Harry Potter und die graue Seite, Teil 2:
Kapitel 10: Die lang ersehnte Hochzeit
„Mister Potter-Black", Shone, ein alter, vollbärtiger Mann kam auf ihn zu: „Freut mich, hier zu sein."
Harry lächelte und schüttelte dem Mann die Hand, während er die Gäste begrüßte.
Er führte mit jedem einen kurzen Small-Talk, was die Prozedur, die ohnehin schon lange dauern würde, noch verlängerte.
„Harry." Harry unterbrach sein Gespräch mit Shone und blickte zu dem Mann, der sich einfach vorgedrängelt hatte.
„Lucius, freut mich, dass du kommen konntest.", Harry ignorierte Shone vollkommen, er war dumm und keiner Rede wert. Aber Mitglied im Wizengamot.
Harry begrüßte nun Narzissa mit einem formvollendeten Handkuss, und deutete auf den vordersten Teil des Zeltes: „Ihr sitzt am ersten Tisch."
Lucius nickte freundlich und die beiden gingen.
Schon arrogant sich einfach vorzudrängeln. Harry war sich sicher, dass Lucius es auch auf etwas anderes abgesehen hatte: Ron Weasley stand direkt als erster in der Reihe. Ihm eins reinzuwürgen schien Lucius sehr zu amüsieren.
Harry wollte sich gerade seinem alten Freund, als plötzlich ein weiterer junger Mann auf ihn zukam.
„Mister Potter-Black?", es war Draco Malfoy. Harry drehte sich von Ron weg und setzte ein falsches Lächeln auf: „Draco. Freut mich, dich zu sehen."
Er wechselte ein paar Worte mit seinen alten Erzrivalen und begrüßte dessen Begleitung, eine schöne Brünette, die ein paar Kommentare bezüglich der Dekoration von sich gab.
„Ronald", Harry gab sich nicht die Mühe ernsthaft freundlich auszusehen. Dieser nickte und begrüßte ihn abwesend, ohne auf Draco Malfoy einzugehen.
Es hatte lange gedauert, bist Harry endlich alle Gäste begrüßt hatte. Dann endlich konnte es losgehen. Vorne auf der Bühne stellte sich der Entertainer vor und fing an die Leute zu unterhalten. Das hatte Tradition, magische Hochzeiten waren nicht nur Hochzeiten, im oberen Adel waren sie ein gewöhnliches Fest größeres Ausmaßes mit einem krönenden Abschluss zu Ende.
Harry gesellte sich an den Tisch, an den er seine engsten Freunde und Bekannte, sowie die wichtigsten Leute, gesetzt hatte. Ginny würde er bis zu der Trauung nicht sehen. Zusammen mit der Trauzeugin, deren Namen er noch immer nicht wusste, was ebenfalls nichts ungewöhnliches in der magischen Welt war, würde sie zum Schluss, mit Bill Weasley, der sie zum Altar führen würde, das Zelt betreten.
Harry saß am Kopfende des riesigen Tisches, er blickte Richtung Richtung Bühne, direkt neben ihm saß Ituko, der einzige dunkelfarbene Zauberer, der sichtlich von vielen misstrauisch beäugt wurde. Remus, der sein Trauzeuge sein würde, saß links von ihm.
Remus blickte mürrisch zu Lucius Malfoy, sagte jedoch nichts. Kinglsey, einige Kollegen aus der Zentrale, darunter Andromeda Black, und die Professoren der Schule saßen weiter hintenam Tisch. Severus Snape war nicht zugegen. Er war einfach für solche Feste nicht zu begeistern. Er hatte Harry aber versprochen, zur Trauung anwesend zu sein.
Bald fing das erste Konzert an, Harry hatte sich für das zweite Mendelssohn Violin-Konzert entschieden.
Während des Konzertes war komplette Ruhe, ganz im Gegensatz zu den Auftritten des Entertainers, dort wurde sich unterhalten, obwohl er einer der besten seines Faches war.
Die, die zuhören wollten, hatten aber keine Probleme, Zauber machen es möglich, weshalb es nicht schlimm war.
Kurze Zeit später wurde die Speisen gebracht, ein ganzes Büffet erschien innerhalb von Augenblicken. Jeder Gast musste nur seine Speise auf der Karte anwählen und sie wurde gebracht.
Dazu gab es exzellente Weine. Butterbier war zu solchen Feierlichkeiten verpönt.
„Nun sag mir, Harry, wo hast du soviel gelernt?", fragte Remus während er sich ein Stück Fisch in den Mund schob.
„Ich hatte einen guten Lehrer", sagte Harry wohlwollend.
