A/N: Ich weiß, dass Ron manchmal ein bisschen... dümmlich wirkt, wenn etwas erklärt wird. Das liegt daran, dass ihr, also die Leser, nicht nachfragen könnt, wenn ihr Hermines Ausführungen nicht versteht - aber Ron kann es und er macht es auch nur deshalb, damit die Sachen für euch verständlicher werden, falls meine/Hermines Erklärung zu unlogisch war -g- Aber Ron kriegt auch noch heldenhaftere Momente, die hat er nämlich verdient -mit dem Kopf nick-

- - -

"Crucio!"
"RON!", schrie Hermine aus Leibeskräften. Sie musste tatenlos zusehen, wie er schrie, zuckte und krampfhaft versuchte bei Bewusstsein zu bleiben.

Hermine schrie den Todesser an, er solle aufhören; sein grausames Lachen übertönte ihr Flehen.

Sie wollte wegsehen, doch ihre Augen schienen nun ebenfalls erstarrt. Sie schaffte es nicht sich abzuwenden und flehte stumm, ein Wunder möge geschehen.

Kapitel 10

Erkenntnisse

Erst ein anderer Schrei lenkte sie ab und noch größeres Entsetzten machte sich in ihr breit.

Als sie ihren Blick in die Richtung, aus der der Schrei kam, schweifen ließ, sah sie erleichtert, dass der andere Todesser zu Boden gegangen war und Malfoy nun "Incarcerus!" schrie. Seile schossen aus seinem Zauberstab hervor und wickelten sich um den Todesser, der daraufhin den Halt verlor und gefesselt umfiel. Aber Malfoy wartete nicht um zuzusehen, sondern hastete zu Ron, der aufgehört hatte zu schreien und nun stumm seine fürchterlichen Qualen erdulden musste.

"Stupor!", keuchte Malfoy. Der Schockzauber traf den unvorbereiteten Todesser direkt in den Rücken und der Mann fiel bewusstlos zu Boden.

Hermine sah, dass Rons Brust sich unnatürlich schnell hob und senkte, er blieb am Boden liegen.

Malfoy drehte sich um und wollte Harry helfen. Doch dieser wurde im selben Moment von Snape erstarrt. Snape eilte zu dem gefesselten Todesser, schwang seinen Zauberstab und erhob den Mann so in die Luft. Selbiges tat er mit dem bewusstlosen Todesser, der wenige Schritte von Malfoy entfernt lag. Ehe sie wussten, was er tat, packte Snape die beiden und disapparierte vor ihren Augen.

Hermine stieß einen Seufzer der Erleichterung aus.

Harry war von seiner Erstarrung befreit und hastete zu Ron hinüber, der keuchend versuchte sich zu erheben. Harry und Malfoy bückten sich und halfen ihm, sich aufzusetzten. Er wirkte totenblass und sein Haar klebte ihm schweißnass auf der Stirn.

Harry und Malfoy stützten ihn, als er mit wackligen Beinen aufstand und gleich wieder umzukippen drohte. Sie halfen ihm, zur Mauer zu gelangen, gegen die er sich dankbar lehnte und keuchend nach Luft rang.

Harry eilte zu Hermine herüber.

"Hermine! Alles in Ordnung? Kannst du aufstehen?" Er packte sie am Arm und half auch ihr auf die Beine. Erleichtert stellte sie fest, dass sie sich offenbar wieder bewegen konnte.

"Ja, es - ah - geht schon", keuchte sie.

"Wir müssen zurück!", rief Harry Malfoy zu. Dieser nickte, hielt Ron am Arm fest und disapparierte Sekunden später. Selbiges taten Harry und Hermine.

Sie tauchten vor Nummer 12 auf und hasteten die steinernen Stufen hinauf. Es war, wie in Hogwarts, unmöglich in das Haus zu apparieren oder von dort zu disapparieren. Nur wenn man bereits sich bereits drinnen befand, konnte man in andere Räume des Hauses apparieren.

Schwer atmend ließen Harry und Hermine die Tür hinter sich zufallen und folgten Malfoy und Ron in die Küche.

Dort saß Ron auf einem Stuhl und starre Malfoy aus großen Augen an, wie das achte Weltwunder.

