Majin-Micha: Hermione wird zwar immer und immer wieder mit der Nase drauf gestoßen (so auch heute!), aber sie weiß es wirklich nicht… weiß nicht, wer Ref ist. Klar gibt es was zu trinken, allerdings keinen Odgens Old… noch ist Harry naiv – das ändert sich aber bald.
ThreeSeconds: nun ja… auf seine unbewegten Gesichtszüge konnte er sich ja schon immer verlassen, oder? :D Warum ihr alle nach Alkohol fragt… hust…
Queen Jane: echt, allein eines Bieres wegen ist ein Land schon liebenswert? …lach und vor Todesblick abduckt… oh, ich liebe schwarzen Tee! …flüstert… ich mag sogar Earl Grey, obwohl Bergamotte und so…
sveti: bitte, gern geschehen! Freut mich, dass es dich freut! Natürlich hat sie damals schon eine Menge für ihn empfunden, wenn auch nicht nur positives. Aber jemanden sterben zu sehen, den man schon so lange kennt ist immer ein traumatisches Ereignis. Provokationen? Eine Menge, wie immer… :D
crys: glaub ich, dass du dir das denken kannst – ist auch nicht gerade der Riesencliffhanger, oder? Viel Auswahl hat Hermione ja nicht… klar war es eine kluge Entscheidung, sich von Ron zu trennen, sonst käme Ref/Sev ja nicht zum Zug… lol…
Boomshaker41: nein, da wird er alles andere als einsichtig sein, obwohl… ein bisschen schon, ein bisschen genießt er es ja schon, mit ihr zusammen zu sein, egal, ob er es zugibt oder nicht… über Harry sprechen wir lieber nicht, oder? :D
Lynya77: Erdbeeren? Na ja, ehrlich gesagt, sind mir Kirschen sehr viel lieber… abduck… dieser mürrische Einsiedler wird ihr noch gewaltig ans Herz wachsen, soviel ist sicher. Und natürlich lässt sie sich trotz aller Widerstände auch noch von ihm in gefährliche Situationen verwickeln – und damit meine ich nicht (nur!) Austausch von Körperflüssigkeiten…
Illing: pah, bei mir gehen Sprichworte nach Logik, nicht nach Überlieferung… einfach den link ignoriert… grööööööööl… nein, Illing, du bist kein kleines Kind… nicht immer, das stimmt… lacht über die funkelnden Augen des kleinen Raben… du bist unglaublich… ja, sie sollte ihn wirklich einfach mal fragen, oder? Ach, übrigens, Ref – Sie sind nicht zufällig mein ehemaliger, verstorbener Tränkemeister?
lufa: oh, ja, sie hadert… aber lange hat sie dafür keine Zeit mehr, soviel ist sicher. Dass Ron eine Knalltüte ist, ist richtig, aber er ist immerhin ehrlich. Hermione hat sich mit dieser Auszeit selbst belogen, das erkennt sie hier ja auch… na ja, keine Riesenfeier mit Brimborium…
ll: …schämt sich… ich mag es ja auch nicht, wenn Sev immer wieder fast stirbt, aber der Kerl hat nun mal so eine heldenhafte Ader, da ist das fast nicht zu vermeiden… zu deiner Vermutung – du bist ja ein ganz ein cleveres Schneckchen… :D Dein Anfeuern hat übrigens prima funktioniert…
Die Widmung des Kapitels geht heute an Queen Jane!
SSHGSSHG
Jeder Mensch ist ein Mond und besitzt eine dunkle Seite, die er niemals jemandem zeigt. Mark Twain
10. Kapitel
Wenn Ref erstaunt war, sie schon wieder vor seiner Haustür zu finden, zeigte er es nicht. Er stand im Eingang und sah sie emotionslos an, während er die Tür blockierte und Toby hinter ihm begeistert jappste. „Ich nehme nicht an, dass Sie sich verlaufen haben, Miss England?"
„Nein!", sagte sie und lächelte. Sie fand es plötzlich erstaunlich einfach zu lächeln. Keine erzwungene Bewegung der Mundmuskulatur, einfach nur eine natürliche Reaktion.
Dem Mann schien das auch aufzufallen, denn seine Augen verengten sich misstrauisch. „Was wollen Sie hier?"
„Hat Ihnen Ihre Mutter nie beigebracht, dass es höflich ist, einen Gast hineinzubitten?"
Sein Gesicht verhärtete sich. „Auf Wiedersehen, Miss England", sagte er und wollte die Tür schließen.
„Warten Sie, Ref, bitte! Ich möchte… feiern!" Selbst in ihren Ohren hörte es sich unwahrscheinlich lächerlich an. „Ich wollte Sie fragen, ob Sie Lust haben, mit mir in den Pub zu gehen und vielleicht ein Guiness…" Ihre Stimme verlor sich und sie fragte sich, ob sie vielleicht dabei war, ihren Verstand zu verlieren. Wieso nur war sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet diesen unsozialen Iren zu fragen?
