A/N: This chapter is dedicated to all my sisters who also lack boyfriends :)
Diesmal hab ich einen Grund. Wirklich. Einen guten. Ich bin nämlich umgezogen. Ich hab von der Uni München, an die University of Georgia gewechselt, für unbestimmte Zeit. Und liebe Leute, an der UGA gibt's so einiges zu tun :) Well, jetzt mach ich aber weiter...I hope you still read this
Die Ehemaligen
Lily hatte erwartet das Alice ziemlich überrascht auf ihren Brief reagieren würde. Nach fünf Jahren bodenlosen Hasses auf ihre vier Mitschüler, die narzisstisch genug waren um sich selbst einen Namen zu geben, und nach einem Jahr des verzweifelten aus dem Weg Gehens ihrerseits, hatte Lily von Alice Fragen erwartet. Fragen, und vielleicht auch Sorgen. Auf jeden Fall war sie nicht auf die korrekt gesetzten Großbuchstaben und die akkurate Zeichensetzung gefasst gewesen, die Alice wohl für nötig gehalten hatte. Lily war sehr überrascht gewesen, das sie keinen Heuler geschickt hatte. Trotzdem hatte der Brief mit einer Menge Ausrufezeichen begonnen, und dafür war Lily sehr dankbar. Vielleicht hatte Frank Alice ja überzeugt den Brief in geschriebener Form zu lassen. Ja, das war genau das, was Frank höchstwahrscheinlich tun würde. Lily machte sich eine mentale Notiz ihm dieses Wochenende Schokolade aus dem Honigtopf zu schicken, denn sie würden nach Hogsmeade gehen. Offensichtlicher weise hatte Lily ihre beste Freundin unterschätzt.
Lily schmunzelte als sie Alice' Brief las. Die Wortwahl war so vertraut, und sie konnte Alice die Worte in ihr Ohr schreien hören. Natürlich wusste Lily genau, welche Gefühle diese Reaktion ausgelöst hatten. Tatsächlich hätte sie sich selbst nicht geglaubt, wenn sie es nicht besser wüsste. Es war einfach zu absurd.
Trotzdem war es gleichzeitig wundervoll.
Lächelnd schnappte sich Lily eine Feder und begann, eine Antwort für Alice auf das Pergament zu schreiben. Sie hatte gerade ein paar Sätze geschrieben als sie hörte, wie sich das Portaitloch öffnete.Lily sah nach unten auf die Armbanduhr, die Slughorn sie gezwungen hatte zu kaufen. Es wurde auch langsam Zeit das er kam. Es war fast zehn Uhr.
„Hey, Lily," krächzte James.
Lily, die James erwartete, war geschockt als sie aufblickte und mehr Erde als Junge sah. James, in seinen Quidditch-Roben, war bedeckt mit Matsch, Gras, Schweiß und etwas das aus sah wie getrocknetes Blut.
„James!" rief sie. „Was bei Merlins linkem Schuh ist passiert?"
„Linkem Schuh?" fragte James und hob eine Augenbraue. „Ernsthaft, Lily?" Er fing an zu Lachen, hörte dann aber auf und hielt sich die Seite.
„Was ist los?" fragte Lily besorgt.
„Nichts," antwortete er lahm. „Ich hab einfach nur einen Fehler beim Training gemacht. Ich hab Lisa – sie ist unsere neuste Jägerin – gezeigt wie man den Quaffel besser hält, und ich hab den Klatscher nicht gesehen. Scheiß Klatscher. Es ist schlimmer, wenn du es nicht erwartest. Du wirst eiskalt ausgeknockt."
„Bist du okay?"
„Mir geht's gut," sagte James, hinkte zu einem Stuhl und lies sich auf ihm nieder. Er schloss die Augen und seufzte tief. „Ich werde vielleicht nur nie wieder von diesem Stuhl aufstehen."
„Du siehst furchtbar aus," kommentierte Lily.
„Danke," gab James zurück. „Ist immer wieder schön das von Mädchen zu hören."
„Du weißt, was ich meine," erklärte Lily und rollte mit den Augen. „Tut dir was weh? Kann ich irgendwas für dich tun?"
„Nein, mit geht's gut. Ich muss einfach nur eine Weile ruhig sitzen. Bewegung ist schlecht."
„Du solltest deine Uniform ausziehen. Die ist ja voller Matsch. Du hättest das Training aus fallen lassen sollen. Es schüttet draußen!"
„Wir brauchen das Training weil in drei Tagen das Spiel gegen Slytherin ist. Außerdem tut das bisschen Wasser ja wohl keinem weh."
