Crazy Funny DatingDay
„Sirius, gibst du mir bitte die Marmelade?" „Bitte sehr." „Dankeschön."
Remus, Peter und James waren das ganze Frühstück über damit beschäftigt, Lydia und Sirius anzustarren. „Könntet ihr euch nicht wie normale Menschen in Hogwarts benehmen?" fragte Peter und schüttelte fassungslos den Kopf. „Wir benehmen uns wie normale Menschen, Wormy." „Ihr sagt Bitte und Danke!" „Ist das etwa unnormal?" „Ja!!"
„Vielleicht werden wenigstens die Beiden erwachsen." Sagte Lily und setzte sich mit Alice neben Peter. Lydias Augen schienen sofort Funken zusprühen. „Klappe, Evans!" „Oh! Ist da jemand gereizt?" Lily grinste schadenfroh über das ganze Gesicht. „Da hat wohl jemand sehr gute Laune." Stellte James fest, als sie ihn auch noch freundlich anlächelte. „Du benimmst dich momentan auch nicht wie ein Kleinkind." Sirius lachte laut auf. „Evans! Er benimmt sich NIE wie ein Kleinkind! Welches Kleinkind trinkt freiwillig den Feuerwhiskey von Fletcher?"
„Die Windeln wechseln mussten wir ihm auch noch nie." Fügte Lydia hinzu und Remus nickte bestätigt. „Mittlerweile kann er zumindest das ganz alleine."
James verdrehte lächelnd die Augen, zwinkerte Lily dann aber wieder frech zu. „Siehst du? Es besteht noch Hoffnung für mich." Ein, in James Gegenwart, ungewohnt warmes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. In diesem Moment schlitterte eine Eule mit einem ungeheueren Tempo über den Tisch, knallte mit dem Schnabel gegen die Marmelade und landete schließlich in Lilys Müsli, sodass die Milch in alle Richtungen spritzte. Alle umsitzenden gingen rasch in Deckung, nur die Reaktion der Rothaarigen kam etwas zu spät, und somit saß sie nun mit tropfenden Haare da und wischte sich verärgert die Milch aus dem Gesicht. Lydia fiel wortwörtlich von ihrem Stuhl vor Lachen.
Während Peter und Remus Lily einige Taschentücher reichten und Lydia mit Sirius einen neuen Weltrekord in der Disziplin `Wer hat die lauteste und dreckigste Lache?` aufstellte, fischte James aus dem Milch- und Federgewirr einen durchnässten Brief heraus. „Wow! Der ist für mich von Beth!" Rasch zückte er seinen Zauberstab und trocknete das tropfende Pergament, dann las er ihn ungeduldig durch. „Sie ist bereits in Hogsmead!" „Wer?" fragte Alice verwirrt. „Bethany!" „Wer ist Bethany?" fragte Lily verwirrt. „Meine Freundin!"
Daraufhin fiel Lily vom Stuhl, da sie vor Schreck das Gleichgewicht verloren hatte. Lydia, die sich gerade wieder langsam aufgerappelt hatte, fiel sogleich wieder zurück zu Boden und schnappte vor Lachen nach Luft. „Ich komm mir vor wie im Zirkus..." sagte Remus ungläubig. Sirius grinste. „Moony, du bist im Zirkus! Wir könnten die Erstklässler auf Prongs` Rücken reiten lassen und Lü und ich springen durch einen brennenden Reifen!" Peter sah ihn entrüstet an. „Und was ist mit mir?!" „Du kannst mit Käse jonglieren!" „Tolle Idee!" strahlte Wormtail und griff sogleich zu seinem Zauberstab, um eine Packung Gouda in Würfel zu schneiden.
Kurz darauf flogen viele Käseecken durch die Luft. „Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen..." begann Sirius pompös, wurde allerdings sofort unterbrochen. „... den nächsten Punkteabzug für Gryffindor, wegen kindischen Verhaltens!" Professor McGonagall stand wutschnaubend hinter Peter, die Arme in die Hüften gestemmt. Vor Schreck zuckte der arme Junge zusammen und ein Stück Gouda fand seinen Weg in das Gesicht seiner Professorin.
