Titel: Maxwells Fluch
Autor: Zanna
Disclaimer: siehe Prolog
Beta: Laren
Kommentar: Sorry, hat wieder ein bißchen gedauert, aber ich bin im Moment bei Laren zu Besuch und da haben wir uns einfach mehr auf unsere gemeinsamen Projekte gestürzt. Weshalb es in den letzten Tagen ja auch so viele Kapitel gab. :-)
Noch eine Anmerkung: wie einige von euch ja vielleicht schon wissen veranstalten Laren und ich einen Contest, bei dem der erste Preis mit einem Plüschi prämiert wird. Wer Interesse daran hat kann doch mal auf unserer Page (findet ihr hier in unserem Profil) unter "Aktuelles" nachschauen.
Kapitel 9
Als sich die Tür zum Schlafzimmer schließlich öffnete saß Heero bereits seit über einer Stunde über sein Notebook gebeugt. Nachdem er eine Ewigkeit, wie es schien, nachgedacht hatte, war er zu dem Entschluss gekommen dass er genauere Informationen benötigte. Und so wie er es Wufei vorhin schon gesagt hatte, hatte er sich kurzerhand Zugriff zum Preventers Network verschafft und sich die Akten zu den jeweiligen Fällen besorgt.
Heero hob den Kopf und schmunzelte leicht als er sah wie Duo gähnend und mit zerzausten Haaren aus dem Schlafzimmer geschlurft kam. Der Langhaarige wirkte einfach zu niedlich in diesem Zustand. Wie ein unschuldiges Kind und so gar nicht wie der junge Mann der in seinem Leben schon mehr gesehen und getan hatte als die meisten dreimal so alten Menschen.
„Guten Morgen," sagte Heero.
Duo hob ruckartig den Kopf und starrte Heero eine Sekunde lang ausdruckslos an, und Heero begann schon zu befürchten, dass sich trotz der Gespräche und der Fortschritte, die sie beide in den letzten Stunden gemacht hatten, nichts geändert hätte. Doch dann erhellte sich Duos Gesichtsausdruck und ein zögerndes Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit.
„Guten Morgen," antwortete Duo, das Lächeln noch immer auf den Lippen.
Heero stieß die angehaltene Luft wieder aus. Wenn Duo jetzt wieder in seine ablehnende Verhaltensweise zurückgefallen wäre, er hätte nicht gewusst was er tun sollte. Doch glücklicherweise war das nicht geschehen, und so stand Heero auf und ging hinüber zur Küchenzeile.
„Hast du Hunger?" fragte er.
Duo, der ihm langsam gefolgt war, grinste leicht. „Wann hab ich das nicht?"
Heero lächelte, froh über diesen riesigen Fortschritt in Duos Verhalten, dann machte er sich daran das Frühstück zuzubereiten. Zur Feier des Tages – er konnte es nicht ändern, aber Heero war einfach nach feiern zumute jetzt da Duo ihn endlich akzeptierte – beschloss Heero, erneut die Omeletts zu machen, die er an seinem ersten Morgen hier zubereitet hatte. Nach einem kurzen Zögern schloss sich Duo ihm an und half ihm so gut das in der winzigen Küche ging. So hatten sie das Frühstück innerhalb kürzester Zeit fertig und da in der Küche nicht genügend Platz war setzten sie sich zum Essen auf das Sofa.
„Mhm, das schmeckt einfach lecker," sagte Duo während er die Omeletts geradezu hinunter schlang. „Wo hast du gelernt so gut zu kochen? Das wollte ich dich schon lange fragen."
Heero lächelte leicht während er sein Omelett wesentlich langsamer zu sich nahm. „Ich hatte es satt von Mikrowellengerichten zu leben," antwortete er. „Also hab ich ein paar Kochkurse belegt. Und nachdem ich das Prinzip begriffen hatte war der Rest einfach."
Duo hob den Blick und starrte Heero mit schiefgelegtem Kopf an.
„Was ist?" fragte Heero ein wenig verunsichert.
„Ich versuch mir nur gerade dich in einem Kochkurs vorzustellen," antwortete Duo.
