Warnings: Dezidierte Spoiler für Episode 3.5, Machtmissbrauch, leicht-missbräuchliche Beziehung (vielleicht)
Neues Pairing für dieses Kapitel: OTP9/OTP10(wenn man Gideon mitzählt)
10. Es ist, weil ich gut aussehe, nicht wahr?
„Vergebt mir, wenn ich immer noch nicht verstehe, warum das eine gute Idee sein soll", meinte Martin schließlich. Sara und Rip hatten ihnen anderen gerade lange dargelegt, warum Rip ihrer Meinung nach dem Time Bureau beitreten sollte. Offenbar war die Idee Teil eines komplizierten Planes, der im Endeffekt dazu führen sollte, dass die Legends die Waverider zurückbekommen und für das Time Bureau arbeiten sollten, aber Martin hielt das alles trotzdem für eine schlechte Idee. Mit dem Feind stieg man nun mal nicht ins Bett, auch wenn man der Meinung war, dass man das nur tat um ihn auszuhorchen, da man nie wissen konnte, ob das in Wahrheit nicht auch genau der Plan des Feindes war. So einfach war das.
Das Hauptquartier war relativ leer. Amaya war nicht mehr die Einzige, die fehlte. Raymond und Mister Rory waren ebenfalls nicht da. Sie waren vor ein paar Tagen nach Aruba aufgebrochen, angeblich um Urlaub zu machen, aber Martin war der Meinung, dass mehr dahinter steckte.
Auf jeden Fall bestand ihr Team vor Ort deswegen zur Zeit neben ihm nur noch aus Jefferson, Dr. Heywood, und Sara und Rip. Rip, der nun plante Teil des Time Bureau zu werden. Vermutlich vor allem deswegen, weil er sich ansonsten langweilte. Immerhin hatten sie selten etwas zu tun, und ihre wöchentlichen Treffen waren auch nicht mehr das, was sie einmal gewesen waren.
Letzte Woche hatte Martin das Treffen sogar selber versäumt, weil Lily überraschend zu Besuch gekommen war, und die Woche davor hatte Jefferson gefehlt, weil er mit dem College so viel zu tun hatte. Und nun würde auch noch Rip Hunter aus dem Team ausscheiden.
„Es ist deswegen eine gute Idee, weil es die einzige Methode ist das Time Bureau davon zu überzeugen, dass wir vertrauenswürdig sind", erklärte Sara, „Die wollten Rip von Anfang an rekrutieren, wenn wir ihnen geben, was sie wollen, dann erhalten wir damit auch Zutritt zu ihrer Organisation und können herausfinden, ob sie wirklich vertrauenswürdig sind oder nicht, und sie zugleich bearbeiten uns unser Schiff zurückzugeben."
„Das mag sich weise anhören, aber mir gefällt es trotzdem nicht!", erwiderte Martin entschieden darauf und verschränkte streng seine Arme.
„Er hat recht. Dabei kann viel zu viel schief gehen", meinte Jefferson, „Was, wenn das nur dazu führt, dass wir Rip verlieren?"
Rip räusperte sich daraufhin etwas beleidigt. „Ich kann auf mich selber aufpassen", erinnerte er die Anwesenden, „Und noch einmal: Das Bureau ist nicht unser Feind. Es sind unsere Verbündeten. Verbündete, die im Augenblick nicht besonders viel von uns halten, aber sie sind auf unserer Seite. Wir müssen ihnen nur beweisen, dass wir auch auf ihrer sind."
„Und dass ihr euch gerade jetzt dazu entschließt das durchzuziehen, hat überhaupt nichts damit zu tun, dass Ray und Mick weg sind", ließ sich Nathaniel vernehmen.
„Nein, nein, das hat es nicht. Wir haben das schon länger geplant und beschlossen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür ist. Das ist alles", behauptete Sara, doch Martin fand, dass sie nicht ganz glaubwürdig klang. Ich wünschte, ich könnte ihr glauben, aber Nathaniel hat recht. Sara ist erst jetzt aufgefallen, dass dieses Rudel auseinanderfällt, und das ist ihr Versuch dagegen anzukämpfen. Doch es kommt zu spät und wird nur dafür sorgen, dass wir uns noch mehr auseinanderleben.
