Danke für das Review Tamy!


Life in the Beginning of the War

Kapitel 10

Harry saß in der Küche und nippte an seiner Tasse Kaffee, als er die meisten anderen Ordensmitglieder grummelnd und vollkommen verschlafen in die Küche taumeln sah.

„Harry? Sind dir noch irgendwelche Gründe eingefallen von unserem Vorhaben abzuweichen?", fragte Sirius sein Patenkind, als er sich auch in der Küche niederließ.

„Nein, ich hab noch mal drüber nachgedacht. Ist alles in Ordnung!", antwortete er ihm.

„Wovon redet ihr? Das klingt so geheimnisvoll!", warf Ron ein.

„Du solltest eben manchmal etwas besser zuhören!", entgegnete Tanja gespielt vorwurfsvoll.

„Ja, ja. Du mich auch."

„Sagt mal ist das eine Epidemie?", fragte auf einmal Luna sichtlich genervt dazwischen.

„Das ‚Wir sind alle Morgenmuffel' – Syndrom.", meinte Bill grinsend.

„Warum Morgenmuffel? Ich bin schon seit fast zwei Stunden wach!", wunderte sich Harry.

„Schläfst du nicht etwas zu wenig?", meinte Sirius Stirn runzelnd sein Patenkind ansehend dazwischen, da er bedachte, dass sie gestern erst nach Mitternacht ins Bett gegangen waren und es jetzt noch nicht einmal acht Uhr war.

„Lieber wenig, als gar nicht. Hey, guck mich nicht so an. Ich bekomme langsam wieder einen normalen Schlafrhythmus!"

Sirius sah ihn noch einmal kurz skeptisch und aufmerksam musternd an, als er von Bill etwas gefragt wurde.

„Sag mal, was meintest du vorhin?"

„Wir haben beschlossen, dass wir nachher nach Godric's Hollow gehen.", antwortete Harry für seinen Paten.

Nachdem er das gesagt hatte, wurden die beiden nicht von wenigen erstaunten Augenpaaren angesehen.

„Was denn? Hab ich was Falsches gesagt?", wunderte sich Harry über die erstaunten Blicke.

„Nein, das kam nur so überraschend, würde ich sagen.", meinte Hermine nachdenklich.

„Eigentlich nicht wirklich oder hast du das Gespräch an deinem ersten Abend hier schon vergessen?", wurde sie von Tanja gefragt.

„Welches Gespräch? Ach so, das meinst du. Na gut, wenn man es so sieht.", entgegnete sie immer noch mit leicht gerunzelter Stirn.

„Gibt es da was, wovon ich wissen müsste?", schaltete sich Molly ein.

„Nein, Mum.", kam es von Ginny, für ihre Mutter anscheinend einen Tick zu schnell.

„Also doch, nun was habt ihr diesmal wieder angestellt.", fragte sie, die Jugendlichen einen nach dem anderen gespannt musternd, während sie die Hände in die Hüften stemmte.

Nichts.", sagte Ginny eindringlich.

„Könntet ihr mich freundlicherweise über die Bedeutung von diesem ‚Nichts' aufklären?"

„Muss ein ziemlich großes Nichts gewesen sein, wenn die Kleinen sich so ertappt angucken.", flüsterte Susan Sirius zu, worauf beide grinsen mussten, aber weiterhin der Unterhaltung folgten.

„Ihr braucht da gar nicht so zu grinsen! Hier geht es um eine ernste Sache!", fauchte Molly die beiden an.

„Du kannst nicht beurteilen, ob die Sache ernst ist, da du nicht weißt worum es geht!", erwiderte Sirius ruhig.

„Na wenigstens probieren hier welche ansatzweise abzulenken.", grummelte Seamus sarkastisch.

„Hier wird nicht abgelenkt! Also was war los?", fragte Molly weiter.

„Nichts war los.", blieb Ginny bei ihrer Meinung, worauf Molly ihren Blick auf die anderen richtete.

„Ich stimme Ginny voll und ganz zu.", meinte Harry während der restliche Anteil Jugendlicher brav nickte.

„Ich habe darauf keine Lust, also wie wäre es, wenn ihr die Freundlichkeit besitzen würdet und einfach mit der Sprache raus rücken würdet!", langsam wurde Molly ungeduldig.

„Wir haben das Recht zu schweigen!", triumphierte nun Tanja.

„Könntet ihr aufhören Gericht zu spielen und mir langsam mal sagen, wo ihr wart, als wir die Versammlung hatten?", sie hatte Mühe ihre Stimme noch ruhig zu halten.

„Also jetzt weiß sie schon, wann wir da waren. Jetzt muss sie nur noch herauskriegen, wo.", grinste George.

George, überleg dir mit wem du sprichst!"

„Ich glaube ihr macht das nur noch schlimmer.", meinte Susan, konnte ein Grinsen aber nicht unterdrücken.

„Woher weißt du wo wir waren?", wunderte sich ihr Sohn.

„Ich habe meine Quellen.", grinste sie teuflisch.

„Könntest du deiner Quelle dann unseren herzlichsten Dank ausrichten?", meinte Harry mit einem giftigen Blick Richtung Remus.

„Treibt es nicht zu weit! Auch ich habe eine Geduldsgrenze!", ereiferte sich Molly wiederum

„Die du immer ziemlich schnell überschreitest.", murmelte George seinem Zwillingsbruder zu, in Erinnerung an die unzähligen Male, in denen die beiden schon von ihr angeschrieen wurden.

„George, es reicht! Überleg dir gefälligst, wen du hier vor dir hast!", rief sie.

„Molly, beruhig dich, bitte.", bedeutete Susan ihr, da sie den ganzen Aufruhr nicht verstand.

„Wenn du es wissen willst, sie haben nichts angestellt, nichts beschädigt, keinem etwas getan, oder sonst irgendwas, wofür man sie anschreien müsste.", probierte Sirius sie im ruhigen beschwichtigenden Ton zu beruhigen, als er beobachtete wie die Jüngeren langsam aufstanden und sich allesamt in Richtung Tür bewegten.

„Also was war es nun?", fragte sie in etwas ruhigerem Ton und war geschockt, als sie sah, dass keiner der Angesprochenen mehr auf seinem Platz saß.

„Ähm, wir waren in der Bibliothek! Machs gut, Mum!", sagte Fred schnell, schloss die Tür, wonach man ihn nur noch die Treppe hinauf rennen hörte.

„In der Bibliothek? Was wollten sie denn da?", sie war ziemlich perplex.

„Ich denke es war einfach nur jugendliche Neugier.", meinte Susan nachdenklich.

„Da habt ihr wahrscheinlich Recht.", seufzte sie, worauf die anderen sich erleichterte Blicke zuwarfen.

„Wann wolltet ihr beide eigentlich los?", kam es nun von Bill in Richtung Sirius.

„Weiß nicht, so eine Weile vorm Mittagessen wahrscheinlich. Wieso fragst?"

„Nur so. hat keinen besonderen Grund. Wollte nur ein anderes Thema anfangen.", winkte er ab.


„Ich weiß es nicht genau, späten Vormittag würde ich vermuten, wieso fragst?", antwortete Harry seinem besten Freund.

„Keine Ahnung, wollte es wahrscheinlich nur wissen.", erwiderte er Schulter zuckend.

„Ich glaube ja fast, dass es da noch einen anderen Grund gibt.", mutmaßte Neville.

„Ich hab echt nur gefragt! Ok, ja du könntest Recht haben, aber-", setzte Ron an.

„Du willst die beiden erstmal alleine hinlassen, oder?", beendete Luna seinen Satz.

„Hey, wir sind die einzigen, die-", fing Fred an.

„sich gegenseitig die Sätze beenden dürfen!", endete George.

„Und was ist, wenn-"

„wir das auch einfach machen?", ärgerten Tanja und Harry die Zwillinge.

„Das ist absolut hinterhältig!", riefen die Zwillinge synchron.


Siriusging unterdessen die Treppen zu den Zimmern hoch, in denenauch sein Patenkind gerade wohnte. Dortangekommen klopfte er und betrat das Zimmer.

„Was ist? Wollen wir?", fragte er Harry.

„Klar, wenn du willst.", antwortete er ihm, mit etwas Unbehagen in der Stimme, unterdessen er sich vorerst von seinen Freunden verabschiedete.

