10. Kapitel
Die Nacht war so düster und voller Waldesstimmen wie jede zuvor, die sie gemeinsam in der Kate verbracht, und doch schien sie mehr Unbehagen zu verbreiten, als die nächtlichen Stunden der vergangenen Zeit.
Hermine fand keinen Schlaf. Sie lauschte den flüsternden Stimmen der Bäume, deren, inzwischen morschen Blätter, die Botschaft des Windes in ein beständiges Rauschen fassten.
Ab und an tönte der Schrei eines Waldkauzes durch die Finsternis und aus der Ferne vernahm sie das Heulen eines Wolfes, in das ein zweiter einstimmte, und vermutlich gar ein dritter, denn es klang alsbald wie ein Kanon animalischen Nachtgesanges.
Und doch waren es nicht diese Geräusche, die Hermine den Schlaf raubten.
Es waren Augen in der Dunkelheit, die sie nicht anblickten, sondern die hinter geschlossenen Lidern verborgen blieben - noch dazu weilten sie sich nicht im gleichen Raume wie sie.
Doch gerade dieses Verborgene bereitete ihr Furcht.
Hermine tadelte sich selbst für dies törichte Gefühl.
Die Ohren gespitzt, lauschte sie dem Atem des Mannes, der die Kate mit ihr teilte, jedoch in einem anderen Raum ruhte.
Er schlief tief und fest.
Wie sehr bedauerte sie es nun, dass sie ihn nicht darum gebeten hatte, mit ihm die Bettstatt teilen zu dürfen.
Es war wohl kaum unzüchtiger, gemeinsam während des Schlafes das Bett zu teilen, als das, was sie des Tags außerhalb des Ruhelagers miteinander taten. Und doch war das gemeinsame Verbringen einer Nacht bislang von beiden gescheut worden.
Nun aber hatte sie das Gefühl, dass sie nicht eher Ruhe finden würde, bevor sie nicht in seinem Arme lag und seinen Atem spürte.
Die Bettdecke sorgfältig zurückschlagend, ließ sie die Füße zu Boden gleiten. Keinen Laut wollte sie verursachen, da es ihr gefährlich erschien. Mit einem Male hielt sie inne und überdachte ihr geräuschloses Vorgehen.
Vor wem ängstigte sie sich?
Und kaum war der Gedanke zu Ende gebracht, flüsterte eine beinahe kindhafte Stimme in ihr: "Vor ihm! - vor dem Golem!"
"Lachhaft!", meldete sich eine andere Stimme in ihr, und doch durchschritt sie die Wohnstube verdächtig leis', als wolle sie ein Kind nicht aus dem Schlafe wecken.
Der Golem indes saß auf seinem Stuhle und rührte sich nicht.
Die ausdruckslosen Augen hinter den Lidern aus Lehm verborgen, mutete er im Dunkel wie ein Felsen an, dem ein Künstler menschliche Gestalt mit Hammer und Meißel verliehen hatte.
Obwohl es Hermine schauderte, rief sie sich ins Gedächtnis, dass es von Nutzen sein könne, ihn des Nachts fälschlich für einen Stein zu halten.
Sie verharrte - und in einem gar törichten Anfall, sich die Angst selbst nehmen zu müssen, griff sie zu einer aus Holz geschnitzten Figur, und warf sie dem Golem an den Kopf. Der hölzerne Hirte samt Lamm zu seinen Füßen, traf die gefürchtete Gestalt mitten ins Gesicht, und fiel ihr dann in den Schoß, wo sie zwischen den gefalteten Händen des Golems liegenblieb.
Hermines Herz klopfte scheinbar so schnell, wie die Immen mit den Flügeln schlagen.
Die Gestalt aus Lehm blieb wie sie war. Nichts rührte sich an ihr.
So schnell die Füße sie trugen, schlich Hermine zu Snapes Kammer, öffnete die Tür und betrat eilends den Raum.
Wie ein Kind, das den Schutz der Eltern sucht, hob sie die Decke an und stockte verwirrt, weil er gänzlich unbekleidet schlief.
