Vielen Dank an alle, die mir Reviews schreiben:) Ich kann das gar nicht oft genug sagen, weil es ja auch nur halb so viel Spaß machen würde zu schreiben, wenn keiner irgendein Feedback da lässt. Bitte tretet auch mal richtig in den Arsch, wenn's nötig ist. Obwohl meine kreative und sehr direkte Stütze finess das schon regelmäßig in ihren PM's macht.
Wie auch immer. Genug dummes Zeug geschwafelt. Weiter geht's mit Kapitel 10.
In Hagrids Hütte
Jailie lief über das Gelände von Hogwarts. In der großen Halle war es heute beim Mittagessen ungewöhnlich still gewesen, weil der Großteil der Schülerschaft über die Weihnachtsferien nach Hause gefahren war. Für die Lehrer machte es keinen großen Sinn nach Hause zu fahren, weil in den Tagen vor Weihnachten neue Stundenpläne beredet werden sollten.
Den gesamten Vormittag hatte sie damit verbracht beruhigend auf Brandon einzureden, der ständig auf der Schwelle zu einer ausgewachsenen Depression zu stehen schien. Natürlich kam es unvorbereitet, dass Hanna schwanger geworden war. Wer hätte auch damit rechnen können?
Eine kalter Wind blies ihr ins Gesicht und sie zog sich zitternd ihre Jacke enger um den Körper. Es begann sanft zu schneien, der erste Schnee in dieser Saison. Bisher war das Wetter einfach nur matschig gewesen.
Fest entschlossen lief Jailie den Abhang zu der Häusersiedlung herunter, bog aber einige Meter davor nach links und lief auf Hagrids Hütte zu. Sie hatte nicht die Gelegenheit gehabt sich ernsthaft bei ihm, für seine Hilfe in der letzten Nacht zu bedanken. Was hätte sie nur ohne ihn gemacht? Zu ihrem Glück ist Bela da gewesen und hatte einen kühlen Kopf bewahrt. In ihrem Zustand wäre sie wahrscheinlich nie selber auf die Idee gekommen, den fürsorglichen Halbriesen zu Hilfe zu holen.
Beim Gedanke an Bela stieg die Sorge in ihr hoch. Warum hatte er gestern Abend nichts davon erzählt, dass er seinem Vater begegnet war? Bestimmt hatte er selber nicht mehr daran gedacht, sondern war erschrocken von Jailies heftiger Reaktion auf diese verdammte Spinnen gewesen. Sie hasste sich ja selbst für ihre hirnrissige Angst. Obwohl sie nach der Begegnung mit einer Riesenspinne wohl niemals ihre Phobie überwinden würde. Wie auch immer. Sie musste sich jetzt erstmal bei Hagrid bedanken. Er war nicht beim Mittagessen gewesen und ihr schlechtes Gewissen war über die letzten paar Stunden immer mehr angestiegen, weil er in der Vornacht wegen ihr aufstehen musste.
Stolpernd blieb Jailie stehen. Jetzt wäre sie tief in Gedanken versunken, wie sie war, doch fast an der kleinen Hütte vorbei gelaufen. Einmal atmete sie tief durch, dann hob sie die Hand und wollte klopfen, hielt aber in der Bewegung inne, weil sie Stimmen von drinnen hörte. Zwei Männerstimmen. Die eine gehörte eindeutig Hagrid, die andere war ihr unbekannt. Sollte sie wieder gehen? Vielleicht störte sie. Es war bestimmt besser, wenn sie später noch mal wieder kam, sie hatte ja keine Lust Hagrid auf die Nerven zu gehen.
„Wie geht' s Arthur?", hörte sie Hagrid fragen, während sie unschlüssig dastand.
„Im St. Mungos. Er wird es überleben. Wir wissen, dass er es gewesen ist, das ist im Moment noch viel beunruhigender. Was natürlich nicht heißen soll, dass mir Arthur nicht Leid tut."
Er? Jailie blieb jetzt doch, wo sie war. Redeten die zwei etwa von Voldemort? Sie war jetzt schon lange genug an dieser Schule um zu wissen, wie sehr alle versuchten, das Thema Voldemort zu umgehen.
Dann ertönte das aufgeregte Bellen eines Hundes und kurz darauf, die tiefe Stimme des Bewohners. „Fang, musst du mal? Warte, ich lass dich raus, ich hab hier zu tun."
Erschrocken klopfte Jailie jetzt doch an. Sie wäre nie schnell genug weg gewesen, bevor die Tür aufgegangen war und wie hätte es ausgesehen, wenn sie hier so rum stand? Wahrscheinlich würde Hagrid denken, sie belauschte ihn.
„Die Tür öffnete sich und ein großer, zotteliger Hund sprang sie an. Von dem Gewicht wurde sie nach hinten geworfen und landete mit dem Hintern auf Hagrids Veranda. Fang lag auf ihr und leckte ihr übers Gesicht.