„Und wer war das?
„Er sitzt hier neben mir", meinte Harry.
Remus blinzelte überrascht und stand auf, um dem Schwarzen die Hand zu geben. „Sehr erfreut, mein Name ist Remus Lupin. Mit wem ich habe ich das Vergnügen?"
„Ituko", meinte dieser, „ich war bei der Schlacht um Hogwarts dabei, falls Sie sich erinnern."
„In der Tat", meinte Remus, in Erinnerung schwelgend: „beeindruckende Magie haben Sie da gewirkt."
Ituko zuckte nur mit den Schulter: „Nichts im Gegensatz zu anderen Magiern, die hier am Tisch sitzen."
Sie beide sahen zu Harry, während der sich gemächlich am Essen gut tat.
Der Entertainer redete weiter, die Gäste lachten. Es war ein gemütlicher Tag, bei dem Bekanntschaften geschlossen, gefestigt oder erneuert wurden. Geschäfte wurden ebenfalls teilweise geregelt.
„Mister Potter-Black?"
Harry drehte sich zu der Stimme um. Neben ihm stand Mark Finch.
„Ah, Mister Finch", Harry erhob sich, gab ihm die Hand und wedelte mit seinem Stab. „Setzen Sie sich." Neben Ituko war der Platz größer geworden und ein Stuhl aus der Erde gewachsen.
Ituko blinzelte und sah zu dem Jungen: „Beeindruckend."
Harry sah gespannt zu wie Finch zu dem Schwarzen sah. „Gleichfalls, Mister"
Finch spürte die Magie des Schwarzen und blickte zur Karte, strich mit seinem Finger über das, was er wollte und plötzlich erschien das Essen.
„Ihre Magie muss mehr angeglichen werden.", meinte Ituko nebenbei.
Finch nickte: „Ich weiß, ich arbeite erst seit kurzem daran."
Ituko blinzelte und sah schließlich zum Entertainer. „Was sehen Sie, wenn Sie die Magie sehen?"
Finch grinste: „Ach, mein neuer Lehrer, Mister Potter?"
Dieser lächelte: „Jeder kennt Magie aus einem anderem Blickwinkel, es wäre absurd nur den eines Lehrers zu kennen außer dem eigenen. Sprechen Sie mit Magiern, die in der Lage sind wahre Magie zu wirken, und Sie werden ein größeren Blickwinkel der Magie erfahren."
„Interessanter Ansatz, Harry.", meinte Ituko: „Sitzt er deshalb hier?", er deutete zu Remus. Dieser nahm gerade einen Schluck Wein und zog die Augenbraue hoch.
Harry lächelte: „Ein weiterer Blickwinkel der Magie, verändert durch die Eigenschaft des Mondes."
Finch blickte interessiert zu Remus: „Unterscheidet sich Ihre Anwendung der Magie von anderen?"
„Ziemlich direkt.", meinte Remus spöttisch - „Entschuldigung, falls ich Sie gekränkt habe.", Finch sah nicht wirklich so aus, als würde er es bereuen.
„Keineswegs."
Das Gespräch entwickelte sich weiter, während Finch Tipps gegeben wurde, die Remus teilweise auch noch nicht kannte. Auch Lucius und Narcissa klinkten sich nach kurzer Zeit in das Gespräch ein.
„Hat sich Ihre Magie in Ihrer Zeit in Abwesenheit anderer Menschen verändert?", fragte schließlich Finch den Werwolf.
„Sie meinen ob sie animalischer geworden ist?"
Finch grinste: „Nun wenn Sie es so ausdrücken wollen."
„Ich hatte keinen Kontakt zu anderen Werwölfen, wohl aber zu magischen Tieren, ich habe einige Velas getroffen und einige Seemenschen und Zentauren. Aber keinen gewöhnlichen Menschen. Ob sich meine Magie während der Zeit verändert hat, kann ich nicht beurteilen, denn wie Harry schon sagte, man sieht die Magie subjektiv, und die Bewertung der Subjektivität fällt schwer, finden Sie nicht?"
„In der Tat, doch mich interessiert ob die körpereigene Magie durch magische Tiere verändert werden, durch die Umwelt, die sich ändert. Und eben das kann nur die eigene Person beurteilen."
Remus nickte langsam: „Ich muss gestehen, ich kenne mich nicht gut genug aus mit der allgemeinen Magie um das zu beurteilen, alles was ich weiß, weiß ich aus eigener Erfahrung, da ich die meiste Literatur auf diesem Gebiet für äußerst schwach halte. Auch vergisst man ja die alte Lebensweise der Magie, wenn man sich nicht daran erinnern will, und ich habe mir nicht Mühe gemacht auf Veränderungen der Magie zu achten."