Der kalte Luftzug, als sie die Decke von ihm zog, hatte ihn wohl geweckt, und so flink, dass Hermine kaum wusste wie ihr geschah, stürzte er sich auf sie, rang sie zu Boden nieder und rief im gleichen Augenblicke: "Ihr ward mir verdächtig - aus welcher Hölle habt ihr eure Seele geraubt, Golem?"
Erst als er den Mantel des Schlafes vollends von sich steifte, verringerten seine Hände den Druck auf ihre Kehle.
"Der Golem ruht wie zuvor. Er hat sich nicht gerührt", stieß mit krächzender Stimm' sie hervor.
Seine Augen richteten sich auf sie nieder, und seine Stimme klang ruhiger nun.
"Das war anzunehmen, nachdem das Stück Papier, welches ihn zum Leben erweckt, in meinem Nachtschrank liegt, und doch...", er brach ab und schüttelte mit dem Kopfe.
"Ich weiß, was Ihr meint, mein Herr. Ich weiß es nur zu gut. Die immer wiederkehrenden Gedanken an die Gestalt des künstlichen Menschen trieben mich zu Euch. Ich wollte so gern in Euren Armen die Ruh finden, die mir in der Einsamkeit meines Bettes nicht vergönnt."
Snape nahm die Hände von ihrem Halse und strich ihr wirres Haar zurück. Zweifellos machte er sich etwas leichter auf der jungen Frau, indem er sein Gewicht verlagerte, jedoch ohne sich von ihr zu erheben.
"Ihr suchtet Schutz und ich tat das, wozu der Golem nicht in der Lage ist - ich griff Euch an. Ich bedaure das sehr."
"So sehr, dass Ihr mich nun wieder freigebt, mein Herr?", fragte sie fordernd.
"Nein", kam die knappe Erwiderung, und um seine Worte zu unterstreichen, legte er seine Hände auf ihre Schultern und drückte sie erneut zu Boden.
"Ihr habt mich geweckt, MyLady. Mich aus dem Traume zu reißen birgt immer ein gewisses Maß an Risiko. Ich bin dann oft nicht Herr meiner eigenen Sinne."
"Ist das so?", fragte sie atemlos.
"Durchaus."
"Was kann geschehen, wenn Ihr nicht Herr Eurer Sinne seid? Ich frage nur, um nicht zu erschrecken, falls Ihr in einem solchen Zustand seid."
"Nun, dann sollt Ihr es erfahren", knurrte er beinahe und seine Hände legten sich auf den Stoff ihres Nachthemdes, das ihre Brüste umspann.
"Ich neige dazu, mir des Nachts zu nehmen was ich begehre, ohne mich zuvor zu vergewissern, ob es im gegenseitigen Einverständnis geschieht."
Überdeutlich spürte Hermine, dass er zu nehmen durchaus in der Lage war, denn sein Gemächt erhob sich herrschaftlich gegen ihren Schenkel.
"Nun, dann handelt Ihr des Nachts wie ein Tier...und doch nicht viel anders als am Tage", fügte sie schelmisch an.
"Ihr spottet mir? Dann sollt Ihr den Unterschied kennenlernen!", presste er zwischen den Zähnen hervor und rückte soweit an ihr hinunter, dass er den Saum ihres Nachtkleides zu fassen bekam. Mit einem einzigen Ruck zerriss er den dünnen Stoff, bis Hermine bis zur Hüfte freigelegt.
"Mein Nachtgewand!"; jammerte die junge Frau und dachte mit Schrecken daran, dass sie nur dies einzige besaß.
"Ist hinüber", sagte er kehlig und legte die Fetzen rechts und links neben ihrem Körper ab.
"Worin soll ich mich des Nachts von nun an kleiden?", fragte sie mit knappem Atem.
"Ihr bedürft der nächtlichen Kleidung nicht. Ihr sollt von jetzt an bei mir schlafen. Ich werde Euch wärmen - ich werde Euch schützen - und ich werde Euch nehmen, wann immer mir der Sinn danach steht."
"Und das soll mich beruhigen?", fragte sie lachend.
Nun musste auch er lachen und das klang so ungewöhnlich, dass Hermine vor Rührung erschauerte.
Mit Wärme gänzlich anderer Art füllte sich nun sein Blick, und der Kuss, den er ihr gab, war von großer Sanftheit.
