Trübe Gewässer

Wuhu, etwas spät, aber immer noch, Kapitel 10 is da. Haut in die Tasten und sagt mir wie ihr es findet. Die Outfits und Bilder findet ihr wie gewohnt auf Tumblr und Pinterest.


„Die Summen, die dort gespielt werden, sind viel zu hoch. Die Beträge, die dort die Besitzer wechseln, das sieht man sonst nur an großen Eventabenden in Las Vegas. Auch wenn es eine der größten Spielbanken Europas ist, normal kann das nicht sein. Auf so etwas wird eigentlich die Glücksspielkommission aufmerksam, aber ich habe keine gesehen." Anne schaute in die Runde. Nachdem sie Aramis von ihren Beobachtungen erzählt hatte, war dieser doch sehr skeptisch gegenüber dem Casino. Er vertraute Anne und war von ihrer Erzählung besorgt. Am darauffolgenden Tag hatte er die anderen, Porthos, Athos und D'artagnan, sowie Constance informiert und sie alle hatten sich am Abend in der Crystal Bar des Hotels getroffen.

Die Bar war wegen den milden Temperaturen am Abend verlassen und bot so der kleinen Gruppe genügend Privatsphäre. Sie saßen in einer der Ecken auf zwei großen, gemütlichen Sofas. Anne, aber auch D'artagnan, waren erst gegen dieses Treffen, wollten sie doch nicht die anderen beunruhigen. Constance unterstützte den Vorschlag von Aramis und zeigte ihrer besten Freundin und ihrem Freund die Notwendigkeit auf, um Hilfe zu bitten. Zu Anfang berichtete D'artagnan missfällig über den kleinen Ausflug zu Feron's Anwesen. Das erzürnte Porthos aber auch Athos, die Kommentare beider blieben jedoch aus. Dann folgte Annes Erzählung. Neben den anderen waren D'artagnan und Constance sehr aufmerksam, da auch sie dies zum ersten Mal hörten.

Nachdem nun auch Anne fertig war, wurde es still. Niemand sagte ein Wort, alle mussten über die Geschehnisse nachdenken und die einzelnen Puzzlestücke zusammensetzen. Porthos war der Erste, der wieder das Wort ergriff. „Ich glaube kaum, dass dies merkwürdig ist. Du hast doch selbst gesagt, dass das Casino eines der größten in Europa ist. Natürlich geht hier viel Geld über die Tische. Auch wenn es dir seltsam erschien, viele reiche Leute sind hier und das Geld sitzt im Urlaub etwas lockerer." Athos wendete aber ein, „Das Constance und D'artagnan aber bei Feron nichts gefunden haben, das ist wiederrum eine andere Sache. Dem sollten wir nachgehen. Auch das ihr beinahe enttarnt worden seid. Wir müssen mögliche Spitzel ausschließen können."

„Denkst du es war ein Insiderjob?" fragte nun Constance. Die Geschehnisse von Marmion hatte noch niemand vergessen und alle waren vorsichtig zu behaupten, es gäbe in den eigenen Reihen noch illoyale Mitarbeiter oder sogar Spitzel. Treville hatte jeden Verdächtigen entlassen. „Das wissen wir erst, wenn wir die Sache verfolgen. Über den Einbruch reden wir aber noch einmal." Nun schaute Porthos D'artagnan böse an, die Sache war also doch noch nicht abgeschlossen. Dies mussten sie jedoch wann anders klären. „Und was sollen wir jetzt machen?" Anne stellte die entscheidende Frage.

