Disclaimer: Steht im Ersten Chapter, hat sich nicht geändert °grinst°

Notiz: So langsam aber sicher wird es, hoffe ich zumindest °lacht° Am Ende des Kapitels ist eine meiner Lieblingsszenen, bei so was wäre ich gerne dabei.. °kicher°

Vielen Dank an die Lieben Reviewer Ina Bauer, Sweatbunny und Schattentänzerin °alleknuddelt°

Nun aber viel Spaß beim lesen und wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten, Logikfehler bitte einfangen und mir zu schicken, lästige kleine Biester diese Logikfehler °grummel°

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Kapitel 8 – Schritt für Schritt –

Harrys Weg führte direkt zum Astronomieturm, minutenlang stand er am Anfang der Treppe und starrte die Stufen hinauf. Die nächsten drei Monate würde er keinen Schritt dort hoch gehen können, dafür würde der Direktor sorgen. Bei dem Gedanken daran, nun immer in nächster Umgebung mit Menschen zu sein, die ihn nicht einmal ansatzweise verstanden jagte dem Gryffindor einen Schauer über den Rücken.

Missmutig wandte er sich schließlich von der Treppe ab und machte sich auf den Weg in den Gryffindorturm. Je eher er sich seinen Mitschülern stellte desto schneller konnte er sich in die Einsamkeit seines Bettes zurückziehen.

Während er durch die Gänge eilte, hier und da einem Schüler auswich kehrten seine Gedanken zum ersten Mal seit langer Zeit zu Draco Malfoy zurück. „Was nur hat ihn dazu gebracht mir zu helfen?" Fragte Harry sich leise. Die Fette Dame schenkte ihm einen mitleidigen Blick, sicherlich wusste sie bereits welche Strafe er erhalten hatte. Harry verdrehte nur die Augen. In diesem Schloss konnte man wirklich nichts tun, ohne dass fast jeder davon erfuhr!

Im Gemeinschaftsraum herrschte reges Treiben. Schüler lachten, unterhielten sich laut über die letzten Schulstunden und über den neusten Klatsch. Hier und da saßen welche mit gesengten Köpfen über ihren Hausarbeiten, blätterten sich durch dicke Bücher und rauften sich die Haare. Einmal tief durchatmend trat Harry vollendens in den Gemeinschaftsraum, schlagartig herrschte Ruhe.

Vereinzelt tuschelte jemand seinem Nachbarn etwas zu, doch alle Blicke hingen wie gebannt auf dem Goldjungen. Dieser verdrehte erneut die Augen. „BUH!" Murmelte er, grinste als einige Schüler zurück zuckten. Dann schritt er durch den Raum und verschwand die Treppe hinauf in den Jungenschlafsaal.

Hinter ihm erhob sich rasch Lärm, heiße Diskussionen über sein Verhalten brachen aus und ab und an konnte man ziemlich wüste Beschimpfungen hören. Gerade als Harry die Tür zum Schlafsaal öffnete konnte er Hermines wütende Stimme hören, die die anderen Schüler zu Recht wies.

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Den ganzen Weg hinab zu den Kerkern pfiff der Slytherin vor sich hin. Woher dieses Gefühl der Fröhlichkeit auf einmal kam, konnte er nicht sagen, doch es war da! Breitete sich in ihm aus, wärmte ihn von innen heraus. Jeder dem ihm nun begegnen würde, würde vor Schreck flüchten, denn Draco Malfoy, der Slytherin schlecht hin strahlte über das ganze Gesicht!

Das er nicht noch hüpfte war auch alles und als er sich dieser Tatsache bewusst wurde wischte er das Grinsen rasch von seinem Gesicht. Nicht auszudenken was die anderen Slytherins denken würden, wenn sie ihn so sehen würden! Draco stockte. Ihm wurde klar, dass es ihm nicht mehr wichtig war was die anderen von ihm dachten. Eben auf dem Gang, wo er Potter am Boden gesehen hatte, war es ihm egal gewesen wer ihn alles sah als er dem Goldjungen half.

In Gedanken versunken murmelte er das Passwort zum Slytheringemeinschaftsraum. Im Gemeinschaftsraum war niemand und das war ihm auch ganz Recht. Wieder vor sich hinlächelnd setzte er sich in einen Sessel, schüttelte seinen Kopf heftig, so das seine ordentlich gestylten Haare in alle Himmelsrichtungen wirbelten und sich dann sanft um sein Gesicht schmiegten.

„Es ist an der Zeit neue Prioritäten zu setzten!" Sagte er in den leeren Raum hinein. Eine ganze Weile saß er so da und dachte nach. Abrupt stand er auf, starrte noch eine Sekunde lang in den Kamin und verließ den Gemeinschaftsraum wieder.

