AN: so, hier ist dann das nächste Kapitel. Nicht so lang und ausgereift, wie ich es gerne hätte, aber besser bekomme ich es gerade nicht hin.

Im letzten Kapitel gab es ein Gespräch zwischen Ginny und Tom, das habe ich geringfügig verändert. Sie weiß noch nicht, um wen es sich bei ihm handelt und kann deswegen nicht so argumentieren, wie sie es getan hat.

Was Dracos Entwicklung anbelangt: ich kann leider nicht genau sagen wann das kommt. Das Kapitel steht fast, aber nachdem die Geschichte immer mehr und mehr ein Eigenleben entwickelt gibt es für nichts Garantien. Mehr als zwei oder drei Kapitel voraus kann ich nicht planen und selbst das ändert sich ständig zwischen drin. Nicht selten habe ich gedacht, dass ein Kapitel fast fertig ist und bin nachts um 2 aufgewacht und habe alles über den Haufen geworfen, weils anders viel besser gepasst hat..

so dann weiter zur Geschichte:

Kapitel 09 Die Zugfahrt

Am Morgen der Abreise verfielen erneut alle in Hektik. Jeder suchte irgend etwas: Harry rannte verzweifelt durchs Haus, weil er seinen Besen nicht finden konnte und Ron suchte seine Glückssocken. Fred und George versuchten sogar eine Kiste ihrer Erfindungen nach Hogwarts zu schmuggeln, wurden jedoch von ihrer Mutter erwischt.

Doch Ginny bekam von all dem nichts mit: sie hatte ganz andere, wichtigere Probleme - was sollte sie tragen? Heute würde sie Draco in Gesellschaft anderer Schüler begegnen – inklusive seines und ihres Hauses. Sollte sie lieber etwas einfaches tragen, an dem niemand Anstoß nehmen konnte, oder doch lieber etwas gewagtes, um ihn zu beeindrucken? Um sie her lagen in einem wilden Haufen sämtliche ihrer Kleider, Blusen und Jeanshosen, sie konnte sich einfach nicht entscheiden.

Bereits am vergangenen Abend hatte sie sich etwas zu Anziehen heraus gelegt, das Outfit jedoch bereits zwei Mal verworfen und wieder in die engere Auswahl genommen.

Sie wählte letztendlich den samtenen Rock und die lederne Korsage, dazu ein silbernes Kreuz und das Paar Ohrringe mit den eingeprägten, silberfarbenen Runen. Sie hatte sie nachgeschlagen – weder einzeln noch in Kombination hatten sie irgend eine Wirkung die sie finden konnte, sahen aber sehr edel aus. Einer Laune folgend zog sie noch mit einem Kohlestift einen Lidstrich und trug Lippenstift auf. Sie m musste dringend Draco fragen, ob er ihr die Robe wieder beschaffen konnte, sie hätte perfekt dazu gepasst.

Sie war gerade fertig damit, sich zu schminken, als ihre Mutter von unten herauf rief, dass sie schon wieder spät dran waren. Hastig packte sie ihre Sachen in den Koffer – zum großen Teil stopfte sie alles einfach rein, sodass ihre Kleidungsstücke bis sie an der Schule ankam hoffnungslos zerknickt sein würden. Ginny hastete die Stufen runter, als von hinten die Koffer von Fred und George angerast kamen, sodass Tom über die Brüstung der Treppe ausweichen musste und sie sich fast etwas gebrochen hätten. Ginny konnte sich gerade noch an einer Strebe fest halten.

Die Schimpftirade ihrer Mutter rief Mrs. Black auf den Plan und unter Lautem Schimpfen Sirius' Mutter flüchteten sie aus dem Haus.

