Kapitel 9:
Es war ein warmer und friedlicher Nachmittag in Las Vegas. Grissom lehnte sich an den großen Baum der mitten in ihrem Garten stand, auf seinem Schoß saß William und gemeinsam blätterten sie in einem Bilderbuch. Er war durch und durch ein Lehrer und liebte es sein Wissen mit anderen zu Teilen, also erzählte er seinem Sohn alles darüber was er über die Tiere in dem Bilderbuch wusste.
Laura und Sara lagen auf Gartenliegen auf der Terrasse, zwischen ihnen war ein kleiner .Tisch auf dem Eistee stand. Sara lass in einem Magazin und schaute dann zur Seite zu ihrer Mutter, die entspannt mit einer Sonnenbrille auf der Nase, die Sonne genoss.
„Mom?" Laura blickte zu Sara, nahm aber ihre Sonnebrille nicht ab.
„Ich wollte mit dir über meinen Boss reden, wenn es dir nichts ausmacht."
Sie legte das Magazin zur Seite und richtete sich etwas auf.
„Ich wollte auch mit dir darüber reden. Diese ganze Situation ist sicherlich nicht so einfach für dich und Gil."
Sara nickte nur leicht. „Wir freuen uns wirklich, dass du dich mit einem Mann triffst. Aber es wäre gelogen, wenn wir behaupten würden das es nicht etwas seltsam für uns ist, das du mit unserem Boss aus gehst."
„Wir sollten ehrlich miteinander sein. Auch wenn Conrad oder ihr, nichts sagt, ich weiß genau das es da Spannungen gibt."
Es stimmte, Grissom und Conrad waren schon keine Freunde gewesen, aber sie war ihm anscheinend ein besonderer Dorn im Auge. Sie wusste aber nicht ob es daran lag das sie mit ihrem Mann in einer Schicht arbeitete. Oder weil sie manchmal etwas zu Leidenschaftlich an einige Fälle heran ging.
„Ich weiß, wir haben andere Arbeitsauffassungen, ich wünschte nur er würde manchmal etwas über die Vorschriften und die politischen Verstrickungen hinweg sehen und etwas mehr Mitgefühl haben."
Laura lächelte etwas, es fühlte sich gut an mit ihrer Tochter offen zu sprechen. Auch wenn sie kein gewöhnliches Verhältnis hatten, waren sie doch wie gute Freundinnen.
„Dann seit ihr eben anderer Meinung. Aber ich bin sicher wenn ihr euch Privat etwas kennen lernen würdet, würdest du verstellen das er auch einfach nur ein Mann ist der seinen Job macht und dann nach Hause geht."
Sara schaute auf ihre Hände, sie hatte absolut keine Lust mit Conrad Ecklie ihre Freizeit zu verbringen, aber vermutlich sollte sie den ersten Schritt wagen, aber sie musste sicher sein.
„Also ist es etwas Ernstes zwischen euch beiden?" Laura nickte leicht. „Könnte möglich sein, ich meine wir haben nicht viel gemeinsam, aber wir haben viel Spaß zusammen und er mag William sehr."
Sara seufzte, welche Argumente gab es schon dagegen das sich zwei Menschen mochten. „Also gut, wie wäre es wenn wir ihn zu Williams Geburtstag einladen?"
Laura legte zufrieden ihre Hand auf die ihrer Tochter. „Das wäre ein Anfang, ich bin sicher du wirst feststellen das er ein sehr netter Mann ist."
Beide lehnten sich wieder zurück in ihre Liegen, Sara murmelte nur leise etwas vor sich hin. „Es sind schon seltsamere Dinge passiert."
An einem Samstag waren alle eingeladen zu Williams erstem Geburtstag. Die Erwachsenen waren diejenigen die sich über die Geschenke freuten, William war einfach nur Glücklich von Onkel zu Tante weiter gereicht zu werden.
Conrad fühlte sich wie das fünfte Rad am Wagen. Alle die Eingeladen waren, kannte er zwar durch die Arbeit. Jedoch wurde es selbst für einen Fremden klar, dass diese Menschen nicht nur Arbeitskollegen waren, sondern eine Familie, die einfach froh waren zusammen zu sein.