Es war nicht nur an der Zeit Prioritäten zu setzten, sondern auch dazu sein Leben neu zu ordnen und zu sortieren! Nur so hatte er eine Chance! Eine Chance darauf die Person zu begleiten die er lieb gewonnen hatte. Ja, er, Draco Malfoy hatte jemanden gerne, und zudem noch jemanden der eigentlich sein Feind sein sollte!

Diese Erkenntnis war jäh in sein Bewusstsein getreten als der Blonde Harry Potter auf dem Boden liegen hatte sehn. In diesem Augenblick hatte sein Herz ausgesetzt, sein Verstand hatte sich geweigert ordentlich seiner Arbeit nach zu gehen und als er langsam wieder einsetzte, war da diese Erkenntnis. Draco Malfoy, Vorzeige-Slytherin und Eisprinz eben jenes Hauses, wollte nichts mehr als nur in der Nähe seines Erzfeindes sein!

Draco verdrehte die Augen, grinste und seine Schritte beschleunigten sich. Das musste er unbedingt jemanden erzählen!

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Snape erreichte seine Wohnung nur mit einigen Zwischenstops, zu sehr hatte ihn das alles erneut aus der Balance gebracht! Wie konnte ein einzelner Junge seine Jahrelang trainierten und durch Voldemort hart erprobten Schutzmauern einfach so einreißen, ohne es wahrscheinlich zu wollen oder überhaupt zu wissen?

Ratlos murmelte Snape die Flüche die den Eingang zu seiner Wohnung versiegelten. Was auch immer an diesem Potterjungen war, er würde es herausfinden! „Hey Onkel Sev!" Erklang da eine jugendliche Stimme von der Seite.

Snape wandte den Kopf, Draco stand seitlich hinter ihm und grinste. Das Erscheinungsbild seines Patensohnes war Grund genug für Snape erneut an sich selbst zu zweifeln.

Der Slytherin trug seine Haare nicht streng zurück gegelt, sie fielen ihm sanft ins Gesicht auf dem ein ganz untypisches Grinsen lag. Und zu allem Überfluss strahlten die Augen des Blonden so sehr vor Freude und Wärme das Snape sich unwillkürlich fragte ob sein Patensohn irgendeinen falschen Trank zu sich genommen hatte.

Mit einer einladenden Geste bedeutete der Lehrer Draco sich doch zu setzten, was der Blonde mit einem breiten Grinsen annahm. Irritiert ließ sich auch der Lehrer nieder. Irgendwas ging in dieser Schule vor sich, und was auch immer es war, es ging ganz sicher nicht mit rechten Dingen zu!

Draco schwieg ein paar Minuten, beobachtete seinen Patenonkel, konnte förmlich sehen wie dessen Gedanken auf Hochtouren liefen. „Weißt du, es ist seltsam... Niemals hätte ich gedacht, das ich das mal sage.. Aber ich bin so unendlich glücklich das Harry nicht von der Schule geflogen ist!" Er machte eine Pause, wartete auf eine Reaktion. Diese jedoch blieb aus. Snape war wie versteinert.

Fassungslos starrte Snape seinen Patensohn an. Nicht genug, das Draco sich SORGEN um Potter machte, nein jetzt freute er sich schon darüber das er nicht von der Schule geflogen war. „Drehen hier denn jetzt alle durch?" Murmelte er, ließ sich nach hinten fallen und schloss die Augen.

Draco lachte, lachte wie er nur selten gelacht hatte. Herzlich, ehrlich und ausgelassen. Langsam rappelte Severus sich in seinem Sessel wieder auf, musterte den Slytherin erneut.

Er fand keine Anzeichen dafür das Draco wiedereinmal nur einen klugen strategischen Zug seiner Fassade spielte. Im Gegenteil, in den Zügen des Jugendlichen lag etwas sehr ehrliches.

„Onkel Sev, bitte, ich habe etwas sehr wichtiges entdeckt. Und ich will mit dir darüber reden, mir sicher werden das es das richtige ist." Schlagartig war Draco wieder ernst geworden, blickte den Lehrer aus unergründlichen grauen Augen eine ganze Weile an. Severus deutete ein Nicken an, gespannt was da kommen würde.

Draco nestelte eine Weile an seinem Umhangsaum herum, sich nicht mehr sicher darüber was er eigentlich sagen wollte. Schließlich riss er sich zusammen. „Ich habe heute festgestellt, dass es da jemanden gibt, der mir etwas bedeutet. Ich weiß aber noch nicht in welcher Hinsicht, und muss mich ehrlich gesagt erst an den Gedanken gewöhnen das es ausgerechnet diese eine Person ist!" Er machte eine Pause.

