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A/N: Und ein weiteres neues Kapitel. Leute, jetzt weiß ich, wie sich Charles Dickens gefühlt haben muss, als er seine Werke schrieb (mit den ganzen Leuten, die ihm in Briefen sagten wie sehr sie seine Arbeit schätzten). Eure Reviews sind so toll – besonders bei diesem verteufelten Englischlehrer, der meint ich hätte kein Talent. Eine meiner Mitschülerinnen liest auch sehr gerne Fanfictions, und so hat sie ebenfalls meine Story 'Sixteen Years After Catastrophe' gelesen, um dann schließlich nicht nur festzustellen, dass ich Jan.McNeville bin, sondern auch, dass der Lehrer meinen Schreibstil nicht mag, was wiederum dazu geführt hat, dass sie jedes einzelne Review, das ich jemals bekommen habe, ausdruckte, auseinander schnitt und damit das Lehrerpult pflasterte. Glaubt mir, das war eine großartige Aktion und ein toller Erfolg gegen diesen Mr. Stock-im-Arsch – auch wenn meine Freundin mich jetzt jedes Mal zur Eile drängt, wenn die Kapitel nicht schnell genug online kommen. Hier geht's jetzt weiter mit dem nächsten Teil.
Ü/N: Liebe gute Fee, wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir das eine oder andere Review wünschen… ;-)
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Kapitel 10: In dem der Plot kein einziges Bisschen weiterkommt
oder
Snape wird gemuggelt
"Sevvy?"
"Cassandra, ich habe Sie nicht darum gebeten, mich so zu nennen."
"Aber es passt doch so gut zu dir."
"Mein Name ist Severus."
"Das passt allerdings auch", bemerkte Cass, während sie abwesend an einem Löffelbiskuit knabberte. "Du trägst viel zu viel Schwarz und siehst sogar der Weihnachtszeit mürrisch entgegen. Du bist ein perfekter Severus."
"Und wie lässt sich das damit vereinbaren, dass Sie mich Sevvy nennen?"
"Weil du dich so sträubst und so aussiehst wie eine beleidigte Katze. Stimmt's, Mine?"
Hermine, die an dem Tisch gegenüber dessen saß, auf dem Cass saß, konnte nicht anders als lächeln.
"Na los, Miss Granger, stimmen Sie ihr zu." Snape lehnte sich in seinem Stuhl zurück und starrte die beiden Frauen an; die eine sorgfältig an einem Trank arbeitend, die andere mit überschlagenen Beinen auf einem Tisch sitzend, während sie Kekse aß, "Ihr Frauen seid doch alle gleich."
"Sind wir nicht!", protestierten sie im Einklang.
"Sir, soll die Weidenrinde abgeschabt oder geschnitten werden?", fragte Hermine höflich.
"Wenn Sie nicht wissen –", begann Snape barsch.
"Oh, lass mich sie schneiden!" Cass nahm sich ein Hackmesser und zwinkerte ihrer Freundin verschlagen zu. "Das ist der einzige Teil beim Tränke kochen, den ich wirklich mag."
"Kochen?" fragte Snape. "Ich glaube nicht, dass ich diesen Ausdruck mag."
"Und ich glaube, dass du einen Knarl im Arsch stecken hast, Professor!", entgegnete Cass süßlich.
Da sie keine Schülerin war, konnte Cass eigentlich alles sagen, was ihr so in den Sinn kam, und oftmals missbrauchte sie dieses Privileg um der bloßen Freude willen, die sie empfand, wenn die Schüler sich mit freudigen Gesichtern auf die eigenen Zungen bissen. Snape schien dabei das Lieblingsopfer ihres Hohns zu sein, so dass auch Hermine sich jetzt auf die Lippe beißen musste, um nicht laut loszulachen.
"Mrs. Tyler, ich habe hier eine Schülerin, die Sie anscheinend furchtbar ablenken." Snape deutete auf Hermine. "Miss Granger, wenn Sie möchten, dass sie geht –?" Er sah sie hoffnungsvoll an.
"Ich möchte Sie nicht ihrer Gesellschaft berauben, Professor."
"Ach zum Henker damit!" Snape nahm sich einen Keks und biss wütend in ihn hinein. "Au!"
"Professor?" Hermine stand auf und ging dahin, wo ihr Lehrer gerade vor Schmerz seinen Kiefer hielt. "Geht's Ihnen gut?"
"Aah", ächzte er. "Iff nur mein Fahn – gehen Fie."