Ginny, Ron, Harry, Hermione und die Zwillinge wurden begleitet von Remus, der sich wie üblich als der nette Onkel gab, Tonks, diesmal mit mausbraunen Haaren und einer schlichten Robe, Moody, der ununterbrochen sich paranoid mit seinem magischen Auge umblickte, und Sirius in seiner Hundegestalt, der die gesamte Zeit bis zum Bahnhof ausgelassen um sie herum rannte und zu ihrer Belustigung Katzen und Vögel erschreckte. Das Leben, was in den Letzten Wochen, wie durch den Kuss eines Dementors, aus ihn heraus gesaugt zu sein schien, kehrte mit jeder Minute, die er im Freien verbrachte mehr und mehr zurück. Man merkte es wie sehr es den stolzen Mann schmerzen musste, in diesem stickigen und moderigen Haus eingesperrt zu sein, keine Möglichkeit dem Orden zu helfen.

Ginny war froh, dass die Federleicht Zauber auf ihrem Koffer erneuert und verstärkt worden waren, sodass er fast von selber hinter ihr her schwebte, sonst wäre sie nach den fünfzehn Minuten Fußweg zum Bahnhof in Schweiß gebadet und außer Atem an gekommen und sie hätten den Zug wahrscheinlich verpasst. Auch so war es knapp geworden. Die Pfeife erschallte bereits über den Bahnsteig. Sie hatten gerade noch Zeit sich eilig durch die Tür zu verabschieden, nachdem sie die Koffer in den Gepäckwagen geschafft hatten.

Ron und Hermione gingen zu den Vertrauensschülern, während Harry und sie sich ein Abteil suchten – sie in der einen Richtung, er in der anderen. Zu ihrem Unwillen war das einzige Abteil, in dem sie noch einen Platz fand, belegt mit Luna, Neville und zu Ginnys entsetzenHarry.

Sie sah schmollend aus dem Fenster, als Sirius neben dem anfahrenden Zug her rannte, während Harry sich gegenüber von ihr die Nase an der Scheibe platt drückte und seinen Paten so lange es ihm möglich war im Blick behielt. Seine Augen waren noch immer Richtung London gewendet, als der Bahnhof und mit ihm auch Sirius längst nicht mehr zu sehen waren.

Sie hatten die letzten größeren menschlichen Behausungen hinter sich gelassen und sie fuhren über Wiesen voller langem, wogendem und saftigen Gras. Die Sonne schien und mit jeder Faser ihres Körpers versuchte Ginny die Strahlen in sich auf zu nehmen, um somit die Kälte zu vertreiben, die sich bis in ihre Knochen fest gesetzt hatte.

Draco betrat das Abteil. Seine Sturmgrauen Augen richteten sich sofort auf sie. Ihr Herz setzte für ein paar Schläge aus, nur um anschließend einen Dauerlauf hin zu legen.

Dann flogen seine Augen zu Harry, der Ginny gegenüber saß. Mit einem Hass erfüllten Blick betrachtete er den Schwarzhaarigen.

Draco betrat das Abteil. Seine Sturmgrauen Augen richteten sich sofort auf sie. Ihr Herz setzte für ein paar Schläge aus, nur um anschließend einen Dauerlauf hin zu legen.

Dann flogen seine Augen zu Harry, der Ginny gegenüber saß. Mit einem Hass erfüllten Blick betrachtete er den Schwarzhaarigen.

Draco machte ein paar Kommentare über die Abwesenheit Hermiones, harmlos, doch Harry ging sofort darauf ein. Draco solle seine Freundin nicht beleidigen, und etwas kaum verständliches über Voldemort.

Die Beleidigungen flogen durch die Luft und Harry zückte zuerst den Zauberstab.

Neville, der bei der Tür saß, war drauf und dran durch eben diese zu fliehen, während Luna mit ihrem üblichen, abwesenden Blick die Szene vor ihren Augen betrachtete, als tangiere sie diese nicht im geringsten.

Die Luft war dick, als könnte man sie schneiden und die Spannung war so stark, dass sie fast in Funken durch den Raum zuckte.

Sie standen Nase an Nase, den Zauberstab auf das gegnerische Herz gerichtet, die Mordlust im Blick. Keiner von ihnen rührte auch nur einen Finger, in der Angst, wenn sich einer rührte, dass die Anspannung sich entladen und die beiden Streithähne auf einander losgehen würden. Die Katastrophe war in dem Fall vorprogrammiert.

