Consequences of Meddling With Time
by beaweasley2
Chapter 10
SUMMARY: SSHG; DH-compliant. EWE? Hermione Granger wird ein Zeitumkehrer in die Hand gedrückt und die Anweisung erteilt, diesen zu benutzen. Lediglich – die Nutzung eines Zeitumkehrers kann ein klein wenig heikel sein, falls man ihn nicht korrekt verwendet: Ein Fehler, der beim Zählen unterläuft, oder ein Abrutschen der Finger können den Benutzer außerplanmäßig springen lassen, und folglich könnte sie ihre Zeitachse versehentlich verändern. Und als ein solcher Unfall geschieht, verwendet Severus Snape Hermiones Zeitumkehrer, um ein entsetzliches Unrecht wiedergutzumachen. Allerdings ist es sein jüngeres Selbst, der zu der Person wird, die sicherstellen muss, dass der Lauf der Geschichte nicht verändert wird.
DISCLAIMER: Nicht meins. Ich borge sie mir nur für eine Weile aus. Und ich verspreche, sie zurückzustellen, wenn ich fertig bin. Oh, nee, auch keine Knete – nur aus Spaß an der Freud'.
RATED: NC17
GENRES: Romance, Time Turner
WARNINGS: Character Death, Violence
TRANSLATION: AleaThoron
A/A: Vielen Dank an meine Betas, EverMystique und DuchessOfArcadia, dass sie mir dabei geholfen haben, meine zahlreichen Fehler zu bereinigen,und an Pookah für ihre Schulter und ihre freundlichen Ratschläge. Ich weiß es wirklich mehr zu schätzen, als Ihr möglicherweise wisst. Ich wäre beschämt, irgendjemandem meine Story ohne Eure unschätzbare Hilfe zu präsentieren.
beaweasley2
Kapitel 10
Hermione hatte eine schreckliche Woche – nun gut, mehrere schreckliche Wochen, genau genommen. Ron war über Krätzes Verschwinden auf sie dermaßen wütend gewesen, dass er es abgelehnt hatte, mit ihr zu sprechen. Sie wusste, dass ihre Katze ihn nicht gefressen hatte. Krummbein fraß seine Jagdbeute nicht; er liebte es, ihr seine Beute zu zeigen, damit sie von seinen Fähigkeiten und seinem Heldenmut beeindruckt sein würde. Er erwartete immer ein lang andauerndes erbauliches Schubbeln hinter seinen Ohren und einige Katzenleckerli zum Tausch gegen seine Geschenke. Sie hatte zu viele Gnome, Ratten, Eidechsen, Vögel und andere kleine Tiere in Abfalleimer geworfen, um zu wissen, dass Krummbein Krätze nicht erwischt hatte. Er hatte ihr einmal sogar eine Doxy und einen Bowtruckle angeschleppt.
Noch dazu – nach ihrer ganzen harten Arbeit, Hagrid dabei zu helfen, sich auf seinen Tag vor dem Zaubergamot vorzubereiten, hatte Mr. Malfoy die Mitglieder des Zaubergamots von der Annahme überzeugt – oder sie bestochen – dass Seidenschnabel gefährlich war, und Hagrid hatte seinen Prozess verloren. Hermione hatte sich niemals enttäuschter gefühlt. Sie hatte jede Nacht ein paar Stunden in der Bibliothek verbracht und nach irgendetwas gesucht, was Hagrid dabei helfen würde, sein Plädoyer für den Hippogreif zu gewinnen. Dennoch war es vergebens gewesen; Seidenschnabel war zum Tode verurteilt worden, und das war ein ziemlicher Schlag für Hagrid und für sie selbst gewesen. Selbstverständlich würde Hagrid gegen die Entscheidung Berufung einlegen – sie hatte ihn genötigt, lange genug mit dem Weinen aufzuhören, um die Schriftstücke einzureichen.
Die Wahrheit war, dass sie neuerlich Tage wiederholte, nur, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen. Der Tag hatte einfach nicht genügend Stunden, um alles zu erledigen, was sie tun musste. Sie war den ganzen Tag müde und jede Nacht dermaßen erschöpft, und zwar so sehr, dass sie durch Zauberkunst durchgeschlafen hatte.
Zauberkunst! Eines ihrer Lieblingsfächer!
Sie hatte sogar ihre Beherrschung verloren und Malfoy geschlagen. Naja, der Wahrheit entsprechend war, dass dies ein Highlight ihrer Woche gewesen war, obgleich Professor McGonagall und Professor Snape beide ein gestrenges Wort darüber zu verlieren hatten.
Und sie war aus Wahrsagen hinausgestürmt, obgleich der Wahrheit entsprechend war, dass Severus Recht gehabt hatte. Sie hätte diesen Kursus vor einer Ewigkeit sausen lassen sollen.
Und das Geschnatter im Gemeinschaftsraum über das Quidditch-Spiel Gryffindor gegen Slytherin trieb sie in den Wahnsinn. Es gab so viele Hausaufgaben für die Osterferien, dass Hermione in dieser Flut total zu ertrinken glaubte, und der Druck machte sie dermaßen leicht reizbar, dass sie ehrlich dachte, dass sie unter der Last zusammenbrechen würde.
Zumindest waren sie und Ron wieder Freunde. Um ehrlich zu sein – sie hatte seinen Sinn für Humor und seine Freundschaft vermisst.
Obwohl Harry es irgendwie bewerkstelligen hatte, seine Zeit zwischen ihr und Ron auszubalancieren, hatte auch er geglaubt, dass Krummbein Krätze getötet hatte. Mithin – unter Berücksichtigung von allem, was vor sich ging – wurde der größte Teil ihrer Zeit von ihnen damit verbracht, in der Bibliothek den Unterrichtsstoff zu wiederholen, was nicht gerade Harrys Lieblingsbeschäftigung war, obwohl es seine Zensuren verbesserte.