Snape nickte erneut und machte eine auffordernde Geste. „Mir ist klar geworden, das es an der Zeit ist neue Prioritäten zusetzen, neu zu beginnen. Das ich dabei riskiere meinen Ruf zu verlieren ist mir ziemlich egal!" Erneutes Schweigen.

Sowohl Snape als auch sein Patensohn ließen das gerade gesagte auf sich wirken. Draco, weil er endlich ausgesprochen hatte was er seit längerem dachte und Snape, weil er nicht wusste was er sagen sollte.

Gleichzeitig setzten sie zum Reden an, doch Snape ließ dem Jüngeren den Vortritt. Er war sich immer noch nicht ganz sicher, wie er auf Dracos Worte reagieren sollte. „Onkel Sev, ich... ich bin mir nicht sicher, was ich tun soll. Immerhin war ich lange Zeit mit Harry verfeindet und..." er brach ab. Severus nickte langsam. Zwar fehlte ihm das persönliche Verständnis für Draocs Situation aber er konnte nachfühlen wie innerlich zerrissen der Blonde war.

Draco stand zwischen seinen Gefühlen für Potter, in welche Richtung auch immer diese Gefühle gehen mochten und seinem Haus, Slytherin. Dracos Blick heftete hilfesuchend auf dem Lehrer.

„Das alles ist ziemlich heftig... ziemlich seltsam anzuhören." Begann Snape schließlich und sein Blick hing fest auf dem Slytherin. „Doch wenn du wirklich willst was du gesagt hast, dann musst du es langsam angehen. Harry ist einfach zu sehr in seiner eigenen Welt versunken, ist sich nicht bewusst wie sehr seine Umwelt auf ihn reagiert." Draco nickte eifrig, saugte jedes Wort in sich auf und entwarf in Gedanken schon einen Plan wie er sich Potter nähern konnte.

„Werde dir erst einmal selber darüber klar was du denkst, wie du dich fühlst. Du brauchst einen sicheren Standpunkt um vor den anderen überstehen zu können." Draco nickte. „Das wichtigste an der Sache aber ist, das du Schritt für Schritt vorgehst. Verschreck Potter nicht, gib ihm die Möglichkeit dir auszuweichen, dich abzublocken. Sei einfach da, wenn er dich braucht. Rede nicht wie ein Wasserfall, bedräng ihn nicht und mach ihn um Himmels willen nicht wütend."

Snapes Stimme war leise geworden. Nachdenklich kaute er auf seiner Unterlippe. Ja eigentlich war es perfekt, wenn Draco sich mit Potter anfreundete, so konnte er Harry helfen und vielleicht etwas Ruhe in den gepeinigten Geist des Jungen bringen.

Kurz sah er zu seinem Patensohn. Draco hatte fragend die Augenbrauen zusammen. Severus ist doch sonst nicht so. Dachte der Slytherin. Zwar war ihm schon öfter aufgefallen, das Snape nicht so war wie er zu sein schien, dennoch überraschte ihn diese verständnisvolle Art und Weise, in der der Zaubertränkelehrer sprach.

Um den Gedanken an Potter endlich für ein paar Sekunden zu vertreiben hätte Snape alles gegeben! Seufzend fuhr er sich mit der Hand über das Gesicht und wandte seine Aufmerksamkeit schließlich wieder seinem Patensohn zu, der jedoch ebenso nachdenklich wirkte wie er selbst. Draco nickte ein paar Mal vor sich hin und erhob sich dann. „Danke Onkel Sev, vielen Dank!" Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen war er auch schon Richtung Tür verschwunden.

Der Professor für Zaubertränke schüttelte nur den Kopf. Draco war und blieb einfach einzigartig!

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Eingekuschelt in seine Bettdecke, das dicke Buch für Zaubertränke auf dem Schoß fuhr Harry konzentriert die Zeilen, die er las mit dem Zeigefinger nach. Früher hatte er das Fach gehasst, doch seine Meinung hatte sich in vielen Dingen geändert. Mittlerweile fand er es äußerst nützlich mehr über die Kunst des Brauens zu lernen. Mit Leichtigkeit konnte er bereits verschiedene Heiltränke anfertigen und mit dem Traumlostrank war es ähnlich.

Gerade als er die Feder ins Tintenfass tauche wollte um eine interessante Stelle zu notieren flog die Schlafsaaltür krachend auf. Erschrocken glitt ihm die Feder quer über das Pergament und hinterließ einen breiten Tintenstrich. Ärgerlich zog Harry die Augenbrauen zusammen und warf einen kurzen Blick durch die zugezogenen Vorhänge seines Bettes. Ron stand in der Tür und schien sich mit jemand zu streiten, doch da beide flüsterten, verstand Harry nicht viel.

