Hallo ihr Lieben! Das ist der zweite Teil des Kapitels rund um Katies Wette. Das Ende wird richtig schön schmalzig-kitschig. Mal sehen, ob es euch gefällt. Vielen Dank für das Review. Nun aber viel Spaß mit einer völlig verknallten Katie und ihrem peinlichen Abend bei den Slytherins. Über Reviews freue ich mich sehr! Eure Mary

-o-

(Unter einem schlechten Stern)

„Ich habe ein Outfit für dich!", verkündete er breit grinsend und rupfte ihr ungelenk die blauen Bänder aus den Haaren. Oh nein, dachte Katie nur. Jetzt nahm das Unheil seinen Lauf.

„Aua", beschwerte sich Katie, „Ich weiß." Sie seufzte und deutete mit dem Daumen auf die Slytherin-Umkleide. „Soll ich eben mit dir gehen?"

Marcus nickte und wenig später stand Katie in dem peinlichsten Outfit aller Zeiten auf dem Quidditchfeld umgeben von sich köstlich amüsierenden Slytherins. „Ich möchte sterben", bekannte sie Adrian, doch der lachte nur noch lauter. Am Ende hatte er sogar Tränen in den Augen, was Katie trotz allem ein Lächeln entlockte. Selbst als Oliver wenig später wie versprochen neben Marcus auftauchte, erhielt sie keine Unterstützung. Im Gegenteil: der Verräter gratulierte Marcus noch mit zuckenden Mundwinkeln zur gelungenen Auswahl des Kostüms. Marcus starrte Oliver an, wie als wäre ihm ein drittes Auge gewachsen. Selbst Adrian murmelte völlig entgeistert: „Wood hat ja so etwas wie Humor."

Katie verdrehte nur die Augen und blickte an sich hinunter. Sie trug enganliegende silberne Leggins und ein fast knielanges grünes T-Shirt, auf dem in einem Herz eine riesige Schlange prangte. Damit sie nicht fror, hatte ihr Adrian zum Abschluss noch eine enorm große Slytherin-Flagge umgebunden, die wie ein Umhang hinter ihr herwehte. „Hab' Erbarmen, Adrian", flehte sie, auch wenn sie wusste, dass es eh keinen Zweck hatte.

Adrian schüttelte nur verschlagen mit dem Kopf und ging in die Hocke. Katie ahnte schon, was er vorhatte. „Auf keinen F-", setzte sie an, dann wurde sie schon von Marcus gepackt und rabiat auf Adrians Schultern gesetzt. Der stand schnell auf und Katie klammerte sich erschrocken an Marcus ausgestrecken Armen fest, um das Gleichgewicht zu halten. „Huch", entfuhr es ihr, dann blickte sie schon von Adrians Schultern aus über das ganze Quidditchfeld. Leider konnten dadurch auch alle Mitschüler Katie sehen, was ihr Unwohlsein ins Unendliche steigerte. „Es ist so peinlich. Bitte lass mich wenigstens runter", flehte sie, doch Adrian grinste nur.

Katie entdeckte Alicia und George und winkte ihnen hilfesuchend zu, doch die beiden lachten auch nur, als sie das grüne T-Shirt sahen. Alicia zog sogar die Kamera hervor. „Rückt mal zusammen", bat sie grinsend und kniete sich hin, um Katie in ihrer ganzen Pracht auf Adrians Schultern neben Oliver und Marcus auf das Bild zu bekommen. „Das Bild rahme ich dir ein, Katie", zog Alicia sie auf.

„Du bist keine Hilfe, Maus!", erwiderte Katie so würdevoll, wie es in ihrem Outfit möglich war. Auch wenn sie eher ihren Besen verschenken würde als das zuzugeben, gestand sie sich ein, dass es sich eigentlich ganz gut anfühlte, auf Adrians Schultern zu sitzen. In der Öffentlichkeit war er ihr noch nie so nahe gewesen. Für sie war es völlig ungewohnt, aber sie genoss es trotzdem auf eine abgedrehte Art und Weise. Irgendwie schaffte seine Nähe es immer wieder, dieses Kribbeln im Magen hervorzurufen. Auch wenn sie gerade am liebsten vor Scham im Boden versinken würde, konnte sie nicht umhin, die Situation zu genießen. Verstohlen strich sie Adrian durch das dunkle Haar und wieder schlich sich ein Lächeln in ihr Gesicht. Sie winkte noch zum Abschied, als Alicia mit George abzog.