Darüber hinaus – unabhängig von der Tatsache, dass ihre zweit- und drittliebsten Lieblingsfächer an Donnerstagen stattfanden – war Donnerstag ihr am wenigsten geliebter Tag der Woche. Selbst ohne Wahrsagen hatte sie noch Muggelkunde, Arithmantik und Verwandlung am Morgen und Pflege magischer Geschöpfe und Verteidigung gegen die Dunklen Künste am Nachmittag. Von all ihren Unterrichtsfächern war Verteidigung dasjenige, in dem sie sich am allerschwersten tat, trotz all der vielen Stunden, die sie mit der Wiederholung des Unterrichtsstoffs verbrachte und – um Salz in die Wunde zu reiben – dies war das eine Fach, in dem die Jungen sie ausstachen.
Hermione verließ Muggelkunde und drehte sich herum, um sich in eine Ecke des Korridors zu ducken, um vorab ihren Aufsatz und ihre Gleichungen für Arithmantik herauszuziehen, damit sie diese bereit halten würde, um sie abzugeben. Aufgrund ihres Stundenplans hatte Hermione einen Nicht nachweisbaren Erweiterungszauber auf das Innere ihrer Tasche geworfen und auf die Beutel in deren Inneren ebenfalls. Auf diese Weise hatte sie alles bei sich – all ihre Notizbücher, Wiederholungs-Journale und Bücher für jedes Unterrichtsfach, sowie einige zusätzliche Bücher, die ihr in ihrer Schulstunde in Pflege magischer Geschöpfe halfen. Sie war es leid, mit ihrem Buch, Monsterbuch der Monster, zu kämpfen, obgleich sie glaubte, dass sie das Ding beinahe gezähmt hatte. Allerdings war das vermutlich Wunschdenken. Wenigstens hatte sie bisher keinen Finger verloren, wie dies Amanda Stebbins und Luis Spenser passiert war. Offensichtlich war Madam Pomfrey in der Lage gewesen, ihre Finger problemlos über Nacht nachwachsen zu lassen.
Sie unterdrückte ein Gähnen und zog ihren Zeitumkehrer heraus, um die letzte Stunde zu wiederholen. Sie justierte die Ringe und stand dann da, während sie die Konfiguration anstarrte. Sie hatte auch jetzt noch nicht genügend Material für ihren Zaubertränke-Aufsatz gefunden, ihr Zauberkunst-Aufsatz benötigte weitere neun Zoll, und jetzt hatte sie einen weiteren Sieben-Fuß-Aufsatz für Muggelkunde vor sich, der diese Woche fällig war. Sie musste auch zwanzig weitere Arithmantik-Gleichungen erledigen. Sie stöhnte innerlich. In jedem ihrer Kurse waren Aufsätze aufgegeben worden, sogar in Pflege magischer Geschöpfe. Sie wehrte nochmals den Drang zu gähnen ab, was sie kurzzeitig feuchte Augen bekommen ließ.
Sie schaute auf den Zeitumkehrer und justierte die Ringe, um eine zusätzliche Stunde zurückzugehen, veränderte sie dann, um einen ganzen Tag zurückzugehen. Sie könnte ein Nickerchen machen und dann acht Stunden Zeit haben, um den Aufsatz für Professor Snape zu schreiben … Respektive könnte sie zwei Tage benutzen, damit sie Zeit dazu haben würde, alles aufzuholen und immer noch Zeit hatte, um den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Sie seufzte, was sich zu einem Gähnen auswuchs, was darüber entschied, dass es zu riskant war, die letzten zwei Tage zu wiederholen, und drehte die Ringe zurück.
„He, da ist dieses Schlammblut!", hörte sie Crabbe sich nur einigen Fuß entfernt mokieren.
Sie ließ den Zeitumkehrer fallen, drehte ihren Kopf und sah Crabbe auf sich zukommen, gefolgt von Malfoy, Parkinson und Goyle. Unseligerweise hatten Crabbe und Goyle beide den Ausdruck von Böswilligkeit auf ihren Gesichtern, und Malfoy und Parkinson zeigten beide ein arrogantes, höhnisches Grinsen, das nichts Gutes für sie versprach.
„McGonagalls kostbarer Straßenköter-Liebling", Parkinson spottete. „Wir sollten ihr beibringen, wie man die Leute, die in der Hierarchie über ihr stehen, auf die richtige Art und Weise respektiert!"
Sie wusste, dass sie nach wie vor richtig angefressen darüber waren, dass sie Malfoy geschlagen hatte. 'Als ob sie mir nicht Schlimmeres angetan hätten!' Sie schaute ringsum und stellte fest, dass sie allein war – ein erstklassiges Ziel – und gab sich selbst einen mentalen Tritt dafür, sich so viel Zeit genommen zu haben.
Hermione stieß einen Kraftausdruck aus und ging davon, um eine Konfrontation mit den Slytherins zu vermeiden, da sie sich nicht mit deren Sticheleien befassen wollte – oder Schlimmerem. Sie hörte schnelle schwere Schritte und das Klacken von Pansys Absätzen, die sich ihr im Laufschritt näherten. Da sie nicht in einem Korridor mit den Slytherins allein gefangen sein wollte, duckte sie sich in die Türöffnung zu einem Klassenzimmer und drückte mit ihrer Schulter die Tür auf, während sie den Zeitumkehrer aktivierte. Sie erschien einige Sekunden später, wobei sie sich einer Klasse mit Erstklässlern gegenübersah, als eine Hand ihre Roben packte und sie zurück in den Korridor zog.
„Nein, nichts da", spöttelte Severus hinter ihrem Rücken.
Hermione gab einen erschrocken Aufschrei von sich, als er sich nah an ihr Ohr vorlehnte und flüsterte: „Spiel mit", und dann ein wenig lauter sagte: „Verflixt. Schau, du musst dich nicht verstecken; Ich werde dir nichts tun."
In Hermiones Gedanken wirbelte alles durcheinander, als sie zu der Erkenntnis gelangte, wer genau gerade hinter ihr stand und, dass sie anscheinend abermals zu weit in Zeit zurückgesprungen war.
