So hier ist das letzte Kapitel. Das allerletzte vom Regentropfen. Ich hoffe es hat euch gefallen meine erste wirklich allein geschriebene Geschichte zu Lesen. Sie ist etwas älter, schon gut eineinhalb Jahre und in der Zwischenzeit verändert man sich natürlich. Ebenso wie man seine Art zu schreiben verändert. So dürfte diese Geschichte wohl anders aussehen wenn ich sie heute noch einmal schreiben würde.

Höre auf dein Herz

Maladuial hatte sich schon damit abgefunden, einen Freund zu Grabe tragen zu müssen, als er völlig überraschend von dem Elben an Donnfindels Lager gerufen wurde. Schon als er sich umdrehte, bemerkte er die Veränderung an dessen Leib. Das Licht der Sonne war nicht das einzige, was ihm Farbe gab und, ihn lebendiger aussehen ließ, als er im Moment wohl war. Noch bevor er sich selbst die Frage stellen konnte, was es mit dieser Veränderung auf sich hatte, durchbrach ein leiser Aufschrei von Aeloth die Stille. Sehr zur Freude aller blinzelte Fennhír ein paar Mal, so als hätte er während den ganzen Stunden, die Aeloth nun schon an seiner Seite verbrachtund um sein Leben gebangt hatte, nichts anderes getan, als selig zu schlafen. Seine Frau kniete wie versteinert neben dem Bett. Schließlich wagte sie es, den Namen ihres Geliebten zu hauchen. Fassungslose Freude klang deutlich in ihrer leisen Stimme mit und brachte Fennhír dazu, seinen Kopf ihr entgegen zu drehen. Ein seliges Lächeln lag auf seinen Lippen, als er ihr zuflüsterte: "Ich habe dich gehört." Ihre leise Antwort ging jedoch in einem weiteren überraschenden Laut unter. Donnfindel tat einen Atemzug; tief und sehr schmerzhaft. Schon dieser eine trieb ihm den Schweiß auf die Stirn, genauso wie diejenigen die folgten. Maladuial sah zu Elrond; dieser zog gerade seine Hände wieder zu sich. Auch er hatte den Weg zurück gefunden. Stolz und Bewunderung für die gerade vollendete Tat spiegelte sich deutlich auf den Gesichtern aller Anwesenden wieder. Jedoch konnte auch die Verehrung und Dankbarkeit von allen nicht verhindern, dass die Anstrengung ihren Tribut einforderte. Elrond begann von der Bettkante zu gleiten. Die Elben waren sofort bei ihm und fingen ihn auf, bevor ihr Herr die Zeit hatte, diese Bewegung weiter auszuführen.

Maladuial war praktisch sofort an seiner Seite. Er schalt sich selbst einen Einfallspinsel, dass er nicht an Elronds Seite geblieben war, obwohler doch wusste; vermutlich als einziger von allen; wie sehr die Kräfte seines Herrn aufgezehrt worden waren. Er hielt ihn fest und wartete, bis er sich sicher war, dass sein Herr zumindest alleine sitzen konnte. Anschließend entließ er fast alle Anwesenden bis auf Aeloth und zwei seiner Heiler, die sich weiterhin um Donnfindels und Fennhírs Wohl kümmern sollten. Er selbst nahm ebenfalls die Hilfe von einem der anderen Elben in Anspruch. Er sollte mit ihm Elrond in sein Gemach bringen. Die beiden legten sich jeweils einen seiner Arme um den Nacken und brachten ihn; mehr tragend, als dass ihr Herr selbst in der Lage war zu laufen; so aus diesen Räumlichkeiten. Vor der Türe wurden sie bereits von einer kleinen wartenden Gruppe erwartet: Aeloths Freunde und Verwandte waren immer noch anwesend, bereit sich um die Aufgaben zu kümmern, die man ihnen erteilen könnte. Und auch Elronds Berater waren unter den Wartenden. Erleichterung und die letzten Spuren von Stundenlanger Sorge zeichneten sich in ihren Augen ab; ebenso in den Augen von Elronds Kindern: Als sie ihren Vater, zwar über die maßen erschöpft aber zufrieden, ihnen entgegen schauen sahen, konnte Maladuial fast den Stein der Erleichterung hören, der von ihnen und den Beratern Elronds fiel. Im Stillen beschloss er, ihnen erst sehr viel später mitzuteilen, wie weit sich ihr Vater, Freund und Herr wirklich vorgewagt hatte. Er bat Erestor, die Stelle seines Heilers einzunehmen, und schickte diesen schon mit den Kindern voraus, Elronds Gemach herzurichten. Auf diese Weise hatten sie etwas, was sie von ihrem Vater, der zwischen ihnen hing, ablenken würde. „Wir bringen Euch in euer Zimmer; dort könnt ihr dann ruhen", beeilte er sich zu versichern, nachdem er Elronds fragend Blick bemerkte, als Maladuial begann, ihn in sein Gemach zu bringen. Dieser nickte kaum merklich.