Ashtaroh hob seinen Kopf, der bis vor kurzem noch an ihrem Handgelenk gelegen hatte, und sog die Luft gierig schnüffelnd ein. Er blickte abwechselnd von Harry zu Draco, bereit zum Sprung. Mit langsamen und ruhigen Bewegungen griff sie nach ihrem Vertrauten und hielt ihn fest, bevor er losschlagen auch nur die Chance hatte los zu schlagen. Er wand sich und versuchte ihr zu entkommen, ohne Erfolg. Schließlich griff er zu seiner fiesesten Waffe und biss Ginny in die Hand.

Vor Schreck ließ sie ihn los und Ashtaroh fiel zu Boden.

Als hätten sie nur darauf gewartet, entlud sich die Energie zwischen Draco und Harry. Beide bereit den anderen zu verfluchen, sprachen sie ihre Zauber: Harry laut, Draco stumm, und um fast eine halbe Sekunde schneller als der Gryffindor. Sein Fluch traf ihn in der Brust, während Harrys ihn um ein paar Hand breit verfehlte und unweit Lunas im Fenster einschlug, das darauf eine Reihe von Sprüngen bekam.

„Schluss, alle beide!" Mit zwei Schritten stand sie zwischen ihnen, die Arme ausgestreckt, um beide daran zu hindern, den Anderen zu treffen. Um Draco machte sich Ginny eher weniger Sorgen, er konnte auf sich selber aufpassen und Harry war ihr mehr oder minder egal, doch um Luna und Neville machte sie sich Sorgen. Wenn einer von beiden den anderen verfehlte, musste fast sicher einer der Umstehenden getroffen werden.

„Seid ihr verrückt geworden? Hier sind unbeteiligte mit im Abteil!" Keine Reaktion. Sowohl Harry als auch Draco hatten ihren Zauberstab erneut auf den jeweils anderen gerichtet – an ihren Ohren vorbei. Alles, was sie davon abhielt, einen Fluch zu sprechen, war sie in der Mitte, bereit sie beide, wenn nötig, zur Räson zu rufen. Ob es Harry klar, dass sie in der Lage war, sie nötigenfalls daran zu hindern, sich hier und jetzt zu bekriegen, sie wusste es nicht, doch Draco, der sie im vergangenen Jahr im Duellierclub gesehen hatte, musste es klar sein. Sie konnte sie stoppen, alle beide, wenn auch nur für eine Weile. Gegen Draco hatte sie auf Dauer keine Chance, letztendlich würde er sie besiegen, doch würde er sich dafür anstrengen müssen. Harry war dagegen kein Problem. Wenn er auch nur eine falsche Bewegung machte, er würde die Nacht im Krankenflügel verbringen, und hätte mit einer hohen Wahrscheinlichkeit Gesellschaft von Luna und/oder Neville.

Sie stand mit dem Rücken zu Harry, das Gesicht Draco zugewandt, ihn mit Blicken warnend, ihre Vereinbarung nicht zu brechen. Eine falsche Bewegung – egal von wem - und sie würde handeln. Doch entweder hatte er die Warnung nicht gesehen, oder der Streit zwischen den beiden war so tief verwurzelt, dass sie beide nicht dagegen an kamen. Vielleicht wollte Draco auch nicht.

In dem Moment, da Dracos Zauberstab zuckte, beschwor sie einen Schild herauf und zauberte einen Stinging Curse auf Dracos Stabarm. Vor lauter Schreck ließ er ihn fallen, der Fluch, den er hatte sprechen wollen, verfehlte Ashtaroh um haaresbreite. Er schnellte los und verbiss sich in den Stiefeln des Blonden. Er sah sie überrascht an. „Keine Freunde, keine Familie." Ihr Blick war kalt, als sie ihm in die Augen sah. „ Das ist deine letzte und einzige Warnung. - oder willst du, dass ich deine Freunde verfluche? Das kannst du haben, du weißt genau, dass ich das kann."