Severus drehte sie an ihren Schultern herum, so dass sie mit dem Gesicht den Korridor hinunter blickte. „ Ab zum Unterricht, bevor du zu spät kommst." Er gab ihr einen kleinen Schubs in den Rücken, von dem sie annahm, dass er bedeutete, dass sie die Kerker unten ansteuern sollte.
Hermione nickte, als sie registrierte, dass sich immer noch etliche Schüler im Korridor befanden, die zu ihrem Unterricht hetzten. Glücklicherweise schien keiner davon ihnen beiden allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken – nur ein paar flüchtige Blicke seitwärts, während sie an ihnen vorbeieilten.
„Nicht rennen. Ich möchte dich sicher versteckt haben, aber ich möchte keine unnötige Aufmerksamkeit erregen. Also laufe im normalen Tempo, das du benutzt, wenn du zum Unterricht gehst. Ich bin direkt hinter dir", wies Severus sie leise an.
Sie sagte „In Ordnung", und ging so schnell, wie sie konnte, ohne regelrecht zu rennen zu beginnen. Zu dem Zeitpunkt, an dem sie das Ende des Korridors erreichten und damit begannen, die Treppe zur Eingangshalle hinunterzusteigen, waren nur noch einige Nachzügler unterwegs. Severus war ein oder zwei Schritte hinter ihr auf der Treppe, wobei alle beide sich nah an der Wand hielten.
Sie schafften es nahezu zum Fuß der Treppe zur Eingangshalle, als eine Stimme ausrief: „He, du dort, Slytherin, was machst du da mit einer von meinen Gryffindors?" Hermione drehte sich herum und stellte fest, dass das Mädchen – nach dem klickenden Geräusch ihrer Schuhe auf dem Fußboden zu urteilen – ihnen nachjagte, als sie sich näherte.
„Geh weiter! Das Passwort ist Drachenwurz", zischte Severus und drehte sich herum, während Hermione weiter die Treppe hinunterstieg. „Ich mache gar nichts mit ihr. Sie geht einfach in die gleiche Richtung, wie ich", hörte sie Severus das Mädchen anblaffen.
Hermione schaute nicht zurück; sie lief zielstrebig quer durch die Eingangshalle und steuerte die Treppe zu den Kerkern an.
„Warum bist du ihr dann gefolgt?", rief das Gryffindor-Mädchen, wobei das stampfende Geräusch ihrer Schuhe auf den Steinen der Treppe Hermione erkennen ließ, dass sie immer noch dazu entschlossen war, Severus zur Rede zu stellen.
„Ich habe sie nicht verfolgt. Ich bin auf dem Weg zu den Kerkern, wenn du es unbedingt wissen musst. Nicht, dass es dich irgendetwas angeht, wohin ich gehe", höhnte Severus. Die Geräusche der Schuhe des anderen Mädchens verstummten. Hermione erhaschte einen raschen flüchtigen Blick, als sie sich flüchtig umwandte, bevor sie die Treppe gerade rechtzeitig erreichte, um zu sehen, dass Severus dem Mädchen seinen Rücken zuwandte. Sie hörte ihn „Verdammte Gryffindors" knurren, als er sich von ihr entfernte.
„Wir müssen diejenigen schützen, die zu uns gehören! Wenn deinesgleichen uns nicht immer angreifen würden, wäre ich nicht beunruhigt, Snape!", schrie das Mädchen ihm nach und versuchte, wieder zu Severus aufzuholen. „Warum hast du diese Drittklässlerin belästigt, Snape?"
Doch Severus war schneller, als sie es war, seine Schritte ausladender. „Das habe ich nicht!", knurrte er verärgert, während er quer durch die Eingangshalle stürmte.
„Warum ist sie dann weggelaufen vor—Snape!", verfolgte sie ihren Standpunkt weiter.
Hermione strebte rasch das schmale Treppenhaus hinunter, aber Severus holte sie ein, bevor sie den Fuß der Treppe erreichte. Die Schritte des Gryffindor-Mädchens hallten in der Halle über ihnen wider. Hermione rannte zu dem Raum, in dem Severus sie zuvor versteckt hatte.
Er war dennoch schneller, und er erreichte die Tür, bevor sie dies tat. „Nach drinnen, schnell."
Hermione hastete nach drinnen, ließ ihre Tasche fallen und drehte sich herum, um ihm ins Gesicht zu schauen. „Was war das denn gerade?"
„Eine verdammte Vertrauensschülerin", erklärte er spöttisch lächelnd, während er die Tür schloss und einen Zauberspruch darauf warf. Er bedeutete ihr, ruhig zu sein, als er sein Ohr an das Holz presste. Nach einigen langen Sekunden drehte er sich herum, um den Blick auf sie zu richten. „Hermione, du sollten wissen, dass sich die Dinge hier im Schloss und rundum ein wenig zuspitzen, insbesondere unter den oberen Jahrgängen. Gryffindors— die meisten von ihnen schlagen sich auf die Seite des Widerstands, zumindest denke ich, dass sie das tun. Slytherin ist gespalten; einige sind über die Unterdrückung durch Muggel aufgebracht und darüber, gezwungen zu werden, sich zu verstecken. Es gibt einige, die sogar so weit gehen, alle Muggelgeborenen zu hassen. Aber andererseits gibt es einige, die denken, dass dieser Lord Voldemort die Dinge auf die falsche Art und Weise angeht, und er damit nur die Muggel animieren wird, die Inquisition gegen die Zaubererschaft wieder einzusetzen. Es sind jedoch nicht allein wir. Die Ravenclaws sind ebenfalls gespalten und einige Hufflepuffs, gut, nicht viele von ihnen – von dem, was ich gesehen habe, möchten die meisten Hufflepuffs neutral bleiben. Aber ich höre Dinge und … Beinahe jeden Tag liest du über das Verschwinden von Zauberern und Hexen, über Morde, Inferi-Angriffe, Überfälle und so etwas."