Desinteressiert zog er den Vorhang wieder zu und widmete sich erneut seinem Buch. Das Pergament bekam er mit einem kurzen Fehlerbeseitigungsspruch wieder in Ordnung. Doch es wollte ihm nicht gelingen sich wieder auf den Text zu konzentrieren. Irgendwie hatte er das Gefühl das etwas nicht stimmte und das etwas ziemlich gefährliches auf ihn zukam.

Seufzend klappte er das Buch schließlich zu und ließ sich auf den Rücken sinken. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt lauschte er eine Weile dem geflüsterten Streit, den Ron mit jemand führte. Er erhaschte einzelne Wortfetzen, konnte sie jedoch nicht so zusammensetzten, das sie einen Sinn ergab.

Eingelullt von dem Flüstern schlief der Gryffindor schließlich ein.

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„Seltsam, seltsam." Murmelte Snape vor sich hin, während er ein dickes Buch durchblätterte auf der Suche nach einem Trankrezept. Trankrezepte waren die perfekte Methode sich abzulenken, doch selbst der Wolfsbanntrank verlangte ihm keine große Konzentration mehr ab. Ähnlich wie viele andere Rezepte konnte Snape es bereits auswendig im Schlaf brauen.

Entnervt klappte er das Buch schließlich zu, stellte es ins Regal zurück und begann unruhig vor diesem auf und ab zu laufen.

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Die Tage wurden rasch kälter und bereits in der zweiten Novemberwoche begann es zu schneien. Eine dicke, weiße Schneedecke hüllte Hogwarts ein und verlieh ihm ein traumhaftes, unschuldiges Aussehen. Die Schüler blieben meist drin im Warmen, nur vereinzelt und wenn es sich nicht vermeiden ließ, verließen sie das Schloss. Nur ein Schüler war fast ständig draußen, soweit sich dies machen ließ – Harry Potter.

Seitdem Dumbledore ihm die Türme verboten hatte, suchte der Gryffindor die Einsamkeit der Kälte in der unmittelbaren Nähe des Sees. Oft saß er stundenlang auf einem Stein, las in einem Buch oder starrte gedankenverloren auf den See. Nichts und niemand konnte ihn zwingen in dem überfüllten Gemeinschaftsraum der Gryffindor zu bleiben oder in der Bibliothek zu lernen.

Überall waren Menschen, lärmten, lachten und redeten durcheinander. Und je öfter er in die große Halle musste um den Mahlzeiten bei zuwohnen, desto mehr wurde ihm das ganze zu wieder. Die letzten Abende hatte er bei McGonagall verbracht, die ihm die verschiedensten Strafarbeiten auftrug, dennoch aber nie ein Wort mehr als nötig mit ihm wechselte.

Harry ahnte, dass sie ihm diesen Vorfall in der Halloweennacht nicht einfach so verzeihen würde, doch es interessierte ihn nicht weiter. Die Professorin war nur ein weiterer Mensch, dem er täglich begegnen musste und den er ebenso abwehrend auf Distanz hielt wie jeden anderen.

Lediglich mit einem einzigen Schüler wechselte Harry hin und wieder ein Wort, wenn es auch meist nur ein ´Hallo´ war. Dieser Schüler war niemand anderes als Draco Malfoy, der Junge mit dem er bereits seit seinem Ersten Schultag eigentlich verfeindet war.

Doch mittlerweile war Harry sich nicht mehr sich in seiner Definition von Freund und Feind. Draco war immer da, wenn Harry kurz davor war einfach aufzugeben. Niemals sagte er ein Wort zu irgendeinem Vorfall, machte Harry keine Vorschriften und sobald er merkte das der Gryffindor sich zurück zog ging er einfach.

Seine Finger waren schon ganz blau von der eisigen Kälte und es fiel ihm immer schwerer die Seiten seines Verwandlungsbuches umzublättern. Doch rein gehen wollte er noch nicht, bis zum Abendbrot war noch Zeit, auch wenn langsam die Dunkelheit über das Land kroch genoss er die Stille.

Hinter ihm knirschte Schnee unter leisen Schritten. Harry brauchte sich nicht umdrehen um zu wissen, dass es Draco war. Er kam immer kurz vor dem Dunkelwerden und leistete dem Gryffindor Gesellschaft bis es Zeit war in die große Halle zu gehen. Auch heute setzte sich der Blonde ein Stück von Harry entfernt in den Schnee. Eine kurze Zeitlang hing sein Blick auf dem Schwarzhaarigen, dann wandte er seine Aufmerksamkeit dem See zu.

