Grissom kam aufgeregt in Cath's Büro, und hielt 2 große Plastiktüten in die Höhe. „Was meinst du dazu?" fragte er übermütig, während diese wild vor ihrem Gesicht baumelten. Ungläubig verfolgte Cath die Tüten mit ihren Augen, dass ihr fast schwindelig wurde. „Was ich davon halte kann ich dir erst sagen, wenn ich weiß was da drin ist." Endlich setzte Grissom die Tüten ab und Cath sah ihn völlig entgeistert an. „Sag mal, was ist denn mit dir passiert? So aufgedreht kenn ich dich gar nicht." Siegessicher präsentierte Grissom seine Einkäufe und breitete sie auf dem Schreibtisch aus.

Cath traute ihren Augen nicht, sie wurden immer größer. Und Grissom's Grinsen auch. Vor ihnen lagen jede Menge Babysachen und Schühchen, ein kleines Plüschkätzchen und sogar eine Plüschspinne. Grissom war völlig aus dem Häuschen, doch Cath starrte ihn nur mit offenem Mund an. „Nun sag schon. Meinst du, es wird ihr gefallen?" wollte er wissen und tänzelte nervös vor ihr herum.

„So, mein Lieber." Cath atmete tief durch und deutete Grissom mit der Hand, dass er sich setzen solle. Langsam beruhigte er sich wieder und folgte ihrer Anweisung. „Du meinst also…" sprach sie schließlich weiter „…wenn du damit bei ihr auftauchst, werden all eure Probleme gelöst?" Grissom's Übermut legte sich drastisch. „Natürlich nicht. Aber es würde mir leichter fallen, auf sie zu zugehen." Nachdenklich nahm er einen kleinen, grünen Strampler in seine Hände. Ein flüchtiges Lächeln huschte über sein Gesicht und er sah kurz zu Cath auf, die ihn eingehend beobachtete. Dann flüsterte er, kaum hörbar. „Grün. Ich weiß ja nicht, ob es ein Mädchen oder Junge wird."

Als Cath ihn so zusammen gesunken da sitzen sah, ermunterte sie ihn nun, sein Vorhaben in die Tat um zu setzen. „Tja, dann solltest du keine Zeit mehr verlieren." sagte sie nur und beide sahen sich einen Moment an, als Grissom plötzlich fragte. „Was hast du eigentlich gesagt, nachdem Sara dir erzählt hat, dass sie unser Kind weggeben will? Hast du sie darin bestärkt?" Entsetzt schaute sie ihn an. „Du glaubst, das würde ich tun?" Im selben Moment tat Grissom die Frage leid, aber er sagt ja oft unüberlegte Dinge. Darin ist er ja Meister, „Im Gegenteil." fuhr sie fort. „Aber der Wunsch, ein neues Leben an zu fangen, ein Leben ohne dich, wie sie sagte, war größer." „Größer als was?" hakte er nach. „Als ein Kind von einem Mann zu haben, der sie enttäuscht und verletzt hat. – Und jetzt solltest du dich auf den Weg machen."

Grissom verharrte noch einen Augenblick, als hätte er sich anders überlegt. Doch dann packte Cath die Sachen wieder ein und drückte ihm die Beutel in die Hand. „Na los." rief sie „Worauf wartest du noch?" Seine Begeisterung schien wieder zu zunehmen. Jetzt oder nie! bestärkte er sich selbst und lief schnellen Schrittes aus Cath's Büro und schnurstracks Richtung Ausgang, ohne seine Umgebung noch wahr zu nehmen.

Bevor Grissom zu Sara fuhr, machte er noch einen kurzen Abstecher bei sich zu Hause. Er wollte die Sachen noch schön einpacken in Geschenkpapier, was immerhin mehr hermacht, als 2 Plastiksäcke. Er hatte zwar keinerlei Übung darin, aber er beschloß, es wenigstens zu versuchen.

Das Ergebnis ließ allerdings zu wünschen übrig, und skeptisch betrachtete er die unförmigen Päckchen von allen Seiten. Er entschied, dass er sie Sara, so wie sie im Moment aussahen, nicht geben konnte. Da hatte er die rettende Idee. Er sprang auf, und suchte in seiner ganzen Wohnung nach Verpackungen, und wurde fündig. Erleichtert machte er sich ein zweites mal ans Verpacken, und diesmal war er mehr als zufrieden, was ein stolzes Lächeln verriet.

Diesmal würde er sich nicht so leicht geschlagen geben. Selbst, wenn sie wieder verbale Hiebe an ihn austeilen würde. Ihre letzten Worte taten immer noch weh, aber gerade diese brachten ihn zu diesem Entschluß.

Entschlossen, aber dennoch mit heftigem Herzklopfen, machte er sich auf den Weg.

„Einen Augenblick bitte." entschuldigte sich Sara, als es an der Tür klingelte, und sie daraufhin aufstand. Ihr Besuch nickte nur freundlich.

Sie glaubte im selben Moment als sie die Tür öffnete, ihr Herz setzte aus. Um Gottes Willen nicht jetzt! schoß es ihr durch den Kopf. „Hi." Wurde sie nur schüchtern von Grissom begrüßt. Und bevor Sara etwas sagen konnte, fragte er „Darf ich rein kommen?" Sie fühlte ihr Herz bis zum Hals klopfen, und eigentlich wollte sie sagen, dass es kein guter Zeitpunkt wäre, aber stattdessen öffnete sie die Tür weiter, damit er eintreten konnte. Jetzt brachte auch Sara endlich einen Ton heraus, der ihr allerdings durch den Kloß, den sie in der Kehle hatte, fast im Hals stecken blieb. „Es ist grad ein bisschen schlecht." gab Sara zu „Ich habe Besuch.". Grissom war enttäuscht, was ihr nicht entging. „Kann ich dann später noch mal kommen?" fragte er hoffnungsvoll. Sara überlegte kurz und antwortete schließlich ernst. „Du kannst auch bleiben. Vielleicht willst du ja die zukünftigen Eltern unseres Kindes kennen lernen." Ein sprachloser Grissom folgte Sara ins Wohnzimmer. „Das sind Herr und Frau Farmer.- Und das ist Grissom…" stellte Sara sie einander vor und fügte hinzu „…der Vater des Kindes." Beide, Herr und Frau Farmer standen auf und gaben Grissom die Hand. Dieser starrte das Paar nur an und ein kaum hörbares „Sehr angenehm." kam über seine Lippen.

Dann wandte er sich zu Sara. Ihr schien diese Situation mehr als unangenehm zu sein, denn er bemerkte, dass sie nervös mit ihren Fingern spielte. Entschlossen drehte er sich wieder zu dem Ehepaar und sprach mit standfester Stimme. „Tut mir leid, dass sie den Weg hier her umsonst gemacht haben. Aber wir haben beschlossen unser Kind zu behalten." Sara's Kinnlade klappte nach unten und ein entsetztes „Grissom!!!" entwich ihr.