„Es ist dieser Krieg, richtig?", fragte Hermione. „Du-weißt-schon-wer."
Severus verschränkte seine Arme und lehnte sich an die Tür. „Yeah, ist es. Was weißt du über ihn?"
Hermione senkte ihren Kopf und fragte sich, wie viel sie ihm sagen sollte. „Nur, was ich in den Zeitungen und in Büchern las", sagte sie nervös. „Du wolltest nichts über Dinge aus meiner Zeit wissen, erinnerst du dich? Wir haben immer vermieden, darüber zu sprechen."
„Bücher? Also ist in deiner Zeit der Krieg vorbei?"
Hermione zuckte mit den Schultern, betrachtete dann seine Schuhe und nickte, als sie auf ihre Lippe biss. „Du hast immer darauf bestanden, dass ich dir nichts über meine Zeitachse erzähle, richtig?" Sie schaute auf, entließ ihre Lippe aus ihren Zähnen, und schluckte gegen ihre Nervosität. „Ich sollte wirklich nichts sagen, weißt du, im Falle, dass es die Dinge zu sehr verändert … Aber warum fragst du mich jetzt? Es ist zu riskant, nicht wahr?" Sie hatte über diese Problematik nachgedacht, seitdem Professor Snape erwähnt hatte, dass sie einen weiteren rückwärts gerichteten Sprung in der Zeit machen würde – dass sie ihn wiedersehen würde – diesen Severus.
Hermione hatte wirklich erwogen, ihm davon zu erzählen, hatte sogar eine Liste mit Vor- und Nachteilen angelegt, dass sie ihm sagen könnte, was geschehen war und damit möglicherweise Harrys Eltern retten konnte. Allerdings wusste sie, dass in dieser Nacht irgendetwas geschehen war, etwas, das Harry gerettet, doch Du-weißt-schon-wen getötet hatte. Dann hatte sich Hermione an den Handlungsstrang von Die Zeitmaschine von H.G. Wells erinnert und daran, den Film gesehen zu haben. Der Wissenschaftler war nicht in der Lage gewesen, das Leben seiner Frau zu retten. Die Zeit-Paradox-Theorie. Es hatte sie in den Wahnsinn getrieben. Schließlich hatte Hermione mit Dumbledore darüber gesprochen. Er hatte ihr zugehört, sogar ihre Pro- und Contra-Liste gelesen und ihr dann gesagt, dass sie Severus nicht ein Wort davon sagen konnte. Es war der beruhigendste und dennoch total frustrierendste Besuch gewesen.
„Severus, wenn ich dir irgendetwas davon erzähle, an was ich mich erinnere, dann geschähe es möglicherweise überhaupt nicht auf diese Weise. Wenn du irgendetwas unternimmst, um das zu verändern, was ich aus meiner Zeit weiß, dann verändert sich meine Zeitachse, und dann wird das, was ich dir erzähle, das geschehen wird, geschehen – nicht geschehen – oder wird geschehen, aber auf eine andere Art, oder überhaupt nicht in dieser Weise geschehen", versuchte sie zu erklären.
„Nein, du hast Recht", sagte er, während er seinen Nacken rieb. „Verdammt, aber – nein, du hast Recht." Er betrachtete sie und Hermione wusste, dass er sie trotzdem wirklich fragen wollte. „Aber es würde schön sein zu wissen, wer gewinnt."
Sie fürchtete genau diese Fragen, sich Gedanken darüber machend, wie viel sie verändern würde, falls sie ihm irgendetwas erzählen würde. Sie sah oftmals Professor Snape im Gespräch mit Schulleiter Dumbledore, und sie sahen dabei aus, als wären sie Vertraute oder Freunde, nicht nur Kollegen. Sie wusste, dass Professor Snape Dumbledores Spion gewesen war, weil Dumbledore während dessen Verhandlung für Snape eingetreten war. Dazu kam, dass Professor Snape mehr Patrouillengänge machte, als die anderen Professoren, es sei denn, dass es nur so schien. Professor Snape war normalerweise derjenige, den sie, Ron und Harry zu vermeiden versuchten, wenn sie nachts im Schloss umherschlichen. Na ja, ihn und Filch.
„Wenn ich dir erzähle, wer gewinnt, könnte irgendetwas, was geschah oder hätte geschehen sollen, nicht geschehen. Dann, wenn ich zurückkehre, wäre es möglicherweise nicht meine Zeitachse, in die ich zurückgehe, sondern eine andersartige, eine Zeitachse, in der ich möglicherweise nicht weiß, was geschah … Es ist verwirrend", sagte sie und versuchte, eine weiteres Gähnen zu unterdrücken, während sie ihr Gewicht unter seinem intensiven starren Blick von einem Fuß auf den anderen verlagerte.
„Hermione, du siehst erschöpft aus. Mach' ein Nickerchen", schlug er vor und stieß sich von der Tür ab. „Ich bin nach Verwandlung zurück."
„Yeah, das würde ich wirklich gern tun", gab sie zu, während sie ihre Tasche aufhob und sie mit einem Ruck über ihre Schulter hievte. Sie war mit all den zusätzlichen Büchern und der Kleidung, die sie für ihren Unterricht in Pflege magischer Geschöpfe an diesem Nachmittag hineingestopft hatte, wirklich schwer. Nun ja, das, was ihr Nachmittag gewesen sein würde, wenn sie nicht neuerlich falsch kalkuliert hätte. 'Obschon – wenn ichin meine Zeit zurückkehre,werde ich vermutlich rechtzeitig für meinem Arithmantik-Unterricht sein – falls ich zu meiner eigenen Zeitachse zurückgehe.'