„Bell zieht es echt durch!" Graham stieß mit einem ungläubigen Blick Miles an, der sie mit offenem Mund fassungslos anstarrte.

„Ich hab' doch gesagt, Bell ist cool", erwiderte Marcus locker und reichte Katie ungefragt ein Butterbier nach oben.

„Danke, Marcus", erwiderte Katie verdutzt, trank einen großen Schluck und bot Adrian auch etwas an. Das war das erste richtige Kompliment, das sie von Marcus hörte, und es kam völlig unerwartet. Er musste sie ja echt mögen. Wer hätte das gedacht? Irritiert ließ Katie den Kapitän nicht aus den Augen, doch der schenkte ihr nur ein schiefes Lächeln und klopfte zufrieden mit sich und der Welt Miles auf die Schulter.

„Cool?!", Miles Stimme überschlug sich fast vor Fassungslosigkeit. „Habt ihr alle vergessen, dass sie im letzten Spiel mehrfach versucht hat, mich vom Besen getreten hat, ohne auch nur ein einziges Mal erwischt zu werden?"

„Weichei!", antworteten Marcus und Katie gleichzeitig. Adrian prustete los und verschluckte sich dabei fast an seinem Butterbier.

Empört schüttelte Miles den Kopf. „Das ist echt nicht zu fassen! Ich such' mir ein anderes Team!" Wütend stapfte er los, doch Marcus stürzte ihm sofort hinterher.

„Hey Kates", sagte Adrian fröhlich. „Jetzt wird es an der Zeit, dass du dir den Gemeinschaftsraum vom Slytherin zum ersten Mal in Ruhe ansehen kannst."

Misstrauisch blickte Graham von Katie zu Adrian und zurück. „Heißt das, Bell war schon einmal in unserem Gemeinschaftsraum?"

Mit ihren geschulten Jägerreflexen schnappte Katie Adrian das Butterbier wieder weg und prostete Graham zu. „Warst du etwa noch nie im Gemeinschaftsraum von Gryffindor?", fragte sie unschuldig und erntete einen Klaps auf den Oberschenkel von Adrian.

„Nein", antwortete Graham zögernd. „Irgendetwas entgeht mir hier doch."

Katie zuckte mit den Schultern und grinste. In diesem Moment rief irgendjemand „Zum Gemeinschaftsraum!" und die Menge setzte sich in Bewegung. Wenig später waren auch Oliver und Marcus wieder an ihrer Seite und unterhielten sich gedämpft über Chos Schnatzfang.

„Sag' mal, Wood", fragte Graham mit einem listigen Blick auf Katie, „Warst du schon einmal im Gemeinschaftsraum von Slytherin?"

„Klar", antwortete Oliver ungehalten, da er unterbrochen wurde. „Erst letztes Wochenende mit Flint. Das ist nicht verboten, Montague."

„Hmpf", machte Graham, während Adrian und Katie lachten.

„Du warst noch nie in unserem Gemeinschaftsraum, weil du auch ein Weichei bist, Montague", provozierte Katie ihn von Adrians Schultern herab, wohlwissend, dass er ihr dort nichts antun konnte. Obwohl sie im peinlichsten Outfit von Hogwarts das Quidditchfeld verließ, kam sie nicht umhin, sich einzugestehen, dass sie heute Abend noch eine Menge Spaß haben würde.

„Halt' ja den Rand, Bell", drohte Graham halbherzig.

„Wenn du weiter so charmant bist, lädt dich nie jemand dahin ein", provozierte Katie weiter und handelte sich einen festeren Knuff ins Bein ein.

„Ruhe da oben, Kates", schimpfte Adrian gelassen. „Sei nett zu den Leuten, mit denen du den Abend verbringen musst."

