Weil er nicht gehindert wurde
Severus mochte den Tagespropheten nicht. Vor allem nicht, wenn er eine Sonderausgabe bekam, die doppelt so dick, und mit doppelt soviel Müll gefüllt war. Aber die wenigen, die um diese Uhrzeit schon beim Frühstück kamen, diskutierten intensiv darüber. Severus blickte auf die Titelseite.
"Wollen Sie sterben?"
Lesen Sie den erschütternden Abschiedsbrief eines Mörders, der im Augenblick seines Todes erkannte, dass er alles gegeben hatte, der Nachwelt nicht mehr hinterlassen konnte – bis auf eine schockierende Wahrheit über ein Unrecht, das zu lange in dieser Welt ist.
Ein Bericht von Rita Skeeter.
Das würde doch einmal interessant klingen, dachte Severus, hätte Skeeter nicht so einen subjektiven Schreibstil. Was auch immer. Es gab keine Alternativen. Warum ich das hier schreibe? ("Um die letzte Chance zu nutzen, eine Fußnote in einem Geschichtebuch zu werden?")Stellen Sie sich vor, Sie werden gezwungen, Aufgaben zu lösen, an denen Menschen gescheitert sind, die doppelt so lange ausgebildet wurden, wie Sie. Scheitern Sie? Mein Meister dachte, ich wäre nicht loyal. Ich war loyal, ich bin es, und ich werde es noch bei meinem letzten Atemzug sein. Mein Geld habe ich Lord Voldemort gegeben. Das Leben meines Kindes habe ich Lord Voldemort gegeben. Mein eigenes Leben habe ich Lord Voldemort gegeben. Aber mein Respekt gehört diesem Jemand, diesem nun Fünfzehnjährigen, der den Namen Harry Potter trägt.
Ich werde heute zu Bett gehen und nicht mehr erwachen. Das hat mein Meister entschieden. Gift. Ich werde in die Hölle kommen. Ich bereue es nicht, und ich will nicht, dass man mir vergibt. Nicht einmal die Bitte, dass Sie mir zuhören, steht mir zu. Denn ich bin ein Folterknecht, ein Vergewaltiger, ein Mörder. Ich bin ein Todesser. ("Ich auch. Klasse, nicht?")
Jemand schaffte es, durch Teamarbeit, und außergewöhnlichen Einsatz. ("Ach, und das interessiert mich?")
Stellen Sie sich vor, als Belohnung für diese Aufgaben, die Sie gar nicht lösen wollten, wird Ihr schlimmster Alptraum wahr. Sie stehen Aug' in Aug' mit dem Mörder Ihrer Familie, hilflos, gefesselt, und müssen mit ansehen, wie Ihr Kollege ermordet wird, während jemand, nach einem uralten Ritual, mit ihrem Blut "gewaltsam genommen", einen irrsinnigen Massenmörder wieder auferweckt. Geben Sie auf?
Jemand versuchte, sein Blut freiwillig zu geben, damit das Ritual scheiterte.
Stellen Sie sich vor, Sie sind alleine. Das Ritual hat geklappt, und dieser Irre und fünfzig seiner Anhänger stehen da, der Zauberstab auf Sie gerichtet. Dieser Irre, ja der Dunkle Lord ist wieder da, einer der mächtigsten Zauberer unserer Zeit, spricht mit aller Gewalt den Crucio. Wollen Sie sterben? ("Schon lange, junger Mann.")
Jemand stand wieder auf, trotz Imperius, und forderte diesen Irren zu einem Duell.
Er gewann nicht, aber er verlor auch nicht. In einem verzweifelten Moment schaffte er die Flucht, geschwächt, verletzt, und gegen 50 Männer. Er brachte sogar den Körper seines Kollegen zurück.
Dieser Jemand war ein Vierzehnjähriger. Ein Vierzehnjähriger, der noch nie den Crucio gespürt hatte, noch nie jemanden hatte sterben sehen, und nicht einmal wusste, wie man sich beim Duellieren verhalten sollte. ("Und das war nicht das einzige, das er nicht wusste.")
Ach wie nett. Die Rekruten des Dunklen Lordes waren in den letzten Jahren auch immer schlechter geworden. Ein Wunder, dass er den umbrachte. Vermutlich wollte die Heulsuse einen Roman über das traurige Schicksal des missverstandenen Tommys schreiben. Oder er war mit Lockhart (nenn mich Gil') verwandt gewesen.
Die Große Halle war gefüllt, Potter stand, von Fragen bestürmt, auf. Finnigan blickte ihn an, hielt ihn zurück. "Schau, Harry, es tut mir Leid. Wenn du je Unter –"
"Unterstützung hätte ich zu anderer Zeit gebraucht.", meinte Potter, müde und schroff. "Abgesehen davon, bemüht euch nicht. Wer weiß, wann mich das Ministerium wieder als dunkel, besessen, oder verrückt erklärt. Dann war die ganze falsche Freundschaft wieder umsonst. Übrigens, gestern hieß ich noch Potter. Was gab dir einen Grund, das zu ändern? Bin ich ein anderer Mensch geworden, über Nacht?"
Niemand hielt Potter zurück, als er die Halle verließ. Aber viele senkten ihre Köpfe vor Scham. Natürlich. Dramaqueen.
A/N: Wilde Spekulationen, wer Piano Boy ist.. Neville? Hermione? Ein Fremder? Harry? Ein Mädchen? Ein Repräsentant einer Meinung? Eine innere Stimme? Ein Käsebrot?
Reviews, anyone?
Sind Snapes' Kommentare zu zynisch? Potter wird übrigens in zwei Kapiteln wieder verschwinden. Er spielt zwar eine Rolle, aber.. er dient auch nur einem Zweck.
PS: Dass PB altklug klang, war beabsichtigt. Es ist schließlich SS' Sichtweise.
PPS: Hoffentlich geht heute ein bisschen stabiler als in den letzten Wochen. Ich hab sooo wenig Reviews gekriegt.