Sie drehte sich herum, um Severus zu danken, doch er war gegangen. Sie wanderte hinüber zum Bett, ließ ihre Tasche fallen, während sie ihre Schuhe wegkickte und ihre Roben auszog, wobei sie die Robe an das Fußende des Bettes legte. Sie kletterte hinauf und ließ sich auf die Kissen zurückfallen, während sie abermals gähnte. Sie war in dem Moment eingeschlafen, als ihr Körper auf der Matratze schlaff wurde.
Hermione schlief immer noch, als Severus zurückkehrte. Sobald er durch die magische Sperre getreten war, die er um ihr Bett herum errichtet hatte, und sie sah, lächelte er. Sie schaute engelsgleich aus, wie sie dort lag. Sie war ihm zugewandt, ihr Haar um ihren Kopf ausgebreitet, und ihre Hände waren unter ihre Wange gestopft. Sie hatte ihre Roben und Schuhe ausgezogen und trug eine weiße Bluse, einen Rock und Socken. Severus beobachtete sie für ein paar Minuten, bevor er die zusätzliche Decke über sie zog. Hermione bewegte sich leicht, als er sich über sie lehnte, als ob sie sich seiner bewusst war, trotzdem sie fest schlief. Sie hatte ein süßes Lächeln auf ihrem Gesicht, und er erwiderte dieses Lächeln. Er fragte sich, ob sie träumte, und wenn ja, worüber. Er richtete sich auf und verschränkte seine Arme, überwachte einfach nur ihren Schlaf.
Sie hatte Recht; er sollte sie nicht nach seiner Zukunft fragen. Severus war die ganze Zeit durch Verwandlung hindurch abgelenkt gewesen, während er darüber nachgedacht hatte, während er die möglichen Konsequenzen von einem rationalen Standpunkt aus betrachtete. Sein älteres Selbst hatte ihn ebenfalls davor gewarnt, die Zeitachse durcheinanderzubringen. Sein älteres Selbst hatte gesagt, dass zwei ihrer drei Sprünge in seiner Zeitachse verhängnisvoll gewesen waren; der eine, als sie von seinen Hausgenossen zu Tode geprügelt worden war, und der andere, als sie einen Monat mit Lily verbracht hatte. Nichts davon war in seiner Zeitachse geschehen, doch sie waren im Tagebuch niedergeschrieben, das sein älteres Selbst ihm gegeben hatte. Er hatte nicht erzählt, was während ihres dritten Sprungs geschehen war. Wenn also Hermione irgendetwas tat oder sagte, um seine Zeitachse zu verändern, könnte dies für sie desaströs enden, und sie hatte Recht – es geschähe möglicherweise nicht, wie sie sagen würde, dass die Geschehnisse sich jedenfalls ereignen würden. Wenn sie sagte, dass irgendetwas Schreckliches geschehen würde, würde er sich möglicherweise dazu veranlasst sehen, dies zu verändern, falls er dazu in der Lage wäre, und ihre Zeitachse würde dann von ihrer jetzigen differieren. Wer wusste, in welche Welt sie zurückkehren würde? Nein, hatte sie Recht; er musste sich von diesem Thema einfach nur fernhalten.
Severus ging hinüber zu seinem Arbeitstisch und spähte in seinen Kessel, um zu kontrollieren, ob auf die Florfliegen, die er dünstete, kein Staub gefallen war. Sein Zaubertrank hatte die erwartete Farbe und Konsistenz. Er überprüfte seinen Timer. Es war beinahe an der Zeit, die Apothekerskink-Schuppen hinzuzufügen. Er hob das Glas neben seinem Ellbogen hoch, um den Knöterich zu untersuchen, den er während des letzten Vollmonds gepflückt hatte, und der für die letzten drei Wochen in Salz, Limetten-Solution und den Säften aus seinen Blutegeln eingelegt gewesen waren. Er überprüfte als Nächstes das Glas, das seine Blutegel enthielt, und war froh zu sehen, dass sie unter dem Stasis-Zauber nach wie vor ausreichend feucht geblieben waren. Alles sah gut aus.
Er wog sorgfältig die Apothekerskink-Schuppen ab. Als die dünnen roten Hände des Timers die Zahl vierundzwanzig erreichten, gab der Timer ein leises läutendes Geräusch von sich. Er siebte die Schuppen in den Kessel, so dass sie sanft auf seinem langsam vor sich hin siedenden Zaubertrank landeten. Er überprüfte seine Anweisungen und stellte die Berechnungen an, um herauszufinden, wann die Blutegel und das pulverisierte Horn eines Zweihorns würden hinzugefügt werden müssen. Er lächelte; der Knöterich würde zur Essenszeit hinzugegeben werden, gefolgt von den Blutegeln eine Stunde später. Das pulverisierte Horn eines Zweihorns würde in zwei Tagen hinzugefügt werden. Er drehte die roten Stunden- und Minuten-Hände auf seinem Timer, um der erforderliche Zeitdauer bis zum folgenden Verarbeitungsschritt zu entsprechen, tippte leicht auf den goldenen Knopf auf der Oberseite seines Timers, und stellte ihn dann sorgfältig auf dem Arbeitstisch ab.
Er blickte hinüber zu dem leeren Raum, von dem er wusste, dass Hermiones Bett dort stand, und entschied, in den Gemeinschaftsraum zu gehen, um den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Es würde ihr gut gehen, und er käme sowieso in wenigen Stunden zurück. Sie hatte dermaßen gestresst und erschöpft ausgesehen. 'Kein Wunder – die Göre versuchte schließlich, jeden Kursus zu belegen, den Hogwarts anbot!' Er drehte sich um, während er über ihr törichtes Benehmen lächelte. Obschon er ihre Hartnäckigkeit bewundern musste; es war beeindruckend, dass sie alles auf einmal lernen wollte.
Als er zum Abendessen zurückkehrte, wobei er ein Tablett und einen Stapel Bücher trug, kam Hermione heraus, ihn zu empfangen. „Hallo", begrüßte sie ihn, als er seine Mitbringsel auf dem Tisch fallenließ.
