Hey, dank der netten Review der lieben Verena habe ich mich noch ganz schnell an den PC gesetzt um das nächste Kapitel fertig zu stellen. Ich hoffe, es gefällt euch.
Mit den nächsten Kapitel könnte es jetzt ein klein wenig länger dauern, da ich nichts mehr vorgeschrieben habe. Aber wenn weiterhin so lieb gereviewt wird, schreiben die sich bestimmt ganz flott.
Herzliche Grüße, Julia
Am Abend dieses Tages saßen erneut alle Easy-Mitgleider beieinander auf dem Rollfeld und warteten darauf, dass sie ihr Flugzeug besteigen konnten.
Dick wünschte allen viel Glück und half dann jedem Einzelnen auf. Als letztes half er Maggie, die er etwas länger festhielt, ehe er ihr beim Einsteigen half. Maggie nahm Dicks Gepäck entgegen und zog ihn dann in das Flugzeug.
Während des Fluges saßen die beiden wieder nebeneinander, da in derselben Reihenfolge gesprungen werden sollte, in der sie auch geübt hatten. Maggies Nervosität hielt sich erstaunlicherweise in Grenzen. Vielleicht hatte sie ihren eigenen Tod und den Tod der Männer inzwischen einfach als Option akzeptiert. Trotzdem hoffte sie natürlich, dass es wenigstens niemanden erwischen würde, der ihr besonders nahe stand, wenngleich ihr bewusst war wie naiv sie sich damit verhielt.
Maggies Nervosität stieg, als sie sah, dass Dick sich leicht aus der Ausstiegsluke lehnte um sich einen besseren Überblick über das Wetter und die Lage der anderen Flugzeuge zu verschaffen. Maggie verspürte die irrationale Angst, dass Dick herausfallen und auf ewig verschwinden könnte. Daher rutschte sie ein Stück zu ihm und nahm seine Hand, die sie im Laufe des Fluges auch nicht mehr losließ.
Einige Minuten ehe sie ihre Ausstiegszone erreichten, begannen der ohrenbetäubende Lärm und die furchtbaren Erschütterungen, die durch das deutsche Flaggfeuer hervorgerufen wurden.
Maggie krallte sich infolge dessen an Dick fest als sei dieser ihre einzige Möglichkeit zu überleben. Dick versuchte, sie mit sanften Streichelbewegungen auf ihrer Hand und ihrem Bein zu beruhigen, was jedoch nur mäßigen Erfolg hatte, da Maggie im selben Moment mitbekam, wie eines der anderen Flugzeuge getroffen wurde und anschließend abstürzte.
Davon waren alle derartig erschüttert, dass es für einen Moment ganz still wurde und die Mannschaft das Gezeter zwischen Pilot und Co-Pilot verstehen konnten.
„Es ist zu weit bis zur Ausstiegszone… Wir müssen jetzt das Signal geben…"
„….zu früh… Oh mein Gott!"
Dann rief der Pilot ihnen zu sich fertig zu machen. Binnen weniger Sekunden waren alle eingehängt und das Equipment gecheckt. Maggie hielt sich dicht hinter Dick damit sie schnell nach ihm abspringen und somit auch nahe bei ihm landen konnte.
Als das Signal auf grün sprang, stürzte Dick sich aus dem Flugzeug und Maggie folgte ihm auf dem Fuße. Sie konnte während ihres Falls hören, wie ein weiteres Flugzeug getroffen wurde. Um nicht mit den hinabstürzenden Wrackteilen zu kollidieren, war Maggie gezwungen einmal kräftig an ihrer rechten Steuerleine zu ziehen. Dieses Manöver hatte Maggie jedoch von der Landevorbereitung abgelenkt, sodass sie nun mit hoher Geschwindigkeit in einen Baum krachte. Nahezu sofort wurde in ihre Richtung geschossen. Scheinbar hatte aber keiner der Wehrmachtssoldaten sie wirklich gesehen, sodass die „Verdachtsschüsse" weit an ihr vorbei gingen.
Maggie fummelte nach ihrer Beintasche und musste mit Entsetzen feststellen, dass sie diese beim Sprung verloren hatte. Somit hatte sie auch kein Messer um die Leinen zu kappen. Ohne Messer kam sie jedoch nicht aus den Fallschirmgurten heraus. Aufgrund des Gewichtes das in ihm hing, ließ sich der Aufspring-Mechanismus nicht richtig betätigen. Maggie, die kurz davor war in Tränen auszubrechen hörte nun leise „Mag?"-Rufe.
Sie erkannte Dicks Stimme sofort und versuchte ihn unauffällig auf sich aufmerksam zu machen. Als ihr dies gelungen war, hatten auch die Deutschen sie aufgrund ihrer Laute besser orten können, sodass die Schüsse nun nur noch sehr knapp an ihr vorbei gingen.
„Mag, bist du in Ordnung?" flüsterte Dick.
„Ja, ich bin unverletzt. Wie sieht's bei dir aus? Wo sind die anderen?"
„Ich bin auch unverletzt. Allerdings habe ich absolut keine Ahnung, wo die anderen sind. Wir müssen über die halbe Normandie verstreut sein…"
„Hast du dein Messer noch?" Dick kam nicht sofort dazu ihr zu antworten, da die deutschen Soldaten nun auch Dicks Position relativ präzise bestimmt hatten und er jetzt ebenfalls unter Beschuss stand.
„Dick, wirf mir dein Messer rauf und dann geh gefälligst in Deckung!" herrschte Maggie.
„Ich lass dich doch nicht alleine hier hängen, während die Krauts auf dich schießen!" erwiderte Dick während er Maggie das Messer zuwarf.