„Ich bin die Freundlichkeit in Person, Adrian", bestätigte Katie sarkastisch und tätschelte übertrieben liebevoll Adrians Kopf.

„Und außerdem niemals leichtsinnig, neugierig oder direkt", fügte Adrian genauso sarkastisch hinzu und fuhr spielerisch unter ihr T-Shirt, wo der Gryffindor-Löwe immer noch in unverminderter Farbintensität brüllte. Die Weasley-Zwillinge waren von der Farbechtheit begeistert, doch Adrian wurde langsam unruhig und redete immer öfter von irgendwelchen Zaubertränken, mit denen man die Farbe vielleicht abbekam. Katie tat das aber alles mit einem Schulterzucken ab und war nur mäßig beeindruckt davon. Früher oder später würde die Farbe schon von allein abgehen, da war sie sich fast sicher.

„Denkt an die Regeln", kam es sofort von Marcus, „Kein Fummeln in Gegenwart des Käpt'ns."

„Fummeln?", entfuhr es Graham entsetzt, dann schien der Knut zu fallen und er murmelte: „Nein, nein, das will ich alles gar nicht wissen." Er wandte sich um und rief nach Miles, der beinahe sofort bei seinem Kumpel auftauchte. „Wusstest du, dass Adrian was mit Bell hat?", fragte Graham völlig schockiert nach. „Ich dachte immer, der macht Witze!"

„Er hat es erwähnt." Miles verschränkte die Arme. „Die beiden haben sich echt verdient." Böse starrte er zu Katie hoch, die ihn von Adrians Schultern herab mit Stückchen vom Etikett ihrer leeren Butterbierflasche bewarf und viel zu glücklich lächelte. Er hatte also seinen Freunden von ihr erzählt. So fühlte es sich also an, Adrians offizielle Freundin zu sein. Am liebsten hätte sie die ganze Welt umarmt. Der Moment konnte kaum perfekter sein.

„Gib' mir dein Butterbier, Bletchey", forderte Katie und erwiderte Miles' böse Blicke herausfordernd. Miles schüttelte vehement den Kopf und verschränkte seine Arme fest um die Flasche.

In diesem Moment holte Roger sie ein und baute sich vor dem deutlich irritierten Adrian auf. „Lass sie runter", befahl er mit einem finsteren Gesichtsausdruck und Katie ahnte schon, dass nun das Unheil seinen Lauf nahm.

Katie spürte, wie auch Adrian sich anspannte, und antwortete schnell: „Sorry, Roger. Ich habe eine Wette verloren." Zaghaft lächelte sie ihn an. Hatte er es etwa endlich aufgegeben, sie zu ignorieren, nur um einen Streit anzufangen? Oh Merlin, bitte hilf' mir, dachte sie noch.

Zum ersten Mal seit langem sah Roger ihr in die Augen. „Also stimmt es, was die Leute über dich sagen. Katie Bell ist die Schlampe irgendeines Slytherins."

Ein dicker Kloß bildete sich in Katies Hals und erschwerte ihr das Atmen. Was sollte das denn? Geschockt starrte sie ihn an und das Hochgefühl von eben war schon längst verschwunden. Dann hatte sie sich gefangen. „Mistkerl", fluchte sie wütend. „Mein Leben geht dich einen feuchten Dreck an. Verpiss dich bloß in deinen scheiß blauen Elfenbeinturm, da wo du hingehörst." Unter den johlenden Beifallrufen von Miles und Graham kramte sie ihre Ravenclaw-Flagge hervor und warf sie Roger schwungvoll gegen den Kopf. Was bildete dieses Arschloch sich ein? Waren sie nicht vor Ewigkeiten sogar einmal Freunde gewesen? Das konnte sie sich jetzt nicht mehr vorstellen.

Zornig rupfte sich Roger die Flagge vom Kopf und warf sie achtlos beiseite. „Ich habe keine Ahnung, was ich mal an dir gefunden habe, du widerliche Verräterin", spuckte er aus.