„Jungs," murmelte Lily in ihren nicht vorhandenen Bart. Sie stand auf und ging zu James' Stuhl. Den Zauberstab erhebend sagte sie „scorgify!"
James sah an seinen Roben herunter und lächelte. „Danke."
„Kein Problem," meinte Lily und ging zurück zu ihrem eigenen Stuhl. Sie nahm die Feder und begann weiter zu schreiben.
„Was machst du da?" fragte James. Er hörte sich so fertig an.
„Ich schreibe einen Brief an Alice. Sie denkt wahrscheinlich ich stehe unter dem Imperius Fluch oder so. Sie tendiert dazu über zu reagieren. Wir beide tun das. Deshalb sind wir auch so gute Freunde. Jedenfalls hab ich ihr erzählt das ich die meiste Zeit mit dir und den anderen Rumtreibern verbringe und jetzt muss ich ihr meine lieblings- Marmeladensorte sagen um zu beweisen ,das ich immer noch Lily Evans bin."
Lily wartete auf eine Antwort, aber er blieb stumm. „James?" fragte sie, als sich sich in die Richtung seines Stuhls drehte. Er war eingeschlafen.
Lily schüttelte den Kopf, stand auf und ging zurück zu ihm. „James?" rief sie sanft. Keine Antwort. Sein Kopf fiel zur Seite und er atmete leise. Er so süß aus wenn er schlief, wie ein neugeborenes Baby. Lily holte ihren Zauberstab wieder hinaus und setzte Wingardium Leviosa ein um ihn sicher ins Bett zu schaffen. Sie zog ihm die Schützer aus und deckte ihn zu. Auf dem Weg nach draußen flüsterte sie noch, „Gute Nacht James," bevor sie die Tür schloss.
Die letzte Nacht war nicht die letzte von James Prä-Spiel Eskapaden. Die nächsten Tage lief er die ganze Zeit auf und ab und überarbeitete Spielzüge und Taktiken. Lily hegte den ernsthaften Gedanken ihn einfach zu schütteln und aus seiner Trance zu befreien. So pervers es auch war, Lily wünschte das Spiel würde niemals kommen, weil das bedeuten würde, das James morgendliches Umher laufen ohne T-Shirt niemals aufhören würde. Ja, sie wusste das es sich bei ihm um den Jungen handelte, der sie jahrelang terrorisiert hatte und an dem sie im letzten Jahr grausame Rache genommen hatte bevor er verwaist war und die beiden begonnen hatten eine zarte Freundschaft zu entwickeln. Trotzdem bezweifelte Lily stark, das sie irgendjemand verdenken konnte sich über den Anblick von James' Oberkörpermuskeln zu freuen. Lily schüttelte den Kopf. Obwohl das Leben im letzten Monat sehr viel besser geworden war, es war auch sehr viel komplizierter.
Leider oder zum Glück, aus wessen Perspektive man es auch immer betrachtete, war der Spieltag endlich gekommen. Die gesamte Schule summte vor Aufregung und Spannung. Als Lily am Morgen die Stufen hinab zur Großen Halle ging, drehte sich jedes Gespräch um sie herum um das Spiel. Es war als hätte James Paranoia sie alle infiziert!
Lily setzte sich auf ihren üblichen Platz, in der natürlichen Erwartung James sein Essen hinunterstürzen zu sehen, weil er, wie in den letzten Wochen ununterbrochen betont hatte Energie für das Spiel brauchte. Stattdessen war James heute etwas grün um die Nase und starrte auf seinen leeren Teller.
„Was ist los mit ihm?" fragte Lily Remus.
„Er ist immer so," antwortete dieser seufzend. „Er ist der Quidditch-Held von Gryffindor, deshalb bekommt er vor jedem Spiel Panik, weil er Angst hat zu verlieren. Er wird seine schlechte Laune ablegen, sobald er auf den Besen gestiegen ist, weil ihm dann einfällt das Gryffindor ja niemals ein Spiel verliert. Es ist alle nur eine Frage von Selbstvertrauen."
„Hm," machte Lily während sie einen Schluck von ihrem Kürbissaft nahm. „Und ich dachte er stellt seine grenzenlose Perfektion niemals in Frage."
Das brachte ihr ein gequältes Lächeln von James und bellendes Gelächter von Sirius ein.