Sie streckte sich, ihr Haar zerzaust und ihr Gesicht vom Schlaf zerknittert, und sah damit seiner Ansicht nach für ein kleines Mädchen viel zu entzückend aus. „Ich habe Lammkoteletts und Rosenkohl und massenhaft Bücher für dich mitgebracht", erklärte er sprachlos, als Hermione ihr Haar flocht, was ihre Brüste gegen die Knöpfe ihrer Bluse presste. Er wandte seinen starrenden Blick ab, beschämt. „Geh und iss", sagte er, während er hinüber zum Arbeitstisch ging, anstatt sie zu beobachten. Bedauerlicherweise gab es nichts für ihn zu tun; er hatte bereits vor dem Abendessen den Knöterich hinzugegeben, und er hatte weitere fünfzig Minuten auf seinem Timer, bevor er die Blutegel hinzufügen würde.
Als er sich herumdrehte, war Hermione damit fertig, den Tisch für das Abendessen zu decken, was ihn lächeln ließ. Mahlzeiten mit ihr einzunehmen, hatte etwas davon an sich, Vater-Mutter-Kind mit ihr zu spielen. Nun ja, auf die Art, wie er sich immer sein Familienleben gewünscht hatte, dass es sein sollte. Sie wartete, bis er sich hinsetzte, um mit dem Essen zu beginnen. Noch einmal kam ihm der Gedanke in den Sinn, dass sie aus einem wohlsituierten Haus kommen musste, da sie die meiste Zeit über solch gepflegte Umgangsformen hatte.
„Erzählst du mir, was ihr in Verwandlung gemacht habt?", fragte sie und schnitt ihren Rosenkohl in mundgerechte Stücke.
„In der N.E.W.T.s-Lehrstufe versuchen wir entweder, all die alten Zaubersprüche nonverbal zu wiederholen, oder wir versuchen uns an schwierigeren Verwandlungen, wie einen Felsen in einen Hund zu verwandeln", sagte er und lachte, als sich ihre Augen weiteten und ihr Lächeln sich verbreiterte. „Nein, ich werde dir nicht zeigen, wie man das macht." Ihr Lächeln verblasste sofort und er lachte über ihre Enttäuschung leise in sich hinein. „Es ist nicht einfach. Ich hatte Probleme damit, alle Hunde-Körperteile an die richtige Stelle zu setzen."
„Es ist mit schwer gefallen, eine Teekanne in eine Schildkröte zu verwandeln", sagte sie zwischen Bissen. „Ich habe beständig das lila Muster auf dem Panzer behalten."
„Wir können das nach Abendessen üben, wenn du möchtest", schlug er zerstreut vor, als er über seiner Schulter auf den Timer blickte.
Indessen zog Severus nach dem Abendessen seine Bücher heraus, um an seinem Aufsatz zu arbeiten, deshalb machte Hermione dasselbe. Er war über die Anzahl von Büchern überrascht, die sie aus ihrer Schultasche zog und begann, sie zur Hand nehmen, um einen flüchtigen Blick auf die Titel zu werfen. „Sind die alle für deine – autsch!", begann er zu sagen, bevor das Buch in seinen Händen ihn biss. „Was zum Teufel war das?"
„Oh, sei vorsichtig mit dem da", sagte sie, schaute auf und eilte um den Tisch herum. „Das ist mein Buch für Pflege magischer Geschöpfe." Sie ergriff seine Hand, um seine Finger zu betrachten und ignorierte das Buch, das knurrend auf dem Tisch lag.
Severus konnte seine Augen nicht von dem Buch abwenden, das um den Lederriemen herum, der es vermutlich verschlossen halten sollte, ihm gegenüber seinen bezahnten Einband fletschte. „Das ist dein Lehrbuch für den Unterricht? Ist dein Lehrer übergeschnappt oder was?" Er hatte von dem Buch, das durch einen starken, braunen Gurt gebunden war, ihn anknurrte und versuchte, vom Tisch zu krabbeln, einen derartigen Schreck bekommen, dass er kaum bemerkte, wie sie seine Hand untersuchte, bis er sich herumdrehte, um sie anzuschauen. „Äh, meine Hand ist in Ordnung, Hermione. Es hat mich nur erschreckt."
„Es hat einen gemein Biss, es sei denn, du weißt, wie du es beruhigen kannst", sagte sie und gab seine Hand frei, um das Buch zu packen, bevor es vom Tisch fiel. „Professor Hagrid dachte, dass sie witzig wären. Du musst es streicheln, um in der Lage zu sein, es zu lesen – ich vermute mal, dass es in gewisser Hinsicht lustig ist. Aber es passt wirklich in seinen Unterricht rein … Du müsstest ihn kennen."
Severus war fassungslos, als er sie dabei beobachtete, wie sie das Buch streichelte. „Meinst du den Hüter der Ländereien, Rubeus Hagrid – er ist dein Lehrer?"
Das Buch hatte sich beruhigt und schnurrte stillvergnügt in ihren Armen. „Ja." Sie legte das Buch ab und zog ihre Arithmantik-Gleichungen und Astrologie-Karten heraus.
Er starrte auf das sonderbare Buch, beobachtete, wie es sich häuslich niederließ, als ob es ein Nickerchen machen wolle, und verengte dann seinen Augen, als er sich herumdrehte, um sie anzusehen. „Hermione, in welcher Jahrgangs-Lehrstufe bist du?"
Sie schaute zu ihm auf, ihre Brauen in einem fragenden Ausdruck zusammengezogen. „Ich bin im drittem Jahr", antwortete sie, als ob er dies gewusst haben sollte.