Schweigend saßen die beiden Schüler ein paar Minuten so da, bis Draco schließlich seufzte. Harry warf einen Kurzen Blick auf den Blonden. „Weißt du Harry, es ist schon seltsam." Flüsterte der Slytherin, doch Harry schwieg. Sekundenlang fragte Draco sich ob die Zeit wirklich schon reif war für ein Gespräch, doch dann sagte er sich das es jetzt kein Zurück mehr gab.

„Es ist seltsam wie ähnlich wir beiden uns sind. Und doch so verschieden wie Tag und Nacht." Wieder machte er eine Pause, wartete ab ob der Gryffindor antworten würde. Doch Harry nickte nur, machte keine Anstalten etwas zu sagen und so beschloss Draco seinen Monolog noch etwas weiter auszuführen. „Früher dachte ich immer, dass du und ich zu verschieden sind, um irgendwie etwas gemeinsam zu haben. Ich habe mich geirrt Harry."

Draco schwieg, hoffte das er nicht zu weit gegangen war und das Harry nicht einfach aufstehen und gehen würde. Der Gryffindor blieb tatsächlich sitzen, klappte sein Buch zu und steckte es in seine Schultasche. Ganz langsam wandte er sich dem Slytherin zu. „Zwei so gegensätzlich wie Tag und Nacht, nicht existent ohne den anderen." Murmelte Harry, stand auf und lächelte dem Blonden zu.

Draco fühlte sich, als ob ihm der Boden unter den Füssen weggezogen werden würde. Harry hatte gelächelt! Nicht dieses sarkastische, ironische oder wütende Grinsen, das er sonst zeigte. Nein, es war ehrlich gewesen! Wie erstarrte blieb Draco noch einige Minuten auf dem Boden sitzen und versuchte sich klar zumachen, was genau da gerade geschehen war.

Mit jedem Schritt den Harry sich von Draco entfernte, war es ihm als ob die Kälte noch unerträglicher wurde als sie es ohne hin schon war. Kurz vor dem Schlossportal blieb er stehen und sah sich um. Der Blonde Slytherin saß noch immer am Seeufer und starrte vor sich hin. Harry schüttelte den Kopf. „Wie Recht du hast!" Murmelte er zu sich selbst und trat durch die gewaltige Tür ins innere des Schlosses. Sofort hüllte Wärme ihn ein.

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Snape wanderte mal wieder wie ein Tiger in seinem Studienzimmer auf und ab. Die stotische Ruhe die ihn umgab sobald er den Unterrichtsraum oder Dumbledores Büro betrat fiel in seinen Privaten Gemächern wie ein Mantel von ihm ab. Obwohl er in der letzten Zeit viel zu oft aus seinem Schutz gefallen war und zudem noch in der Öffentlichkeit hatte niemand mehr Fragen diesbezüglich gestellt.

Dennoch war es für Snape mehr als nur ein Grund zum Nachdenken! Er musste handeln, musste sich sicher werden, dass ihm das nicht noch einmal passierte.

Die Gefahr, das Voldemort herausbekam das sich in seinen Reihen ein Empath verbarg war Riesen groß. Es konnte für den Lehrer tödlich enden! Kopfschüttelnd ließ Severus sich in seinen Schreibtischstuhl fallen, stütze den Kopf nachdenklich in die Hand und trommelte mit den Fingern auf der Armlehne. Das einzige was er tun konnte, war sich so oft wie möglich mit Harry Potter zu konfrontieren!

In dieser Hinsicht war der erste Schritt schon getan. Er hatte sich dazu bereit erklärt in der nächsten Zeit die Strafarbeiten für den Goldjungen zu leiten. Bereits heute Abend würde er das erste Mal seit langem wieder auf den Gryffindor treffen und wenn er ehrlich war machte ihm diese bevorstehende Begegnung Angst.

Nicht das er sich vor Potter fürchtete! Nein, das war es nicht! Er hatte Angst vor der Wut, vor der Angst, vor dem Schmerz der in dem Jungen lebte und der unerbittlich einen Weg nach draußen suchte.

Seufzend rutschte der Schwarzhaarige Mann noch tiefer in seinem Stuhl, verbarg das Gesicht in den Händen. „Warum kann nicht wenigstens etwas in meinem Leben so laufen wie ich das will?" flüsterte er in den leeren Raum.

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Während des Abendbrotes unterrichtete Professor McGonagall Harry darüber, das in Zukunft Professor Snape seine Strafarbeiten leiten würde und das er sich heute Abend um Punkt Acht Uhr im Klassenzimmer für Zaubertränke einzufinden hatte. Harry nahm dies nur mit einem Nicken zur Kenntnis.

Früher hätte es ihm wahnsinnige Angst gemacht bei Snape eine Strafarbeit zu haben, doch das erschien ihm schon Ewigkeiten her. Lustlos stocherte er in seinem Essen herum, blätterte neben bei in einem Buch.