Heero zuckte mit den Schultern. „So schwierig war es gar nicht. Der Leiter des Kurses war sogar ziemlich begeistert von meinen Fähigkeiten mit dem Messer," fügte er mit einem Schmunzeln hinzu.
„Glaub ich gern," grinste Duo. „Ob er wohl noch immer so begeistert gewesen wäre wenn er gewusst hätte warum du so gut mit einem Messer umgehen kannst?"
„Wahrscheinlich nicht," antwortete Heero mit einem traurigen kleinen Lächeln. „Deshalb hab ich auch nicht meinen richtigen Namen angegeben. Ich wollte der Reaktion der Leute aus dem Weg gehen."
Duo nickte verstehend und rührte mit der Gabel in den Omelettresten auf seinem Teller. „Heero," sagte er schließlich leise. „Kann ich dich was fragen?"
„Natürlich," nickte Heero.
„Warum..." Duo hob den Kopf und blickte ihn direkt an. „Warum bist du nach dem Krieg einfach verschwunden? Ohne einem von uns zu sagen wohin oder uns einfach mal zu kontaktieren?"
Jetzt war es an Heero den Kopf zu senken und mit der Gabel in seinem Essen zu rühren. „Ich... ich wusste einfach nicht was ich tun sollte nach dem Krieg," antwortete er schließlich. „Der Rest von euch... Ihr schient so genau zu wissen was aus euch werden sollte, was ihr mit dem Rest eures Lebens anfangen wolltet. Ich wusste das nicht. Ich weiß es eigentlich immer noch nicht. Ich hab nie etwas anderes gelernt als Soldat zu sein – und jetzt bin ich nutzlos. Ich wollte einfach... Ich hab einfach Zeit gebraucht um mich selbst zu finden. Auch wenn das albern klingt."
„Das klingt nicht albern," antwortete Duo. „Ich versteh dich gut. Mir ging es nicht anders."
Heero runzelte die Stirn. „Aber was war mit Hilde und dem Schrottplatz?"
Duo seufzte. „Ich hatte nicht vor ewig Schrotthändler zu bleiben," sagte er. „Ich wusste nach dem Krieg nicht wohin, und Hilde-" Duos Stimme stockte bei dem Namen, „hat mir einen Platz zum bleiben angeboten, solang bis ich mir im klaren darüber wäre, was ich denn von meinem Leben wollte. Ich hab ihr unter die Arme gegriffen so gut es ging, finanziell und indem ich auf dem Schrottplatz geholfen habe. Wir haben beide von dieser Abmachung profitiert, Hilde weil sie einen leichteren Start hatte und ich, weil ich einen Platz zum bleiben hatte. Aber früher oder später hätte ich mich für irgendeinen anderen Job entschieden, das wussten wir beide."
„Oh," machte Heero. Er hatte nicht gewusst dass Duo sich nach dem Krieg ebenso verloren gefühlt hatte wie er selbst. Wenn er es gewusst hätte, dann hätte er vielleicht... nun, irgendwas. Vielleicht wenn sie sich gemeinsam auf die Suche nach irgendeiner Aufgabe gemacht hätten...
„Aber das ist jetzt sowieso alles egal," fügte Duo düster hinzu und unterbrach so Heeros Gedankengang.
Heero hob den Kopf. „Duo," sagte er zögernd. „Ich muss dir etwas sagen."
Duo hob den Kopf und blickte ihn an. „Was denn?" fragte er, und seine Stimme klang äußerst angespannt.
„Es ist wegen Hildes und Howards Tod," antwortete Heero. „Du hattest Recht. Das waren keine Zufälle."
„Was?" Duo blickte ihn verwirrt an. „Was meinst du damit?"
„Naja, du hast doch gesagt, dass es kein Zufall sein könne dass in so kurzer Zeit so viele Menschen die du kennst tödlich verunglücken," erwiderte Heero. „Und das hat mir zu denken gegeben. Ich hab Wufei angerufen und ihn gebeten, sich die Unfallberichte von Hildes und Howards Tod noch einmal anzusehen."
„Was... was willst du damit sagen?" stammelte Duo und zitterte leicht.