Severus fluchte, während er mit seiner Hand durch sein Haar fuhr. „Und hier stehe ich – unterrichte dich, zeige dir – heilige Scheiße! Ich hätte dir die Energie entzogen haben können – hätte dich aufzehren lassen können oder hätte dir Schaden zugefügt … Warum hast du es mir nicht gesagt?!" Er war überrascht, nein, vollkommen fassungslos. Er hatte die ganze Zeit geglaubt, dass sie eine Viertklässlerin sein müsste; die Dinge, die sie wusste, wie leicht sie dieses ganze Zeug für Viertklässler meisterte, das er ihr gezeigt hatte. „Verdammt, wir haben sogar Magie auf Fünftklässler-Niveau praktiziert – und für Sechstklässler – was habe ich mir dabei gedacht!" Er hielt darin inne, einen Graben in den nicht vorhandenen Teppich zu laufen, um sie anzustarren – ja, sie dieses Mal wirklich anzusehen.
„Ich verstehe nicht? Wo liegt das Problem?", fragte sie, ganz offensichtlich verwirrt, während sie ihn mit einem beunruhigten Gesichtsausdruck anschaute.
„Als Drittklässlerin bist du nach wie vor dabei, die elementaren Grundvoraussetzungen der Prinzipien von Magie zu erlernen – das ist das Problem! Lediglich die außergewöhnlich begabten Schüler sind dazu in der Lage, Zaubersprüche zwei Jahre über ihrer Altersstufe zu meistern, und es ist wirklich ungewöhnlich, dass irgendjemand Zaubersprüche schaffen kann, die drei oder mehr Stufen über ihrem Altersniveau liegen, ohne unter Auszehrung des magischen Kerns zu leiden, insbesondere in ihren ersten paar Jahren. Und ich habe genau das mit dir gemacht!" Selbstverständlich – er hatte es immer bewerkstelligt, Zaubersprüche zu werfen, die drei und vier Jahre über seiner Altersstufe lagen, aber das war nicht relevant. Er hatte ihr Wohlergehen riskiert und hatte nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet, nach ihrem Alter zu fragen. „Du bist im dritten?" Aus irgendeinem Grund konnte er es immer noch nicht fassen. Sie schien einfach … älter, weitaus reifer, und ihre Sinne besser beisammen zu haben, als die kleinen Mädchen im drittem Jahr aus seinem Haus.
Sie hatte ihn beobachtet, wobei sie allem Anschein nach nicht verstand, was er meinte, oder die Situation nicht nachvollziehen konnte. „Ja, bin ich im dritten. Schulleiter Dumbledore ließ Madam Pomfrey mich untersuchen, nachdem ich das letzte Mal in meine Zeit zurückkam und sie sagte, dass ich in Ordnung sei, magisch gesund, und sie gab mir einen Persilschein."
„Gut, Merlin sei dank dafür!", sagte er, drehte den Stuhl herum, setzte sich rittlings darauf, und verschränkte seine Arme auf der Rückenlehne. Er starrte sie an, sein Gesicht unlesbar.
Hermione begann, mit ihren Papieren herumzuspielen, und dann zog sie einige Journale, Notizbücher und schließlich einen Federkiel und Tinte aus ihrer Tasche heraus. Severus beobachtete sie, wobei er schmunzelte, als sie alles dafür vorbereitete, den Unterrichtsstoff zu wiederholen. Sie schaute auf und fragte „Was ist?" zum selben Zeitpunkt, als sein Timer rasselte.
„Oh, nichts. Du hast mich überrascht, das ist alles. Nicht viele Leute überraschen mich", antwortete er und erhob sich, um sich um seinen Zaubertrank zu kümmern. Er filterte den Knöterich aus, zerkleinerte ihn und kippte ihn in den Kessel, wobei er eine volle Minute wartete, bevor er rührte, damit sich die Zutat in den Ölen an der Oberfläche aufwärmen und sich besser vermischen würde.
„Was braust du?", fragte sie, als sie zu ihm herüberging, sich an seine Seite stellte und ebenfalls in seinen Kessel spähte. „Oh! Du braust Vielsaft-Trank."
„Ja", sagte er, während er seine Rotationen mit seinem Glasstab mitzählte. Er drehte sich herum, um sie zu betrachten, als er den Glasstab zurückzog und sein Messer zur Hand nahm, um die Blutegel in Würfel zu schneiden. „Woher weißt du das? Die meisten fortgeschrittenen Schüler kennen den Zaubertrank nicht gut genug, um ihn wiederzuerkennen."
„Ich habe ihn hergestellt", erklärte sie und lehnte sich nach vorn, um zuzusehen, allerdings nicht weit genug, um ihm wirklich im Weg zu sein, abgesehen davon, dass Severus an niemanden gewöhnt war, der über seine Schulter spähte, während er braute. Nun ja, mit Ausnahme von Slughorn oder Lily. Er kippte die Blutegel hinein und begann erneut zu rühren.
„Du bist in der zweiten Brauphase, nicht?", fragte sie, als er die letzten zehn Umdrehungen beendete.
'Zumindest weiß sie, mich nicht zu unterbrechen, während ich rühre.' Er legte seinen Glasstab beiseite, ließ mit einem Ruck sein Haar aus seinen Augen schnippen und wandte sich zu ihr, um sie anzustarren, wobei er seine Arme verschränkte. „Ja … Du hast Vielsaft-Trank gebraut? Wann?" 'Sie lügt mich an. Sie muss einfach lügen.'
„Mhm", sagte sie und nickte, um ihre Behauptung zu bekräftigen. „Ich habe ihn im letzten Jahr gemacht."
Jetzt wusste er, dass sie ihn anlog. Vielsaft-Trank wurde nicht einmal erwähnt, ausgenommen in Zaubertränke-Büchern für Fortgeschrittene und die Anleitungen dazu befanden sich in der Verbotenen Abteilung. „Du willst mich wohl auf den Besen nehmen! Du sagtest, dass du im dritten Schuljahr bist."
„Ja", sagte sie, während sie nickte und ernsthaft zu ihm aufschaute, wobei ihre Augen die seinigen mit einem Ausdruck trafen, den er normalerweise als offene Aufrichtigkeit gelesen haben würde.
„Und du hast dies hier in deinem zweiten Schuljahr hergestellt?", fragte er, nach wie vor nicht sicher, was er glauben sollte. Ihre sanften braunen Augen starrten direkt in die seinigen, und es gab keine Täuschung in ihrem Blick. „Das ist unmöglich."