Dabei war es nicht einmal so, dass Martin sich besonders über sein derzeitiges Leben beschweren könnte. Eigentlich gefiel es ihm ganz gut zur Abwechslung einmal Zeit für Clarissa zu haben. Und für Lily.
Natürlich musste er sich hüten das laut auszusprechen. Es war schlimm genug, dass Jefferson seine Gefühle spüren konnte. Die anderen sollten nicht auch noch davon wissen.
„Hört mal, wir haben bereits beschlossen das hier durchzuziehen. Wir wollten euch darüber nur informieren", meldete sich Sara wieder zu Wort.
„Oh, ja, es ist ja nicht so, dass ihr Wert auf unsere Meinung zu den wichtigen Dingen legen würdet, nicht wahr?", meinte Jefferson bitter.
Sara warf ihm einen scharfen Blick zu. „Was willst du damit sagen, Jax?", wollte sie wissen.
„Nichts", erwiderte dieser, „Außer, dass ich das Offensichtliche ausgesprochen habe. Seit dem Moment, als das Time Burau zum ersten Mal aufgetaucht ist, haben du und Rip einfach alle Entscheidungen für dieses Team getroffen, ohne uns anderen auch nur einmal nach unserer Meinung zu fragen. Und was ist das Resultat davon? Amaya ist weg. Genau wie Ray und Mick. Und jetzt verlieren wir auch noch Rip. Wir sind kein Team mehr, Sara, wir sind eine traurige Gruppe ehemaliger Rudelmitglieder, die nicht einsehen wollen, dass es vorbei ist."
Betretenes Schweigen kehrte ein, während Sara und Rip einen Blick wechselten.
„Das ist nicht wahr, Jax", meinte Sara dann, „Es ist nicht vorbei. Wir planen gerade unser Comeback. Das ist alles."
„Unser Comeback?!", empörte sich Jefferson, „Unser Comeback von was genau, würde ich gerne wissen?!"
Martin konnte seine Aufregung und seine Frustration spüren, und bis zu einem gewissen Grad teilte er sie auch. Ja, die Legends hatten ihm einst sehr viel bedeutet, und als Individuen taten sie das immer noch, aber Jefferson hatte recht. Von dem Moment an, als sie auf die ersten Agenten des Time Bureau getroffen waren, hatte ihr Untergang als Team und als Rudel eingesetzt. Und so wie Martin das sah, war er auch nicht vorbei, sondern würde nur noch schlimmer werden.
„Das hier ist nicht das Ende", beharrte Sara, „Vertraut mir. Die Legends sind noch nicht Geschichte."
Martin wünschte sich nur, er könnte ihr das auch glauben.
4 ½ Monate später
„Rip", stellte Sara fest, als sie ihren Omega nach all dieser Zeit wieder sah.
„Sara", erwiderte dieser.
„Hat das Time Bureau dich hierher geschickt?", lautete ihre nächste Frage.
„Nun, eigentlich nicht", räumte Rip ein, „Das Bureau und ich hatten in letzter Zeit gewisse … Meinungsverschiedenheiten."
„Oh? … Gut", erwiderte sie daraufhin nur.
Die Jagd nach einem angeblichen Vampire, der das London des Jahres 1897 unsicher machte, hatte die Legends bis in eine Leichenhallte geführt und auch zu Rip. Sara fragte sich, wie viel Zeit für ihn vergangen war, seit sie ihren letzten hässlichen Streit gehabt hatten, und ob er sie zumindest vermisst hatte. Sie hatte ihn vermisst, auch wenn sie vor allem wütend auf ihn war.
Er hätte auf ihrer Seite sein sollen, doch stattdessen hatte er ihre Taten verurteilt, hatte mit dem Time Bureau überein gestimmt, und verschwieg ihr wichtige Informationen. Das war ganz und gar nicht der Plan gewesen, als sie gemeinsam beschlossen hatten, dass Rip das Bureau infiltrieren sollte.
Aber hatten sie das überhaupt gemeinsam beschlossen, oder war das alles in Wahrheit nur die einfachste Möglichkeit für Rip gewesen dorthin zu kommen, wo er hinwollte, nämlich zum Bureau?
„Sara, ich weiß, dass du wütend bist, aber ich brauche dich jetzt mehr an meiner Seite als jemals zuvor", erklärte Rip, „Und ich kann dir alles erklären. Wirklich."
Sie wusste, dass sie bereuen würde, was sie als nächstes sagte, aber sie sagte es trotzdem: „Na gut, aber ich hoffe, du hast eine gute Erklärung parat."
Zurück auf der Waverider teilte Rip ihr dann scheinbar endlich das mit, was er vor ihr geheim gehalten hatte: Die Identität des großen Bösen, das schlimmer sein sollte als alles andere.
„Sein Name lautet Mallus, und ich kenne Legenden über ihn noch aus meiner Zeit als Time Master. Damals galt es als ein schlechtes Omen auch nur seinen Namen auszusprechen. Als wir ….das Zeitkontinuum beschädigt haben, konnte er entkommen und reist seitdem quer durch die Zeiten und stiftet Chaos. Ich jage ihn nun schon sehr lange Zeit, Sara, und so nahe wie jetzt war ich ihm noch nie zuvor. Mallus ist eine Gefahr von unvorstellbarem Ausmaß. Er muss aufgehalten werden. Um jeden Preis. Das Time Bureau teilt diese Ansicht von mir allerdings nicht. Direktor Bennett ist der Meinung, ich hätte die Perspektive verloren. Also habe ich mich abgesetzt und alleine auf die Jagd gemacht", erzählte er, „Und als ich ihn gefunden habe, habe ich auf eure Ankunft gewartet. Ich war mir ziemlich sicher, dass diese Zeitanomalie hier euch anlocken würde."
„Du hättest dich einfach an uns wenden können, als du mit dem Bureua gebrochen hast", wandte Sara ein, doch Rip schüttelte heftig den Kopf.
„Zu riskant. Ihr werdet gesucht", erinnerte er sie.
Sara seufzte. Von wegen, das war nur wieder typisch sturer Rip. Es war mein größter Fehler zuzulassen, dass er sich dem Time Burau anschließt. Nun, die nächste Frage musste sie wohl stellen: „Sei ehrlich. Wie lange ist es für dich her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben?"
Rip sah sie einen Moment lang stumm an. „Fünf Jahre. Mehr oder weniger", gab er dann zu.
Sara traute ihren Ohren nicht. „Fünf Jahre?! Was wurde daraus, dass wir uns rechtzeitig zu deiner nächsten Hitze wiedersehen wollten?!", rief sie aus.
„Hallo, gesucht vom Time Bureua! Was hätte ich tun sollen? Dich anrufen und riskieren, dass ihr alle verhaftet werdet und man euch eure Erinnerungen löscht?!", verteidigte sich Rip, „Ich musste mir anderweitig helfen."
„Anderweitig, ja", knurrte Sara, „Ich kann es riechen, du wirfst wieder Hitze-Unterdrücker ein, und wie du erst riechst … Geruchsblocker vom Feinsten. Rip Hunter, der Beta-Time-Master. Ich muss zugeben, dass das keine Rückkehr ist, mit der ich gerechnet hätte."
„Ach, komm schon, das ist jetzt unfair!", verteidigte sich Rip.
„Ist es das? Diese Besessenheit von Mallus. Auch die erkenne ich wieder. So warst du damals drauf, als wir uns kennengelernt haben. Nur, dass es dir damals um Vandal Savage ging, hinter dem du her warst, weil er deine Familie getötet hat. Wer ist diesmal gestorben, Rip? Sag es mir!", verlangte sie zu erfahren.
Rip schwieg. „Es genügt, wenn du weißt, dass Mallus unser bisher gefährlichster Gegner ist", meinte er, „Mehr brauchst du im Moment nicht zu wissen. Du musst mir nur vertrauen, das ist alles."
Sara seufzte. Ihr gefiel das alles nicht. Rip, Rip war ihr fremd geworden und zugleich kam er ihr so unglaublich bekannt vor. Und sie hasste es, dass sie nicht alle Fakten hatte. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, würde ein Vorgehen gegen Mallus ihnen vermutlich den Zorn des Time Bureaus einbringen, und das obwohl sie doch sowieso schon auf der Liste der bösen Kinder standen. Ava wird begeistert sein, wenn wir das auch noch versauen.
Aber immerhin war es Rip, von dem sie hier sprachen. Und ein Vampir trieb in London sein Unwesen. Ein Vampir, der wohl mit diesem Mallus im Bunde war. Nichts hier in London war so, wie es sein sollte, also konnte es nicht schaden der ganzen Sache auf den Grund zu gehen und Mallus zu konfrontieren, oder?
Und falls es uns gelingen sollte ihn fertig zu machen, dann dürften wir damit das Time Bureau ziemlich beeindrucken. Vielleicht sogar genug um sie dazu zu bringen die Jagd auf uns abzublasen.
Ja, vielleicht.
„Also gut, aber Rip, ich meine es ernst: Keine Alleingänge. Wir lösen das hier als Team", belehrte sie ihm.
„Keine Sorge. Und außerdem sind wir nicht allein. Ich habe ein paar Agenten des Bureuas in der Hinterhand, die meiner Meinung sind, was Mallus angeht. Sie werden uns im Kampf gegen ihn und seine Verbündeten unterstützen", erklärte Rip.
Sara nickte. „Gut, das hört sich alles wirklich gut an", meinte sie.
Später fragte sie sich, wie sie so naiv hatte sein können. Sie hätte die ganze Sache in dem Moment abblasen sollen, als sie den bekannten besessen Glanz in Rips Augen gesehen hatte. Aber nein, sie hatte sich von ihm und Sätzen wie „Ich habe dich noch niemals so sehr auf meiner Seite gebraucht wie jetzt" einwickeln lassen.
Um den Vampir aus der Reserve zu locken hatten sie Nate als Köder eingesetzt (Was diesem schnell zu Kopf gestiegen war. Von wegen „Es ist, weil ich gut aussehe, nicht wahr?"), und das hatte auch funktioniert – Nate war entführt und ins Lager des Vampirs geschleppt worden. Nur, dass es überhaupt keinen Vampir gab, sondern einen verrückten Wissenschaftler, der Damien Darhks Leichnam aus der Zukunft gestohlen hatte und diesen nun wiederbeleben wollte.
Und an dieser Stelle trennten sich die Prioritäten von Sara und Rip, da es ihr wichtiger war Darhks Wiederauferstehung zu verhindern als Mallus aufzuhalten, während es Rip wichtiger war Mallus zu stellen. Und als sie sich darüber zerstritten, schickte Rip die Waverider via in Gideon einprogrammierten Befehl fort – und das während Zari alleine in London herumlief, was er zwar nicht hatte wissen können, aber zumindest vorher hätte kontrollieren können – und verhinderte so, dass sie Darhks Wiederauferstehung verhinderten und schaffte es noch dazu nicht nur Zaris Leben zu gefährden, sondern auch sein Team verbündeter Bureau-Agenten unter die Erde zu bringen.
Darhk entkam, mit seiner Verbündeten, dem Medium Eleonor, und mit ihm verschwand auch jede Spur zu Mallus.
Zu sagen, dass Sara wütend auf Rip wäre, wäre eine Untertreibung.
„Was denkst du dir eigentlich?!", fuhr sie ihn an, als sie ihn alles andere als sanft in ihr Büro zerrte/schleuderte.
„Ich gebe zu, dass ist nicht so ideal gelaufen, aber das nächste Mal kriegen wir Mallus", meinte er, „Und Darhk wird bei ihm sein, du musst dir also keine Sorgen machen…"
„Das nächste Mal?! Rip, dein Team ist gestorben! Ist dir das vollkommen egal?!" Sie konnte nicht fassen, was sie da hörte. Schon wieder!
„Das war ein bedauernswerter Verlust, aber…", begann er.
„Zari hätte sterben können!", fuhr Sara fort.
„Ich wusste nicht, dass sie nicht an Bord der Waverider war, als ich den Befehl aktiviert habe. Ich habe Martin gefragt, ob alle an Bord sind, und er wusste nicht, dass sie sich von Bord geschlichen hatte", rechtfertigte sich Rip, „Ich habe versucht euch alle zu schützen so gut ich konnte…"
„Zu schützen?! Rip, du hast meine Autorität untergraben! Du hast Gideon gegen uns eingesetzt, mehr noch als du es jemals getan hast, während du unser Feind warst!"
„Das musste ich tun um euch zu schützen. Die Aussicht auf Darhks Rückkehr hat dich nicht mehr klar denken lassen, das hat die Mission gefährdet und eure Leben. Ich musste das tun. Sara, ich hätte niemals zugelassen, dass einem von euch etwas zustößt, aber zugleich konnte ich nicht riskieren, dass ihr mir in die Quere kommt", erklärte der Omega schnell.
„In die Quere? Bei deiner Vendetta gegen Mallus, deren Grund, du mir nicht einmal sagen willst?! Nein, ich hätte es besser wissen müssen! Ich muss mich der Tatsache stellen, dass man dir im Augenblick nicht vertrauen kann", stellte Sara bitter fest, „Damien Darhk, der Mörder von Laurel, der sich nun an alles erinnern kann, was er erlebt hat, als bei der Legion der Verdammnis war, ist zurück und hat sich mit jemanden verbündet, der nach deiner Aussage gefährlicher ist als alle anderen, gegen die wir jemals angetreten sind. Das Time Bureau hat einen Haufen toter Agenten zu beklagen. Eigentlich sollte ich dich an das Bureau übergeben um so dafür zu sorgen, dass zumindest wir nicht mehr von denen gejagt werden! Das wäre das Klügste!"
Rip starrte sie entgeistert an. „Das ist doch nicht dein Ernst?!", meinte er dann langsam, „Sara, ich bin's."
„Ja, genau, und deswegen ist es natürlich nicht mein Ernst! Ich sollte es tun, das sollte ich wirklich. Oder dir für deinen Verrat die Kehle raus reißen, Omega hin oder her. Aber ich kann es nicht. Weil du mein Omega bist oder zumindest mal warst. Und weil du ein Teil dieses Rudels bist!", schrie ihn Sara an, „Aber du hast uns alle verraten! Du hast das Rudel verraten!"
„Nein, das habe ich nicht! Sara, ich schwöre dir, dass ich das nicht getan habe! Du verstehst das nicht!", brüllte Rip zurück, „Mallus muss aufgehalten werden!"
Sara rieb sich ihre Schläfen. Das hier führte alles zu nichts.
„Nein", meinte sie dann, „Nein, Rip, die Zeiten, in denen das hier dein Team war, das tut, was du ihm sagst, nur weil du es gerade sagst, sind vorbei! Mallus ist mir im Augenblick herzlich egal! Ich werde das Wohl meines Rudels nicht riskieren, indem ich mich auf eine wilde Jagd nach ihm begebe, nur weil du dir das einbildest!"
Rip öffnete den Mund um erneut zu protestieren, doch Sara knurrte ihn an, woraufhin er seine Mund wieder schloss. Schließlich meinte er: „Nun gut. Dann mach ich das eben allein. Ich meine es ernst, wenn ich sage, dass ich euch niemals schaden würde. Und ich will euch auch nicht zur Zielscheibe machen. Ihr habt bereits genug eigene Probleme. Ich werde also gehen, und …"
„Nein", unterbrach Sara ihn.
Rip warf ihr einen erstaunten Blick zu. „Nein?", wiederholte er ungläubig.
„Nein", bestätigte Sara, „Vor etwas mehr als einem halben Jahr habe ich einen großen Fehler begangen. Ich habe mich gefügt, als man mir sagte, dass wir Legends nicht mehr durch die Zeit reisen dürften um unseren Fehler zu korrigieren. Und dann habe ich zugelassen, dass mein Rudel auseinander bricht.