Athos übernahm wieder das Kommando. „Wir werden uns ruhig und unauffällig verhalten. Niemand soll wissen, dass wir etwas vermuten. Wir werden so weiter machen, wie es geplant war." Alle waren der gleichen Meinung. „Wir könnten uns ja mal umhören. Vielleicht wissen die Urlauber oder auch die Einheimischen mehr. Wenn es wirklich nicht mit rechten Dingen im Casino zugeht, dann ist es bestimmt mehreren Leuten aufgefallen." „Sehr gute Idee. Das könnte klappen, so können wir auch Annes Theorie verifizieren. Nicht das ich dir nicht glaube, aber wir brauchen Beweise." Anne nickte, ihr war klar, dass das alles nur auf der Beobachtung einer Person baute. Sie brauchten noch mehr Hinweise und anhand dessen konnten sie dann besser das weitere Vorgehen planen.

„Wir können aber nicht einfach die Leute auf der Straße ansprechen." entgegnete Porthos. Die anderen dachten darüber nach. Constance kam schnell zu einer Lösung. „Wir können einen Ausflug in die Thermes Marines machen. Dort kommt man bestimmt schnell mit den Touristen, aber auch den Angestellten ins Gespräch und wir bekommen so vielleicht mehr Infos." Anne nickte. „Wir hatten es schon erwähnt, so fällt es auch nicht auf, dass wir es nun in die Tat umsetzen." „Wir brauchen noch einen Plan B" meinte nun D'artagnan. Er wollte nicht noch einmal unvorbereitet in eine Mission starten. Das war ihm eine Lehre gewesen.

„Wir sollten direkt beim Casino suchen. Dort müssten wir Spuren finden." Schlug Porthos vor. „Willst du da einfach reinmarschieren und eine Lupe auspacken, oder was?" gab nun D'artagnan zurück. Porthos wusste, dass sein Freund es nicht so gemeint hatte und ging nicht weiter auf die bissige Bemerkung ein. Kannte er doch das Gefühl nach einem Fehler in Missfallen geraten zu sein. „Nein, aber elektronisch gibt es bestimmt Hinweise. Wir sollten Nathan einweihen. Er soll sich mal dort reinhacken." Beschwichtigte ihn nun Porthos. D'artagnan brummte nun zustimmend. „Wir sollten Henry mitnehmen, der Junge hat sich im Aushorchen fremder Leute bewiesen" schlug Aramis noch vor. Athos nickte. „Porthos und ich geben den Beiden Bescheid."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Die Verschworenen trennten sich kurze Zeit später und gingen auf ihre Zimmer. Constance und D'artagnan gingen auf Constance's Zimmer. Beide zogen sich um und legten sich ins Bett, um Kraft für den bevorstehenden Tag zu sammeln. „Du weißt, dass ich dich in die Therme begleiten werde." Murmelte D'artagnan schon halb schlafend. Constance, nun wieder hell wach, drehte sich mit einem Ruck zu ihm herum und starrte ihn an. In der Dunkelheit konnte sie ihn nur schemenhaft ausmachen. „Oh nein, dieses Mal nicht. Du kannst nicht mit. Vor allem mit deiner Wunde geht das gar nicht." D'artagnan blieb weiterhin ruhig und hatte noch immer seine Augen geschlossen. „Ich komme mit. Die anderen sind doch dieses Mal auch dabei und können zur Not einspringen. Es wird auch nicht gefährlich." „Ja wenn es nicht gefährlich wird, dann kannst du doch auch dableiben, mir passiert schon nichts."

D'artagnan seufzte. Sie verstand es nicht. „Es ist nicht für mich gefährlich, aber es hat mir in Nizza das Herz zerrissen, dich alleine in die Stadt gehen zu lassen." Constance erkannte seine Situation und die Beweggründe, sie ließ dennoch nicht locker. „Ja, aber die Nähte, sie sind zu frisch oder muss ich dich daran erinnern, dass dich Aramis erst wieder zusammengeflickt hat?" „Nein, das weiß ich, ich werde das Wasser auch meiden. Zur Not mache ich eins von diesen wasserdichten Pflastern drauf. Aber ich komme mit, Athos und die anderen haben nichts dagegen gehabt. Es ist also schon beschlossene Sache." „Das muss ja noch lange nicht heißen, dass ich damit zufrieden bin." Er streckte seinen Arm nach ihr aus und zog sie an sich. „Ich weiß." Er küsste sie auf den Scheitel und fuhr fort." Dafür liebe ich dich, aber ich kann nun mal nicht aus meiner Haut."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Am nächsten Morgen gingen Athos und Porthos wie besprochen nach dem Frühstück zu den Jüngeren. Diese saßen draußen auf der Terrasse und hatten auch gerade ihr Frühstück beendet. „Guten Morgen." Begrüßte sie Athos. Als sie Athos' Stimme wahrnahmen, er stand in ihrem Rücken, schreckten sie auf und setzten sich gerade hin. Porthos sah sich das mit einem Grinsen an. Sie murmelten ein Morgen zurück und schauten beide erwartungsvoll an. Vielleicht bekamen sie für heute eine spannende Aufgabe, der Urlaub gestaltete sich doch als sehr zäh, aus ihrer Sicht. Sie hatten nur vereinzelt Wachdienste abbekommen. Sie hatten auf mehr Aufgaben, mit mehr Verantwortung und Action gehofft.

„Ich muss mit Nathan alleine sprechen." Sagte Athos nun etwas bestimmter. Sofort erhoben sich Henry und Marc und gingen, davor nickten sie ihrem Freund nochmals aufmunternd zu. Porthos folgte ihnen, wollte er doch Henry abfangen. Athos setzte sich, als die anderen drei die Terrasse verlassen hatten, auf einen der freigewordenen Plätze und schaute Nathan an. Dieser, er war daran schon gewohnt, starrte wortlos zurück. Das mochte Athos an diesem Jungen. Er ließ sich nie aus der Ruhe bringen und blieb standhaft. Schließlich beendete Athos das kleine Spiel und begann. „Wir brauchen ein paar Infos über das Casino. Mitarbeiter, IT-Infrastruktur, geplante Projekte und die Finanzen."

Athos hatte extra ein paar mehr Dinge aufgezählt, die Finanzen waren für ihre Sache jedoch ausschlaggebend. „Das Casino? Warum?" Athos schwieg kurz. Sie hatten gestern noch beschlossen, dass die beiden Jüngeren erst einmal nicht eingeweiht werden, sie wollten sie heraushalten. „Anne und Louis wollen herausfinden, ob das Casino ein möglicher Partner für Geschäfte sein kann. Auch über eine Zweigstelle in Paris wird gemunkelt. Informationen sind dabei eine wertvolle Währung." Zum Teil sagte er sogar die Wahrheit. Sie brauchten dringend Informationen. Nathan nickte nur. Das erschien ihm alles etwas bei den Haaren herbeigezogen.

„Könnt ihr sie denn nicht einfach fragen? Am Ende des Tages ist hacken immer noch sträflich." Athos wollte schon mit den Augen rollen, konnte es sich aber noch verkneifen. „Ja, klar, wir können sie fragen, aber was genau die Wahrheit ist, das wissen wir auf die Weise schneller. Und ich glaube mich zu erinnern, dass du in der Vergangenheit auch keine wirklichen Hemmungen hattest, etwas Verbotenes zu tun." Nathan schwieg nur, er wusste, etwas war faul an der Sache und man sagte ihm nur ein Drittel der Wahrheit, aber Athos blieb hart. Das erkannte er. Sie könnten nun noch weitere Minuten hier sitzen, etwas aus seinem Vorgesetzten herauszubekommen, erschien ihm aber gerade unmöglich. Daher nickte er nur und verabschiedete sich. „Gut, ich werde mich dransetzen. Schätze mal je früher, desto besser."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Nathan ging auf sein Zimmer, um dort seinen Laptop zu holen. Er schloss die Tür auf und ging in den Raum. Dort saßen schon Henry und Marc auf seinem Bett. Er war erst erschrocken über den Besuch, schloss dann aber schnell die Tür. „Was macht ihr denn hier?" fragte er. „Ich muss in die Therme." Henry ging gar nicht darauf ein, sondern platzte gleich heraus. „Hab auch einen Auftrag, muss Infos besorgen, vom Casino, aber ich soll mich darein hacken." Henry nickte. „Mein Auftrag ist auch nur die Hälfte beschützen, die andere Hälfte ist, dass ich Infos über das Casino von den Leuten in der Therme besorgen muss." „Was wollen sie denn vom Casino?" mischte sich nun auch Marc ein.

„Mir hat Athos gesagt, sie wollen das Casino als möglichen Partner überprüfen." Sagte Nathan. Henry nickte zustimmend. „Ja, so etwas hatte Porthos auch gesagt, aber geht man dann nicht anders vor?" „Da läuft etwas Großes, sie sagen uns nur nichts." Warf Nathan in den Raum. „Ich schlage vor, wir ermitteln auf eigene Faust." „Wie, alleine? Und was ist mit den Aufträgen?" Henry schaute Nathan doch nun verwirrt an. „Ja, die machen wir, aber wir versuchen für uns selbst auch einige Antworten zu finden." Marc gefiel der Vorschlag. „Ich kann mich mal bei den anderen umhören, ob die was wissen. Ihr seid ja außer Haus, dann haben wir hier etwas Ruhe."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Am Mittag trafen sie sich alle in der Lobby und gingen in die Therme. Diese lag, praktischerweise, nahe beim Hotel und sie waren in drei Minuten schon an Ort und Stelle. Anne und Constance hatten sich ihre Bikinis schon im Hotel angezogen und mussten in der Umkleide nur noch ihre luftigen Sommerkleider ausziehen. Constance hatte sich für einen weißen Bikini entschieden. Er hatte eine hochgeschnittene Hose mit Cutouts an der oberen Hüfte. Das Oberteil wurde im Nacken durch geknotete Träger gehalten. An einzelnen Stellen hatte es einen blau schwarzen Blütendruck. Anne entschied sich auch für einen Neckholder. Ihr Oberteil war in einem Fuchsiaton. An der Brust hatte sie ihn noch umständlich um den Rücken gebunden, ähnlich einem Wickeloberteil. Die Hose hatte auch einen pinken grünen Blumendruck, der Grundton war weiß.

Sie zogen noch schnell den Bademantel an, den ihnen die nette Frau vom Empfang gegeben hatte, und dann gingen sie zu ihrer Beauty Behandlung. Sie hatten sich eine Ganzkörper Behandlung gebucht. Angefangen von einer Gesichtsmaske, danach folgte eine Massage an Händen und Füßen und zum Schluss ein reinigendes Peeling für den Körper. Die Maske wurde ihnen von professionellen Kosmetikerinnen aufgetragen und sie saßen mittlerweile auf bequemen Stühlen um dort die Hände und Füße massiert zu bekommen. Neben ihnen saßen noch zwei weitere Frauen, die wohl die gleiche Behandlung genommen hatten. Anne und Constance witterten eine Chance und redeten extra laut über Anne's Besuch im Casino.

„Und dann habe ich wirklich die Summe wiedergewonnen, die ich zuvor verloren hatte. Das war wirklich spannend. Ich wusste nicht, dass man beim Roulette so mitfiebern kann." Erzählte Anne überschwänglich. Constance nickte nur begeistert. „Und warst du nur beim Roulette?" fragte sie nun ihre Freundin. Anne nickte. „Das andere habe ich nicht wirklich verstanden." Nun mischte sich auch endlich die Frau ein, die neben Anne saß und neugierig zugehört hatte. „So erging es mir auch, gut, dass Sie dortgeblieben sind. Ich habe mein Glück beim Black Jack versucht. Habe nur verloren."

Die zweite Frau, wohl eine gute Bekannte, wendete sich ihnen zu. „Oh ja, beim Casino verliert man nur. Ich habe schon so viele Geschichten gehört." „Was denn für welche?" Constance fragte direkt nach. „Ich, zum Beispiel," Die Frau neben Anne sprach nun wieder. „Habe immer verloren, alles, und ich habe so oft gespielt. Da muss doch einmal das Glück auf meiner Seite gewesen sein, aber nein, alles verloren." Sie schaute nun betrübt. Sie tat Anne leid. „Und das alles beim Black Jack?" fragte Anne und hakte noch einmal nach. „Ja, ja. Man wollte immer, dass ich zum Roulette gehe, oder auch den Tisch wechsle, aber da war ich wohl zu faul. Ich blieb immer am gleichen Tisch." „Das tut mir wirklich leid für Sie." Meinte nun Constance. Die andere Frau winkte ab. „So ist das Leben in Monte Carlo nun mal. Im Casino kannst du alles verlieren oder aber alles gewinnen. Das weiß jeder."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Aramis und Porthos gingen in das Fitness Center. Sie waren von der Anzahl und Vielseitigkeit der Geräte beeindruckt. Porthos probierte die Kraftgeräte aus, während Aramis seine Kondition auf dem Laufband verbesserte. Das Studio hatte viele Konditionsgeräte. Diese standen alle aufgereiht vor dem großen Panoramafenster. Dadurch konnten die Sportler direkt auf das Meer schauen. Eine schöne Aussicht, die kaum ein anderes Studio bot. Nach einer Stunde anstrengendem Trainings, wobei Porthos noch ausgeruhter war als Aramis, trafen sie sich bei der Getränkestation. An der südlichen Wand im Fitnessraum, war eine lange Zapfanlage, wo sich die Gäste die Getränke selber in die Flaschen füllen konnten.

Ein Mann kam zu ihnen, er war noch recht jung, Ende zwanzig und doch nicht mehr allzu gut in Form. Neben Porthos und Aramis sah er eher schmächtig aus. Porthos fing gleich ein Gespräch an, war er doch schon immer ein offener Mensch gewesen. „Entschuldige, weißt du, wo man hier mal Spaß haben kann?" Sofort war der Mann geschmeichelt, dass zwei solche Männer ihn um Rat fragten. „Na in Monte Carlo muss man ins Casino. Wenn man dort nicht war, war man auch nicht in Monte Carlo." Aramis brachte sich mit ein. „Ja im Casino wird man doch nur sein Geld los." Der Mann winkte ab und baute sich stolz vor ihm auf. „Den richtigen Tisch muss man schon auswählen, dann behält man auch sein Geld und bekommt sogar noch was dazu."

Porthos nutzte die Überheblichkeit aus und bohrte weiter. „Ja, aber das ist doch Glücksache. Dann würde doch jeder gewinnen." „Nein, nein. Du musst nur wissen wie man es macht." „Ah und wie macht man es denn am besten?" fragte nun wieder Aramis. „Tja." Der Mann tat sehr geheimnisvoll und wollte seinen Vorteil ausspielen. Doch er konnte nicht lange an sich halten und platzte heraus. „Ich selber kenne auch nicht jeden Tisch und meiner Meinung nach wechseln sie auch. Aber es gibt zwei Arten an Tischen in Monte Carlo. Dort wo man verliert und zwar immer. Und dort wo man gewinnt. Also wenn ihr immer wieder verliert, dann wechselt den Tisch und wenn ihr eine Glückssträhne habt, dann bleibt dort, denn dann hält die Strähne den gesamten Abend an." Er flüsterte fast und kam ihnen immer näher. Für Porthos und Aramis' Geschmack war das schon auffällig genug. Aber sie spielten mit und taten so, als wären sie ihm unendlich dankbar. Am Ende raunte er ihnen noch zu. „Behaltet es ja für euch, wenn es jeder weiß, dann klappt es nicht mehr."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Danach wimmelten Aramis und Porthos den Mann wieder mit Müh und Not ab. Porthos wollte noch etwas trainieren und auch Aramis wagte sich in der zweiten Phase nun an die Kraftgeräte heran. Als das Fitnesscenter jedoch leerer wurde, schwanden auch ihre Chancen noch mit jemanden reden zu können. Daher trennten sich beide. Aramis wollte duschen und danach die anderen suchen. Porthos nahm noch ein Bad in dem großen Pool, schließlich waren sie in einer Therme. Das Wasser war wirklich angenehm warm, doch nicht allzu sehr, da es draußen auch an die dreißig Grad hatte. Sie hatten die Rollläden heruntergelassen und den Pool mit warmen Licht beleuchtet.

Er schwamm einige Runden und stellte sich dann an einer der kräftigen Strahlen. Er hatte gerade die Augen geschlossen, als er merkte wie das Wasser um ihn herum sich stark bewegte. Er machte ein Auge auf, um zu sehen ob ein potentieller Informant neben ihm war. Als er erkannte wer da neben ihm im Wasser war, machte er sogleich beide Augen auf. „Ah, Elodie. Endlich Feierabend?" Die Schwangere neben ihm verneinte. „Nein, ich muss noch, ich habe die Spätschicht, aber davor dachte ich, ein kleiner Ausflug in die Therme wird meinem Rücken helfen. Ich habe zum Glück vom Arzt einige Stunden in der Therme verschrieben bekommen, dann kann ich mich mal entspannen." Porthos nickte. Er wollte nicht mit ihr tauschen. „Eine ganz schöne Last trägst du da mit dir."

Elodie atmete laut aus, lächelte aber. „Ja, aber es wird bald soweit sein. Die längste Zeit ist vorbei. Und das Baby mag das Wasser auch. Und du entspannst hier?" „Ja, wir haben heute etwa frei und da wollte ich mal die Therme ausprobieren." „Ach, du arbeitest hier?" Porthos nickte. „Ja, ich arbeite für Louis. Er ist ein Geschäftsmann aus Fontainbleau. Ich gehöre zur Security von ihm. Er macht hier halb Urlaub, halb Geschäft und wir müssen dann immer mit." Elodie hörte interessiert zu. „Naja, heute habe ich mal frei. Alles in allem ist der Job um einiges ruhiger als mein früherer." „Oh, was hast du denn da gemacht?" „Ich war Soldat. Infanterie. Waren in Nordafrika stationiert für ein paar Jahre." Für Elodie war dies nichts Neues. „Mein Mann, er war auch Soldat. Er war in Afghanistan."

Porthos horchte auf. „Er war?" „Ja, er ist vor sechs Monaten gefallen, sein Leichnam wurde aber nie nach Hause gebracht, man hatte ihn einfach dort beerdigt. Seine Marke hatte man mir per Post überstellt." Sie klang nun sehr traurig, noch nicht einmal missmutig oder verärgert über die Armee. Nein, nur traurig, als hätte sie es schon aufgegeben dagegen zu kämpfen. Sie blickte traurig auf die Wasseroberfläche. „Das Baby kann sich glücklich schätzen eine so starke Frau als Mutter zu haben." Porthos wollte sie aufmuntern, hatte er doch das Thema aufgebracht. Es funktionierte und Elodie lächelte wieder leicht. Beide blieben noch einige Minuten zusammen im Wasser und redeten. Elodie wollte einiges über das Soldatenleben wissen, da ihr Mann doch sehr notdürftig davon erzählt hatte und nachdem Porthos sich anfänglich zurückgehalten hatte, merkte er, wie es Elodie half, wenn man mit ihr darüber sprach.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Während die anderen im Pool, oder auch Fitnesscenter waren, ruhten sich Henry und D'artagnan auf der Dachterrasse aus. So konnte D'artagnan seine Wunde schonen und auf der langen Terrasse einige Leute ansprechen. Sie kamen am Anfang nicht wirklich mit ihnen ins Gespräch. Einige wollten ihre Ruhe, andere waren nicht im Casino oder wollten noch dahin. Henry und er hatten ihre Aufgabe auf Eis gelegt, sie wollten nicht auffallen und lagen nun in der Sonne. Sie konnten direkt auf den Hafen schauen und beobachteten die Ankömmlinge und die Abreisenden bei ihren Arbeiten. Es war doch sehr interessant welche Arbeiten so ein Boot mit sich brachte.

Neben ihnen hatte sich dann nach einiger Zeit ein Pärchen hingelegt. Es dauerte gar nicht lange, da waren sie auch schon in einem Gespräch mit ihnen verwickelt. Henry schwärmte von der Côte D'Azur und wollte so auf das Casino heraus. Doch das Pärchen war sehr sauer. „Wir werden morgen abreisen. Ohja, nie wieder werden wir an diese Cote D'Azur fahren." D'artagnan und Henry schauten sich kurz an, schenkten dann aber wieder dem Mann, der gerade gesprochen hatte, ihre Aufmerksamkeit. „Oh, warum das denn? Ich meine, hier hat man doch alles, was man will. Schöne Frauen, gute Luft, das Meer, die Sonne." Henry warf ein, „Und das Casino."

„Das Casino, junger Mann. Bleiben sie dem fern." Sagte nun die Frau. „Rausgeworfen wurden wir. Rausgeworfen. Wir sind ehrliche Bürger. Ja, das sind wir. Ist ja nicht unser erstes Casino." „Warum wurden sie denn rausgeworfen?" „Wir haben mitbekommen wie das Casino seine Kunden betrügt." „Betrügt?" „Ja, wissen sie, mein Mann hier." Sie zeigte auf ihren Mann, der neben ihr lag. „Er arbeitet in einem Casino in Las Vegas, schon gute fünf Jahre." „Schatz es sind sieben Jahre." „Mir kommt es immer wie fünf vor, aber egal. Er arbeitet in einem Casino und kennt sich somit aus. Wir waren gestern Abend im Casino, wollten unser Glück testen, vielleicht hatten wir hier mehr als in den USA. Naja, und da sind wir nun mal an den Roulette Tisch gegangen. Da merkte er, dass die Kugeln gezinkt seien."

„Gezinkt, sagen sie?" Es wurde immer interessanter. Der Mann nickte. „Ja, wissen sie, man sieht es sofort. Ich habe bei meiner Arbeit so oft die Kugel rollen sehen und die hier in Monte Carlo, die rollte nicht so wie sie sollte. Ich wollte es beweisen." „Aber wie zinkt man denn Roulette." Henry konnte es sich nicht erklären. „Magneten, junger Mann. Magneten." Half ihm nun die Ehefrau. „Ich wollte es beweisen. Ich habe etwas Metallisches hineingeworfen. Es hat auch reagiert, aber bevor ich oder andere Leute etwas sagen konnten, da wurden wir von den Sicherheitsleuten grob hinausgebracht."

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Am Abend, alle waren von der Therme zurückgekehrt, trafen sie sich wieder in der Crystal Bar. „Was habt ihr?" Athos schaute in die Runde. Er selbst war nicht mitgegangen. Er hatte den Wachdienst von Porthos übernommen und die Stellung vor Ort gehalten. „Wir hatten eine Frau getroffen, die alles am Black Jack Tisch verloren hat. Sie meinte, sie hatte nie auch nur einmal gewonnen." Fing Anne an. Porthos wandte ein. „Ja, aber so ist doch das Glück nun mal, oder?" Constance schüttelte den Kopf. „Nein, statistisch ist es gar nicht möglich nie zu gewinnen oder nur zu verlieren." „Das trifft sich gut mit unseren Informationen. Ein Mann im Fitness Center hat mit dem Geheimnis geprahlt, dass man an einigen Tischen des Casinos wohl nur gewinnt." Hakte nun Aramis ein.