Er wandte seinen Kopf und hinderte mit dem Knie Toby daran, nach draußen zu stürzen. „Was möchten Sie denn feiern?", fragte er. Seine raue Stimme klang vage interessiert.
Hermione biss sich auf die Unterlippe. „Meinen Abschluss. Meine Prüfungsergebnisse sind heute angekommen."
„Zweifellos sind es hervorragende Ergebnisse und ich beglückwünsche Sie. Aber ich habe nicht vor, Ihren Freundesersatz zu spielen. Bestimmt finden Sie bei Danny jemanden, der Ihrem Alter und Ihrem Status näher ist als ich."
Sie hatte es gewusst. Es war eine dumme Idee gewesen. „Ich wollte nicht zu Danny. Irgendwo anders hin, wo nicht die ganze Zeit der Wirt neben einem sitzt und den Unterhalter spielen möchte", sagte sie leise. „Vielleicht nach Clifden, dachte ich. Dort soll es ein altes Hotel geben, in welchem es noch einen Kamin und Lifemusik gibt."
„Wieso ich?", knurrte Ref. „Wieso fahren Sie nicht nach London zurück, dahin, wo Ihre Familie und Ihre Freunde sind?" Und lassen mir meinen Frieden, schien er unausgesprochen hinzuzufügen.
Hermione holte tief Luft. „Sie sind ehrlich zu mir", sagte sie. „Sie zwingen mich, über mich selbst nachzudenken. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund. Ich… ich mag Sie."
Seine Augenbraue wanderte langsam nach oben, und verblüfft schüttelte er den Kopf. Offensichtlich war er für den Moment sprachlos. „Ich bin nicht Ihr seelischer Mülleimer!", stieß er dann hervor. „Und ich möchte nicht, dass Sie mich für Ihren Kummerkastenonkel halten!"
Hermione lachte, sie konnte nicht anders. „Ref, ein Onkel ist ein älterer, gütiger, freundlicher Verwandter, zumindest in meiner Vorstellung. Glauben Sie mir, Sie sind nichts von alldem." Ihr Lachen verebbte, als ihr klar wurde, dass sie ihn gerade beleidigt hatte, wenn auch unbeabsichtigt. Sie seufzte. „Es tut mir Leid, ich scheine Ihnen gegenüber ständig die falschen Worte zu wählen. Ich wollte eigentlich sagen, dass ich Ihre Gesellschaft genieße, weil sie sich nicht gezwungen sehen, mich zu hätscheln oder zu schonen. Ich glaube, ein bisschen brutale Offenheit habe ich gebraucht."
„Haben Sie sich denn Gedanken gemacht, wie Sie nach Clifden gelangen wollten?", wechselte der Ire unvermittelt das Thema. „Sie besitzen doch kein Auto? Oder wollten sie die ganzen zehn Meilen laufen?"
Sie hätte sich beinahe die Hand vor die Stirn geschlagen, als ihr das Ausmaß ihrer Unüberlegtheit klar wurde. Natürlich konnte sie apparieren, aber was war mit Ref? Sie konnte ihm wohl kaum erklären, dass das eine neue Londoner Art des Reisens war.
„Ein Taxi?", stammelte sie unsicher.
Ref schnaubte und murmelte etwas, das sich sehr nach naiv und vertrauensselig anhörte. „Warten Sie hier!", blaffte er und schlug ihr die Tür vor der Nase zu. Hermione erwog, einfach nach Hause zu apparieren, sich die Decke über den Kopf zu ziehen und den heutigen Tag als Lehre, sich nicht mit fremden Iren einzulassen, zu verbuchen, als er auch schon wieder erschien. Er hatte sich eine schwarze Lederjacke übergeworfen.
„Kommen Sie mit!", murmelte Ref. Er führte sie über den Hof zu einem Schuppen, öffnete mit ein wenig Körpereinsatz die klemmende Holztür und betätigte den Lichtschalter. Eine flackernde Neonlampe über ihren Köpfen erhellte einen ordentlichen Arbeitsplatz auf der linken Seite mit einer Kreissäge, Äxten, Beilen und anderen holzverarbeitenden Werkzeugen. Hermione klopfte das Herz. Ihr fielen seine geknurrten Worte ein und sie fragte sich, ob sie nicht tatsächlich ein wenig zu vertrauensselig gewesen war. Niemand wusste, wo sie sich im Augenblick aufhielt, und wenn dieser seltsame Mann ihr jetzt etwas antun wollte…
Unwillkürlich tastete sie nach ihrem Zauberstab.