"Ich hol' schnell Mines Eltern!" rief Cass, allerdings mit einem deutlich vergnügten Ton in der Stimme.
"Ja, Professor, sie sind Zahnärzte. Und sie sind sehr gut."
"Ah, hauf af, beife!" protestierte Snape.
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Zu Snapes Nachteil jedoch waren zwei junge Hexen ein noch schlimmerer Feind als Voldemort persönlich. Cass drohte ihm die Hauselfen zu rufen um ihn zu tragen, wenn er nicht freiwillig mitkam; doch Hermine versprach ihm, dass es fast schmerzlos sein würde. Schließlich, immer noch mit deutlichen Schmerzen seinen Kiefer haltend, wurde er in ein verlassenes Klassenzimmer nahe des Krankenflügels gebracht, wo Peter Granger auf die Schnelle mit seiner Tochter einen improvisierten Behandlungsraum einrichtete.
"Dieser Stuhl ist ja geradezu perfekt!" sagte er begeistert und schob einen Ledersessel dahin, wo er ihn haben wollte. "Schatz, würdest du mir diese schwenkbare Lampe rüberbringen? Setzen Sie sich, Sir. Ich werde das ganz schnell wieder hinkriegen. Meine Güte, was für außerordentlich wohlgeformte Schneidezähne!" Dr. Granger lächelte entzückt. "Von Ihrem Eckzahn ist etwas abgebrochen, aber abgesehen davon, haben Sie wirklich gut ausgebildete Zähne. Meine Frau hat auch solche Prämolaren."
"Hm?" Severus hatte noch niemals zuvor mit so etwas wie einem Zahnarzt zu tun gehabt, und er war in der Tat besorgt, dass es wehtun könnte.
"Daddy meint, dass Sie gute Zähne haben, Professor.", übersetzte Hermine.
Zumindest schien seine Schülerin einigermaßen fähig zu sein. Severus vermutete aufgrund ihrer routinierten Arbeitsweise ganz richtig, dass sie ihrem Vater vorher schon mehr als einmal als Assistentin geholfen hatte. Als Hermine ihm jedoch ein Leinentuch umwarf und es anstatt eines Papiertuchs in seinen Kragen steckte, realisierte Severus, dass dieser Muggel dabei war etwas Schreckliches zu tun.
"Ich wünschte wirklich, wir hätten ein Röntgengerät da", bemerkte Peter.
"Transpareo illusia!" Hermine schwor ein durchscheinendes Bild herbei, das Snapes gesamten Schädel darstellte.
"Meine Güte, Schatz, wann hast du das denn gelernt? Sir, wenn Sie vielleicht ihren Mund öffnen könnten…" Snape öffnete ihn, und die Illusion tat es ebenso. "Hermine, ich finde diesen Spruch wirklich großartig! Schau dir das nur an, seine Zahnschichten sind perfekt sichtbar."
"Meine was?"
"Das Innere Ihrer Zähne, Professor. Die Muggel-Röntgenstrahlen können das nicht so klar darstellen wie die Illusia-Sprüche."
"Ich werde Ihnen jetzt noch ein wenig Novocain injizieren" verkündete Peter, nahm eine Injektionsspritze aus seiner schwarzen Tasche und bereitete sie vor.
"Injizieren?" Snape saß mit einem Mal kerzengerade in dem Ledersessel. "Sie injizieren mir gar nichts, Muggel!"
"Wenn es Ihnen lieber ist, könnte ich die Betäubung vornehmen, Professor." Hermine hob ihren Zauberstab und war sichtbar amüsiert, dass Professor Snape, das Grauen der Schule, Angst vor Spritzen hatte.
"Oh nein! Ihr verrücktes Pack werdet meinen – au!"
"Sir, ich kann Ihnen versprechen, dass es nur einmal kurz zwicken wird." Wenn man das leichte Grinsen auf Dr. Grangers Gesicht betrachtete, hatte Hermine in ihren Briefen nach Hause Snape nicht in dem Licht dargestellt, in dem er den Lehrer jetzt sah. "Ich habe auch ein wenig Stickstoffmonoxid dabei, wenn Sie wirklich so zimperlich sind."
"Und was bewirkt das?" fragte Snape.
"Sie gehen K.O.", erklärte der Zahnarzt unverblümt.
"Was?"
"Nur für eine Stunde oder so." Hermine warf einen tadelnden Blick in die Richtung ihres Vaters.
"Und was werden Sie dann mit meinen Zähnen machen?"