Just in dem Augenblicke, da er ihn beendet, erklang ein Laut aus dem Nebenraum.
Einen Augenblick schienen die Liebenden wie erstarrt, dann war Snape so schnell auf den Beinen, dass Hermine es kaum mit Blicken zu verfolgen mochte.
Seine Augen wurde zu Schlitzen und seine Muskeln spannten unter der hellen Haut.
"Der Golem?", flüsterte sie atemlos.
Doch er legte nur einen Finger an seine Lippen, um ihr zu bedeuten, dass sie schweigen solle.
Obgleich Hermines Herz bis zum Halse schlug, wurde ihr gewahr, dass der gänzlich unbekleidete Mann keineswegs verletzlich wirkte, als er nun zum Kampfe bereit, das benachbarte Zimmer betrat.
Das Blutrauschen in den eigenen Ohren vernehmend, lauschte Hermine in die Dunkelheit. Die Decke hatte sie zu ihrem Schutze bis zum Kinn gezogen, und die Schenkel presste sie so fest aneinander, als seien sie in Ketten gelegt.
War dies ihr beider Ende? Hatten sie zuviel gewagt? Einen Golem zu erschaffen kam der Blasphemie gleich, dies war ihr wohl bewusst...und doch ging es darum, nicht nur EIN Leben im Gegenzug zu retten, sondern all die Leben jener, die kein reines Blut vorzuweisen in der Lage waren.
Doch wenn der Golem nun zum Leben erwacht, ohne dass einer seiner Schöpfer ihn dazu in die Lage versetzt, so konnte es nur ein rächender Gott sein, der sie für ihren Hochmut strafte, sich selbst zum Schöpfer empor gehoben zu haben.
Würde es sie mit Recht treffen, vom eigenen Werke erschlagen zu werden?
Wen kümmerte es schon?
Sie selbst ein Schlammblut - Severus ein Verräter...keine Menschenseele würde sie beweinen. Diejenigen, die ihr bislang Freundschaft beteuert hatten, würden sagen, dies sei ihr mit Recht geschehen, wenn sie einem traute, der sich so große Schuld aufgeladen hatte, wie der Tränkemeister. Freilich wäre der Golem bis dahin längst über alle Berge, und so würden die Geschichten über ihren Tod seltsame Wendungen finden und voller Argwohn würde man sich fragen, was sie diesem Mann nur abgewonnen hatte.
Abermals erklang ein Geräusch, dem sie mit angehaltenem Atem lauschte.
Und trotz der Furcht durchströmte ein Gefühl der innigen Verbundenheit Hermines Leib. Sie hatte diesen Mann lieben gelernt...und wenn die Zeit gekommen war, so würde sie gemeinsam mit ihm sterben.
Gerade hatte sie diesen Gedanken zu ende gebracht, da vernahm sie einen dumpfen Schlag. Ein Fluchen folgte dem Geräusch alsbald.
Dann öffnete sich die Tür und der Anblick, der sich ihr bot, entlockte ihr ein gar mädchenhaftes Kichern.
"Habt Ihr ein wildes Tier erlegt?", erkundigte sie sich mit Schalk im Blick.
"Ein wahrlich fürchterliches, wie mir scheint. Es machte sich am Golem zu schaffen und obgleich er reglos sitzt, trug er zu seinem Schutze die hölzerne Figur eines Hirten samt Lamm im Schoße - wisst Ihr vielleicht etwas darüber?"
Hermine blickte auf den ungeschützten Schoß ihres Liebhabers - der nicht auf eine solche Weise geschützt war - und verbiss sich ein Lachen.
"Nun, mein Herr, es könnte sein, dass ich einen gewissen Anteil daran habe, dass der Hirte nicht nur das Lamm, sondern auch das nicht vorhandene Gemächt des Golems schützte, vor den Zähnen dieser...Ratte, die Ihr erschlagen."
Angewidert blickte Snape auf das tote Tier, dessen Schwanz er zwischen den Fingerspitzen umfasst hielt.
"Kein schöner Anblick, dieses träge baumelnde Etwas", ließ Hermine sich vernehmen, und ihr Blick glitt herausfordernd an ihm herab, so dass wohl kaum das tote Tier gemeint war.