Zuerst sagte sie gar nichts. Dann begann sie zu zittern. „Oh...Oh..." machte Peter und zog vorsorglich schon einmal den Kopf ein. „Wir sind tot." Stellte James trocken fest. „Jap..." nickte Sirius, während Lydia die Luft anhielt, um die nächste Lachsalve zu stoppen.
Dann brach der Sturm los. „ICH HAB JETZT WIRKLICH GENUG VON IHNEN!!!!!!!!!"
Ihre Ohren klingelten immer noch, als sie es sich im Jungenschlafsaal gemütlich machten. Lydia lag bäuchlings auf Remus` Bett und versuchte ihr Lachen mit einem Kissen zu ersticken. „Lü, meinst du nicht, dass es langsam reicht?" fragte James, doch er bekam nur ein gedämpftes Kichern als Antwort. „Ich kann nicht glauben, dass sie uns nur zehn Punkte abgezogen hat." Stammelte Remus. „Ich hätte mit jeweils fünfzehn Punkten gerechnet." „Übertreib mal nicht..." erwiderte Sirius lässig und schmiss sich auf sein Bett. „Immerhin hat James gestern den Schnatz gefangen." „Stimmt, es gibt nichts, was unsere McG glücklicher macht." Stimmte Peter grinsend zu.
„Apropos gestern!" rief Remus und Lydia hörte abrupt mit ihrem Gelächter auf und Sirius` lockerer Gesichtsausdruck erstarrte. „Würdet ihr uns jetzt endlich mal erzählen was passiert ist?" Lydia und Sirius sahen sich flüchtig an, dann seufzten sie und nickten. „Na schön. Also...ähm..." stotterte Lydia und zupfte verlegen an ihrem blauen Pullover. „Es ist ihr peinlich." Sagte Sirius und rollte mit den Augen. „Aber meine Güte, schließlich waren wir stockbesoffen." Remus schwante nichts Gutes. „Geht es um eure Partynacht...?" „Ja..." „Okay...." „Sirius, müssen wir davon reden? Es ist echt total peinlich!" „Hey, wir sind doch Freunde und reden über alles miteinander, oder?" Bei diesen Worten sah Lydia sehr bedrückt aus. „Mhm..."
„Lydia konnte sich gestern plötzlich wieder daran erinnern." „An was denn?" fragte Remus. Er befürchtete schon das Schlimmste. „Sie wollte...na ja..." „Man! Ich hab darüber nachgedacht, wie es wohl ist, mit Sirius zu schlafen! Ich meine, so viele Mädchen in Hogwarts wissen das!" „Ja, und ich Idiot hätte sie daraufhin fast geküsst." „Zum Glück mussten wir dann beide lachen und es blieb bei diesem bescheuerten Gespräch."
James Stirn runzelte sich. „Und du kannst dich plötzlich so genau wieder daran erinnern?"
Lydia schürzte die Lippen. „Ja! Warum nicht?" „Ich wundere mich ja nur."
Remus atmete hörbar aus. „Und ich dachte schon, dass ihr beide..." Sirius feixte. „Du dachtest wir hätten was miteinander gehabt! Ha!" Lydia schüttelte grinsend den Kopf. „Schlimm genug, dass wir davon gesprochen haben."
James sah nervös auf die Uhr. „Ich mach mich langsam fertig. In einer Stunde muss ich los." Sogleich verschwand er im Badezimmer.