Es waren diese typischen Insiderscherze, die deutlich machten, wie gerne sie auch ihre Freizeit mit einander verbrachten. So eine Dynamik hatte er in der Tagesschicht nie kenne gelernt. Dort waren die Verhältnisse klar gewesen.
Er war der Boss und die anderen seine Mitarbeiter die er leiten musste. Vielleicht waren die seltsamen Arbeitszeiten daran schuld. Es war sicherlich schwer in der Nachtschicht Freundschaften aufrecht zu erhalten, also freundete man sich mit den Kollegen an.
Er war froh das Laura da war, die sich etwas mit ihm unterhielt, nach seiner Scheidung war sie die erste Frau gewesen mit der er sich wieder Privat getroffen hatte und auch wenn ihre Tochter manchmal etwas impulsiv für seinen Geschmack war, sah er in Laura doch eine sensible Frau.
Conrad träumte etwas vor sich her, als er merkte dass er angesprochen wurde.
„Conrad, nimm du doch jetzt den kleinen." Er nahm William in seine Arme und sah wie er von einigen Beobachtet wurde.
In den Augen der anderen war er der strenge Boss, der Mann, der den Karriere fördernden Fällen den Vorrang lies.
William war so etwas aber egal, er kicherte nur Vergnügt, als Conrad ihm einen Ball gab. Er war knall Rot mit blauen Punkten drauf.
Sie spielten ein wenig bis Sara meinte dass es Zeit wäre für William ins Bett zu gehen.
Die Erwachsenen saßen im Wohnzimmer. Nick und Catherine hatten sich bereit erklärt alle nach Hause zu fahren, der Rest hatte sich mit Getränken eingedeckt. Conrad fühlte sich wie ein stiller Beobachter.
„Griss wie kommt es eigentlich das du nicht am Rennen teilnimmst?", fragte Warrick.
„Wieso? Die Grissoms sind doch schon fleißig am Trainieren.", dabei legte er seinen Hand auf das Bein seiner Frau. Sie schauten sich kurz an und schmunzelten leicht.
„Hey.", sagte Catherine, mehr belustigt als ernst. Die beiden schauten wieder in die Runde.
„Er denkt das er mir hilft in dem er meine Zeit stoppt." Er schaute wieder zu ihr und tat so als hätte sie ihn tief verletzt. „Ich habe alte Knochen und du hast gesagt dass du gerne am Rennen teilnehmen würdest um die Ehre der Grissoms zu verteidigen."
Sie rollte amüsiert darüber mit den Augen.
„Also ich würde jeder Zeit mit dir zusammen laufen Sara, wenn ich überhaupt mit deinen langen Beinen mithalten kann." Greg lehnte sich sehr nahe an Sara heran, er hatte zwar nun eine Freundin, trotzdem konnte er es sich nie verkneifen mit ihr freundschaftlich zu Flirten.
Sara streckte ihm ihre Hand entgegen und er schlug bei ihr ein. „Aber nur wenn du mithalten kannst Greggo."
„Ich finde dieser freundliche Wettstreit tut uns allen gut, diese Arbeitszeiten und das ungesunde Essen…"
Catherine schaute auf ihre Uhr. „So genug Jungs. Es wird Zeit für das Bett und genug getrunken habt ihr auch. Sollte Sportler nicht die Finger vom Alkohol lassen wenn sie in der Trainingsphase sind?"
„Und auch kein Sex." Brass schmunzelte dabei in sein Glas. Sara bemerkte wie die Männer alle etwas zur Seite schauten.
Nick stellte sein Glas auf den Tisch. „Catherine hat Recht, wir sollten gehen."
Warrick, Greg und Nick gingen als erste, gefolgt und Brass und Catherine.
Conrad und Laura beschlossen den beiden noch beim Aufräumen zu helfen, bevor sie sich in Lauras Wohnung zurückzogen.
Später lagen Sara und Grissom auf ihrem Bett. Beide noch nicht wirklich Müde genug um zu schlafen. Sie hatte ihren Lieblingsplatz an seiner Seite, mit ihrem Kopf auf seiner Schulter und mit einem Arm auf seiner Brust.
