Diejenigen von euch, die das vorhergehende Kapitel nicht übersprungen haben, überspringen einfach jetzt den Teil bis zu ***.

Ab da geht´s für alle neu weiter.

thx - chr-istina-



Nach gefühlter Ewigkeit lässt Voldemort von Snape ab und verschwindet.

Macnair und Malfoy wickeln mit abgewandten Gesichtern Snapes qualmenden Körper in seinen Umhang und tragen ihn hinaus.

Kingsley und ich beugen uns gespannt vor, als wir erkennen können, wo sich die Höhle befindet. Sieht aus wie Island. Sie disapparieren mit ihm und wir befinden uns plötzlich im verbotenen Wald. Dort werfen sie Snape zu Boden und verschwinden wieder.

Endlose Minuten sehen wir nur den oberen Teil der Bäume, als endlich Schritte zu hören sind. Zentauren.

Ihr Anführer stößt in ein geschwungenes Horn und hebt dann vorsichtig Snapes Umhang an, um ihn zu untersuchen. Er scheint die schwarze Magie zu fürchten, die Snapes Körper umhüllt, denn alle weichen einige Schritte zurück.

Schwere laute Schritte erklingen und ich erkenne Hagrids dröhnende Stimme.

"Firenze? Was ist passiert, wieso schlägst Du Alarm? Ich sehe keinen...Professor?" Er lässt sich auf die Knie fallen und hebt Snape hoch auf seine Arme.

Und rennt. Ich hätte ihm nie solche Wendigkeit zugetraut. Innerhalb weniger Minuten erreicht er das Schlosstor und tritt laut polternd gegen die Tür. Er kann sie ja nicht öffnen. Tränen tropfen in seinen Bart. Er schreit aus vollem Hals nach Dumbledore, Harry, Kingsley. Nichts hilft. Endlich fällt ihm Dobby ein und der erscheint nach einem leisen Plopp.

"Schnell, bring ihn zu Dumbledore, ich glaube er ist tot!" Dobby fängt an zu zittern und umarmt Snape mit seinen dünnen Armen. Die Magie der Hauselfen ermöglicht ihm, ins Schloss zu apparieren. Wir landen im Flur, vor Dumbledores Büro.

"Was hast Du da gestohlen? Du darfst nicht...", der blutige Baron verstummt, als er den Lehrer seines Hauses erkennt. Er schwebt sofort durch die Wand und wenige Augenblicke später kommt ein besorgt aussehender Dumbledore die Stufen des Wasserspeiers herunter und nimmt dem weinenden Dobby seine Last ab.


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Dumbledore löscht das Bild und sackt merklich zusammen. Poppy geht sofort zu Snape und versucht nun einige zielgerichtete Heilzauber.

"Episkey!"

Ein grässliches Knirschen ist zu hören, als Snapes Wangenknochen wieder in seine ursprüngliche Position springt.

Erleichtert aufatmend stellt sie wieder den Paravent auf und bewahrt so wenigstens einen kleinen Rest von Snapes Privatsphäre.

Molly geht zu ihr, um ihr zu assistieren, ich weiß von Ginny, dass sie auch einige banale Heilzauber beherrscht. Kein Wunder, bei so vielen Rabauken ist bestimmt schon mal die ein oder andere Verletzung aufgetreten.

Hermine steht auf und liest ihre Notizen noch einmal durch.

Notizen? Bemerkenswertes Mädchen.

Sie gibt Harry die Liste, der sie auch gründlich durchliest. Danach Sirius. Er schreibt noch etwas dazu, danach reicht er die Liste mir.