„Oh, Jailie. Hi, du bist das. Fang! Aus! Runter von ihr!" Der Riese zog Fang am Halsband von der jungen Frau herunter, reichte ihr die freie Hand und half ihr auf die Beine. „Tut mir echt Leid," sagte er zu ihr. „Er ist immer so stürmisch, wenn jemand klopft. Komm doch rein." Er zog sie in die Hütte, ohne auf eine Antwort zu warten. Fang, der offenbar vergessen hatte, dass er soeben noch Gassie gehen wollte, kam ihr hinterher getrottet.
Der Riese reichte der Frau ein Tuch mit dem sie ihr Gesicht on der Hundesabber reinigen konnte.
„Möchtest du einen Tee trinken?", fragte Hagrid. „Ich bin sowieso gerade dabei welchen zu machen."
„Nicht nötig," antwortete Jailie peinlich berührt. „Ich will dich nicht stören, ich wollte mich nur . . ."
„Ach was, du störst doch nich'!", unterbrach sie Hagrid. „Immerhin bin ich euer Ansprechpartner." Er war sichtlich stolz auf die Rolle, die ihm zugeteilt wurde. „Diese Tür steht dir immer offen. Hab ich dir eigentlich schon Remus Lupin vorgestellt? Da sitzt er. Remus – Jailie, Jailie – Remus."
Der Fremde, war aufgestanden und hatte der jungen Frau lächelnd die Hand geschüttelt. Hagrid, der die ganze Zeit in der Küche herumgewuselt war, kam nun mit einem Tablett im Arm, auf dem drei übergroße Tassen , eine riesige Teekanne und ein Teller mit handgroßen Keksen standen an den Tisch und stellte es darauf ab.
„Setz' dich doch, Jailie," sagte Hagrid und schob sie in einen Sessel, so dass sie nun gegenüber von Remus saß. Er schenkte Tee in alle drei Tassen und stellte eine vor jeden, dann reichte er den Teller mit Keksen rum. Remus lehnte dankend ab, Jailie wollte jedoch höflich sein und nahm einen Keks, obwohl sie gerade vom Mittagessen kam.
„Hab ich selber gebacken," grinste der Riese.
„Danke," sagte sie und biss hinein. Jedenfalls versuchte sie hineinzubeißen, aber der gebackene Teig – war es überhaupt Teig? - gab ihren Zähnen nicht nach. Hagrid sah sie erwartungsvoll an, offenbar wollte er wissen, wie ihr seine Kekse schmeckten. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, schob sie das, was auch immer zu ihren Backenzähnen, wo sie mehr Kraft hatte und biss noch einmal fest zu. Es knackte. Hatte es in dem Keks geknackt, oder in ihrem Gebiss? Als sie einen kleinen Krümel auf der Zunge spürte, der nach absolut gar nichts schmeckte, fuhr sie erschrocken mit der Zunge an ihren Zähnen entlang, aber die schienen noch ganz zu sein. Somit musste das geschmacklose Zeug in ihrem Mund, ein Stück von dem Keks sein. Ein Blick auf die restliche Süßspeise in ihrer Hand, an der jetzt eine kleine Ecke fehlte, bestätigte dies.
„Lecker," log die junge Frau mit einem Lächeln, das hoffentlich echt aussah. Hagrids Gesicht hellte sich schlagartig auf. Sie schien eine ganz gute Schauspielerin zu sein. Remus' Gesicht hatte jedoch eher einen mitleidigen Ausdruck angenommen. Also doch nicht.
„Jahhh . . .," begann Hagrid, „das Rezept habe ich mir selbst ausgedacht. Es besteht aus . . ." Und nun begann er damit die einzelnen Zutaten aufzuzählen und die Herstellung zu erläutern. Jailie versuchte nicht hinzuhören, da sie befürchtete, das Stück „Keks", was sich immer noch in ihrem Mund befand ausspucken zu müssen, wenn sie genau erfuhr, woraus es zusammengesetzt war. Sie sammelte Speichel, um es irgendwie in eine Konsistenz zu bringen, in der sie es kauen könnte. Nach einer Weile, war ihr das sogar gelungen und überglücklich schluckte sie den Bissen herunter. Als ihr Blick auf den restlichen Keks in ihrer Hand fiel, schwand das Glücksgefühl. Unauffällig schob sie die erschreckend große Restmenge auf ihre Untertasse und hoffte, dass der stolze Bäcker es nicht bemerkte.
Sollte sie Hagrid nicht sagen, dass seine Kekse ungenießbar waren? Also, das Wort ungenießbar würde sie definitiv nicht verwenden, aber sie konnte ihn doch darauf hinweisen, dass er vielleicht, doch noch mal das Rezept überarbeiten könnte. Es wäre nur fair das zu tun. Vorallem seinen zukünftigen Gästen gegenüber. Vielleicht würde sie ihm das später sagen. Jetzt schien ihr nicht unbedingt der passende Zeitpunkt dafür.
