACHI Chrome MeguroKu. Es macht einfach Sinn, zusammen zu wohnen. TezFu, häppchenweise.
ÜBERSETZER: MilenaLupin
ÜBERSETZERNOTIZEN: Autorisierte Übersetzung von embyrs fanfiction „Tokyo Lights". Wer kann, liest das Original

AUTORNOTIZEN: Hier gibt's einen Plan. Wirklich.

DISCLAIMER: PoT bringt Leute grundlos zum Kichern.

Kleines Japanisch-Glossar:
aniki -- älterer Bruder (als Anrede eher informell bis unhöflich, die höfliche Form ist „oniisan"),
oneesan -- förmlich-höfliche Anrede für die ältere Schwester,
obaasan -- förmlich-höfliche Anrede für die Großmutter

fugu -- Kugelfisch, sehr beliebte, aber bei Zubereitungsfehlern dank des in der Fischleber und den Ovarien sitzenden Tetrodotoxins hochgiftige Delikatesse in Japan. Das Spannende daran soll das Kribbeln auf der Zunge sein, dass genau dieses Tetrodotoxin in kleinen Dosen hinterlässt.

- 10. Stock -

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Apartment 37A

„Aniki?" Yuutas Stimme klang am Telefon zögerlich.

„Ach, was für eine nette Überraschung."

„Heute ist der neunundzwanzigste."

Fuji lächelte. „Das stimmt wohl."

"Oneesan sendet ihren üblichen Obstkuchen."

„Ich werde ihr auf jeden Fall danken, wenn ich ihn kriege."

„Und Obaasan denkt, dass du diesen Winter frieren wirst, also schickt sie dir einen Strickpullover", fuhr Yuuta fort.

„Wie rücksichtsvoll", erwiderte Fuji. „Ich werde ihn immer zu schätzen wissen."

Die Liste wurde immer länger, während Fujis jüngerer Bruder jedes einzelne Teil katalogisierte, dass Fuji von jedem einzelnem Familienmitglied erwarten durfte, in unmittelbarer oder fernerer Zukunft. Die Geschenke reichten von neuen Ofenhandschuhen bis zu einer ledergebundenen Ausgabe der Äneas.

Als Yuuta bei Cousine Aiko angelangt war, gingen ihm die Familienmitglieder aus, und es folgte eine verlegene Pause, in der er seinen ganzen Mut zusammennahm um zu tun, weswegen er Fuji wirklich angerufen hatte.

Yuuta atmete tief ein.

„UndaußerdemwollteichdirnochzumGeburtstaggratulierenSyuusuke."

„Entschuldige, das habe ich nicht ganz verstanden", sagte Fuji unschuldig. „Könntest du das bitte noch mal wiederholen?"

„Ich sagte", knirschte Yuuta mit den Zähnen, „Herzlichen. Glückwunsch. Zum Geburtstag. Syuusuke."

„Noch einmal?", meinte Fuji ermutigend. „Um der Nachwelt willen?"

Wieder herrschte eine Pause, und dieses Mal erwartete Fuji das Freizeichen in der Leitung schon.

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Apartment 38A

Es war schon vor Wochen vereinbart worden, dass Oishi, Eiji und Tezuka den Tensai an Fujis Geburtstag überraschen und zum Essen im „Fugu" ausführen wollten – einem beliebten neuen Sushi-Restaurant im Herzen Tokios.

Tezukas Aufgabe war einfach: Fuji unauffällig, aber unter Anwendung aller notwendigen Mittel aus dem Apartment zu locken.

„Fuji", erklärte Tezuka abrupt und schaute von seinem Lehrbuch hoch. „Lass uns heute Abend ausgehen."

„Wohin?"

„Raus."

„Wieso?"

„Weil ich dich wohin mitnehmen will", sagte Tezuka ungeduldig.

„Nur wir zwei beiden?"

„Ja."

„Wie ein Rendezvous?", fragte Fuji engelhaft.

Tezuka seufzte. Diese Fragen würden sich nur auf eine Weise stoppen lassen.

„Ja... wie ein Rendezvous."

Der hellhaarige Junge strahlte und verschwand im Schlafzimmer, während der bebrillte Junge seinen Kopf in den Händen vergrub.

Jetzt wird es mit Fuji nicht mehr auszuhalten sein.

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Apartment 39A

„Nyah, ich wette, du traust dich nicht, das zu essen, Fujiko."

„Eiji!", schalt Oishi. „Das ist viel zu gefährlich für Fuji, Kugelfisch zu essen. Was, wenn sie den nicht richtig zubereitet haben? Er könnte sterben!"

Der Rotschopf sah nachdenklich aus. „Ich geb dir das hier, wenn du's isst", versprach er und zog eine Schachtel unter seinem Stuhl hervor.

„Eiji!" Oishi runzelte die Stirn. "Du kannst ihn doch nicht mit seinem eigenen Geschenk in Versuchung führen!"

„Sagt wer?", schmollte Eiji. „Ich hab's doch gekauft, oder etwa nicht?"

Oishi schaute bittend zu Tezuka hinüber in der Hoffnung, dass ihr früherer Tenniskapitän diesem Wahnsinn ein Ende bereitete.

Tezuka allerdings war vollständig ins Lesen der Speisekarte vertieft.

„Ich werd's tun", verkündete Fuji fröhlich. „Ich wollte sowieso immer schon mal wissen, wie es schmeckt."

Oishi warf besiegt die Hände in die Höhe.

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Apartment 40A

„Ich hatte heute einen tollen Abend."

„Den hatte ich auch", stimmte Tezuka zu.

„Ich hoffe, das können wir noch mal wiederholen", meinte Fuji sanft lächelnd.

„Hn", grunzte Tezuka.

Sie standen beide vor ihrem Apartment, machten aber keine Anstalten, hinein zu gehen.

Aus irgendeinem Grund hatte Tezuka so seine Schwierigkeiten, Fuji in die Augen zu sehen.

Er betrachtete vielmehr intensiv die Kratzer auf dem Oberleder seiner Schuhe.

„Tezuka."

Beim Klang seines Namens schaute der bebrillte Junge hoch.

In diesem Moment lehnte sich Fuji vor und setzte einen sanften Kuss auf Tezukas Lippen.

Als sich ihre Lippen trennten, wunderte Tezuka sich, ob das Kribbeln, das er spürte, von dem Kuss kam, von dem Kugelfisch, oder von einer Kombination von beidem.

Vielleicht bedurfte es eines zweiten Kusses - nur um sicher zu gehen.

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