„Der war gut, Evans," kommentierte Sirius bewundernd. Er legte seinen Arm um James' Schulter. „Diese Slytherins werden niemals begreifen wie ihnen geschieht. Ich meine, schau sie dir an," meinte Sirius und schielte in Richtung des Tisches auf der anderen Seite des Raumes. „Die sind schleimig und selbstverliebt. Und schau uns mutige Gryffindors an. Wir haben perfektes Haar und perfekten Teint. Also, die meistens," grinste er und verwuschelte James' Haar auf brüderliche Art.
„Oh, Sirius! Nicht die Haare!" kicherte Peter.
James' Hand schoss sofort in seine Haare, wo er besorgt seine Haare wieder genau richtig hinwuschelte.
„Hört auf ihr zwei," sagte Lily, und schickte so wohl Peter als auch Sirius böse Blicke. Sie sah James an und ihre Stimme wurde sanfter. „James, deine Haare sehen gut aus. Das Spiel wird laufen wie geplant und danach helfe ich dir bessere Freunde zu finden," lächelte Lily, den Protest links und rechts von ihr geflissentlich ignorierend. „Jetzt solltest du aber was essen."
„Ich bin zu nervös zum essen," meinte James. „Eigentlich fühle ich mich sogar als müsste ich gleich kotzen."
Sirius rückte von ihm ab. „Bitte auf deine andere Seite, Kumpel."
Lily verdreht die Augen. „James, du kannst dich nicht übergeben du hast überhaupt nichts gegessen."
„Stimmt nicht," warf Peter ein. „Man hat immer was im Magen das bereit ist hallo zu sagen."
Lily sah Remus an, das einzigst andere Gruppenmitglied das außer ihr noch bei Verstand war.
„Glaub mir, du willst es gar nicht wissen, „ meinte dieser nur.
„Okay. Schau James, nur ein kleines bisschen Toast. Es wird dir helfen nicht vom Besen zu kippen. Ich würde sogar Himbeermarmelade drauf schmieren...deine Lieblingsmarmelade James," lächelte sie. Als sie vor zwei Tagen auf Patrouille gewesen waren hatte sie einander die Marmeladen-frage gefragt, um jegliche Gefahr durch den Imperiusfluch verwirrt zu werden zu vereiteln.
Sie reichte ihm den Toast und er knabberte widerwillig daran. Er schluckte und biss dann noch einmal ab. Lily strahlte ihn an.
„Woah, Evans," kam es beeindruckt von Sirius. „Noch nie hat es jemand geschafft James an einem Spieltag zum Essen zu bewegen. Du hast eine Gabe. Es muss deine weibliche List sein."
„Weibliche List?" echote Lily skeptisch.
„Die ist tödlich, besonders gepaart mit einem kurzen Rock."
Lily verdreht die Augen und hörte dann Sirius, Remus und Peter zu, wie sie über die Stärken des Gryffindor Teams diskutierten, während sie ihr Frühstück aß. Nach etwa zehn Minuten war James fertig mit seinem Toastbrot. „Zeit zu gehen..." murmelte er und erhob sich vom Tisch.
„Tritt ihnen in ihre schleimigen Hintern!" ermutigte ihn Sirius.
„Spiel nicht den Helden und verletz dich nicht," sagte Peter.
„Denk immer daran: es ist nur ein Spiel!" zitierte Remus.
Lily schüttelte den Kopf. „Viel Glück, James," sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen.
Seine Mundwinkel hoben sich ein wenig, als er ging um den Rest seines Teams ein zu sammeln. Lily sah zu wie die scharlachrote Gruppe durch die Doppeltüren der Goßen Halle verschwand, bevor sie sich daran machte ihren Kürbissaft auszutrinken.
„Ich wette zehn Galeonen, dass James ein paar Slytherins in den Krankenflügel befördert," sagte Sirius zu Peter.
„Ernsthaft, Sirius?" Lily konnte nur den Kopf schütteln.
„Okay," er blieb ignorant. „Fünfzehn Galeonen."
Lily fühlte sich ein wenig besser als ihre Handfläche, die auf ihre Stirn traf, nicht die einzige war die auf Haut schlug. Merlin, danke für Remus Lupin.
Als Lily mit den anderen Rumtreibern auf den Weg zum Quidditchfeld machte, fühlte sie die Aufregung in sich aufsteigen. Obwohl sie schon vorher bei Spielen gewesen war und den Sport mochte, Quidditch war für sie noch nie so aufregend gewesen wie heute. Da war eine Energie die Hogwarts durchströmte und sie wurde nur noch verstärkt als Lily ihren Platz einnahm. Gekleidet in einem roten Pullover und ihrem Gryffindorschal, passte Lily sich perfekt an die rote Masse um sich herum an. Trotzdem, nichts konnte eine Person so aus der Menge hervorheben als neben Sirius Black zu stehen.