In diesem Moment endete Hagrid mit seiner Erzählung. „So. Ich bin froh, dass sie mir mittlerweile so gut gelingen. Am Anfang sind sie immer ein wenig bissfest geworden."
„Aha," konnte Jailie nur sagen. Sie war auch ein wenig abgelenkt, weil der Mann der ihr gegenüber saß, Remus, angefangen hatte sie irgendwie seltsam anzuschauen. Sie versuchte ihn zu ignorieren und sagte zögernd zu dem übergroßen Bewohner der Hütte: „Also, weswegen ich eigentlich hier bin. Ich wollte mich im Grunde nur noch mal richtig bei dir bedanken, wegen letzter Nacht. Es tut mir Leid, dass wir dich geweckt haben. Ich reagiere bei Spinnen immer etwas über, wie du ja sicher mitbekommen hast."
„Ach, das macht doch nichts. Ich war gestern noch mal im Wald und hab mit Aragog geredet. Er hat gesagt, dass er seinen Leuten sagt, sie sollen sich von euch fernhalten. Du brauchst dir also keine Sorgen zu mehr machen."
„Das ist . . . Wollen Sie ein Photo schießen?!"
Jetzt war Jailie nicht mehr in der Lage Remus zu ignorieren. Sein Blick war von ihrem Gesicht herab zu ihrem Ausschnitt gewandert, wo er verharrte. Was bildete sich dieser Typ eigentlich ein?
„Oh, nein," lenkte Remus schnell ein. Ihm war anscheinend gar nicht aufgefallen, was das für einen Eindruck machen musste, wenn er so gebannt an diese Stelle starrte. „Ich habe nicht dahin . . . Es ist deine Kette, sie kommt mir bekannt vor."
„Meine . . . Meine Kette?" Automatisch griff Jailie nach dem keinen, silbernen Herzanhänger, den sie um den Hals trug. In der Mitte des Herzens war ein kleiner blass-rosa Stein eingesetzt. Wollte er sie verarschen? Hat er nur schnell nach irgendeiner Ausrede gesucht? Dieser Kerl konnte ihre Kette doch gar nicht kennen, sie hatten sich noch nie gesehen.
„Ich möchte wirklich nicht aufdringlich sein," sagte der Mann mit sanfter Stimme, „aber darf ich fragen, woher du sie hast?"
Die junge Frau zögerte. War der etwa wirklich an ihrer Kette interessiert? „Ähm . . . Meine Mutter hat sie mir gegeben," antwortete sie ausweichend.
„Deine Mutter?" Remus runzlte die Stirn, als würde er versuchen die Teile eines komplizierten Puzzles zusammenzusetzen. " Wie alt bist du, Jailie?"
Was sollte denn das jetzt? Wollte er einen Steckbrief von ihr erstellen? Alter, Größe, Gewicht, Lieblingsfarbe, Hobbys?
„Was sollen diese Fragen?", fragte sie gereizt.
„Weißt du, ich glaube, dass ich deine Mutter gekannt habe." Remus überlegte kurz, ob er den nächsten Satz sagen sollte. Konnte er sich so weit aus dem Fenster lehnen? Was er hier tat, war nicht ungefährlich. Aber, wenn diese junge Frau tatsächlich, die war, für die er sie hielt, dann musste es sein. War das überhaupt möglich? Natürlich war es möglich. Theoretisch. „Und ich glaube, wenn deine Mutter die ist, die ich glaube, dann weiß ich auch, wer ihr diese Kette geschenkt hat."
Jailies Augen weiteten sich. Konnte das sein? Log er sie an? Aber wieso sollte der Mann sich das ausdenken? Das würde ihm absolut nichts bringen. Sie war so sehr dabei, vor sich hin zu grübeln, dass sie ganz vergaß zu antworten.
„War der Name deiner Mutter Laura Jones?", fragte Remus, als sie nicht antwortete.
Jetzt hatte es Jailie die Sprache verschlagen, was wirklich nicht oft passierte. Kannte dieser Unbekannte etwa ihren Vater? Kannte er den Mann, nachdem sie als sie sechzehn war, verzweifelt gesucht hat, weil sie unbedingt wissen wollte, wer er ist? Den Mann, von dem Laura ihr erzählen wollte, wenn sie alt genug dafür war, dann aber starb, bevor sie ihrer Tochter auch nur die kleinste Information hinterlassen konnte? Jailie erinnerte sich daran, wie man spricht.
„Ja," brachte sie heraus. „Ja, ist sie. Ich . . . Sie hat mir diese kette ver . . . geschenkt." Sie wollte das Wort 'vererbt' nicht sagen, es musste ja nicht gleich jeder wissen, dass sie Halbwaise war. Oder war sie sogar komplett Waise? Bei dem Gedanken daran, hatte sie das Gefühl, als würde sich ein schwerer Stein auf ihre Brust legen. Warum eigentlich? Sie hatte ihren Vater nie gekannt. Es gab nichts, was sie vermissen könnte. Aber jetzt, wo sie sich wieder Hoffnung machte, dass es tatsächlich jemanden gab, der sie zu ihm führen könnte, schien ihr die Vorstellung, dass diese Hoffnung unerfüllt bleiben könnte unerträglich.