„Keine gute Literatur?", fragte Harry ungläubig: „Ist alles nur eine Frage des Geldes, du kannst dich gerne an meiner Bibliothek bedienen, du bist immer willkommen."
Remus zog die Brauen hoch: „Und was hast du außer der Standardliteratur?"
„Einzelwerke verschiedener griechischer, ägyptischer, aztekischer Meister. Sonstige Werke von allen Kontinenten. Glaube mir, ich habe viel investiert in Bücher."
„In der Tat, ich habe einige Geschäftspartner verloren, weil sie genug Geld durch Verkäufe von Büchern gewonnen hatten.", brummte Ituko.
Schließlich wurde es dunkel. Es war nichts mehr zu sehen, außer drei Kerzen, die vorne am Altar leuchteten.
Das Orchester spielte eine langsame, melodramatische Melodie, während auf einmal zwölftausend Kerzen, die schwebten und alle Farben ausstrahlten, angingen. Die Braut hatte das Zelt betreten.
Sie lächelte in ihrem riesigen Gewand, es war ein festliches Kleid, dessen Farbe man nicht definieren konnte. Ihr Haar war kunstvoll hochgesteckt, dichte Strähnen bedeckten auf der rechten Seite ihr fehlendes Ohr.
Ihre Augen leuchteten, während sie von Bill Weasley nach vorne durch das ganze Zelt geführt wurde.
Hinter ihr lief Luna Lovegood, ihr blondes Haar wirkte traumhaft, sie hatte die Augen geschlossen, während sie Magie wirkte, die kleine Vögel heraufbeschwor. Sie summten eine schöne Melodie.
Schließlich stand Ginny vor dem Altar und Harry erschien mit Remus Lupin in einem dichten Nebel. Er verdichtete sich und bildete eindrucksvoll die Gestalten der beiden.
Remus wirkte verwirrt, nahm aber seinen Platz neben dem Altar ein.
Harry stand vor dem Altar und übernahm von Bill Ginnys Hand. Dann kam aus dem Altar plötzlich rote Magie, die die fünf umschloss. Der Kreis der Magie wurde kleiner und kleiner bis er nur noch Harrys und Ginnys Hände, die sie schulterhoch über dem Altar hielten, umschloss.
Bunte Magie strahlte und plötzlich spürte Harry einen kleinen Ruck. Auf einmal erschienen Ringe an den beiden Getrauten.
Auf dem Altar wuchs ein Stück Pergament. Harry und Ginny blickte sich an und drückten gemeinsam ihre Hände auf dieses.
Mit einem bunten Knall war die Trauung beendet und sie waren verheiratet.
Ein Feuerwerk erschien direkt über den zweien. Strahlende Knalleffekte und Farben erschienen wie aus dem Nichts.
Harry und Ginny lächelten und verschwanden mit einem Donner.
Harry stand vor der Klasse und blickte sie lange an. Sechste Klasse, magische Theorie. Es war der erste Tag nach den Osterferien des zweiten Jahres, in dem Harry unterrichtete. Die Flitterwochen nach Weihnachten hatte das frisch verheiratete Paar in Spanien verbracht, wo sie eine Rundreise auf See und Land gemacht hatten. Glückliche Tage, doch nun wurden sie wieder vom Alltag eingeholt.
„Wir werden uns in den nächsten drei Stunden mit der Muggle-Physik beschäftigen."
„Entschuldigung, aber was hat das mit Magie zu tun?", eine junge Frau, in der ersten Reihe.
„Nichts. Aber ich möchte euch nicht nur Magie lehren, sondern euch ein gewisses Allgemeinwissen verschaffen, und einigen der Reinblütler eine Chance geben, ihre Meinung über Muggle überdenken."
Die Schüler schauten gespannt zu, hörten ohne etwas einzuwenden ihrem Lehrer zu. Harry hatte sich viel Respekt verschafft, welches ihm nun zum Vorteil
Vor Jahren hätte er eine solche Meinung nie kund tun dürfen. Allein die Vorstellung, dass Muggle etwas hinbekamen:
„Die physikalischen Gesetzte sind alle korrekt. Die Muggle haben die Welt verstanden, ohne die Magie zu kennen. Um dies genau zu verdeutlichen werden wir uns nicht nur mit der Physik, sondern auch der Mathematik der Muggle beschäftigen.
