Die Tuer die vom Dach ins Gebaeude fuehrte war verschlossen. Der Bogenschuetze zog einen Pfeil aktivierte einen kleinen Knopf und schoss ihn ins Schloss. Eine kleine Detonation ließ die Tuer aufspringen.

Oliver gab Felicity ein Zeichen sie solle dicht hinter ihm gegen. Das Treppenhaus war sicher, eigentlich hatte er nichts anderes erwartet, es war ein reines Buerogebaeude, die Inhaber und Angestellten schlummerten alle zu Hause in ihren Betten.

Als sie den Stock in dem die Praxis von Dr. Wesley lag erreicht hatten wunderten sie sich, die Tuer zu den Raeumen war nicht verschlossen. War das niemandem aufgefallen, hatte niemand den Arzt vermisst? Patienten mussten sich doch gewundert haben, dass er drei Wochen nicht an sein Telefon ging. Oliver schaute sich am Schreibtisch um, das Licht des Anrufbeantworters blinkte, Oliver drueckte die Taste und es erklang die Stimme einer Frau.

Dr. Wesley wann sind sie zurueck aus ihren Ferien? Sie hatten die Praxis noch nie so lange geschlossen, ich brauche meine Medikamente, die Stimmen in meinem Kopf werden wieder schlimmer, bitte melden sie sich schnell."

Clever dachte Oliver, Collins hatte an alles gedacht, selbst daran den Anrufbeantworter zu besprechen. Er schaute sich weiter um, Felicity saß schon am Rechner des Arztes und hatte ihre Festplatte angeschlossen. Oliver betrachtete sie kurz, sie sah einfach unglaublich sexy aus, wenn sie einen Computer hackte. Ihr Blick hatte fast was Verruchtes und sie biss sich immer leicht auf die Unterlippe. Er fuhr sich kurz mit seinen Haenden ueber sein Gesicht um seine nicht gerade jugendfreien Gedanken aus dem Kopf zu bekommen. Anschließend widmete sich dann den Patientenakten.

„Ich hab es Oliver. Dr. Wesley hat jede Sitzung von seinen Patienten auf seinem Rechner." Der Bogenschuetze suchte weiter die Akten durch, „Und ich hab seine Akte."

„ Gib sie mir ich scann alles ein, dann haben wir sie noch."

„Gute Idee, dann such ich mal weiter."

Felicity ueberflog die Akte und scannte die wichtigsten Informationen ein und speicherte sie auf ihrer externen Festplatte.

Oliver suchte weiter und landete bei einem Schrank hinter dem sich ein offener Safe befand. Darin lagen Rezeptbloecke fuer Betaeubungsmittel und eine offene Kassette.

„ Ich glaub ich weiß warum wir nicht viel von Jonathan Collins finden", Oliver drehte sich zu seiner Frau und zeigte ihr die leere Kassette, „Ich vermute mal hier hat Wesley sein Geld aufbewahrt."

„Was ist noch im Safe?" fragte die Blondine ohne von ihrem Rechner aufzuschauen.

„Rezeptbloecke fuer Betaeubungsmittel."

„Ok das kann uns helfen. Sag mir die Nummer des ersten und des letzten Rezepts."

„IF 1386987 ist die erste und die letzte Nummer ist IF 1387021. Fuer was brauchst du die Nummern?" Oliver hatte sich mittlerweile hinter ihr postiert und versuchte aus den eingetippten Daten seiner Frau schlau zu werden.

„Es ist ganz einfach", begann sie ihre Erklaerung, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen, „Betaeubungsmittelrezepte werden bestellt, und es wird genau aufgelistet welcher Arzt welche Nummern bekommen hat. Und hier haben wir die letzte Bestellung von Dr. Wesley." Sie tippte auf die Entertaste und es erschienen die Daten der letzten Bestellungen des Arztes.

„Bingo, IF 1386932 bis IF 1387021. Abgegeben wurden bis jetzt IF 1386932 bis IF 1386967. Das bedeutet 68 bis 87 fehlt. In Collins Unterlagen steht das er Tilidin abhaengig war. Wenn er jetzt rueckfaellig geworden ist haette er durchaus ein Motiv die Rezepte zu klauen."

„Sehr gut, lass uns das zu Hause weiter verfolgen, wir muessen erst mal unsere Spuren beseitigen, in ein paar Stunden wird die Polizei hier aufschlagen."

Felicity nickte loeschte all ihre Spuren vom Computer und wischte alles was sie angefasst hatte mit einem Tuch ab. Oliver tat dasselbe und sie verschwanden ungesehen das Gebaeude.

Felicity fuehlte sich wie geraedert am naechsten Morgen, ihr Blick fiel auf die Uhr, sie zeigte 9 an. Olivers Seite war leer, sein erstes Meeting war um 8:30 heute Morgen das wusste sie.

Die Blondine streckte sich und ging ins Badezimmer, eine kalte Dusche wuerde dafuer sorgen dass ihr Kreislauf in Schwung kam.

Eine halbe Stunde später betrat sie frisch gestylt die Kueche, Raisa hatte Abigail auf dem Arm. „Guten Morgen Mrs. Queen", sagte sie mit einem Laecheln und gab ihr Abigail.

„Guten Morgen Raisa", begruesste sie Abis Nanny und nahm ihre Tochter sofort auf den Arm um sie zu druecken, „Hallo mein kleiner Engel, du siehst bezaubernd aus Raisa hat dich richtig schick gemacht. Warst du denn auch lieb zu Tante Raisa?" Die kleine begann zu glucksen, Felicity schaute zu Raisa, „Ich hoffe das bedeutet ja." „Sie war ein Engel Miss, nur einmal war sie wach, hat etwas getrunken und ist sofort wieder eingeschlafen."

„Das ist schoen, danke das du die Nachtschicht uebernommen hast Raisa, es wird so bald nicht wieder vorkommen."

„Mrs. Queen das ist kein Problem das ist mein Job", gab sie zurueck.

„Das weiß ich, aber sie brauchen auch mal schlaf, sie arbeiten sehr hart", sie schenkte ihr ein laecheln.

Raisa mochte Felicity Queen vom ersten Tag an, sie war hoeflich und gab ich genau wie Mr. Queen und der Rest der Familie nicht das Gefuehl nur eine Angestellte zu sein, sondern Teil der Familie.

Die Panik saß ihr im Nacken als Felicity aus ihrem Auto stieg. Sie schaute sich andauernd um waehrend sie Abi aus dem Auto holte. Ihre Haende zitternden das laenger brauchte als sonst um den Sicherheitsgurt zu loesen.

Geschafft dachte sie als sie Babyschale endlich aus dem Auto hatte und mit Abigail zum Hintereingang der Verdant lief.

Sie hatte das erste Mal die Mansion seit ihrer Entfuehrung verlassen, ihr war nicht wohl dabei. Aber sie musste unbedingt die Daten von letzter Nacht auswerten, je schneller Jonathan Collins im Gefaengnis saß oder vom Bogenschuetzen zur Strecke gebracht wurde umso schneller wuerde Felicity wieder ein normales Leben ohne Angst fuehren koennen.

Ihr Puls verlangsamte sich nachdem sie mit Abi den Keller des Verdant betreten hatte.

Sie setzte sich an ihre Computer, Abi stand in ihrer Babyschale neben ihr und schlief friedlich. Die IT Expertin ging die Daten vom gestrigen Abend durch. Sie hoerte sich eine Sitzung nach der anderen an, bei den letzten erschrak sie. Jonathan Collins sprach von ihr, ihrer Schwangerschaft und Abigail, darueber wie er sie in seine Gefangenschaft bringen wuerde und was er mit ihr anstellen wuerde.

Ihre Haende begannen zitternd ueber die Tasten zu gleiten, ihre Augen fuellten sich mit Traenen. Er hatte sie schon Monate lang beobachtet, sie und Abi. Er haette sie beide auf der Straße schnappen koennen, dieser Gedanke Abi in den Haenden dieses Psychopathen zu wissen sorgte dafuer dass ihr die Luft weg blieb. Atmen Felicity ruhig atmen ein und aus, ein und aus, sagte sie zu sich selbst.

Sie schaute auf Abigail die immer noch friedlich vor sich hin schlummerte, der Anblick ihrer kleinen schlafenden Prinzessin beruhigte sie und sie begann sich wieder auf ihre Arbeit zu konzentrieren.

Sie schaltete den Sitzungsmitschnitt ab und ging die Datenbank der BTM Rezepte durch, die letzten drei Nummern waren alle an unterschiedlichen Apotheken abgegeben worden, aber alle mit demselben Medikament Tilidin. Felicity markierte die Apotheken die alle in der Naehe der Glades lagen, er musste sich hier also irgendwo rumtreiben. Sie verglich die Namen der Patienten und stellte fest es war immer ein und derselbe Simon Smoak. Sie stockte, er wusste dass sie ihm auf der Spur war, das war eindeutig eine Nachricht an sie.

Panik stieg erneut in ihr auf, sie schaltete den Computer ab und waehlte Olivers Nummer um ihm die Neuigkeiten zu berichten, aber er nahm nicht ab. Verdammt dachte Felicity, das Meeting um 10:30Uhr, sie schaute auf ihre Armbanduhr 11:00Uhr. Das Meeting war in vollem Gange, sie schaute zu Abigail die langsam aus dem Schlaf erwachte.

„Hey kleine Prinzessin, ich glaube wir sollten Daddy besuchen an seiner Arbeit was meinst du?"

Die Blondine packte ihre Sachen zusammen und verließ mit Abigail das geheime Versteck.

Auf dem Weg zu ihrem Auto schaute sie sich wieder staendig um, dieser Kerl musste endlich gefasst werden sonst wuerde sie noch ueberschnappen.

Gerade als Felicity Abigail auf der Ruecksitzbank festschnallte merkte sie eine Hand auf ihrer Schulter, sie zuckte zusammen und drehte sich um.

„Hallo Felicity, ich habe dir gesagt wir werden uns wieder sehen". Sie wollte schreien aber etwas blockierte sie, er schuppste sie auf die Ruecksitzbank zu ihrer Tochter und stieg auf der Fahrerseite ein.