Hermines Blick fiel auf seine rechten Arm. "Ron!", kreischte sie und stürzte zu ihm, wobei sie beinahe das Gleichgewicht verloren hätte.

"Was ist passiert?" Sein Arm stand in einem äußerst seltsamen Winkel von ihm ab und sein Ärmel hing zerfetzt hinunter.

"Du hast mir das Leben gerettet", bemerkte Ron verdattert und ließ Malfoy nicht aus den Augen.

"Danke, das habe ich gemerkt. Genauso wie Snape gemerkt hat, dass ich bei euch bin...", der Slytherin ließ sich nun ebenfalls auf einem Stuhl sinken.

"Aber-"
"Ron! Wie ist das passiert?", fragte Hermine und griff nach Rons Arm.

"AU! Ahh!", keuchte dieser, als sie ihn berührte.

"Ist er gebrochen?", fragte Harry.

"Ich - weiß - nicht", antwortete Ron mit schmerzverzerrtem Gesicht. "Es war - ein Zau - ber"

"Lass mich mal versuchen, es zu heilen", sagte Hermine und zückte ihren Zauberstab. "Episkey!", rief sie.

Es war keine Veränderung zu sehen.

"Und?", fragte Hermine zunehmend besorgt.

Ron bewegte den Arm ein wenig. "Ahh... es ist nicht - auaaa - besser geworden", brachte er hervor.

"Man kann den Fluch nicht mit einem Gegenzauber heilen", erklärte Malfoy.

"Was?", rief Ron zutiefst bestürzt und starrte ihn panisch an. "Muss ich mein Leben lang mit diesem Arm rumlaufen?"

"Nur die nächsten zwei bis drei Wochen", sagte Malfoy mit einem leichten Grinsen, als Ron ein undefinierbares Geräusch von sich gab.

"Die einzige Heilung ist ein Trank. Ich glaube, man braucht 17 Tage für die Herstellung, aber ganz sicher bin ich mir nicht."
"Woher weißt du das?", fragte Ron.

"Exschwarzmagier, schon vergessen?", sagte Malfoy.

"Ist der Trank kompliziert?", fragte Hermine.

"Du wirst es schon schaffen, Granger. Die Frage ist wohl eher, wo die Zutaten herkommen", erwiderte der Slytherin mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht.

"Verdammter Mist!", rief Ron frustriert.

"Ist das Rezept in einem der Bücher?", fragte Hermine und warf Ron einen mitleidigen Blick zu.

"Bestimmt", gab Malfoy zurück. "Ich geh' duschen", fügte er murmelnd hinzu und erhob sich.

"Glaubt ihr...", begann Harry und setzte sich ebenfalls hin, "ich hätte Snape vom Brief meiner Mutter erzählen müssen?"
Hermine legte ihm eine mitfühlende Hand auf die Schulter.
"Ich meine, es war ihre einzige Bitte...", sagte Harry und starrte mit glasigen Augen geradeaus. "Bin ich es ihr nicht schuldig?"
"Hör zu, Harry", sagte Hermine. "Wenn deine Mutter gewusst hätte, was aus Snape geworden ist, hätte sie dich nie um so etwas gebeten. Außerdem hätte er dich umgebracht oder verschleppt. Du hattest gar keine Gelegenheit ihm irgendetwas zu sagen, schließlich musstest du um dein Leben kämpfen!"

"Ja, aber was, wenn -"
"Harry, zerbrich dir darüber bitte nicht den Kopf. Du hast es ihm nicht gesagt, weil es nicht ging. Feritg aus, okay?"

Harry nickte nachdenklich.

"Gut. Dann suche ich jetzt das Rezept", erklärte Hermine.

"Okay, und ich fang schonmal an, das Buch zu lesen", sagte Harry und deutete auf Die vier Gründer: Geheimnisse und Tatsachen, das auf dem Tisch lag.

Ron seufzte herzzerreißend auf.

"Du hast Glück, Ron", sagte Hermine als sie einige Minuten später ein Zaubertränkebuch auf den Küchentisch knallte und sich setzte. "Es dauert nur 13 Tage. Die Zutaten sind zwar relativ leicht zu beschaffen, aber ich denke nicht, dass irgendjemand von uns zurück in die Nokturn- oder Winkelgasse möchte."

"13 Tage? Hauptsache ich bin zur Hochzeit gesund", murmelte Ron.

Hermine ging mit dem Finger nocheinmal die Zutatenliste durch. "Vielleicht finden wir irgendwas hier im Haus? Diptamblüten... Salamanderblut... Brennnesseln... Doxyhaare... hmmm..."

"Gibt's hier überhaupt einen Kessel?", fragte Ron.

"Keine Sorge, davon gibt es genug", antwortete Hermine.

"So, Harry. Hast du schon irgendetwas wichtiges gefunden?"

"Nee, bin erst bei Helgas dreizehntem Geburtstag", sagte Harry gähnend.

"Gib her", Hermine streckte die Hand aus und ließ sich das Buch von Harry geben. "Such du in der Zeit nach Zutaten, hier ist die Liste", sie händigte Harry das Rezept aus und wandte sich dann dem Buch über die Gründer zu. Der schwarzhaarige Junge begab sich mit wenig Eifer auf die Suche nach denZutaten.

"Ich habe Hunger", grummelte Ron und stand vorsichtig und mit viel Getue auf, um sich einen Apfel zu holen.

Ron verspeiste bereits geräuschvoll seinen dritten Apfel, als Malfoy zurückkehrte, mit einem kleinen, schwarzen Koffer unter dem Arm. Er legte diesen auf den Tisch und öffnete ihn.

"Woher hast du das?", fragte Hermine erstaunt und lugte in den Koffer, in dem sich allerhand Fläschchen und Döschen befanden. Manche gefüllt mit Flüssigkeiten, andere enthielten Pulver, Krallen oder getrocknete Blätter.

"Noch nie etwas von einer tragbaren Apotheke gehört?", fragte Malfoy und setzte sich.

"An sowas hab ich nicht gedacht...", murmelte Hermine.

"Ich bin eben vorrausschauend", feixte Malfoy. "Was brauchst du für den Trank?"
"Harry hat die Zutatenliste", sagte Hermine und konnte ihr, oder besser gesagt Rons Glück nicht fassen. Sie nahm eine der Flaschen aus dem Koffer, die mit einer fast durchsichtigen Flüssigkeit gefüllt war. Sonnenhuttau stand auf einem kleinen Etikett geschrieben, das auf dem Bauch der Flasche klebte.

"Und wo ist Potter?", wollte Malfoy wissen.

Harry tauchte wenige Minuten später auf und machte eine Miene wie sieben Tage Regenwetter.

"Hier gibt es wirklich alles, außer diesen Sachen", erklärte er zerknirscht und tippte mit dem Finger auf die Seite des Buches, auf der sich das Rezept befand. " Nur Doxyhaare hab ich gefunden. An den alten Vorhängen."

"Gib her", befahl Hermine und ließ sich von Harry das Buch aushändigen.

Sie verglichen, welche Zutaten sie brauchten und welche Malfoy davon hatte.

Ron schien wirklich einen Schutzengel zu haben, denn alle nötigen Zutaten befanden sich in Malfoys tragbarer Apotheke.

"Ein Glück, dass der Trank so simpel ist", stellte Hermine fest. Sie hatte bereits einen Kessel besorgt und gesäubert und begann nun Wasser darin zu kochen.

"Malfoy... ich glaube... ich bin dir was schuldig, oder?", fragte Ron am Abend, während er beobachtete, wie Hermine am Kessel arbeitete.

"Ich denke nicht, dass es irgendetwas gibt, mit dem du eine Schuld bei mir begleichen könntest, Weasley. Aber hast du Potter und Granger etwa auch immer etwas zurückgezahlt, wenn sie deinen Allerwertesten gerettet haben?"

"Nein, aber-"

"Na bitte, dann wollen wir das auch nicht ändern", sagte Malfoy schlicht.

Hermine konnte es nicht verhindern und warf Malfoy einen anerkennenden Blick zu, den er mit einem schwachen, selbstgefälligen Grinsen beantwortete.