„Ich hab ihn so eingestellt, dass ihr ungefähr acht bis zehn Meter vor der Tür ankommen müsstet. Ich will ja nicht, dass die Sicherheitsvorkehrungen verrückt spielen.", meinte Remus und legte eine alte Zeitung vor die beiden auf den Tisch.

„Danke.", meinte Sirius, als er und Harry die Zeitung gleichzeitig berührten und schon das bekannte Gefühl hinter dem Nabel spürten.


Das erste, was er sah, ließ ihm den Atem stocken. Er hätte erwartet, dass das Haus, er verbesserte sich innerlich, das Anwesen total heruntergekommen aussehen würde und es so aussehen würde, als ob es nicht mehr lange machen würde, jedoch sah es aus, als wäre der Hausherr bloß mal kurz in den Urlaub gefahren. Es sah ziemlich altertümlich aus, das ganze Haus und die Fensterläden waren in Pastell- und Erdtönen gehalten, während vor der Eingangstür Beete mit Rosen und, nicht sehr zu seiner Verwunderung, Lilien vorhanden waren.

Er spürte eine Hand auf seiner Schulter, sah kurz zu Sirius hoch, der ihm bedeutete, Richtung Eingangsportal zu gehen. Langsam setzten sie sich in Bewegung während Harry sich in der Gegend umsah. Kaum fünfzig Meter vom Haus entfernt befand sich ein Wald, der, im Gegensatz zum Verbotenen Wald in Hogwarts, friedlich und freundlich aussah. Er schaute über seine Schulter und sah dort eine Kleinstadt liegen, die ein Stück vom Anwesen entfernt lag. Sie begann mit schön gepflegten Vorstadthäusern und wandelte sich gen Horizont in mehrstöckige, ebenfalls ziemlich antik aussehende, Mehrfamilienhäuser um.

„Godric's Hollow ist eine gemischte Stadt. Dort leben Zauberer, Squibs und auch Muggel, die meisten sind welche, die Hexen oder Zauberer geheiratet haben oder andere, die in ihrer Linie keinen Brief von Hogwarts bekommen haben oder einfach nur ihren muggelgeborenen Verwandten gefolgt sind. Die Stadt ist ein merkwürdiger Mix aus Muggel- und Zauberergesellschaft.", erklärte Sirius ihm, worauf er sich wunderte, dass das funktionieren konnte.

Ehe er sich versah, waren sie an der Treppe vor dem Eingang angekommen. Sie sahen sich noch einmal kurz an, bevor Harry voranging und mit der Hand gegen die Tür, Tor oder was auch immer, drückte. Entgegen seiner Erwartungen ließ sie sich ganz einfach öffnen. Er wartete bis sie sich ganz geöffnet hatte, als er langsam die Eingangshalle betrat.

Wiederum stockte ihm der Atem. Sie befanden sich in einem großen Raum, der fast einer Halle glich. Kaum waren sie eingetreten, zogen sich die Vorhänge vor den Fenstern wie von Geisterhand auf und die Tür hinter ihnen schlug ins Schloss, worauf Harry leicht zusammenzuckte. Die Wände waren ebenfalls in hellen, warmen Tönen gestrichen, während sich an den Fenstern dunkle Fensterrahmen und weinrote Vorhänge befanden. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich ein Kamin, der mit demselben Holz, wie die Fenster verziert war, während der Kamin selbst aus hellem Marmor, wie der Boden, bestand. Über dem Kamin hing ein ziemlich großes Bild, was momentan leer war.

Auf einmal hörte er aufgeregtes Quieken und es ertönte viermal ein ‚Plopp', als auf einmal vier Hauselfen vor ihnen standen.

„Mensch, Mickie, beeil dich.", fiepte eine der Elfen, was wahrscheinlich einem Flüstern gleichen sollte, bis es noch einmal ploppte und nun fünf Elfen in einem Abstand von zwei bis drei Metern vor ihnen standen.

„Einen wunderschönen guten Morgen in Godric's Home! Wir freuen uns außerordentlich Master Potter und seinen Gast hier begrüßen zu dürfen!", riefen die Fünf im Chor, währenddessen sie sich, bis ihre Nasenspitzen fast den Boden berührten, verbeugten.

Harry wusste gar nicht, was er sagen sollte, er machte den Mund auf, aber es kam gar kein Ton daraus. Er hatte schon geahnt, dass es Hauselfen geben musste, aber nicht vermutet, dass diese noch leben würden.

Eine der Hauselfen, sie musste weiblich sein, denn sie trug ein süßes kleines rotes Kleid, hatte Tränen in den Augen, als sie Harry ansah. Dies verwunderte ihn, was ihn jedoch noch mehr wunderte war, dass alle fünf vernünftige Kleidung trugen und nicht irgendwelche Geschirrhandtücher oder andere Fetzen, die er bei anderen Hauselfen gesehen hatte.

„Dürfen wir uns vorstellen? Mein Name ist Wandy, das neben mir ist Peppi, das Mickie, Woppi und Heppie.", stellte sie die Anwesenden Hauselfen vor.

„Haben sie irgendwelche Wünsche, Master Potter?", fragte sie ihn und man sah ihr an, dass sie ganz scharf darauf war, endlich mal wieder etwas für einen Potter zu tun.

„Ähm, ich würdees vorziehen, wenn ihr meinen Vornamen benutzen würdet.", gab er vollkommen verdutzt von sich, während Sirius neben ihm stand und von einem stillen Lachanfall geschüttelt wurde.

„Was lachst du so?", fragte er ihn daraufhin.

„Nichts weiter. Du siehst nur so aus, als ob du noch nie Hauselfen gesehen hättest.", gab er von sich.

„Gesehen hab ich schon welche, aber keine, die plötzlich und vollkommen unerwartet vor mir auftauchen.", gab er zurück.

„Es tut uns leid, wenn wir sie erschreckt haben, Master Po-, äh Harry.", gab ein Elf von sich, der ihm als Woppi vorgestellt wurde.

„Muss euch nicht Leid tun, ich hab bloß nicht erwartet, dass es hier noch Hauselfen gibt."

„Warum sollte es hier keine geben?", wunderte sich einer von ihnen.

„Weil das Haus schon eine Weile leer steht?", fragte er zurück.

„Wir haben es zu unserer Aufgabe gemacht, dass Haus weiterhin solange sauber zu halten, bis der nächste Erbe hier einzieht und uns spezielle Aufgaben gibt.", wurde ihm mit einer leichten Verbeugung erklärt.

„Und warum habt ihr alle ordentliche Kleidung an, wenn man fragen darf?", wunderte er sich.

„Weil wir freie Elfen sind, Master. Wir arbeiten freiwillig hier."

„Wunder dich jetzt nicht, hier gab es schon freie Hauselfen, als dein Dad noch Quark im Schaufenster war.", erklärte Sirius ihm, auf seinen verwunderten Blick hin.

„Gut, dann kann ich Hermine ja mitnehmen, ohne, dass sie mir den Kopf abreißt.", grinste er, als er auf einmal ein Räuspern aus dem eben noch leer stehendem Portrait über dem Kamin hörte.

„Harry Potter, wie schön, dich hier begrüßen zu dürfen.", sagte der Mann in dem Rahmen, der neben einer Frau an einem Tisch saß und anscheinend Tee trank.

„Godric Gryffindor mit seiner Frau Lillith.", flüsterte ihm Sirius zu.

„Guten Tag.", meinte er ehrfürchtig, vor dem Gründer seines Hauses stehend.

„Oh, wen hast du uns denn da mitgebracht?", meinte die Frau entzückt, nachdem sie ihn ebenfalls herzlich begrüßt hatte.

„Einen wunderschönen Tag, Lillith, Godric.", antwortete Sirius, eine leichte Verbeugung andeutend.

„AchMr Black, wir haben uns aber schon eine ganze Weile nicht gesehen.", meinte er fröhlich.

„Ja, es war ganz schön ruhig in den letzten Jahren.", setzte sie seufzend hinzu.

„Aber nun gut. Ich nehme an du bist mit deinem Patensohn hier, um ihm das Anwesen zu zeigen?", mutmaßte Godric.

„Genau deswegen.", bestätigte er Godrics Vermutungen.

„Wenn das so ist, wünschen wir euch viel Spaß!", zwinkerte ihnen dessen Frau zu.

„Haben die Herren schon gefrühstückt?", schaltete sich eine der Elfen ein.

„Ihr hattet echt nicht viel zu tun, oder? Aber nein, haben wir nicht.", antwortete Harry lächelnd.