Heero holte tief Luft. „Bei Hilde sind wir uns nicht sicher, aber Howards Tod war eindeutig kein Unfall. Jemand hat nachgeholfen."
„WAS?" Duo hatte offenbar völlig vergessen dass er noch einen Teller auf den Knien hatte, denn er sprang auf und starrte ungläubig auf Heero hinab. Glücklicherweise war der Teller inzwischen leer und aus massiven Porzellan, so dass er nicht zerbrach. „Jemand... jemand hat Howard – umgebracht?" Duo zitterte jetzt am ganzen Körper.
Heero stellte seinen Teller auf dem Wohnzimmertisch ab, stand auf und legte seine Arme auf Duos Schultern. „Duo," sagte er beruhigend. „Setz dich bitte." Er drückte den Langhaarigen wieder auf das Sofa hinab. Dann setzte er sich neben Duo und sah ihm ernst in die Augen. „Ja, Duo. Irgendjemand hat Howard umgebracht. Das Shuttle mit dem er unterwegs war wurde manipuliert. Howard hatte keine Chance."
Obwohl Duo sich widerstandslos von Heero hatte hinsetzen lassen, hatte sein Zittern nicht nachgelassen. Mit jedem von Heeros Worten wurde es immer stärker, und schließlich zitterte er so stark, dass Heero richtig Angst bekam. Schnell streckte er die Arme aus, zog den Langhaarigen an sich und streichelte ihm beruhigend den Rücken auf und ab. Duo schlang ebenfalls beide Arme um Heeros Taille und krallte sich regelrecht an ihm fest.
Nach einer Zeit die Heero wie die Ewigkeit vorkam sprach Duo schließlich wieder. „Warum?" sagte er, das Gesicht an Heeros Schulter vergraben. Als Heero nicht gleich antwortete, hob Duo den Kopf und blickte Heero aus wütenden Augen an. Ganz entgegen Heeros Befürchtung hatte Duo offenbar nicht geweint, denn seine Augen waren weder rot und verquollen, noch konnte Heero irgendwelche Tränenspuren entdecken.
„Warum sollte irgendjemand Howard töten wollen?" wiederholte Duo seine Frage.
„Ich weiß es nicht," antwortete Heero. „Wir wissen noch nicht einmal, ob wirklich Howard das Ziel dieses Anschlags gewesen ist."
„Was?" fragte Duo verblüfft und lehnte sich zurück, um Heero besser sehen zu können. „Was meinst du damit?"
Heero seufzte und ließ Duo zögernd los. „Wufei und ich haben eine Theorie. Wir sind der Meinung dass all diese ‚Unfälle' und Anschläge zusammenhängen. Wir denken dass dort draußen irgendjemand ist, der es auf uns alle abgesehen hat."
„Auf... auf uns abgesehen?"
Heero nickte. „Wufei ist der Meinung dass irgendjemand aus dem Krieg noch eine alte Rechnung mit uns zu begleichen hat. Und dass wer auch immer es ist uns einen nach dem anderen aus dem Weg schaffen will."
„Aber... aber warum dann Hilde?" fragte Duo und schüttelte den Kopf. „Warum Howard?"
Heero zuckte mit den Achseln. „Hilde und Howard haben uns beide geholfen. Sie haben mit uns zusammengearbeitet. Möglich dass das als Grund ausgereicht hat. Oder..."
„Oder was?" fragte Duo als Heero zögerte.
„Oder diese beiden Anschläge galten nicht Hilde und Howard sondern..."
„Sondern mir." Duo starrte Heero mit weit aufgerissenen Augen an. „Sie galten mir."
„Das ist nicht sicher, Duo," warf Heero schnell ein. „Und selbst wenn, es ist trotzdem nicht deine Schuld."
Duo nickte, sagte aber nichts. Nach einiger Zeit räusperte er sich schließlich. „Und was sollen wir jetzt tun?"
„Wufei und die Preventer sind an dem Fall dran," erwiderte Heero. „Bis sie genaueres wissen werden Quatre, Trowa und Wufei streng bewacht. Und wir beide bleiben am besten hier. Hier kennt uns keiner, und niemand weiß wo wir sind. So sind wir am sichersten. Du hast – unbewusst – genau das richtige getan als du geflohen bist."