„Wie alt bist du?", fragte Remus noch einmal.
„Ich bin neunzehn. Im Mai werde ich zwanzig," antwortete Jailie jetzt schon wieder mit etwas festerer Stimme. „Sie sagten, dass sie den Mann kennen, der meiner Mutter diese Kette geschenkt hat," erinnerte sie ihren Gesprächspartner.
Remus hatte die Stirn gerunzelt. „Neunzehn . . .," murmelte er vor sich hin. „Es passt alles zusammen . . . Kennst du deinen Vater?" Die letzte Frage stellte er nun wieder laut.
„Nein. Ich habe nie etwas über ihn erfahren, obwohl ich nach ihm gesucht habe," antwortete Jailie.
„In den Muggleakten steht auch nichts über ihn," sagte Remus. „Wenn dein Vater der Mann ist, von dem ich vermute, dass er es sein könnte. Ich bin mir nicht sicher, also mach dir besser keine allzu großen Hoffnungen. Ich kann mich irren."
„Wer ist es denn nun, Remus? An wen denkst du?," fragt Hagrid jetzt gespannt. Er sah aus, als würde er einen spannenden Krimi im Fernsehen verfolgen und wollte jetzt endlich erfahren, wer denn nun der Mörder war.
Jailie erschrak, als sie etwas, warmen, nasses, an ihrer Hand spürte. Sie sah nach unten und entdeckte Fang, wie er liebesbedürftig an mit der Schnauze an ihren Fingern leckte. Lächelnd zog die junge Frau ihre Hand weg und kraulte damit den Kopf des Tieres. Fang gab ein zufriedenes Brummen von sich und rieb seinen Körper an ihren Beinen, den Kopf legte er in ihren Schoß.
„Nimm das Fang nicht übel. Er ist sehr anhänglich, wenn er dir Angst macht, dann ruf ich ihn zu mir," sagte Hagrid.
„Nein," antwortete Jailie. „Ich habe nur Angst vor Spinnen, alle anderen Tiere mag ich, Hunde ganz besonders." Jetzt nahm sie beide Hände um Fang hinter den Ohren zu Kraulen. Überglücklich schmiegte das Tier sich noch enger an sie.
Remus sah jetzt noch nachdenklicher aus, als er es ohnehin schon tat.
„Also, Remus?," wandte sich Hagrid wieder an ihn. „Sag uns doch endlich, von wem du sprichst." Er sah aus, als würde er dem Zauberer gleich einen Keks gegen den Kopf schmeißen – was wahrscheinlich eine ernsthafte Verletzung zur Folge gehabt hätte – wenn er nicht sofort mit der Sprache herausrückte.
„Ich denke an . . . ," begann Remus, „Es ist nur eine Vermutung, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass es nur er sein kann. Sie sieht ihm unheimlich ähnlich, wenn man weiß worauf man achten muss. . . „
„REMUS!", rief Hagrid ungeduldig.
Jailie hätte wahrscheinlich genauso reagiert, wenn sie nicht Fangs Kopf in den Händen gehabt hätte. Tiere hatten schon immer eine beruhigende Wirkung auf sie gehabt, wenn man mal von Spinnen absah, die bewirkten eher das Gegenteil.
„Ja. Schon gut," sagte Remus hastig. „Ich denke an . . . an Sirius."
„WAS?" Der Riese wäre beinahe von seinem Stuhl gefallen. „Wie kommst du denn auf Sirius? Sirius hat doch kein Kind!"
Die jung Frau hatte die Stirn gerunzelt. Sirius? Was für ein seltsamer Name. Klang es nach jemandem, der ihr Vater sein könnte? Sie konnte ihn nicht einordnen.
„Jedenfalls keines, von dem er weiß," sagte nun Remus. „Sirius und Laura Jones hatten eine Beziehung, ungefähr zu der Zeit, in der Laura mit dir schwanger geworden sein muss. Allerdings haben sie sich getrennt. Oder besser gesagt, Laura hat sich getrennt. Sirius war am Boden zerstört deswegen."
„Meine Mutter hat sich von ihm getrennt?" Das kam Jailie unlogisch vor. Immer wenn sie als Kind nach ihrem Vater gefragt hatte, war ein liebevoller Glanz in Lauras Augen erschienen. Immer war ihr Vater der gewesen, dem sie die Schuld dafür gab, dass sie ohne ihn aufwachsen musste. Sie hatte sich immer vorgestellt, dass er vielleicht kalte Füße bekommen hatte, nachdem er erfuhr, dass er ein Kind kriegen würde. Aber das Laura ihn verlassen hat? Auf diese Idee wäre sie nie gekommen.