Die Muggle haben Gleichungen entwickelt, sie stellen äquivalente Gleichungen auf, um etwas auszudrücken. Sie zeigen Etwas in Relation zu etwas anderem. Die Magie lassen sie dabei weg, denn sie kennen sie nicht. Die Gesetze der Muggle, beispielsweise das Gravitationsgesetz, die Gesetze der Optik, selbst die Darstellungen der einfachsten Geschwindigkeitsberechnungen sind korrekt. Doch warum?
Warum sind die Gleichungen richtig, obwohl die Magie ignoriert wird."
Er sah die Klasse an, die Reinblütigen sahen sehr skeptisch aus. „Die Magie kürzt sich weg. Sie steht auf beiden Seiten der Gleichungen. Und das zeigt uns etwas sehr wichtiges. Miss Jones, was zeigt es uns?"
Die junge Frau blickte ihn hilflos an und zuckte mit den Schultern.
„Mister Ford?", auch dieser Schüler hatte keine Ahnung.
„Es zeigt uns, dass die Magie überall ist. Doch was ist sie? Wo könnte die Magie stecken?..." Harry stockte. Seine Gedanken konzentrierten sich auf die Idee, die ihm gekommen war.
„Sie lesen bitte zur nächsten Stunde das Kapitel über das forkische System der Walliden im Buch und machen sich Notizen. Die Stunde ist beendet."
Ohne auf die verdutzen Gesichter zu achten verschwand der Professor vor den Augen seiner Schüler.
Was war Magie?
Wie funktionierte sie? Das zweitere hatte er inzwischen halbwegs verstanden, doch was war sie? Eine Frage, auf die kein Buch, kein Gelehrter eine Antwort wusste.
Sie war überall. Sie musste also klein sein. War sie ein Atom? Das konnte nicht sein, denn in jedem Atom war Magie zu sehen.
Sie musste kleiner sein als ein Atom und in jedem Atom vorhanden sein. Woraus bestand ein Atom?
Harry setzte sich an den Tisch und nahm Pergament zur Hand und schrieb seine Gedanken auf.
Ein Atom bestand aus einem Kern, Protonen und Elektronen.
Harry verließ das Büro, verschwand mit einem Zischen aus dem Schloss.
Er landete vor der Universität in Manchester an der er studiert hatte.
Er betrat das Gelände und ging kurzerhand zum Direktor. Hier hatte sich nichts geändert. Die Wände waren die selben, die selben Gemälde, die selben Skulpturen schmückten die Flure. Die gleichen Fenster waren zu sehen.
Doch Harry hatte keine Gedanken dafür, zusehr war sein Denken darauf gerichtet, herauszufinden was Magie war.
Er war vielen Ansätzen nachgegangen, hatte geguckt wo überall Magie war und wo nicht. War ihnen nachgegangen um schlussendlich zu scheitern.
Ein neuer Ansatz, möglicherweise neue Erkenntnisse...
Die Sekräterin vor dem Büro des Direktors hielt ihn auf: „Der Direktor ist zur Zeit nicht zu sprechen."
„Professor Doktor Potter-Black ist mein Name, richten Sie dem Direktor bitte aus, dass ich ihn so schnell wie möglich sprechen möchte. Ich warte solange."
Er setzte sich demonstrativ auf einen der Stühle, wohl bedacht zu zeigen, dass ihn nichts hier weg bringen würde.
„Ich weiß, wer Sie sind, Mister Potter-Black. Doch es ist wirklich unmöglich ihn zur Zeit zu sprechen, es wird noch dauern."
„Ich bin sicher, er wird es bedauern, wenn er von etwas wichtigem nichts weiß, weil Sie es ihm nicht mitgeteilt haben. Aber Sie wissen natürlich nicht, ob es etwas wichtiges ist, was ich ihm mitzuteilen habe, weshalb Sie sich absolut keinen Vorwurf machen werden. Wenn es etwas wichtiges ist, werden Sie allerdings möglicherweise daran denken, dass Sie mir nicht darauf vertraut haben, dass es wichtig ist – dann werden Sie sich Vorwürfe machen. Doch ist halt die Frage ob es denn notwendig ist, dass Sie sich Vorwürfe machen, denn ... -"
Die Frau unterbrach seinen Monolog, unsicher lächelnd: „Ich werde mal schauen ob er gerade zugegen ist."
„Ich bitte darum", Harry lächelte.
Er lächelte noch mehr als er hörte: „Mister Potter-Black ist da draußen, ich dachte ich sage es Ihnen, möglicherweise ist es ja etwas wichtiges."
Harry lächelte, als die Frau wieder nach draußen kam und ihm sagte: „Bitte, gehen Sie hinein."
Der Professor dankte und schwebte an ihr vorbei in das Büro.