Duo nickte wieder und kaute nervös auf seiner Unterlippe herum. „Hast du... hast du schon von Quatre gehört?"
Heero nickte. „Er hat die OP soweit gut überstanden. Sobald er aufwacht wissen wir mehr."
Duo lächelte Heero leicht an. „Danke," flüsterte er.
Heero erwiderte das Lächeln. Er konnte gut nachvollziehen wie erleichtert Duo über diese Nachricht sein musste. Ihm selbst war es vor wenigen Stunden nicht anders gegangen.
Schließlich räusperte Duo sich und sagte, „Also, was genau werden wir jetzt tun?"
Heero runzelte die Stirn. „Das habe ich doch schon gesagt. Wir beide bleiben bis auf weiteres hier, bis sich die Situation geklärt hat."
Duo hob eine Augenbraue. „Du willst mir doch nicht ernsthaft weismachen wollen, dass wir nur hier rumsitzen und Däumchen drehen werden, oder? Dieser Mistkerl hat vier Menschen – vier Freunde – getötet und einen schwer verletzt. Und er hat es auf uns abgesehen. Der Heero den ich kenne würde niemals einfach so dasitzen und warten bis der Killer zu ihm kommt."
Heero spürte wie sein Gesicht warm wurde. Er hätte nicht gedacht, dass Duo ihn so gut kannte. „Nun, ich hab tatsächlich nicht vor einfach abzuwarten," antwortete er Duo. „Ich hab mir hier die Akten der Fälle besorgt. Ich dachte, es könnte nicht schaden wenn wir beide sie durchgehen. Vielleicht fällt uns ja etwas auf was die Preventer übersehen haben."
Duo verzog seinen Mund zu einem spöttischen Grinsen. „Wufei hat dir tatsächlich einfach so die Akten überlassen?"
Heero grinste. „Ich habe nie gesagt dass ich die Akten von Wufei habe."
Duo lachte auf, und bei diesem Geräusch konnte Heero ein glückliches Lächeln nicht unterdrücken. Es war einfach wunderbar Duo wieder lachen zu hören – Duo war einfach nicht geschaffen für Traurigkeit, Kummer und Ärger. Nein, zu Duo gehörten nur Gefühle wie Glück, Freude und Heiterkeit, und Duos Lachen war für Heero das schönste Geräusch der Welt.
Begleitet von Duos leisem Glucksen druckte Heero die Akten die er sich vorher besorgt hatte aus und reichte die Hälfte davon Duo. Schon bald saßen sie beide über die Papiere gebeugt da, die Stille nur ab und zu von Duos Gemurmel unterbrochen.
Da Heero es vermeiden wollte dass Duo herausfand, wen die Preventer verdächtigten, hatte er peinlich genau darauf geachtet, diesen Teil der Untersuchungsergebnisse nicht herunterzuladen. Aus dem selben Grund hatte er auch Duo die Akten des Anschlags auf Quatre gegeben und brütete selbst über den Fällen von Hildes und Howards Tod. Er befürchtete, dass es Duo zu sehr mitnehmen würde wenn er jetzt Autopsieberichte über zwei Menschen lesen müsste, die dem Langhaarigen offenbar sehr nahe gestanden haben.
Irgendwann seufzte Duo schließlich tief, warf die Papiere die er gerade studiert hatte auf den Wohnzimmertisch und lehnte sich ins Sofa zurück. Heero hob den Kopf und blickte ihn fragend an.
„Quatre hat verdammtes Glück dass er noch lebt," sagte Duo als er Heeros forschenden Blick bemerkt. „Diese Bombe ist das Werk eines verdammten Profis. Wahrscheinlich ist der Kerl im Moment ziemlich angepisst weil sein Ziel noch lebt. Ich wette er ist es ganz und gar nicht gewöhnt zu versagen."
„Meinst du?" fragte Heero.
„Das er ein Profi ist?" Duo legte den Kopf schief und sah Heero mit einem schiefen Grinsen an. „Hundertpro. Was das andere angeht, das sind nur Vermutung. Ich geh nur davon aus wie ich mich fühlen würde an seiner Stelle."