"Den Eckzahn reparieren, wahrscheinlich etwas bohren und in die Backenzähne Füllungen einsetzen – Sie haben da ein paar kariöse Stellen – alles säubern, und dann noch den zusätzlichen Eckzahn entfernen –"
"Entfernen?" kreischte Snape. "Sie meinen doch nicht – ihn herausziehen?"
"Der zweite ist eigentlich überflüssig, Sir, und außerdem ist er der Grund für die Anomalie auf der linken Seite."
"Dieser zusätzlich gewachsene Zahn verschiebt Ihr ganzes Gebiss", erläuterte Hermine, bevor er nachfragen konnte.
"Auf gar keinen Fall werde ich mich von Ihnen außer Gefecht setzen lassen und –"
Es gab ein dumpfes 'Klonk', so dass Snape direkt nach der knallharten Wirkung des Stupors auch noch komplett in Ohnmacht fiel.
"Cass!", rief Hermine.
Die Amerikanerin stand über dem Professor und hielt immer noch einen Schuh in der Hand.
"Das war nun wirklich nicht nötig", schalt sie Dr. Granger.
"Irgendjemand musste ihn doch zum Schweigen bringen."
Schallendes Gelächter drang plötzlich von der Tür zu ihnen. Hermine blickte hinter Snape und entdeckte Harry und Ron, die so sehr lachten, dass sie sich anscheinend beinahe nass machten.
"Was zur Hölle macht ihr da?"
"Wenn das Neville sehen könnte!", keuchte Harry. Ron umarmte Cass stürmisch.
"Ich liebe diese Amerikaner!"
"Also wenn ihr schon mal hier seid, Jungs, kommt her und wascht euch die Hände." Dr. Granger sah sehr zufrieden aus, da er nun noch mehr Helfer zur Verfügung hatte. "Zieht euch so einen Mundschutz und Latexhandschuhe an. Der arme Mann hier braucht eine Komplettbehandlung."
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"Ist er schon wach?", fragte Cass.
"Nein, und das ist auch verständlich, weil du ihm ja unbedingt eins mit dem Schuh überziehen musstest." Hermine begutachtete die gerade erst reparierten Zähne ihres Professors und sprach heimlich ihren Lieblings-Bleichspruch auf jeden Einzelnen.
"Oh, das ist gut!" Cass schnappte sich eine der frisch gereinigten Bettpfannen von Madame Pomfrey und begann sie mit warmem Wasser zu befüllen.
"Und was machst du da jetzt?"
"Ich hab was hier reingeschmuggelt." Cass warf Hermine eine Plastiktüte aus einer Muggeldrogerie zu, aus der zwei Flaschen Pantene Pro-V herausfielen; nicht nur Shampoo, sondern auch noch Haarspülung. Die kleinen Buchstaben vorne auf der Front besagten 'Für feines oder leicht fettendes Haar'. Hermine keuchte aufgrund der Unverschämtheit und des Scharfsinns der Amerikanerin; zum größten Teil jedoch aufgrund ihrer Unverschämtheit.
"Du wirst doch nicht –?!"
"Wir werden…" Cass schob ein Dinett heran und begann Snapes Haar mit dem warmen Wasser aus der Bettpfanne spülen. "Komm schon."
"Wenn er aufwacht –"
"Dann werd ich ihm nochmal eins überziehen."
"Nun ja… zugegeben, irgendwie wollte ich das immer schonmal machen." Hermine öffnete die Shampooflasche und roch daran.
"Na komm, Schwester, lass deinen Fantasien freien Lauf."
"Okay."
Zunächst etwas schüchtern träufelte Hermine eine kleine Menge des Produkts auf Snapes nasses Haar. Als Cass sie weiter ermutigte, fing sie an es einzumassieren, und als das Shampoo zu schäumen begann, wurde es zu viel.
"Ja!" jubelte Hermine, schrubbte wie wild und freute sich daran, dass das säubernde Shampoo nach und nach alles Kerkerfett auflöste. "Oh ja!"
"Beruhig dich! Das ist doch nicht dieses Herbal-Zeugs!"
"Ach halt die Klappe, Yankee!" Begeistert spülte Hermine alles aus und wiederholte die Prozedur, während sie die ganze Zeit manisch kicherte. "Oh! Ja! Tiger!"
"Jetzt dreht sie durch. Ich hol' Ginny." Cass floh aus dem Raum.
"Frag sie, ob wir ihren Fön ausleihen können!"
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A/N: Tut mir Leid, aber auch das musste sein. Mehr dazu später.
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