Art der Verletzungen:

Gesicht: zertrümmerter Wangenknochen rechts

Ursache: dumpfer Schlag mit Metallgegenstand

Arm links: schwerste Verbrennungen

Ursach: schwarzmagisches, grünes Feuer

Hand links: schwerste Verbrennungen und Verlust mehrerer vorderer Fingerglieder

Ursache: schwarzmagisches, grünes Feuer

Oberkörper vorne: schwerste Verbrennungen, durchgestoßenes Muskelgewebe und Haut, kollabierter Lungenflügel beidseits

Ursache: schwarzmagisches, grünes Feuer, zersplitterte Rippenknochen

Oberkörper hinten: aufgeplatzte Haut, V- förmige Fleischwunde zwischen Schulterblättern und Hüfte

Ursache: Auspeitschen mit Ledergeißel inkl. Metallkugeln, mehrmaliges Einschlagen mit Beil...

Oberschenkel links: schwerste Verbrennungen

Ursache: schwarzmagisches, grünes Feuer

Und Sirius hat hinzugefügt:

Einschnürungen an beiden Fußgelenken von Stacheldraht.

Ich füge hinzu:

Bisswunde am linken Oberschenkel, Zufuhr unbekannter Menge unbekannten Gifts von Serpensis magica.

Ich gehe mit der Liste zu Molly und Poppy hinter den Paravent

Sie leisten gute Arbeit, Snapes Gesicht sieht fast schon wieder normal aus.

Poppy reicht mir eine Schere.

"Schneide sein verbranntes Haar ab."

Seine Augen sind immer noch offen, was mich ein wenig unsicher macht.

Ich stelle mich hinter Snapes Kopf und hebe ihn leicht an um seine Haare darunter hervor holen zu können.

Er wird wohl einen Teil opfern müssen...

"Sirius, kannst Du mir einen Kamm und eine Schüssel mit Wasser bringen?"

Die beiden Frauen sehen mich erstaunt an.

"Ich möchte es ein bißchen waschen, es ist voller Blut...und Ruß, würde ihm bestimmt nicht gefallen...", murmle ich.

Sirius bringt mir die verlangten Sachen und ich beginne Snapes Haare auszuspülen. Magisches Reinigen würde die Heilzauber stören.

Ein paar Scherenschnitte später sieht es schon wesentlich besser aus.

Sein Haar ist noch sehr voll und kein bißchen grau, wäre die Situation nicht so irreal könnte man fast sagen, es fühlt sich erstaunlich gut an.

Ich muss schon einige Zeit über seine schwarzen Haare streichen, denn Molly sieht lächelnd zu mir rüber.

"Er hasst es, wenn man sein Haar berührt."

Ich muss auch lächeln. Stell mir vor, wie er mich zusammenstaucht, weil ich ihm die Haare abgeschnitten hab, obwohl sie jetzt bestimmt noch über seine Schultern ragen, würde man die Veränderung sofort bemerken...

Etwas kitzelt mich an der Wange. Ich wische darüber. Meine Hand ist nass. Ich weine.

Molly kommt zu mir und nimmt mich in eine feste, mütterlich Umarmung.

"Sch, ist ja gut, lass es raus. Einfach rauslassen."

Ich weine mich hemmungslos an ihrer Schulter aus. Kann gar nicht mehr aufhören.

Irgendwann wird sie von Kingsley abgelöst, er bringt mich nach vorne in die Küche. Auch alle anderen sind dorthin geflüchtet, nur Dumbledore ist wieder in die Schule zurück gekehrt. Sie länger so schutzlos zu lassen wäre wohl auch unverantwortlich.

Minerva sitzt auf einem bequemen Stuhl und hat einen nassen Waschlappen auf der Stirn liegen. Ihre Füße hat sie auf den Tisch gelegt.

Sirius verteil gerade Whiskeygläser an alle, Arthur gestattet sogar all seinen Kindern diese Stärkung. Fred und George haben heute noch keinen Ton von sich gegeben, die Zwillinge derart sprachlos zu sehen ist für sich allein genommen schon beunruhigend genug.

Ginny lässt sich von Harry trösten, Hermine von Ron.

Sehen nett aus, so harmonisch. Kingsley setzt sich neben mich und sieht mich besorgt an.

"Ich kann kaum glauben, dass er noch lebt", flüstere ich und Ginny schluchzt auf.