„Hn," machte Heero, bemühte sich aber seinem Gesicht nichts anmerken zu lassen. Duo kam der Theorie der Preventers viel zu nahe für Heeros Geschmack.
„Was ich nur nicht verstehe..." murmelte Duo und fing an in den Blättern auf dem Tisch zu wühlen.
„Was ist?" fragte Heero neugierig.
„Naja, die Preventers sollten doch aufgrund der Bombe zumindest ein paar Verdächtige haben," erwiderte Duo während er weiterwühlte. „Ich meine, dass Ding ist nicht etwas, was jedermann bauen könnte. Ehrlich gesagt wüsste ich außer mir selbst im Moment so auf die Schnelle niemanden der das könnte."
Heero riss die Augen auf und starrte Duo entsetzt an. Verdammt, Duo kam der Theorie der Preventers definitiv viel zu nahe! Vielleicht hätte er dem Langhaarigen doch lieber die Akten zu Hildes und Howards Fall überlassen sollen!
In diesem Moment drehte Duo den Kopf um Heero anzublicken – anscheinend hatte er irgendeine Reaktion aus Heeros Richtung erwartet, und als diese nicht kam war er neugierig geworden – und Heero beeilte sich wieder einen neutralen Gesichtsausdruck aufzusetzen. Doch offenbar war er nicht schnell genug.
„Heero?" fragte Duo besorgt und setzte sich aufrechter hin. „Was ist los?"
„Nichts," antwortete Heero.
„Das hat eben aber nicht nach ‚nichts' ausgesehen," erwiderte Duo. „Weswegen warst du so entsetzt? Hab ich irgendwas gesagt?"
„Nein," sagte Heero und wich Duos Blick aus. „Wie kommst du darauf? Du irrst dich."
Duo studierte Heero mit schiefgelegtem Kopf und besorgtem Blick. „Nein, ich irre mich nicht. Was ist los, Heero? Ich hab doch nur gesagt..." Mit einem Mal wurde Duo stocksteif. Seine Augen weiteten sich und sein Gesicht verlor alle Farbe. „Oh mein Gott," flüsterte er und starrte Heero mit fassungslosem Blick an. „Das ist genau was die Preventer denken, nicht war? Sie denken dass ICH..."
„Duo..." begann Heero, doch der Langhaarige schien ihn gar nicht zu hören.
„Sie denken dass ICH..." Duo rang nach Atem. „... Quatre umbringen wollte. Dass ICH die Bombe gebastelt habe!"
Heero rutschte auf dem Sofa schnell näher an Duo heran. „Duo, bitte nimm dir das nicht so sehr zu Herzen," sagte er eindringlich.
Duo hob den Kopf und blickte Heero aus feuchtschimmernden Augen an. „Wie können sie das nur glauben?" flüsterte er. „Wie können sie denken, ICH würde Quatre töten wollen?"
Heero packte Duo an den Schultern und schüttelte ihn leicht. „Duo, sie kennen dich nicht. Keiner der dich kennt könnte jemals annehmen, dass du Quatre etwas antun würdest! Du stehst zwar auf der Liste der Verdächtigen, aber Wufei weiß dass du nichts damit zu tun hast! Er ist gerade dabei das zu beweisen! Das dauert bestimmt nicht mehr lange, du wirst schon sehen!"
Duo starrte Heero noch eine Weile mit einem derart hilflosen Blick an, dass Heero am liebsten losgezogen wäre und jemandem wehgetan hätte dafür dass Duo jetzt so leiden musste. Vorzugsweise diesen Idioten bei den Preventers die darauf bestanden dass Duo ein Verdächtiger war. Doch dann schluckte Duo zweimal trocken, wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und seufzte tief.
„In Ordnung," sagte er schließlich, und obwohl seine Stimme noch immer leicht schwankte schien sich der Langhaarige doch soweit gefasst zu haben.
„Wirklich?" fragte Heero und blickte ihn besorgt an.
Duo nickte. „Ich bin ok," versicherte er Heero. „Lass uns weitermachen. Wir haben noch viel zu tun. Es gibt da einen Mistkerl zu schnappen." Und damit wandte er sich wieder den Akten zu.