„Hooch!" schrie Sirius. „Sind sie denn verdammt nochmal BLIND? Das war ein illegaler Pass! Geben sie denen ein Foul!"
Er stand auf seinem Stuhl und schlenkerte mit den Armen wie ein tobender Wahnsinniger. Lily schüttle den Kopf. Wie konnte eine einzige Person nur so viel Lärm erzeugen? Und das die ganze Zeit? Lily fragte sich ob Sirius den Sonorus Zauber auf sich selbst angewandt und dann vergessen hatte ihn wieder rückgängig zu machen. Es würde eine Menge erklären und außerdem wäre es sehr, sehr Sirius mäßig. Immer noch wie ein Verrückter gestikulierend zog Sirius die Aufmerksamkeit aller um ihnen herum auf sich. Besonders die weibliche.
Lily rollte mit den Augen. Jungs nahmen Sport einfach zu Ernst, besonders Sirius. Lily schaute zu Remus, ihrem Verbündeten in Zeiten der Dummheit, dem, der ihr mit sarkastischen Kommentaren und wissenden Blicken zur Seite stand, aber auch er schrie sich die Seele aus dem Leib und zeigte den Slytherins die Faust. Sogar Peter verhielt sich wie aus der Psychiatrie ausgebrochen. „Jungs," murmelte Lily.
Sie konzentrierte sich wieder auf das Spiel. Einer der weniger attraktiven Jäger von Slytherin hatte sich den Quaffel geschnappt. Lily sah zu wie er nach rechts und links flog, wie ein ekelhafte grüne Schlange die von einem Schwarm scharlachroter Vögel verfolgt wurde. Lily nahm es ihm nicht übel, als der arme Junge Panik bekam und den Ball fallen lies. Sie klatschte als einer der Gryffindor Jäger den Quaffel unter Kontrolle brachte. Ihr Interesse verstärkte sich, als der Viertklässler den Ball an James weitergab der sich daran machte damit in Richtung der Tore zu fliegen.
Fliegen sah bei ihm so einfach aus wie atmen. Es erinnerte sie daran, weil es schien als würde die Luft ihn mehr tragen als sein Besen es tat. Es sah so natürlich aus, so offensichtlich. Ein Blatt im Wind, aber zur selben Zeit wurde der Wind auch von ihm kontrolliert. Das war James.
Knack.
Lily blinzelte. Einmal. Zweimal. Zum dritten Mal. Ein Slytherin rammte James Schulter, welche sich nach hinten verdrehte und in unnatürlichem Winkel von seinem Körper abstand. Lily konnte sich nicht mehr beherrschen.
„Verdammte Scheiße!" kreischte sie schrill. „Wofür zur Hölle war das denn bitte? Nur weil ihr verliert, heißt das noch lange nicht, das ihr jemandem den Arm abschlagen müsst! Foul! Foul! Werft ihn aus dem Spiel! Bei Merlin, Hooch! Tun sie doch was! Diese Scheißkerle! Diese ekelhaften, furchtbaren, dreckigen unmenschlichen Wesen!"
Mit knallrotem Gesicht atmete Lily tief ein. Sie hörte ein Kichern und drehte sich um, um zu sehen wo es hergekommen war und ob es ihr galt. Sirius, Remus und Peter starrten sie mit ungläubigen Gesichtern an.
„Merlin," flüsterte Peter.
„Lily," Remus klang geschockt. „Du schreist wegen Quidditch."
„Ja," sagte Lily scharf. „Und?"
„Du hast immer gesagt es sei eine sinnlose Zeitverschwendung wo die Spieler sich gegenseitig verprügeln und von dem man eine Windfrisur kriegt," antwortete Peter.
„Man kann seine Meinung eben auch ändern," sagte Lily ungeduldig.
Sirius grinste dümmlich und umarmte Lily fest. Zu fest. „Ich wusste das wir dich irgendwann bekehren!" lachte er.
„Sirius," krächzte Lily. „Kann...nicht...atmen!"
„Oh, tut mir Leid, Lils." Er erlöste sie von seinem Todesgriff.
„Schon okay," meine Lily schwach, während sie sich das Brustbein rieb. „Sauerstoff ist nur bedingt wichtig für menschliches Leben."
„Leute," meinte Remus. „Passt auf, Madame Pomfrey sieht sich gerade James' Schulter an."