„Dick, du hast eine Kompanie zu führen, die ohne dich aufgeschmissen wäre. Mein Einzelschicksal ist im Verhältnis dazu vollkommen unerheblich. Also schwing deinen hübschen Arsch und such dir ne vernünftige Deckung. Ich komme schon nach, schließlich habe ich noch keinen einzigen Gegner erwischt und verheiratetet bin ich auch noch nicht" versuchte Maggie es mit Galgenhumor.
Dick haderte kurz mit sich, erkannte dann aber, dass Maggie Recht hatte. Er hatte die Verantwortung für seine Kompanie und konnte dieser nur gerecht werden, wenn er am Leben blieb. Nichts desto trotz brach ihm beinahe das Herz seine Maggie in so einer Situation alleine zu lassen. Sie musste es einfach schaffen sich zu befreien und dann schnellstmöglich zu ihm zu kommen. Schließlich hatten sie noch einige gemeinsame Pläne.
Dick suchte in einem nicht allzu weit entfernten Feld Deckung als er ein gemurmeltes „Blitz" hörte. „Donner" erwiderte er sofort das passende Codewort.
„Oh Lieutnant. Sind Sie alleine? Wo sind all die anderen Fallschirmjäger" fragte ein Dick unbekannter junger Mann.
„Nun, eine Kameradin hängt in einem Baum nicht allzu weit von hier entfernt. Den Verbleib der anderen kenne ich leider auch noch nicht…"
„Shit"
„Ja. Wie ist ihr Name Soldat?"
„Hall, Sir" antwortete der junge Mann ehe beide einen Knall vernahmen. Hall dreht sich sofort in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war und zielte.
„Hall, sind Sie verrückt? Das ist unsere Kameradin!"
Dank dieses Ausbruchs von Dick konnte Maggie die zwei recht schnell orten.
„Gott sei Dank, da bist du ja. Bist du okay, Mag?" fragte Dick und unterzog sie gleichzeitig einer gründlichen Musterung.
„Ja, mir fehlt nichts Dick. Hall? Wo sind ihre Kameraden?"
„Ich habe leider keine Ahnung…"
„Gut, es sieht also sehr danach aus, als bliebe es zunächst bei unserem kleinen Trupp hier. Da wir nicht ewig hierbleiben können, schlage ich vor, wir marschieren leise in diese Richtung" sagte Dick und deutete landeinwärts.
Nachdem sie eine ganze Weile gelaufen waren, trafen sie auf drei weitere Fallschirmjäger. Mithilfe derer Ausrüstung inspizierte Dick die Karte und suchte die beste Route zu ihrem Bestimmungsort heraus. Irgendwo dort musste das Feld-Hauptquartier liegen.
Nachdem sie einige weitere Kameraden aufgesammelt hatten, stießen sie auf eine kleine deutsche Einheit, die scheinbar gerade dabei war Nachschub an die Front zu bringen. Einer der Soldaten wartete nicht auf Dicks Feuerbefehl und brachte somit alle in die Not, aus ihrem Versteck kommen und sich am Kampf beteiligen zu müssen, obwohl ihre Position alles andere als ideal war. Allerdings war der Überraschungseffekt auf ihrer Seite, sodass sie den Kampf schnell und ohne Verletzte für sich entscheiden konnten. Sie nahmen einige Ausrüstungsteile der Deutschen um die beim Sprung verloren gegangenen Dinge, wie zum Beispiel Dicks Gewehr zu ersetzen.
Dank Dicks gutem Orientierungssinn schafften sie es zum Kommandostützpunkt, wo sie endlich auf mehrere Kompaniemitglieder trafen.
Als Maggie von Speirs' Verhalten den deutschen Kriegsgefangenen gegenüber hörte, war sie absolut empört. Da Dick gerade in einer Besprechung war, beschloss sie Speirs selbst die Meinung zu geigen.
„Sag mal, Ron, hast du total den Verstand verloren? Du kannst doch nicht einfach unbewaffnete und absolut harmlose Gefangene abknallen! Und dann auch noch so hinterhältig, das ist echt widerlich!" Maggie war außer sich vor Wut.
„Was hast du denn? Hast du ein Problem damit, wenn Landsleute von dir getötet werden? Der Krieg ist wohl nicht so lustig, wie du gedacht hattest, Fox?"
„Hier geht es überhaupt nicht darum, woher diese Leute waren, sondern als was. Sie waren unsere Kriegsgefangenen! Würdest du wollen, dass mit unseren Kameraden in Gefangenschaft so umgegangen wird? Hast du auch nur eine Sekunde lang daran gedacht, was passiert, wenn die Krauts davon Wind bekommen? Welchen Anlass haben die denn noch mit unseren Männern nicht genauso zu verfahren?" Maggies Wut verdampfte langsam und wich einer tiefen Enttäuschung über ihren Kameraden. Sie hatte Ron immer für einen guten Soldaten gehalten und hätte ihm wirklich nicht zugetraut sich so hinterhältig und kurzsichtig zu verhalten.
Als Speirs und Maggie sich trennten, kam Dick des Weges und merkte sofort, dass mit Maggie etwas nicht in Ordnung war. Diese wollte allerdings nicht darüber sprechen und ging weiter um sich mit neuer Ausrüstung zu versorgen. Kurz darauf erfuhr Dick jedoch, was Maggie bedrückte. Er hörte, wie zwei andere Soldaten sich darüber unterhielten, dass Maggie Spears gehörig den Kopf gewaschen hatte, nachdem dieser deutsche Gefangene erschossen hatte. Dick war aufrichtig stolz auf Maggie und ihre Weitsicht und war gleichzeitig tief enttäuscht von seinem Kameraden Speirs.
