Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von T. G. Kira.

Der Besuch. Bellas Pov.

Er unterhielt sich sehr angeregt mit diesem Mädchen, er zeigte ihr sogar seine Zeichnungen. Er schien sich sehr wohl mit ihr zu fühlen und es wäre eigentlich logisch gewesen, dass ich mich darüber freute, dass Edward sich anderen Menschen öffnete. Aber etwas in mir verbot mir mich für ihn zu freuen.

Wenn ich jetzt so darüber nachdachte wurde mir bewusst, dass Edward mir seine Zeichnungen nicht mehr zeigte. Seufzend wand ich mich wieder meinem Buch zu. Aber die Buchstaben ergaben plötzlich keinen Sinn mehr. Müde machte ich das Buch zu und legte es auf meinen Schoss. Das hübsche Mädchen das bei Edward gesessen hatte, stand auf und ging zum Eingang. Edward blieb sitzen und rührte sich nicht, so blieb er eine ganze Weile. Besorgt stand ich auf und ging zu ihm. Er versicherte mir, dass alles in Ordnung sei und wir mussten dann auch schon zu Carlisle gehen.

Während er bei Carlisle war, ging ich wieder in den Umkleideraum. Ich wollte Jessica nicht begegnen,oder mich weiter den missbilligenden Blicken der Anderen aussetzen. Und Gott sei Dank, kam diesmal niemand in den Raum.

Es war nicht so schön, dass es plötzlich bewölkt war und es nach Regen aussah. Ich wäre gerne wieder mit Edward in den Garten gegangen. Wie es aussah, gefiel es ihm sehr im Garten, sein Gesichtsausdruck sagte es mir und auch in seinen Augen konnte ich einen ganz neuen Glanz entdecken.

Schnell ging der Tag zu Ende und ich verabschiedete mich von ihm. Wie immer ging ich zum Schreibtisch von Sue, um die nötigen Papiere zu unterschreiben. Dabei fiel mir die Besucherliste von Edward in die Hand, sie war leer. Er hatte diesen Monat noch keinen einzigen Besucher gehabt.

Samstags und Sonntags waren die offiziellen Besuchstage und die meisten Familienangehörigen der Patienten kamen an diesen Tagen.

Traurig sah ich wieder auf die völlig leere Seite. Der Doktor musste sich nicht eintragen, er arbeitete schließlich hier. Aber was war mit seinen Eltern? Sie kamen ihn nie besuchen. Machten sie sich keine Sorgen um ihren Sohn? Seufzend legte ich das Blatt wieder weg.

Draußen bekam ich schnell ein Taxi und fuhr nach Hause. Morgen war Samstag und ich musste nicht arbeiten, aber vielleicht konnte ich Edward ja einfach besuchen.

Am Samstag stand ich früh auf und machte mich schnell fertig. Ich hatte da so eine Idee, aber dafür brauchte ich die Hilfe von Alice. Hoffentlich störte ich sie so früh nicht.

Aber sie war zum Glück schon wach, als ich bei ihr klopfte.

„Alice, ich brauche deine Hilfe." Überfiel ich sie schon fast.

„Und wofür?" Fragte sie mich fröhlich.

„Ich möchte einen Kuchen backen und das kann ich nicht allein."

„Warum?"

„Also...ich möchte Edward besuchen und ihm etwas mitbringen." Antwortete ich und merkt, dass ich rot wurde.

Alice lächelte nur, ging in die Küche und suchte die Zutaten für einen Schokoladenkuchen zusammen. Wärend Alice sich um alles kümmerte, ging ich ihr helfend zur Hand.

„Wer hat dir das Kochen und Backen beigebracht?" Fragte ich sie irgendwann. Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich wusste nicht viel über Alice und das obwohl wir uns jetzt schon eine Weile kannten. Alice erzählte nicht viel über sich.

„Na ja, Victoria schenkte mir Bücher übers Backen. James und sie konnten nicht wirklich kochen, ich habe ihnen also geholfen wo ich konnte." Antwortete sie, ohne mich anzusehen.

„Aha, du hast sie also vor dem Hungertod gerettet." Alice lächelte.

„Und was hat dein Bruder gemacht?" Fragte ich unschuldig.

„So, der Teig ist fertig." Sagte Alice, sie hatte meine Frage völlig ignoriert. Ich bohrte nicht weiter nach, vielleicht machte sie es traurig, über ihren Bruder zu sprechen.

Gegen elf Uhr hatte Alice den Kuchen fertig, wir schnitten ihn auf und Alice packte mir einige Stücke für Edward ein. Alice war regelrecht begeistert darüber, dass ich Edward besuchte. Es freute mich, dass sie mich nicht als verrückt bezeichnete und mir sagte das es falsch war, sie unterstütze mich einfach.