„Ja. Sirius hat bestimmt drei Tage lang nichts gegessen. Er hat sich die ganze Zeit gefragt, was er falsch gemacht haben könnte. Ich habe ihn noch nie so verliebt gesehen, wie als er mit deiner Mutter zusammen gewesen ist. Nicht einmal, als sie einfach so gegangen ist, konnte er wütend auf sie sein, hat ständig den Fehler bei sich selbst gesucht. So habe ich ihn noch nie erlebt."
„Und Sie haben mich an der Kette erkannt? Solche Ketten gibt es doch wie Sand am Meer," wandte Jailie ein.
„Eben nicht. Ich habe die Kette damals mit Sirius zusammen bei einem Juwelier abgeholt. Er hat den Stein da vorne extra einsetzen lassen. Hat ihn ein Vermögen gekostet. Aber es sollte ein Geburtstagsgeschenk für Laura sein und er wollte nicht einfach irgendwas kaufen, weiß du. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es diese Kette, so wie du sie trägt, nur einmal auf der Welt gibt. Ich frage mich nur, warum Laura sie dir gegeben hat. Vielleicht wollte sie nicht mehr an Sirius erinnert werden, aber da ist es ja wenig hilfreich, wenn du sie trägst. Wenn ich doch nur mal mit ihr reden könnte . . ."
Jailies Magen drehte sich um. Jetzt war wohl der Moment gekommen, die ganze Wahrheit zu erzählen. Aber wie sollte sie anfangen?
„Ähm . . . Das geht leider nicht."
„Warum nicht?", fragte Remus mit gerunzelter Stirn.
„Weil . . . Wissen Sie, als ich noch klein war, da habe ich meine Mutter immer gefragt, wer mein Vater ist. Sie hat mir gesagt, dass das eine komplizierte Geschichte ist und hat mir versprochen,dass sie sie mir erzählen würde, wenn ich alt genug wäre, es zu verstehen, aber ich solle nicht schlecht von ihm denken. Natürlich habe ich trotzdem immer wieder nach ihm gefragt, aber Mama war genauso beharrlich wie ich und so habe ich nie etwas erfahren. Ich habe mich darauf verlassen, dass sie mir irgendwann alles erklären würde und das hätte sie auch bestimmt gemacht, aber . . . Sie ist . . . Als ich sieben war da . . . Sie ist tot." Jetzt war es wenigsten raus. Der Satz schwebte im Raum. Jailie stiegen die Tränen in de Augen, aber sie schaffte es sie zurück zu kämpfen.
„Das tut mir Leid," sagte Remus. Er sah aus, als hätte er noch nicht ganz verstanden, was Jailie eben gesagt hatte, aber seine Stimme klang aufrichtig. Hagrid blieb starrte zu Boden. Fang winselte, als er den Stimmungsumschwung spürte und stupste mit der Schnauze den Bauch der Frau an, die ihre Hände nun krampfhaft in sein Fell gekrallt hatte. Die Erinnerung schmerzte auch nach so vielen Jahren noch. Jailie lockerte ihren Griff ein wenig und strich dem Hund beruhigend über den Kopf.
„Kann ich ihn kennenlernen? Meinen . . . Ich meine . . . Sirius?" Sie war nicht in der Lage das Wort 'Vater' im Bezug auf eine Person zu sagen, der sie in der tatsächlichen Realität begegnen könnte.
Remus und Hagrid zogen gleichzeitig scharf die Luft ein.
„Das ist kompliziert," sagte der Zauberer leise. Es klang als müsste er sehr konzentriert darüber nachdenken.
„Warum?", fragte Jailie. Was sollte das denn jetzt? Warum war es kompliziert eine Tochter ihren Vater vorzustellen?
„Sirius wird . . . Ich weiß nicht, wie ich es dir erklären kann . . . Vielleicht sollte ich erst mit Dumbledore darüber reden." Remus wusste nicht, was er tun sollte. Sirius wurde immer noch als Schwerverbrecher gesucht. Er konnte nicht einfach so den Grimmauldplatz verlassen und nach Hogwarts spazieren. Genauso wenig konnte Jailie ins Hauptquartier des Phönixordens gehen. Andererseits – stand es ihr natürlich zu Sirius kennenlernen. Wenn sie seine Tochter war, was sie ja zweifelsohne war, dann musste sie vom Orden geschützt werden. Remus wollte sich gar nicht vorstellen, was passieren könnte, wenn Voldemort von ihr erfuhr, auf welchem Wege auch immer.
Der Gedanke an den armen Arthur Weasley, der in der letzten Nacht im Ministerium schwer verletzt wurde, stahl sich in seinen Kopf und der Magen drehte sich ihm um. Wenn nun die junge Frau, die hier vor ihm saß und ihn erwartungsvoll ansah betrachtete, zogen schreckliche Vorstellungen an seinem inneren Auge vorbei, davon was Voldemort alles einfallen könnte, um sie zu benutzen. Beinahe war er schon wütend auf sich, dass er nicht einfach den Mund gehalten und nicht gleich zu Dumbledore gegangen war. Andererseits konnte er nicht einfach den Schulleiter belästigen, ohne sich nicht hundertprozentig sicher zu sein, dass es sich wirklich um Sirius' Tochter handelte. Sie würde nicht verstehen, wenn sie ihren Vater, nachdem sie sich schon so lange sehnte nicht kennenlernen durfte.