"Gott, ich schäme mich so." Kann nicht verhindern, dass mir wieder die Tränen kommen. Kingsley drückt meine Hand.

"Nicht doch, ist schon in Ordnung Gefühle zu zeigen, ist schließlich heftig gewesen."

"Nein, das meine ich gar nicht, wann hast Du mich jemals keine Gefühle zeigen sehen..." Ist immer noch komisch, meinen Chef zu duzen.

"Ich dachte, er wäre einfach ein fieser Mistkerl!"

"Na das ist wohl die Untertreibung des Jahrhunderts, ich würde Vol..."

"Ich meine Snape!", unterbreche ich Arthur wütend.

"Ich meine, ich... Das war nicht das erste Mal, dass er so zugerichtet wird, oder?", frage ich in die Runde.

"Nein, ich schätze, das war das dritte Mal", antwortet Sirius.

"Ich gebe zu, dass das besonders ausgeklügelt war, aber er ist schon öfter in ähnlichem Zustand in Hogwarts erschienen", schließt sich Minerva der Unterhaltung an.

Ich schüttle fassungslos den Kopf.

"Wieso macht er dann weiter?"

"Weil er Ihn bekämpfen will, er sehnt den Tag Seines Untergangs genauso herbei wie wir." Kingsley wischt sich über seine müden Augen.

"Was hat Er eigentlich damit gemeint, wenn er das überlebt, wird er befördert?", fällt mir plötzlich ein.

Sirius lacht trocken auf. "Das ist Voldemorts perverser Gerechtigkeitssinn. Je mehr jemand ertragen kann, umso mehr steigt er in seiner Achtung. Glaubst Du nicht auch, Er hätte Severus getötet, wenn er es wirklich gewollt hätte?"

Daran gedacht habe ich schon...

"Ich glaube, es lag ihm auch daran, Albus zu quälen", sagt Minerva leise.

"Ich weiß zwar nicht warum genau, aber er liebt diesen Jungen. Es bricht ihm jedes Mal fast das Herz, ihn so leiden zu sehen."

Jungen? Muss fast kichern.

"Wenigstens steigt er dann noch weiter auf, vielleicht schafft Er es ja, ihn eines Tages zum Stellvertreter zu foltern..." sagt Kingsley, nun wirklich kichernd.

"Nein, nicht solange Snape alleinstehend ist."

Alle sehen Sirius verwundert an.

"Voldemort wird seine Unsterblichkeit bestimmt nicht mit einem Stellvertreter teilen, da der aber irgendwann stirbt, muss er gleichzeitig einen Nachfolger ausbilden, einen Erben natürlich."

"Woher weißt Du das?", frage ich Sirius.

"Mein Bruder war einer von seinen Leuten. Er wollte aufhören und hat Albus so viel erzählt, wie er konnte, bevor er ... Egal."

Er sieht sehr müde aus.

"Das heißt, Er würde nur einen Todesser zu seinem Stellvertreter machen, der Kinder hat?"

Sirius und Kingsley nicken.

"Was ist mit Malfoy?"

"Weder Lucius noch Draco verfügen über ausreichendes magisches Potential, sie sind beide allenfalls leicht überdurchschnittliche Zauberer", erklärt Minerva.

"Was muss ein Kandidat für das Amt des Stellvertreters denn können?"

"Nun, er müsste überdurchschnittlich intelligent sein, absolut hervorragend schwarzmagisch zaubern können, am besten noch neue Sachen entwickeln und natürlich von Grund auf Böse sein". erklärt Sirius.

Nun, wenn das alles ist...

Ein grässliches Schreien unterbricht unsere Überlegungen.

Ich renne, gefolgt von Sirius und Kingsley nach hinten ins Wohnzimmer.

Remus liegt sich windend und krümmend am Boden.

"Was ist los?", frage ich und versuche zu verhindern, dass er nicht mit seinem riesigen Kopf gegen das Tischbein schlägt. Moment, soo riesig ist sein Kopf gar nicht mehr.