„Na toll..." brummte Peter. „Kein Problem! Du gehst einfach in das Badezimmer im Mädchenschlafsaal. Lily und ihr Gefolge sind Spazieren gegangen." „Cool! Danke." „Ich komm mit, ich muss noch was für Zaubertränke schreiben und das mach ich lieber drüben. Moony und Paddy lenken mich sonst nur ab." „Tz..." kommentierte Remus beleidigt. „Ohne mich, wärt ihr alle schon im zweiten Jahr durchgefallen." Doch die Beiden waren bereits hinaus geeilt.
Remus und Sirius blieben nachdenklich zurück. „Und? Was treiben wir heute?" „Keine Ahnung. Was du willst." „Wir könnten ja auch nach Hogsmead gehen." Überlegte Remus. „Auf ein Butterbier oder so." Sirius riss die Augen auf. „Ich hab damit gerechnet, dass du mich fragst, ob ich schon alle Hausaufgaben gemacht habe... . Ehrlich gesagt bräuchte ich wirklich Hilfe..." „Kein Problem, aber muss das jetzt sein? Vielleicht morgen...?" „Klar!" strahlte Sirius. „Moony, du willst wirklich nichts für die Schule machen? Wow..." Remus seufzte schwer. „Ich würde gerne mit dir irgendwo hingehen, wo wir in Ruhe reden können..."
„AAAAAAAAHHHHHHHH!!!!!"
Remus und Sirius sprangen auf und stürmten zu den Mädchenschlafsälen. „Wo?!" fragte Remus fahrig. „Die letzte Tür! Der Schrei klang weiter entfernt!" Sie rissen die Tür auf und stolperten ins Zimmer. „Alles okay?" fragte Remus besorgt. Lydia saß, zur Abwechslung mal, laut lachend auf einem der Betten. Die Badezimmertür stand offen und gewährte den zwei Jungen einen Blick auf Peter, der mit einem Handtuch versuchte seine Blöße zu bedecken und einer, der Raserei nahen Lily. Alice war tomatenrot angelaufen, ebenso die anderen Mädchen.
„ICH FASS ES NICHT!!!" Lily brüllte sich die Seele aus dem Leib. „ICH HAB JA SCHON VIEL ERLEBT, ABER DAS IST ZUVIEL!!! BIST DU JETZT UNTER DIE EXIBITIONISTEN GEGANGEN, ODER WAS?!??!!!" Peter warf Lydia einen vorwurfsvollen Blick zu. „Woher soll ich denn wissen, dass sie so schnell wieder da sind?" kicherte sie haltlos. „Du hättest sie oder mich aber vorwarnen können..." Ein fieses Grinsen huschte über ihr Gesicht. „Tja! Das Leben ist hart."
Die Tür flog erneut auf und James sprang, ebenfalls nur mit einem Handtuch um die Hüften bekleidet, durch die Tür. „Was ist passiert?! Wer hat geschrieen?" Lily schien mitten in ihrer Schimpftirade eingefroren. Ungeniert starrte sie James an. „Ist alles okay?" Besorgt ging er auf Lily zu und fuchtelte mit den Händen vor ihrem Gesicht herum. „Lily, sag doch was!" Ein leises Fiepen entwich ihren Lippen, als der Knoten des Handtuchs an seiner Hüfte sich zu lockern schien. „Hat sie jemand verhext??" fragte er die anderen, doch keiner antwortete. Lydia schien vor Amüsement gleich zu explodieren und die anderen Mädchen hatten genau das selbe Problem wie Lily. Sie starrten gebannt auf James. Vor allem auf James` Bauch.
Peter hingegen nutzte die Gelegenheit sich unbeobachtet anzuziehen. Remus und Sirius sahen von einem zum anderen und schienen auf Ewig verstummt zu sein. James war außer sich vor Sorge. „Lily! Bitte sag doch was! Ich weiß, du hasst mich, aber ich mach mir wirklich Sorgen um dich..." „Raus..." hauchte die Rothaarige schließlich, und zuerst verstand James sie auch nicht richtig. „Wie bitte?" „RAUS!" Es schien, als habe sie ihre Stimme wieder gefunden. „UND ZWAR ALLE! WIR SIND HIER NICHT IN EINEM NACHTCLUB!!!"
Und bevor einer von ihnen auch nur blinzeln konnte, standen alle Rumtreiber vor der Tür und Lily schlug ihnen diese vor der Nase zu.
James war immer noch ziemlich verwirrt, als er das kleine Dorf Hogsmead betrat. Was zum Teufel war mit Lily los? Sie hatte ihn angestarrt als wäre er ein Niffler mit Flügeln...
Doch er verschwendete zu viele Gedanken daran. Gleich würde er Bethany sehen! Nur noch wenige Minuten und sie würde ihn wieder anlächeln. Ein warmes Gefühl breitete sich in seinem Inneren aus.
Sie wartete bereits auf ihn vor den drei Besen. Neugierig schweifte ihr Blick über die Zauberer und Hexen um sie herum. Er beschleunigte seine Schritte und stürmte beinahe auf sie zu. Als sie ihn sah, begann sie glücklich zu Strahlen. „James!" Lachend schloss er sie in seine Arme. „Hm..." Er seufzte und vergrub sein Gesicht an ihrem Hals. „Du riechst wie immer nach Schokolade..." „Und du hast immer noch nichts von einer Bürste gehört!" stellte sie kichernd fest und wuschelte ihm durch sein unordentliches Haar. „Lass uns reingehen."
Er nahm sie bei der Hand und gemeinsam betraten sie die drei Besen. Sie setzten sich an einem der hinteren Tische, um einwenig für sich zu sein. „Deine Haare sehen toll aus!" „Oho! Ein Mann dem so etwas auffällt!" „Na ja, du hast mir ja geschrieben, dass du beim Friseur warst. Aber ich hätte es bestimmt auch so bemerkt."
Rosmerta, eine junge Aushilfskellnerin, kam an ihren Tisch. „Was darf ich euch zwei bringen?" Sie sprach zwar im Plural, doch ihre Augen verweilten auf James, der sie offen angrinste. „Hey Rosie! Wie geht's dir? Zwei Butterbier, oder willst du was anderes?" Er sah seine Freundin fragend an. „Nein, ich probier mal eins." Rosmerta kritzelte die Bestellung auf einen kleinen Zettel, dann wandte sie sich wieder an James. „Mir geht's soweit gut, auch wenn ich den Sommer ohne die Rumtreiber schrecklich fand. Und du hast jetzt eine feste Freundin?" James nickte stolze. „Allerdings. Das ist Bethany, Bethy, das ist Rosmerta. Wir nennen sie aber Rosie." „Freut mich." Lächelte Bethany schüchtern. „Wo sind denn die anderen? Ich hab sie seit Monaten nicht gesehen. Sirius` Komplimente gehen mir echt ab."
James lachte schallend. „Du armes Mädchen! Aber du hast gute Chancen Peter noch zu treffen. Er hat ein Date mit Susan aus Hufflepuff. Würde mich wirklich wundern, wenn sie nicht auch irgendwann hier her kommen. Was Sirius und Remus machen weiß ich nicht." „Was ist mit Lydia?" „Keine Ahnung. Sie hat nicht erwähnt, dass sie was mit den anderen Beiden unternimmt. Vielleicht muss sie noch was für die Schule machen."
„Rosie! Hör auf zu flirten! Da ist eine Touristengruppe aus der Schweiz gekommen! Die warten schon!" „Komme schon!" rief Rosie zurück. „Sorry, aber die Arbeit ruft! Euer Butterbier kommt gleich."