Sie fügte dem Wasser genau 13 Tropfen Salamanderblut zu, ließ es noch weitere sechseinhalb Minuten köcheln und löschte dann das Feuer.

"So, das muss jetzt zwei Tage so stehen bleiben, dann kommt nochmal Salamanderblut dazu und wir müssen wieder zwei Tage warten, bevor die Doxyhaare beigefügt werden", erklärte sie und setzte sich zu den Jungen an den Tisch.

Hermine fuhr fort über die Gründer von Hogwarts zu lesen und hatte bald die Kindheit Helgas und Rowenas hinter sich gebracht, ohne einen Hinweis. Ihr gefiel das Buch dennoch, denn es enthielt eine Fülle an Informationen, die sie bis jetzt nicht gekannt hatte.

Harry, Ron und Malfoy unterhielten sich währenddessen über Quidditch. Sie überlegten, wer wohl ihre Plätze in den Hausmannschaften übernehmen würde und wie die einzelnen Begegnungen ausgehen würden.

"Hufflepuff können wir getrost vergessen", sagte Ron. "Die einzigen brauchbaren Spieler, die die hatten, haben ihre UTZs gemacht. Die werden hundert pro kein einziges Spiel gewinnen."

"Ihr habt auch kein Spitzenteam mehr", bemerkte Malfoy.

"Was soll das heißen?", fragte Ron.

"Normalerweise geht Quidditch so, dass die Treiber Klatscher auf die Gegner schießen. Ihr Gryffindors, mit eurer unglaublichen Kreativität, habt letztes Jahr beschlossen, dass es viel spannender wird, wenn der Hüter seinen eigenen Sucher mit einem Klatscher beballert", erklärte Malfoy und schien bei dieser Erinnerung stark mit sich selbst ringen zu müssen, um nicht in lautes Gelächter auszubrechen.

"Du meinst McLaggen? Dieser verdammte A-"

"Granger", unterbrach Malfoy Ron mit gedehnter Stimme.

Hermine, die ahnte, was jetzt kam, tat so als würde sie nicht zu.

"Stimmt es, dass du mit McLaggen zusammen warst?"

Hermine spürte, wie sie rot anlief und zwang sich, nicht aufzublicken. Keine Reaktion zeigen, sagte sie sich selbst. Einfach lesen. Er würde schon von alleine wieder aufhören.

"Heißt das ja?", fragte Malfoy, man könnte sein Grinsen förmlich hören. Hermine verspürte einen starken Drang, ihn mit aller Kraft gegens Schienbein zu treten. "Ich weiß nicht, wen ich mehr bemitleiden soll", murmelte Malfoy gespielt nachdenklich. "Wie lange wart ihr zusammen? Oder seid ihr es noch?"
Hermine hob ruckartig den Kopf und rief: "Nein!"

"Oooh, da scheint aber jemand noch sehr verletzt von der Trennung zu sein", sagte Malfoy und sah sie mir einer So'n-Pech-aber-auch-Miene an.

"Halt die Klappe!", fauchte Ron und war ebenfalls leicht rot angelaufen.

Malfoy blickte von Ron zu Hermine und wieder zurück.

"Weasley! Bist du eifersüchtig?"
"Nein, bin ich nicht!", zischte Ron. Seine Wangen wurden roter und roter.

"Du bist ein schlechter Lügner", sagte Malfoy und schien sich einfach himmlisch zu amüsieren, während er Rons Gesicht beobachtete.

"Es reicht!", rief Hermine. "Ich war weder mit McLaggen zusammen... also nicht rich- und Ron ist nicht eifersüchtig! Und wenn ich noch ein einziges Wort von dir darüber höre, wird es dir Leid tun!"

"Willst du mich etwa hinterrücks angreifen?", fragte Malfoy und warf ihr einen bedeutungsvollen Blick zu.

Hermine seufzte. "Nein, werde ich nicht. Aber weißt du, was mich interessiert? Wie du es mit Parkinson aushalten konntest!"

"Was soll das heißen?"

"Diese mopsgesichtige, hirnlose Qualle... dass du dich mit sowas abgibst!", sagte Hermine, gespielt schockiert.

"Was heißt hier abgeben? Sie ist in meinem Haus, daran kann ich nichts ändern!"