Sirius zieht die Vorhänge zurück und schummriges Tageslicht sucht sich einen Weg in dieses dunkle Haus.

Die Rückverwandlung. Wenige Minuten später liegt Remus in seiner menschlichen Gestalt nackt vor uns. Sirius legt seinen edel aussehenden Hausmantel über den vor Anstrengung zitternden Körper seines Freundes und lässt ihn schweben.

"Er schläft jetzt erst mal, ich bringe ihn hoch ins Bett."

Ich nicke und Kingsley geht wieder zurück zu den anderen.

Ich stecke meinen Kopf noch einmal hinter den Paravent und taumle erschrocken zurück.

Der Paravent fällt knirschend zu Boden und ich lande unsanft auf meinem Hintern.

Schwarze Augen beobachten mich ärgerlich dabei, wie ich versuche, wieder hoch zu kommen. Molly hat schließlich Erbarmen und hilft mir auf.

"Raus!"

Renne fluchtartig aus dem Zimmer, direkt in die Arme von Kingsley.

"Was ist passiert, was war das für ein Krach?"

"Ich bin gestolpert, er hat mich erschreckt...", stottere ich verlegen.

"Wer?"

"Snape."

"Er ist wach?"

Er lässt mich etwas uncharmant los und verschwindet im Wohnzimmer.

Kurz darauf fliegt meine Waschschüssel klappernd an die Wand, nur knapp an Kingsleys Kopf vorbei.

"Raus habe ich gesagt!"

Kingsley nimmt mich an der Hand und wir flüchten lachend in die Küche.

Die anderen, blassen Gesichter sehen uns verwirrt an.

"Es geht ihm blendend", erkläre ich und trinke meinen Whiskey aus.

***

Ein paar Tage später im Gryffindorturm.

"Sie macht was? Alle Lehrer?"

Harry hat mich gerade darüber informiert, dass Dolores dabei ist, alle Lehrer auszukundschaften.

"War Sie schon in Zaubertränke?", frage ich kichernd.

Harry nickt begeistert.

"Hat sich die Zähne an ihm ausgebissen, er hat relativ anständig auf ihre Fragen geantwortet und sich nicht provozieren lassen. Sogar, als sie seine Vergangenheit angesprochen hat und gefragt hat, warum Dumbledore ihm nicht VgdDK gibt, ist er ruhig geblieben."

"Harry, kann es sein, dass Du langsam Sympathie für Deinen Erzfeind entwickelst?"

Er wird etwas blass.

"Nein. Aber nach dem letztens...mir war nie richtig klar, was er macht, wenn er gerufen wird, weißt Du."

Er sieht sich hektisch um, weder Dolores noch Snape in Sicht.

"Harry, wir sind an dem Ort, wo Snape am unwahrscheinlichsten auftaucht", beruhige ich ihn und lache über Neville, der beim Klang von Snapes Namen zusammengezuckt ist.

"Kommt schon Leute, er tut euch ja nix." Ich stehe auf und spreche nun zu allen. Harry, Ron Hermine, Ginny, die Zwillinge, alle eben.

"Ihr vergesst, dass er auch mein Lehrer war, und ich hab ihn auch überstanden. Und ihr kennt mich ja mittlerweile ein bißchen, was denkt ihr wieviele Hauspunkte er mir im Laufe eines Schuljahres abgezogen hat?" Alle denken demonstrativ nach. Ich spüre einen leichten Luftzug, achte aber nicht weiter drauf. Einen Fuß auf die Sitzfläche eines klobigen Sessels stellend, lasse ich meinen Umhang hinten hoch flattern.

Meine Haare werden schwarz und ich versuche eine tiefe Stimme.