„Warum hält sie sie so komisch?" fragte Peter.
„Sie ist wahrscheinlich ausgekugelt," antwortete Remus. Er klang als sei ihm bei dem Gedanken übel. „Sie muss sie wieder einrasten lassen."
Lily sah schockiert zu wie Madame Pomfrey James Arm gewaltsam verdrehte. Er winselte ein bisschen, aber sonst blieb sein Gesicht ausdruckslos. Es sei aus, als würde er sich sehr auf etwas anderes konzentrieren.
„Er ist so tapfer," hauchte Lily.
„Ja," grinste Sirius. „James halt so ziemlich alles aus."
„Das ist der einzige Grund warum er es schon so lange mit dir ausgehalten hat Sirius," sagte Remus.
Lily lachte, und sie spürte, wie die Spannung im Publikum wieder stieg. Sie klatschte enthusiastisch als James ins Spiel zurückkehrte und doch noch sein Ehrentor machte. „Go James!" jubelte sie.
Remus drehte sich zu Sirius und flüsterte ihm leise zu, „Ich kann nicht glauben, dass sie jetzt Quidditch mag."
Sirius lachte. „Vielleicht sollten wir es offiziell machen und ihr endlich einen Spitznamen verpassen."
Fast eine Stunde und einen gefangenen Schnatz später, hatte sich das Jubeln und Umarmen in den Gryffindorreihen soweit gelegt, dass sie vom Quidditchfeld zum Gryffindorturm pilgerten. Als das Team sich zurückzog, um sich um zu ziehen, begannen Lily und die anderen Rumtreiber den Gemeinschaftsraum mit Girlanden und Feuerwhiskey partyfertig zu machen. Als Sirius endlich genug Essen beisammen hatte, machte Remus die Musik an und die Party begann. Ungefähr fünfzehn Minuten später kam das Team durch das Portaitloch. Lily fand, das die Gryffindors eindeutig zu viel Zirkus veranstalteten. Klar, sie hatten das Spiel gewonnen, aber trotzdem war es doch nur Quidditch! Sie musste aber doch zu geben, frisch geduscht und in frischen Klamotten und von einem Ohr zum anderen grinsend war James doch relativ ansehnlich.
Massen von Gryffindors feierten ihren Kapitän, lachten, riefen und machten Voraussagen für die Meisterschaft. Lily wollte genauso gerne mit ihm sprechen wie die anderen. Um sich abzulenken holte sie sich erst einmal etwas zu essen und wartete, bis die Traube der Verehrerinnen sich in der Menge verlor. Es dauerte ein wenig. Alle Gryffindors liebten James. Er war nett, er hatte Charme, er war süß und er war ihr Kapitän.
Lily sah sich den Gemüsetisch an, während sie wartete das die kichernden Drittklässlerinnen James endlich aus ihren Klauen entließen. Als sie sich ein Butterbier nahm, nahm sie davon Notiz das James sie ansah. Er lächelte und sie winkte freundlich zurück. Er murmelte den Mädchen irgendetwas liebes zu, bevor er sich auf den Weg zu Lily machte.
„Hey," begrüßte er sie glücklich.
„Hi," sagte Lily.
„Könntest du mir ein Butterbier holen? Ich bin so müde."
Lily grinste. „Versteh ich. Ich weiß nicht was schlimmer ist: Quidditch oder die Mädchen."
„Definitiv die Mädchen," antwortete James schmunzelnd. „Quidditchspieler fassen dich nicht die ganze Zeit an."
„Das ist weil du der Kapitän bist," bemerkte Lily.
„Ja, es wird unglaublich nervtötend, aber ich will ihre Gefühle nicht verletzen," sagte James und nahm einen Schluck von seinem Butterbier. „Au," stöhnte er.
„Alles okay?" fragte Lily besorgt. „Dein Arm muss doch unglaublich wehtun."
Er seufzte. „Es ziept ein bisschen, aber was soll's. Es sind nur Phantomschmerzen. Es geht vor bei. Ich hatte schon Schlimmeres."
„Die Mädchen werden sehr mutig," witzelte Lily.
„Ja," lachte James. „Es ist als müsse man den Teufel überlisten um an ihnen vorbei zu kommen."
„Ich will ja nicht wie eine deiner kleinen Fans klingen, aber du warst ziemlich gut heute."