Ich habe zugelassen, dass jeder sein eigenes Leben lebt. Ich habe nicht auf der Stelle das Time Bureau gestürmt, als Amaya verschwunden ist, und bin in eine andere Stadt gezogen, als der Rest meines Teams, weil ich meine Verpflichtungen anderen Leuten gegenüber für wichtiger genommen habe als die meinem Rudel gegenüber. Dann habe ich zugelassen, dass mein Omega, der zu diesem Zeitpunkt offensichtlich bereits wieder mal Geheimnisse vor mir hatte, sich der Organisation anschließt, die mir das Gefühl gegeben hat als Alpha und Rudelführer versagt zu haben, und das obwohl ich die Welt gerettet habe und jede Chance meine Schwester, meinen Alpha, zurückzubekommen dafür geopfert habe.
Aber ich werde keinen dieser Fehler ein zweites Mal begehen. Ich dachte immer, dass ein guter Alpha einer ist, der sich nicht wie ein Alpha benimmt, wenn es nicht unbedingt sein muss. Aber vielleicht habe mich geirrt. Denn was hat es uns gebracht?
Amaya dachte, dass sie wir nicht verstehen würden, warum sie uns verlassen muss und hat sich heimlich davon gemacht, und du hast uns darüber angelogen, weil du ihre Meinung geteilt hast. Martin fühlt sich innerlich zerrissen, weil er denkt sich zwischen seiner Familie und uns entscheiden zu müssen, obwohl er doch beides haben kann. Jax denkt, er müsse hinter Martins Rücken einen Weg finden ihn von ihrem Band zu befreien, weil Martin sonst niemals glücklich werden könnte, und das obwohl sie Partner sind. Nate wurde monatelang von uns allen vernachlässigt, weil wir alle besseres zu tun hatten als ihm die Unterstützung zu gewähren, die er gebraucht hätte, nachdem Amaya ihn verlassen hat. Und nun ist er wieder mit Amaya zusammen, hält sich aber nur für den Notnagel, für jemanden, der es nicht wert ist, dass man mit ihm zusammen ist. Ray und Mick tun so als wäre alles in Ordnung, obwohl ein Blinder sehen kann, dass nichts zwischen den beiden stimmt und genug nicht mit ihnen beiden in Ordnung ist. Du lügst und verschleierst, als wäre all unsere gemeinsame Zeit niemals passiert. Und Zari leidet darunter eine Zeitreisende zu sein, die ihren Bruder nicht retten kann, und der außerdem ein unbekanntes Schicksal blüht, und die nicht einmal weiß, warum sie überhaupt auf diesem Schiff ist.
Und dann bin da noch ich. Der Alpha, der das alles weiß und nichts dagegen unternimmt. Ray war derjenige, der versucht hat uns zusammen zu halten, obwohl ich es hätte sein müssen. Und anstatt ihn bei seinen Team-Building-Übungen zu unterstützen, habe ich mich anderen Problemen zugewandt. Aber damit ist es jetzt vorbei. Ich bin der Alpha dieses Rudels, und ich gestatte dir nicht uns zu verlassen. Du kannst unsere Beziehung nicht einfach beenden."
Rip starrte sie an. „Sara", meinte er dann langsam, „Was redest du da?"
„Ich sage, dass du bleibst", informierte Sara ihn kühl und stellte sich dann direkt vor den Omega und ließ alle ihre Alpha-Pheromone gezielt und gebündelt auf ihn los, obwohl sie das noch niemals zuvor getan hatte und sich immer geschworen hatte es niemals zu tun, als sie sagte: „Setz dich hin."
Rip wich vor ihr zurück und ließ sich dann den nächstbesten Stuhl fallen. Und sah sie mit einem vorwurfsvollen Blick an. Doch sie ließ sich davon nicht beeindrucken. Das hier war zu seinem eigenen Besten, ob er es wusste oder nicht.
Sie war der Alpha, sie wusste, was ihr Rudel nun brauchte, selbst wenn die anderen Mitglieder von diesem es nicht wussten. Und sie würde es liefern. Oh ja, das würde sie.
A/N: Okay, ich habe gelogen. Mick und Ray sind nicht zum Zug gekommen. Der Plot kam mir in den Weg. Im nächsten oder spätesten übernächsten Kapitel wird das aber geklärt, versprochen!
Reviews?