"So, und? Habt ihr jetzt angst vor mir? Ich weiß ja, dass er eine riesen Menge an Wissen hat, aber es ist echt nicht leicht, das gut rüber zu bringen, vielleicht wäre er ja in der Forschung besser aufgehoben, als in einer Schule. Aber er ist nun mal euer Lehrer und ihr solltet dankbar sein. Dankbar und fleißig. Denn wenn ihr ohne albernes Zauberstabgefuchtel Ruhm, Ehre und sogar Tod in Flaschen abfüllen wollt, müsst ihr die exakte Kunst der Zaubertrankbrauerei aus dem Effeff beherrschen."

Ich lasse meine Gestalt schrumpfen, mein Gesicht breiter werden und mein Haar ergrauen.

"Denn obwohl das Ministerium, chrm chrm, nicht besonders erbaut darüber ist, chrm chrm, dass ehemalige Du-weißt-schon-was, chrm chrm, die Nachfolge von Halbblütern antreten, chrm chrm, obwohl Dumbledore genau genommen ihn gerade das aus unerfindlichen Gründen nicht tun lässt, chrm chrm, ist Professor Snape chrm chrm, in erster Linie...chrm chrm...Mensch, ihr habt auch schon lauter gelacht..."

Seit einigen Minuten sehen alle in eine andere Richtung, Neville hat es irgendwie geschafft, ganz in seinen Sessel einzutauchen.

Ich spüre einen warmen Atem in meinem Nacken und ein Schauer durchfährt mich. Ich schließe meine Augen und drehe mich langsam um. Ich öffne meine Augen und sehe unmittelbar vor mir eine lange Reihe schwarzer Knöpfe auf einem schwarzen Gehrock. Ich schließe wieder meine Augen, vielleicht ist er ja weg, wenn ich sie diesmal aufmache.

"Eure kleine Therapiegruppe ist heute aufgeflogen, Professor Umbridge hat einige eurer Mitglieder mit meinem Serum verhört, dagegen anzukämpfen übersteigt natürlich Euren Horizont", sagt er fast fröhlich.

Ich öffne meine Augen.

"Therapiegruppe?"

Harry sieht etwas verlegen zu Boden.

Snape sieht mich bedauernd an, seine Augen strotzen nur so vor Spott.

"Oh, haben Ihre kleinen Freunde Sie nicht aufgenommen, das würde mir zu denken geben..."

Er dreht sich schwungvoll um, was auch ohne seinen Umhang bedrohlich aussieht.

"Wieso haben Sie uns das nicht früher gesagt?", brüllt Harry ihm hinterher.

"Wie war das?" Er ist nur stehen geblieben, ohne sich umzudrehen.

"Wieso haben Sie uns nicht schon früher gewarnt, SIR?"

Jetzt dreht er sich um, ich wünschte er würde uns nicht so zornig ansehen.

"Noch entscheide ich, was ich wann wem sage."

Kaum ist er zur Tür heraus, wirft Harry ein Buch gegen die Wand.

"Ich wünschte, Er hätte ihn umgebracht!! Da hatte ich doch fast Mitleid mit ihm, dieser miese Bastard!! Es macht ihm trotzdem Spaß, uns zu quälen, obwohl wir ihm geholfen haben, obwohl wir das alles gesehen haben...Er ist einfach...AAAAAh."

Harry rennt wütend hoch in die Schlafräume.

"Wie kommt er eigentlich hier rein?", fragt Ron und Hermine verdreht ihre Augen.

"Ron, er ist Lehrer, schon vergessen? Er weiß alle Passwörter!"

"Sogar das von Dolores", kichere ich und verlasse ebenso wie Snape mich energisch umdrehend den Gryffindorturm.

***

"Professor? Professor Snape? Professor..."

Das bringt nichts, renne schon wieder hinter ihm her, wird langsam zur Gewohnheit.

"Sevie!"

Ah, jetzt ist er stehengeblieben. Nein, er kommt zurück. Direkt auf mich zu. Hmchrm.

Nervös mache ich einen Schritt zurück, sein Gesicht sieht beängstigend aus.

Schon schlägt mein Kopf hart an die Wand.

Seine Hand umklammert meine Kehle, ich umklammere seinen Arm.