Draco trat einen Schritt von Harry weg. Erst jetzt blickte sie sich nach der Schlange um, die noch immer versuchte ihre Zähne in Dracos Wade zu versenken und seinem Leben ein frühes Ende zu bereiten. Auf den zweiten Blick konnte sie sehen, dass er das Leder noch nicht durchdrungen hatte und ihr Freund sich somit außer Gefahr befand. Es wurde höchste Zeit, dass sie ein Gegengift braute.

Glühende Hitze zog von hinten an ihrem Ohr vorbei. Mit vor Wut brennenden Augen drehte sie sich zu dem Übeltäter um. Die Luft um sie knisterte und ihre Haare wehten, wie von einem Sturm ergriffen. Mit einer Kurzen Bewegung ihrer Stabhand hatte sie auch Harry entwaffnet. „Zu dir komm' ich gleich noch." Dann wandte sie sich erneut Draco zu: „Was in Merlins Namen hast du dir nur dabei gedacht? Hier sind unbeteiligte mit im Abteil, die hättet ihr beide treffen können."

„Harry hat angefangen"

„Mir ist verdammt noch mal egal wer angefangen hat. Von mir aus hätte er dich und alle deine Ahnen beleidigen können. Gerade du solltest es besser wissen. Schließlich warst du es, der mich gelehrt hat, wie wichtig es ist, sich nur mit einem kühlen Kopf in einen Kampf zu begeben, zu viel kann sonst schief gehen. Und du," sie drehte sich während dem Sprechen zu Harry um, „selbst dir hätte klar sein müssen, dass es eine schlechte Idee ist, auf so beengtem Raum ein Duell zu starten, besonders, wenn noch jemand mit im Abteil ist. Was, wenn von euch jemand Luna oder Neville getroffen hätte?"

Er, nicht ich. Ich hätte ihn nicht verfehlt! Wenn du nicht dazwischen gegangen wärst, hätte ich ihn innerhalb kürzester Zeit besiegt." und nach einem Moment der Stille: „Und überhaupt: warum bist du überhaupt auf seiner Seite?"

„Bin ich nicht. Wenn dem so wäre, dann hätte ich ihn einfach machen lassen. Binnen zwei, vielleicht drei Zauber hätte er dich KO gehabt.. wenn er mit dir spielen wollte auch mehr."

„Hah, gibs ihm!"

„Zu dir komme ich noch."

Hätte er nicht. Ich habe Voldemort" Draco zuckte bei dem Namen zusammen, „mittlerweile drei Mal besiegt, da werde ich ja wohl auch mit einem mickrigen Fünftklässler fertig!"

Wie verblendet konnte man bitte sein? „Und wie, bitte, wolltest du das tun? Während unser eins im Sandkasten gespielt hat, ist er von seinem Vater im Duellieren ausgebildet worden. Seinem Vater, der deinen Worten nach ein treuer Gefolgsmann Voldemorts ist. Und den wolltest du herausfordern? Er hätte dich zu Hackfleisch verarbeitet, wenn er wollte, und im Anschluss hättest du auch noch eine ganze Reihe seltsamer Nachwirkungen!"

„Das hätte ich sehen wollen! Ich hätte ihn mit dem ersten Zauber kampfunfähig gemacht!"

„Das einzige was du erreicht hättest, wäre, dass du daneben triffst, weil er ausgewichen wäre. Und selbst wenn du ihn erwischt hättest, und du ihn kampfunfähig gehättest- was hättest du genommen – einen Tickling Curse?

Wenn Draco sich wirklich einmal mit dir duellieren will, rate ich dir dringend ab, dich darauf ein zu lassen. Wenn er will, kann er dir echte Schwierigkeiten bereiten: er kann deine rechte und linke Hand vertauschen, dich alle Worte rückwärts sprechen lassen, deine Nase könnte nach innen wachsen oder jede deiner Bewegungen würde in die entgegengesetzte Richtung gehen. Und das sind erst die legalen und die lustigen. Und bevor ich es vergesse: Du hast ihn nicht besiegt, du bist ihm entkommen, das ist ein Unterschied. Und auch Draco hättest du nicht besiegt! Gesteh' es dir endlich ein, er ist besser als du!"

„Dieser schleimige Bastard ist nicht besser als ich und wird es auch nie sein."

Ginny schrie vor Frustration auf. Im Kopf bis 50 zählend versuchte sie sich zu beruhigen. „Und warum hat er hinter Hermione die zweitbeste Punktzahl in den Abschlussprüfungen?"

„Bestimmt hat er die Lehrer mit dem Geld seines Vaters bestochen!"
Wie verblendet kann man sein? Das hat er nicht nötig. Er ist mehr als nur der Name seines Vaters, genauso, wie du mehr bist als dein Vater, mehr als der Retter der magischen Welt"

„Vergleich mich nicht mit diesem eingebildeten Schnösel!"

„Wen nennst du hier eingebildet, Todesser?"

„Dich, Weichei."

„Seid ruhig, alle beide!"

In dem Moment betraten Ron und Hermione das Abteil.

„Was ist denn hier passiert?" Hermiones ruhige Stimme.

„dieser aufgeblasene, eingebildete, Sohn eines Deatheaters! Kommt hier rein und meint unfrieden stiften zu müssen.."

„wenn ich das recht gesehen habe, hast du doch angefangen."

„ahja? Er hat doch Hermione beleidigt!"

„Nein, hat er nicht. Er hat gesagt, dass er froh ist, dass sie nicht da ist. Wenn dir das noch nicht aufgefallen ist, sie haben ihre ganz eigene Beziehung."

„Beziehung? Hermione will bestimmt nichts von ihm wissen, das garantiere ich!"

das will ich auch schwer hoffen! „Nicht die Art. sie sind sich einfach ähnlich."

„Sie hat mit diesem aufgeblasenen Schleimbeutel nicht das geringste gemein!"

„Wenn du mich ausreden lassen würdest.. Sie ist headstrong, genau wie er. Sie sind beide stolz und beide ehrgeizig. Sie ist die erste und einzige aus Gryffindor, die ihm effektiv die Stirn geboten hat, das vergisst er nicht so leicht."

„oh ja, die Ohrfeige, die hätte ich fast vergessen. Das war klasse! Ich werde seinen Gesichtsausdruck in dem Augenblick wohl nie vergessen."

„Ich gebe zu, er hatte es verdient."

Er nickte selbstgerecht.

„Und doch gibt es dir kein Recht ständig schlecht über ihn zu reden. Er hat genauso Gefühle, wie jeder von uns. Er ist garicht so schlecht, wie er immer dargestellt wird. Er ist total süß."

Jetzt kam Harry erst richtig in Fahrt: „Süß? Du hast ja überhaupt keine Ahnung, wie er ist. Du kennst ihn ja nicht, er ist in meinem Jahr und ich habe täglich mit ihm zu tun. Und warum verteidigst du ihn überhaupt?"

Wir sind zusammen. Sie griff den Blondschopf am Kragen, umschlang seinen Nacken und gab ihm einen Kuss auf die Lippen.

Hermione feuerte sie an, Luna lächelte wie immer verträumt, Neville klappte die Kinnlade auf den Boden, Harry schimpfte und Ron schrie.

Im allgemeinen Chaos bemerkte niemand, wie Ginny sich ihre Umhängetasche nahm und mit Draco Hand in Hand von dannen ging.

Nachdem Ginny Ashtaroh von Dracos Stiefel gepflückt hatte – selbstverständlich unter Drohen seinerseits gegen den Jungen – gingen sie, flankiert von Crabbe und Goyle in den Teil des Zuges, der hauptsächlich von Slytherins bevölkert war.

Wo immer sie auf ihrem Weg vorbei kamen, die Schüler machten ihnen Platz: manche aus Angst, andere aus Respekt. Sie wusste nicht, was sie dabei fühlte, wenn sie die Menge vor ihnen sich teilen sah, doch was immer es auch war, es gefiel ihr.