„Was stehen Sie da herum wie angewurzelt? Wollen Sie jetzt nach Clifden oder nicht?" Sie schrak bei seinen harschen Worten zusammen. Ihr Blick zu dem Iren zurück. Er war, von ihr unbemerkt, zur anderen Seite des Schuppens gegangen und hatte die Plane von einem Fahrzeug entfernt. Hermione schnappte nach Luft. Ref stand bei dem größten, schwärzesten und bösartigsten Motorrad, welches sie je in ihrem Leben gesehen hatte.
„Sie wollen… damit nach Clifden fahren?" Sie deutete mit einer schwachen Bewegung zu der Maschine.
„Haben Sie eine bessere Idee? Aber gut, wenn Sie es sich überlegt haben…" Er begann, die Plane wieder über das schwarze Monster zu ziehen.
„Nein, nein! Bitte nicht! Meine Einladung steht noch, ich war nur so überrascht!" Sie blinzelte unsicher. „Und ich muss zugeben, ich habe absolut keine Erfahrung als Sozius. Und bin außerdem ein wenig ängstlich…"
Der Ire seufzte. „Können Sie schwimmen, Miss England?", fragte er.
Verwirrt nickte sie. „Natürlich!"
„Und haben Sie sich anfangs nicht auch davor gefürchtet, ins tiefe Wasser zu gehen? Motorradfahren ist fast genauso. Und ein bisschen wie fliegen, aber da wir beide davon keine Ahnung haben, mag diese Behauptung ein wenig leichtfertig sein."
Hermione hätte beinahe widersprochen, fasste sich jedoch im letzten Moment. Natürlich war sie schon geflogen, auf Besen, Hippogreifen, Thestralen… Wenn sie das jetzt allerdings zu Ref sagte, würde er sich ihren Ausflug noch einmal überlegen und stattdessen im nächsten Krankenhaus in der psychologischen Abteilung anrufen. Eines war jedoch sicher: Sie hasste das Fliegen, und zwar in jeder Form und hoffte, dass er mit seiner Annahme, es sei damit zu vergleichen, Unrecht hatte.
Sie hatte keine Zeit mehr, darüber nachzudenken. Ref schob bereits das große Motorrad hinaus. „Bringen Sie die Helme mit", rief er ihr zu. „Sie hängen neben den Äxten an der Wand!"
Sie fand sie genau dort, zwei identische, schwarze Helme. Als sie sie herunterhob, fielen ihr mehrere runde, perfekt gleichlange, etwa zehnzolllange Stöcke auf der Werkbank darunter auf. Sanft strich sie mit den Fingern über das Holz. Es waren alles unterschiedliche Gehölze. Akazie, Ölbaum, Pinie und Stechpalme, tippte sie. Sie kannte sich nicht so gut mit Pflanzen aus wie ihr Freund Neville, aber gerade diese Bäume wurden sehr viel in der Zaubertrankbrauerei und für andere Arten von Zaubern genutzt.
„Was tun Sie da?" Hermione fuhr herum. Sie war so in Gedanken versunken, dass sie nicht bemerkt hatte, dass Ref plötzlich hinter ihr stand. Sein Blick fiel auf die Stöcke in ihrer Hand. „Legen Sie die Hölzer weg, ich brauche sie noch, wenn es geht, unbeschädigt."
„Was machen Sie damit?" Hermione merkte, dass er sie zwischen der Werkbank und der Kreissäge eingesperrt hatte. Er stand so nahe bei ihr, dass sie sein Aftershave riechen konnte. Ihr Mund wurde trocken. Sie hatte kaum Bewegungsfreiheit, falls ihr der doch recht fremde Ire etwas tun wollte.
„Ich schnitze ab und zu." Ref senkte den Kopf und sah ihr angespannt in die Augen. „Sie haben wieder einmal Angst vor mir…", stellte er fest, ließ seinen Blick von ihr zu den Äxten und der Säge wandern und dann wieder zurück. Sein Mundwinkel hob sich ein wenig. „Ich bin nicht der freundliche Axtmörder von nebenan", spottete er, trat einen Schritt zurück und hob die Arme. „Ich bin friedlich und harmlos. Und Sie haben jetzt die letzte Möglichkeit zu entscheiden, ob Sie nach Hause oder nach Clifden möchten."
Hermione schüttelte über sich selbst den Kopf. „Ich bin manchmal ein schrecklicher Hohlkopf", gab sie zu. „Aber wenn Ihnen das nichts ausmacht, würde ich immer noch gern nach Clifden fahren?"
„Ach, mit Hohlköpfen kenne ich mich aus, keine Sorge", antwortete er leise. „Und ich bin davon überzeugt, dass Sie weniger Hohlkopf sind als die meisten anderen Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe."