Er war froh, dass er jemand hatte, der ihn stützte, wohingegen doch selbst das Heben seines Kopfes ihn fast überforderte. Maladuial und Erestor brachten ihn auf dem allerkürzesten Weg in sein Gemach. Erleichtert stellte Elrond fest, dass er sich um nichts mehr kümmern musste. Maladuial übernahm diese Aufgabe für ihn. Er zweifelte sehr daran, dass er selbst noch Anweisungen gleich welcher Art geben konnte. Überrascht stellte er fest, dass in seinem Gemach sowohl frische Kleidung als auch eine Karaffe sowie auch ein wenig zu Essen bereit stand. Es war nicht das erste Mal, dass er so erschöpft ein Krankenlager verließ, dennoch erschreckte es Elrond, dass er überhaupt nichts von dem Gang in sein Gemach bemerkt hatte. Er musste wohl weggenickt sein; nur für eine kleine Weile. Seine beiden Träger brachten ihn vor sein Schlaflager. Und nur Erestors festem Griff war es zu verdanken, dass er sich nicht darauf fallen lassen konnte.

Elrond hörte, wie sich seine Kinder nach seinem Befinden erkundigten und wie Maladuial statt ihm selbst die Antwort gab. Es dauerte eine Weile, bis er die kühle Hand, die sich auf seine Wange gelegt hatte, bemerkte, und diese ihn, nachdem er eine Reaktion zeigte, kurz streichelte. Wie von weiter Ferne hörte er die mühsam beherrschte Stimme Elladans, die diese Hand wieder von ihm rief. Irgendwie brachte er es fertig zu sagen: „Ich bin nicht zu Schaden gekommen. Ich bin nur furchtbar müde. Mach dir keine Sorgen, Arwen." Seine Stimme klang nicht nur in seinen Ohren dünn. Elrond sah seine Kinder entschuldigend an. Nur zu gern würde er ihnen besser bestätigen, dass ihm nichts fehlte. Jedoch wagte er es nicht. Zu groß würde diese Anstrengung sein, und er wollte verhindern, vor ihren Augen zusammen zu brechen. Das würde seine Worte nur Lügen strafen. Arwen versuchte zu lächeln, als sie von ihren Brüdern in die Mitte genommen wurde und sie den Raum verließen. Elrond sah ihnen hinterher und bemerkte dabei, wie Faelon ihnen wie ein Schatten folgte. Auch dafür war also gesorgt. Er würde sich ihrer annehmen. Erleichtert dankte er gedanklich diesem Elben dafür. Er wollte nur noch eines: schlafen - einen langen möglichst traumlosen Schlaf. Und dank derjenigen, die mit ihm lebten, würde dieser auch sehr sorglos werden. Er spürte mehr, als dass er sah, wie ihm führsorgliche Hände die Schärpe, die seine Kleidung zusammen hielt, lösten und wie man ihm aus seinen Gewändern half. Er war weit jenseits davon, etwas anders zu tun außer zu stehen. Und selbst das schaffte er nur noch mit Hilfe. Hände, die vor wenigen Stunden noch mit Blut besudelt waren, wuschen ihm jetzt den gröbsten Schweiß von seinem Körper. Das warme Wasser erfrischte ihn; half ein wenig, die Anstrengung zu verscheuchen, sodass Stehen nicht mehr an Unmöglichkeit grenzte. Neue Kleidung legte sich schließlich um seine Schultern und wurde sorgsam geschlossen. Und als der Herr von Imladris müde auf sein Lager sinken durfte, hatte der Schlaf ihn schon nach einem Atemzug fest in seinen Händen.