Als wir alles wieder sauber gemacht hatten, ging ich mein Apartment und zog mich um. Ich entschied mich für eine Jeans und eine blaue Bluse. Dann suchte ich mir, wie immer, ein Taxi und fuhr zur Klinik.

Zwanzig Minuten später war ich an der Klinik. Die Leute am Tor waren überrascht mich zu sehen, ließen mich aber ohne Probleme rein.

Als ich in die Halle kam, sah ich noch viele erstaunte Gesichter, ich war noch nie an einem Samstag hier gewesen. Schnell ging ich ins Schwesternzimmer und zu meinem Glück, saß Sue an ihrem Schreibtisch.

„Bella, was für eine Überraschung! Was machst du hier?"

„Ich komme Mister Masen besuchen." Antwortete ich schlicht.

„Wirklich? Wie nett von dir." Sagte sie lächelnd. „Unterschreibe hier und dann kannst du zu ihm." Sie hielt mir die Besucherliste hin. Die war noch immer komplett leer. Ich nahm einen Stift und unterschrieb.

„Du weißt ja wo es langgeht, es ist wohl nicht nötig, dass ich dich hinbringe." Lächelnd gab sie mir die Schlüssel.

„Selbstverständlich nicht." Antwortete ich lachend.

Schnell ging ich durch die gewohnten Gänge zum Zimmer von Edward. Dort angekommen, schloss ich die Tür auf. Ich hatte erwartet, dass Edward an seinem Tisch sitzen und zeichnen würde, aber er lag auf dem Bett, starrte an die Decke und murmelte irgendetwas vor sich hin.

Ich sah auch, dass einige Hefte und Stifte auf dem Boden Lagen. Edward rührt sich nicht als ich ins Zimmer kam.

„Edward?" Fragte ich mit leiser Stimme, er setzte sich sofort auf.

„Bella!" Rief er überrascht. Er sah mich erstaunt an, da wurde mir bewusst, dass er mich bis jetzt nur in Uniform gesehen hatte.

„Ich weiß das ich anders aussehe." Versuchte ich die Spannung zu lösen.

Edward antwortete nicht, er sah mich einfach weiter an. Ich ging zu ihm und setzte mich neben ihn aufs Bett.

„Wie geht es dir?" Fragte ich sanft.

„Jetzt gut." Jetzt antwortete er endlich und lächelte mich an. Ich erwiderte sein Lächeln und nahm seine Hand. Das war zwischen uns ein Zeichen des Vertrauens geworden.

„Aber, was machs du hier?"

„Also...ich komme dich besuchen und hätte nicht gedacht, dass es dich stört." Ich versuchte meine Enttäuschung zu verbergen. Eigentlich hätte ich gedacht, dass er sich über ein wenig Gesellschaft freuen würde.

Ich senkte meinen Blick, um ihn nicht anzusehen, aber er legte seine Hand unter mein Kinn und zwang mich ihn anzusehen.

„Es freut mich sehr das du gekommen bist. Ich fühle mich immer so allein wenn du nicht da bist." Sagte er leise und mein Herz schlug schneller. Manchmal lösten seine zarten Worte diese Reaktion in mir aus und ich wurde nervös.

Für einen Moment verlor ich mich in seinen schönen grünen Augen und erinnerte mich an den ersten Tag an dein ich ihn gesehen hatte. Im Gegensatz zu damals, strahlten seine Augen jetzt etwas, es war mehr Leben in ihnen zu sehen und ein wenig Glück.

Während ich ihn ansah, streichelte er sanft meine Wange. Es war eine sehr zarte Berührung, wie mit einer Feder, so als ob jede festere Berührung meine Wange zerbrechen würde. Sein Gesicht näherte sich langsam und ich verstand seine Bewegung nicht, bis seine Lippen sanft meine Mundwinkel berührten. Als er das tat, sprang ich beschämt und verwirrt auf. Ich merkt wie rot ich geworden war und drehte Edward den Rücken zu.

„Ich habe Schokoladenkuchen mitgebracht." Sagte ich und versuchte mich zu beruhigen, meine Knie zitterten, mein Herz schlug schnell in meiner Brust und meine Stimme war kaum zu hören.

Aber meine Versuche mich zu beruhigen brachten nichts. Was war da gerade passiert? Ich verstand es immer noch nicht. Mein Gehirn strengte sich an etwas gegen meine Nervosität zu tun, aber es war sinnlos.

„Aber zuerst müssen wir hier etwas aufräumen." Damit versuchte ich die Situation zu überspielen und fing an die Sachen vom Boden aufzuheben. Edward sagte nichts, was vielleicht auch besser war.

Als ich damit fertig war alles wieder an seinen Platzt zu räumen, hatte das Zittern etwas nachgelassen.

„Möchtest du den Kuchen probieren?" Lächelnd drehte ich mich wieder zu Edward. Der sah jetzt auf den Boden, zuerst wollte ich zu ihm gehen, ließ es dann aber lieber.

„Komm, er ist sehr gut. Eine Freundin hat mir beim backen geholfen." Versuchte ich ihn zu animieren. Er sah mich jetzt an und lächelte, ein sehr kleines Lächeln, aber ein Lächeln.

Edward stand auf und ging zum Tisch, dass bedeutete, das er essen würde.

Ich packte den Kuchen aus und legte je ein Stück auf die Teller, die ich ebenfalls mitgebracht hatte. Edward fing an zu essen und das Stück Kuchen verschwand in Windeseile.

„Warum bist du Heute nicht raus gegangen?" Fragte ich um das Schweigen zu brechen.

„Ich hatte keine Lust." Antwortete er und ich legte ihm ein zweites Stück auf den Teller.

„Und hättest du jetzt Lust? Es ist etwas kühl, aber man kann trotzdem draußen sein." Versuchte ich ihn zu überreden.

„Ok." Sagt er nur.

Danach schwiegen wir wieder und ich konnte Schritte auf dem Gang hören. Dann wurde die Tür aufgemacht. Ich erwartete, dass es Sue oder Carlisle sein würden, aber dem war nicht so.

Ich war überrascht, als ich die Frau von dem Foto auf Carlisles Schreibtisch in der Tür stehen sah, seine Frau.

„Oh, Hallo." begrüßte uns die Frau genauso überrascht.

„Guten Tag." Antwortete ich und stand auf.

„Du musst Isabella sein, richtig?" Ich nickte nur. „Was für eine Freude Liebes, ich bin Esme Cullen." Sagte sie und kam ins Zimmer.

„Edward Schatz, wie geht es dir?" Erstaunt sah ich, wie Edward aufstand und Esme umarmte.

„Gut, sehr gut." Antwortete er.

„Eh...ich gehe dann wohl besser." Sagte ich und sammelte meine Sachen zusammen. Esme war gekommen um Edward zu besuchen. Wie es aussah, war mein Besuch doch keine so gute Idee gewesen.

Schnell löste sich Edward von der Frau und sah mich bittend an.

„Oh nein Liebes. Geh nicht." Kam es von Esme.

„Ich möchte ihren Besuch nicht stören Mrs. Cullen."

„Du störst doch nicht. Außerdem möchte ich die hübsche Isabella kennen lernen." Sie lächelte mich mütterlich an.

Ihre Worte wunderten mich. Hübsch? Wer hatte mich den als hübsch bezeichnet?

„Wirklich Mrs. Cullen, Sie möchten doch sicherlich ihre Zeit mit Edward verbringen."

„Wirklich, geh nicht ich beiße nicht." Scherzte sie. „Und ich bin schlich und einfach Esme."

„Ok." Sagte ich resigniert. Sie strahlte mich an und sah dann wieder zu Edward.

„Schatz, Carlisle hat mir erzählt, dass du jetzt raus gehst. Das freut mich ja so sehr." Esme streichelte ihm mütterlich über die Wange.

„Ja, Bella und ich wollte gerade in den Garten gehen. Möchtest du auch in den Garten?" Fragte Edward, ich konnte sehen, wie sich Tränen in Esmes Augen sammelten.

„Selbstverständlich." Esme umarmte Edward wieder. „Aber wenn wir raus gehen, dann brauchst du eine Jacke." Esme stand auf und ging zu einer der Wände. Sie drückte leicht dagegen, erstaunt sah ich, wie die Wand aufging und ich konnte ein weiteres Zimmer sehen.

„Du wusstest nichts von diesem Zimmer?" Fragte Esme vergnügt, als sie sah wie perplex ich sie ansah.

Ich schüttelte nur den Kopf.

„Dieses Zimmer war eigentlich für eine Krankenschwester gedacht, aber jetzt ist es sein Bad und sein Kleiderschrank. Wo hast du denn gedacht, dass er sich umzieht?"

„Ich...eh...ich dachte Sue oder Carlisle kümmerten sich darum." Esme lachte hell.

„Edward kann sich um diesen Aspekt seines Lebens ganz allein kümmern." Bemerkte Esme und holte eine Jacke für Edward.

Zusammen gingen wir aus dem Zimmer und Esme gab Edward seine Jacke.

„Warum hast du mir nie etwas von dem anderen Zimmer gesagt?" Fragte ich Edward.

„Ich habe es nicht für wichtig gehalten." Er zuckte mit den Schultern.

Edward nahm meine Hand, aber diesmal erwiderte ich diese Geste nicht. Ich war eh schon nervös und der Kontakt mit seiner Hand machte mich noch nervöser. Außerdem war Esme bei uns und ich wusste nicht, ob sie das gutheißen würde.

Edward spürte das, ließ meine Hand wieder los und ging schneller, so das er einige Meter vor uns herging.

„Ich möchte dir für das was du für Edward tust danken, Isabella." Sagte Esme da zu mir.

„Das ist nicht nötig, ich mache nur meine Arbeit." Antwortete ich.

„Das tust du nicht. Ich weiß woraus deine Arbeit besteht. Es gehört nicht dazu, ihm sein Frühstück zu machen, oder ihn an deinem freien Tag zu besuchen und ihm Kuchen mitzubringen, es gehört nicht zu deiner Arbeit so zu ihm zu sein wie du es bist. Das machst du, weil du es möchtest, nicht weil es deine Pflicht ist und dafür bin ich dir sehr dankbar."

„Ich..." Mir fehlten die Worte.

„Es war eine große Anstrengung für mich Heute hierher zu kommen. Ich war sehr krank und es war mir eine Weile lang nicht möglich zu kommen, deswegen habe ich mich sehr schlecht gefühlt. Aber als Carlisle mir dann von dir erzählt hat und wie gerne Edward dich hat, war ich beruhigter." Sie seufzte traurig. „Weißt du, ich werde eine zeit lang nicht kommen können, ich werde im Ausland operiert und werde deswegen nicht kommen können. Kannst du mir einen Gefallen tun?" Ich nickte. „Pass gut auf ihn auf. Er hat sich noch nie jemandem, außer Carlisle und mir, so geöffnet wie er es bei dir getan hat."

„Machen sie sich keine Sorgen, ich werde mich um ihn kümmern. Das verspreche ich." Antwortete ich ernst.

„Das war alles was ich hören musste, um beruhigt zu sein." Sie strahlte mich an.

Es brannte mir auf der Zunge zu fragen, warum Edward hier war, aber ich traute mich nicht. Esme hatte mir vertraut und ich wollte das nicht ausnutzen.

Den Reste des Tages verbrachten wir im Garten. Esme umarmte Edward oft und unterhielt sich angeregt mit ihm. Edward lächelte viel und wirkte glücklich. Es sah so aus, als ob er vergessen hätte, dass er vor einer Weile sauer auf mich gewesen war. Zumindest im Moment.

Als die Sonne so langsam unterging, verabschiedete sich Esme von uns.

Sie umarmte Edward und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr, dann umarmte sie auch mich.

„Pass gut auf dich auf Liebes."

„Das werde ich tun. Ich hoffe das mit ihrer Operation alles gut geht." Sie hatte es verdient, sie war eine großartige Frau.

„Ich weiß, dass alles gut gehen wird." Sie gab mir einen Kuss auf die Wange.

Kurze Zeit später gingen auch Edward und ich rein. Schweigend gingen wir durch die Gänge. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, dass Edward meine Hand nehmen wollte, es dann aber nicht tat.

Ich fühlte mich deswegen richtig schlecht. Ich wollte ihm nicht weh tun, wusste aber nicht, wie ich das jetzt wiedergutmachen konnte.

Ich blieb bei Edward, bis Sue mit seinen Medikamenten kam.

„Es ist Zeit für deine Tabletten Edward." Ich hielt ihm seine Medikamente hin.

Er nahm sie schweigend, legte sich ins Bett und drehte mir den Rücken zu.

Ich stand eine Weile da und wusste nicht was ich machen sollte. Zwei mal hatte ich ihn Heute vor den Kopf gestoßen und konnte jetzt nicht so einfach gehen. Ich nahm all meinen Mut zusammen, legte mich zu ihm und umarmte ihn.

„Verzeih mir." Murmelte ich gegen seinen Rücken und hoffte, dass er noch wach war. Aber er bewegte sich nicht, ich umarmte ihn etwas fester. Es war ein angenehmes Gefühl, so mit ihm dazu liegen und ich entspannte mich.

Plötzlich nahm Edward meine Hand, setzte einen sanften Kuss auf meine Handfläche und ließ sie wieder los. Ich blieb bei ihm liegen, bis ich sicher war, dass er eingeschlafen war und ging dann nach Hause. Ich hoffte, dass er mir wirklich verziehen hatte.