„Ist sie eine gute Freundin von euch?" fragte Bethany. „Ja schon. Wenn kurz vor Feierabend nichts mehr los ist, setzt sie sich meistens zu uns. Ich kann dir sagen, Rosie verträgt einiges." „Inwiefern?" „Na ja...an Alkohol halt..." „Ach so." James grinste. „Aber lass uns von dir reden! Wie geht's dir? Gibt's irgendwas Neues? Hast du gut hergefunden?" „Mir geht's eigentlich gut, ich vermiss dich eben. Mein Bruder hat mich hergebracht. Das war vielleicht ätzend!" „Flohpulver?" „Ja! Ich war kurz davor mich zu übergeben und er lacht mich auch noch aus!" James biss sich heftig auf die Lippe um sein eigenes Lachen zu verstecken, doch Bethany hatte es längst bemerkt. „Wie nett." Kommentierte sie trocken und wandte sie säuerlich ab. In diesem Augenblick stellte Rosie zwei Butterbier auf den Tisch. „Hier, euer Bier." Und schon wuselte sie wieder zu den Schweizern.
James redete weiter, er registrierte den veränderten Gesichtsausdruck der Brünetten nicht. „Bei uns ist soweit auch alles klar. Das Leben in Hogwarts ist wie immer chaotisch. Merlin sei Dank! Sonst würde es am Ende noch langweilig werden." „Mhm..." „Natürlich bekommen wir auch total viele Hausaufgaben. Immerhin ist das unser letztes Jahr, aber bis jetzt hat keiner von uns ein Problem mit irgendeinem Fach. Gut, außer mit Wahrsagen, aber das haben wir nur genommen, damit wir ein Fach haben, indem wir nichts tun müssen." „Mhm..."
„Gestern haben wir das erste Quidditchspiel gegen Hufflepuff gewonnen." „Mhm..."
„Und in deinem Butterbier schwimmt ein Gorilla." „Mhm..." „Habe ich schon erwähnt das zwei Spinnen auf deinem Kopf Tango tanzen?" „Mhm..."
Er hielt kurz inne. „Bethy, wenn es dich nicht interessiert was ich erzähle, dann sag es einfach." „Mhm..." „Merlin! Bist du etwa sauer?" „Ja." James rollte mit den Augen. „Warum sagst du mir das nicht einfach und schmollst wie ein Kind?" „Ich hab` jetzt keine Lust mit dir zu reden." Und tatsächlich verschränkte sie die Arme vor der Brust und schürzte abweisend die Lippen. „Toll. Darf ich vielleicht erfahren, warum du sauer bist?"
„Ich werde nicht gerne von meinem eigenen Freund ausgelacht, weißt du."
James wusste, dass es die völlig falsche Reaktion in diesem Moment war, doch er konnte nichts anderes tun, als laut loszulachen. Sie sagte zwar nichts, doch ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. „Sorry...aber hab ich das jetzt richtig verstanden?" „Allerdings." „Ich bitte dich, Beth. Das war doch nicht böse gemeint!" Sie schwieg kurz dann seufzte sie. „Ich weiß...tut mir ja leid. Ich bin manchmal etwas überempfindlich." „Ach..." James winkte ab. „Schon okay." Dann trank jeder von ihnen ein Schluck und sie redeten weiter, als wäre nichts gewesen.
„Aua!" Remus rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Kopf. „Warum ist dieser verdammte Tunnel auch so niedrig!" Sirius grinste. „Jeden Monat gehst du hier durch und haust dir immer noch den Kopf an!" „Kann ja nicht jeder so ein Genie sein wie du."
Sie gingen geduckt durch den Gang, der zur heulenden Hütte führte. „Hast du vorhin gemerkt, wie Lily Prongs angestarrt hat?" fragte Remus kichernd und Sirius nickte hämisch. „Sie ist total scharf auf ihn." „Tja, zu spät. Würde ich mal sagen." „Das Leben ist hart...Aua!" Remus drehte sich zu seinem Kumpel um. „So ein Geheimgang auch, was?" „Ach halt die Klappe..."