Das Abteil, in das Draco sie führte war tief in Territorium der Slytherins gelegen, am entgegengesetzten Teil des Zuges, wo die Gryffidors saßen. Derzeit war es nur belegt mit Blaize Zabini und Pansy Parkinson, beide einander gegenüber sitzend, sorgfältig Abstand zu einander haltend.

„Setz dich." Draco deutete auf den Sitz neben Zabini. „Ginny gehört von nun an zu mir, keine Widerrede. Sie ist unter meinem Schutz." Parkinson musterte sie abfällig, Blaize nickte nur.

Crabbe und Goyle nahmen die Plätze nahe der Türe ein, während sich Draco zwischen sie und Blaize quetschte.

Es herrschte eine seltsame, fast peinliche Stimmung zwischen ihnen. Die Blonde, aus dem Jahrgang über ihr, warf Ginny immer wieder feindseelige Blicke zu, während der Braunhaarige ein eindeutig schwarzmagisches Buch las – ein gutes, nach Toms Meinung. Ginny hatte es noch nicht gelesen.

Als auch nach fast einer viertel Stunde noch keiner von ihnen anhob zu sprechen, nahm Ginny Audrey aus der Tasche – sie hatte sie zum Schutz in eine Schachtel gestellt – und stellte sie auf den Tisch am Fenster. Dann nahm sie die Kiste mit ihrem Futter heraus. Audreys Diät hatte sich während der letzten Wochen unter anderem um Hamster, junge Hasen, Frösche erweitert.

Sobald sie einen Spatzaus der Schachtel nahm, fing er an zu zucken und sich zu winden, erschlug mit seien kleien Flügeln, in dem Versuch, ihrem Griff zu entkommen, doch es war vergebens. Sowohl die Schlange, die sich wieder um ihren Arm gelegt hatte – als auch die Pflanze reckten sich gierig in die Richtung des Tieres. „Du bist noch nicht dran" sie schob Ashtaro's Kopf beiseite. Ich habe dich gestern gefüttert. Wenn du was essen willst, dann jage dir etwas, wenn wir in Hogwarts sind."

Zabini, über dessen Schoß sie sich gebeugt hatte, warf ihr einen interessierten Blick zu, oder mehr der Schlange, die mittlerweile dazu über gehangen war, mit Audrey um die Fledermaus zu kämpfen, die sich letzte Nacht in ihr Zimmer verirrt hatte. Er hatte beim besten Willen keine Chance. Die Pflanze hatte ihr Essen im Todesgriff, gegen den er einfach nicht an kam. Es war jedes Mal ein Schauspiel: kaum hatte sie einen von beiden gefüttert, so war der andere auch nicht weit, und sei es nur, dass Ashtaroh sich knapp außer Reichweite hielt, um seine Mahlzeit vor ihren Augen – oder dem Äquivalent Audreys – zu verspeisen. Umgekehrt versuchte Ashtaroh nicht selten Audrey ihr Essen abspenstig zu machen.

„Interessante Schlange, die du da hast." sie drehte sich zu Zabini um. „Sehr selten und ungemein schwer zu bekommen."

„Ashtaroh, ist er nicht schön?" Sie nahm die Schlange, die mittlerweile das Interesse an seinem Spiel verloren hatte, zu sich und legte ihn auf ihre Hand, wo sie ihm zärtlich über den Rücken strich, woraufhin dieser anfing entspannt zu zischen. „So selten sind schwarze Mambas auch nicht."

„Schwarze Mambas nicht, Ophis dafür schon."

„Ich habe noch nie etwas von 'Ophis gehört..Der Besitzer von dem Laden meinte da etwas Anderes."

„Kann gut sein. Sie sind schwer zu erkennen, was daran liegen könnte, dass sie so schwer zu bekommen sind."

„Und illegal. Sie sind in den Statuten von 1764 mit aufgeführt."

„Und wurden 1894 wieder davon entfernt. Der Ladenbesitzer braucht eine Erlaubnis sie zu verkaufen und wer eine kaufen will, muss eine ganze Menge Papierkram ausfüllen."

das kann ich nicht bestätigen. Der wollte sie so schnell wie möglich los werden, hat sämtliche Tiere nervös gemacht und egal, wo er ihn drin eingesperrt hat, Ashtaroh hat sich befreit."