Nachdem er seinen Herrn versorgt und letzte Anweisungen erteilt hatte, kehrte Maladuial zu Donnfindel und Fennhír zurück. Sehr zu seiner Überraschung war Fennhír wach. Er streichelte versonnen seine neben ihm schlafende Frau. Donnfindel war nicht wach. Und wenn das Schicksal gnädig war, würde er es auch in den kommenden Tagen nicht sein. Maladuial setzte sich neben Fennhír: "Wie geht es Euch?" fragte er ihn leise.

„Ich bin müde", lautete die knappe Antwort. Der Heiler lächelte ihn an: „Dann schlaft. Oder wollt Ihr etwas, damit Ihr leichter dem Wachsein entfliehen könnt?"

Fennhír dachte einen Augenblick nach, schüttete dann aber den Kopf. Er sah zu seinem Freund und fragte unsicher: „Er wird leben?"

„Ja, das wird er, dank Euch!"

„…Ich kann mich an fast alles, was geschehen ist, erinnern. Wird er es denn auch noch wissen?"

„Das weiß ich nicht. Ich denke aber, dass dies nicht der Fall sein wird…Wollt Ihr es ihm Erzählen?"

„Ich würde ihm nichts sagen, was er nicht schon weiß." Fennhír ließ seine Augen wieder zur Decke wandern.

„Warum stellt sich dann für Euch die Frage, wenn es nicht von belang ist, ob er die Geschehnisse von Euch erfährt?"

„Ich würde gerne erfahren, ob das, was er mir an diesem…Ort… mitteilte, der Wahrheit entsprach."

Maladuial wurde nachdenklich. Er wusste nicht, was vorgefallen war, aber über ein Sache war er sich im Klaren: „Fennhír, Ich weiß nicht, was er Euch sagte. Aber eines darf ich Euch mitteilen; er sprach nicht mit den Lippen. Er sprach mit dem Herzen! Und das Herz kann nicht Lügen – ganz egal wo es spricht."

Fennhír sah den Heiler lange schweigend an. Vor seinem Geist sah und hörte er noch einmal jedes Wort und jede Geste Donnfindels. Schließlich nickt er langsam. Und dabei schwor er sich, nie wieder ein böses Wort über die Menschen zu verlieren, die manchmal so langsam das offensichtliche feststellten. Er war nicht schneller als sie.

Dankbar sah er den Heiler an und während dieser den Raum verließ zog Fennhír seine Frau ein wenig mehr in seine Arme und genoss ganz einfach sie zu spüren; mit all seinen Sinnen.

Lacrima: rotwerd danke für das Rettungsangebot. Du weißt doch, meine Helden brauchen dieses Angebot am laufenden Band

Sarah: Dir sei verziehen Bin ja auch nicht besser. Liegt an den ewig langen Pausen dazwischen schäm

Tja, die Ketten sind symbolisch. Wenn alles Hoffnung stirb was soll denn dann noch halten? So geht's dem einen oder anderem im Leben. Reich ist, wer dann Freunde hat.

Und das man sich IMMER in die falschen verliebt ist auch kein Thema seit Gestern. Bei solchen Gelegenheiten sind schon so viele wunderbare Freundschaften zerbrochen.

Für Maladuil (Mal-aduial ) war das ne ganz schwierige Entscheidung. Und ich glaube er ist bis zum Ende aller Tage dankbar das Elrond sich alleine gefangen hat. Wer bringt schon gerne Freunde um :S

-Und glaubt Donnfindel wirklich, Aeloth würde ihn nicht vermissen, nur weil sie ihn nicht liebt! Hat er schon mal etwas von dem begriff Freundschaft gehört?

Tja, wie so oft im Leben hängt alles vom eigenen Standpunkt ab. Und der eigene Standpunkt neigt dazu die Situation Dunkler darzustellen als sie ist. Manchmal sehr viel Dunkler 