„Danke, Lily," sagte James ehrlich. „Das bedeutet mir viel." Er machte eine Pause und lächelte, als hätte jemand einen Witz erzählt. „Und überhaupt, Lily, ich glaube nicht, dass irgendjemand dich jemals in eine von denen verwandeln könnte. Ich glaube wenn du jemals so hin und weg von wärst, würde die Apokalypse kurz bevor stehen," witzelte er.
„Stimmt," antwortete sie lachend. „Ich kann selbstverliebte Quidditchspieler die denken sie wüssten alles nicht ausstehen."
„Wir wissen nicht alles, Lily," korrigierte James sie schmunzelnd. „Das müssen wir auch gar nicht. Weil sich nämlich alles nach uns richtet."
Lily gluckste. „Ich habe eine Frage an dich, Mr Quidditchstar. Wieso bist du eigentlich nicht der Sucher, wo du doch so umjubelt wirst?
„Ich hab drüber nachgedacht. Ich will ja nicht eingebildet klingen," er zwinkerte ihr zu, „aber ich hab ziemlich gute Reflexe. Ich hab es einfach nie gemocht nur für eine Sache gut zu sein. Als Jäger bin ich ganzen Spiel aktiv und wenn ich meinen Job gut und genügend Punkte mache, dann brauchen wir den Schnatz noch nicht mal mehr."
„Darüber hab ich noch nie nachgedacht," gab Lily zu.
„Wir haben ja auch nie richtig geredet."
„Ja," stimmte Lily zu.
„Ich mag es, mit dir zu reden," sagte James, und wurde ein klitzekleines bisschen rot um die Nase.
„Ich auch," sagte Lily, und versuchte ihre verräterische Gesichtsfarbe hinter ihren langen Haaren zu verstecken.
„James!" rief Sirius vom anderen Ende des Raumes. „Komm her Kumpel! Remus macht jetzt das Zeug von Zonko's auf!"
James sah Lily an. „Interessiert?" fragte er mit erhobener Augenbraue und schelmischem Grinsen.
„Warum nicht," antwortete sie mit einem Lächeln.
„Dann komm," sagte James und zwinkerte ihr zu.
Am nächsten Morgen wachte Lily unglaublich energiegeladen auf. Vielleicht lag es von den Federkielen aus Zucker die sie in der letzten Nacht vernascht hatte. Ein paar Spuren von letzter Nacht lagen immer noch auf Lily. Ihr Gesicht hatte noch immer dunkle Flecken vom Ruß den sie bei 'Snape explodiert' abbekommen hatte, einem Spiel das Sirius so gegen drei Uhr morgens erfunden hatte und das Feuerwhiskey beinhaltete. Ihre Brust schmerzte von diesen neuen Süßigkeiten, die Schluckauf verursachten, aber der hätte auch vom Feuerwhiskey kommen können. Außerdem trug sie Remus' T-Shirt weil ihr eigenes von einer Frisbee Scheibe mit Fangzähnen zerstört worden war. Die Ereignisse waren alle ein wenig verschwommen, aber Lily war sich unsicher ob sie sich überhaupt erinnern wollte. Das war so gar nicht sie. Alles an was sie jetzt denken mochte war das fertig machen, damit sie mit ihren Jungs Hogsmeade unsicher machen konnte.
Obwohl sie nach dem duschen in einer enormen Geschwindigkeit durch ihr Zimmer huschte konnte nichts die Auswahl ihres Outfits beschleunigen. Was zog man an, wenn man mit den beliebtesten Jungs der Schule nach Hogsmeade ging? Vor allem wenn man Gefühle für einen von ihnen hatte, die aber in der momentan extrem komplizierten Situation so überhaupt keinen Sinn ergaben? Lily entschied sich für Jeans.
Nach einem letzten Blick in den Spiegel um sicher zu gehen, das sie keine Spuren der letzten Nacht vergessen hatte, machte Lily das sie aus ihrem Schlafsaal in die Große Halle zum Frühstück kam. Seltsamerweise fehlten die Rumtreiber. Lily erstarrte als sie sich hinsetzte. Es war Essenszeit und Lily wusste, dass sie, besonders Sirius, in den letzten drei Stunden nichts gegessen hatten immer etwas unmutig wurden. Ihre umherwandernden Gedanken hörten auf als die Post kam und Charm einen Brief auf Lilys Teller fallen lies.
„Hallo Süße," begrüßte Lily sie sanft. „Danke, du bist die Beste."
Der Vogel schuhte kurz und kniff Lily in den Zeigefinger bevor sie davon flog.
Lily öffnete den Brief und erkannte Alice' Sauklaue sofort.
Lils!