"Nur in deinem Haus? Komm schon, glaubst du niemand hat bemerkt, dass etwas zwischen euch lief?"

"Und wenn schon, was geht dich das an?", fragte Malfoy.

"Das geht mich ungefähr genauso viel an, wie mein Verhältnis zu Cormac oder Ron dich angeht", stellte Hermine sachlich fest.

"Also hast du ein Verhältnis mit Weasley?"

"Nein!"
"Hattest?"

"Nahein!"

"Gut."

"Was?"

"Wär ja sonst schade..."
"Wie bitte? Fängst du schon wieder damit an?", fragte Hermine wütend, da sie seine Äußerung als Anspielung auf ihr Blut deutete.

"Ich habe mit gar nichts angefangen, Granger."
"Wie du meinst, Malfoy."

Für eine Weile sagte keiner ein Wort.

Hermine kehrte wieder zu Godrics Geburt zurück, doch kaum hatte sie einen Satz gelesen, durchbrach Harry das Schweigen.

"Hört mal... findet ihr nicht... also, ist es nicht komisch, dass wir uns nicht... mit Vornamen anreden?"

Rons Unterkiefer klappte nach unten. "Du meinst, dass wir ihn nicht mit Vornamen anreden! Ich finde das überhaupt nicht komisch!"

"Ron, er hat dir heute einmal das Leben und einmal deinen Arm gerettet", bemerkte Harry.

"Schon, aber er ist immernoch Malfoy! Und gegen einmal gerettet steht tausendmal zur Hölle gemacht!"
"Komm schon, Ronnie", sagte Malfoy auffordernd. "Was ist denn dabei?"

Ron erhob sich so plötzlich, dass Hermine vor Schreck das Buch fallen ließ und Ron vor Schmerz laut aufstönte. Er war mit seinem verhexten Arm gegen die Stuhllehne gestoßen.

"Nenn - mich - nicht - so, Drakie", zischte er.

"Wie du willst, Pansy", murmelte der Blonde schulterzuckend.

"Pansy!", wiederholte Ron und setzte sich wieder hin. "Wieso Pansy!"

"Weil sie mich immer Drakie genannt hat", antwortete Malfoy gelangweilt. "Was ist los, Mienchen?"

Hermine saß wie versteinert auf ihrem Stuhl, leicht nach vorne gelehnt und einen Arm zum Boden hin ausgestreckt. Sie starrte auf das Buch, das ihr runtergefallen war, wobei es sich auf einer Seite geöffnet hatte, auf der eine Tabelle abgebildet war. Hermine konnte ihren Blich nicht von ihr reißen.

Langsam hob sie das Buch auf und legte es vor sich auf den Tisch.

"Ich glaub ich hab's", hauchte sie.

"Was hast du?", fragte Ron verwirrt.

"Gib mir den Bleistift, der dahinten liegt... Draco", sagte Hermine und zeigte auf den Stift, der hinter Draco auf der Anrichte lag.

Er reichte ihn ihr mit hochgezogenen Augenbrauen.

Hermine kritzelte ein paar Wörter in Großbuchstaben (!) in die Tabelle und ein triumphierendes Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. Sie schob das Buch über den Tisch, sodass Harry, Ron und Draco die Seite betrachten konnten.

Die Elemente und die Gründer

Haus --------------Element-------------- Gegenstand im Tarot

Gryffindor-------Feuer----------------- Stab---------------------- RAVENCLAW

Ravenclaw------ Luft------------------ Schwert------------------GRYFFINDOR

Hufflepuff------Erde------------------Scheibe--------------------SLYTHERIN(MEDAILLON)

Slytherin ------Wasser---------------Kelch------------------------HUFFLEPUFF

"Ähh... Hermine? Was soll uns das jetzt sagen?", fragte Ron und sah sie vollkommen ratlos an.