Als sie in der heulenden Hüte ankamen, gingen sie sofort in das zertrümmerte Schlafzimmer und ließen sich auf das alte Himmelbett fallen. „Über was wolltest du eigentlich mit mir reden?" fragte Sirius und zog eine Tüte Chips aus seiner Tasche. Remus seufzte schwer. „Ich will dich nicht voll jammern, aber..." „Red` keinen Scheiß, Alter. Wir reden über alles, kapiert?" „Ja...schon. Also, ich hab Angst. Ich bekomm richtig Panik, wenn ich daran denke, mich zu bewerben! Wie soll ich einen Job bekommen? Wie soll ich...? Soll ich jedes Mal sagen: Guten Tag. Mein Name ist Remus Lupin. Ich bin ein Werwolf und würde gerne bei Ihnen arbeiten."
Sirius sah seinen Freund eine Weile nachdenklich an, dann schüttelte er den Kopf. „Nein, natürlich nicht so. Aber mir fällt niemand ein, der dich bei deinem Charakter und deinen Noten nicht einstellen würde! Die wären alle dankbar, wenn du bei ihnen arbeiten würdest. Wenn du mal wo arbeitest, dann wirst du der kompetenteste und bestbezahlte Mitarbeiter. Würde mich schwer wundern, wenn es anders wäre." „Aber..." „Kein Aber!" sagte Sirius streng. „Du bist ein super Kerl und das weißt du auch. Du hast schon recht, ohne dich wären wir nicht so gut. Klar, wir sind nicht blöd, aber lange nicht so diszipliniert wie du! Und ich gebe es nur ungern zu, aber ich bewundere dich manchmal deswegen. Und selbst wenn dich jemand nicht einstellt, weil du ein Werwolf bist, kann ich immer noch mit James Dad reden, oder? Oder du bewirbst dich im Ministerium in der Abteilung für magische Tierwesen und so weiter. Ich hab gehört, dass dort sogar ein Vampir arbeitet und der ist ja wohl viel gefährlicher als ein so sanftmütiger Kuschelwolf wie du." Remus zog eine Augenbraue hoch.
„Kuschelwolf?" Dann prusteten die Beiden los. Als sie sich wieder beruhigt hatten, sah Remus Sirius dankbar an. „Ich bin froh, dass du nicht so bist wie deine Verwandtschaft. Du würdest uns wirklich fehlen." Plötzlich knackte es. „Was war das?" fragte Remus nervös und die beiden Jungen erhoben sich. „Da ist jemand...das waren die Dielen, die so geknackt haben..." murmelte Sirius und öffnete langsam die Türe zum Flur. Ohne jede Vorwarnung sprang etwas herein. Etwas Haariges, Fauchendes. Remus erschrak fürchterlich im ersten Augenblick, als er das Raubtier auf Sirius zu springen sah, doch der hatte sich bereits in einen Hund verwandelt und tobte bellend mit dem Neuling herum. Remus atmete tief durch. Es war schließlich nur ein Luchs. „Lü! Du hast mich erschreckt!" rief er vorwurfsvoll, doch sie ignorierte ihn.
Leichfüßig sprang sie auf das Bett und machte es sich bequem. Sirius bellte. „Ihr seid unglaublich..." Zum Glück hatte er nach all diesen Jahren gute Nerven. „Würdet ihr beiden euch vielleicht mal zurück verwandeln?" Sogleich stand Sirius wieder lachend im Zimmer. „Wo warst du denn?" fragte er Lü, die immer noch als Luchs da lag. „Lü, bitte..." Sie fauchte Remus kurz an und schon fläzte sie sich wieder als Mensch auf der Matratze herum. „Ich hab im Wald nur ein paar Rehe erschreckt." Sie lächelte ihn unschuldig an. „Und was macht ihr beiden hier?" „Männergespräche." „Laut Bellatrix darf ich mich bei solchen beteiligen." Sagte sie säuerlich und nahm sich ein paar Chips. „Was hat dieses Miststück gesagt?" „Na ja, ihr kennt ja diese blöden Sprüche. Mannsweib, Lesben sind halbe Männer und all dieser Unsinn. Keine Ahnung ob sie sich aus dem Besenschrank mittlerweile befreit hat..." Remus und Sirius klatschten johlend Beifall.