Hallo meine feurige Freundin. Ich weiß, ich war in letzter Zeit eine kleine Idiotin. Klar war ich ziemlich überrascht als du mir von deiner Freundschaft mit den Rumtreibern geschrieben hast. Ich meine, man hört nicht jeden Tag, dass die beste Freundin sich mit dem Feind zusammen tut. Aber dein letzter Brief und Frank haben mich davon überzeugt, dass ich wohl ein wenig überreagiert habe in dem ich einen Test auf den Unverzeihlichen von dir verlangt habe. Remus ist wirklich ziemlich süß. Ich wäre auch mit ihm befreundet. Aber erzähl Frank bloß nicht, dass ich das gesagt habe!
Ich weiß, dass ich gesagt habe ich würde versuchen mich mit dir an einem dieser Hogsmeade Wochenenden zu treffen, aber ich bin in letzter Zeit leider ziemlich im Sumpf. Wort wörtlich. Moody will, dass wir lernen in schwieriger Umgebung zu überleben. Das hab ich nicht gewusst, als ich mich eingeschrieben habe um die bösen Mächte und die Dunkelheit zu bekämpfen...niemand hat mir gesagt ich müsse immense Kosten für Insektenspray einplanen. Außerdem will ich nicht, dass Frank mich ohne Wimperntusche sieht (Diese blöden Brünetten, alle haben sie Glück. Was ist mit uns Blondinen und Rothaarigen, denen ohne natürlich dunklen Wimpern?).Jetzt wird er mich total verschwitzt und ekelhaft im Sumpf sehen. Ich werde genauso widerlich aussehen wie das Sumpfmonster von dem die Muggel immer reden. Schon schlimm, dass sie einfach nicht einsehen das es bloß ein dämlicher Riesenkrake ist. Merlin, manchmal sind sie ziemlich langsam. Besonders deine Schwester.
Richtig! Ich kann dich heute nicht besuchen, aber ich glaube nicht, dass das so schlimm ist. Jetzt kannst du ja einfach mit den vier größten Unruhestiftern in Hogwarts ausgehen. Hast du schon irgendwelche Schulregeln gebrochen? Ich würde fünfzig Galeonen bezahlen um das zu sehen. Zu schade, dass sie Meister im Regelbrechen sind. Ich würde sogar mehr dafür bezahlen, McGonagalls Gesicht zu sehen, wenn sie dich beim Nachsitzen entdeckt.
Ich liebe dich, Schätzchen. Ich vermisse dich schrecklich. Wir müssen uns wirklich bald treffen. Ich vermisse dein Gesicht und das gemeine Östrogen das du ausstrahlst. Jungs sind wunder (ich spreche aus Erfahrung), aber sie sind nicht das Gleiche wie eine beste Freundin. Du kannst dich ihnen nicht mal mit PMS anvertrauen. Sie würden ausrasten und dir ungefähr eine Woche nicht mehr in die Augen sehen können (auch hier spreche ich aus Erfahrung).
Lieb dich, Lily!
Alice
Lily lachte laut und entschied, dass sie Alice ein paar Witch Weekly Magazine senden musste. Diese Entfernung war definitiv nicht gut für sie. Alice klang noch zerstreuter als üblich.
Kurze Zeit später machte sich Lily mit ihren Mitschülern auf in den Hof, um nach Hogsmeade zu gehen. Sie sah sich immer noch nach den Rumtreibern um. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit des Suchens, aber sie konnte sie einfach nicht finden. Lily fragte sich ob sie noch schliefen, oder ob sie einfach nur vergessen hatten was für ein Tag heute war.
„Bu!" sagte jemand hinter ihr und ihre Sicht wurde von zwei großen Händen versperrt.
„Sirius," lachte Lily. „Eigentlich verstellt man bei so was seine Stimme," Sie drehte sich um und sah Sirius und den Rest der Rumtreiber.
„Dann wüsstest du ja nicht, dass ich es bin."
„Genau," Lily schüttelte den Kopf.
„Aha!" rief Sirius. „Also wolltest du nicht, dass ich es bin! Warum liebst du mich nicht Lily? Was hab ich getan um um deine weibliche Aufmerksamkeit zu verlieren?"
„Was hast du je getan um sie zu gewinnen?" witzelte Remus und klopfte ihm auf den Rücken.
„Oh, sag mir das es nicht war ist, holde Maid," machte Sirius dramatisch weiter. Er ging aus die Knie und nahm Lilys Hand. „Sag mir das du mich auch liebst."