Ihm blieb nichts anderes übrig, als ihr die ganze Geschichte zu erzählen. Im Grunde war es ja auch ihr gutes Recht sie zu erfahren und früher oder später würde irgendjemand es ihr sagen müssen. Vielleicht war hier und jetzt nicht die richtige Situation dafür, aber einen anderen Weg sah er nicht.
„Jailie," begann Remus langsam und sah dabei mit gerunzelter Stirn auf die Tischplatte vor sich. „Ich werde dir jetzt erzählen, warum es so schwierig ist, dich zu deinem Vater zu bringen, beziehungsweise ihn zu dir. Es ist eine lange Geschichte und ich bitte dich nicht vorschnell zu urteilen. Hör mir einfach zu und stelle deine Fragen erst, wenn ich fertig bin, denn es kann sein, dass die meisten davon sich während ich spreche, von selbst klären. Ist das okay für dich?"
Die Schwarzhaarige verstand nicht, was das sollte, aber sie war bereit diesem Mann zuzuhören, also sah sie ihm so fest, wie sie nur konnte in die Auge und nickte.
„Gut," sagte Remus und begann ihr alles zu erzählen, was es zu erzählen gab. Er sagte ihr als erstes, dass Sirius ein Animagus war, was er als einen Schulstreich hinstellte. Den echten Grund dafür, ließ er weg. Hier ging es nicht um ihn und er war sich nicht sicher, wie die Frau auf eine Gruselgeschichte über einen Werwolf reagieren würde, der direkt vor ihr saß. Zu seiner Belustigung schien ihr der Gedanke, dass ihr Vater entgegen aller Regeln und Gesetze lernte, sich in einen Hund zu verwandeln, zu gefallen. Also fuhr er noch ein bisschen fort, mit harmlosen Geschichten aus seiner Schulzeit, die er mit seinen drei besten Freunden verbracht hatte, so kamen sie schließlich auf Peter zu sprechen, was zu dem weniger amüsanten Teil führte.
Jailie war während der ganzen Zeit überraschen beherrscht. Manchmal hielt sie die Luft an, wahrscheinlich um nicht laut los zu schreien, wurde blass, oder ballte die Hände zu Fäusten, als Remus ihr erzählte, dass Sirius nie eine Gerichtsverhandlung bekommen hatte, das er noch immer verfolgt wurde und das niemand Harry Potter glaubte, obwohl die Beweise doch eigentlich viel zu eindeutig waren.
An der Stelle, als er ihr gesagt hatte, auf welche Weise Sirius aus Askaban geflohen ist hatte er sogar das Gefühl, dass sich so etwas wie Bewunderung in ihren Augen zeigte, aber das konnte er sich auch genauso gut einbilden.
Als Remus fertig war herrschte Stille. Hagrid war leichenblass geworden. Er hatte die Geschichte noch zusammenhängend gehört. Jailie sah angestrengt auf ihre Hände. Tausend Fragen schwirrten in ihrem Kopf herum. Viel zu viele um sie an einem Tag, oder sogar in einer Woche alle zu stellen. Sie wusste nicht wo sie anfangen sollte, also sagte sie einfach nur leise: „Das ist unfair."
„Ja, das ist es," stimmte ihr Remus zu und Hagrid nickte zustimmend.
„Ich werde mit Professor Dumbledore sprechen," sagte der Zauberer entschlossen. „Er wird wissen, was zu tun ist. Ich muss jetzt gehen, es ist spät geworden." Tatsächlich war es draußen bereits dunkel. Jailie hatte überhaupt nicht bemerkt, wie viel Zeit vergangen war.
„Hagrid," sprach Remus den seltsam stillen Riesen an. „Kannst du Dumbledore sagen, dass er im Quartier mit mir sprechen soll? Ich halte es nicht für ratsam, mich durchs Schulhaus zu bewegen, es kennen mich noch zu viele."
„Yep," antwortete Hagrid. „Glaub auch nich', dass du da drin gesehen werden solltest. Seit diese verrückte Schachtel aus dem Ministerium hier ist, hat das Schloss überall Augen und Ohren bekommen. Man kann sich nirgendwo mehr ungestört unterhalten, außer in Dumbledores Büro."
Jailie hatte keine Ahnung, was mit Quartier gemeint war, aber sie war jetzt auch nicht mehr in der Lage noch mehr Informationen zu erfassen. Sie stand mechanisch aus dem Sessel auf. Das hätte sie heute Mittag definitiv nicht gedacht, als sie zu der kleinen Hütte gegangen ist, um sich zu bedanken. Murrend trat Fang einen Schritt zur Seite, um sie vorbeizulassen, als sie zur Tür ging.