„Kaum zu glauben das er jetzt schon ein Jahr alt ist." Grissom lächelte leicht. „Kaum zu glauben das wir bis jetzt keine größeren Probleme hatten. Weißt du noch als du schwanger warst und wir uns die seltsamste Gedanken darüber gemacht haben was alles schief gehen könnte?"
„Was heißt hier ‚Wir'? Du hast doch nach Argumenten gesucht wieso du dich als Vater nicht so gut eignest."
Er dachte kurz nach, er hatte sich wirklich viele Gedanken darüber gemacht. Sein Vater war verstorben als er noch ein kleiner Junge war, zwar war es ihn mit seiner Mutter immer gut gegangen. Aber der Gedanke dass er Sara und seinen Sohn irgendwann alleine lassen würde, war immer seine größte Sorge gewesen. Nur weil Männer in seinem Alter Kinder zeugen konnten, bedeutete dies in seinen Augen nicht, das sie es auch sollten.
„Keine Ahnung, wenn ich ihn Ansehe fällt mir das ganze überhaupt nicht schwer, ihn zu Lieben und mich um ihn zu kümmern."
Er ließ seine Gedanken schweifen, über die Zeit die sie miteinander verbracht hatten. Vor Vegas in San Francisco, waren sie so oft wie es möglich war, Miteinander ausgegangen. Auch hatten die ganzen Veränderungen und die Schwangerschaft dafür gesorgt dass sie keinen richtigen Urlaub gemacht hatten. Aber würde Sara ihren Sohn für einige Tage in der Obhut ihrer Mutter lassen?
„Weißt du, in zwei Wochen ist eine Entomologenkonferenz in Las Vegas."
Sara blickte zu ihm auf: „Wirklich? Nur der Gedanke daran, dass ein Haufen erwachsener Männer, Wettrennen mit Schaben veranstalten, denen sie auch noch Namen gegeben haben….. da werde ich ganz schwindelig."
Sie konnte einfach nicht ernst bleiben. Grissom hatte ihr einmal erzählt das es nicht gerade viele Menschen in seinem Fachbereich gab und man sich so gut kannte. Die Konferenzen waren eine Möglichkeit ihr Hobby mit anderen zu teilen, die nicht gleich die Nase bei dem Gedanken an Maden rümpften. Sara machten die Tiere nicht so viel aus, sie war auch teilweise sogar Fasziniert von diesen kleinen Lebewesen.
Trotzdem fühlte sie sich auf den Konferenzen, wie ein Forscher der eine neue Spezies Mensch entdeckt hatte.
„Mach dich nur lustig auf meine Kosten. Aber eigentlich dachte ich wir könnten diese drei Tage mit etwas angenehmen verbinden. Ich kann mich nämlich erinnern das eine gewisse Sara Sidle vor einigen Jahren sehr gerne mit mir zu so einer Konferenz in Las Vegas gekommen ist."
„Warum sind eigentlich diese Konferenzen immer in Vegas?"
Er dreht sich auf die Seite so dass sie sich in die Augen schauen konnten.
„Was in Vegas passiert bleibt auch in Vegas, mein Schatz. Außerdem kann ich mich erinnern das wir auch sehr viel Spaß hier hatten."
Sie lächelte als sie sich an die Konferenz erinnerte. Beide hatten diesen Urlaub genossen, die Unterhaltungen über Wissenschaft, die lockere Atmosphäre in den Kasinos und natürlich ihre Hochzeit.
„Oh ja wir hatten viel Spaß."
Er zog sie näher an sich. „Also was meinst du, nur wir beide, drei Tage alleine in einem Hotel deiner Wahl….."
Sie sah in dem dunklen Zimmer das nur von den Lampen an ihrem Bett erhellt wurde, wie ein ungezogenes Mädchen aus. „Oh, ich würde so gerne. Aber ich weiß nicht, William wäre die drei Tage alleine bei meiner Mutter, was ist wenn er Heimweh hat?"
Er gab ihr einen langen Kuss. „Wir sind in der gleichen Stadt, wenn etwas passiert können wir innerhalb einer Stunde bei ihm sein. Komm schon Sara." Sie legte ihre Hand auf seine Wange und streichelte ihn sanft. „Also gut, tun wir es." Dann warf sie sich auf ihn und küsste ihn Leidenschaftlich.