Lily schaute zu Sirius Schnute, dann sah sie zum grinsenden Rest der Gruppe. So tuend als würde sie ihre Möglichkeiten abwägen, tätschelte sie schließlich Sirius Kopf als wäre er ein Hund und sagte: „Ich denk drüber nach."
Sirius stand mit einem strahlend weißen Grinsen wieder auf.
„Siehst du, James," sagte er. „Ist doch gar nicht so schwer."
„Sei still, Mann," murmelte James.
„Wo wart ihr Jungs?" fragte Lily. „Ihr habt das Frühstück verpasst. Ich dachte das ginge gegen den Rumtreiber Code."
„Es sind mehr Richtlinien," lachte Peter. „Außerdem haben wir einen Zwischenstopp in der Küche eingelegt, als wir auf dem Weg nach draußen waren."
„Ja," verschaffte Remus sich Gehör. „Wir konnten dich doch nicht vollkommen datelos noch Hogsmeade gehen lassen."
Lily schmunzelte. „Also ist das hier ein Date?" fragte sie.
„Ja, Lils," antwortete Sirius und legte ihr einen Arm um die Schulter. „Natürlich ist das ein Date."
James verdrehte die Augen. „Na los Leute, auf geht's!"
Sirius stand stramm und sagte mit gespielter Autorität: „Vorwärts Marsch!"
Lily hörte den ganzen Weg nach Hogsmeade nicht auf zu lachen.
Drei und eine viertel Stunde später betraten Lily und die vier Jungen das 'Drei Besen'. Die Hände voller Tüten mit Süßigkeiten und Quidditchzeug, suchten sie sich einen Tisch in der überfüllten Bar. Lily lies sich mit einem Seufzen auf den Stuhl fallen. Sich mit vier Jungen auf einmal herum zu schlagen war harte Arbeit.
„Ich bin erledigt," murmelte sie.
„Das ist nicht gut," sagte Peter. „Wir haben noch eine Menge zu tun. Der Tag hat noch nicht mal richtig angefangen!"
Lilys Kopf fiel in ihre Hände als sie stöhnte „Meine Füße tun weh!"
„Bleib sitzen, süße Lily," sagte Sirius mit seiner Gentleman Stimme. „Peter und ich gehen und holen dir eine Erfrischung damit du deine Stärke zurück gewinnen kannst."
Es gab einen dumpfen Schlag. Remus murmelte mit schmerzverzerrtem Gesicht „und ich muss auf's Klo."
Plötzlich waren sie alle weg und Lily war allein mit James.
Aus dem Augenwinkel sah sie Sirius und Peter, die sie von der Bar her anstarrten.
Lily lachte. „Ich glaube wir werden hier gerade verkuppelt."
James grinste zur Antwort. „Ich glaube auch. Haben wir nicht tolle Freunde?"
„Wer brauch da noch Feinde, richtig?"
„Genau," lachte James. „Trotzdem glaube ich, dass es schlimmeres gibt als Zeit mit mir zu verbringen."
„Du hast Recht," stimmte Lily ihm zu. „Ich könnte mit Sirius allein sein."
James schmunzelte leise. „Also, Lily, wir sind allein an einem Tisch im Drei Besen. Was machen wir jetzt?"
Lily war geschockt, das die Antwort die ihr fast über die Lippen geschlüpft wäre, wohl ziemlich unanständig war. „Ich weiß es nicht," antwortete sie schließlich.
„Gut, weil ich es auch nicht weiß."
„Ich denke wir sollten einfach schauen was kommt. Trotzdem sollten wir ihnen eine gute Show bieten. Es sieht aus als hätten sie alle Kraft ihrer Gehirne verwendet um mit diesem kleinen Trick zu kommen."
„Das sollte nicht so schwer sein," lächelte James.
„Nein," antwortete Lily.
James lehnte sich näher zu ihr damit er eine Tüte Süßes auf den Boden stellen konnte. Er war ihr so nahe, dass sie bereits seinen sauberen Geruch riechen und jede dunkle Wimper ausmachen konnte, die seine Augen umrahmte, bevor er sich wieder zurück lehnte. „Also, Lily, wie geht's dir?"
Lily brauchte ein paar Sekunden um zu antworten. Es war schwer klar zu denken.
A/N: Ich bin zurück! Ich hoffe ihr mögt es :) Das nächste Kapitel kommt...bald. Nach 35 Reviews? Deutsch ist gerade sehr schwer für mich → Grammatikfehler tun mir sehr Leid...
Ich liebe euch
xoxo, mclover