„Gut, dann kümmern wir uns darum. Wo wünschen Sie zu speisen?"

„Ich hab keine Ahnung, was sagst du?", fragte er Richtung Sirius.

„Draußen?"

„In Ordnung. Wir bereiten alles soweit vor!", quiekte Wandy aufgeregt und alle fünf verschwanden mit einem ‚Plopp'.

„Wollen wir weiter?", wurde er von Sirius aus seiner Starre gerissen. Er nickte ihm zu und Sirius deutete auf den Gang zu seiner rechten Seite.

„Aber, wenn sie frei sind, könnten sie doch einfach gehen, oder?", meinte Harry nachdenklich mehr zu sich selbst, als zu Sirius.

„Das schon, aber sie haben immer gern hier gearbeitet. Deine Großeltern und Eltern sind immer vernünftig mit ihnen umgegangen, warum sollten sie also weggehen?"

Sie waren am Ende des Ganges angekommen und befanden sich in einem großen ziemlich gemütlich aussehenden Wohnzimmer. Es standen zwei Dreisitzer- Sofas, ebenfalls in dunklem Rot, mit einem Schaukelstuhl und einem Sessel um einen dunklen Couchtisch mit Milchglas in der Mitte. Auf diesem stand eine beige Vase, passend zum Teppich, mit weißen Orchideen. Am Kopfende des Tisches, wo der Sessel stand, befand sich ein Kamin, auf dem ein Blumentopf stand. Darüber hingen mehrere große Fotorahmen. Auf dem Kamin selbst, waren vereinzelte Fotorahmen angeordnet. Neugierig ging er zu diesen und besah sich zuerst die kleinen Rahmen. Was er dort sah, ließen ihm beinahe die Tränen in die Augen schießen. Dort saßen zwei, relativ noch junge Menschen, die er Ende zwanzig schätzen würde, mit zwei Kindern mit rabenschwarzen Haaren auf einer Bank im Park.

Der kleine Junge, er würde ihn auf vier oder fünf schätzen, saß neben seinen Eltern und streckte seiner Schwester, die er auf elf oder zwölf schätzte, die Zunge raus, worauf seine Eltern nur lachen konnten. Es sah so aus, als würden die beiden anfangen zu zanken, was die Mutter mit einem gespielt vorwurfsvollen Blick beendete. Er sah sich das Datum an. 8. August 1974. irgendwas sagte das Datum ihm, aber er kam nicht drauf.

„James' fünfter Geburtstag.", erklärte Sirius ihm, der neben ihm stand und sich ebenfalls einige Fotos ansah.

Ihm war klar, dass der kleine Junge sein Vater war. Er hatte genauso ausgesehen. Was ihn verwunderte war, das Mädchen auf dem Foto. Er sah Sirius fragend an.

„Faith Amanda Potter. Deine Tante.", erklärte er ihm.

„Meine Tante? Dann hab ich doch noch lebende Verwandte?"

Sirius schüttelte traurig den Kopf, was ihm einen Stich ins Herz versetzte.

„Ich weiß gar nicht, wie alt sie auf dem Foto war. Lass mich überlegen. James ist am 8.8. geboren worden. Sie irgendwann Mitte März. Sie müsste da ungefähr elfeinhalb gewesen sein. Dann müssten das die Sommerferien vor ihrem zweiten Jahr in Hogwarts gewesen sein."

„Was ist passiert?", er traute sich kaum zu fragen, da er sich die Antwort schon denken konnte und genau so hörte sich auch seine Stimme an, stammelnd und leise.

„Am Anfang von unseren Ferien zum siebten Schuljahr, wurden die vier im Urlaub in Irland angegriffen. James und Faith wurden schwer verletzt ins St. Mungo eingeliefert. Sie hat es nicht mehr geschafft.", antwortete er ihm leise.

Nun stiegen ihm doch die Tränen in die Augen, wenn er sich das Foto ansah, wo sie alle lachend beieinander saßen. Sirius kam zu ihm und nahm ihn in die Arme. Er wollte nicht glauben, dass Voldemort ihm wirklich alle seine Familienmitglieder genommen hatte. Seine Wut auf ihn und die Todesser stieg immer weiter an.

Er wusste nicht wie lange sie dagestanden hatten, nach einer Ewigkeit, so kam es ihnen vor, löste er sich aus der Umarmung, sah seinen Paten noch einmal traurig lächelnd an und wischte sich die Tränen aus den Augen.

Langsam besah er sich die anderen Fotos. Da war ein Hochzeitsfoto seiner Eltern, neben dem seiner Großeltern und drei Fotos, in denen glückliche Eltern ihre Neugeborenen in den Armen hielten. Unter all diesen Fotos stand das Datum, mit dem dazugehörigen Ereignis in Gold verschnörkelter Schrift. Bei dem Foto seines Vaters musste er grinsen, da dieser dort aus vollem Halse zu schreien schien.

Er wandte seinen Blick den großen Fotorahmen zu und ihm blieb auf einmal die Spucke weg. Es waren alles Bilder aus Hogwarts mit, für ihn teilweise, bekannten Gesichtern, die alle ausgelassen und fröhlich wirkten. Auf dem einen war Hagrid drauf und neben ihm standen zwei Jugendliche, Ende fünfzehn, wovon der eine auf den Schultern des anderen stand, um ansatzweise die Größe von Hagrid zu erreichen. Der obere von beiden kam auf einmal mächtig ins straucheln und fiel, seinen Träger mitreißend, um. Beide richteten sich, die Köpfe vor Schmerz reibend auf und versanken in einem Lachanfall.

Auf einem daneben sah er mehrere Jugendliche auf der Wiese am See sitzen, die sich lachend unterhielten, als auf einmal eine Frau, die er als seine Mutter erkannte, nach einem viel sagenden Blick seines Vaters aufsprang und lachend wegrannte. Er rannte hinterher, während sich die anderen auf der Decke vor Lachen kugelten. Als er sie gefangen hatte, ging er, mit einer sich mit Händen und Füßen wehrenden Lily auf den Armen, Richtung See. Mit einem letzten teuflischen Grinsen warf er sie, in den See, jedoch nicht bedenkend, dass sie ihn am Kragen gepackt hatte und mit ins Wasser zog.

Auf anderen sah man, wie sich Personen Streiche spielten, sich spielerisch schlugen oder in dem Fall von einem Bild, anscheinend gerade Pantomime spielten, was er urkomisch fand.

Jedoch das eine Bild hatte es ihm angetan. Auf dem saßen seine Eltern auf einem Sessel im Gemeinschaftsraum, Lily auf seinem Schoß, und lächelten sich verliebt an.

Lächelnd wandte er sich ab und sah Sirius an.

„Wer zum Teufel fotografiert das alles?"

„Na ja, wenn man davon absieht, dass Susan und Al ziemlich scharf auf Fotos waren. Eigentlich wir alle mal. Der Fotoapparat unser ständiger Begleiter. Manche von denen sind auch im Unterricht gemacht worden.", er deutete auf ein Bild.

Es zeigte die hinterste Reihe im Geschichtsklassenraum. Dort saßen, oder besser lagen, mehrere Personen vollkommen synchron mit verschränkten Armen und den Kopf darauf gebettet. Er erkannte in ihnen seinen Vater, neben diesem Remus und Sirius, eine Person die Susan ziemlich ähnlich sah, Alice und Frank Longbottom.

„Hm, die Nacht durchgefeiert?", mutmaßte Harry, worauf Sirius nur nickte.

Nachdem er sich die Fotos durchweg angesehen hatte, wendete er seinen Blick in die andere Richtung. Ein Stück neben der Sitzgruppe, ging der Teppich in Parkett über und gab den Blick auf die Terrasse frei. Da Sirius meinte, dass sie draußen essen würden, sah er sich weiter um. Auf der gegenüberliegenden Seite vom Kamin befand sich eine Anbauwand aus dunklem Holz. Schränke mit Gläsern und einer Bar, in der er Alkohol vermutete befanden sich dort, genauso wie einige Souvenirs und Bücher.

Sich weiter umdrehend sah er an einer Wand einen Wandteppich mit einem Stammbaum hängen. Dieser war etwas heller, als die Sofas, und auf ihm befanden sich in goldener, verschnörkelter Schrift, alle Namen seiner Ahnen. Er ging zu diesem und besah ihn sich genauer. Weiter unten, bei ihm ungefähr auf Brusthöhe, standen die Namen, die er vermutet hatte.

Edward S. Potter und Amanda J. Smith wurden durch eine gestrichelte Doppellinie verbunden. Er sah das Todesdatum: 05. Juli 1986. Das musste der Tag sein, von dem Sirius ihm erzählt hatte. Unter ihnen befanden sich die Namen Faith A. Potter und James E. Potter. Bei seiner Tante war das Todesdatum genau dasselbe, wie bei seinen Großeltern. Über diesem stand ihr Geburtsdatum, der 17.03.1963. Sein Vater wurde wiederum mit dem Namen Lillian E. Evans verbunden, deren Todesdatum, genau wie das seines Vaters, der 31.10.1989 war. Er sah seinen Namen als letzten verbliebenen Potter stehen. Harry J. Potter, geb. 31.07.1988. Er besah sich die Verbindungen zu anderen Familien genauer. Auf einmal stockte er in seiner Bewegung. Die Schwester seines Urgroßvaters hatte ein Kind bekommen unter dem der Name Minerva McGonagall stand. Das hieße dann wohl, dass seine Hauslehrerin seine Cousine dritten Grades sein musste.

„Ja, wer hätte gedacht, dass in deinen Adern dasselbe Blut wie in der sonst so strengen Professor McGonagall fließt.", meinte er grinsend.

„Obwohl, so abwegig ist das gar nicht.", murmelte Harry nachdenklich, „Wenn ich den Blick bedenke, den sie mir immer zuwirft, wenn mir was passiert ist."

Nachdem er seinen Gedankengang beendet hatte, beschlossen die beiden sich oben umzusehen. Sirius führte ihn den Gang in die Eingangshalle entlang und ging nun durch den rechten Durchgang. Er sah eine weitläufige Treppe in das obere Geschoss führen, während er Gang weiterging und sich dort noch andere Zimmer befanden. Was ihn jedoch erst brennend interessierte, waren die oberen Zimmer. So ging er bedächtigen Schrittes die Stufen hoch, um ins obere Stockwerk zu gelangen.

Am oberen Ende der Treppe befanden sich mehrere Türen, in größerem Abstand zueinander. Zwischen ihnen hingen Gemälde mit Stillleben oder anderem darauf, was er erstmal nicht so genau betrachtete.

„Das ist das große Badezimmer, das Schlafzimmer, ehemals Faiths Zimmer, das ehemalige Zimmer von deinem Dad, das dann zu deinem wurde und zwei Gästezimmer und dann noch das Arbeitszimmer.", erklärte er ihm, während er auf verschiedene Türen zeigte.

Er kam irgendwie gar nicht so schnell mit und dachte sich, dass er erkennen würde, welches Zimmer welches war und widmete sich der ersten Tür.

Er hatte das Schlafzimmer getroffen. Dort stand ein großes Himmelbett aus, im Gegensatz zur restlichen Einrichtung, hellerem Holz, mit leicht gelbem Baldachin und dazugehöriger Tagesdecke. Dem gegenüber befand sich ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen, neben denen links zwei Türen abgingen. Die eine führte in einen begehbaren Kleiderschrank, während die andere zu einer Miniaturausführung eines Badezimmers führte. Es war nicht wirklich klein, es hätten bequem drei Leute drin stehen können, jedoch befanden sich in diesem nur ein Waschbecken, eine Toilette und eine geräumige Dusche.

Neugierig mehr von dem Haus zu sehen ging er hinaus in den Flur und betrat das gegenüberliegende Zimmer. Er blieb mitten in der Bewegung stocken, als er in dem Zimmer einen Wickeltisch, eine Wiege, hellblaue Tapete mit süßen Mustern und eine Ansammlung von Kuscheltieren und anderem Spielzeug vorfand. Er ging langsam in das Zimmer und sah sich genauer um. Einige der Kuscheltiere kamen ihm benutzter als andere vor. Logisch, da ein kleines Kind immer seine Favoriten hatte.

Er verbrachte eine Weile in seinem Kleinkindzimmer, bis er sich schmerzhaft daran erinnerte, dass er wahrscheinlich immer noch hier wohnen könnte und es nach seinem Geschmack umgestalten könnte. Er spürte eine Hand auf seiner Schulter, die zweifellos seinem Paten gehörte und ihn beruhigen sollte. Es erreichte auch teilweise die Wirkung, die es erreichen sollte.

Die Gästezimmer waren nichts spannendes, da er die Personen wahrscheinlich nur flüchtig kannte, die dort genächtigt hatten. Das Badezimmer war genau nach seinen Erwartungen riesig, mit einer Badewanne, die einem kleinen Swimmingpool glich und einer großen geräumigen Dusche, einem Waschbecken, mit dazupassendem Spiegelschrank und einer Toilette. Der Boden war mit dunkelroten Flauschteppichen ausgelegt. Er hatte sich anfangs über die Gryffindorfarben gewundert, jedoch hatte er gemerkt, dass er sich in einem Haus befand, in dem zum größten Teil nur Gryffins gelebt hatten.

Das nächste, was er sich besah, war das Arbeitszimmer. Er öffnete die Tür und ging hinein. Der Boden war mit Parkett ausgelegt, während in der Mitte des Raumes sich ein ziemlich massiger Schreibtisch befand, der zum Fenster zeigte. An der einen Seite des Tisches befanden sich Regale mit Akten. Er sah grob darüber und merkte sehr schnell, dass hier einer ohne deutlich zusehendes System sortiert haben musste. Was er erkennen konnte, waren Berichte von Auroren, mit Jahreszahlen und Monatsangaben sowie Zeitungsausschnitte und Krankenakten und Vorstrafenregister. Während er mit konzentriertem Blick die Reihe langging hörte er auf einmal ein Räuspern hinter sich.

„Was ich dir dazu noch sagen wollte, ist, dass du da vor deiner Volljährigkeit eigentlich noch nichts dran zu suchen hast.", belehrte ihn Sirius, was nicht sehr überzeugend klang.

„Und warum grinst du dann so?", fragte er milde beeindruckt, ging aber, nach einem gespielt bösen Blick von seinem Paten, weiter. Er hatte noch gar nicht bemerkt, dass es sowohl im Schlafzimmer, einem der Gästezimmer und hier einen Balkon gab. Er ging zum selbigen, öffnete diesen und trat hinaus an die frische Luft. Ein leichter Windhauch umspielte ihn, als er kurz die Augen schloss und die Nase gen Himmel hielt. Danach öffnete er seine Augen wieder und sah hinunter auf die Anlage, die vor ihm lag. Ihm stockte der Atem. Auf der einen Seite ging der Wald, welchen er vorhin schon gesehen hatte, weiter, während dort noch ein kleiner See befand. Er ließ seinen Blick schweifen und sah eine große Grasfläche, die mit einer Linie von Sand abgetrennt wurde. Er identifizierte das mal als Quidditchfeld.

Auf einmal hörte er seinen Magen rumoren und ging mit Sirius zurück ins Wohnzimmer, wo sie durch die Terrassentür zu einer gemütlich aussehenden Holzsitzgarnitur kamen, von der ihnen schon der verführerische Geruch von Kaffee, Brötchen, Rühreiern und gebratenem Schinken entgegen stieg.

Kaum hatten sie sich gesetzt, erschien eine der Hauselfen und ließ mit einem Schnipsen ihres Fingers sich den Kaffee von selbst eingießen. Sie fragte noch nach weiteren Wünschen und verschwand mit einer kleinen Verbeugung, nachdem beide dankend abgelehnt hatten.

„Also, ich hab eher erwartet, dass es hier katastrophal aussehen muss, aber das es so, na ja, bewohnt aussieht, hätte ich echt nicht gedacht.", meinte Harry nachdenklich.

„Die Hauselfen tun alles, um das Haus auf Vordermann zu bringen. Außerdem haben sie ja eigentlich nichts weiter zu tun."

„Ja, aber wenn diese fünf Elfen das alles hier sauber machen müssen, haben sie doch ganz schön zu tun, oder?"

„Es sind ja nicht nur fünf. Sie sind in verschiedene Gruppen eingeteilt.", erklärte Sirius ihm.

„Und wie viele sind es ungefähr?"

„Ich habe nicht die geringste Ahnung. Aber ich glaube so um die zwanzig werden es schon sein."

„So viele?"

„Warum so viele? Es gibt durchaus Anwesen, die um die fünfzig oder hundert haben. Hogwarts zum Beispiel."

„Stimmt. Was ist im Erdgeschoss eigentlich noch alles? Und wenn ich richtig geguckt habe, gab es da noch einen Dachboden."

„Im Erdgeschoss ist auf dem linken Gang noch die Bibliothek und ein Trainingsraum. Und beim Wohnzimmer hinten durch kommt noch die Treppe, die in den Keller und die Küche führt und noch ein großes Esszimmer oder eine Halle, wie du es nennen willst. Im Keller ist eigentlich nichts weiter. Abstellraum und die Räume, wo die Hauselfen schlafen, ihre Sachen aufbewahren und wo das ganze Putzzeug steht. Und auf dem Dachboden befindet sich noch so was wie ein Minigemeinschaftsraum. Die Experimentierküche für die ‚Hilfsmittel für den magischen Tunichtgut GmbH'.", erzählte er ihm.

„Ach so, also ich glaube ich werde gemeuchelt, wenn die Bibliothek ungesehen bleibt.", grinste Harry.

„Glaube ich allerdings auch.", grinste er zurück.

Nach einem Blick auf die Uhr stellte er fest, dass es schon fast vier Uhr nachmittags war. etwas verwundert dachte er darüber nach und kam zu dem Entschluss, dass sie wirklich ziemlich viel Zeit hier verbracht hatten.

Er nahm sich vor, dass er seine Freunde nicht mehr allzu lang auf eine Berichterstattung warten lassen wollen würde und ging mit Sirius, nachdem sie das Essen beendet hatten, Richtung Bibliothek. Sie war überwältigend. Überall standen Bücher über Bücher. Der Raum an sich war ungefähr fünf bis sieben Meter hoch und es erstreckten sich bis zur Decke Regale mit Büchern. Diese waren nach verschiedenen Themengebieten sortiert. Von Verteidigung, Mythologie, magischen Geschöpfen und Lexika bis hinzu Kräuterkunde, Heilmagie, Büchern über Politik und sogar einigen wissenschaftlichen Muggelwerken. Er kam aus dem Staunen überhaupt nicht mehr raus. In dem Bereich unter dem Fenster befand sich ebenfalls, der im Wohnzimmer ähnlichen, eine Sitzgruppe, auf der locker zehn Mann Platz hätten. Daneben befand sich ein großer Schreibtisch, um Platz zum Arbeiten zu haben. Er dachte sich, dass er das noch mal mit Hilfestellung ausführlich betrachten würde und ging weiter zum Trainingsraum.

Dieser war ebenfalls ziemlich groß. Es stand eine Bank an einer Wand, worauf man anscheinend Pause machen konnte. In einer Ecke befand sich ein Stapel Matten, damit man beim trainieren nicht weiter verletzt wurde und weich aufschlug. In dem großen Wandschrank befanden sich einige, wie er feststellte, stumpfe Waffen zu Üben und einige Dummies, die auch schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen aussahen. Er wunderte sich noch einen Moment über die hohen Räume, als er einsah, dass die Treppe etwas höher war, als gewöhnlich und man Räume ja außerdem magisch vergrößern konnte. Nicht, dass das Anwesen das nötig gehabt hätte.

Er beschloss, dass es für ihn erstmal weniger interessant ist, die Küche zu besichtigen. Erst jetzt merkte er, wie erschöpft er eigentlich war. Na gut, so viel waren sie nicht gelaufen, aber das alles hier erstmal aufzunehmen und zu verkraften, kostete ihn schon eine Menge Kraft.

Nach einem Blick zu Sirius, beschlossen beide, dass es für heute reichen sollte und so gingen sie in die Eingangshalle, wo sich, wie sein Pate ihm erklärte, der Reisekamin befand. Sie verabschiedeten sich noch von den Hauselfen, denen sie versprachen bald wieder zu kommen. In der Halle angekommen, wartete Godric schon gespannt auf seinen ersten Eindruck.

„Und? Wie gefällt es dir hier?"

„Also, dafür, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen bin, ist es hier wirklich schön."

„Das freut mich. Es wurde mit viel Liebe eingerichtet.", lächelte ihn Lillith an.

„Und nun wollt ihr wieder da hin zurückgehen, wo ihr hergekommen seid und Bericht erstatten?", zwinkerte ihm Godric zu.

„Genau. Ich glaube nicht, dass sich das so praktisch macht, wenn ich keinem erzähle wie es hier war. Obwohl, warum die anderen nicht im Dunkeln tappen lassen?", grinste er, hatte aber nicht einen Moment daran gedacht, es seinen Freunden zu verheimlichen.

„Also werden wir demnächst mit weiterem Besuch rechnen dürfen?", fragte Godrics Frau entzückt und voller Vorfreude.

„Das ist stark anzunehmen.", meinte Sirius.

„Bestellt doch Remus und Minerva noch allerliebste Grüße von uns, wenn ihr sie seht, in Ordnung?", sagte sie als Abschiedswort.

Beide nickten zustimmend, verabschiedeten sich und reisten per Flohpulver zurück zum Grimmauld Place.Mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch richtete er sich wieder auf, da er nach der Reise mit dem Flohpulver unsanft auf die Nase gefallen war, und wischte sich den Ruß von der Kleidung. Er sah in die fragenden Gesichter der Erwachsenen, dachte sich aber, dass Sirius den Teil übernehmen könnte und fragte, wo seine Freunde zu finden waren.

„Sie müssten im Garten sein, glaub ich zumindest. Da waren sie jedenfalls noch vor einer Stunde.", antwortete ihm Susan. Er bedankte sich und ging nach draußen, um seine Freunde wieder zu sehen. Kaum im Garten angekommen, wurde er schon voller Elan auf die Decke gezogen, währenddessen sich alle um ihn herum versammelten. Tanja und Hermine schüttelten dabei nur die Köpfe, ließen sich aber ebenfalls in seiner näheren Umgebung nieder und lauschten gespannt.

„Und?", fragte Ron als erster.

„Was und?", kam die gespielt ahnungslose Antwort.

„Ich will wissen, wie es gelaufen ist, usw.", bekam er die Antwort.

„Gelaufen ist es echt super. Also ich war vollkommen platt. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, echt nicht. Das ist total gemütlich da und vor allen Dingen sieht das Anwesen, man kann schon gar nicht mehr Haus sagen, so aus als ob, der Hausherr erst vor kurzem in Urlaub gefahren ist."

„Wie geht das denn? Zaubersprüche zur Reinigung?", fragte Ginny dazwischen.

„Nein, Hauselfen. Hermine sag nichts, sie sind allesamt frei, werden bezahlt und können gehen, wann sie wollen. Sie arbeiten freiwillig dort.", beschwichtigte er Hermine, die schon zu einer Moralpredigt ansetzen wollte.

„So was gibt es?", wunderte sie sich daraufhin, was er mit einem Nicken beantwortete und ihr erklärte, dass sie alle normale Kleidung trugen, sofern man Hauselfenkleidung als normal bezeichnen konnte.

„Du siehst aber irgendwie nachdenklich aus. Ist irgendwas passiert?", fragte Tanja leise.

„Nein, passiert ist nichts."

„Aber?", warf Seamus ein.

„Es ist nur merkwürdig. Da weißt du fast dein ganzes Leben gar nichts über deine Familie und dann auf einmal bekommst du da so einen Informationenüberschuss. Von der Kindheit meines Vaters über die Zeit in Hogwarts. Ist eigentlich von allem etwas.", meinte er nachdenklich.

„Ist das nicht gut, wenn du es weißt oder kam dir das nur alles zu plötzlich?", fragte Neville vorsichtig.

„Es ist nämlich so, dass mein Vater noch eine Schwester hatte."

Man konnte in den Gesichtern der anderen erkennen, dass sie ziemlich geschockt waren. Davon hatte keiner von ihnen gewusst.

„Bezieht sich das ‚hatte' darauf, dass dein Vater tot ist, oder-", setzte Luna vorsichtig an.

„Nein eher, dass auch sie schon gestorben ist.", nach fragenden Blicken seiner Freunde fuhr er fort: „So wie Sirius es mir erzählt hat, müsste sie ungefähr sechseinhalb Jahre älter gewesen sein, als er. Und dann in den Sommerferien vom siebten zum sechsten Schuljahr, meiner Eltern, haben die vier Urlaub in Irland gemacht und wurden dort von Todessern oder Voldemort persönlich, was weiß ich, überfallen. Meine Großeltern sind sofort gestorben und die beiden anderen wurden ins Mungo gebracht, wo meine Tante ihren Verletzungen erlag."

„In dem Jahr ist dein Dad siebzehn geworden, oder?", fuhr auf einmal Hermine dazwischen.

„Ja, lass mich überlegen, doch stimmt, hast Recht, wieso fragst du?"

„Was war dein Großvater von Beruf?", fragte sie weiter.

„Ich weiß es nicht. Ich verstehe auch nicht ganz worauf du hinaus willst.", antwortete er verwirrt.

„Na sie haben uns doch erzählt, dass es vor der Wahl von Fudge einen Übergangsminister gab, der drei Jahre im Amt war, da der vorhergehende Minister gestorben sei. Außerdem hat Andy so merkwürdig geguckt, als sie uns erzählt hat, dass irgendein Reporter sozusagen der Privatreporter von diesem Minister war. könnte doch vielleicht sein, dass-", erklärte sie wurde aber von Harry unterbrochen.

„Das glaubst du doch nicht wirklich, oder? Ich meine mal wenn, hätten wir das bestimmt mitbekommen, oder?"

„Na, weiß einer von euch den Namen des früheren Ministers? Ich für meinen Teil weiß nur, dass er erfolgreiche Schritte gegen Voldemort eingeleitet hat.", blieb sie bei ihrer These.

„Also, eigentlich müsste es einen Zeitungsartikel davon geben. Ich meine mal, die haben selbst früher alle Todesopfer in Zeitungen bekannt gegeben und wenn er wirklich Minister war, müsste es darin stehen, oder?", meinte Tanja langsam.

„In dem Arbeitszimmer im Obergeschoss standen Zeitungsartikel in so einem Regal mit Akten. Vielleicht ist der dabei.", sagte Harry.

„Gut, also wenn du das nächste mal da bist, könntest du vielleicht so lieb sein und mal gucken?", warf Tanja an Harry gewandt ein.

„Ich werde mal sehen, obwohl mir Sirius nahe gelegt hat, dass ich da eigentlich noch nichts verloren hab. Hat er aber nicht wirklich ernst gemeint. Ach übrigens, die Bibliothek ist riesig! Ich hab sie mir nicht genau angeguckt. Das wollte ich lieber mit Hilfestellung machen."

„Meinst du etwa, dass du uns mitnehmen willst?"

„Ja, Herm, das meine ich. Außerdem freuen sich Wandy und Lillith schon total auf Besuch.", grinste er.

„Wer?", wunderte sich Neville.

„Lillith ist die Frau von Godric Gryffindor und Wandy ist die Hauselfe, die für die ganze Küche zuständig ist. Was meint ihr denn, wie sie sich gefreut hat, dass sie wieder mal was tun konnte."

„Wie jetzt, die Frau von Gryffindor?", hinterfragte Ron verwirrt.

„Neville, du hast uns doch erzählt, dass in der Eingangshalle ein Portrait von Gryffindor hängt, oder? Na ja, seine Frau ist auch mit drauf.", erwiderte er grinsend über die erstaunten Gesichter.

„Echt, das ist wahr? Ist ja genial. Und wie sind die beiden so?", Hermine wurde wieder von ihrem Wissensdurst gepackt.

„Also begrüßt haben die beiden uns total freundlich. So, als ob die beiden schon darauf gewartet haben, dass endlich mal wieder was los ist.", grinste Harry.

„Muss in den letzten Jahren echt langweilig gewesen sein. Ich meine mal, wenn ich mich fünfzehn Jahre lang nur mit Hauselfen unterhalten würde.", meinte Tanja.

„Und von der Einrichtung her?", mischte sich Hermine ein.

„Also erst hab ich mich über das ganze rot gewundert, dann ist mir klar geworden, dass es ja ein Haus voller Gryffins ist. Also total gemütlich. Helle Wände, zum Teil rote Vorhänge, das meiste aus dunklem Holz. Wirkt aber nicht erdrückend. Und in jedem Zimmer Pflanzen. Also ich könnte mich daran gewöhnen."

„Klingt gut. Obwohl ich nicht wirklich auf rot stehe.", murmelte Luna.

„Deswegen bist du ja auch in Ravenclaw.", grinste Ron zurück.

„Ja, jetzt mach mir auch noch Vorwürfe! Ich hab ja so schon nicht genug zu leiden!", rief sie gespielt böse, worauf alle anfingen zu lachen.

„Boah, weißt du eigentlich, wie lange du weg warst?", meinte Seamus auf einmal, mit einem Blick auf die Uhr.

„Also ich weiß, dass wir so um neun los sind und ungefähr um vier Uhr nachmittags wieder hier waren! Wieso fragst? Hast du mich etwa vermisst?"

„Ja, ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.", meinte er theatralisch, worauf Harry zu ihm kam und ihn in den Arm nahm.

„Oh, alles wird gut, hörst du? Jetzt bin ich ja wieder da.", schluchzte er gespielt.

„Schön zu sehen, dass ihr euch gefunden habt, aber kommt ihr rein? Das Abendessen steht auf dem Tisch!", unterbrach Sirius die zwei bei ihrem Theater.

„Meinst du, dass wir schon so weit sind, es den anderen zu erzählen?", fragte Seamus seinen „Liebsten" als sie hinter einem grinsenden und Kopf schüttelndem Sirius auf dem Weg zur Küche waren.

„Ich bin mir nicht sicher, aber wenn du bei mir bist, schaffen wir alles!", antwortete er ihm, als er zwischen zwei Lachanfällen wieder Luft schnappte.

Gut gelaunt und immer noch lachend betraten sie die Küche, wo sie von den meisten anwesenden nur komisch angesehen wurden, da diese nicht verstanden, was so lustig sein sollte.

„Ach jetzt fällt mir ja noch was ein. Minerva, Remus ich soll euch beiden schöne Grüße von Lillith und ihrem Anhang bestellen.", meinte Sirius auf einmal.

„Ihrem Anhang? Das ist ganz schön gemein, findest du nicht?", meinte Remus schmunzelnd.

„So ist Sirius nun mal.", grinste Harry.

„Nun ist gut hier. Macht mir eine Liste und reicht die unterschrieben und in dreifacher Ausführung ein.", murmelte er.

„Mal gucken, vielleicht hab ich heute Nacht noch Zeit!", grinste Tonks.

„Wieso musst du schon wieder Nachtschicht im Ministerium schieben?", erkundigte sich Bill.

„Nachtschicht schon, aber nicht in unserem Ministerium.", antwortete sie.

„Wo dann? Bestimmter Auftrag?", fragte er weiter.

„In gewissem Maße schon. Also, bevor du weiterfragst: Ich wurde auserwählt, heute Nacht in die USA zum Schnuppern zu gehen. Die haben Amelia benachrichtigt, dass sie nun doch enger mit uns zusammen arbeiten wollen und dann wurde ich auserwählt, sozusagen. Ich soll mich da herumführen lassen, mir ihre Arbeitsweisen erklären lassen und so weiter. Mal gucken, vielleicht wird es ja ganz interessant."

„Und warum ausgerechnet du?"

„Na, so wie mir das gesagt wurde, werde ich da hauptsächlich nur mit dem, fast noch, Nachwuchs der Aurorenabteilung zu tun haben. Wegen neuer Arbeitstechniken und so weiter. Weil die älteren Auroren doch noch was anderes gelernt haben als wir. Oder sie wollen einfach nur beweisen, dass auch England taugliches Frischfleisch hat.", meinte sie mit den Schultern zuckend.

„Wo liegt das Ministerium in den USA eigentlich?", warf Harry ein.

„Genauso wie in England, in der Hauptstadt. Wo dasjetzt direkt in Washington D.C.liegt, weiß keiner so genau, weil du da nur per Flohpulver oder in ausgewählten Gebieten mit Apparieren hineinkommst. Aber ich weiß, dass es genau, wie hier, unterirdisch ist.", erklärte Minerva ihrem Schüler.

„Na ja, ich muss dann los. Amelia erklärt mir noch, was ich beachten, wissen und mir erklären lassen muss. Macht's gut!"

„Mach's besser!", rief ihr Charlie im Vorausgehen noch hinterher, worauf sie ihm einen Was-denkst-du-denn-Blick zuwarf.

„Bin gespannt, was das wird.", grinste Ginny.