Um kurz vor Acht machte Harry sich auf den Weg hinab in die Kerker. Hier unten war es immer Dunkel, egal zu welcher Tages- oder Jahreszeit. Ein Schauer glitt über Harrys Rücken und ließ ihn sich seiner Umgebung wieder vollbewusst werden. Strafarbeit bei Snape! Das kann ja heiter werden! Schoß es ihm durch den Kopf und wie von selbst hob er die Hand um an die Klassenzimmertür zu klopfen.

„Mister Potter, es freut mich, das sie so pünktlich sind!" Ertönte da die seidene und doch so kalte Stimme seines Lehrers von der Seite. Erschrocken wirbelte der Gryffindor herum und sah direkt in tiefschwarze Augen. Die Augen seines Lehrers! Harry wich zurück, bis er die Tür in seinem Rücken spürte.

Doch Snape grinste nur. „Kommen sie Mister Potter, oder wollen sie hier auf den Flur ihre Strafarbeit erhalten?" Mit diesen Worten wandte Snape sich um und verschwand in der Dunkelheit. Unsicher folgte Harry ihm. In der Dunkelheit konnte er absolut nichts erkennen und so verlor er seinen Lehrer bald aus den Augen.

Snape bemerkte schnell das Harry ihm in der Dunkelheit nicht folgen konnte und von Zeit zu Zeit blieb er stehen. „Warum nutzen sie eigentlich nicht ihren Zauberstab?" Fragte er nach dem er das dritte Mal stehen geblieben war. „Weil ich nicht will!" War die scharfe kurze Antwort aus dem Dunklen. Genervt verdrehte Snape die Augen, seufzte unhörbar und hoffte das dieser Abend ganz schnell rumging.

Nach beinahe fünfzehn Minuten erreichten sie Snapes Privatgemächer, eine Schlichte Holztür, deren Flüche der Lehrer leise murmelt aufhob. Wortlos wies Snape Harry an einzutreten. Dieser musterte kurz und interessiert das Zimmer und wandte seine Aufmerksamkeit dann wieder auf den Hauslehrer Slytherin.

Dieser nickte nur, schritt durchs Zimmer und setzte sich auf das Sofa, das sich gemeinsam mit drei Sesseln um einen großen Kamin schmiegte. Unschlüssig stand Harry einen Augenblick da, dann folgte er Snape und ließ sich auf einem der Sessel nieder. Mit einem Wink seines Zauberstabes entfachte Snape ein Feuer in dem Kamin.

Unruhig beobachtete Harry seinen Lehrer, der scheinbar in Gedanken versunken in das knisternde Feuer starrte. Eine halbe Stunde lang schwiegen beide und langsam fing Harry an sich zu fragen, ob Snape sich vielleicht einen Scherz erlaubt hatte. Doch dann verscheuchte er den Gedanken ganz schnell wieder. Dafür war Snape einfach nicht der Typ.

Kopfschüttelnd blickte er ins Feuer, das vor sich hin tanzte und den Raum in ein mehr oder weniger unheimliches Licht tauchte. „Weißt du Harry, das Leben ist nicht immer einfach." Sagte Snape so plötzlich, das Harry erschrocken zusammen zuckte. Fragend zog er eine Augenbraue hoch. Snape starrte noch immer ins Feuer, doch auf seinem Gesicht ruhte ein für ihn völlig untypisches fast unsichtbares Lächeln.

Irritiert verzog Harry das Gesicht. Waren nun alle gänzlich verrückt geworden? Bevor er sich weiter mit dieser Frage beschäftigen konnte sprach Severus weiter. „Das Leben ist nicht fair, ganz sicher nicht! Weder zu dir, noch zu Draco, noch zu mir... noch zu irgendjemanden anderen." Erneut machte der Lehrer eine Pause, doch diesmal ruhte sein Blick auf dem Schwarzhaarigen Gryffindor, der Vollendens verwirrt nur den Kopf schüttelte.

Snape lachte leise auf. Langsam aber sicher bekam es Harry mit der Angst zu tun! Was war hier los? „Ich verstehe nicht ganz Professor!" Snape nickte. „Das habe ich auch nicht erwartet." Erneut breitete sich schweigen aus.

„Welche Strafarbeit wird das, Professor Snape?" Fragte Harry nach einer weiteren Viertelstunde Schweigen. Snape zuckte mit den Schultern. „Ich werde dir keine Strafarbeit geben, alles was du zu tun hast, ist jeden Abend für drei Stunden hier her zu kommen. Was du hier tust ist deine Sache, solange es nichts ist, was meine Wohnung in Schutt und Asche legt."