„Wo möchtest du zuerst hin?" fragte Peter und sah Susan mit leuchtenden Augen an. „Ich will dahin, wo du hinwillst." Lächelte sie zurück. „Hm... willst du vielleicht was Essen oder Trinken gehen? Oder musst du irgendwas einkaufen?" „Wenn du Hunger oder Durst hast, dann können wir gerne wohin gehen." „Hast du Hunger oder Durst?" „Und du?" Sie lachten. „Na schön, lass uns zur heulenden Hütte gehen." Schlug sie vor und zog ihn mit.
„Irgendwie ist sie schon unheimlich, oder?" „Was?" „Die heulende Hütte natürlich." „Findest du wirklich? Ach, das sind doch nur Gruselgeschichte." „PETER PASS AUF!" Susan warf sich zu Boden und zog Peter mit sich. Benommen blickte er sie an. „Was ist denn..." „Beweg dich nicht..." wisperte sie ängstlich und deutete vorsichtig in eine Richtung.
Peter folgte ihrem Finger und musste sich stark beherrschen nicht sofort wieder aufzuspringen und dieser unverschämten, dämlichen,.... „Ein Luchs...Vielleicht tut er uns nichts wenn wir ganz still halten..." flüsterte seine Freundin. Ihre Stimmte zitterte vor Angst und Peter warf dem Tier einen wütenden Blick zu und sprang auf. „BUH!" Lydia fauchte kurz und sprang dann über den Zaun hinüber zur heulenden Hütte und verschwand. „Du...Du...Peter...Ich wusste nie, dass du so mutig bist..." „Ach..." Er winkte ab. „Das war doch nur ein blöder Luchs..." „Er hätte dich verletzen können!" „Dich auch, also musste ich ja was tun, oder?" Er konnte einfach nicht widerstehen!
Beim Abendessen trafen sich alle Rumtreiber wieder. Lydia grinste frech in die Runde. „Na, wie war euer Tag?" James lächelte. „Schön. Beth und ich waren in den Drei Besen und dann habe ich ihr Hogsmead gezeigt. Sie war total begeistert! Nur Schade, dass wir uns jetzt wieder längere Zeit nicht sehen..." Peter beobachtete Lydia verstohlen, die munter ihren Kürbissaft trank. „Und deiner Peter?" „Auch schön. Auch wenn ich Susan vor einer dummen Riesenkatze beschützen musste." „Wieso?" fragte Sirius neugierig. Peter deutete auf Lydia. „Dreimal darfst du raten..." James und Remus begannen zu kichern. „Aber ich bin nicht sauer, Lü." Fügte er freundlich lächelnd an Lydia gewandt hinzu. Zu freundlich. Denn fast im selben Moment verzog sie das Gesicht und sah ihr Getränk missmutig an. „Sag mir, was du reingemischt hast." Peter grinste fies. „Das merkst du dann schon, Lynx!" „Na toll...." brummelte sie missmutig.
Fünf Minuten später wurde sie von immer mehr Schülern angestarrt und als Remus kurz von seinem Essen aufsah, spuckte er es vor Lachen auf den Teller. „Also, schön. Sagt es mir. Kurz und schmerzlos. Wächst mir irgendwas aus den Ohren, oder sehe ich aus, wie ein Dalmatiner?" „Nein..." keuchte James und hielt sich den Bauch vor Lachen. „Was dann?!" fragte Lydia gereizt. „Du leuchtest!" „Bitte?!" „Du bist die Personifizierung eines Regenbogens. Du leuchtest richtig!" „Meine Haare?!" „Ja, die auch." „AUCH?!" Entsetzt starrte sie ihre Hände an. „Ich bin wohl die erste Frau mit einem Regenbogenbusen!"
Jetzt begann sie selbst zu lachen.