„Das war gemein. Ich würde es echt interessant finden, mal zu wissen, wie man in anderen Ländern arbeitet.", sagte Hermine daraufhin, worauf sie von zustimmenden Nicken der anderen Jugendlichen unterstützt wurde.

„Das werden wir ja spätestens morgen herausfinden, oder?", seufzte Arthur.

„Morgen zu der Versammlung kommt Albus erst wieder her, oder?", warf Sirius ein.

„Ja, wieso willst du das wissen?", wunderte sich Minerva.

„Ich glaube, dass ich mit Albus noch einiges zu klären habe.", seufzte er.

„Was da wäre?", hinterfragte Susan.

„Ist für euch nicht so wichtig.", wehrte er ab

„Warum machst du da so ein Geheimnis draus?", wunderte sich Molly.

„Mensch, ihr macht es einem aber auch nicht leicht! Um auf deine Frage zu antworten: Es muss erst mit den betreffenden Personen geklärt werden, bevor es, mehr oder weniger, Unbeteiligte erfahren.", sagte er mit einem entschuldigenden aber auch gleichzeitig entschlossenem Blick.

„Also müssen wir wohl oder übel warten.", seufzte Bill, was von Sirius mit einem Nicken beantwortet wurde.


„Ja, Tonks, dann hätten wir soweit eigentlich alles geklärt, hast du noch irgendwelche Fragen?", wurde sie von Amelia gefragt.

„Also, du hast mir gesagt, was ich fragen soll, was ich mir zeigen lassen soll, auf was ich achten muss, was ich aufschreiben muss und an wen ich mich wenden soll. Eigentlich haben wir nichts vergessen, würde ich meinen.", sie zählte die Möglichkeiten an ihren Fingern ab.

„Gut, also du wirst von einem Herren, namens Jason Miller empfangen. Mir wurde gesagt, dass er total verquatscht sein soll, also kein Problem für dich. Er wird am siebten Kamin auf dich warten. Er hat normale Amtskleidung an und er erwartet dich um Punkt acht, also in einer halben Stunde. Du müsstest nur noch deine reguläre Uniform anziehen, dann kann ich dich losschicken.", erklärte Amelia Bones, Leiterin der Abteilung für Magische Strafverfolgung, ihr.

„Gut, bis gleich!", meinte Tonks, ging in die Garderoben der Auroren. Sie ließ ihre Haare in einem brünetten, ihre Naturhaarfarbe, Stufenschnitt, zog sich noch den beigen Cordmantel über und ging zurück in das Büro ihrer Vorgesetzten, um sich die benötigten Papiere geben zu lassen.

„Das sieht doch mal ansatzweise vernünftig aus.", meinte Amelia mit einem Blick auf ihre Haare und einem Schmunzeln, als sie ihr, zwei Ordner in die Hand drückte.

„In dem weißen sind deine ganzen Papiere, die du brauchst, deine Arbeitserlaubnis, Lebenslauf, Aufenthaltsgenehmigung für das amerikanische Ministerium usw. In dem durchsichtigen sind die Dokumente, die du von dem Abteilungsleiter ausfüllen und unterschreiben lässt, von den Auroren, die dich in die Arbeit und Vorgehensweise einweisen. Nun, denn viel Erfolg!", sagte sie zu ihr, gab Tonks noch die Hand und gab ihr den Weg zum Kamin frei.

„Ministerium der United States, Washington D.C., Anreisehalle, Kamin Nummer 7", las sie laut vor, nachdem sie Flohpulver in den Kamin geworfen hatte und sich vor den Kamin gestellt hatte. Sie geriet in einen Strudel aus Farben und wunderte sich, dass die Reise so lange dauerte, bis ihr einfiel, dass sie noch nie soweit gereist war. Auf einmal sah sie ihren Zielkamin vor sich, machte sich zur Landung bereit und konnte sich gerade noch in der Hocke aufrecht halten, da sie einen unerwartet starken Ruck gespürt hatte.

Sie richtete sich auf, wischte sich den Ruß von ihrem Mantel, fuhr sich noch einmal durch die Haare und sah sich um.

Sie sah eine gutgefüllte Halle mit mehreren Sitzgelegenheiten und einem Getränkeautomaten. Sie ging aus dem Grenzbereich des Kamins heraus und sah sich nach ihrem Abholservice um. Ihre Schritte halten auf dem Marmorboden unter ihren Stiefeln wieder. Da sie niemanden sah, der so aussah, als würde er auf sie warten, ging sie zu den Stühlen in der Nähe des siebten Kamins und wollte sich gerade setzen, als ihr auf einmal jemand auf die Schulter tippte. Sie drehte sich um und sah in das gelangweilte Gesicht eines alten Mannes, der eine Uniform trug, die ähnlich von denen war, die Pagen in einem Hotel trugen.

„Einen wunderschönen guten Tag im Ministerium der USA. Dürfte ich bitte ihren Personal- und Dienstausweis und ihre Aufenthaltsgenehmigung sehen?", ratterte er mit schleppender Stimme hinunter.

„Ebenfalls einen guten Tag. Einen Moment, hier, bitteschön.", sie reichte ihm die gewünschten Papiere.

Er kontrollierte sie schweigend, warf ihr hin und wieder einen prüfenden Blick zu, als auf einmal der Aufzug aufging und ein junger Mann, den sie Mitte zwanzig schätzte, vollkommen aus der Puste auf sie zu gerannt kam. Kurz vor ihr blieb er, fast auf dem Boden ausrutschend, schlitternd vor ihr stehen und holte tief Luft. Er hatte kurze dunkelbraune Haare, war total braungebrannt und hatte stahlgraue Augen. Als er einigermaßen wieder zu Atem gekommen war, begann er zu sprechen.

„Hi, mein Name ist Jason Miller. Sie müssen dann, einen Moment-", setzte er an.

„Nymphadora Tonks sein. Genau, die bin ich.", vollendete sie seinen Satz.

„Mensch, Howard, was machst du denn da? Papiere auf Fingerabdrücke prüfen?", fragte er den alten Mann, der ihre Papiere immer noch misstrauisch beäugte.

„Wer weiß, ob sie wirklich die ist, für die sie sich ausgibt.", murmelte er, wurde aber von Jason unterbrochen, der ihm die Papiere aus der Hand nahm, sich überdeutlich von ihm verabschiedete und sich wieder Tonks zuwandte.

„Mach dir nichts aus dem. Der arbeitet schon seit 78 Jahren hier. Wird mit der Zeit immer paranoider. Letztens wollte er unseren Minister nicht durchlassen, weil er sich seinen Schnurrbart abrasiert hatte.", meinte er Kopf schüttelnd, jedoch erinnerten seine Erzählungen sie sofort an Mad-Eye, worauf sich unwillkürlich ein Grinsen auf ihr Gesicht schlich.

„Hier, diese Unterlagen habe ich von meiner Abteilungsleiterin bekommen.", meinte sie und gab ihm den durchsichtigen Hefter.

„Hm, da haben wir ja noch eine ganze Menge zu tun. Und was hab ich gehört? Du bist mit an der Suche nach Sirius Black beteiligt? Und ist es sehr kompliziert hinter einem verrückten Massenmörder her zu sein?", bei seinen letzten Kommentaren musste sie erst einmal kräftig schlucken. Sie musste über ihre Arbeit nicht oft Auskunft geben, da Amelia halbwegs Bescheid wusste und es ansonsten niemand etwas angeht, womit sie genau beruflich beschäftigt ist.

„Ähm, ja, es ist ziemlich kompliziert, wenn du verstehst, was ich meine.", stammelte sie zusammen.

„Ach so, bei einem so wichtigen Auftrag habt ihr alle vollkommene Schweigepflicht, oder?", rettete er sie mit seiner Unwissenheit.

„Genau, tut mir ja leid, aber das sind die Vorschriften und wir dürfen uns die Suche nicht kaputt machen, indem wir Dritte mit einweihen. Dafür ist sie zu wichtig."

„Ja, versteh schon.", meinte er leichthin, während er sie zu einem Aufzug führte, der anscheinend nur für Auroren, Abteilungsleiter und Juristen reserviert war. er drückte eine Zahlenkombination und dann auf den Knopf des achten Untergeschosses, da, wie er ihr erzählte, dass eine der wichtigsten Abteilungen war und es nur den dort Angestellten was anginge, was in den drei letzten Untergeschossen passierte.