Für einen kurzen Moment war Katie sprachlos, dann brüllte sie: „Das weiß ich auch nicht, denn du bist ein eingebildeter egoistischer Haufen Drachenmist, der meine Anwesenheit nicht verdient hat. Du blöder..." Sie bedachte ihn mit einigen wunderschönen Bezeichnungen, die dazu führten, dass Graham den Kopf einzog und Miles anerkennend nickte. „... und deine Mutter war ein verdammter Gartengnom!", schloss Katie wütend. „Ich will nie wieder deine Visage sehen. Nenn' mich nie wieder eine Schlampe, du Arschloch."

Adrian dagegen hatte inzwischen seinen Zauberstab gezogen. „Incendio", murmelte er gelassen und der Saum von Rogers Quidditchumfang stand in Flammen.

Schwer atmend sah Katie ihrem brennenden Ex-Freund dabei zu, wie er Zuflucht bei seinem Team suchte. „Wichser", schimpfte sie aufgebracht. Roger hatte sie furchtbar enttäuscht.

Adrian hob eine Augenbraue. „Warst du noch nicht fertig?", neckte er sie. „Dann hätte ich mit dem Anzünden noch ein bisschen gewartet."

Benommen blickte Katie sich nach ihrem besten Freund um. Jetzt war Roger auch gegen sie. „Oli...", murmelte sie mit belegter Stimme und streckte ihre Hand nach ihm aus.

„Du bist keine Schlampe und keine Verräterin", sagte Oliver resolut und drückte ihre Hand ungelenk. „Du bist eine tolle Gryffindor und Roger hat nicht mehr alle Klatscher im Kasten." Er schüttelte irritiert den Kopf und tätschelte tröstend den Teil von Katies Arm, an den er herankam. „Mit dem gehe ich so schnell kein Butterbier mehr trinken."

Adrian ging einen Schritt zur Seite, sodass Oliver Katie loslassen musste. „Finger weg von meiner Freundin", knurrte er böse. „Wenn Davies ihr noch einmal zu nahe kommt, bekommt er mehr ab als nur einen Incendio. So regeln wir Slytherins das."

Oliver ließ sich von Adrians Drohung wenig beeindrucken. „Das Slytherin-Thema ist noch lange nicht durch, Pucey", prophezeite er düster.

Katie seufzte und schluckte ein paar Mal, um wieder frei atmen zu können. „Roger ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte sein, der mich eine Verräterin nennt", bekannte sie ernst. „Manchmal... manchmal wünsche ich mir Marcus' dicke Haut", fügte sie traurig hinzu.

Marcus schnaubte und reichte Katie eine halbvolle Glasflasche. „Trink' Bell und sei wieder fröhlich. Heute wird gefeiert, nicht gejammert."

Ohne mit der Wimper zu zucken, trank Katie einen großen Schluck aus der Flasche und verzog dann angeekelt das Gesicht. „Was ist das denn?", fragte sie entsetzt.

Graham und Miles lachten und spotteten über ihren Gesichtsausdruck. „Na Bell, wer ist jetzt das Weichei?", fragte Miles hämisch nach, doch nach einem gezielten Tritt in seine Rippen lachte er nicht mehr.

„Das ist Marcus' Geheimrezept", erklärte Graham herablassend. „Gib' mir die Flasche, Bell."

Damit war Katies Neugier nicht gestillt. Zögernd trank sie noch ein paar Schlucke und versuchte, etwas herauszuschmecken, bevor sie die Flasche an Graham weitergab. „Da ist doch Feuerwhisky mit drin, oder? Adrian?", hakte sie nach, doch der lachte nur und ließ sie im Dunkeln.

Langsam näherte sich der Pulk aus silber-grün gekleideten Menschen dem Schloss. Katie hatte noch nie in ihrem Leben so viele hämische Kommentare über die Wahl ihrer Kleidung bekommen, wie in der Zeit auf Adrians Schulter. Selbst ihre eigenen Hausgenossen kamen vorbei und machten ihre Witze über die wehrlose Katie oder spotteten darüber, wie sehr ihr grün doch stand. Colin Creevy versuchte sogar, ein Foto von ihr zu schießen, doch Oliver verjagte ihn mit dem bösen Blick, der eigentlich für die Weasley-Zwillinge reserviert war.

„Marcus bitte, es ist so peinlich", stöhnte Katie, die es aufgegeben hatte, Adrian um Erbarmen zu bitten. „Du hast auch was gut bei mir."

„Dürfte ich auch deinen Besen polieren?", fragte Marcus, aber Katie war sich fast sicher, dass er sie nur auf den Arm nach. Vorsichtshalber nickte sie trotzdem zustimmend, doch Marcus lachte nur und schüttelte den Kopf. Lässig erhob er die Hand zum High-Five und Adrian schlug ein.

„Ihr seid gemein", murrte Katie weinerlich. Sie zog den Kopf ein, da sie inzwischen im Schloss angekommen waren und durch die Gänge zogen. Inzwischen war sogar der Kopflose Nick vorbeigeflogen und hatte sie ungläubig angestarrt.

„Slytherin eben, Kates", antwortete Adrian grinsend. Vor dem Eingang zum Gemeinschaftsraum angekommen ließ er sie dann endlich von seinen Schultern.

Katie streckte sich, bis die Knochen knackten, und fühlte sich noch ein wenig wackelig auf den Beinen nach der langen Zeit auf Adrians Schultern. Doch gerade als sie ihre Hand nach Oliver ausstreckte, legte Adrian seinen Arm um sie und führte sie unter großem Gejohle und Applaus in den Gemeinschaftsraum.

„Endlich trägst du die Farben eines richtigen Quidditchteams, Bell", scherzte einer der Treiber unter anhaltendem Gelächter.

„Wenn du zu uns wechseln willst, kaufe ich dir auch einen richtigen Besen", spottete der andere Treiber. Er wartete noch nicht einmal Katies Antwort ab, sondern drehte die Musik auf. Überall standen Butterbierflaschen und irgendjemand hatte sogar Snacks vorbereitet. Die Slytherin-Partys schienen denen im Gryffindor-Gemeinschaftsraum um nichts nachzustehen.

Katie atmete tief durch und versuchte, sich nicht aufzuregen. Dankbar nahm sie Marcus' Flasche entgegen und trank einen großen Schluck. Wieder verzog sie das Gesicht. Da war auch Kürbissaft drin, wenn sie sich nicht völlig täuschte. Ohne Alkohol würde sie den Abend bestimmt nicht überleben. Dementsprechend böse schaute sie auch, als Oliver ihr die Flasche abnahm.

„Seit dem letzten Mal, als du auf einer Party zu viel getrunken hast, habe ich den da an der Backe", erklärte Oliver grinsend und deutete mit dem Daumen auf Adrian. „Mehr von der Sorte ertrage ich nur bedingt."

„Pathetisch, Wood", kommentierte Adrian herablassend und zog Katie eng an sich. „Ich mag dich in grün, Kates", flüsterte er ihr ins Ohr und führte sie zu einem Sessel. Mit einem leisen Ächzen ließ er sich darauf fallen und zog Katie auf seinen Schoß. „Morgen habe ich Muskelkater", brummte er und strich ihr sanft über den Rücken.

Ein wohliges Gefühl machte sich in Katie breit, doch richtig entspannen konnte sie noch nicht. „Du darfst mir nicht so nahe sein, Adrian", warnte sie ernst, „Das mit uns wird sonst die Runde machen." Auch wenn es ihr das Herz brach, wollte sie nicht nur an sich denken. Sie musste Adrian vor den Lästereien schützen. Es war schon schlimm genug, dass man sie hinter ihrem Rücken eine Schlampe nannte oder dass Roger Davies sie auf dem Quidditch-Feld beleidigte.

„Das mit uns steht nicht unter einem schlechten Stern, Kates", antwortete Adrian und zog sie einfach näher an sich heran. Sein Blick wanderte zu ihren Lippen und blieb dort hängen. „Es ist mir egal, was die anderen denken.", fügte er arrogant hinzu. „Sie werden uns nie verstehen." Mit den Fingerspitzen fuhr er über ihre Unterlippe und sie schloss automatisch die Augen. „Du gehörst mir", flüsterte Adrian besitzergreifend und strich federleicht mit seinen Lippen über ihre.

„Ich gehöre dir", wiederholte Katie wie in Trance. Vermutlich hätte sie ihn in ihrem Zustand alles bestätigt, was er hören wollte, damit er sie endlich küsste. Dass sie ihm mit Haut und Haaren verfallen war, war aber leider wahr, das spürte sie deutlich. Dann senkten sich seine Lippen auf ihre und sie seufzte wohlig. Heute war schon jetzt der beste Tag ihres ganzen Lebens trotz der blöden Wette. Katie schlang ihre Arme um Adrians Hals und vergrub ihre Finger in seinen dunklen Haaren, als er den Kuss noch vertiefte. Sein Geruch umgab sie wie eine Glocke und Katies Gedanken wurden immer nebliger. Seine Hand glitt unter das grüne Top und fuhr langsam an ihrem Rücken hoch und runter und sie merkte kaum, dass sie sich mit ihrem ganzen Körper an ihn schmiegte. „Adrian...", hauchte sie, als er sich von ihr löste und kleine Küsse auf ihrem Hals verteilte.

„Lass uns in mein Zimmer gehen" flüsterte Adrian mit belegter Stimme. Katie nickte nur und stand ein bisschen wackelig auf.

Die beiden kamen noch nicht einmal halb durch den Raum, da wurden sie schon von Graham und Miles abgepasst. „Das könnt ihr vergessen", sagte Graham herablassend und versperrte ihnen den Weg. „Heute Nacht wird gefeiert und getrunken." Miles hielt auch schon wieder Marcus' merkwürdiges Gebräu in der Hand. „Eure merkwürdige... Bettgeschichte könnt ihr später ausleben", fügte spöttisch Miles hinzu. „Bros before hoes." Katie versuchte noch, Miles gegen das Schienbein zu treten, doch der ganze Alkohol ließ sie langsam werden und er wich aus. „Netter Versuch, Bell", kommentierte er grinsend. „Komm' schon, Adrian, oder hat dich die Kleine schon so im Griff?", spottete Graham. „Früher hast du uns nie für deine Freundinnen hängen lassen."

Adrian zögerte und Katie ahnte schon, dass sie heute wohl nicht mehr mit ihm schlafen würde. Mit einem letzten wehmütigen Blick auf den rettenden Ausgang ließ sie seine Hand los. „Geh' schon", sagte sie mit einem Lächeln. „Deine ‚hoe' läuft dir nicht weg - zumindest heute Nacht nicht."

Sie hatte sich schon halb weggedreht und winkte Oliver, als Adrian seinen Arm um ihre Hüfte schlang. „Du gehst jetzt nicht zu Wood", erklärte er arrogant, „Du kommst mit uns. Von mir aus sollen alle wissen, dass du mir gehörst... vor allem Wood."

Ein warmes Kribbeln machte sich in Katie breit. Es war das schönste Geständnis, was er ihr in diesem Moment hätte machen können. Morgen würden vermutlich alle darüber reden, dass sie Adrians Freundin war, und er tat nichts, um es zu verhindern. Es fühlte sich so gut an, dass er endlich offen an ihrer Seite stand. Sie lehnte sich an ihm und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange. Nie wieder würde sie ihre Zuneigung verstecken müssen. Das war jetzt schon verdammt befreiend. „Eifersüchtig?", flüsterte sie in sein Ohr und schenkte ihm einen verschmitzten Blick. Sollte er doch auch ein wenig leiden, wenn sie schon von allen ausgelacht wurde.

„Wenn du nicht so verdammt heiß wärst, hätte ich dich schon längst stehen lassen, Gryffindor", antwortete Adrian gelassen mit seiner Hand deutlich sichtbar auf Katies Po.


Hmm, schön kitschig. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Genießt die Ruhe vor dem Sturm, nächste Woche gibt's Drama. Nach Kapitel 6 folgt nur noch ein (optionaler) Epilog. Also macht euch bitte die Mühe und schreibt mir ein Review.