Durch ihren Übermut der Sprache beraubt, riss er die Augen weit auf und schüttelte dann tadelnd das Haupt.
"Baumelndes Etwas...Ihr verlangt wohl nach Züchtigung, mein Kind", sagte er drohend.
Ein Lachen durchdrang seine finstere Miene, als er mit erhobener Augenbraue anfügte: "Doch zuerst einmal sollte ich wohl dies bedauernswerte Nagetier loswerden."
"Das wäre vortrefflich...und Sir, ich bitte Euch...reinigt Eure Hände gründlich."
Er tat wie erbeten und kehrte dennoch eilends zurück.
"Ich glaube, wir hatten innegehalten, als ich Euch mir gerade gefügig machen wollte", raunte er mit dunkler Stimme.
"Und ich dachte, wir hätten uns darauf geeinigt, uns friedlich aneinander zu schmiegen, und die Nacht in inniger Zweisamkeit zu verbringen."
Einen Moment sah er sie sinnend an, dann erwiderte er: "Gut, so lasst uns erst das eine tun, und danach verfolgen wir dann Euren Plan."
Ihr Körper erbebte vor Lachen, als sie zurückgab: "Das klingt annehmbar, mein Herr."
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"Wie steht es mit dem Tranke?"
Die Stimme Severus' riss Hermine aus dem gedankenvollen Tun.
"Seht selbst", erwiderte sie und trat beiseit.
Seine Augen streiften den Golem, der reglos auf einem Stuhle saß und das Geschehen mit leerem Blick verfolgte, ohne dabei das Haupt zu wenden.
"Nach der geringen Trübung zu urteilen, und der erst milden Trägheit der Blasenbildung, wird der Trank wohl noch mindestens zwölf Stunden benötigen", urteilte er nach einem Blick in den Kessel.
"Zwölf Stunden - dann entscheidet sich unser Schicksal", brachte Hermine matt hervor, ehe sie die Arme unvermittelt um des Tränkemeisters Hals schlang.
Derart von ihr in Beschlag genommen, brummte er lediglich eine Antwort, ehe er sich zu ihrem stillen Gast umsah.
Hermine nahm die Arme fort und blickte ebenfalls zu dem menschenähnlichen Wesen.
Severus räusperte sich, ehe er klaren Befehl gab: "Bereite das Abendbrot in der Küche zu."
Augenblicklich erhob sich der Golem und verließ den Raum, um dem Befehl Folge zu leisten.
Hermines Blick folgte ihm und alsbald biss sie, in Gedanken verstrickt, auf ihre Unterlippe.
"Über was grübelt Ihr, mein Herz?", fragte der Tränkemeister sanft.
Sie seufzte, dann fragte sie: "Glaubt Ihr, er wäre im Stande zu lernen mit der Zeit...wenn er denn Zeit hätte, meine ich. Glaubt Ihr, er könnte erlernen, selbst Entscheidungen zu treffen? Sich seiner bewusst werden?"
Severus wägte seine Erwiderung lange ab, schließlich sagte er: "Es steht Euch frei, erneut ein solches Wesen zu schaffen...und ebenso steht es Euch frei, dieses nicht zu opfern."
"Und dafür lieber Euch zu opfern? Nein...Nein!", sie schüttelte heftig mit dem Kopfe.
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Wenngleich das Gebräu von widerlicher Farbe und ekelerregender Konsistenz war, so verlor doch weder Hermine noch Severus auch nur ein Wort darüber. Und doch kam beiden in den Sinn, dass der Golem nicht das vortrefflichste erste und einzige Mahl in seinem kurzen Leben zu verspeisen hatte.
"Es ist soweit", sprach Hermine ruhig und schöpfte mit der Kelle eine Portion der zähen Flüssigkeit in ein Glas.
"Gebt mir einige Eurer Haare," forderte sie alsdann.
Er sparte nicht mit dieser wichtigen Zutat und reichte ihr eine ganze Strähne.
Sorgsam rührte sie sie hinein, bis keines der schwarzen Haare mehr zu sehen ward.
"Trink dies!", befahl sie der Gestalt aus Lehm, die mit stoischem Blick dem Geschehen folgte.
