Kapitel 10
Alice Sicht
Dieser Jasper wusste ganz genau von wem ich geredet hatte. Er musste das Rudel kennen, sonst hätte er nicht nachgefragt, oder? Vielleicht wurde ich auch paranoid, jetzt wo ich wieder in Forks war.
Ich ging zum Englischunterricht und setzte mich neben Angela. Was der Lehrer uns sagte bekam ich nicht mehr mit, denn in Gedanken versunken schaute ich aus dem Fenster.
Dann verschwamm der Schulhof, und ich sah ein großes Herrenhaus.
Vor der Tür stand eine zierliche Frau mit einem weichen Gesicht und Karamell-farbigen Haar, die ihr über die Schultern fielen.
Gerade stiegen Edward, Bella, Rosalie und Emmett aus einem Wagen aus. Jasper und Victoria verließen den Wagen dahinter.
Ein schwarzer Mercedes rollte zu den anderen Autos und Carlisle Cullen gesellte sich zu seiner Familie. Zusammen gingen sie ins Haus und setzten sich an den Esstisch.
„Also, was ist los?" Carlisle war ruhig, und wirkte besorgt. Jasper schaute zu Edward und nachdem der genickt hatte begann er zu erzählen.
„Es geht um das Neue Mädchen an unserer Schule. Alice." Überrascht schaute die Mutter auf. „Nichts gefährliches in diesem Sinne, Esme." Edward versuchte sie zu beruhigen. Mit Erfolg. Dann redete Jasper weiter.
„Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube sie hat Verdacht geschöpft. Sie weiß, dass irgendwas mit uns nicht stimmt, dass wir anders sind." Victoria neben ihm zischte. „Ich hab doch gesagt, dass sie eine Bedrohung darstellt." Jetzt schaltete sich Carlisle ein. „Ich glaube nicht, dass sie uns gefährlich werden könnte. Wir sollten sie jedoch im Auge behalten." „Da ist noch etwas." Das war wieder Edward. „Sie weiß, dass ich Gedanken lesen kann und ich habe keine Ahnung woher."
Die Reaktionen bekam ich nicht mehr mit, denn Angela rüttelte mich unsanft an der Schulter. „Alice? Alice, geht es dir nicht gut?" Ich schüttelte leicht den Kopf um meine Gedanken ordnen zu können. „Mir ist nur ein bisschen schwindelig." Als ich aufschaute sah ich, dass die ganze Klasse mich anstarrte.
Verdammt. Ich stand auf und fragte, ob ich nach Hause durfte. Der Lehrer meinte er würde es besser finden wenn ich nicht alleine wäre und so schlug Angela vor mich nach hause zu fahren. Dankbar nahm ich an und ging leicht wankend zur Tür.
Manchmal, wenn eine Vision so genau war, schien sie mir die Energie auszusaugen. Angela stützte mich und brachte mich zu meinem Auto. Ich gab ihr die Schlüssel und sie fuhr mich nach Hause und brachte mich sogar noch in mein Zimmer.
Man ich musste echt fertig aussehen.
Ich schaffte es kaum Angela davon zu überzeugen, dass sie mich für die nächsten zehn Minuten allein lassen könnte, bis Harry nach Hause kam. Schließlich gab sie doch nach und ich genoss die Stille.
Doch nach wenigen Sekunden kamen die alten Fragen wieder und vor allem Neue. Warum fand Victoria ich sei eine Gefahr?
Dann klingelte mein Handy. „Hallo?"
„Hi Alice, ich bin es Embry. Sam hat mir deine Nummer gegeben und gemeint ich soll fragen wie es dir geht. Harry hat ihn angerufen, als er gerade nicht da war und ich hab mich verwandelt, um mit ihm zu reden."
„Ich denke mal ihr wollt mir immer noch nicht sagen was los ist?" Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. „Nein, tut mir Leid." Von wegen. „Wieso hat Harry ihn überhaupt angerufen?" „Oh. Eine gewisse Angela hat ihn angerufen und gemeint du seist krank."
Natürlich. „Kein Grund zur Aufregung. Mir war nur ein bisschen schwindelig und Angela hat mich nach Hause gefahren." „Schön zu hören das es nichts ernstes ist. Wir sehen uns doch bald wieder im Reservat, oder?" „Ja, ich guck mal wann ich kommen kann. Bis dann." Wir legten beide auf und ich merkte, wie die Wut in mir hochkochte.
Die Haustür wurde aufgeschlossen und Harry kam nach Hause. „Alice?"
„Ich bin oben Dad." Harry stampfte die Treppen hoch und betrat mein Zimmer. „Wie geht es dir?" „Erschöpft." „Vielleicht solltest du morgen zu Hause bleiben, wenn du in dem Zustand zur Schule gehst muss ich mir einiges anhören." Ein Grinsen konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Wenn Harry so hilflos aussah verzieh ich ihm sogar manchmal, dass er mich in die Psychiatrie schicken wollte. „Wenn du meinst Dad." Ich gähnte herzhaft und kuschelte mich in meine Decke. „Meine kleine, zerbrechliche Alice." Hatte ich mir das gerade nur eingebildet, oder hatte Harry das gerade wirklich gesagt? Bevor ich ihn fragen konnte war ich schon eingeschlafen.