Die beiden Männer waren auch schon aufgestanden. Hagrid klopfte ihr auf die Schulter und sie musste jedes mal wenn seine Hand sie berührte ein Stück in die Knie gehen.
„Mach' s gut, Jailie."
Auch Remus kam auf sie zu und reichte ihr die Hand. Die andere legte er auf ihren Oberarm und sagte: „Bis bald. Ich schätze, wir sehen uns."
„Ich hoffe es," antwortete Jailie wahrheitsgetreu. „Tschüss." Zu mehr war sie nicht im Stande zu sagen. Schnell ging sie die letzten Schritte bis zum Ausgang, drehte sich noch ein letztes Mal um und sah in zwei nachdenkliche Gesichter. Sie winkte den beiden und versuchte sich auch in einem Lächeln, was ihr aber nicht gelang, dann verließ sie die Hütte und ging wie eine Marionette, die an ihren Fäden gezogen wurde, zum Haus Nummer sieben.
Sie stolperte die Treppen zu der schmalen Veranda herauf und kramte nach ihrem Schlüssel. Wo hatte sie das blöde Ding denn nun schon wieder hingelegt? Sie hatte ihn doch nicht etwa drinnen liegen gelassen? Das würde zu ihr passen! Ach nein, da war er. Sie öffnete die Tür und hätte sich am liebsten selbst eine in reingehauen, als sie bemerkte, dass sie schon längst aufgeschlossen war. Warum hatte sie jetzt so lange hier rumgetreten, um ihren Schlüssel zu finden? Egal, sie ging hinein und ihr Blick fiel sofort auf das Sofa, wo eine Gestalt lag, mit den Händen am Kopf.
War Brandon nicht bei Jimmy und Bobby? Jailie hatte keine Ahnung, wie spät es war, konnte Bela schon zurück sein?
„Hi," sagte sie schlicht.
„Hi," kam es erschöpft zurück. Also, Bela. Wer auch sonst.
„Wie wars?", fragte sie ihn.
„Frag nicht."
„Guhhht," antwortete sie gedehnt und ging zum Kamin um ein Feuer zu machen. Bela sah ihr schweigend zu. Was hatte er denn? Sah eigentlich ganz gut aus. Vielleicht ein bisschen müde, aber ansonsten wie immer. Kurz überlegte sie, ob sie ihn doch fragen sollte, aber entschied sich dann dagegen. Wenn er reden wollte, würde er es schon irgendwann machen.
Jailie fütterte Teddy, schnappte sich einen Apfel aus der Küche, holte ein Buch aus ihrem Zimmer - nicht ohne vorher gründlich die Wände abzusuchen – dann machte sie es sich in der Hängematte bequem und tat so, als würde sie lesen. In Wahrheit war sie viel zu aufgewühlt, um lesen zu können, aber Bela musste ja nicht bemerken, dass sie kurz davor war, durchzudrehen.
Plötzlich sprach er sie an. „Wie war dein Tag?"
Eine ganz gewöhnliche Frage, die man einem Menschen stellt, den man den ganzen Tag nicht gesehen hatte, aber Jailie kannte die Antwort nicht. Wie war ihr Tag? Erfolgreich? Eigentlich nicht. Lustig? Ganz bestimmt nicht. Deprimierend? Auch nicht das richtige Wort. Da sie keine Antwort fand, die ihr nicht vorkam, wie eine Lüge, antwortete sie einfach nicht. „Ich hab zuerst gefragt," sagte sie stattdessen.
„Okay. Mein Tag war beschissen. Jetzt bist du dran."
„Ähm . . . Ich finde nicht das richtige Wort," gestand Jailie.
„Dann benutz mehrere," schlug Bela vor.
„verwirrend, schockierend, traurig, irgendwie auch glücklich, aber hauptsächlich einfach nur seltsam."
„Was ist passiert? Und diesmal habe ich zuerst gefragt."
Auf Jailies Gesicht stahl sich ein Lächeln. Zum Glück gab es Bela. Ohne ihn würde sie jetzt ganz alleine hier sitzen und wahrscheinlich mit dem Kopf immer und immer wieder gegen die Wand rennen, einfach weil sie nicht wusste, was sie sonst machen sollte.
„Also. Bereit? Es ist eine lange Geschichte, also hoffe ich, du bist nicht müde, oder so."
„Ich werde heute Nacht wahrscheinlich sowieso nicht schlafen können, also ist eine lange Geschichte genau das, was ich brauche." Bela hatte sich aufgesetzt und Jailie war neben ihn auf das Sofa gekommen.
„Also gut. Ich wollte mich heute Nachmittag bei Hagrid bedanken, wegen gestern Nacht . . ."
Jailie redete und Bela hörte zu. Danach tauschten sie. Bela war dran mit erzählen und Jailie mit zuhören. Als sie fertig waren sahen beide erst mal eine Weile ins Feuer. Während dem Gespräch hatten sie festgestellt, dass Brandon sich vermutlich bei Jimmy und Bobby betrunken hatte und dort in irgendeiner Ecke ins Koma gefallen war.
„Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, o ich ihn treffen will," sagte Jailie in die Stille hinein, die nur vom Knistern im Feuer unterbrochen wurde.
„Warum?"
„Was wenn ich ihn am Ende gar nicht leiden kann, oder er mich nicht?", beim zweiten Teil des Satzes klang sie ein wenig ängstlich.
„Remus sagte, Mum hätte ihn wegen einem andern verlassen. Was wenn er gar nicht so ein toller Typ ist, wie ich ihn mir immer gewünscht habe?"
„Deine Mum hat ihn geliebt," sagte Bela. „Sie hatte bestimmt ihre Gründe dafür, ihn zu lieben."
Er legte einen Arm um ihre Schultern und sie lehnte den Kopf gegen seine Brust.
„Glaubst du, deine Eltern lieben sich?", fragte Jailie und Bela verspannte sich bei der Erwähnung von Lucius und Narcissa.
„Weiß ich nicht. In reinblütigen Zaubererfamilien werden oft Ehen arrangiert. Keine Ahnung aus welchen Gründen meine Eltern geheiratet haben."
„Ich stelle es mir schrecklich vor, jemanden zu heiraten, den ich nicht richtig kenne. Oder noch schlimmer, jemanden zu heiraten, den ich kenne und nicht ausstehen kann."
„Ja," antwortete Bela knapp. Die Stelle, als Lucius ihm klargemacht hat, was er tun würde, wenn Bela einen Muggle heiratet, hatte er Jailie vorenthalten. Warum, wusste er selber nicht so genau. Er hatte es einfach für besser so gehalten.
„Eigentlich kann dein Vater dich doch gar nicht einfach so zu sich befehlen. Du bist ein erwachsener Mann. Du kannst tun, was du willst."
Bela lachte leise, was er aber sofort wieder bleiben ließ, weil es ein hässliches Stechen durch seine rechte Seite jagte.
„Wenn das so einfach wäre," sagte er leise. „In der Zaubererwelt herrschen andere Gesetze. Er ist mein Vater und ich bin sein Sohn. Er kann mir alles Mögliche vorschreiben. In den meisten Zaubererfamilien wird das nicht so streng gesehen, aber bei den meisten alten Reinblütern schon. Ich könnte mich natürlich wehren, er kann mich zu nichts direkt zwingen. Dafür müsste ich zum Zaubergamot gehen und beweisen, dass er mich schlägt, aber das werde ich nicht tun. Stell dir mal vor, was für eine Genugtuung das für ihn wäre, wenn ich sagen würde, wie sehr ich unter ihm leide. Er kann nicht dafür bestraft werden. Außerdem hat diese hässliche Kröte von Lehrerin, die immer nur rosa an hat – wie hieß sie noch gleich?"
„Umbridge?"
„Ja, genau. Die hat gesagt, als sie mich abholte, dass sie zum Minister gehen und ihm sagen wird, dass er irgend so ein neues Gesetz entwerfen, oder ein ändern soll, oder, ach was weiß ich. Jedenfalls scheint die dafür zu sorgen, dass ich mich gar nicht mehr wehren kann, also ist es eh zwecklos. Keine Ahnung, was ihr das bringt. Vielleicht will sie meinem Vater einfach nur einen Gefallen tun, weil er so reich ist. Oder er besticht sie, könnte ich mir auch vorstellen. Vielleicht besticht er auch gleich den Minister. Besonders viel Rückrad scheint der ja nicht zu haben."
„Bela du darfst dir das nicht gefallen lassen! Wir müssen irgendwas tun!"
„Wir müssen gar nichts tun. Du hältst dich da rau, bevor er dich auch noch ins Auge fasst."
„Wir gehen zu Dumbledore. Am besten gleich Morgen. Nein. Wir gehen jetzt. Dann wecken wir ihn eben. Auch egal, da muss er durch . . ." Jailie machte ernsthaft Anstalten aufzustehen und ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen, aber Bela hielt sie fest.
„Und was, wenn ich dich fragen darf, soll Dumbledore tun? Sieh dir doch mal an was . . . Umbridge in der Schule alles verändert hat, seit Beginn des Schuljahres. Ihr gehört praktisch diese Schule. Alles, was Dumbledore unternimmt, wird sie sofort wieder rückgängig machen. Und ich glaube nicht, dass das die Situation verbessern wird, also setz dich einfach wieder hin."
Jailie ließ sich wieder neben ihn fallen und murmelte irgendetwas Unverständliches.
Eine Weile starrten wieder beide ins Feuer. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Dann lehnte Jailie sich wieder an Belas Brust und schloss die Augen. Er schob sie ein kleines Stück zur Seite, damit er keine Schmerzen hatte, dann lehnte er sich an und schloss ebenfalls die Augen.
Egal, was kommen würde. Hier und jetzt fühlten beide sich wohl.