Ohne ein Anzeichen des Widerstandes nahm der Golem das Gefäß an sich und führte es an seine unförmigen Lippen.
Und als das von ihnen erschaffene Wesen den Trank bis zur Neige leerte, da fassten Severus und Hermine sich an den Händen, um stumm einer weiteren Verwandlung des Golems mit Blicken zu folgen.
Aus Lehm wurde Fleisch. Aus klobigen Gliedmaßen bildete sich die Gestalt des Tränkemeisters. Aus leeren Augen wurden dunkel funkelnde. Aus dem bislang kahlen Kopf erwuchsen Haare lang und länger, bis sie die Schulter erreichten und schwarz schimmerten. Die einstige Nase in Knollenform wurde länger und ebenso gebogen, wie die des Ebenbildes.
In seiner Nacktheit stand der Golem da und glich doch selbst bei jedem Haar in seiner Scham dem des anderen Mannes, der ihn mit nur schlecht verhohlenem Argwohn betrachtete.
"Möglich, dass wir ihn kleiden sollten, denn gänzlich nackt trat ich selbst nie vor meinen Lord", gab Severus so barsch von sich, dass es Hermine seine Aufgeregtheit enthüllte.
"Selbstredend", gab sie sanft zurück, "er wird bekleidet werden. Wärt Ihr so gut, und sorgt dafür?"
Ohne eine Erwiderung zu geben, verließ er den Raum und schaffte Anziehsachen herbei.
"Er gleicht mir völlig", sagte er, als der Golem sich bekleidet hatte.
"Nein, er gleicht Euch nur von Angesicht...Euren Verstand hat er mitnichten vorzuweisen. Und nun lasst uns ihn testen, damit wir ihn fortschicken können."
"Sprich mir nach!", forderte sie von des Tränkemeisters Ebenbild: "Mein Lord, ich bin Euch zu Diensten."
Der Golem betrachtete sie unverständig, formte den Mund, doch kein Laut wollte über seine Lippen kommen.
Auch wenn er es wieder und wieder versuchte, so blieb er doch stumm.
Als Hermine ihm auftrug, das Rezept eines Trankes zu notieren, versagte er ebenfalls und die Feder glitt ihm zwischen den Fingern hindurch und schwärzte seine Finger.
Severus sah dies alles mit schwindendem Mut.
Hermine forderte noch andere feinere Fertigkeiten, doch der Golem führte keine davon zu ihrer Zufriedenheit aus.
Zuletzt sandte Hermine einen knappen schalkhaften Blick zum wahren Snape, und sprach dann an den Golem gewandt: "Liebe mich auf die Art, wie ein Mann den Körper einer Frau besitzt."
Als der Golem-Snape nur unverständig glotzte, wandte sich Hermine zum echten um und sagte lapidar: "Nun bin ich mir erst völlig gewiss - er hat nicht Eure Fähigkeiten."
"Ihr seid zu lange in schlechter Gesellschaft gewesen, wie mir scheint...oder erblicke ich jetzt erst, wie lasterhaft Ihr seid?", gab er grollend zurück.
"Nein, das war ich nicht...lasterhaft...es liegt in der schlechten Gesellschaft begründet. Ich verbrachte sie mit einem Manne, der mich stets an die körperliche Liebe denken lässt...meine Schuld ist dies nicht!"
"Freilich nicht", gab er kopfschüttelnd zurück, auf ihren schalkhaften Vorwurf hin, die Schuld lächelnd auf sich nehmend.
Sich der Ernsthaftigkeit ihrer Lage wieder bewusst werdend, brachte Hermine schlussendlich hervor: "Es ist ärger, als wir dachten - er kann nichts von dem, was Ihr beherrscht. Er sieht aus wie Ihr, doch damit ist der Ähnlichkeit mit Euch bereits Genüge getan. Hätten wir mehr Zeit, die uns zur Verfügung stünde, so könnte er sicherlich Dinge wie Lesen und Schreiben erlernen, doch in dieser knappen Frist wird es ihm nicht gelingen. Was gilt es nun zu tun, mein Herr?"
"Wir müssen tun, was Ihr bereits erwägt - wir werden dafür Sorge tragen, dass er getötet wird, kaum dass er dem Lord gegenübersteht."
tbc