Leise Wort, so leise das Harry sie beinahe nicht verstand und doch so kräftig das sie ihn beinahe vom Sessel rissen.

Verwirrung griff nach ihm und hüllte ihn ein und doch nickte Harry nur. Den Rest des Abends schwiegen sowohl Snape als auch Harry. Nur das Knistern des Kamins unterbrach ab und an die wohltuende Ruhe. Kurz vor zehn Uhr erhob Harry sich schließlich, murmelte eine Verabschiedung in Snapes Richtung und wollte die Wohnung wieder verlassen

„Verrate niemals was du hier unten machst, Harry!" War das letzte was der Gryffindor noch von seinem Lehrer hörte, bevor die Tür die Wohnung wieder verschloss und Harry im Dunklen Gang stand. Ganz langsam machte er sich auf den Weg in den Gryffindorturm, verwirrt darüber was heute Abend geschehen war. Verunsichert, was seinen eigentlich so kalten Professor so verändert hatte.

Snape schüttelte sich als Harry seine Wohnung verlassen hatte. Er hatte es nicht einmal übers Herz gebracht in die Augen des Gryffindor zu sehen, hatte es nicht geschafft den Jungen herauszufordern. Wie er das auch immer geschafft hatte, dem Jungen war es gelungen etwas ihn ihm so weit einzureißen das er sich außer Stande sah es jemals wieder auf zu bauen!

Snape stand auf, starrte noch einmal ins Feuer und löschte es dann. Ein paar Tränke brauen würde ihn vielleicht etwas müde machen und seinen aufgewühlten Geist zur Ruhe zwingen. Rasch suchte er sich ein paar Zutaten zusammen, stellte den Kessel auf eine Feuerstelle und begann Wasser aufzukochen. Gerade als er suchend durch seine Zutaten schaute zuckte er zusammen und seine Hand rutschte zu seinem Linken Unterarm.

Lord Voldemort rief! Augenblicklich begann Severus zu zittern. Ausgerechnet jetzt!! Hektisch löschte er das Feuer, zog sich seine Todesesserrobe über und verließ rasch seine Wohnung.

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Harry hatte sich in der Eingangshalle umentschieden. Viel zu verwirrt war er, als das er jetzt in den Gryffindorturm gehen wollte und konnte. Zielstrebig verließ er das Schloss und trat hinaus in bittere Kälte. Hier war es um diese Kalte Jahreszeit fast genau wie auf dem Astronomieturm, der Wind zog und zerrte an seiner Robe und an seinen Haaren. Er genoss es, ließ seine Gedanken von sich reißen und mit dem Wind davon toben.

Mit weit ausgestreckten Armen blieb er Minuten lang einfach so stehen, lehnte den Kopf in den Nacken. Sanft rieselten ihm Schneeflocken ins Gesicht und schmolzen fast augenblicklich auf seiner Haut. Hier draußen konnte ihm niemand Vorschriften machen, hatten sie ihm auch die Türme verboten so konnten sie ihn dennoch nicht einsperren.

Beflügelt von einer ungeahnten Kraft und Freude rannte Harry los, sprang wie ein junger Hund durch den fallenden Schnell und ließ sich schließlich außer Atem einfach auf den Boden fallen. Augenblicklich spürte er eine angenehme Kühle in seine Robe dringen. Tief durchatmend schloss er die Augen und genoss die Stille.

Plötzlich hörte er das Schlossportal zufallen. Erschrocken setzte Harry sich auf, kniff die Augen zusammen und konnte gerade noch das blasse Gesicht seines Zaubertranklehrers erkennen. Schlagartig wurde Harry klar, was genau Snape damit gemeint hatte, dass das Leben nicht fair war!

Snape sah sich kurz in alle Richtungen um und zog sich dann die Todesessermaske über das Gesicht. Zittern erfasste den jungen Gryffindor, hastig griff er nach seiner Tasche und duckte sich hinter einer Schneewehe. Snape schien ihn nicht bemerkt zu haben, denn er schritt rasch in Richtung verbotener Wald. Harry ahnte, das er von dort aus zu Voldemort apparieren würde.

Noch immer zitternd, nicht wissend ob vor Kälte oder aus einem anderen Grund schlich Harry sich ins Schloss. Ganz sicher würde er in dieser Nacht nicht schlafen! Zu viel Angst hatte er vor Träumen von Voldemort und seinen Taten!

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Am nächsten Morgen hatte Harry dicke Augenringe, gerötete Augen und er hatte ein ganzes Schulbuch durchgelesen, nur um zu verhindern das er einschlief. Mit hängendem Kopf saß er am Frühstückstisch und kaute mehr oder minder lustlos auf seinem Toast rum. Snape saß nicht am Lehrertisch und Dumbledore schien ziemlich nervös zu sein, denn mehr als einmal beobachtete Harry wie der Direktor sein Besteck fallen ließ und sich nach allen Seiten umsah.