Porthos nickte. „Ja, er meinte, wenn man nur verliert, wie anscheinend eure Frau, dann sollte man den Tisch wechseln. Und wenn man nur gewinnt, dann sollte man dortbleiben, denn dann gewinnt man den ganzen Abend hindurch." „Also ist es doch möglich nur zu verlieren." Constance schaute Porthos leicht säuerlich an. Porthos grinste nur. „Naja, ich wollte wissen, ob du auch ohne unsere Beweise eine Erklärung hast. Doppelte Verifizierung nennen wir das." Constance streckte ihm leicht die Zunge raus. „Wie du siehst, kann ich das. Könnte ich auch dreifach." Nun mussten alle lachen.

Als das Lachen wieder abebbte fuhr D'artagnan fort. „Wir haben erfahren, dass die Roulette Tische gezinkt sind. Wahrscheinlich haben sie ein System. Manche Tische sind positiv gezinkt, bedeutet man gewinnt immer und die anderen sind negativ gezinkt, man gewinnt nie." Das würde Sinn ergeben und die Aussagen aller stimmten fast überein. „Wie manipulieren sie denn das Roulette?" fragte nun Athos. „Magneten meinte der Mann." Athos war zufrieden, das reichte ihm schon mal. „Gut, ich werde mal morgen zu Nathan gehen. Mal gucken, was er rausbekommen hat." „Wir sollten aber diese Theorie unbedingt selber prüfen." Wandte dann Porthos ein. „Stimmt, vielleicht fällt uns sogar noch mehr auf. Am besten wir besprechen den morgigen Tag beim Frühstück." schlug Aramis vor. „Auch müssen wir uns noch um Feron und diese Wohnung kümmern." Gab nun wieder Porthos zu bedenken. Jeder war damit einverstanden und die Gruppe trennte sich wieder.

/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\

Elodie hatte die Spätschicht. Sie war gerade auf dem dritten Gang angekommen und war in einem der Zimmer um Handtücher zu wechseln. Das Zimmer war noch verlassen, was zu dieser Tageszeit doch ungewöhnlich war, aber so konnte Elodie schnell und ungesehen, die vergessene Arbeit ihrer Vorgängerin ausmerzen. Sie hatte gerade die Handtücher von ihrem Wagen geholt und ins Bad bringen wollen, als sie erst Geräusche vor dem Gang, dann an der Tür und schlussendlich im Zimmer vernahm. Sie ging schnell aus dem Bad heraus. Zwei Männer standen ihr gegenüber. Elodie wollte sich schon entschuldigen und sie über die frischen Handtücher informieren.

Dann merkte sie, das war nicht der Gast dieses Zimmer. Auf ihrem Belegungsplan, den sie vorher studiert hatte, war der Name des Gastes ihr bekannt und sie wusste genau in welchem Zimmer sie sich befand. „Entschuldigen Sie, aber ich muss Sie bitten, dieses Zimmer zu verlassen." Bat sie die Männer höflich, aber bestimmt. Sie baute sich vor ihnen auf, was ihr mit ihrem Bauch nicht schwerfiel. „Das ist mein Zimmer, ich darf hier sein." behauptete einer der Männer. Er wollte an ihr vorbei und drängte sie leicht beiseite. Sie blieb aber dort stehen. „Das ist nicht Ihr Zimmer. Ich kenne den Gast."

Der andere Mann, etwas schmächtiger beugte sich zu seinem Kollegen und flüsterte so, dass Elodie es nicht verstand. „Boss, wie sollen wir denn die Wanzen anbringen?" Der Angesprochene wurde langsam missmutiger. „Verschwinde oder kennst du mich nicht? Der Gast hat bestimmt Bescheid gegeben das ein Mann, Grimaud, das bin ich, hier sein darf." „Das glaube ich nicht." Gab Elodie wieder nur zurück. Grimaud reichte es nun. Er hob die Hand, kurz hatte er es sich überlegt, eine Schwangere zu schlagen. Aber wer nicht hören will, der muss eben ….."