"Hört zu. Hier seht ihr die Elemente, die den vier Häusern zugeordnet werden. Gryffinor steht für Feuer, Ravenclaw für Luft, Hufflepuff für Erde und Slytherin für Wasser. Jedem der Elemente wird im Tarot ein Gegenstand zugeordnet. Dort steht es: zu Feuer gehört der Stab, zu Luft das Schwert, zu Erde die Scheibe oder Münze, aber ich denke ein Mediallon geht auch durch. Und schließlich gehören Wasser und der Kelch zusammen. Fällt euch etwas auf? Nehmen wir das Beispiel Slytherin und Hufflepuff. Hufflepuffs Element ist die Erde, der Gegenstand die Scheibe. Aber der Gegenstand, den Riddle von Helga hat, ist ein Kelch! Der Kelch gehört zum Element des Wassers, also zu Slytherin. Umgekehrt besaß Slytherin das Mediallon, welches wir mit der Erde, also Hufflepuff in Verbindung bringen! Versteht ihr?"

"Also... du meinst... ehm... nein ich versteh' nicht", murmelte Ron vollkommen verwirrt.

"Es geht ja auch noch weiter. Wo hat Riddle das Medaillon von Slytherin versteckt? Richtig! In einem See, Slytherin, unter der Erde, Hufflepuff! Es könnte passen! Der Kelch von Hufflepuff müsste demnach in einem Versteck sein, das ebenfalls mit Wasser und Erde zu tun hat. Das Schwert müssen wir nicht mehr suchen, es ist in Hogwarts. Das Medaillon müssen wir ausfindig machen, und etwas, vermutlich einen Stab, der Rowena gehörte und der sich an einem Ort mit Feuer und Luft befindet", endete Hermine mit vor Begeisterung glühendem Gesicht.

Sie sah die drei Jungen erwartungsvoll an.

"Das würde Sinn machen...", murmelte Draco. "Die vier Gründer, als die vier Elemente, vereinigen sich zum fünften Element."
"Fünftes Element?", fragte Harry.

"Magie", sagte Draco. "Die vier Gründer verbinden sich und gründen Hogwarts, um Magie zu lehren. Riddle legt seine Seelensplitter in den Gegenständen der vier Elemente ab. Es heißt, wenn man die vier Elemente zusammenfügt, erhält man das fünfte Element, Magie. Er setzt sich mit dem fünften Element, mit der Magie gleich. Er, der mächtig und unsterblich ist. Das heißt, dadurch, dass er die Hocruxe erschaffen hat, hat er seine Seele und im übertragenden Sinne die vier Elemente zersplittert"

"Wartet mal kurz...", Hermine durchblätterte rasch das Buch und fand bald, was sie suchte: Bilder der Gründer. Helga Hufflepuff trug zwar keinen Kelch bei sich, aber an Gryffindors Gürtel war deutlich ein Schwert zu sehen, dessen Klinge in einer verzierten Scheide steckte. Bei genauem Hinsehen konnten sie außerdem ein rundes Medaillon entdecken, das Salazar Slytherin um seinen Hals gehängt hatte. Die schwarzhaarige Rowena Ravenclaw hielt nur einen Zauberstab.

"Der Zauberstab?", fragte Ron.

"Schon möglich", sagte Hermine.
"Irgendwie würde das zu Riddle passen. Es ist alles so... mit Hogwarts und mit... Magie verbunden, versteht ihr, was ich meine?", sagte Harry.

Sie diskutierten die Idee den ganzen Tag lang und stellten Überlegungen an, wo der Kelch Hufflepuffs und die Flöte oder der Zauberstab Ravenclaws zu finden waren.

Außerdem beschlossen sie, das Haus auf den Kopf zu stellen und nach Slytherins Medaillon zu suchen.

A/N: Ich hoffe, ihr seid nicht entäuscht, dass Snape so schnell verschwunden ist, aber er kommt zurück und dann hat er nen größeren Auftritt ;)

Kann man die Tabelle erkennen bzw. verstehen? Zu der Theorie mit den Elementen muss ich sagen, dass das nicht meine Idee war! Wie schon ganz am Anfang geschrieben, habe ich, wie viele andere ja auch, seit der Veröffentlichung des HBP sehr viele Theorien in den weiten des WWW gelesen, unter anderem auch die mit den Elementen. Ich finde sie richtig genial und hab sie deshalb hier eingebaut, allerdings nur den Grundgedanken, das Drummrum ist auf meinem Mist gewachsen.