Hatte Snape nicht mehr die Zeit gehabt, Dumbledore Bescheid zu geben, bevor er zu dem Treffen aufgebrochen war? Harry würgte den letzten Rest seines Toastes hinunter und erhob sich dann. Normalerweise bekam er während der Zeit des Unterrichtsausschlusses morgens seine Aufgaben von Professor McGonagall, doch heute Morgen lief nichts in normalen Bahnen.

Rasch holte Harry sich die Aufgaben vom Lehrertisch ab und während er zurück durch die Halle zum Ausgang schritt fiel sein Blick auf Draco Malfoy. Der Slytherin saß wie verloren am Rande seines Haustisches, den Kopf in die Hände gestützt. Die Blonden Haare waren völlig durcheinander. Als ob Draco den Blick seines ehemaligen Feindes gespürt hatte, sah er auf.

Die Augen rot, als ob er geweint hätte. Angst stand in seinen Augen. Harry schluckte. Niemals seit dem Harry den Slytherin kannte hatte dieser in der Öffentlichkeit so sehr seine Masken fallen lassen. Erneut stieg Verwirrung in dem Gryffindor hoch. Ein Gefühl, das ihm in den letzten Tagen immer vertrauter wurde. Kopfschüttelnd verließ er die Große Halle ohne noch einen Blick zu Draco zu werfen.

Der Tag schlich vor sich hin, die Minuten schienen sich zu Stunden auszudehnen und als es endlich Mittagessen gab hatte Harry das Gefühl es wäre eine Ewigkeit her, das er das letzte Mal in mitten der lärmenden Schüler gesessen hatte. Ein kurzer Blick zum Lehrertisch bestätigte seine Ahnung, das Snape noch immer nicht wieder da war.

Allerdings fehlte diesmal auch Dumbledore beim Mittagessen, was eigentlich völlig untypisch für ihn war.

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Draco wäre am liebsten dem Unterricht fern geblieben. Seit er heute Morgen seinen Patenonkel nicht wie üblich vor dem Frühstück traf machte er sich sorgen. Konnte sich kaum noch auf den Unterricht konzentrieren. Wenn Severus wirklich etwas passierte, bei was auch immer er gerade tat, dann würde er die letzte Person aus seinem Umfeld verlieren, die er wirklich kannte. Seine Mutter zählte er nicht dazu, sie war mit sich selbst beschäftigt und war es schon ihr ganzes Leben lang.

Nervös wanderte sein Blick immer und immer wieder zum Lehrertisch, an dem noch immer der Platz seines Patenonkels leer war. Wie von selbst rutschte sein Blick weiter zum Gryffindortisch, wo Harry Potter still und einsam am Rande des Tisches saß. Draco fühlte sich mit einmal seltsam angezogen von dem Gryffindor, erhob sich und ging unsicher ein paar Schritte in Richtung Gryffindortisch.

Harry sah von seinem Mittagessen auf, sah wie der Blonde Slytherin sich erhob, sah die wackeligen Schritte des Blonden. Sturmgrau traf auf Smagradgrün und es schien als ob die Welt den Atem anhielt um der Begegnung von Tag und Nacht zu zusehen. Ganz langsam stand auch Harry auf, achtete nicht darauf, das nach und nach jedes Gespräch verstummte und die gesamte Halle wie gefesselte war.

Schritt für Schritt näherten die beiden sich einander und als nur noch eine Armlänge sie trennte blieben sie stehen. Sahen einander an, verloren sich in den Augen des anderen. Keiner sprach ein Wort, die Lehrer hielten die Luft an und McGonagall machte sich beriet einzugreifen falls die beiden anfangen würden sich zu streiten. Doch nichts dergleichen geschah!

Wie lange sie da standen und sich anstarrten konnte niemand sagen, doch Harry kam es vor wie eine Stunde. Plötzlich hob Draco die Hand und streckte sie dem Gryffindor entgegen. Ohne zu Zögernd nahm dieser die Hand und drückte sie fest. In diesem Augenblick hätte wohl jeder außerhalb der Halle gedacht etwas würde darin explodieren.

Wütende Slytherins brüllten. Entsetzte Gryffindors jaulten. Begeisterte Rawenclaws lachten. Unentschlossene Huffelpuffs blieben still. Doch das bekamen Draco und Harry nicht mit, sie hielte einander an den Händen und grinsten.

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Wie wäre es mit einem Review, mir reicht schon ein gut oder ein nicht gut °liebschaut°