Der Aufzug blieb stehen und eine kühle Frauenstimme, ähnlich der im englischen Ministerium, verkündete, dass sie sich in der Aurorenabteilung befanden und wünschte ihnen einen angenehmen Aufenthalt.

„Pah, einen angenehmen Aufenthalt. Die sollte mal einen Tag bei uns arbeiten und dann würde ihr der Spruch gewaltig vergehen. Aber egal, hier sind wir! Stopp, wir müssen erst nach links! Die Büros der Auroren siehst du schon noch früh genug!"

Sie hatte gar nicht genau gesehen, wo er lang gegangen war, jedoch stoppte er wieder abrupt und klopfte an eine große helle Holztür.

„Jason, du kannst draußen bleiben!", hörte man einen Mann rufen, der danach anfing zu lachen.

„Ha, ha, sehr witzig, Tom! Ich lach mich später kaputt, ja?", grummelte er zurück.

„Ach ja, darf ich euch vorstellen? Das ist Nymphadora Tonks, die Aurorin aus England. Nymphadora, darf-"

„Tonks, bitte. Einfach nur Tonks, ok? Ich hasse meinen Vornamen!"

„Okay, Tonks, darf ich dir meine geschätzten Kollegen vorstellen? Der Witzbold von eben ist Thomas Gregory, neben ihm sein kleiner Bruder Patrick. Die beiden Hübschen sind Emily Kutter und Josephine Carey, das sind Melanie Connor und Vincent Smith. Steven und Amanda Jacobs. Marcus Kinnen, Frank Moskev, Anne Johnson und ey, da fehlt doch eine!", begann er die Anwesenden vorzustellen, währenddessen Tonks von einem zum anderen ging und freudig begrüßt wurde, was sie bei den freundlich lachenden Gesichtern gerne erwiderte.

„Wieso wer sollte denn noch fehlen?", wunderte sie sich, da sie meinte, dass der Raum schon genug gefüllt war, da war der Aufenthaltsraum in England etwas größer.

„Jules!", kam es synchron von Melanie und Jason.

„Wo ist sie denn hin?", wunderte sich Jason.

„Wurde zum Minister bestellt! Keine Ahnung, was er von ihr wollte. Wahrscheinlich bekommt Mamas Little Darling eine Gehaltserhöhung!", sagte Melanie.

„Na und? Wenigstens tut sie etwas, im Gegensatz zu anderen hier Anwesenden!", giftete Josephine zurück.

„Komm mir jetzt nicht so, nur weil ich auch ein bisschen Spaß am leben haben will!"

„Ladies! Könntet ihr eventuell aufhören euch an zuzicken? Immerhin haben wir Besuch. Willst du was trinken? Kaffee, Tee?", meinte Frank mit ruhiger Stimme.

„Ähm, Kaffee wäre nicht schlecht!", antwortete Tonks total verdattert. Zum Glück gab es bei ihr solchen Zickenterror nicht. Und sie glaubte auch nicht, dass sich die beiden zum ersten Mal in den Haaren hatten. Das konnte ja heiter werden!

„Machst du mir bitte einen mit?", kam eine erschöpfte und genervte Stimme vom Türrahmen. Tonks drehte sich um und blieb mitten in der Bewegung stocken. Sie sah gerade in dieselben tiefblauen Augen, wie die von Sirius. Der Blick ihrer Gegenüber war nicht weniger geschockt, als die Person im Türrahmen erkannte, wen sie da vor sich hatte.

„Ju-Julia?", stotterte Tonks.

„Nimi?", stotterte ihre Gegenüber, während sie sich wie mechanisch die leicht gelockten, schwarzen Haare, mit einem kleinen Blauschimmer, hinters Ohr strich.

„Nimi? Sag mal, Jules. Woher kennt ihr euch denn!", mischte sich Jason ein.

„Was machst du denn hier?", brachte Julia mit Müh und Not zusammen, Jasons Kommentar geflissentlich ignorierend.

„Wurde vom Ministerium auf Schnupperkurs hergeschickt."

„Die anderen Anwesenden wussten nicht, wie ihnen geschah, als die beiden Frauen auf einmal aufeinander zukamen und sich in die Arme schlossen.

„Mann, ich hätte ja alles erwartet, aber dass ich dich hier treffe!"

„Geht mir nicht anders.", grinste Julia, als sie sich einigermaßen wieder gefangen hatte.

„Darf ich meine Frage wiederholen und fragen, woher ihr euch kennt?", warf Jason ein.

„Ähm, wir sind miteinander verwandt.", stammelte Julia, immer noch nicht glaubend, dass sie ihre Großcousine vor sich hatte, die sie das letzte Mal gesehen hatte, als diese kurz vor ihrer Einschulung stand. Natürlich konnte sich Tonks daran wahrscheinlich nicht mehr erinnern, aber für Julia fühlte es sich auf einmal an wie gestern.

„Verwandt?", kam es synchron von allen Anwesenden.

„Also, liege ich richtig in der Annahme, dass du die Tochter von der Werbetexterin Andromeda bist?", als er ein zustimmendes Nicken von Tonks bekam, fuhr er fort: „Dann würde das ja heißen, dass du, ich meine, also, Mann, das mir das nicht früher aufgefallen ist!"

„Jason, worauf willst du hinaus?", wunderte sich Julia jedoch mit einem leicht genervten Unterton in der Stimme.

„Also es ist unter Auroren bekannt, dass Andromeda Tonks die Cousine von Black ist. Und dann müsstest du ja auch mit ihm verwandt sein, oder?", man sah ihm an, dass er vollkommen geschockt war.

„Heiße ich etwa umsonst Julia Anastasia Black!", söhnte sie.

„Du bist seine Schwester!", rief er schrill.

„Kleine Schwester um genau zu sein.", meinte sie.

„Ich glaub das nicht!"

„Also, könntest du Dumbledore ausrichten, dass er sich verdammt noch mal gedulden soll und mich nicht, wie eine leb- und gefühlslose Puppe behandeln soll?", richtete sie die Frage an Tonks, da ihr die geschockten Gesichter ihrer Kollegen auf die Nerven gingen.

„Kann ich machen. Kein Problem. Hast du etwa schon mit ihm gesprochen?"

„Ja, Andy hat mir doch per Eilexpress eine Nachricht zukommen lassen, in der unter anderem stand, dass Dumbledore mich unbedingt sprechen will, da es sehr wichtig ist. Na ja, dann bin ich, gestern, in sein Büro und hab mit ihm geredet.", erklärte Julia.

„Sag mal, was wollte der Minister von dir vorhin?", meldete sich auf einmal Thomas.

„Na ja, wir beide haben auf unserem letzten Einsatz doch ein paar Todesser gefangen. Du weißt was ich meine?"

„Ach du meinst in dem Höhlensystem in den Rocky Mountains?"

„Genau. Und du bist nach rechts und ich nach links gegangen. Du hast zwei Todesser erwischt und ich nur einen, aber diese eine hatte es in sich.", fuhr sie fort.

„Wieso wer war es denn?", fragte Patrick weiter.

„Gleich. Ich hab mich mit ihm duelliert. Das war so ein kleiner, dicker. Und dann wollte der auf einmal abhauen und dann hab ich ihn gefesselt und ihm die Maske heruntergerissen.", sie machte eine kurze Pause.

„Und weiter? Du hast mir gesagt, dass du nicht weißt, wer es war.", meinte Thomas verwirrt.

„Weil ich dachte, dass es nicht stimmen konnte. Wir haben ihn 24 Stunden unter Aufsicht gelassen und ihn vor einer halben Stunde an das englische Ministerium übergeben."

„Jetzt sag mir endlich, wer das war!", protestierte er.

„Ein längst tot geglaubter. Ich dachte immer, dass er ihn umgebracht hat, aber er ist unschuldig und ich hab das all die Jahre nicht geglaubt!", die ersten Tränen liefen ihr über die Wangen. Tonks nahm sie in den Arm.

„Wer?", flüsterte Thomas.

„Peter Pettigrew."


TBC


So, dass war meine gute Tat für heute! Wahrscheinlich kommt im nächsten Kapitel dann der Prozess, der ja nicht ausbleiben wird! Dann noch ein bisschen verkuppeln und ich bin wunschlos glücklich. –smile-

Also ich bitte wie immer inständig um Reviews! Bitte schreiben! Hab die 40 jetzt im Auge!

Lovely Greetz, Liz!