„Kann ich nur bestätigen," Log Ginny „hat eine ganze Weile gedauert, bis wir damit fertig waren und dann haben die das allen ernstes im Ministerium auch noch geprüft, sodass ich warten musste.. Aber das war es mir wert. Von dem Moment an, in dem ich ihn in der Winkelgasse gesehen habe, musste ich ihn sofort haben. Ist er nicht schön?"

„Ja das ist er."

„Ich find' ihn hässlich." Pansy, triumphierend.

„Ja? dich fragt aber niemand!" Wieder zu Blaize: „Er ist echt intelligent, ein kleiner Ausbruchskünstler. Ich habe ihn mal im Terrarium gehalten, am Morgen war er nicht mehr drin. Ich habe ihn unter meiner Bettdecke gefunden, zusammengerollt."

„Mich überrascht es, dass sie ein so gefährliches Tier an ein Kind verkauft haben. Ophis sind im allgemeinen sehr giftig und nicht zu kontrollieren. Mal ganz davon abgesehen, dass sie alles und jeden angreifen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen.." Beim letzten Satz hatte Pansy Parkinson einen hoffnungsvollen Ausdruck.

„Ashtaroh? Der ist doch harmlos.. nicht wahr mein süßer?" Ashtaroh blickte Pansy Parkinson feindselig an, worauf Ginny über die Stelle an seinem Bauch strich, die er so gerne mochte, wenn sie ihn da berührte – gutes Benehmen musste man gleich belohnen, wenn er es zeigte. Sie mochte die Feindseligkeit nicht, die das Mädchen ihr gegenüber zeigte. „Mir gegenüber zumindest" Sie blickte die Blonde an.

„Ok, das reicht." Blaize Zabini legte sein Buch beiseite. „Ich weiß ja, dass ich unwiderstehlich bin, aber müsst ihr euch deswegen gleich streiten?"

„Ich streite mich wegen keinem Jungen, das habe ich nicht nötig, ich kann jeden haben, den ich will."

„Außer Draco." Sie legte ihren Kopf in seinen Schoß, Ashtaroh auf ihrem Bauch zusammen gerollt. Ein hasserfüllter Ausdruck trat in des blonden Mädchens Augen. Sie Hob die Hand, wie zum Schlag erhoben. Ashtaroh hob blitzschnell seinen Kopf und blickte sie an. Das reichte bereits, um sie in ihrer Bewegung erstarren zu lassen.

„Das würde ich bleiben lassen." Ginny blickte sie noch nicht einmal an. „Er mag es gar nicht, wenn Leute mich bedrohen, er hat da einen sehr stark ausgeprägten Beschützerinstinkt.." Sie sah nun doch herüber. Bei der unverhohlenen Wut, die auf Pansys Gesicht stand, musste sie sich beherrschen um ihre Stimme ruhig zu halten.

Blaize seufzte. „Ich weiß ja, dass sie unausstehlich ist, aber musste das sein?"

Kaum war sie weg, betrat Luna das Abteil und blieb für eine Weile. Sie und Blaize Zabini unterhielten sich fast die gesamte Zeit. Unterhalten war.. sehr untertrieben ausgedrückt. Sie fachsimpelten - über die Statuten von 1809 ausgerechnet.Sie redeten über Werwölfe und Centauren. Eine Weile hörte Ginny interessiert zu, verlor dann jedoch das Interesse. Das Thema war ihr zu trocken. Es reichte Ginny, dass sie diese Themen in Zaubereigeschichte Woche für Woche ertragen musste. Statt dessen legte sie ihren Kopf bequemer auf seinen Schoß und genoss es, dass er mit seiner Hand durch ihre Haare strich. Innerhalb von ein paar Minuten verfiel sie in einen angenehmen Dämmerschlaf, der nur durch die Ankunft der Süßigkeiten Lady unterbrochen wurde.