„Nun, ich habe ihn gebraut", sagte sie, während sie sich von ihm abwandte.
Er konnte die Kränkung aus ihrer Stimme heraushören. Er brachte sie dazu, sich herumzudrehen und legte einen Finger unter ihr Kinn, um es anzuheben und ihr in die Augen zu blicken. Er konnte erkennen, dass sie ihm nicht davon erzählte, um ihn zu beeindrucken zu versuchen. Ihr Ausdruck war unschuldsvoll und ihr unverwandter Blick hielt den seinigen nach wie vor unerschütterlich fest. „Hast du irgendeine Vorstellung davon, wie kompliziert dieser Zaubertrank ist? Wie viele ausgeklügelte Techniken dafür erforderlich sind, diesen Zaubertrank tadellos ausfallen zu lassen, ganz zu schweigen von absolut perfekt? Das Buch erwähnt nicht einmal alle subtilen Variationen … Ist der Zaubertrank tadellos gewesen?"
Hermione versuchte, ihren Kopf innerhalb seines Griffs an ihrem Kinn bejahend zu bewegen. „Meine beiden Freunde verwandelten sich in die Leute, deren Identität sie annehmen wollten."
Er feixte ihr gegenüber, wobei sein Lachen als ein in Gedanken versunkenes leises Lachen herauskam. „Du hast nicht einmal deinen eigenen Zaubertrank probiert? Schande über dich." Er ließ ihr Kinn los. „Ein Meister der Zaubertränke testet seine eigenen Zaubertränke zunächst immer an sich selbst aus, bevor er einen Freund oder irgendeine Versuchsperson dem aussetzt."
„Ich habe ihn getrunken", sagte sie und ergriff seinen Arm, wobei ihre Augen ihn praktisch anflehten, ihr zu glauben, während sie auf ihre Lippe biss. Sie war so aufgelöst, dass ihre Augen mit unvergossenen Tränen gefüllt waren.
„Und in wen hast du dich verwandelt?", fragte er, während er seine Arme verschränkte – und auch jetzt noch fand er ihre Behauptung unfassbar.
Hermiones Augen wurden riesig und sie drehte sich ab, doch nicht, bevor er sah, wie sich ihr Gesicht beschämt rötete. „Es war Katzenhaar … Ich habe mich in eine Katze verwandelt."
Severus konnte nichts dagegen tun. Er lachte derartig heftig, dass er sich vornüber beugte und seine Hände auf seinen Knien abstützte. Hermione wandte sich ab, um davonzustürmen, doch er ergriff ihr Handgelenk, um sie zu stoppen. „Oh, ist das unbezahlbar", sagte er, während er sie mit einem Arm umarmte und mit der anderen Hand eine Träne abwischte. „Entschuldige." Er ließ sie los und wischte über sein Gesicht, während er abermals sein Haar zurückschob. „Merlin, ich würde alles dafür gegeben haben, das zu sehen."
Sie stützte ihre Hände auf ihre Hüften, und ihre Augen blitzten verärgert. „Also, du wirst es nicht zu sehen bekommen, da ich diesen Fehler niemals wieder begehe."
„Ich will hoffen, dass so etwas nicht wieder geschieht", sagte er, als er seine Fassung zurückgewann. „Soll ich dir etwas sagen – ich hole mein Zeug und wir wiederholen zusammen den Unterrichtsstoff. Später kannst du mir beim Brauen helfen. Merlin, du bist wirklich bemerkenswert, Hermione, ein richtiges Prachtstück."
Sie verschränkte ihre Arme und drehte sich dann herum, um sich in ihren Stuhl plumpsen zu lassen. „Ich mag es nicht, wenn man über mich lacht", murmelte sie, als sie ihren Federkiel zur Hand nahm.
Er setzte sich rittlings auf den Stuhl, seine Arme neuerlich auf der Lehne verschränkt und sein Kinn auf ihnen ruhend. „Es tut mir leid. Ich habe davon gehört, dass dieser Fehler gemacht wird, aber ich habe niemals … Du musst zugeben, dass es sehr lustig ist."
„Fellknäuele auszuwürgen ist nicht lustig", sagte sie, schaute dann zu ihm auf und lächelte. „Aber ja, ich nehme es an. Ich hasse es nur einfach, die Hauptleidtragende zu sein… Es tut mir leid. Es ist lustig."
Severus stand auf, um seine Tasche zu holen, während er nach wie vor über ihr Missgeschick lachte und verblüfft darüber war, dass sie den Zaubertrank hergestellt hatte. 'Sie hat es geschafft. Sie hat ihn wirklich hergestellt.' Er drehte sich herum, um sie zu betrachten, während er seine Tasche vom Boden aufhob. 'Sie ist wirklich etwas besonderes, oder nicht?'
Fortsetzung folgt
A/Ü: Damit Ihr einen kleinen Anhaltspunkt habt, wohin diese Fic führt:
Kapitel 01 - 18 - 3. Schuljahr (PoA) 1993/94
Kapitel 19 - 21 - 4. Schuljahr (GoF) 1994/95
Kapitel 22 - 23 - Sommerferien zwischen 4. und 5. Schuljahr (1995)
Kapitel 24 - 30 - 5. Schuljahr (OoTP) 1995/96
Kapitel 31 - 34 - Sommerferien zwischen 5. und 6. Schuljahr (1996)
Kapitel 35 - 49 - 6. Schuljahr (HBP) 1996/97
Kapitel 50 - 51 ½ - Sommerferien zwischen 6. und 7. Schuljahr (1997)
Kapitel 51 ½ – … - 7. Schuljahr (DH) 1997/98 (Horcrux-Jagd)
Kapitel … - H/R/H in Hogwarts – Kampf um Hogwarts – Ende des Krieges
Kapitel 59 – 60? - Nach dem Endkampf