„War das ein Kompliment?" Hermione lächelte schwach.
„Was glauben Sie denn?"
Ich glaube, es war doch nicht die beste Idee, auf das Motorrad zu steigen, dachte Hermione, als sie losfuhren. Obwohl Ref die große Maschine mühelos im Griff hatte und auch ruhig fuhr, klammerte sie sich an seine Taille und versuchte gleichzeitig, so wenig Körperkontakt wie nur möglich zu ihm zu halten. Was würde er denken, wenn sie ihm zu nahe kam? Sie verkrampfte sich fürchterlich und begann sich nach einer Weile zu fragen, ob er tatsächlich nach Clifden fuhr.
Ganz offensichtlich tat er das nicht. Eine dreiviertel Stunde später hielt er vor einer sandfarbenen, massiven Burg mit turmartigen Flügeln. Steif stieg Hermione vom Motorrad, nahm den Helm ab und sah ihn fragend an. „Das sieht mir nicht wie Clifden aus", sagte sie.
„Clifden ist langweilig", antwortete Ref. „Das ist das Ballynahinch Castle Hotel. Das Restaurant hier bietet den besten Fisch der Küste. Sie mögen doch Fisch? Kommen Sie, ich lade Sie zur Feier Ihrer phantastischen Abschlussnoten ein!"
Er fasste sie am Arm, doch Hermione sperrte sich. „Ref… ich wollte Sie einladen, in einen Pub oder so! Ganz bestimmt wollte ich nicht, dass Sie mich in ein Nobelrestaurant ausführen, welches mit Sicherheit überteuert ist und außerdem… bin ich überhaupt nicht adäquat gekleidet!"
„Miss England, wäre ich ein galanter Mann, würde ich jetzt sagen, dass Sie überall und immer genauso gekleidet sind, wie es notwendig ist, aber da ich kein galanter Mann bin, bitte ich Sie, nicht so einen Unfug zu erzählen. Und Sie brauchen auch keine Angst zu haben, mich in den Ruin zu treiben, wenn Sie jetzt mitkommen, ich bin durchaus in der Lage, meine Finanzen im Blick zu behalten. Kommen Sie mit oder gehen Sie, mir ist es gleich!", knurrte er.
„Ist es nicht!", behauptete Hermione. „Ich wette, Sie wären so richtig sauer, wenn ich gehen würde!"
„Diese Wette würden Sie verlieren", antwortete Ref, verstärkte jedoch den Druck seiner Hand und zog sie mit. „Aber da Sie ja nun schon mal hier sind, können Sie trotzdem mitkommen. Ich empfehle die gebackene Forelle."
„Ich liebe gebackene Forelle!", murmelte Hermione ernsthaft.
„Dann werden Sie nicht enttäuscht werden." Ref führte sie an der rustikalen Rezeption des Hotels vorbei, nickte der jungen Frau dort zu und geleitete sie in das Restaurant, welches gänzlich in warmen Gelbtönen und dunklem Rot gehalten war. Ein großer Kamin erstreckte sich über eine ganze Seite, an den Wänden hingen geschmackvolle Bilder der Connemarischen Landschaft und kleine Leuchter spendeten ein sanftes Licht.
Ein Kellner brachte sie zu einem Zweipersonentisch aus rötlichem Holz, nahm Hermione ihre Jacke ab und rückte ihr den geschmackvoll-rustikalen Stuhl zurecht. Sie sah sich mit glänzenden Augen um. Ihr gefielen die Farben, sie erinnerten sie stark an den Gemeinschaftsraum der Gryffindors. „Man nennt es das Owenmore Restaurant", erklärte ihr irischer Begleiter und zog ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich. Er hatte sich seiner schwarzen Jacke entledigt und nickte dem Kellner zu, der daraufhin eine Kerze auf dem Tisch anzündete und ihnen die Karte reichte.
Hermione beobachtete Ref unauffällig über den Rand ihrer Karte. In dem weichen Licht wirkten seine kantigen Züge weniger schroff, seine Augen dunkler, fast schwarz. Er trug eine schwarze Hose und einen langärmligen, schwarzen Rollkragenpullover aus einem weichen, enganliegenden Stoff. Wie es schien, musste sie ihre Einstellung zu ihm noch einmal überdenken.
Sie hatte ihn für einen Einsiedler gehalten, der irgendwie über die Runden kam, doch ganz offensichtlich war er tatsächlich finanziell unabhängig, denn seine Sachen waren sowohl unauffällig teuer, maßgeschneidert und elegant. Sie kam sich neben ihm fast ein wenig schäbig vor.
Ref unterbrach ihre Gedanken. „Nun, kleine Miss England… was haben Sie studiert? Worauf können wir anstoßen?"