"Wenn Sie nicht augenblicklich aufhören, sich über mich lustig zu machen..."

Ein paar Slytherins sehen belustigt zu uns rüber und er verstärkt noch den Druck auf meine Kehle. Meine Füße berühren gerade noch so den Boden.

"...nicht...lustig..." schaffe ich mühselig zu flüstern und seine Augen verengen sich zu schmalen Schlitzen.

"Ich kenne Sie schon lange, Tonks", und er spuckt meinen Namen so angeekelt aus, dass ich mir zum ersten Mal wünsche, bei meinem Vornamen genannt zu werden.

"Viel zu lange. Hufflepuff, das sagt doch schon alles , nicht wahr. Einfach jeder wird aufgenommen, jeder, es braucht weder besonderes Talent, noch hohe Magie um in ihr Haus aufgenommen zu werden." Seine Stimme ist eiskalt. Er zittert ein wenig vor Zorn.

Ich versuche mich aus einem Klammergriff zu befreien, meine Versuche enden natürlich ohne Erfolg.

"Kannst Du nicht verkraften, dass ich Dich fast sterben gesehen hab?" Sowohl die Verwendung des lockeren Du als auch das was ich sage scheint ihn wieder Herr über sich selbst werden zu lassen.

Langsam, fast in Zeitlupe lässt er mich los. Ich fasse leicht hustend an meinen Hals. Zornestränen steigen mir in die Augen. Was erlaubt der sich eigentlich.

Er steht immer noch vor mir und starrt mich an.

"Verschwinden Sie!"

"Ich lass mich nicht länger von Dir herumkommandieren, wir sind auf der selben Seite, oder nicht? Und Du hast keinen höheren Rang als ich, also ich entschuldige mich hiermit, ich wollte mich nicht über Dich lustig machen, wenn Du genau zugehört hättest, würdest Du schnallen, dass ich Dich eigentlich sogar verteidigt habe, ich hab immerhin..."

"Ich brauche Ihre Hilfe nicht."

"Oh schon klar, natürlich nicht, hab schon verstanden. Nur weil Du diese schrecklichen Narben hast? Bin ich erst ein vollwertiges Mitglied, wenn ich verletzt worden bin? Ist es das?"

Langsam bin ich echt sauer.

Ich knöpfe meine Bluse ein Stück auf und ziehe den Kragen auseinander.

"Na los, verpass mir einen. Kannst auch Deine Maske anziehen, wenn´s Dir dann leichter fällt jemand zu töten..."

Ich lege meinen Zeigefinger und Daumen aufeinander.

"Wie geht das? Fraktura Dens, nicht wahr?"

Seine Augen werden immer dunkler. Ich kann einfach nicht mehr aufhören, es wird Zeit, dass mich endlich jemand ernst nimmt. Oder dass er mich ernst nimmt.

Er packt meine Hand dreht mir meinen Arm auf den Rücken und mein Kopf knallt ein zweites Mal an die Wand.

Diesmal mit der Stirn voraus.

"Halten Sie endlich Ihren Mund. Sie sollten mich nicht unnötig provozieren, Schüler oder nicht, ich lasse mich nicht derartig respektlos behandeln.

Von niemandem."

"Na, ich wüsste schon von wem..."

Er drückt meinen Arm noch ein wenig hoch. Ich warte förmlich auf das knallende Geräusch, wenn die Bänder reißen.

"Nein, Nymphadora, Er behandelt mich vieles, aber nie, ich wiederhole nie ...respektlos."

Er lässt mich los und ich schaffe es gerade noch, nicht mit der Nase an der Wand entlang zu rutschen.

Großer Gott, das kann doch alles nicht wahr sein.

Er scheint einen ernsthaften Dachschaden abbekommen zu haben.

Ich schlendere zum Hufflepuffturm und vergesse diesen Abend am besten so schnell wie möglich.

Wie hätte ich auch ahnen können, dass es klüger gewesen wäre, mir seine genauen Worte noch einmal in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen.